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Start > > -> Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

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Alt 29.09.2017, 18:13   #1
Daniel11
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Beiträge: 7
Daniel11
Frage Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo liebes Forum,

ich habe immer schon mal hier mitgelesen und auch immer gute Informationen gefunden. Da ich Euch gerne zu meinem speziellen Fall befragen möchte, habe ich mich jetzt registriert.

Zuerst einige Infos damit Ihr es nachvollziehen könnt:

Ich bin ungekündigt in einem kaufmännischen Beruf seit über 20 Jahren beim gleichen Arbeitgeber.
2012 bin ich krank geworden.
2013 Reha DRV, AU entlassen, Empfehlung LTA
Seit 2013 GdB 50, unbefristet
2013-2014 LTA – berufliche Reha, infolgedessen neuer Arbeitsplatz beim alten Arbeitgeber, wechsel in Teilzeit
Seit 2014 Teilweise Erwerbsminderungsrente, unbefristet
2016 bin ich erneut krank geworden, seitdem arbeitsunfähig krank geschrieben und bekomme Krankengeld, meinen alten Job werde ich nicht mehr machen können, das sehen meine Ärzte genau so.
2017 Reha DRV, AU entlassen, arbeitsfähig 3 bis unter 6 Stunden (das sehe ich auch so)
Voraussichtlich Januar 2018 werde ich ausgesteuert.
Auf ALG 2 werde ich keinen Anspruch haben.

Jetzt zu meinen Fragen:

1. Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld wird mir wohl nicht zustehen? Da ich ja schon eine Teil Erwerbsminderungsrente bekomme und ich auch keine Chance auf eine volle habe und somit keinen erneuten Antrag stellen werde und eigentlich auch nicht will.

2. Macht es Sinn vor der Aussteuerung meinen Arbeitsvertrag (auf ärztlichen Rat) zu kündigen. Alle raten mir davon ab. Aber so würde ich doch sicher noch Anspruch auf (normales) ALG1 haben, wenn ich mich dann nicht weiter krank schreiben lassen würde? Einer evtl. vorübergehenden Sperre bin ich mir bewusst. Und so würde ich auch meine ganz normale Mitgliedschaft bei der Krankenkasse behalten.

3. Eine Teil-Erwerbsminderungsrente wird bei Verschlossenheit des Arbeitsmarktes in eine zeitliche befristete Arbeitsmarktrente umgewandelt, die Höhe entspricht der vollen Erwerbsminderungsrente. Da ich momentan eine Teilzeitstelle habe ist der Arbeitsmarkt für mich nicht verschlossen. Wie sieht es aus wenn ich meine Stelle dann selbst gekündigt habe? Unabhängig ob der Arbeitsmarkt tatsächlich verschlossen ist, ich meine, kann ich diesen Status prinzipiell mit einer Eigenkündigung erreichen?

Und noch ein paar kleinere Verständnisfragen:

Ich war bisher noch nie arbeitslos. Wie läuft das dann mit der Krankenversicherung, bleibe ich bei meiner bisherigen?

Und wenn ich evtl. dann nur Erwerbsminderungsrente beziehe, bleibe ich dann auch bei meiner bisherigen Krankenkasse, ich hab da was von der Krankenversicherung der Rentner gelesen?

Kann man pauschal was sagen zur Dauer und Höhe (%) des ALG1?

Schon jetzt vielen Dank für Eure Hilfe.
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Alt 29.09.2017, 23:37   #2
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

Zitat:
Ich bin ungekündigt in einem kaufmännischen Beruf seit über 20 Jahren beim gleichen Arbeitgeber.
2012 bin ich krank geworden.
2013 Reha DRV, AU entlassen, Empfehlung LTA
Seit 2013 GdB 50, unbefristet
2013-2014 LTA – berufliche Reha, infolgedessen neuer Arbeitsplatz beim alten Arbeitgeber, wechsel in Teilzeit
Soweit sehr übersichtlich, darf man fragen wie alt du bist ?

Zitat:
Seit 2014 Teilweise Erwerbsminderungsrente, unbefristet
2016 bin ich erneut krank geworden, seitdem arbeitsunfähig krank geschrieben und bekomme Krankengeld, meinen alten Job werde ich nicht mehr machen können, das sehen meine Ärzte genau so.
2017 Reha DRV, AU entlassen, arbeitsfähig 3 bis unter 6 Stunden (das sehe ich auch so)
Vorsicht, ab hier muss man das schon differenzierter sehen ...
Ob deine Ärzte und du das so sehen mit der bisherigen Arbeit ist nicht wirklich relevant, es ist wichtig wie die Reha-Klinik das eingeschätzt hat für deine letzte Tätigkeit ( UNTER 3 Stunden ???).

Liegt dir (oder deinem Arzt) der komplette Reha-Bericht bereits vor ???
AU-Entlassung deutet zunächst mal nur darauf hin, dass man die aktuelle Tätigkeit am Tag der Entlassung (noch) nicht wieder für machbar gehalten hat.

Mit den 3 - unter 6 Stunden ist die Erwerbsfähigkeit beurteilt worden (also NICHT die "Arbeits-FÄHIGKEIT") und das ist vollkommen logisch, wenn du bereits eine Teilweise EM-Rente OHNE Befristung vorliegen hast.

Das kann ja in so einer Reha nicht einfach aufgehoben werden, eine andere Einschätzung deiner Erwerbsfähigkeit am "allgemeinen Arbeitsmarkt" wäre also nur noch UNTER 3 Stunden möglich gewesen aber NICHT mehr ÜBER 6 Stunden ( = rentenrechtlich bereits Vollzeit).

Zumindest in der Reha-Klinik sieht man dich also weiterhin als teilweise EM an (zumindest für den allgemeinen Arbeitsmarkt), die Frage ist für mich offen, ob man die letzte Tätigkeit nun komplett ausgeschlossen hat oder nicht.

Zitat:
Voraussichtlich Januar 2018 werde ich ausgesteuert.
Davor besteht ja zunächst noch Anspruch auf ALGI im Zuge der Nahtlosigkeit ( § 145 SGB III), ab Ü 50 sogar für länger als 12 Monate bei so langer Berufstätigkeit (Beitragszahlung) im Vorfeld jedenfalls.

Zitat:
Auf ALG 2 werde ich keinen Anspruch haben.
Diese Frage stellt sich also aktuell und für Januar 2018 noch gar nicht.

Zitat:
1. Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld wird mir wohl nicht zustehen? Da ich ja schon eine Teil Erwerbsminderungsrente bekomme und ich auch keine Chance auf eine volle habe und somit keinen erneuten Antrag stellen werde und eigentlich auch nicht will.
Warum glaubst du darauf keinen Anspruch zu haben, du bist noch Teilerwerbsfähig und wenn du am vorhandenen Teilzeit-Arbeitsplatz wegen Krankheit nicht arbeiten KANNST, dann steht dir für diesen Teil auch das ALGI gemäß Nahtlosigkeit zu.

Du bekommst doch jetzt auch Krankengeld (für diese Teilzeitarbeitsstunden), das bekommt ein EM-Vollrentner auch nicht.

Zitat:
2. Macht es Sinn vor der Aussteuerung meinen Arbeitsvertrag (auf ärztlichen Rat) zu kündigen. Alle raten mir davon ab.
Es besteht kein Grund dafür den Arbeitsplatz jetzt aufzugeben für ALGI, das ist auch nach der Aussteuerung nicht erforderlich.

Zitat:
Aber so würde ich doch sicher noch Anspruch auf (normales) ALG1 haben, wenn ich mich dann nicht weiter krank schreiben lassen würde? Einer evtl. vorübergehenden Sperre bin ich mir bewusst. Und so würde ich auch meine ganz normale Mitgliedschaft bei der Krankenkasse behalten.
Es gibt letztlich kein anderes ALGI nach der Aussteuerung als du sonst auch bekommen würdest, zu einer EM-Teilrente dazu ... die genauen Berechnungen bei dieser Konstellation sind mir nicht bekannt aber dein Anspruch ist zweifellos vorhanden.

Eine Eigenkündigung ist dafür völlig überflüssig, das kannst du immer noch (fristgerecht) machen, wenn die AfA das "Wunder" vollbringen sollte, dir einen anderen (leidensgerechten und versicherungspflichtigen) Teilzeit-Platz zu besorgen.

Deine AU kannst (und musst) du weiterführen, die kann ja dein AG auch nach der Aussteuerung noch verlangen, dein Arbeitsverhältnis ist immer noch vorhanden, es "ruht" nur.
Bei der AfA brauchst du diese AU ohnehin NICHT mehr abzugeben ... die hat nach einer Aussteuerung keine Bedeutung mehr für deine Behandlung bei der AfA.

Wo du Probleme mit deiner Krankenversicherung befürchtest ist für mich gerade nicht erkennbar, du bleibst (wie bisher) über deine Teilrente bei der DRV versichert und die AfA zahlt den Beitrag aus deinem ALGI auch an die von dir angegebene KK (nahtlos ab Leistungsanspruch nach der Aussteuerung).

Zitat:
3. Eine Teil-Erwerbsminderungsrente wird bei Verschlossenheit des Arbeitsmarktes in eine zeitliche befristete Arbeitsmarktrente umgewandelt, die Höhe entspricht der vollen Erwerbsminderungsrente.
Korrekt, das tritt aber erst in Kraft wenn auch dein Anspruch auf ALGI aufgebraucht ist, und sich die Afa auch dem verschlossenen Teilzeit-Arbeitsmarkt für dich "beugen" musste (deswegen ist das "Wunder ja unwahrscheinlich" dass man dich vermitteln könnte und du deswegen kündigen musst).

Deine Teil-EM-Rente bleibt davon allerdings dann unberührt, die ist ja bereits "unbefristet" und ruht dann während der Zahlung der vollen "Arbeitsmarktrente" dafür bekommst du dann einen weiteren Bescheid von der DRV ... (sie wird also nicht "umgewandelt", dann wäre sie ja weg).

Hatte das Anfangs auch so, unbefristet Teil-EM (als separaten Bescheid) und Zahlung der vollen EM wegen verschlossenem Teilzeit-Arbeitsmarkt (auch als separaten Bescheid) gezahlt wird natürlich NUR die höhere Rente davon, also die EM-Vollrente.

Zitat:
Da ich momentan eine Teilzeitstelle habe ist der Arbeitsmarkt für mich nicht verschlossen.
Das ist NICHT richtig gedacht, du bist ja AU für diesen Arbeitsplatz und kannst diese Tätigkeit (vermutlich) gar nicht weiterführen, sonst wärst du ja am Arbeitsplatz und nicht AU geschrieben und später in der "Nahtlosigkeit" bei der AfA.

Ich war auch noch fest angestellt bei meinem AG und habe die "Arbeitsmarktrente" bekommen, als EM-Vollrente befristet, weil ich auch Teilzeit dort NICHT mehr arbeiten konnte und sollte ... (lt. Reha-Bericht).

Der "geeignete Arbeitsmarkt" war mir also trotzdem verschlossen und so dürfte das dann auch bei dir enden ... mit Ablauf deines ALGI-Anspruches wird die Teil-EM-Rente zur Arbeitsmarktrente "aufgewertet" ... weil der aktuelle Arbeitsplatz inzwischen auch nicht mehr "leidensgerecht ist".

Zitat:
Wie sieht es aus wenn ich meine Stelle dann selbst gekündigt habe? Unabhängig ob der Arbeitsmarkt tatsächlich verschlossen ist, ich meine, kann ich diesen Status prinzipiell mit einer Eigenkündigung erreichen?
Dann wirst du bestimmt eine Sperre bekommen dafür, schon weil das gar nicht notwendig war, um später die Arbeitsmarktrente (als EM-Vollrente) erhalten zu können.

Du bist schon so lange AU geschrieben, da ist es doch völlig unlogisch JETZT erst zu meinen aus gesundheitlichen Gründen kündigen zu müssen ...
Zudem bist du als Schwerbehinderter vom AG soweiso nicht so leicht zu kündigen, warum willst du also den besonderen Kündigungsschutz daraus selber (freiwillig) aufgeben ???

Zitat:
Ich war bisher noch nie arbeitslos. Wie läuft das dann mit der Krankenversicherung, bleibe ich bei meiner bisherigen?
Was sollte sich daran ändern, jedenfalls wenn du gesetzlich versichert bist, bleibt alles wie bisher auch, die KK bekommt dann aus deinem ALGI den Beitrag überwiesen.
Besorge dir eine Mitgliedsbescheinigung (oder kopiere Eine die du noch hast) und füge die deinem Antrag auf ALGI dann bei, danach wird sowieso im Antrag gefragt, bei welcher KV du versichert bist.

Das ist und bleibt immer noch deine Entscheidung wo du krankenversichert versichert sein willst.

Zitat:
Und wenn ich evtl. dann nur Erwerbsminderungsrente beziehe, bleibe ich dann auch bei meiner bisherigen Krankenkasse, ich hab da was von der Krankenversicherung der Rentner gelesen?
Dafür, dass du schon länger eine Teil-EM-Rente beziehst, hast du aber sehr wenig Ahnung von den Regularien dabei... du wirst bereits mit deiner Teilrente in der KvdR (deiner konkreten KK) verwaltet, das ist eine Art "Unterabteilung" bei JEDER gesetzlichen KK, wo nur die Rentner (ALLE Rentner) erfasst sind.

Den Antrag auf die KV der Rentner stellt man schon zusammen mit dem Antrag auf irgendeine Rente bei der DRV und dann wird man da schon "vorläufig" zugeordnet, mit dem Rentenbescheid von der DRV dann endgültig, wenn die Versicherungszeiten auch für die GKV geklärt sind.

Da darf nämlich auch gar nicht JEDER so einfach rein ... aber wer erst mal drin ist den geben die auch nicht mehr her, es sei denn er möchte selbst die KK wechseln, das gilt dann natürlich gleichzeitig für alle Beiträge die für dich gezahlt werden (also z.B. von DRV und AfA).

Zitat:
Kann man pauschal was sagen zur Dauer und Höhe (%) des ALG1?
Die Dauer ist auch von deinem Lebensalter abhängig, bis 50 gibt es generell nur 12 Monate und die Höhe liegt bei ca. 60 % vom letzten Netto-Einkommen (also aus deiner Teilzeit-Tätigkeit) ohne Kind im Haushalt und bei ca. 67 % mit (mindestens) einem unterhaltsberechtigten Kind im Haushalt.

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 30.09.2017, 00:33   #3
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Danke Doppeloma,

wow, das nenne ich mal ausführlich. Gut für mich, dass Du aus eigener Erfahrung berichten kannst.

Aufgrund Deiner Rückfragen ergänze ich:

Ich bin Ende 40, ledig, kinderlos.

Reha Bericht liegt vor, die Klinik sieht das aber so, dass ich prinzipiell auch für die letzte Tätigkeit 3 bis unter 6 Stunden arbeitsfähig bin, nur eben im Moment noch nicht, deshalb als AU entlassen.

Ich hatte das bisher so verstanden, daß das Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld nur gezahlt wird als Überbrückung zwischen Krankengelt und Rente, wenn über einen Rentenantrag noch nicht entschieden ist? Da ich keine Chance auf eine volle EMR sehe, würde ich auch keinen neuen Antrag stellen. Du scheinst Dir aber recht sicher zu sein, dass es mir zusteht?

Meine Bedenken bzgl. Krankenversicherung konntest Du schon vollständig ausräumen, Danke.

Was mir nach Deinen Ausführungen jetzt als das größte Problem erscheint ist, daß die DRV davon ausgeht, daß ich irgendwann schon wieder auf meinen alten Arbeitsplatz zurück kann. Könnte dadurch der Weg den Du mir aufgezeigt hast, erst Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld dann Arbeitsmarktrente nicht „funktionieren“? Da kommt dann auch wieder die Eigenkündigung in meine Gedanken, ich werde ganz sicher nicht auf meine alte Stelle zurück gehen, sondern wenn es keinen anderen Weg gibt selber kündigen.

Vielen Dank für weitere Infos.
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Alt 30.09.2017, 02:01   #4
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

Zitat:
wow, das nenne ich mal ausführlich. Gut für mich, dass Du aus eigener Erfahrung berichten kannst.
Darum erwähne ich das ja gerne, so fühlen sich die Fragesteller meist auch sicherer bei solchen Auskünften.
Ich musste allerdings bis zum Sozialgericht und war da schon lange raus aus der Nahtlosigkeit und dem Anspruch auf ALGI.

Zitat:
Ich bin Ende 40, ledig, kinderlos.
Vielen Dank, dann hast du nach der Aussteuerung höchstens 12 Monate Anspruch auf ALGI (ab 50 sind es 15 Monate), ich weiß ja nicht wie lange das noch wäre bis du 50 Jahre wirst.

Und ob es dir möglich wäre eine gewisse Zeit mit der Teil-EM-Rente und finanziellen Reserven zu überbrücken ???

Zitat:
Reha Bericht liegt vor, die Klinik sieht das aber so, dass ich prinzipiell auch für die letzte Tätigkeit 3 bis unter 6 Stunden arbeitsfähig bin, nur eben im Moment noch nicht, deshalb als AU entlassen.
In der Form ist das allerdings sehr ungünstig aber man darf eben nicht aus den Augen verlieren, dass diese Kliniken auch die finanziellen Interessen der DRV mit vertreten und so gilt der Teilzeit-Arbeitsmarkt weiterhin NICHT als verschlossen für dich.

Da könnte sich allerdings dann die AfA drin "verbeißen" und fordern, dass du an deinen Arbeitsplatz zurück kehren musst ... ODER den Antrag auf EM-Vollrente stellst.

Die Aussichten damit Erfolg zu haben sind allerdings minimal bei diesem Reha-Ergebnis, das zieht die DRV dann ja auch zur Entscheidung mit bei.

Zitat:
Da ich keine Chance auf eine volle EMR sehe, würde ich auch keinen neuen Antrag stellen. Du scheinst Dir aber recht sicher zu sein, dass es mir zusteht?
Deine Ansicht zur Nahtlosigkeit ist durchaus korrekt, darum wollte ich ja die genaue Feststellung der Reha-Klinik im Bezug auf deine letzte Tätigkeit wissen.

In meinem Reha-Bericht war eben gerade diese letzte Tätigkeit schon UNTER 3 Stunden angegeben, ebenso gab es ein MDK - Gutachten und später (nach meiner Aussteuerung) auch das ÄD-Gutachten der AfA mit der gleichen Feststellung.

Mit diesem Gutachten der AfA wurde ich dann aufgefordert die EM-Rente zu beantragen und bekam auch (altersgemäß) 18 Monate ALGI gemäß Nahtlosigkeit, was die DRV aber nicht gehindert hat, meinen Antrag auf EM-Rente abzulehnen.

In meinem Reha-Bericht war ich nämlich ansonsten noch "mehr als 6 Stunden" (also Vollzeit nach Rentenrecht) Erwerbsfähig für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" befunden worden, ich sollte mir halt "andere Arbeit" suchen (mit gut Mitte 50 und nach einer großen Herz-OP) ...

Die Gutachter im Antragsverfahren haben das auch nur (aus dem Reha-Bericht) so abgeschrieben, schließlich bekamen sie ja auch das Geld dafür von der DRV ... erst am Sozialgericht (fast 2 Jahre nach Ablauf des ALGI) wendete sich dann das Blatt für mich.

Zitat:
Meine Bedenken bzgl. Krankenversicherung konntest Du schon vollständig ausräumen, Danke.
Das freut mich sehr, dann hast du ja schon eine Sorge weniger

Zitat:
Was mir nach Deinen Ausführungen jetzt als das größte Problem erscheint ist, daß die DRV davon ausgeht, daß ich irgendwann schon wieder auf meinen alten Arbeitsplatz zurück kann.
Das sehe ich jetzt nach deiner Aufklärung leider genau so und nur von der Teil-EM-Rente kannst du ja sicher auch nicht leben (wenigstens eine überschaubare Zeit lang).

Zitat:
Könnte dadurch der Weg den Du mir aufgezeigt hast, erst Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld dann Arbeitsmarktrente nicht „funktionieren“?
Die bessere Lösung wäre natürlich eine Entlassung durch deinen AG aber das wird der schon wegen deiner Schwerbehinderung NICHT machen wollen, habt ihr einen Betriebsarzt oder so, der das ausschließen könnte, dass du die Arbeit dort wieder aufnehmen kannst ???

Zitat:
Da kommt dann auch wieder die Eigenkündigung in meine Gedanken, ich werde ganz sicher nicht auf meine alte Stelle zurück gehen, sondern wenn es keinen anderen Weg gibt selber kündigen.
Verstehe ich durchaus wie du das jetzt meinst, auch der ÄD der AfA wird nach der Aussteuerung nach dem Reha-Bericht fragen und sich dann dieser DRV-Meinung anschließen, dass du dort (theoretisch) eigentlich noch arbeiten könntest, das könnte allerdings Probleme mit dem ALGI geben.

Darüber muss ich noch mal nachdenken und vielleicht meldet sich ja noch Jemand bei dem das ähnlich gewesen ist, mit einer Lösungs-Idee ...
Wirklich "vermitteln" müsste dich die AfA ja dann nur wenn du tatsächlich arbeitslos bist ... die Probleme für die AfA wären aber die Gleichen, es muss ja ein "leidensgerechter / versicherungspflichtiger" Teilzeit-Arbeitsplatz sein.

Und wie könnte man eine Sperre bei Eigenkündigung vermeiden ... kann man eigentlich nur auf "innerbetriebliche Querelen" aufbauen, denn gesundheitlich meinen ja Alle (die es zu bestimmen hätten), dass du dort noch irgendwann wieder arbeiten könntest ...
Schlafen wir erst mal drüber ...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Doppeloma ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2017, 13:23   #5
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Danke Doppeloma,

dein Einsatz hier ist wirklich Super.

Es war mir nicht klar, dass man so unterscheiden muss zwischen genereller Erwerbsfähigkeit von 3 bis unter 6 Stunden und Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit. Und das damit solch unterschiedliche Voraussetzungen gegeben sind.

Ja, ich habe mir Reserven geschaffen und könnte eine finanzielle Durststrecke eine Weile aushalten.

Ich kann noch erwähnen, dass ich im VDK bin und hoffe damit auch für evtl. gerichtliche Streitigkeiten gewappnet zu sein.

Da ich meine „Reha Entlassungsart“ jetzt präzisiert habe wird vielleicht auch meine ursprüngliche Fragestellung einleuchtender.

Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld kann ich wohl abhacken.

Alle, auch Du Doppeloma, raten von einer Eigenkündigung ab, aber vielleicht ist das in meinem Fall genau das Richtige. Und erst kurz vor Ende der Aussteuerung um vorher noch das Krankengeld zu bekommen. Eine vorübergehende Sperre (3 Monate?) von der AfA würde ich in Kauf nehmen, die Zeit kann ich finanziell überbrücken. Meine Angst ist halt auch, daß ich mir mit der Eigenkündigung evtl. den Weg in die Arbeitsmarktrente verbaue, da das dann vielleicht nicht als Verschlossenheit des Arbeitsmarktes anerkannt wird.

Wenn die Eigenkündigung so schlecht ist, könnte ich versuchen bei meinem Arbeitgeber eine Entlassung zu erwirken. Aber wenn der einzige Unterschied die 3 Monate Sperre ist, dann kündige ich lieber selber. Ach, und, bedeutet eine Sperre den Wegfall der 3 Monate aus der generellen Anspruchszeit oder wird die Zahlung nur ausgesetzt, also die 3 Monate quasi wieder hinten an die Zeit dran gehängt?

Vielen Dank für weitere Infos. (vielleicht auch von anderen Usern)
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Alt 06.10.2017, 14:20   #6
saurbier
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Hallo Daniel11,

Zitat:
Ja, ich habe mir Reserven geschaffen und könnte eine finanzielle Durststrecke eine Weile aushalten.
Dann kannst du ja schon mal froh sein für eventuelle Fälle gewappnet zu sein. Glaube mir, es geht mit den finanzen schneller Bergab als so manch einer glauben mag, schon alleine weil das ALG-I wieder einmal gut 20% weniger ausmacht als das KG.

Da würde ich keinen Cent für irgendwas freiwillig verschenken.

Zitat:
Ich kann noch erwähnen, dass ich im VDK bin und hoffe damit auch für evtl. gerichtliche Streitigkeiten gewappnet zu sein.
Für manche ist der VdK der richtige Partner (der ja auch bezahlt werden will), nur leider hat sich hier auch schon öfters heraus gestellt das er im Klageverfahren eben nicht die besten Ergebnisse bringt. Da wäre ein guter Sozialanwalt die bessere Wahl.

Zitat:
Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld kann ich wohl abhacken.
Da bliebe mal abzuwarten. Aber auch falls es nicht zum tragen käme, wäre es nicht unbedingt ein Beinbruch, solange man dir grundsätzlich das ALG-I zahlt.

Zitat:
Alle, auch Du Doppeloma, raten von einer Eigenkündigung ab, aber vielleicht ist das in meinem Fall genau das Richtige.
Nein, da bin ich voll auf Doppelomas Seite.

Eine Kündigung deinerseits bringt dir eher Nachteile als Vorteile.

Wieso auch kündigen, wenn deine Ärzte dir raten beim alten Arbeitgeber die Arbeit nicht mehr aufzunehmen. Das können sie dir dann doch auch schriftlich geben, womit du dann wieder etwas in der Hand für die AfA hast, weshalb du eben dort nicht mehr arbeiten kannst/sollst.

Zitat:
Meine Angst ist halt auch, daß ich mir mit der Eigenkündigung evtl. den Weg in die Arbeitsmarktrente verbaue, da das dann vielleicht nicht als Verschlossenheit des Arbeitsmarktes anerkannt wird.
Sorry, aber die volle EM-Arbeitsmarktrente hat damit nichts zu tun, solange dir deine Ärzte auch noch attestieren beim alten Arbeitgeber nicht mehr arbeiten zu gehen bzw. das Arbeitsverhältnis fortzusetzen.

Dann muss die AfA sich eben darum kümmern, daß du einen anderen Arbeitsplatz bekommen kannst, was im kaufmäischen Bereich doch nicht so schwer sein sollte. Hier dürfte dann wohl eher deine jetzige Teil-EMR einen Hinderungsgrund darstellen.

Letztendlich bleibt der AfA ja immer noch ein ganzes Jahr Zeit dir eine adequate Arbeitsstelle anzubieten, bevor man eine Vermittlung als aktuell nicht möglich darstellt.

Sollte die Vermittlung dann wirklich nicht drin sein, dann bliebe der DRV eben nur dir die volle EM-Arbeitsmarktrente zu bewilligen und die ist eh immer nur zeitlich befristet.

Eine Sperre seitens der AfA bedeutet, daß du 3 Monate keine ALG-I erhältst um dann nach Ablauf der Frist wieder dein ALG-I zu erhalten.

Eins solltest du aber nicht außer Acht lassen, es gibt auch unzählige ZAF´s die billige Mitarbeiter suchen. Da ist der berufliche Stress garantiert noch höher und die Bezahlung weit schlechter, aber falls da wirklich einer bereit wäre dich als Teil-EMR einzustellen musst du den Job annehmen.

Da wäre dann eine weitere Hürde ggf. noch ein SchwerB-Ausweis.

Zu guter letzt solltest du dir die ernsthafte Frage stellen, warum du freiwillig auf 3 Monate ALG-I verzichten willst, nur um in der alten Firma nicht mehr arbeiten zu gehen. Oder anders herum, warum die alte Firma so an dir hängen sollte, da du doch in letzter Zeit häufiger Krank gewesen bist und denen damit Geld gekostet hast.

Solange dich die Ärzte für AU halten, kannst und brauchst du doch gar nicht dort arbeiten. Sollten die dann auch noch der AfA bescheinigen das man dir aus gesundheitlichen Gründen davon abrät dort wieder eine Arbeit aufzunehmen, wird dich die AfA wohl kaum dazu zwingen können.


Grüße saurbier
saurbier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2017, 00:41   #7
Doppeloma
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Hallo Daniel11,

Zitat:
Ja, ich habe mir Reserven geschaffen und könnte eine finanzielle Durststrecke eine Weile aushalten.
Trotzdem wäre es ja sicher besser das für echte Notfälle auch weiter in Reserve zu haben, so richtig ist mir aber auch noch nicht eingefallen, wie man dein Problem jetzt "elegant" lösen könnte.

Ich hatte ja wenigstens (auch für die KK und die AfA) die Feststellung dass ich am letzten Arbeitsplatz NICHT mehr eingesetzt werden KANN, damit war die KK zunächst gezwungen mir Krankengeld bis zur Aussteuerung zu zahlen und anschließend musste sich die AfA dieser Entscheidung (der DRV) auch anschließen ... denn das ist zunächst mal verbindlich für alle anderen Leistungsträger.

In deinem Falle wurde aber eine weitere Tätigkeit bei deinem aktuellen AG NICHT ausgeschlossen, nur als vorerst (ganz allgemein) noch weiter Arbeits-UNFÄHIG wurdest du entlassen.

Nicht allen Gedankengängen meines Vorschreibers vermag ich da zu folgen, zunächst mal denke ich, dass ZAF-Angebote schon vom Einkommen her gar nicht in Frage kommen (es gilt immer noch § 140 SGB III bei der AfA auch für deine Teilzeit-Vermittlung), er ist wohl gedanklich schon eher wieder in Hartz 4 gewesen ...

Zudem wird ein solcher Arbeitsplatz (mit ständig wechselnden Einsatzstellen und Aufgaben) auch bestimmt NICHT als "leidensgerecht" von der DRV (für einen Teil-EM-Rentner) angesehen und die ZAF mögen wohl weder EM-Teilrentner noch Schwerbehinderte wirklich gerne einstellen ...

Zitat:
Ich kann noch erwähnen, dass ich im VDK bin und hoffe damit auch für evtl. gerichtliche Streitigkeiten gewappnet zu sein.
Da kann ich meinem Vorschreiber wieder nur zustimmen, meine persönlichen Erfahrungen mit dem VDK (beim Antrag auf EM-Rente) ließen sehr zu wünschen übrig, bereits die volle Erwerbsfähigkeit (für den allgemeinen Arbeitsmarkt) aus Reha-Bericht und DRV-Gutachten genügte dort, um schon den Widerspruch gegen die Ablehnung für "fragwürdig" zu halten.

Auf deren Hilfe habe ich dann auch dankend verzichtet und zu Krankengeld und / oder ALG I nach der Aussteuerung haben die (leider) meist überhaupt KEINE Ahnung, wie man da erfolgreich seine Ansprüche durchsetzen kann, wenn die "Zicken" machen.

Zitat:
Da ich meine „Reha Entlassungsart“ jetzt präzisiert habe wird vielleicht auch meine ursprüngliche Fragestellung einleuchtender.
Das war schon richtig und wichtig aber immerhin wurdest du ja trotzdem noch weiter AU entlassen und da stellt sich mir die Frage welche Prognosen es dazu im ausführlichen Reha-Bericht geben wird, wann man denn meint, dass du an deinen vorhandenen Arbeitsplatz zurück kehren könntest.

Ist ja irgendwie auch ein Widerspruch in sich, wenn man dich dafür noch als geeignet ansieht aber weiter AU entlassen hat, dann bist du ja irgendwie doch nicht so richtig mehr dafür "geeignet" ...

Man hat wohl damit vorsichtshalber dafür gesorgt, dass es keine EM-Vollrente geben braucht, wenn man dich dafür nun auch als komplett unter 3 Stunden sehen würde ... du solltest wirklich erst mal den kompletten Reha-Bericht abwarten und dann erst mal selber mit deinem Arzt zusammen durchgehen.

Die KK wird sicher nichts unversucht lassen, den möglichst bald in die Finger zu bekommen, ich hoffe du hast nicht schon "unbedarft" eine Einverständniserklärung (von der KK) dafür unterschrieben, dann kennen die den eher als du selber.

Zitat:
Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld kann ich wohl abhacken.
Das steht ja noch gar nicht fest, zunächst muss erst mal die KK noch bis dahin weiter zahlen (wollen), dafür kannst du dir mit einer Eigenkündigung aber auch eher schaden ... denn deine AU bezieht sich aktuell auf den vorhandenen Arbeitsplatz.

Zitat:
Alle, auch Du Doppeloma, raten von einer Eigenkündigung ab, aber vielleicht ist das in meinem Fall genau das Richtige.
Das ist NIE "das Richtige", schon gar nicht in deinem Falle, ich versuche auch nochmal dir zu erklären warum.

Zitat:
Und erst kurz vor Ende der Aussteuerung um vorher noch das Krankengeld zu bekommen.
Das ist schon der erste "Denkfehler", das Krankengeld steht dir per Gesetz auch nach einer Kündigung (von dir oder vom AG) weiter zu, sofern die KK nicht andere Gründe findet, dir das vorzeitig "streitig" zu machen.

Denn die haben ja besonders gehofft nach der Reha möglichst kein Krankengeld mehr zahlen zu müssen ... nun wirst du aber als AU entlassen und man muss sich was Neues einfallen lassen ...
Wie schon beschrieben wird man unbedingt den Reha-Bericht haben wollen (angeblich um dir besser helfen zu können), den bekäme (wenn überhaupt) aber NUR der MDK, denn NUR dort sitzen Ärzte die das beurteilen könnten und nicht in Büro der KK.

Dann wird man darin nach den Prognosen für deine (baldige) Genesung suchen, damit du an deinen Arbeitsplatz zurück kehren kannst (möglichst noch VOR der Aussteuerung), es kann durchaus passieren, dass man die Vorlage des Berichtes zur Bedingung für die weitere Krankengeldzahlung macht.

Im Hintergrund wird man auch deinen behandelnden Arzt bedrängen die AU nun demnächst mal zu beenden, letztlich müsste erst der MDK nach einer ärztlichen Untersuchung das bestätigen.
Es ist aber durchaus schon häufiger vorgekommen, dass man einfach dem Betroffenen mitteilt, der MDK habe bereits (nach Aktenlage) beschlossen, dass man wieder gesund sei und arbeiten gehen kann ab Tag X ...

Mit einer Eigenkündigung könntest du das eventuell sogar beschleunigen, dann ist der Weg ja frei für eine Vermittlung in "andere" Arbeit wenn du für die noch Vorhandene leider immer noch AU bist ... dieses "Problem" gibt es ja dann nicht mehr.

OHNE tatsächliche Aussteuerung muss die AfA aber auch noch nicht für dich zahlen wollen, weil die KK dich vorzeitig für gesund erklärt, obwohl du es noch gar nicht bist.

Zitat:
Eine vorübergehende Sperre (3 Monate?) von der AfA würde ich in Kauf nehmen, die Zeit kann ich finanziell überbrücken.
Die Sperre dauert 12 Wochen und um die gleiche Zeit wird dann auch dein Anspruch auf ALGI (zusätzlich) verkürzt ... da kommt also NIX "hinten dran", das wäre ja nur eine "Verschiebung" des Zahlungsbeginns.

Zitat:
Meine Angst ist halt auch, daß ich mir mit der Eigenkündigung evtl. den Weg in die Arbeitsmarktrente verbaue, da das dann vielleicht nicht als Verschlossenheit des Arbeitsmarktes anerkannt wird.
Das Problem sehe ich eher nicht, nach Ablauf deines ALGI (ob nun als "Nahtlosigkeit" bezeichnet oder nicht hast du einen Rechtsanspruch darauf nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld) dürfte der (ursprüngliche) Grund für deine "Arbeitslosigkeit" bei der DRV keine Rolle mehr spielen.

Die AfA hätte ja trotzdem noch genug Zeit gehabt dich regulär wieder an einem "leidensgerechten / versicherungspflichtigen" Teilzeit-Arbeitsplatz unterzubringen, wenn es denn genug davon gäbe für Teil-EM-Rentner.

Zitat:
Wenn die Eigenkündigung so schlecht ist, könnte ich versuchen bei meinem Arbeitgeber eine Entlassung zu erwirken.
Dazu hatte ich oben schon was geschrieben, vielleicht kannst du wirklich mit AG und Integrations-Amt dazu einig werden, denn der AG darf dich ohne die Zustimmung vom I-Amt ja gar nicht entlassen.

Die Einschätzung eines Betriebsarztes könnte da natürlich sehr hilfreich sein, der dir bescheinigt, dass er dich für diesen Arbeitsplatz nicht mehr Einsatzfähig sieht.
Ein wenig Offenheit zu den Gesundheitsproblemen wird dann (beim Arzt) wohl nötig sein, aber es ist zumindest ein denkbarer Weg ...

Du darfst dich aber auch nicht auf einen Aufhebungsvertrag einlassen, das gilt ebenfalls als "freiwillige" Aufgabe des Arbeitsplatzes.

Zitat:
Aber wenn der einzige Unterschied die 3 Monate Sperre ist, dann kündige ich lieber selber.
Dieses Risiko kannst du zur Not immer noch eingehen, wenn du zunächst andere Wege versucht hast, für die AfA kann dir ja dein Arzt noch ein Attest ausstellen, dass er dir zugeraten hat diese Tätigkeit aufzugeben, weil er dafür keine Arbeitsfähigkeit mehr sieht auf absehbare Zeit.

Das hätte den SB zunächst zu genügen, medizinische Hintergründe hat dann der AfA-ÄD zu klären.
Damit würde ich dann tatsächlich bis kurz vor der Aussteuerung warten, dann ist es ja auch nachvollziehbar wenn du seit der Reha-Entlassung bis dahin weiter AU gewesen bist.

Vielleicht hast du Glück und die AfA verzichtet dann doch auf die Sperre wenn der ÄD die Notwendigkeit der Arbeitsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen bestätigt.

Es ist wirklich besonders schwierig bei dir weil man dich eben NICHT für die vorhandene Tätigkeit "aus dem Verkehr" gezogen hat in der Reha, da wird jeder (KK / AfA) versuchen dich dahin zurück schicken zu können, um das eigene Geld möglichst zu sparen.

MfG Doppeloma
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Alt 08.10.2017, 15:50   #8
saurbier
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saurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiertsaurbier Enagagiert
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniell11,

Zitat:
2016 bin ich erneut krank geworden, seitdem arbeitsunfähig krank geschrieben und bekomme Krankengeld, meinen alten Job werde ich nicht mehr machen können, das sehen meine Ärzte genau so.
Vielleicht kannst du mich bzw. uns ja mal noch darüber aufklären was mit der Aussage (o.g. markierter Text), auf sich hat.

Sollst du diese Arbeit nicht mehr machen, oder sollst du in dieser Firma nicht mehr arbeiten?

Ich kann dies aus deinen bisherigen Ausführungen im Gegensatz zu Doppeloma leider nicht so richtig entnehmen, noch weniger aus deinen Ausführungen zum Reha-Bericht, dort lediglich das du zwischen 3 - 6 Std./tägl. Arbeitsfähig eingestuft wurdest.

Dies wäre aber schon wichtig zu klären.

Genauso die Frage, was steht dazu im Reha-Bericht, oder wurde dazu nichts erwähnt, denn im Reha-Bericht schreiben die Ärzte ja auch viel sachbezogenes hinein.

Das du jetzt AU entlassen wurdest, ist ja das eine, wie allerdings die KK darauf reagieren wird, wenn man den Reha-Bericht dann vorliegen hat, ist ggf. was ganz anderes - wie Doppeloma ja schon zutreffend ausführte.

Wenn du deinen bisherigen Job nicht mehr "im alten Betrieb" fortführen sollst, weil deine Ärzte dies für gesundheitsgefährdend betrachten, dann solltest du unbedingt dafür Sorge tragen, das sie dir das auch mittels Attest bestätigen.

Mit letzterem hättest du dann zumindest für die AfA einen handfesten Grund, daß man dich nicht einfach auf deine alte Arbeitsstelle zurück verweisen kann.

Aber auch im Falle der KK hätte dies den Vorteil, daß diese nicht auf die Idee kommen kann dich über den MDK so einfach wieder arbeitfähig zu erklären, damit du bei deinem Arbeitgeber wieder die Arbeit aufnimmst.

Ansonsten kann ich mich nur Doppeloma anschließen.


Grüße saurbier
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Alt 08.10.2017, 17:22   #9
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Vielen Dank an saurbier und Doppeloma,

wenn ich Euch richtig verstehe sollte mein zukünftiger Weg also so aussehen:

- Nicht kündigen (Doppelomas neue Argumente dafür sind gut)
- Attest besorgen, daß ich meine alte Arbeit nicht mehr aufnehmen soll
- Krankengeld bis zur Aussteuerrung voll ausschöpfen
- Wenn der Aussteuerungstermin mitgeteilt wird, Termin beim AfA machen
- AfA zahlt dann (auf jeden Fall) ALG1, entweder Nahtlosigkeit oder ganz normal (geht „ganz normal“ obwohl ich noch eine Arbeitsstelle habe?)
- Wenn mein Anspruch endet und kein passender Job gefunden wurde springt die DRV wieder ein und prüft Anspruch auf Arbeitsmarktrente (trotz weiterhin vorhandener Arbeitsstelle)

Auf Eure Rückfragen möchte ich noch ergänzen:

Der komplette Bericht liegt mir schon vor, da wird keine Prognose explizit erwähnt wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ich wieder an meinen alten Arbeitsplatz zurück kann. Sie empfehlen weiterführende Behandlungen bei Fachärzten. Diese werde ich auch durchführen.

Die Krankenkasse hat den Bericht auch schon bei meinem Hausarzt angefordert und erhalten, wohl nicht so toll, aber ich habe mir nichts dabei gedacht und zugestimmt.

Bei der nicht Wiederaufnahme der alten Arbeitsstelle geht es um den Arbeitsbereich, nicht den Arbeitgeber an sich.
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Alt 08.10.2017, 21:38   #10
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

Zitat:
- Nicht kündigen (Doppelomas neue Argumente dafür sind gut)
Richtig, zumindest NICHT so lange du noch Krankengeld-Anspruch hast um eine vorzeitige "Abschiebung" an die AfA zu vermeiden.

Ob man den Versuch trotzdem machen könnte bei deiner KK ist abzuwarten und nicht vorauszusehen ... da kann (und muss) dann dein Arzt beim MDK eingreifen und eine Untersuchung verlangen.

Da meldest du dich am Besten zunächst sofort hier wenn du solche Post von der KK bekommen solltest.

"Gesundschreibung" nach "MDK-Aktenlage" ist (eigentlich) NICHT zulässig, es wird aber inzwischen Vieles gemacht was nicht unbedingt "zulässig" ist auch von den KK im Krankengeld-Bezug.

Zitat:
- Attest besorgen, daß ich meine alte Arbeit nicht mehr aufnehmen soll
Aktuell noch nicht erforderlich und sinnvoll, aber sicher ganz angebracht, wenn du dann zur AfA gehst mit dem Bescheid zur Aussteuerung, so was dabei zu haben.

Denn die möchten auch lieber, dass du deine frühere Beschäftigung wieder aufnimmst, damit KEIN ALGI gezahlt werden muss.

Denn FAKT ist aktuell, dass man in der Reha (und lt. Reha-Bericht) meinte du KANNST dort wieder (Teilzeit zur EM-Rente) arbeiten, aber den Zeitpunkt haben die "Schlaumeier" mal wieder auf den "Sankt-Nimmerleinstag" verlegt = wenn du weitere Behandlungen absolviert hast = = "Wann immer das sein wird (und ob überhaupt) interessiert uns nicht mehr" ...

So kann sich JEDER nachfolgende Leistungsträger ( KK / AfA) nun selbst versuchen diesen Zeitpunkt für sich zum Vorteil festzulegen, wo du wieder am bisherigen Arbeitsplatz arbeiten können "solltest" ...

Gegen ALLE kann dein Arzt NUR mit der Fortführung der AU (rechtlich verbindlich) weiter antreten und der MDK könnte ihm das sogar "untersagen" ... aber erst wenn du dort auch ärztlich untersucht wurdest, nicht einfach so "nach Aktenlage" und Reha-Bericht.

Die Ergebnisse einer DRV-Reha haben eine hohe Wertigkeit und sind verbindlich für die anderen sozialen Leistungsträger und da meinte man, du kannst (irgendwann) deine Arbeit wie bisher (Teilzeit) wieder aufnehmen.

So ist zumindest DIR aktuell der (Teilzeit-) Arbeitsmarkt NICHT verschlossen nach dem Rentenrecht.

Zitat:
- Krankengeld bis zur Aussteuerrung voll ausschöpfen
Sofern die KK dich lässt unbedingt, denn die haben ja bisher die AU auf deinen letzten Arbeitsplatz auch akzeptiert, das muss aber nicht so bleiben, wie ich es oben schon erwähnt habe und dann kannst du OHNE diesen Arbeitsplatz noch mehr Probleme bekommen als mit.

Das wird sich mit der Aussteuerung dann "schlagartig" ändern ... denn die KK interessiert deine AU dann nicht mehr sonderlich, es muss ja kein Krankengeld mehr gezahlt werden ... man wird dich also in Ruhe lassen, egal ob mit oder ohne Arbeitsplatz ... egal wie lange du dann noch weiter AU geschrieben sein wirst.

Das ist alles NUR wichtig, wenn du Krankengeld beziehst durch die AU-Bescheinigung, danach darfst du gerne auch noch jahrelang AU geschrieben sein ... es kostet die KK ja NICHTS mehr Extra.

Zitat:
- Wenn der Aussteuerungstermin mitgeteilt wird, Termin beim AfA machen
Auch damit sollte man es nicht zu eilig haben (auch wenn das dann auf der KK-Mitteilung drauf stehen wird, dass man sich "umgehend" damit bei der AfA melden soll), es genügt in der Regel 1 - 2 Wochen VOR der tatsächlichen Aussteuerung die AfA deswegen aufzusuchen.

Du kannst hier schon viele Beiträge dazu finden, wie wenig "angenehm" das werden kann sich dort dann zu früh deswegen einzufinden.

Zitat:
- AfA zahlt dann (auf jeden Fall) ALG1, entweder Nahtlosigkeit oder ganz normal (geht „ganz normal“ obwohl ich noch eine Arbeitsstelle habe?)
Theoretisch ja, praktisch kann man dann eben auch zunächst versuchen dich an deinen AG zurück zu geben, daher wird es immer sehr wichtig sein, dass deine Ärzte die AU aufrechterhalten.

An diesem "Wendepunkt" könnte es auch überlegenswert sein über die Aufgabe dieser Beschäftigung (aus attestierten gesundheitlichen Gründen) nachzudenken, damit die AfA dich "besser" (in eine andere Teilzeit-Tätigkeit) vermitteln könnte.

Aber die AfA wird dir (vermutlich) nicht schriftlich geben wollen, dass du das tun sollst (und ohne Nachteile bei der AfA tun kannst), dazu "fordert" man höchstens mal mündlich auf ...

Deine laufende AU gilt zwar offiziell dann nicht mehr für die AfA als Entschuldigung aber man kann dich natürlich nicht zwingen die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn du immer noch stark in deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt bist.

Den Rest (deine "Restleistungsfähigkeit" für den Arbeitsmarkt) hätte dann der ÄD der AfA festzustellen, wird sich aber auch an den Reha-Bericht soweit "anlehnen" wie es geht ...

Dein Anspruch auf ALGI ergibt sich schon aus der Tatsache, dass du ausgesteuert wurdest und noch immer nicht gesund genug für deine bisherige Tätigkeit bist, also ist eine vorrangige "Lohnersatzleistung" zu zahlen, so lange darauf noch ein Anspruch besteht.

Bekommst du schriftliche Absicherungen (von der AfA) kannst du dann auch selber kündigen, wäre aber das erste Mal davon zu lesen.

Zitat:
- Wenn mein Anspruch endet und kein passender Job gefunden wurde springt die DRV wieder ein und prüft Anspruch auf Arbeitsmarktrente (trotz weiterhin vorhandener Arbeitsstelle)
Richtig, der Arbeitsplatz ist dafür dann (eigentlich) unerheblich wenn du dafür immer noch Arbeits-UNFÄHIG geschrieben bist, es steht der DRV allerdings auch frei dich erneut zur Reha zu schicken oder dich begutachten zu lassen, um vielleicht (endlich) zu erkennen, dass die Teil-EM nicht mehr zutreffend und ausreichend ist.

Das war jetzt jede Menge "Gedankengut" von mir, ich weiß das ist viel und vielleicht auch schwer verständlich ...

Zu viel "es wäre möglich" aber leider inzwischen die (sehr variable) Realität auf die man sich nur schlecht vorbereiten kann, wenn man noch teilweise an das "Gute bei den Leistungsträgern" glauben möchte ...

Zitat:
Der komplette Bericht liegt mir schon vor, da wird keine Prognose explizit erwähnt wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ich wieder an meinen alten Arbeitsplatz zurück kann. Sie empfehlen weiterführende Behandlungen bei Fachärzten. Diese werde ich auch durchführen.
Damit hat man dir (leider) das unklare EI gelegt, wo sich nun Jeder seinen eigenen Reim drauf machen darf und die DRV keinen Anlass sieht, über eine (reguläre) EM-Vollrente überhaupt nachzudenken.

Daraus kann man eben auch den "Pferdefuß" lesen, dass der Teilzeit-Arbeitsmarkt für dich nicht verschlossen ist ... denn du hast ja einen geeigneten Arbeitsplatz ... "musst nur gesund werden, um da wieder hin zu können" ...

Zitat:
Die Krankenkasse hat den Bericht auch schon bei meinem Hausarzt angefordert und erhalten, wohl nicht so toll, aber ich habe mir nichts dabei gedacht und zugestimmt.
Das geht dir nicht alleine so, mir sind diese "Tücken" auch erst viel zu spät klar geworden, als man mir nach 12 Wochen weiterer AU (Herzklappen -OP und AHB) mitgeteilt hat, ich könne nun wieder arbeiten gehen.

Im Reha-Bericht (den ich "brav" an die KK hatte geben lassen aus der AHB-Klinik) stand ja schließlich drin, dass ich in ca. 6 - 8 Wochen wieder soweit sein sollte ... ob es wirklich so war, hat dann Niemanden mehr interessiert, meine Ärzte waren gerade (wie passend ) alle im Sommerurlaub.

Sogar das "Hamburger Modell" hat die KK dann (nach fast 1 Jahr AU) abgelehnt noch zu gewähren, da hätten sie ja weiter Krankengeld zahlen müssen, genug Anspruch hatte ich damals noch.

Nach knapp 7 Monaten Arbeitsversuch begann dann meine letzte Langzeit-AU (nun hatte man mich psychisch auch erledigt) vom Psychiater, die dauerte dann fast 4 Jahre bis über (weitere Reha) Aussteuerung / ALGI und Hartz 4 endlich am Sozialgericht die EM-Rente bewilligt werden musste.

Zitat:
Bei der nicht Wiederaufnahme der alten Arbeitsstelle geht es um den Arbeitsbereich, nicht den Arbeitgeber an sich.
Wenn es da nun auf lange Sicht auch nicht mehr geht, würde ich versuchen den Weg über Schwerbehinderten-Vertretung / Betriebsrat und Integrationsamt zu gehen, um dem AG die (fristgerechte) Kündigung "nahezulegen", das wäre in jedem Falle die sicherste Lösung für dich im Bezug auf die AfA.

Deine reguläre Kündigungsfrist dürfte ja (vermutlich) auch schon einige Monate betragen und bis dahin bist du für die KK zumindest noch nicht "arbeitslos" ...

Es ist leider eine ziemliche "Gratwanderung" in solchen Fällen. du kannst letztlich nur selbst entscheiden welchen Weg du nun gehen wirst.

MfG Doppeloma
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Alt 09.10.2017, 14:22   #11
saurbier
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Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

Doppeloma hat ja jetzt alles wunderschön zusammen gepackt, da gibt es nichts mehr zu sagen, außer ihr voll zuzustimmen.

Zitat:
Bei der nicht Wiederaufnahme der alten Arbeitsstelle geht es um den Arbeitsbereich, nicht den Arbeitgeber an sich.
Hier wäre ich dir dennoch dankbar, wenn du mir das mal etwas genauer erläutern könntest.

Nicht der Arbeitsgeber ist das Problem, sondern die Arbeitsstelle also deine derzeitige Tätigkeit in der Firma. Hab ich das so korrekt verstanden?


Grüße saurbier
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Alt 09.10.2017, 17:20   #12
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Ich kann immer wieder nur staunen wie ausführlich und hilfreich Doppelomas Nachrichten sind, nochmal großes Lob.

@saurbier Ja, genau, ich meine die Tätigkeit.

Ich werde dann erst mal abwarten und bei Neuigkeiten diesen Thread wieder „hoch holen" und berichten bzw. um Rat fragen.
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Alt 10.10.2017, 11:25   #13
saurbier
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Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

Zitat:
Ja, genau, ich meine die Tätigkeit.
Du siehst mich hier jetzt sehr erstaunt blicken.

Wie kann sowas passieren.

Also bei mir hat sich die DRV damals die Arbeitsstelle und auch Arbeitsbeschreibung sehr genau angeschaut und erst danach ihre Förderungszustimmung gegeben.

Daran hat sich der Arbeitgeber dann auch für die Zukunft zu halten, immerhin beschäftigt er einen behinderten.

War das denn bei dir nicht genauso?

Wenn du hier als Teil-EMR einer Arbeit nachgehst bzw. nachgehen mußt die deinen gesundheitlichen Einschränkungen nicht entspricht, dann empfehle ich dir dich mit der DRV diesbezüglich nachweislich in Verbindung zu setzen.

Zur Not kannst du dich auch mal ans Integrationsamt wenden.

Entweder dein Arbeitgeber spielt nach den Vorgaben der DRV oder aber er kündigt deinen Arbeitsvertrag auf. So jedoch geht es nicht.

Damit hättest du dein grösstes Problem wohlmöglich gelößt.

Genauso kannst du das natürlich auch dem SB bei der AfA mitteilen, daß dein derzeitiger Arbeitgeber eine Arbeitsleistung von dir verlangt, zu welcher du aufgrund deiner bereits bewilligten Teil-EMR gesundheitlich auf Dauer gar nicht in der Lage bist. Mit etwas Glück wird der SB dann für deine Situation verständnis haben, daß du da nicht wieder zurück willst.


Grüße saurbier
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Alt 10.10.2017, 21:15   #14
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Danke saurbier für Deine ergänzenden Worte.

Es ist allerdings so, daß ich durchaus einen leidensgerechten Arbeitsplatz nach der LTA 2014 hatte, nur nach einer, eigentlich zwei, zusätzlichen/neuen Erkrankungen in 2016 ist diese in 2014 neue Arbeitsstelle jetzt auch nicht mehr von mir ausführbar. Meinem Arbeitgeber ist wirklich kein Vorwurf zu machen, der hat sich damals vorbildlich verhalten.
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Alt 11.10.2017, 11:27   #15
saurbier
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Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo Daniel11,

du wirst sicherlich verstehen warum ich da so nachgehakt habe.

Zitat:
2. Macht es Sinn vor der Aussteuerung meinen Arbeitsvertrag (auf ärztlichen Rat) zu kündigen.
Wenn es denn so ist, dann sollen wie ich ja bereits ausführte, diese Ärzte es dir bitte auch bescheinigen.

Du bist ja bereits ein Teil-EMR und wenn du selbst dazu nicht mehr in der Lage bist, bliebe als einziger Ausweg eben nur noch die volle EMR.

Zitat:
2017 Reha DRV, AU entlassen, arbeitsfähig 3 bis unter 6 Stunden (das sehe ich auch so)
Wenn ich nun deine obige Ausführung betrachte, dann erscheint mir deine Einschätzung aber auch das Reha-Ergebnis irgendwie doch nicht zusammen zu passen.

Wer als Teil-EMR seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann, weil eben die Gesundheit leider nicht mehr mit spielt, der kann sich doch nicht immer noch für so Gesund halten, daß er weiterhin noch 3-6 Std./tägl. arbeiten kann. Dazu gleichzeitig dann aber wegen der Aufkündigung des doch bereits Leistungsgerechten eingeschränkten Arbeitsplatz nachfragen.

Sei mir bitte nicht böse, aber irgendwie passt da doch was nicht zusammen.

Wie sähe denn überaupt die berufliche Situation aus, wenn du dich jetzt seitens der AfA auf die Suche nach einer neuen sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit machen müßtest. Gibt es in deinem Berufsbild überhaupt passende Stellen angeboten bzw. werden Leute gesucht.

So wie sich das ganze jetzt darstellt, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, ob man nicht den Weg in die volle EMR gehen sollte, anstatt in die Arbeitsmarktrente.

Vom Grundsatz her würdest du zwar mit beiden gleich gestellt (Leistungsmäßig), nur bei letzterer bliebe eben der Haken, daß diese immer wieder einer Überprüfung unterliegt, ob nicht doch eine Teilzeitstelle möglich ist. Bei der vollen EMR hingegen wenn sie befristet wäre bliebe die gesundheitliche Prüfung, oder eben gleich eine unbefristete.

Also wenn es so ist, wie du schreibst, dann darfst du gar nicht freiwillig deinen Arbeitsplatz aufgeben, eben weil er ja bereits auf deine gesundheitlichen Leistungseinschränkungen ausgelegt ist.

Hier wäre es auf jedenfalls von Vorteil, wenn deine Ärzte (Arzt) dir für die in absehbarer Zeit anstehende äD-Begutachtung seitens der AfA (nach Aussteuerung der KK) dir schriftlich bescheinigen das du deine bisherige Arbeit in der Firma aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortführen sollst/kannst.

Damit wäre für die AfA die Frage einer Fortführung deiner bisherigen Arbeit erledigt und man müßte sich nach einer neuen Arbeitsstelle im Rahmen deines Restleistungsvermögen umschauen, was wohl nicht viel bringen dürfte. Uns Teil-EMR und erst recht mit einem SchwerB-Ausweis will man leider kaum beschäftigen, weil wir zu teuer werden könnten und das trotz mächtiger Lohnzuschüsse.


Grüße saurbier
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Alt 11.10.2017, 17:08   #16
Daniel11
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Daniel11
Standard AW: Teilweise Erwerbsminderungsrente – Nahtlosigkeitsarbeitslosengeld - Arbeitsmarktrente

Hallo saurbier,

keinesfalls bin ich Dir böse, sondern im Gegenteil froh über jeden Mitstreiter hier, der mir helfen will.

Ich glaube wir reden aber aneinander vorbei. Ich versuche die Knackpunkte noch mal zu erläutern.

Im Reha Entlassungsbericht sehen die mich generell und in meiner bisherigen Tätigkeit als 3 bis unter 6 Stunden arbeitsfähig. Ich und 2 meiner „normalen“ Ärzte sehen mich aber in meiner bisherigen Tätigkeit (die ich im Rahmen einer LTA 2014 bekommen habe, und die bis zur neuen/anderen Erkrankung 2016 auch leidensgerecht war, aber jetzt nicht mehr ist) als nicht mehr arbeitsfähig. Aber generell wollen wir dies nicht auch für alle anderen Tätigkeiten ausschließen, wo vielleicht noch eine Arbeitsfähigkeit von 3 bis unter 6 Stunden möglich wäre. Und da ich mich durchaus etwas in das Thema eingelesen habe, kann ich mir vorstellen wie „kaputt“ man sein muss um volle EMR anerkannt zu bekommen, und realistisch betrachtet werde ich so nicht bewertet werden.

Du fragst nach Beschäftigungsmöglichkeiten in meinem bisherigen Berufsfeld, aber genau da liegt ja auch ein Problem, daß ich eben im bisherigen (in der LTA 2014 „umgeschulten“) Berufsfeld nicht mehr arbeiten kann.
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