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Alt 29.09.2017, 17:07   #1
sallycat
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sallycat
Standard Antrag Teilhabe zum Arbeitsleben

Vielen Dank erst mal für die Aufnahme.

Ich schildere mal meine Geschichte und versuche mich ganz kurz zu fassen....

Ich bin 43 Jahre alt und habe die letzten 25 Jahre als Krankenschwester und Pflegedienstleitung gearbeitet.

Ende der 90´er PTBS mit 6 wöchiger Reha, Verlust des Arbeitsplatzes, letztlich 1998 für berufsunfähig erklärt (MDK & ÄD).

Damals habe ich keine Beratung etc. in Bezug auf Umschulung erhalten und hatte nicht die Kraft mich darum zu kümmern.

2000 fing ich wieder als Krankenschwester an zu arbeiten, was mehr schlecht als recht ging. Angststörungen verbunden mit extremen Bluthochdruck, Panikattaken begleiteten mich.

Ab 2006 wurde es stetig schlechter, ich machte eine Weiterbildung, um mehr in die Verwaltung der Pflege zu rücken und arbeitete dann als Pflegedienstleitung.

Seit 2013 dann merklich aufkommende Depressionen, die aber von mir weiter ignoriert wurden. Essstörungen fingen an und nahmen rasch zu.

2015 war es dann soweit, dass außer arbeiten gar nichts mehr ging, und das auch nicht mehr produktiv. Ich habe ansonsten nur noch geschlafen, war nicht mehr in der Lage mich um Haushalt und mich selbst zu kümmern, habe mir diverse "Ticks" angewöhnt, nur noch am grübeln etc. Ich habe panische Angst vor Gesprächen, Menschen, Telefonaten etc. entwickelt und wäre am liebsten unsichtbar gewesen.

Von Freunden und Familie hatte ich mich da schon lange komplett zurückgezogen

Ich versuchte noch einmal mit Wechsel der Arbeitsstelle dem Hamsterrad zu entkommen und fing wieder als normale KS an, was ich aber weder pysisch (diverse orthopädische Probleme, chron. Schmerzsyndrom etc.) noch psychisch durchhielt.

Mitte 2016 noch mal Jobwechsel, was dann auch komplett nach hinten los ging. Es ging nichts mehr, ich war nur noch depressiv und hätte alles gerne beendet.
Endgültiger Zusammenbruch Dezember 2016, seitdem durchgängig AU und sofort durch den AG gekündigt.

Ich bin seitdem bei einer Ärztin für psychosomatische Medizin/ Psychotherapeutin in Behandlung, die allerdings momentan für mich nicht hilfreich ist und mich wahnsinnig unter Druck setzt. Ich kann mit ihr nicht reden und habe kein Vertrauen, fühle mich nicht ernst genommen. Die Gespräche drehen sich meist nur darum, wie ich möglichst schnell wieder arbeiten kann.

Eine liebe Freundin hat mir nun einen Termin bei einem Neurologen/ Psychiater gemacht, den ich wahrnehmen werde.

Im Juni 2016 wurde ich zu einem "Beratungsgespräch" zu meiner Kasse eingeladen. Es wurde durch eine Psychologin abgehalten, und bestand nur aus einem kurzem Gespräch. Sie kam zu dem Entschluss, dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben könne und ich über einen Antrag zur Teilhabe nachdenken soll. Wir waren so verblieben, wenn es mein Zustand erlaubt, ich diesen Antrag irgendwann stelle.
Nun hat mich meine Krankenkasse aufgefordert einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen. Ohne jegliche Beratung zur Bedeutung und mit einer Frist von 2 Wochen! Nach schriftlichen Widerspruch bekam ich telefonisch mitgeteilt, dass man die Frist um weitere 2 Wochen verlängert.
Ich fühle mich absolut nicht in der Lage, an irgendwas teilzunehmen, geschweige denn eine Umschulung anzufangen. Selbst diesen Antrag bekomme ich nicht ausgefüllt, mache es jetzt Etappenweise mit einem Freund (der Einzige, der bescheid weiß). Momentan schaffe ich nicht mal mich und meinen Haushalt ...

Was kommt mit diesem Antrag auf mich zu? Wie lange dauert dieses Verfahren, bevor ich etwas beginnen muss)
Wäre es ratsam jetzt schon den vdk dazu einzuschalten (bin Mitglied)?
Wie sind Eure Erfahrungen?

Vielen Dank!

Geändert von sallycat (29.09.2017 um 17:32 Uhr)
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Alt 29.09.2017, 21:53   #2
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Ausrufezeichen AW: Antrag Teilhabe zum Arbeitsleben

Hallo sallycat,

Zitat:
Ende der 90´er PTBS mit 6 wöchiger Reha, Verlust des Arbeitsplatzes, letztlich 1998 für berufsunfähig erklärt (MDK & ÄD).
Damals habe ich keine Beratung etc. in Bezug auf Umschulung erhalten und hatte nicht die Kraft mich darum zu kümmern.
Das ist sehr schade, dass man dich damals nicht wie nötig unterstützt hat ... liegt dir denn dieser Rehabericht von damals wenigstens vor (was MDK und ÄD so meinen hat deutlich weniger Bedeutung, als die Feststellungen aus einer DRV-reha-Klinik dazu) ?

Da sollte ja bereits was dazu drin gestanden haben, ob man dich (in der Reha-Klinik) als Berufs-Unfähig eingestuft hatte oder nicht und dann wäre es zumindest nach Besserung wohl besser gewesen das auch sehr bald aktiv anzugehen.

Zitat:
2000 fing ich wieder als Krankenschwester an zu arbeiten, was mehr schlecht als recht ging. Angststörungen verbunden mit extremen Bluthochdruck, Panikattaken begleiteten mich.
Das war also sicher keine so gute Idee, besonders wenn dir schon die zuständigen Stellen bei der DRV davon abgeraten haben sollten.

Auf die weiteren Stationen möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen, was bisher versäumt wurde dir ernsthaft aus deinen Problemen zu helfen, wird nun leider auch nicht mehr effektiv nachzuholen sein.

Zumal deine Gesundheitsprobleme inzwischen als chronisch anzusehen sind (was dir als Fachfrau sicher auch schon länger bewusst sein dürfte) und die Bedingungen / Anforderungen für gezielte Unterstützung eher komplizierter geworden sind, weil überall nur noch "Geld sparen" im Vordergrund steht ...

Zitat:
2015 war es dann soweit, dass außer arbeiten gar nichts mehr ging, und das auch nicht mehr produktiv. Ich habe ansonsten nur noch geschlafen, war nicht mehr in der Lage mich um Haushalt und mich selbst zu kümmern, habe mir diverse "Ticks" angewöhnt, nur noch am grübeln etc. Ich habe panische Angst vor Gesprächen, Menschen, Telefonaten etc. entwickelt und wäre am liebsten unsichtbar gewesen.
Bist du denn auch mal in einer Akutklinik gewesen oder hast sonst igendwelche Therapien gemacht oder hast du immer nur darauf gehofft, dass es chon irgendwann von alleine wieder besser werden wird ...

Zitat:
Ich versuchte noch einmal mit Wechsel der Arbeitsstelle dem Hamsterrad zu entkommen und fing wieder als normale KS an, was ich aber weder pysisch (diverse orthopädische Probleme, chron. Schmerzsyndrom etc.) noch psychisch durchhielt.
Bist du in Schmerztherapeutischer Behandlung, hast du mal über weitere medizinische Reha-Maßnahmen nachgedacht, wie kommt die KK jetzt darauf dich mit Antrag auf LTA "unter Druck" zu setzen, davon wird man auch nicht gesund ... dafür sollte man (eigentlich) wieder relativ gesund und vor allem sehr belastbar sein.

Zitat:
Mitte 2016 noch mal Jobwechsel, was dann auch komplett nach hinten los ging. Es ging nichts mehr, ich war nur noch depressiv und hätte alles gerne beendet.
Endgültiger Zusammenbruch Dezember 2016, seitdem durchgängig AU und sofort durch den AG gekündigt.
Das gefällt der KK natürlich auch nicht sonderlich und darum versucht sie dich irgendwie "los zu werden", obwohl eine LTA wohl aktuell von der DRV auch nicht bewilligt wird, wenn du in einem so desolaten Zustand bist.

Zitat:
Ich bin seitdem bei einer Ärztin für psychosomatische Medizin/ Psychotherapeutin in Behandlung, die allerdings momentan für mich nicht hilfreich ist und mich wahnsinnig unter Druck setzt.
Dann MUSS man den Arzt wechseln wenn es kein Vertrauen und keine Fortschritte bei der Behandlung gibt, das ist nicht leicht aber es hilft dir ja auch nicht weiter dort zu bleiben.

Zitat:
Ich kann mit ihr nicht reden und habe kein Vertrauen, fühle mich nicht ernst genommen. Die Gespräche drehen sich meist nur darum, wie ich möglichst schnell wieder arbeiten kann.
Da steht ganz sicher auch der MDK der KK mit dahinter und mach ihr "Druck" weil du schon so lange AU bist und es noch keine Fortschritte in deiner Behandlung gibt (so sieht es jedenfalls aus) ... das darf natürlich nicht dazu führen, dass sie DIR nun Stress macht.

Zitat:
Eine liebe Freundin hat mir nun einen Termin bei einem Neurologen/ Psychiater gemacht, den ich wahrnehmen werde.
Mach das, vielleicht wirst du ja dort endlich mal verstanden, richtig unterstützt und erfolgreicher behandelt.

Zitat:
Im Juni 2016 wurde ich zu einem "Beratungsgespräch" zu meiner Kasse eingeladen. Es wurde durch eine Psychologin abgehalten, und bestand nur aus einem kurzem Gespräch. Sie kam zu dem Entschluss, dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben könne und ich über einen Antrag zur Teilhabe nachdenken soll. Wir waren so verblieben, wenn es mein Zustand erlaubt, ich diesen Antrag irgendwann stelle.
Woher will eine KK-SB das beurteilen können, ob du noch in deinem Beruf arbeiten könntest oder nicht, dafür hat sie gar nicht die nötigen medizinischen Kenntnisse, um das überhaupt beurteilen zu können und zu dürfen.
Dieses Gespräch war freiwillig, da hättest du gar nicht hingehen müssen.

Zitat:
Nun hat mich meine Krankenkasse aufgefordert einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen. Ohne jegliche Beratung zur Bedeutung und mit einer Frist von 2 Wochen! Nach schriftlichen Widerspruch bekam ich telefonisch mitgeteilt, dass man die Frist um weitere 2 Wochen verlängert.
Da hatte man ja offenbar keine große Lust mehr, erst noch zu warten bis es dir dafür überhaupt gut genug gehen könnte, aber eine Frist von 2 Wochen ist gar nicht zulässig, auch in 4 Wochen musst du diesen Antrag nicht gestellt haben sondern (ab schriftlicher Aufforderung) frühestens innerhalb von 10 Wochen so steht es jedenfalls im Gesetz dafür.

Hast du das schriftlich bekommen mit dem Hinweis auf die Rechtsgrundlage (§ 51 SGB V) und auf einen schriftlichen Widerspruch hast du auch Anspruch auf einen schriftlichen Bescheid dazu.

Telefonische Informationen haben KEINE rechtlich verbindliche Bedeutung ...

Zitat:
Ich fühle mich absolut nicht in der Lage, an irgendwas teilzunehmen, geschweige denn eine Umschulung anzufangen.
Eine Umschulung gibt es ja noch lange nicht, das hat ja nicht die KK zu entscheiden, der Antrag wird ja dann bei der DRV bearbeitet und die sind nicht besonders großzügig mit Umschulungen ...

Zitat:
Selbst diesen Antrag bekomme ich nicht ausgefüllt, mache es jetzt Etappenweise mit einem Freund (der Einzige, der bescheid weiß). Momentan schaffe ich nicht mal mich und meinen Haushalt ...
Zunächst mal hast du gesetzlich 10 Wochen Zeit dafür und daran hat sich auch deine KK zu halten, bitte teile mal mit was konkret (mit genauer Rechtsgrundlage) in der Aufforderung der KK dazu geschrieben steht und wie du deinen Widerspruch begründet und eingereicht hast.

Zitat:
Was kommt mit diesem Antrag auf mich zu? Wie lange dauert dieses Verfahren, bevor ich etwas beginnen muss)
Zunächst solltest du mal ganz in Ruhe die gesetzliche Frist bei deiner KK einfordern (schriftlich und nachweislich) und dann geht der fertige Antrag bitte NUR direkt an die DRV und NICHT über die Tische der KK ...

Die bekommen dann NUR den Nachweis, dass der Antrag bei der DRV fristgerecht eingereicht wurde und das hat denen zu genügen.
Du kannst den Antrag sogar kurz vor Ablauf der 10- Wochen-Frist per Fax mit Sendebericht zunächst formlos an die DRV senden und legst dann den Sendebericht (Kopie) davon bei der KK als Nachweis vor.

Dann wird dir die DRV die Antragsformulare zusenden und du hast wieder Zeit gewonnen, um dich kundig zu machen was du überhaupt zu erwarten hättest als LTA ... frage doch mal in einer DRV-Beratungsstelle nach, da kannst du den formlosen Antrag übrigens auch abgeben und dir das dann auf einer Kopie davon bestätigen lassen.

Zitat:
Wäre es ratsam jetzt schon den vdk dazu einzuschalten (bin Mitglied)?
Wie sind Eure Erfahrungen?
Der VDK kann gegen diese Aufforderung auch nichts machen, dazu ist die KK berechtigt aber natürlich nur rechtskonform, also mit 10-Wochen Frist, wie es auch im Gesetz steht ...

Ich war selbst mal im VDK wegen EM-Rente und hatte dafür auf Hilfe gehofft, ich bin sehr bald wieder ausgetreten ... von Krankengeld / ALGI haben die wenig bis gar keine Ahnung ... in der Regel lautet deren Rat dann zu machen was die verlangen, damit man sein Geld nicht riskiert ...

Das mag unterschiedlich sein, je nach den örtlichen VDK-Beratern aber ich war mit denen NICHT zufrieden ... und wenn man sich umliest / umhört bin ich damit nicht alleine.

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 30.09.2017, 10:49   #3
sallycat
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sallycat
Standard AW: Antrag Teilhabe zum Arbeitsleben

Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Leider liegen mir weder der Reha- Bericht noch die ärztlichen Gutachten vor.
Ich bin damals, soweit es mir in Erinnerung ist, als eingeschränkt arbeitsfähig entlassen worden.
Keinen Schichtdienst, keinen Publikumsverkehr, keine Verantwortung.... also nicht wirklich mit dem Beruf vereinbar.

In einer Akutklinik war ich leider nie. Ich hatte nach der Reha versucht eine ambulante Therapie zu bekommen, aber keine einigermaßen zeitnahen Termine bekommen.
Eine Therapie bei einer Privat- Kassen Therapeutin lehnte die Kasse ab.
Leider habe ich es damals dabei dann belassen und gedacht ich schaff es alleine. Ein großer Fehler, wie ich heute weiß.

In Schmerztherapeutischer Behandlung bin ich, ja.

In der Einladung zu dem besagten "Beratungsgespräch" wurde gleich auf Mitwirkungspflicht und die Konsequenz der Einstellung der Krankengeldzahlungen hingewiesen.
In dem Gespräch wurde mir nahegelegt, diesen Antrag zu stellen. Keinerlei Hinweise, was das überhaupt bedeutet.
Ich sagte, ich werde das mit meiner Therapeutin besprechen und wenn es mein gesundheitlicher Zustand zulässt, den Antrag stellen.

Anschließend kam der Antrag per Post. Das Anschreiben packe ich mal in den Anhang, wenn es den funktioniert.
Keinerlei Rechtsbelehrung oder Information.

Zwischendurch rief die Kasse an, fragte nach, warum ich den Antrag noch nicht zurück geschickt hätte. Als Antwort gab ich "mein gesundheitlicher Zustand erlaubt es noch nicht".

Am 16.09.2017 nun die Aufforderung den Antrag bis 27.09. abzugeben, ansonsten ruhen die Zahlungen. Auch das Anschreiben anbei in den Anhängen.

Ein Freund schrieb mir daraufhin einen Widerspruch, mit Hinweis, dass es vereinbart war, dass der Antrag gestellt wird, wenn es mein Zustand zulässt, was bisher nicht der Fall ist. Außerdem, dass es nicht möglich ist, innerhalb der 2 Wochen die notwendigen Arztformulare ausfüllen zu lassen und am 02.10. noch ein Psychiatertermin ansteht. Das Ganze mit der Bitte, die Frist bis wenigstens 13.10.2017 zu verlängern. Abgeschickt per Einschreiben mit Rückschein.

Daraufhin Anruf der Kasse, dass es ja gar keine Aufforderung ist und ich den Antrag ja selber stellen wollte. Zusage der Fristverlängerung bis 13.10. Bis heute habe ich darüber jedoch nichts Schriftliches.

Also sollte ich wohl erst mal ein weiteres Schreiben aufsetzten mit dem Hinweis auf die 10 Wochen- Frist? Sollte ich gleich darauf hinweisen, dass der Antrag direkt an die DRV geht?
Habe natürlich schon Angst, dass sie dann einfach mal die Zahlungen ruhen lassen.

Ganz lieben Dank!

Grüße
sallycat

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Alt 30.09.2017, 15:24   #4
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Antrag Teilhabe zum Arbeitsleben

Hallo sallycat,

Zitat:
Leider liegen mir weder der Reha- Bericht noch die ärztlichen Gutachten vor.
Wenn das alles noch bei der DRV liegt (und die heben eigentlich ALLES auf), dann solltest du dir diese Berichte und Gutachten direkt bei der DRV anfordern und das schon VOR einem Antrag auf LTA.

Gib einen Arzt deines Vertrauens an für den Fall, dass man dir das nicht direkt zuschicken möchte, dafür genügt in der regel deine Renten-Versicherungs-Nummer und grobe Angaben dazu wann ungefähr diese Reha / Gutachten gewesen sind.

Wir haben mal sehr alte Reha-Berichte auf diesem Wege noch bekommen, haben füher auch an so was nicht gedacht, erst als wir um die EM-Renten kämpfen mussten haben wir begonnen uns soche wichtigen Unterlagen auch mal SELBER (für die "private Krankenakte") zu besorgen.

Zitat:
In einer Akutklinik war ich leider nie. Ich hatte nach der Reha versucht eine ambulante Therapie zu bekommen, aber keine einigermaßen zeitnahen Termine bekommen.
Eine Therapie bei einer Privat- Kassen Therapeutin lehnte die Kasse ab.
Das mit der Ablehnung Kosten für eine private Therapie zu übernehmen ist inzwischen auch NICHT mehr erlaubt, wenn du nachweisen kannst, dass dir sonst nicht zeitnah geholfen werden kann.

Hast du das schriftlich beantragt und die Ablehnung schriftlich bekommen, leider muss man sich inzwischen ALLES erkämpfen, gerade dann wenn eigentlich die Kraft dafür fehlt.

Zitat:
In Schmerztherapeutischer Behandlung bin ich, ja.
Das ist gut, hast du mal angesprochen in eine Spezial-Klinik für "manuelle Therapie" zu gehen, dort wird man versuchen deine Probleme ganz komplex (multimodal) anzugehen und du bekommst anschließend einen umfangreichen Bericht von verschiedenen Fachrichtungen.

Mein Männe war 2 Mal in einer solchen Klinik (Einweisung vom Arzt / Kostenträger ist die KK) und die gehen wirklich noch auf den Patienten ein, das solltest du unbedingt mal ansprechen, auch wenn deine KK diese Kosten auch "scheuen" wird ...
Männes Schmerztherapeutin hat dann selbst den zuständigen MDK "rund" gemacht, als die meinten das könne doch alles ambulant (also kostengünstiger) gemacht werden.

Dafür brauchst du aber wirklich Ärzte an deiner Seite, die FÜR DICH was tun wollen und nicht nur selber vor dem MDK "kuschen" ...

Zitat:
In der Einladung zu dem besagten "Beratungsgespräch" wurde gleich auf Mitwirkungspflicht und die Konsequenz der Einstellung der Krankengeldzahlungen hingewiesen.
Zu solchen "Drohungen" gehören aber IMMER auch die zutreffenden Rechtsgrundlagen, es gibt KEINE Pflicht sich mit KK-Sachbearbeitern über seine Krankheiten und die mögliche Entwicklung zu unterhalten.
Die dürfen dich nicht mal anrufen wenn DU das NICHT willst ...

Zitat:
Anschließend kam der Antrag per Post. Das Anschreiben packe ich mal in den Anhang, wenn es den funktioniert.
Keinerlei Rechtsbelehrung oder Information.
Der Antrag ist aber KEINE reguläre und rechtsverbindliche Aufforderung, was man dir ja in dem einen Anschreiben sogar selber bestätigt hat ... du wurdest also NICHT (nach § 51 SGB V) zur Antragstellung aufgefordert, du hast (angeblich) selbst geäußert (in diesem Gespräch), dass du einen solchen Antrag stellen möchtest.

Das kannst du aber jederzeit auch selbst DIREKT bei der DRV machen, die KK hat keinen Anspruch darauf diesen Antrag dann erst selbst "beschnüffeln" zu dürfen, ehe der an den zuständigen Kostenträger (DRV) geschickt wird.

Die haben auch gar keine Macht dann auf die Entscheidungen bei der DRV Einfluss zu nehmen, die DRV lässt sich da von Niemandem "reinreden" ... die KK macht höchstens noch den Stempel "Sehr Eilg" auf den Antrag bevor der an die DRV geht.

Zitat:
Zwischendurch rief die Kasse an, fragte nach, warum ich den Antrag noch nicht zurück geschickt hätte. Als Antwort gab ich "mein gesundheitlicher Zustand erlaubt es noch nicht".
Du solltest denen schriftlich (nachweislich) verbieten dich telefonisch "unter Druck" zu setzen, auch für die KK musst du NUR auf dem Postwege erreichbar sein, auch zu Mail-Verkehr bist du nicht verpflichtet.

Deine KK hat doch sicher auch übergeordnete Stellen (Geschäftsführung/ Regionaldirektion/ Landesdirektion usw.), da solltest du dich mal hinwenden und dich über diese Vorgehensweisen beschweren, die dir mehr schaden als helfen ...

In deinen eingescannten Schreiben gibt es KEINE einzige Rechtsgrundlage dafür, dass du einen LTA-Antrag überhaupt stellen musst, nur weil man am Tag X mal darüber gesprochen hat mit dir, das war völlig "unverbindlich".

Zitat:
Am 16.09.2017 nun die Aufforderung den Antrag bis 27.09. abzugeben, ansonsten ruhen die Zahlungen. Auch das Anschreiben anbei in den Anhängen.
Die Zahlungen dürfen aber NICHT eingestellt werden ohne Rechtsgrundlagen WARUM, die "Mitwirkungspflichten" sind ohne rechtmäßige Forderung einfach nur leeres "Gewäsch" ...

Zitat:
Ein Freund schrieb mir daraufhin einen Widerspruch, mit Hinweis, dass es vereinbart war, dass der Antrag gestellt wird, wenn es mein Zustand zulässt, was bisher nicht der Fall ist.
Das war aber auch nicht besonders klug, es wurde verbindlich GAR NICHTS "vereinbart", es wurde darüber gesprochen, dass du das vielleicht mal andenken könntest, das ist KEINE Vereinbarung, die gelten NUR schriftlich mit Rechtsgrundlagen.

Die Rechtsgrundlage dafür ist § 51 SGB V und darin steht, dass man die Leistungen einstellen kann, wenn ein (von der KK schriftlich) geforderter Antrag (unbegründet) nicht innerhalb 10 Wochen gestellt wurde.

Die können sich ihre Gesetze nicht selber machen und deine eigenen Äußerungen dafür missbrauchen ... zu denen du (vermutlich) in diesem Gespräch eher auch "hingeleitet" wurdest.

Zitat:
Außerdem, dass es nicht möglich ist, innerhalb der 2 Wochen die notwendigen Arztformulare ausfüllen zu lassen und am 02.10. noch ein Psychiatertermin ansteht. Das Ganze mit der Bitte, die Frist bis wenigstens 13.10.2017 zu verlängern. Abgeschickt per Einschreiben mit Rückschein.
Die eigene Fristsetzung war also auch komplett überflüssig, für eine Verpflichtung die es gesetzlich gar nicht gibt.

Zitat:
Daraufhin Anruf der Kasse, dass es ja gar keine Aufforderung ist und ich den Antrag ja selber stellen wollte. Zusage der Fristverlängerung bis 13.10. Bis heute habe ich darüber jedoch nichts Schriftliches.
Womit bewiesen ist wie wenig Wert solche telefonische Absprachen haben ...

Aktuell hat die KK überhaupt KEINE Berechtigung deine Zahlungen einzustellen, es gibt KEINE Rechtsgrundlage dafür und KEINE schriftliche Forderung nach § 51 SGB V (wie ja selbst bestätigt wird).

Zitat:
Also sollte ich wohl erst mal ein weiteres Schreiben aufsetzten mit dem Hinweis auf die 10 Wochen- Frist? Sollte ich gleich darauf hinweisen, dass der Antrag direkt an die DRV geht?
Habe natürlich schon Angst, dass sie dann einfach mal die Zahlungen ruhen lassen.
Man sollte wohl reagieren aber man muss denen auch nicht selber mitteilen welche Gesetze zu beachten sind und Telefonate solltest du für die Zukunft auch direkt verbieten, es tut deiner Gesundheit nicht gut, wenn man dich auch noch telefonisch "unter Druck" setzt ...

Such dir bitte übergeordnete Stellen heraus von deiner KK und eine Beschwerde an das Bundesversicherungsamt solltest du auch in Erwägung ziehen ...

Beschwerde uber einen Sozialversicherungstrager - www.bundesversicherungsamt.de

An die unabhängige Patientenberatung kannst du dich auch zusätzlich damit wenden, die kennen das leider seit vielen Jahren auch, wie die KK mit ihren Mitgliedern umgehen um Geld sparen zu können.

Unabhangige Patientenberatung Deutschland - UPD

Vor der Einstellung deiner Zahlungen ist es vorgeschrieben, dass der MDK dich untersuchen muss, jedenfalls wenn es KEIN Rechtsverbindliche Aufforderung nach § 51 SGB V gibt und die 10 Wochen noch gar nicht vorüber wären.

Bisher gibt es ja NICHT mal diese Aufforderung rechtsverbindlich schriftlich von der KK , da erwarten die schon, dass du einen Bescheid dazu an die KK senden sollst ... ich weiß nicht wovon die "Nachts so träumen" ...

Bei der Formulierung kann ich gerne behilflich sein, wenn du was einstellst wie du dir das vorstellen würdest (ohne persönliche Daten zu nennen natürlich) dann schau ich mir das gerne mal an wenn du das möchtest.

Und dann sollte das an mehrere Stellen gleichzeitig geschickt werden (immer nachweislich!), damit die nichr mehr nur bei dir vor Ort mit dir machen was sie wollen, weil es ja sonst Niemand weiß.

MfG Doppeloma
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Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Alt 30.09.2017, 21:22   #5
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sallycat
Standard AW: Antrag Teilhabe zum Arbeitsleben

Ganz lieben Dank.

Ich werde in den nächsten Tagen Deine super Tips "abarbeiten" und berichten.

Ist schon etwas erschreckend, wie die Kasse so agiert. Aber klar, es geht ja um´s Geld.
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