Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 30.09.2017, 18:52   #1
Lilafodo
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Lilafodo
Standard Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo Liebe Leute.

Vielleicht kann mir ja einer von euch weiterhelfen, bin um jeden ernst gemeinten Rat dankbar!

Meine Oma (wird dieses Jahr 87) hat eine Putzhilfe, die sie von ihrer geringen Rente selbst bezahlt.
Daher wollte sie einen Pflegegrad beantragen (wenn man das so sagt), um dafür finanzielle Unterstützung zu bekommen.

Meine Oma ist kognitiv völlig klar und bemüht sich, alles was ihr möglich ist selbst zu machen.
Da sie aber schweres Rheuma hat, ist ihr das Putzen, schwer heben etc. einfach nicht mehr möglich.

Bei der Begutachtung kam heraus, weil sie ehrlich auf die Fragen geantwortet hat, dass sie zu rüstig sei, was meiner Meinung nach offensichtlich nicht der Fall ist.
Das Laufen fällt ihr sehr schwer und sie hat vor allem gegen Abend starke Schmerzen und muss sich oft ausruhen.

Nun ist das Wiederrufssrecht leider verstrichen, meine Tante wollte sich darum kümmern, aber wegen eines Streits zwischen den beiden ist das leider im Sande verlaufen.

Ihre Kinder (vor allem mein Vater) und mein Freund und ich kommen regelmäßig vorbei und kümmern uns um den Garten, meinem Vater möchte sie das Putzen nicht zumuten (er hat viel um die Ohren) und auch bei mir ist es schwierig (habe einen ein Jahr alten Sohn und bin wieder schwanger, arbeite Teilzeit und studiere).

Meine Tante und mein Vater denken, dass es daran liegt, dass sie ehrlich war. Sie hätte mehr "jammern" sollen.

Das kann und möchte meine Oma aber nicht, was nicht heißt, dass es ihr nicht schlecht genug geht, aber ich kenne das; wir sind nicht so Menschen, die fremden Menschen einen vorheulen können, um Hilfe zu bekommen, das geht gegen unseren Stolz. Finde auch nicht, dass man sowas von einer gestandenen Persönlichkeit verlangen kann (damit meine ich meine Oma, nicht mich :-))!

Kann man eine erneute Begutachtung beantragen und wie sollte Sie sich da verhalten bzw. was sollte man der Begutachterperson sagen, dass sie diese Unterstützung bekommt?

Und ist es wirklich so, dass sie sich am besten ungewaschen dorthin setzen und einen auf "Plemplem" machen sollte? (Bitte nicht als Respektlosigkeit verstehen, arbeite selbst mit behinderten Menschen, aber das Wort soll ausdrücken, wie unmöglich ich das finde!)

Liebe Grüße, Lilafodo

Geändert von Doppeloma (01.10.2017 um 01:49 Uhr) Grund: Beitrag aufgelockert für bessere Lesbarkeit
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Alt 30.09.2017, 22:46   #2
Caramell
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Caramell Caramell Caramell
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Lilafodo, es kann schon sein, das Deine Oma zu ehrlich war.
Aber leider stellen die auch nicht alle Fragen und "übersehen" gerne mal was. Und das war jedenfalls bei meinem Mann so. Wir haben aber Widerspruch eingereicht und warten jetzt auf die Bearbeitung, auch da lässt man sich Zeit.
Man möchte eben sparen und es klappt ja auch immer wieder. Ihr habt keinen Widerspruch eingereicht.
Deine Oma hat also nicht mal den Pflegegrad 1 bekommen? Das erstaunt mich doch sehr.
Leider weiß ich nicht, ob Ihr sofort wieder einen Pflegegrad beantragen könnt.
Ich hoffe hier weiß noch jemand Bescheid.
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Alt 30.09.2017, 23:21   #3
armwieinekirchenmaus
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Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo Lilafodo,
ohne Absätze ist dein Text sehr anstrengend zu lesen. Habe ihn nicht zuende gelesen.

Jedenfalls benötigst Du für deine Oma idealerweise ein Attest über die Einschränkungen. Der Arzt weiß in der Regel was er schreiben muss wenn man ihm den Grund nennt.

Es gibt die Möglichkeit ein sogenanntes Pflegetagebuch zu schreiben. Dieses muss dann erstmal durch den MD bzw. die zuständige KK entkräftet werden.

Informiere dich bitte über die Voraussetzungen der Pflegestufen, ob eine Pflegestufe überhaupt in Frage kommt.

Meines Erachtens kann - sobald über einen laufenden Antrag beschieden wurde - sofort ein neuer Antrag gestellt werden. Idealerweise wird der Antrag mit Gegenargumenten resultierend aus der Ablehnung untermauert bzw. diese entkräftet.

Im Übrigen wird seit der Gesetzes-Änderung zum 01-01-2017 wahrscheinlich kein Putzdienst mehr "umsonst" putzen kommen, da der Förderbetrag der über die KK an den Putzdienst bezahlt wird, oft nicht ausreicht um die Kosten den Putzdienstleisters zu decken. Konkretes Beispiel hierfür sind die Johanniter. Wir zahlen nun den übersteigenden Betrag selbst und die Johanniter kommen nun wie gewohnt einmal im Monat für die Grundreinigung. Dies gilt für Pflegestufe 1 und eventuell auch 2. Bitte selbst prüfen (lassen).

Ja, Ehrlichkeit wird nicht immer honoriert. Meine Oma steigt laut Gutachten ohne Einschränkung über den Hund. ( mit einer Risthöhe von 43 cm, und das mit 92 und einem kaputten Bein und abgebrochenen Zehen ;) )
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Alt 30.09.2017, 23:58   #4
liesa
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Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Sorry, aber ein Pflegegrad ist nicht dazu da um finanzielle Unterstützung für eine Putzhilfe zu bekommen.

Dafür wird nie und nimmer ein Pflegegrad bewilligt!

Für einen Pflegegrad muss man Pflegebedürftig sein das heißt nix anderes als das die Pflegeperson Hilfe beim Waschen/Körperpflege, Ankleiden, Essen/Zubereitung/Einnahme, Notdurftverrichtung, Einkaufen, Wäschewaschen etc. benötigt.

Und mit Jammern bzw. einen auf PlemPlem machen bekommt man auch keinen Pflegegrad.

Und du willst mit solchen Aussagen mit behinderten Menschen arbeiten wollen...???

Ohne Worte...!


liesa
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Alt 01.10.2017, 03:25   #5
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Ausrufezeichen AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo Lilafodo,

habe mir zunächst mal erlaubt deinen Beitrag etwas übersichtlicher zu gestalten ...

Zitat:
Meine Oma (wird dieses Jahr 87) hat eine Putzhilfe, die sie von ihrer geringen Rente selbst bezahlt.
Daher wollte sie einen Pflegegrad beantragen (wenn man das so sagt), um dafür finanzielle Unterstützung zu bekommen.
Der Ansatz dürfte allerdings etwas "daneben" sein und ist sicher kein Grund Pflegegeld zu bekommen.

Vielleicht solltest du dich erst mal genauer kundig machen, unter welchen konkreten Bedingungen ein Pflegegrad bewilligt wird, zumal es seit Anfang 2017 ganz neue Regelungen dafür gibt.

Pflegegrade + Pflegegradrechner >> Neue Pflegestufen ab 2017

Auf dieser Seite findest du ziemlich ALLES was man dazu wissen sollte und es gibt sogar einen "Pflegegradrechner", wo man die Aussichten etwa einschätzen kann was wichtig ist, bei der Begutachtung und um welche konkreten Bereiche der Pflege (Hilfe) es so geht.

Auch bei jeder Krankenkasse / Pflegekasse (z.B. der von der Oma) kann man nachlesen wie das abläuft und wann das sinnvoll ist.

Zitat:
Meine Oma ist kognitiv völlig klar und bemüht sich, alles was ihr möglich ist selbst zu machen.
Da sie aber schweres Rheuma hat, ist ihr das Putzen, schwer heben etc. einfach nicht mehr möglich.
Es ist ja auch nicht erforderlich dafür, dass sie dement oder senil sein muss, da hast du wohl völlig falsche Vorstellungen, was mich etwas überrascht, wenn du selbst im Behinderten-Bereich tätig bist.

Mit 87 Jahren ist es wohl normal, dass man körperlich nicht mehr so fitt und belastbar ist wie früher und dass viele Alltagsdinge immer beschwerlicher werden.

Zitat:
Bei der Begutachtung kam heraus, weil sie ehrlich auf die Fragen geantwortet hat, dass sie zu rüstig sei, was meiner Meinung nach offensichtlich nicht der Fall ist.
Warst du (oder ein anderes Familienmitglied) bei der Begutachtung dabei oder war die Oma ganz alleine zu dem Termin ?
In der Regel ist eine Person (oder auch mehrere) anzugeben, die sich um die notwendigen Dinge kümmert, mit Pflege ist ja nicht die "Wohnraumpflege" gemeint, die natürlich auch (begrenzt) dazu gehört.

Im Besten Falle ist (wenigstens) eine regelmäßige Pflegeperson auch dabei wenn die Begutachtung stattfindet, dann kann der Gutachter nämlich auch nachfragen, ob sich der Betroffenen vielleicht "rüstiger" darstellt, als er wirklich noch ist.

Zitat:
Das laufen fällt ihr sehr schwer und sie hat vor allem gegen Abend starke Schmerzen und muss sich oft ausruhen.
Dann dürfte sie ja auch in regelmäßiger ärztlicher Behandlung und Betreuung sein, muss Medikamente nehmen die ein Arzt verschreiben muss und wo man vielleicht doch im Auge behalten sollte, ob sie die regelmäßig und in der richtigen Menge nimmt ...

Hat sie einen Gehstock oder einen Rollator, wer erledigt ihre Einkäufe ... wie kommt sie zum Arzt oder wieder nach Hause ... kann sie noch regelmäßig alleine in die Wanne / unter die Dusche ... das hat ja wenig mit den geistigen Fähigkeiten zu tun.

Das man Abends "fertig" ist und in so hohem Alter und insgesamt viel Ruhe braucht ist ja nicht ungewöhnlich, das erfordert aber keine Pflegestufe ...

So ein wenig Ahnung habe ich davon auch, mein Schwiegervater wird nächstes Jahr 90 Jahre alt, er hat auch schon seit Jahren eine "Putzfee" für die schweren Hausarbeiten und sonstige Haushaltsdinge erledigt (überwiegend) seine Partnerin oder die Kinder / Enkel die in der Nähe wohnen.

Die Partnerin ist als Pflegerin eingetragen, er hat also einen Pflegegrad bekommen sogar noch nach der alten Regelung, obwohl er soweit geistig auch noch "rüstig" ist ...
So wurde auf Kosten der Pflegekasse der Zugang zu seiner Wohnung verbessert, damit er mit dem Rollator keine Treppen hoch muss.

Zitat:
Nun ist das Wiederrufssrecht leider verstrichen, meine Tante wollte sich darum kümmern, aber wegen eines Streits zwischen den beiden ist das leider im Sande verlaufen.
Bei euch ist da wohl mehr schief gegangen, als nur was die Oma vielleicht "Falsches" gesagt haben könnte beim Gutachter oder nicht "genug gejammert" hat ...
Was wurde denn an Arztberichten vorgelegt zu Rheuma und sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen, so ganz ohne medizinische Nachweise werden da auch keine einschränkenden Krankheiten anerkannt.

Kennst du den Bescheid denn selbst, weißt du was da drin steht und worauf man bei einem neuen Antrag mehr achten sollte OHNE, dass die Oma sich deswegen verstellen muss oder mehr "Jammern" ...

Da gibt es übrigens kein "Widerrufs-Recht", das ist ja kein Haustürgeschäft ... gegen eine Ablehnung kann man Widerspruch einlegen und dann muss das von der Pflegekasse noch mal überprüft werden, das geht allerdings nur einen Monat ab Kenntnisnahme.

Wer konkret hat denn den Antrag gestellt, nur der Antragsteller kann auch Widerspruch einlegen ...

Zitat:
Ihre Kinder (vor allem mein Vater) und mein Freund und ich kommen regelmäßig vorbei und kümmern uns um den Garten, meinem Vater möchte sie das Putzen nicht zumuten (er hat viel um die Ohren) und auch bei mir ist es schwierig (habe einen ein Jahr alten Sohn und bin wieder schwanger, arbeite Teilzeit und studiere).
Mal ganz ehrlich, der Garten wird also gemacht von der Familie und zum Wohnung sauber halten hat Niemand Zeit ... wohnt deine Oma in einer Riesen-Villa, dass es dort so unheimlich viel zu putzen gibt, bei einer Person die dort wohnt ...

Sorry aber wir sind auch beide krank (und nicht mehr so ganz die Jüngsten), wohnen in einer ganz normalen 2,5 Zimmer-Wohnung und können uns auch keine Putzfee leisten, im Haushalt kommen wir schon noch soweit zurecht, dass wir uns wohl fühlen können.

Die Fenster werden eben seltener geputzt als früher und es wird auch NICHT täglich die ganze Wohnung gesaugt und / oder gewischt ... wir machen so viel "wie nötig" aber nicht so viel wie "möglich" ...

Und für Männe haben wir jetzt einen Pflegegrad beantragt (in 2 Wochen kommt der Gutachter), er ist erst 62 Jahre, kann aber kaum noch was machen für sich SELBER, zumindest braucht er da viel Hilfe sobald er sich bücken müsste ...

Also täglich beim Anziehen / Ausziehen (Strümpfe/ Schuhe/ Hosen ...) bei der Körperpflege an schlecht erreichbaren Stellen, er muss auch täglich "eingesalbt" werden weil er viele entzündete Hautstellen hat, die nur gelindert werden können aber nicht verschwinden ...

Das ist nur ein Teil seiner Probleme, um die ich mich (eigentlich) schon seit Jahren kümmere ... er wird ganz sicher nicht" jammern" (ich auch nicht aber ich werde anwesend sein) wenn der Gutachter dann da ist ... wir werden ja sehen was dabei herauskommen wird.

Vielleicht reicht es ja dann bei uns auch für eine Putzfee einmal die Woche, ich hätte nichts dagegen aber das war nicht der Grund für diesen Antrag und wir wollen eigentlich auch gar keine fremden Menschen (regelmäßig) im Hause haben, so lange wir (bzw. ICH) das noch alleine hinbekommen.

Aber davon können wir z.B. seine Fußpflege bezahlen, die ich inzwischen NICHT mehr schaffe und die er auch nicht von der KK bekommt, weil er wenigstens kein Diabetiker ist ... und unser Bad könnte vielleicht umgebaut werden, weil er nicht mehr in die Wanne kommt und wieder raus ... das können wir aus unseren Renten aber nicht selber finanzieren ...

Zitat:
Meine Tante und mein Vater denken, dass es daran liegt, dass sie ehrlich war. Sie hätte mehr "jammern" sollen.
Ich denke eher, dass ihr da insgesamt zu naiv und unvorbereitet herangegangen seid, es geht nicht um "jammern oder nicht jammern" und noch weniger darum nicht ehrlich zu sein, es geht darum FAKTEN zu haben, die eine Pflegestufe notwendig machen und feste Personen, die sich dann auch für die erforderliche Unterstützung verantwortlich fühlen (wollen) ...

Wenn die Familie sich damit überlastet und überfordert fühlt muss das ein Pflegedienst übernehmen, der dann auch das Pflegegeld bekommt dafür ...

Zitat:
Das kann und möchte meine Oma aber nicht, was nicht heißt, dass es ihr nicht schlecht genug geht, aber ich kenne das; wir sind nicht so Menschen, die fremden Menschen einen vorheulen können, um Hilfe zu bekommen, das geht gegen unseren Stolz.
Das hat mit Stolz überhaupt NICHTS zu tun, es ist keine Schande Hilfe anzunehmen, wenn man Hilfe braucht ...

Es ist eher traurig wenn die Familie eigentlich nur viele Gründe sucht und findet warum sie nicht selber helfen kann, wenn doch alle wissen, dass die Oma dringend Unterstützung braucht und nur aus "falschem Stolz" nicht darum bitten mag ...

Zitat:
Kann man eine erneute Begutachtung beantragen und wie sollte Sie sich da verhalten bzw. was sollte man der Begutachterperson sagen, dass sie diese Unterstützung bekommt?
Man kann jederzeit einen neuen Antrag auf Pflegegrad stellen, man sollte sich dann aber gründlich und besser darauf vorbereiten.
Welche Unterstützung sie wirklich braucht soll ja dann der Gutachter feststellen, weitere Anwesende sollten sich raus halten, sofern sie nicht direkt auch befragt werden ...

Mein Männe wird sicher nicht ungewaschen sein wenn der Gutachter kommt, dann müsste ICH mich ja schämen, weil ich ihn nicht gut genug versorgt habe ... und fitt im Kopf ist er auch noch, nur den falschen Stolz, den hat er schon seit einigen Jahren abgelegt (ablegen müssen) ...
Ich werde dabei sein und nur reden wenn ich gefragt werde ... was mir sicher auch schwer fällt, aber Männe ist durchaus in der Lage sich selbst zu artikulieren ... er hats vorwiegend "im Rücken, in den Beinen und nen Defi in der Brust", sein Kopf ist noch völlig in Ordnung ...

Den Antrag hat er selbst gestellt.

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 01.10.2017, 07:12   #6
liesa
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Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Das allererste was man tun muss im Fall einer Ablehnung ist das Gutachten vom Gutachter/in des MDK anzufordern welches die Entscheidungsgrundlage der Pflegekasse war.

Selbiges bekommt man jetzt ohne extra Anforderung zugesandt wenn man das möchte da man wird am Ende der Begutachtung danach gefragt ob das gewünscht wird.

Nur so kann man ersehen was der Gutachter/in dort vergessen zu berücksichtigen bzw. falsch dargestellt hat das es zu der Ablehnung oder einer zu geringen Einstufung gekommen ist.

Als ich damals nach der zweiten Ablehnung des Antrages auf eine (damalige) Pflegestufe dieses Gutachten angefordert und gelesen hatte bin ich bald vom Stuhl gefallen wie die Gutachterin meinen Vater noch als rüstigen Rentner beschrieben hatte welcher z.B. sogar noch alleine (ohne Unterstützung!) zum Arzt laufen und Treppen steigen könnte (obwohl der Rollator und der Rollstuhl in der Wohnung stand und nicht übersehen werden konnte...) wo letzteres im Haus ohne Unterstützung schon nicht mehr möglich war geschweige denn außerhalb!

Das gesamte Gutachten hatte ich dann damals Stück für Stück im Widerspruch widerlegt und alle relevanten Zeitfenster (wonach damals noch der Pflegeaufwand bewertet wurde) richtig angegeben und gleichzeitig meinen Unmut über diese Begutachtung aber so richtig zum Ausdruck gebracht.

Und erst die dann dritte Begutachtung nach dem Widerspruch brachte dann auch sofort eine richtige Einstufung gleich in die damalige Pflegestufe 2.


liesa
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Geändert von liesa (01.10.2017 um 08:22 Uhr) Grund: Ergänzung
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Alt 01.10.2017, 07:52   #7
Goldfield
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Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Zitat von Lilafodo Beitrag anzeigen
Und ist es wirklich so, dass sie sich am besten ungewaschen dorthin setzen und einen auf "Plemplem" machen sollte?
Moin,
Doppeloma hat dir ja schon einiges dazu geschrieben, ich hatte erst im August eine Begutachtung, ich sass weder ungewaschen dort, noch machte ich auf Plemplem, im Gutachten wurde auch betont das ich gepflegt, sauber und in Tageskleidung angetroffen wurde.
Man sollte nicht zuviel Googlen oder woher auch immer du das hast, das A und O ist die Vorbereitung auf diesen Termin, sprich Arztberichte ect, dazu schrieb dir Doppeloma aber schon genug.
Richtig ist aber das ältere wirklich dazu neigen auf besser zumachen, als es ihnen geht, haben wir erst bei der Oma meiner Frau gesehen, da ist die Pflegeperson dann aber dazwischen, deswegen sollte man so Termine nie alleine tätigen.

Hat euer Bescheid, denn eine Rechtsfolgebelehrung?
Bei mir war keine dabei, die KK vergessen den gerne mal, dadurch hätte ich ein Jahr Zeit für einen evtl.Widerspruch, da mein Pflegeantrag aber erfolgreich war bin ich noch am überlegen, da mir nur 0,75 Pkt fehlen bis zum nächsten Grad.

Grüße
Goldfield ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2017, 17:09   #8
Lilafodo
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Lilafodo
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Schade, dass immer jemand dabei ist, der meint, einen absichtlich falsch verstehen zu müssen, obwohl man sogar noch sagt, man möchte einen ernstgemeinten Rat und keine völlig unbegründeten Anfeindungen, da man sogar noch erklärt, dass man es nicht respektlos meint.

Ich habe die Frage ja nicht umsonst gestellt: ich kenne mehrere Beispiele von Menschen, die Putzhilfen bezahlt bekommen, meine Oma hat davon im Familienkreis erfahren und hat beim ASB (darüber kommt die Putzhilfe) nachgefragt, wo man ihr sagte, dass sie dafür einen Pflegegrad beantragen muss, der denke ich schon einen Sinn hat, da sie es ja selbst machen würde, wenn sie könnte, da sie eben eine geringe Rente hat und ihr das Geld nicht einfach so aus der Tasche fällt.
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Alt 01.10.2017, 17:17   #9
RobbiRob
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RobbiRob RobbiRob RobbiRob RobbiRob RobbiRob RobbiRob
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Ich kenne auch Personen mit einem Pflegegrad und einer Putzhilfe.

- Die Putzhilfe wird vom Pflegegeld bezahlt.
- Die bekommen kein Geld für eine Putzhilfe.

Verstanden? ;-)
RobbiRob ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2017, 17:49   #10
Heinz66
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Heinz66
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Wenn die Oma eine Plegestufe bekommt hat die auch Anrecht auf einen Entlastungsberag von 125 Euro im Monat.Gibt es zusätzlich zum Pflegegeld.

Das nennt sich Hilfe im Haushalt oder so,was die dann im Haushalt macht muss die Oma wissen.
Am besten mal bei der Diakonie oder anderen Pflegeeinrichtungen nachfragen was man alles so machen kann wegen Pflegestufe.

Ps:Ganz Wichtig!! Beim Termin wegen der Begutachtung;die Pflegeperson muss anwesend sein und wenn die Oma meint noch alles machen zu können;
gleich widersprechen und erklären wie es ist.
Ein Pflegetagebuch hilft da .
Heinz66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2017, 18:36   #11
liesa
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Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
Ich kenne auch Personen mit einem Pflegegrad und einer Putzhilfe.

- Die Putzhilfe wird vom Pflegegeld bezahlt.
- Die bekommen kein Geld für eine Putzhilfe.

Verstanden? ;-)
Das eine Putzhilfe vom Pflegegeld bezahlt werden kann hat niemand bestritten! Mit dem Pflegegeld kann man machen was man möchte! Aber dafür muss erst einmal ein Pflegegrad bewilligt werden...!!!

Und darum ging es eingangs! Nochmal: Mit der Begründung eine Putzhilfe zu brauchen wird kein Pflegegrad bewilligt!

Allerdings ist das jetzt alles sowieso erledigt da die Widerspruchsfrist verstrichen ist und somit bleibt nur ein Neuantrag ohne den Fehlern bei der neuen Begutachtung die beim ersten mal gemacht wurden.

liesa
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Alt 01.10.2017, 18:54   #12
Lilafodo
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Lilafodo
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Leider habe ich den Bescheid nicht gesehen.

Mein Vater war damals bei dem Termin dabei und hat eben auch erklärt, wobei sie von wem Hilfe bekommt (Einkaufen macht er, Garten wie gesagt wir etc.)

Meine Tante hat den Ablehnungsbescheid mitgenommen und konnte sich da nicht weiter drum kümmern. Ich finde das auch sehr schlimm, möchte aber hier nicht über meine Tante auslassen, das ist ja eine familiäre Angelegenheit.

Meine Oma hat dann auch erst Mal längere Zeit nichts dazu gesagt und wenn ich sie drauf angesprochen habe abgeblockt. Klar kann man sagen, ich hätte mich eher drum kümmern können, aber es gibt einen schmalen Grad zwischen jemandem helfen wollen und ihm seinen (vielleicht auch falschen) Stolz zu lassen. Für mich hat das etwas mit Respekt zu tun, diesen schmalen Grad vorsichtig zu begehen. Ich möchte hier niemandem Respektlosigkeit unterstellen, schließlich kenne ich niemanden von euch und weiß nicht, wieso ihr über manche Dinge so oder so denkt. Aber ich denke nun Mal so und das hat mit Sicherheit auch seine Berechtigung. Mich macht es traurig, dass an vielen Stellen gleich über einen geurteilt wird, aber das nur am Rande.

Ihre kognitive Klarheit habe ich betont, weil die Gutachterin laut meiner Oma wohl selbst sagte, "im Moment würde alles auf die Demenz hinauslaufen". Ich wiederhole nur, was ich zum groben Verständnis des Falles zusammengetragen habe, um dann Ratschläge zu bekommen, was ich nun tun kann, da ich beim selbstständigen Suchen aus den etlichen Google-Einträgen nicht schlau wurde.

Zu meiner Arbeit mit behinderten Menschen: ich arbeite in der Pflege und (wenn dafür tatsächlich Mal Zeit ist!) begleite die Menschen in ihrer Freizeit. Ich würde gerne auch etwas über Pflegegrade erfahren, es gibt auch etliche Fortbildungen, ABER: wer in diesem Bereich arbeitet weiß, dass es nicht einfach ist. Die Pflegekräfte sind völlig überlastet und unsere absolute Priorität liegt bei den Menschen. Selbst dafür müssen schon Überstunden gemacht werden und gerade als junge Mutter (die leider nicht einfach zu Hause bleiben kann, weil der Mann genug verdient) tut einem jede Überstunde in der Seele weh. Ich und viele meiner Kollegen haben überhaupt keine Einweisung in Begriffe und Systeme bekommen und müssen sich um jede Art von Weiterbildung selbst kümmern. Das ist ein Thema für sich. Man kann viel tun und sich den ganzen Tag abrackern, aber irgendwas bleibt eben auf der Strecke.

Ich wäre definitiv bereit (trotz wenig Zeit, weil irgendwie geht es immer!) bei meiner Oma zu putzen und sie auch zu pflegen, falls dies nötig sein sollte, was ich nicht hoffe, denn das ist ihre größte Angst! (Pflegebedürftig zu werden!)
Meine Oma gibt allerdings zu, dass sie da sehr genaue Vorstellungen hat und es ihr extrem schwer fällt, bei ihrer eigenen Familie Bedürfnisse anzumelden. Wir sind gerne bei ihr und wenn wir da sind, möchte sie eben gerne viel mit uns sprechen, Unternehmungen machen (was noch geht!), am Leben ihrer Enkel und Urenkel teilhaben und uns nicht durch ihr Haus scheuchen und uns sagen, wie und wo wir putzen sollen. Ist das denn alles so verwerflich? Ich finde nicht!

Vielen Dank für die Internetseite, dort werde ich mich jetzt Mal einlesen!
Lilafodo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2017, 19:24   #13
Lilafodo
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Lilafodo
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Habe grade den Pflegegradrechner ausprobiert. Noch eine Frage dazu:
Wenn von selbstständiger Bewegung außerhalb der Wohnung die Rede ist: spielt es da eine Rolle, dass sie einen Gehstock und einen Rollator hat und wenn sie diese Hilfsmittel benutzt, macht sie es dann trotzdem noch selbstständig? (Weil es ja Gehhilfen sind.)
Lilafodo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2017, 19:40   #14
liesa
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Zitat von Lilafodo Beitrag anzeigen
Wenn von selbstständiger Bewegung außerhalb der Wohnung die Rede ist: spielt es da eine Rolle, dass sie einen Gehstock und einen Rollator hat und wenn sie diese Hilfsmittel benutzt, macht sie es dann trotzdem noch selbstständig? (Weil es ja Gehhilfen sind.)
Es ist immer von Vorteil wenn eine Unterstützung/Begleitung bzw. Hilfe angegeben wird/angenommen wird auch beim aus dem Haus gehen.

Bei den alten Pflegestufen waren das 3 verschiedene Arten nach dem beurteilt wurde nämlich selbstständig, teilweise Übernahme und vollständige Übernahme/Hilfestellung z.B. beim Ankleiden, Waschen, Toilettengang etc. danach hatte sich die Pflegezeit berechnet nach den einzelnen Minuten/Vorgaben.

Sorry für meine vorschnellen Post aber ich wollte dich nicht persönlich Angreifen eingangs ich ziehe meinen Hut vor allen die Hauptberuflich oder in der Familie Menschen pflegen denn ich weiß was das bedeutet ich hab 7 Jahre meinen Vater bis zum Ende zuhause gepflegt manchmal bis an die physische und psychische Belastungsgrenze...

liesa
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Alt 01.10.2017, 22:32   #15
Caramell
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Caramell Caramell Caramell
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lilafodo, wenn Deine Oma mit dem Rollator oder dem Gehstock die Wohnung alleine und ohne Hilfe verlassen kann und sich auch da weiter bewegen kann, dann macht sie es selbstständig. Nur wie weit kommt sie ohne Hilfe?

Aber um das zu 100 % sicher zu wissen, kann man sich auch die Hilfe bei Pflegestützpunkten holen. Die Adressen bekommt man bei den KK oder aus dem Telefonbuch. Die können einem beraten und das neutral.

Die Berechnungen sind oft nicht so einfach wie es aussieht, einmal wird nur geschaut was der zu Pflegende kann und einmal ob er das auch ohne Hilfe kann.
Ein Beispiel: Man kann am gesellschaftlichen Leben teil haben, das wird in einem Punkt abgefragt. In einem anderen Punkt dann ob man das auch alleine und ohne Hilfe kann.
Ich musste die ganzen Fragen genau lesen um das zu verstehen und das teilweise ein paar mal. Am Ende war ich froh, das mir jemand alles erklärt hat, der täglich solche Anträge stellt und weiß was wie gezählt wird.

Ich kann Euch nur raten, stellt einen neuen Antrag und bereitet die Oma und Euch darauf vor. Und klar muss man das behutsam erklären. Den Hilfe zu bekommen und anzunehmen ist keine Schande. Oft geht es eher so, das man der Oma klar macht, das sie früher Euch auch gerne geholfen hat und Ihr nun was zurück geben wollt. Den durch das Pflegegeld kann sie entscheiden, wann und wieviel Ihr geholfen werden soll.
Caramell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.10.2017, 02:45   #16
Doppeloma
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Hallo Lilafodo,

es tut mir wirklich leid wenn du dich teilweise angegriffen fühlst, ich denke nicht, dass dich Jemand wirklich persönlich "runter machen" will.
Wir haben hier alle schon teilweise schlimme Erfahrungen gemacht mit diversen Ämtern und da kommt manchmal auch was so rüber, wie es gar nicht gemeint ist.

Zumindest liege ich doch gar nicht so falsch, wenn ich erkenne wie "unbedarft" und naiv an diesen Antrag offenbar herangegangen wurde ... vielleicht solltest du mal mit der Person (alleine und in Ruhe) darüber sprechen, die es auch betrifft ???

Du findest es "respektlos" wie hier einzelne dein Verhalten (und das der restlichen Familie) sehen, ich finde es respektlos gegenüber der hochbetagten Oma wenn jeder scheinbar glaubt es besser zu wissen, als sie selbst OHNE das mit ihr mal selber zu bereden, was da nun konkret gelaufen ist, aus ihrer Sicht.

Zitat:
Leider habe ich den Bescheid nicht gesehen.
Schade, dann ist es aber auch nicht möglich sich zum Inhalt wirklich zu äußern und daraus Schlüsse auf das Verhalten der Oma ziehen zu wollen.

WER konkret hat denn den Antrag überhaupt gestellt, wenn sie so fitt ist wie du geschrieben hast, dann sollte sie das doch auch bewusst gewollt haben ... oder war das gar nicht ihr Wunsch / ihre Idee ...

Zitat:
Mein Vater war damals bei dem Termin dabei und hat eben auch erklärt, wobei sie von wem Hilfe bekommt (Einkaufen macht er, Garten wie gesagt wir etc.)
Bei häuslicher Pflege muss aber auch was in den Antrag dazu wer (konkret mit Name und Anschrift) sich regelmäßig kümmert, das habe ich oben schon versucht zu erklären ...

Es geht nicht wirklich darum von wem sie Hilfe wobei schon bekommt, sondern NUR darum, ob sie diese Hilfe auch dauerhaft benötigt, weil sie lebensnotwendige Dinge alleine NICHT mehr schaffen oder regeln kann (oder eben sehr eingeschränkt / selten).

Zitat:
Meine Tante hat den Ablehnungsbescheid mitgenommen und konnte sich da nicht weiter drum kümmern. Ich finde das auch sehr schlimm, möchte aber hier nicht über meine Tante auslassen, das ist ja eine familiäre Angelegenheit.
Hat SIE (die Tante) denn den Antrag gestellt (im Auftrag / mit Vollmacht deiner Oma), sonst kann sie auch keinen Widerspruch einlegen und war deine Oma einverstanden, immerhin muss sie das auch selber unterschreiben, so lange sie nicht unter gesetzlicher Betreuung steht ...

Es mögen familiäre Dinge sein, die uns ganz sicher nichts anzugehen haben, aber Respekt gegenüber deiner Oma sieht ja irgendwie ganz anders aus ... wenn nun eigentlich andere "das Zepter" (von Omas Antrag) in die Hand nehmen (wollen) und sich dann nicht mehr drum kümmern das zu Ende zu bringen.

Zitat:
Meine Oma hat dann auch erst Mal längere Zeit nichts dazu gesagt und wenn ich sie drauf angesprochen habe abgeblockt.
Ich würde wirklich gerne mal ganz ehrlich wissen wollen, ob das überhaupt ihre eigene Idee gewesen ist, mit dem Antrag oder wer ihr das "angeraten" hat, um vielleicht das Geld für die Putzfee von der Pflegekasse zu bekommen ...

Mein Respekt vor meinem Männe hat mich davor bewahrt, ihn in irgendeiner Form zu drängen diesen Antrag zu stellen, ich habe ihn (möglichst unverfänglich) zunächst nur darüber informiert, welche Möglichkeiten es da geben kann und welche Bedingungen daran geknüpft sind.

Denn so ein Pflegegrad wird auch regelmäßig überprüft, da kommt immer wieder Jemand mal vorbei (alle 3 oder alle 6 Monate je nach Höhe des bewilligten Pflegegrades) und möchte wissen, ob das auch im Sinne des "Pfleglings" alles läuft, wie es gedacht ist von der Pflegekasse.

Wir sind dann diesen "Pflegerechner" Schritt für Schritt mal gemeinsam durchgegangen, so konnte er selbst einschätzen worum es gehen wird und wie ER seine eigenen Fähigkeiten Punkt für Punkt (möglichst realistisch !!!) einschätzen würde.

Das Ergebnis hat sogar ihn überrascht, was natürlich noch lange nicht bedeutet, dass er den (theoretisch) damit von uns errechneten Pflegegrad auch bekommen wird.

Wir haben das mal für uns ausgedruckt und gehen das immer wieder mal durch, um das für uns selbst (ehrlich) zu überprüfen und dann beim Gutachten auch übereinstimmende Angaben zu machen.

Die Entscheidung den Antrag zu stellen hat er dann selbst getroffen, ich bin nur als Pflegeperson eingetragen, die sich schon bisher täglich um das kümmert, was bei ihm nicht mehr geht oder nicht so gut, nun ist er schon ganz aufgeregt, wie das mit dem Gutachter dann sein wird.

Zitat:
Für mich hat das etwas mit Respekt zu tun, diesen schmalen Grad vorsichtig zu begehen.
Ich denke mal das ist mir in unserem Falle sehr gut gelungen und wenn er KEINEN Pflegegrad bekommen sollte, geht unsere Welt auch nicht unter davon und wenn er einen bekommt (vielleicht sogar mit Pflegegeld) dann lädt er mich zum Essen ein, was wir uns sonst auch nicht wirklich oft leisten (können) ...

Das ist dann SEIN Respekt vor mir und dem was ich für uns beide seit Jahren leiste, obwohl ich auch nicht mehr so ganz fitt bin ...
Am meisten würde er sich freuen wenn das Bad umgebaut werden kann und eine behindertengerechte Dusche rein kommt, schon diese Aussicht hat ihn dann doch schnell überzeugt, den Antrag zu stellen.

Er weiß ja schließlich sehr gut, dass er die Wanne NICHT mehr gefahrlos nutzen KANN ... ist ja kein "Jammern" ist eine Tatsache ...

So etwa würde ich mir das auch bei deiner Oma vorstellen können, das mal durchzugehen und man kann auch sehr respektvoll dann auf etwas "Selbstüberschätzung" an einzelnen Punkten hinweisen, wenn der (durchaus berechtigte) Stolz wieder zu sehr durchkommt.

Zitat:
Ihre kognitive Klarheit habe ich betont, weil die Gutachterin laut meiner Oma wohl selbst sagte, "im Moment würde alles auf die Demenz hinauslaufen".
Ob da was dran sein könnte ist aber von hier aus noch schwerer zu beurteilen, als z.B. aus deiner persönlichen Sicht und deinen Erfahrungen mit ihr, wie oft bist du denn mit ihr (möglichst längere Zeit am Stück) zusammen, um das überhaupt beurteilen zu können, ob sie immer ganz klar denken kann ???

Bitte nicht direkt wieder falsch verstehen, wir hatten schon Demenz in der Familie und diese bedauernswerten Menschen können teilweise sehr klar erscheinen (sind es wahrscheinlich dann auch) und vergessen im nächsten Moment wie sie heißen und wo sie wohnen ... und erkennen die eigenen Kinder und Enkel nicht mehr ...

Das kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und man bemerkt es bei seltenen / gelegentlichen Kurzbesuchen vielleicht gar nicht ...

So eine spontane Einschätzung sehe ich allerdings auch bei einem solchen Begutachtungsbesuch als unzulässig an, wenn es keine medizinischen Belege dafür gibt, von behandelnden Ärzten.

Zitat:
Selbst dafür müssen schon Überstunden gemacht werden und gerade als junge Mutter (die leider nicht einfach zu Hause bleiben kann, weil der Mann genug verdient) tut einem jede Überstunde in der Seele weh.
Ich denke nicht, dass wir das jetzt hier noch parallel ausdiskutieren müssen und wollen, wie es insgesamt um die Betreuung Behinderter und um die Pflege bestellt ist, wissen hier viele aus eigener leidvoller Erfahrung ...

Als berufstätige Mutter hast du durchaus meinen vollen Respekt, ich habe auch 2 Kinder großgezogen und immer gearbeitet (nicht nur weil das Geld sonst nicht gereicht hätte, sondern weil ich es auch selber wollte) ... ich weiß aber auch, dass es inzwischen ungleich schwerer ist, als zu "meiner Zeit" ...

Auch das wäre ein anderes Thema was wir hier jetzt nicht ausdehnen sollten ...

Zitat:
Ich wäre definitiv bereit (trotz wenig Zeit, weil irgendwie geht es immer!) bei meiner Oma zu putzen und sie auch zu pflegen, falls dies nötig sein sollte, was ich nicht hoffe, denn das ist ihre größte Angst! (Pflegebedürftig zu werden!)
Dann sind wir ja wieder beim Thema, mit einem Pflegegrad von der Pflegekasse ist sie bereits als "Pflegebedürftig" anzusehen ... das beginnt ja nicht erst wenn man in ein Pflegeheim müsste (da will ich auch NICHT hin ), weil häusliche Pflege nicht mehr ausreichen (oder Keiner mehr schaffen) kann.

Zitat:
Meine Oma gibt allerdings zu, dass sie da sehr genaue Vorstellungen hat ...
Welche konkret sind denn das, die mit einem bewilligten Pflegegrad möglich werden könnten ???

Wenn wir beim Schwiegervater sind, sitzen wir bei Kaffee und Kuchen und nebenbei läuft die Waschmaschine und anschließend der Trockner.

Das Geschirr waschen wir dann gemeinsam ab, dabei kann man sich auch unterhalten, ist die Tischdecke bekleckert worden wird sie gewechselt ... muss das Bett frisch bezogen werden kümmert sich seine Partnerin (Pflegerin) darum wenn KEIN Besuch da ist ...

Wenn wir wieder gehen liegt die Wäsche wieder gefaltet im Schrank und alle hatten Zeit sich zu unterhalten und auszutauschen, es muss doch nicht laufend ein "Großputz" stattfinden ... dass keine Zeit für Geselligkeit bleibt.

Zitat:
Vielen Dank für die Internetseite, dort werde ich mich jetzt Mal einlesen!
Das ist doch ein guter Anfang und wenn du die Krankenversicherung von deiner Oma kennst kannst du dort auch mal nach den Pflegeinformationen schauen, dann hast du direkt das was dann auch der MDK beim nächsten Gutachten machen und (hoffendlich) beachten wird.

Auf der Homepage unserer KK wird dazu jedenfalls auch sehr ausführlich und verständlich informiert, hast du ein Laptop, dann schau doch mal mit der Oma zusammen, beziehe sie mit ein für den nächsten Antrag damit sie auch selbst besser Bescheid weiß, worum es da geht ...

Jedenfalls immer unter dem Aspekt, das sie das SELBER überhaupt WILL mit dem Antrag auf einen Pflegegrad ... da beginnt für mich der Respekt vor der Entscheidungsfreiheit eines anderen Menschen, zumindest wenn er dafür noch ausreichend "Herr seiner Sinne" ist ...

Ich persönlich würde (bei Notwendigkeit) lieber zunächst die Familie um Hilfe bitten (wollen), damit ich (möglichst lange) nicht auf fremde Menschen angewiesen bin ...

MfG Doppeloma
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Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Alt 02.10.2017, 06:16   #17
Katzenstube
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Katzenstube Katzenstube Katzenstube
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Doppeloma spricht einen wesentlichen Punkt an: wenn der Betreffende sich fit fühlen will und vor dem Gutachter ein gutes Bild abgeben will, dann hat der Angehörige verloren!

Ich habe über 1 1/2 Jahre um die damalige Pflegestufe meiner Mutter gekämpft, ich war bei den Gesprächen dabei. Sie war im Krankenhaus auf intensiv, das Leben hing am dünnen Seil und es gabe keine Pflegestufe. Wenn der Angehörige auch noch betont wie toll er / sie alles selber kann, dann tanzen die Damen und Herren mit dem Gutachter noch Tango.

Es ging bei mir nur eins: detailiertes Pflegetagebuch mit allen möglichen und unmöglichen Verrichtungen, mehrfache Beratung durch den Pflegestützpunkt, Gespräche mit Pflegedienst (der auch hauswirtschaftliche Betreuung bietet).

Noch was: Demenz erkennen wir oftmals nicht. Demenz würde aber schon mal ein Schritt in Richtung Pflegegrad sein. Ehrlich gesagt, mir war es recht egal, wie es zu schaffen ist dass meine Mutter Zuschüsse erhalten kann - wichtig war mir irgendwie zu finanzieren, wie sie bei mir betreut werden kann wenn ich arbeite.

Leider ging es bei mir dann doch schief, weil es meiner Mutter gesundheitlich zu schlecht ging, da kam dann das zwangsläufige Pflegeheim, welches auch finanziert werden musste. Du solltest auch an den Punkt denken. Wenn es jetzt schon schwer möglich ist, die Wohnung zu versorgen, was ist nach einem Bruch oder einem anderen Gebrechen.

Gruß von Katzenstube,
die einen Horror - wie von Doppeloma - durch die Krankenkassen erfahren hat, obwohl meine Mutter mehrfach kurz vor dem sterben war - Herzstend, COPD, Nieren- und Herzprobleme sowie beginnenden Demenz. Sie konnte nicht mehr mit Rollator oder Stock - wir haben damals keine Pflegestufe erhalten .... Damit will ich Dir sagen, wie schwer der Weg ist, wie lange er dauern wird und dass jegliche Unterstützung im Vorfeld gesucht werden sollte.
Katzenstube ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2017, 09:10   #18
Julchen
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Registriert seit: 08.10.2017
Beiträge: 8
Julchen
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo, ich habe Pflegegrad I. Für alle Pflegegrade gibt es ausser dem Pflegegeld noch zusätzliche Entlastungsleistung in Höhe von 125€. Diese Gelder sind einsetzbar für Unterstützung im Alltag. Spaziergänge, Begleitung zum Einkaufen u. s. w., auch Hilfe im Haushalt.

"Mit der Begründung eine Putzhilfe zu brauchen wird kein Pflegegrad bewilligt!"

Das stimmt allerdings.

Ich habe das Gutachten angefordert und es stimmt, einige Angaben der Pflegeperson wurden falsch dargestellt, nicht berücksichtig oder ganz weggelassen. Dann sofort Widerspruch einlegen, Widerspruchsfrist einhalten.

Geändert von Goldfield (08.10.2017 um 09:28 Uhr)
Julchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2017, 09:31   #19
Goldfield
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Beiträge: 573
Goldfield Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo Julchen,
Willkommen im Forum, ich habe die letzten zwei Beiträge in deinen ersten Beitrag eingeführt und die letzten beiden gelöscht, bitte nutze den Button rechts unten"Ändern"solange es möglich ist, statt 2 oder 3 Postings nacheinander zu tätigen.
Danke

Grüße
Goldfield ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2017, 00:11   #20
Doppeloma
Foren-Moderator/in
 
Registriert seit: 30.11.2009
Beiträge: 9.203
Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Info AW: Meine Oma braucht einen Pflegegrad!

Hallo Julchen,

habe mir erlaubt deine Fragen abzutrennen und dir ein eigenes Thema aufzumachen.

https://www.elo-forum.org/schwerbehi...s-kk-dazu.html

Da kann man dir sicher besser weiterhelfen was du nun genau mit dem Pflegegrad 1 anfangen kannst, das passt hier nicht so ganz zum Thema der TE ihre Oma betreffend ...

Schreibe also bitte dort weiter wenn es um deine ganz persönlichen Probleme geht, ich bin durchaus auch daran interessiert, denn das ist alles noch "Neuland" für mich.

MfG Doppeloma
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