Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 17.06.2017, 18:47   #1
Muschelsand
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Muschelsand
Standard ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Hallo Ihr,
ich stecke in der Zwickmühle.

Kann mir jemand die Formulare per pn übersenden, welche die Rentenversicherung vom Arbeitgeber ausgefüllt haben will, wenn man Arbeit aufnimmt?

Ich habe volle Erwerbsminderungsrente wegen schwerer Depressionen mit Suizidgedanken und langen stationären Aufenthalten(zuletzt fast 1 Jahr mit kurzen Unterbrechungen).

Nun habe ich gute Chancen auf einen Job, allerdings mit 19,5 Stunden die Woche. Also 0,9 Stunden mehr täglich als ich dürfte. Ich habe momentan keine Ahnung, ob ich das schaffen kann.

Der Job ist aber in meinem Ausbilderungsberuf und ich würde es so gerne versuchen. Vielleicht hilft es mir sogar, endlich aus diesem Loch herauszukommen, ich sehe es als große Chance.
Der Verdienst ist nicht gut, aber das ist mir egal. Dass die Rente dann auf halbe Rente heruntergestuft wird, ist auch kein Problem - wenn ich es schaffe.

Aber:
1. Ich kann dem Arbeitgeber nicht sagen, dass ich diese Rente bekomme und Depressionen habe. Wenn die Rentenversicherung beim AG nachfragt, besteht die Gefahr einer Kündigung. Vielleicht habe ich Glück, vielleicht aber auch nicht.
2. Wenn ich gekündigt werde.... oder es einfach nicht schaffe und wieder ganz abstürze, geht das Theater mit der Rentenversicherung und die ganzen ExistenzÄngste und Ungewissheit von vorne los.

Kann mir jemand sagen, was die Rentenversicherung vom AG wissen will? Vielleicht kann ich es ja ohne Beteiligung des AG nachweisen. Ich würde es so gerne versuchen mit dem Job. Diese Chance bekomme ich so schnell nicht wieder. Vielleicht komme ich auch raus aus der Krankheit oder habe wenigstens eine Verbesserung.

Danke Euch und liebe Grüße
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Alt 17.06.2017, 19:52   #2
Kerstin_K
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Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Warum sollte der AG dir denn kuendigen, nur weil die RV bei ihm anfragt?
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Alt 17.06.2017, 23:30   #3
Muschelsand
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Muschelsand
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Ich gehe von einer Kündigung aus, wen herauskommt, dass ich Erwerbsminderungsrente bekomme und somit nicht gesund bin.
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Alt 18.06.2017, 01:37   #4
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Frage AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Hallo Muschelsand,

Zitat:
Kann mir jemand die Formulare per pn übersenden, welche die Rentenversicherung vom Arbeitgeber ausgefüllt haben will, wenn man Arbeit aufnimmt?
Und was soll das bringen, das kannst du dann ja trotzdem nicht selber ausfüllen mit Firmenstempel und Unterschrift ...

Merkst du eigentlich wie du dich gerade "selbst zu überlisten" versuchst und den AG gleich mit, du bekommst eine volle EM-Rente (wenn ich das jetzt richtig verstehe) und der AG wird demnächst Kranken- und Rentenversicherung für dich zahlen an die KK UND an die DRV ...

Du glaubst doch nicht etwa das merkt Keiner, zudem bist du verpflichtet die DRV, umgehend über die Arbeitsaufnahme zu unterrichten.

Dann wirst du ja die Formulare direkt bekommen die ausgefüllt werden müssen dafür, das kommt ja zunächst ZU DIR und nicht direkt zum AG ...

Das weiß ich von anderen EM-Rentnern die einen Minijob ausüben zusätzlich.
Man kann wohl die DRV bitten den AG NICHT selbst zu, kontaktieren aber da weiß ich nicht genau Bescheid, ich arbeite nicht zusätzlich zu meiner EM-Rente.

Trotzdem willst du mit "falschen Karten spielen" beim AG, das ist doch keine "Vertrauensbasis" für eine gute und längerfristige Zusammenarbeit ...

Zitat:
Ich habe volle Erwerbsminderungsrente wegen schwerer Depressionen mit Suizidgedanken und langen stationären Aufenthalten(zuletzt fast 1 Jahr mit kurzen Unterbrechungen).
Weswegen du die EM-Rente bekommst geht den AG ja NICHTS an, zu deinen konkreten Krankheiten musst du mit KEINEM AG sprechen ...
Es gibt viele unterschiedliche Gründe für eine EM-Rente ... allerdings bekommt man die Volle EM-Rente nur wenn man gesundheitlich weniger als 3 Stunden täglich erwerbsfähig sein KANN ...

Seit wann hast du denn nicht mehr regelmäßig gearbeitet ???

Meinst du nicht, dass der AG auch danach fragen wird (Vorstellungsgespräch ?) was du zuletzt gemacht hast und wann das gewesen ist und warum "so lange her" und "was machen Sie jetzt", was willst du darauf antworten ohne zu sagen, dass du aktuell eine EM-Rente beziehst.

Zitat:
Nun habe ich gute Chancen auf einen Job, allerdings mit 19,5 Stunden die Woche. Also 0,9 Stunden mehr täglich als ich dürfte. Ich habe momentan keine Ahnung, ob ich das schaffen kann.
19,5 Stunden sind deutlich mehr als "0,9" Stunden, das ist bereits ein "waschechter Teilzeit-Job" mit fast 4 Stunden Arbeitszeit täglich an 5 Tagen der Woche ... also auch unbedingt schon Versicherungspflichtig.

Die Mini-Job-Grenze endet bei weniger als 15 Wochenstunden.

Je nachdem wie lange du raus bist, aus einer regelmäßigen täglichen Tätigkeit in diesem Zeit-Umfang hätte ich da auch meine Bedenken das zu schaffen ...

Zitat:
Der Job ist aber in meinem Ausbilderungsberuf und ich würde es so gerne versuchen.
Wir kennen ja deinen Beruf nicht und wissen daher auch nicht wie es da mit deinen aktuellen Kenntnissen aussieht, wenn man länger raus gewesen ist, die AG legen ja meist auch viel Wert auf aktuelle Berufs-Erfahrungen ...

Zitat:
Vielleicht hilft es mir sogar, endlich aus diesem Loch herauszukommen, ich sehe es als große Chance.
Das mag sein, aber von "Null auf 100 bzw. fast 50 % einer normalen Arbeitszeit" unter Verschweigen wichtiger Lebens-Umstände, das wäre für mich keine Option.

Entweder akzeptiert mich der AG mit der aktuellen EM-Rente (ist ja nicht verboten) oder ich würde die Finger davon lassen, deine persönlichen Zweifel, ob du das auch schaffen wirst musst du ja nicht mit dem AG ausdiskutieren.

Zitat:
Der Verdienst ist nicht gut, aber das ist mir egal.
Das sollte dir aber nicht egal sein, wenigstens der Mindestlohn muss gezahlt werden (aktuell knapp 9 € Brutto die Stunde), welche Bezahlung deine Ausbildung dann eigentlich bringen könnte, vermag ich nicht zu beurteilen.

Wenn man arbeiten geht sollte sich das auch finanziell lohnen, du bist doch nicht "für den AG auf der Welt", wenn du nur "Abwechslung und was für die Freizeit" suchst dann kannst du auch ohne Bezahlung was ehrenamtlich machen, um dich und deine Belastbarkeit auszutesten.

Da bist du wenigstens flexibel wenn es dir mal nicht so gut geht ...

Zitat:
Dass die Rente dann auf halbe Rente heruntergestuft wird, ist auch kein Problem - wenn ich es schaffe.
So einfach ist das nicht, das wird von deinem tatsächlichen Einkommen dann abhängen und das musst du auf jeden Fall in irgendeiner Form regelmäßig bei der DRV nachweisen.

Gerade mit dem Zuverdienst bei Bezug einer Voll-Rente wird gesetzlich an neuen Regelungen "gestrickt", so wird wohl nicht unbedingt direkt auf die Hälfte gekürzt aber dazu weiß ich nicht genug und es wurde auch noch nicht verbindlich neu festgelegt.

Zitat:
1. Ich kann dem Arbeitgeber nicht sagen, dass ich diese Rente bekomme und Depressionen habe.
Was du hast geht den AG NICHTS an, dass du aktuell eine EM-Vollrente beziehst wirst du der Ehrlichkeit halber schon mitteilen müssen ...

Zitat:
Wenn die Rentenversicherung beim AG nachfragt, besteht die Gefahr einer Kündigung. Vielleicht habe ich Glück, vielleicht aber auch nicht.
Wenn der AG später erfährt, dass du nicht ehrlich warst bei der Einstellung wirst du auch die Kündigung bekommen und da wirst du sicher kein Glück (mehr) haben, dass der AG das "gelassen" sieht ...

Vielleicht könntest du sogar zunächst auf Mini-Job-Basis (mit weniger Stunden) beginnen, wenn du offen bist mit dem AG und zunächst sehen musst wie viel dauerhaft geht ... die Stunden könnten ja auch später noch erhöht werden ...

Zitat:
2. Wenn ich gekündigt werde.... oder es einfach nicht schaffe und wieder ganz abstürze, geht das Theater mit der Rentenversicherung und die ganzen ExistenzÄngste und Ungewissheit von vorne los.
Ich glaube kaum, dass du dort entspannt wirst arbeiten können mit dem ständigen Gedanken daran, dass dein "Geheimnis" auffliegen könnte ... oder dass die DRV doch mal beim AG nachfragen könnte wegen der Beiträge die er überweist, wo du doch in EM-Rente bist ...

Zitat:
Kann mir jemand sagen, was die Rentenversicherung vom AG wissen will? Vielleicht kann ich es ja ohne Beteiligung des AG nachweisen.
Ob das möglich ist ohne Beteiligung des AG kannst du NUR direkt mit der DRV klären, die wollen mindestens 1 Mal im Jahr genau wissen was du verdient hast und wahrscheinlich auch wie viele Stunden du dafür in der Woche gearbeitet hast.

Welche Nachweise dafür dann erforderlich sind KANN dir nur die DRV beantworten, es kommt nicht all zu oft vor, dass man das so passend für deine Fragen in irgendwelchen Foren findet.

Zitat:
Vielleicht komme ich auch raus aus der Krankheit oder habe wenigstens eine Verbesserung.
Wenn diese Hoffnung besonders real wäre, hätte die DRV dir sicher keine volle EM-Rente bewilligt, denn die sehen in der Regel auch zunächst Arbeit "als die beste Therapie" an.

Du solltest deinen "Therapie-Versuch" aber nicht so beginnen, das gleich auf Verschweigen einer wichtigen persönlichen Tatsache aufbauen zu wollen ... das kann nur schief gehen ...

Trotzdem alles Gute für dich !

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Alt 18.06.2017, 10:06   #5
Tica
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Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

@Muschelsand

Auch wenn es nicht rauskommt, was durch die Sozialabgaben eh unmöglich sein wird, denke ich wie Doppeloma, dass es für Dich zu belastend sein wird (das es rauskommt).

Ich weiß nicht wie Doppeloma darüber denkt (sie hat mehr Ahnung was rechtlich geht oder nicht), aber wäre für eine "Arbeitsprobe" nicht ein Praktikum bei einem Arbeitgeber besser?

Oder eine ehrenamtliche Tätigkeit, oder privat etwas. Dann kannst Du schauen, ob Du zuverlässig und regelmäßig so viele Stunden über einen längeren Zeitraum schaffst.

Abgesehen davon, was denkst Du wie oft ich gedacht habe: ich würde gerne dies oder das machen... aber eigentlich weiß ich auch, dass es nicht umsetzbar sein wird. Ich bekomme schließlich nicht umsonst Rente.
Die Phase hat sicher fast jeder EU/EM-Rentner mal. Zu akzeptieren, dass es eben nicht immer so geht wie man eigentlich möchte, ist nicht leicht. Schließlich bedeutet das auch eine Akzeptanz, dass man krank ist.

Das Risiko, die Rente zu verlieren und dann bei einem Scheitern des Neuanfangs wieder von vorne zu beginnen.... Puh, sollte man sich wirklich gut überlegen.
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Alt 18.06.2017, 12:08   #6
Muschelsand
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Muschelsand
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

@Doppeloma
Lieben Dank für die ausführliche Antwort.
Nichts lieber wäre mir, als ehrlich zu sein. Aber nach meiner Erfahrung und dem Gespräch mit anderen hat man dann keine Chance.

Der Arbeitgeber hat kein großes Risiko.
Er kann mich ja jederzeit entlassen, in der Probezeit von heute auf morgen und ich würde mich da auch nicht in den Weg stellen, notfalls sogar selbst kündigen.
Es gibt einen großen Personalpool in dem Bereich, so dass keine nennenswerte Lücke entsteht für die ZeiT, wenn ich gehe bis jemand anderes eingestellt wird.

Die Arbeit betrifft meinen Ausbilderungsberuf, ist aber eher eine Hilfstätigkeit in diesem Bereich. Deswegen ist die schlechte Bezahlung gerechtfertigt. Für mich mit meiner Erkrankung wäre der geringe Anspruch aber optimal.
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Alt 18.06.2017, 13:14   #7
Muschelsand
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Muschelsand
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

@Tica,

lieben Dank für deine Antwort, du sprichst genau das aus, was ich denke und fühle.

Ich empfinde meine Erkrankung aber als so schlimm, dass ich dass Gefühl habe, ich halte das nicht mehr länger so aus. Es ist kein Leben sondern trauriges Dahinsumpfen.
Es muss sich etwas verändern. Ich greife nach jedem Stohhalm.

Arbeiten muss ich sowieso, weil die Rente zu gering ist. Ich musste in der letzten Zeit schon mein bescheidenes Vermögen aufbrauchen und das geht nicht mehr so weiter.

Es wird sicher extrem schwer mit meiner Erkrankung. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ich unter großem Druck doch noch in der letztem Minute die Kurve gekriegt habe.(mein Rentenantrag wurde z.b. zunächst wegen mangelnder Mitwirkung abgelehnt, weil ich es in 7 Wochen und trotz 2 Mahnungen nicht geschafft habe, die Formulare auszufüllen - aus reinem Antriebsmangel... und dabei hatte ich sogar fachkundige Unterstützung, wie ich das ausfüllen muss. Als die Rente deswegen abgelehnt wurde und es schon 5 nach 12 war, habe ich es aber endlich geschafft, Widerspruch einzulegen und alles auszufüllen)

Meine Hoffnung ist, dass ich durch den Druck, den der Job macht, wenigstens ein bisschen mehr Rhythmus in mein Leben bekomme, was ich sonst außerhalb von Kliniken nicht mehr allein schaffe. Sportverein und ähnliche Verbindlichkeiten helfen nicht, der Druck ist nicht groß genug. Selbst dass es Dinge sind, die mir Spaß machem(bzw. früher Spaß gemacht haben) hilft nicht dabei... ich gehe dann doch nicht hin. Mit dem Job habe ich eine Aufgabe, bei der Druck dahinter steht und Ablenkung.

Der Job geht nur mit 19,5, da lässt sich nichts verhandeln. Es wäre aber ein sehr guter Arbeitgeber mit sehr gutem Ruf und muss nichts neues lernen und der Job ist nicht sehr anpruchsvoll, was mir alles sehr gelegen kommt wegen meiner Erkrankung.
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Alt 18.06.2017, 13:59   #8
Tica
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Tica Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Letztendlich ist es Deine Entscheidung. Du musst wissen, wie es Dir geht bzw. wie Du (Dein Körper) auf verschiedene Sachen reagierst usw. Ich hoffe das Beste für Dich.

Das Ding mit der Rente, dem nicht gebraucht werden, nichts leisten können,... nun, ich habe seit 2002 meine Rente. Da war ich gerade 36. Ich habe Jahre gebraucht, um damit klar zu kommen.

Als "normaler" Rentner ist es schon eine Umstellung von 100 auf 0 runter zu fahren.
In jungen Jahren hat man aber noch Wünsche und Träume. Sich davon zu verabschieden und obendrein noch Einschränkungen im täglichen Leben hinnehmen zu müssen ist jede Menge Arbeit und auch schmerzhaft.

Viele Leute (und vielleicht auch die DRV) denken, toll jetzt hat sie/er Rente, jetzt kann sie/er die Füße hoch machen und das Leben genießen. Schön wäre es. Aber mit dem Rentenbescheid ist es zwar etwas ruhiger (kein Amt was nervt z.B.), aber dann ist auch viiiel Zeit, um sich erst einmal genau mit dem Thema "ich bin krank" und den Konsequenzen daraus auseinander zu setzen.
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Alt 18.06.2017, 14:29   #9
Kerstin_K
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Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Zitat von Muschelsand Beitrag anzeigen
Ich gehe von einer Kündigung aus, wen herauskommt, dass ich Erwerbsminderungsrente bekomme und somit nicht gesund bin.
Bei so einem Arbeitgeber würde ichaber auch nicht arbeiten wollen. Entweder er akzeptiert Dich mit Deinen Einschränkungen, weil Du die Arbeit trotzdem machen kannst oder das geht eh nicht lange gut.

Doppeloma hat etwas von Vertrauensverhältnis geschrieben. Das ist für mich der springende Punkt.

Ich will Dir mal die Geschichte einer Bekannten erzählen:

SIe arbeitet in einer grossen Firma als Geschäftsleitungssekretärin/Assistentin, lief alles super. Was der Arbeitgeber nicht wusste: Sie trägt Hörgeräte, extra klein, die verschwinden qiasi im Gehörgang. Ich habe das oft mit ihr diskutiert, sie hate einfach Angst, dass sie den Job verliert, wenn das rauskommt.

Ihr Hörvermögen verschlechterte sich aber mit der Zeit immer mehr und es wurde für sie ganz schwierig, wenn es um die Protokollführung bei Meetings ging. Diese Meetings verleifen immer sehr chaotisch, alle redeten gleichzeitig und fielen sich ins Wort...Sie verstad immer weniger.

Irgendwann hat sie sich dann ein Herz gefasst und mitten in einem Meeting gesagt, dass sie nichts mehr versteht und warum. Von diesem Tag an verleifen die Meetings ganz anders. Man achtete darauf, sich geenseitig ausreden zu lassen und wenn es doch noch mal heiss her geht, fragt man bei ih nach, ob sie alles mitbekommen hat. So ganz negenbei sind die Meetings effizienter und kürzer geworden.

Ihr Chef hat Sie nur gefragt, warum sie das nicht gleich gesagt hat und se bekam noch ein neues Telefon, dass besser auf ihre Hörger#te abgestimmt ist.

Ich selber bin übrigens von Geburt an gehbehindert. Rollstuhl, GdB 100, da ist nichts mit verschweigen. Mein Motto: Mich und meine Rolli gibt es nur zusammen. Wem das nicht passt, der ist es nicht wert, das ich für ihn arbeite.
__

Viele Grüße aus Hannover
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Alt 18.06.2017, 14:51   #10
Doppeloma
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Lächeln AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Hallo Tica,

Zitat:
Ich weiß nicht wie Doppeloma darüber denkt (sie hat mehr Ahnung was rechtlich geht oder nicht), aber wäre für eine "Arbeitsprobe" nicht ein Praktikum bei einem Arbeitgeber besser?
Das wäre dann "Schwarzarbeit PUR" und ist mit und erst recht ohne Bezahlung / Versicherung strafbar ... für den AG ebenso, wie für den "Schwarz-Arbeiter" ...

Unbezahlte reguläre Praktika gehören in den Rahmen einer Ausbildung / Weiterbildung und sind ansonsten auch zu vergüten, Niemand muss (soll/ darf) ohne Bezahlung arbeiten in D, es wäre auch Betrug an den Sozial-Versicherern (KK und DRV) ...

Eine volle EM-Rente wird bewilligt / bezahlt weil man NICHT in der Lage ist (rein gesundheitlich) seinen Lebensunterhalt anders zu verdienen, erforderliche Arbeits-Erprobungen gehören in den Reha-Bereich, dafür sind "normale" AG gar nicht gedacht, es sei denn die arbeiten dafür direkt mit Reha-Einrichtungen zusammen.

Dann gibt es dafür aber auch irgendeine Geldleistung (für den Probanden), damit das alles seine Ordnung hat und die Versicherungen auch geregelt sind.

Eine offizielle Tätigkeit als "Praktikant" mit Bezahlung vom AG wäre auch der DRV zu melden, es entsteht ja trotzdeem Einkommen aus einer Tätigkeit ...

Da gibt es keine legalen "Umwege", es sei denn man lässt die Finger davon oder geht ehrlich mit dem AG um ... die Argumente gehen mir da nicht ein vom TE, ein solches Arbeitsverhältnis ist von Beginn an "auf Sand gebaut" ....

Wenn ich mich in der Lage sehen würde was gegen Geld zu machen, wäre es genau mein Vorteil mit zu bestimmen wo es lang geht, weil ICH mit der EM-Rente nicht (mehr) auf diesen Job angewiesen bin ... der AG nimmt mich (auch) nach meinen Bedingungen oder er lässt es bleiben.

Zitat:
Oder eine ehrenamtliche Tätigkeit, oder privat etwas. Dann kannst Du schauen, ob Du zuverlässig und regelmäßig so viele Stunden über einen längeren Zeitraum schaffst.
Hatte ich ja auch schon angeregt und ein gewisser "Druck" ist da durchaus auch vorhanden, denn die "Kollegen" erwarten auch wenn Jemand was freiwillig macht, dass er pünktlich und zuverlässig ist, für mich wären diese Erwartungen Anfangs schon "Druck" genug ...

Darum mache ich so was auch (lieber) NICHT, weil ich keinen Druck mehr haben und aushalten KANN, meine Freizeit-Beschäftigung sind bestimmte Foren in denen ich aber dann schreiben KANN wenn ich das möchte und Niemand mir Druck machen wird, wenn ich mal "keinen Bock" habe...

Zitat:
Abgesehen davon, was denkst Du wie oft ich gedacht habe: ich würde gerne dies oder das machen... aber eigentlich weiß ich auch, dass es nicht umsetzbar sein wird. Ich bekomme schließlich nicht umsonst Rente.
Genau so sehe ich das für mich auch, gerade der berufliche Druck hat mich zusätzlich krank gemacht, ich brauche das ganz sicher nicht mehr, um mein Leben "im Griff" zu haben.

Dazu gehört allerdings zunächst mal seine eigenen Grenzen zu erkennen UND auch irgendwann zu akzeptieren, das ist dem TE (meinem Eindruck nach) noch lange nicht gelungen.

Diese Phasen, die du beschreibst kenne ich natürlich auch aber das ist Jahre her und wurde noch durch die Ablehnung der EM-Rente und den Kampf darum mit "gefördert" ...
Hatte man selbst sich einigermaßen damit "abgefunden" nicht mehr so zu können wie früher, dann wurde man im nächsten Gutachten "eines Besseren belehrt", dass man sich nur nicht so anstellen soll ...

Ich bin sehr FROH, dass mir diesen Druck Niemand mehr machen kann und werde mich hüten, das selbst freiwillig wieder auf mich zu nehmen ... Geld ist auch nicht ALLES und Langweilig war uns trotzdem die ganzen Jahre noch nicht, seit wir nicht mehr kämpfen müssen.

Wir "vermissen" so Einiges aus der gesunden Zeit (habe kürzlich endlich unsere Bowling-Bälle verkauft, weil sie nur noch im Keller rumgelegen haben) aber unsere beruflichen Tätigkeiten sind es schon lange NICHT mehr ... (obwohl wir beide gerne und viel gearbeitet haben, als es noch möglich war) ...

Es kommt natürlich auch auf das Alter des Betroffenen an, dazu wissen wir ja noch nichts, aber Krankheiten richten sich nun mal auch nicht nach dem Lebensalter und man sollte immer versuchen, aus dem was noch geht das Beste für sich selber zu machen.

Sich selbst ständig "unter Druck" zu setzen (weil man die Erwartungen anderer Menschen erfüllen will), das ist ganz sicher der falsche Weg zur persönlichen Zufriedenheit ...

MfG Doppeloma
__

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Alt 18.06.2017, 16:53   #11
Muschelsand
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@Doppeloma
Du hast ja durchaus Recht, Doppeloma, aber jetzt muss ich doch mal Tica ein klein bisschen in Schutz nehmen.

Heutzutage ist es Gang und gäbe, Hochschulabsolventen mit Praktika auszubeuten und das völlig legal. Es gibt unzählige, die von Praktikum zu Praktikum gehen in der Hoffnung auf eine Anstellung. Das ist einfach Realität heute und völlig legal.

Und ich persönlich würde diese Chance auch liebend gerne wahrnehmen, wenn es mich einen Schritt weiterbringt. Gerade um zu testen, ob ich das schaffe, was ja auch Ticas Idee War, die hinter ihrem Vorschlag stand.

Und was den Druck angeht: Für mich war es auch oft sehr belastend, als ich noch arbeitete. Aber meine Situation heute ist so viel schlimmer, dass ich mich geradezu dahin zurücksehne. Es geht immer noch schlimmer, habe ich festgestellt...
Muschelsand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.06.2017, 17:02   #12
Muschelsand
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Muschelsand
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Für mich speziell ist es momentan sogar einfacher, für andere da zu sein als für mich selbst. Das macht halt diese hinterhältige Erkrankung namens Depression.
Druck von anderen und das Gewissen gegenüber anderen hilft mir deswegen eher.
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Alt 18.06.2017, 22:27   #13
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
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Hallo Muschelsand,

gehe mal auf einige Antworten von dir noch ein, auch wenn sie nicht direkt an mich gerichtet waren ...

Zitat:
Ich empfinde meine Erkrankung aber als so schlimm, dass ich dass Gefühl habe, ich halte das nicht mehr länger so aus. Es ist kein Leben sondern trauriges Dahinsumpfen.
Es muss sich etwas verändern. Ich greife nach jedem Stohhalm.
Sich unter "Vorspiegelung falscher Tatsachen" in ein Arbeitsverhältnis zu begeben kann doch aber keine ernsthafte Lösung deiner Probleme sein, die du vorwiegend mit dir selber hast ...

Das ist kein "Stroh-Halm" das ist ein Knüppel, der dir das "Genick brechen kann", wenn die Wahrheit ans Licht kommt ... bist du dir selbst wirklich so wenig wert ???

Glaubst du es hilft dir aus deiner Lebens-Situation und Einstellung dazu, wenn du dich selbst verleugnest und so tust als wäre Alles in Bester Ordnung mit dir ... ist mir nicht ganz unbekannt, der letzte Gutachter nannte das endlich beim richtigen Namen = " Maskierte Depression" ...

Ich habe das viele (zu viele) Jahre "durchgehalten", im Job (ich war für die Kollegen "die taffe Frau" die ALLES geregelt bekommt) auch in der Familie habe ich nur wenig preis gegeben, von meinem Inneren und meinen wahren Gefühlen und Problemen ...

Die sollten möglichst nicht darunter leiden müssen, dass ICH mit mir und der Welt nicht mehr klar gekommen bin ... erst später habe ich selber verstanden wie ich mir damit zusätzlich geschadet habe gesundheitlich.

Habe immer streng darauf geachtet, dass möglichst Niemand (Kollegen / Vorgesetzte schon gar nicht und auch die Familie) was von meinen elenden Tiefpunkten mitbekommen wird ... nur mein Partner zu Hause bekam die Auswirkungen öfter mal "zu spüren" ... da ging irgendwann eigentlich GAR NICHTS mehr ...

Zuletzt war mein Leben nur noch ein "Hamster-Rad", NUR noch die Arbeit und danach "Totentanz", ohne meinen Partner wäre wohl auch der Kühlschrank bald leer geblieben, die Wohnung "versifft" und mehr möchte ich mir dazu gar nicht vorstellen (müssen) ...

Er war selbst schon schwer körperlich krank zu der Zeit (und dauerhaft AU geschrieben) aber psychisch (fast) immer der Stärkere von uns beiden, war doch UNMÖGLICH, dass ich nicht wenigstens noch ordentliches Geld verdiene und nach Hause bringe ...

Zitat:
Arbeiten muss ich sowieso, weil die Rente zu gering ist. Ich musste in der letzten Zeit schon mein bescheidenes Vermögen aufbrauchen und das geht nicht mehr so weiter.
Dann ist es doch nicht dein "unbändiger Wunsch wieder was Sinnvolles zu tun", sondern vorrangig die finanzielle Not, was dich dazu bringt darüber nachzudenken ..., der Druck ist schon da, aber nicht IN DIR sondern finanzieller Natur ...

Wir hatten längst kein Vermögen mehr (wenn wir je so was gehabt haben sollten ) und wenn du mit deiner EM-Rente nicht auskommen kannst, hast du Anspruch auf Wohngeld oder sogar auf Zuschüsse aus dem SGB XII (Sozial-AMT), es ist also nicht korrekt, dass du deswegen arbeiten "musst" ...

Ist deine EM-Rente befristet oder bereits "auf Dauer" (bis zur Altersrente ?) bewilligt, wenn bereits auf Dauer ist dein Vorhaben in jedem Falle zum Scheitern verurteilt (weil selbst die DRV keine wesentliche Besserung mehr erwartet), dann solltest du besser den Weg zum Sozial-Amt gehen und dort einen Antrag stellen.

Weißt du davon nichts oder ist deine Scheu davor größer, als dir die Restgesundheit auch noch mit Arbeit zu ruinieren ???

Zitat:
Es wird sicher extrem schwer mit meiner Erkrankung. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ich unter großem Druck doch noch in der letztem Minute die Kurve gekriegt habe
Das ist doch gar nicht vergleichbar, dass du zu guter Letzt deinen EM-Renten-Antrag noch durch bekommen hast, bestätigt doch nicht deine Annahme, dass du einen Teilzeit-Job schon durchhalten wirst, wenn du "nur genug Druck" bekommst ...

Zitat:
Meine Hoffnung ist, dass ich durch den Druck, den der Job macht, wenigstens ein bisschen mehr Rhythmus in mein Leben bekomme, was ich sonst außerhalb von Kliniken nicht mehr allein schaffe.
Dann hat man dir in den Kliniken offenbar nicht die richtigen Tipps mitgegeben, wie du dein Leben zu Hause "sortiert" bekommen kannst, jedenfalls soweit das erforderlich ist, um alles einigermaßen im Griff zu behalten.

Man braucht dafür allerdings viel Zeit und genug Geduld mit sich selber ...
Mach dir doch selber mal einen groben Tagesplan und halte den dann auch ein, nimm dir nicht zu viel auf einmal vor und freue dich über JEDE Kleinigkeit die du wirklich erledigen konntest.

Nimm es dir aber auch selber nicht übel wenn mal nicht so "dein Tag" war und was von den Aufgaben übrig geblieben ist ... denke daran "Morgen ist auch noch ein Tag", da wird dir bestimmt kein Job weiterhelfen (können), der dir die meiste Kraft schon raubt und dich eher daran hindern wird privat dann noch irgendwas zu schaffen ...

Genau deswegen bekommst du die EM-Rente, damit du deine begrenzte Kraft für dein Leben nutzen kannst, um es dir so zu gestalten, dass du trotzdem noch einen Sinn darin findest und eine gewisse Zufriedenheit haben kannst.

Zitat:
Sportverein und ähnliche Verbindlichkeiten helfen nicht, der Druck ist nicht groß genug. Selbst dass es Dinge sind, die mir Spaß machem(bzw. früher Spaß gemacht haben) hilft nicht dabei... ich gehe dann doch nicht hin.
Dann hast du noch nicht gefunden was dir die Befriedigung bringen wird, dass es sich lohnt dafür den "Hintern" hoch zu bekommen, das lässt sich aber bestimmt nicht durch (deutlich zu hohe) berufliche Verpflichtungen erreichen, die du ja gerade NICHT mehr haben sollst ...

Zitat:
Der Job geht nur mit 19,5, da lässt sich nichts verhandeln.
Das weißt du doch gar nicht wenn du es gar nicht erst probierst und deine (nachgewiesenen und anerkannten) Einschränkungen verschweigst ... um dich bedingungslos dem AG "anzupassen" ...

Zitat:
Es wäre aber ein sehr guter Arbeitgeber mit sehr gutem Ruf ...
Kann ich nicht beurteilen, wenn ich nicht weiß, um welche Arbeit es geht und um welchen AG ... du teilst ja auch nicht mit wie "gering" die Bezahlung sein wird, ob du überhaupt wenigstens den Mindestlohn bekommen wirst ... ansonsten ist das Alles andere als seriös und wäre für mich kein "guter AG" ...

Es klingt eher nach "ich mache irgendwas, wo man keine hohen Ansprüche stellt", damit ich eine Aufgabe habe ... das würde MICH "wahnsinnig" machen und "zu Tode langweilen" ... erst recht wenn ich es trotzdem tun MUSS, weil ich das Geld brauche...

Da mache ich lieber zu Hause was mir gerade so in den Sinn kommt und wo ich früher keine oder zu wenig Zeit für hatte, wie lesen, Bilder und Filme der letzten Jahre am PC (oder in Kartons) sortieren, bearbeiten.

Jedenfalls wenn ich meine (notwendige) "Tages-Aufgabe" erledigt habe (was aufräumen/ Wohnung etwas putzen/ Wäsche machen / Essen kochen usw.), schon Einkaufen gehen ist eher ein Vergnügen geworden, auch wenn wir aufs Geld sehen müssen dabei.

Wir lassen uns Zeit dabei und haben trotzdem unseren Spaß, gehen auch gerne vorher noch ein Stück spazieren ... wenn das Wetter (und die Knochen von Männe) es zulassen.

Aber wenn mir / uns danach ist, dann wird auch einfach mal "gegammelt", das tut mir und meiner Seele gut, wenn ich mir das dann einfach erlauben DARF ... ich könnte mir schon gar nicht mehr vorstellen täglich um eine bestimmte Zeit aufstehen und zur Arbeit gehen zu MÜSSEN ...

Trotzdem haben wir auch einen relativ geregelten Tages-Ablauf aber den haben WIR uns so eingerichtet, wie das für uns am Besten passt und nicht wie das Andere gerne sehen würden oder abhängig von festen Arbeitszeiten... das hatten wir lange genug, das brauchen wir inzwischen beide nicht mehr.

MfG Doppeloma
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Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Alt 19.06.2017, 00:23   #14
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Frage AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Hallo Muschelsand,

Zitat:
Du hast ja durchaus Recht, Doppeloma, aber jetzt muss ich doch mal Tica ein klein bisschen in Schutz nehmen.
Gut gemeint aber ich glaube @Tica brauchst du nicht "in Schutz" nehmen, sie weiß schon ganz gut wie ich das meine und dass ich sie nicht persönlich angreife ... wenn ich die geltende Rechtslage beschreibe.

Zitat:
Heutzutage ist es Gang und gäbe, Hochschulabsolventen mit Praktika auszubeuten und das völlig legal. Es gibt unzählige, die von Praktikum zu Praktikum gehen in der Hoffnung auf eine Anstellung. Das ist einfach Realität heute und völlig legal.
Genau da liegst du FALSCH, daran ist absolut NICHTS "legal", inzwischen ist für solche "Praktika" der Mindestlohn zu zahlen und ein Vertrag zu machen und auch die Versicherungen müssen (vom AG) entrichtet werden, bei "illegalen" (unbezahlten) Praktika sollte man sich besser nicht mehr erwischen lassen (auch nicht als Praktikant) ...

Dass es (leider noch immer) "Gang und Gäbe" ist bedeutet ja nicht, dass es erstrebenswert ist auf diese Weise jahrelang ausgenutzt zu werden, ich denke mal die meisten Hochschul-Absolventen würden auch lieber richtige Stellen haben und ordentlich verdienen können.

Die haben sicher nicht studiert, um als "Generation Praktikum" zu enden, ich denke auch nicht, dass du deine Situation als EM-Vollrentner damit vergleichen solltest ...

Zitat:
Und ich persönlich würde diese Chance auch liebend gerne wahrnehmen, wenn es mich einen Schritt weiterbringt.
Du verstehst ja nicht mal, dass es alles Mögliche ist, aber bestimmt keine "Chance" für was auch immer ...

Hochschulabsolventen bringen einen großen (und sehr aktuellen) Wissensschatz mit in die Unternehmen, ich möchte gar nicht so genau hinterfragen und wissen, welche genialen Ideen ihnen dort schon so "abgeluchst" wurden während ihrer Praktika, an denen sich dann Andere eine "goldene Nase" verdienen werden, wenn sie schon im nächsten "Praktikum" stecken ...

Zitat:
Und was den Druck angeht: Für mich war es auch oft sehr belastend, als ich noch arbeitete. Aber meine Situation heute ist so viel schlimmer, dass ich mich geradezu dahin zurücksehne. Es geht immer noch schlimmer, habe ich festgestellt...
Das wird aber auch nicht lange vorhalten, dann wirst du das wieder als schlimme Belastung empfinden, kann es sein, dass du deine Probleme selbst noch gar nicht ernsthaft angegangen bist ... du suchst immerzu nach "Ersatz-Betäubung" (Ablenkung), um dich nicht intensiver mit dir selbst auseinandersetzen und befassen zu müssen ...

Bist du denn noch in Behandlung, in irgendeiner Therapie, um dich mal selbst besser kennen zu lernen und besser mit deiner Situation klar kommen zu können, nur vom Renten-Eingang auf dem Konto jeden Monat wird ja deine Krankheit auch nicht besser ... ?

Zitat:
Für mich speziell ist es momentan sogar einfacher, für andere da zu sein als für mich selbst. Das macht halt diese hinterhältige Erkrankung namens Depression.
Druck von anderen und das Gewissen gegenüber anderen hilft mir deswegen eher.
Für Andere da zu sein war und ist auch für mich noch immer "einfacher", als (manchmal) die eigenen Probleme zu lösen, es ist ein schwerer (und langwieriger) Lernprozess sich klar zu machen, dass es teilweise eine "Flucht" vor sich selber ist, aber man kann nicht ein Leben lang vor sich selber "weglaufen" wollen ...

Seit ich gelernt habe auch mal klar "NEIN" zu sagen (wenn ICH was NICHT WILL) und mich nicht mehr für alles "Unglück und Elend" dieser Welt persönlich verantwortlich fühle (und mich auch von Niemandem mehr dafür verantwortlich machen lasse), geht es mir auch psychisch wieder deutlich besser.

Ein großer Rest meines durchaus noch vorhandenen "Helfersyndroms" fließt in solche Forenbeiträge, aber ich gehe davon aus, dass alle Leser erwachsen genug sind und selbst entscheiden können, was sie daraus vielleicht für ihr eigenes Leben gebrauchen könnten oder nicht ...

Für eventuelle "Risiken und Nebenwirkungen" meiner Beiträge übernehme ich daher nicht unbedingt die volle Verantwortung und mache mir damit auch kein "schlechtes Gewissen" mehr, wenn gelegentlich mal was falsch verstanden wird oder anders ankommt, als ich es wirklich gemeint habe ...

MfG Doppeloma
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Alt 19.06.2017, 06:25   #15
Tica
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Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Das mit dem "Praktikum" habe ich ja gleich unter Vorbehalt (Meinung von Doppeloma) angeregt. Da ich schon viele Jahre raus bin, kenne ich die Rechtslage nicht. Darum haben wir unsere Doppeloma.

Tja Muschelsand, dann würde ich erst einmal ehrenamtlich bevorzugen. Wie Doppeloma schreibt, Du hast da auch den Druck, dass Andere auf Dich warten oder auf Dich angewiesen sind (je nach Arbeit).

Wenn es aber unbedingt die Arbeit sein soll, würde ich mit offenen Karten spielen. Dein AG geht ja kein Risiko ein. Gibt schließlich die Probezeit. Nur das Ding mit der Rente könnte dann gelaufen sein.
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Alt 19.06.2017, 12:16   #16
saurbier
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Registriert seit: 07.03.2013
Beiträge: 2.027
saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier saurbier
Standard AW: ErwerbsminderungsRente, Arbeit aufnehmen, Fragen von RV an AG

Also ich kann mich da nur wieder einmal den Ausführungen von Doppeloma voll und ganz anschließen.

Wenn du ernsthaft etwas für eine Verbesserung deiner finanzielle Situation tun willst, dann suche dir eher einen Minijob mit 450,-€ bzw. nach der neuesten Rechtslage dann jährlich 6.300,-€ https://www.lohnsteuer-kompakt.de/st...b-1-juli-2017/, sofern das nicht im EMR-Bescheid anders vorgegeben wird (Hinzuverdienstgrenze).

Also ich hab damals auch eine Teilzeitarbeitststelle gesucht, hatte da aber wirkliches Glück denn der neue Arbeitgeber war mein alter.

Bevor ich da anfangen konnte, hat die DRV sich alles angeschaut bis hin zum Arbeitsvertrag. Dabei kam dann heraus, daß mein Arbeitgeber mir besondere Rechte einräumen mußte (Ruhepausen etc.), im Gegenzug aber auch eine Lohnhilfe bekam.

Bei deinem hier glaube ich weniger das er wirklich an dir interessiert ist als mehr an deiner Arbeitskraft ohne Rücksicht auf deinen Gesundheitszustand und as ist mehr als ein schlechtes Geschäft.

Vielleicht solltest du dir mal darüber klar sein, daß wenn du dann anfängst, deinen Rentenstatus als voller EMR verlieren wirst, du bist dann nur noch ein Teil-EMR.

Sollte das Spiel dann nicht funktionieren, dann wird es sehr schwer einfach so mal wieder eine volle EMR zu bekommen, denn du hast der DRV ja was anderes bewiesen, nämlich das du mehr als 3 Std./tägl. arbeiten kannst.

Du kannst mir glauben, ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe jetzt eine Arbeitsmarktrente und muß deshalb alle Jahre wieder einen Weiterbewilligungsantrag stellen, obwohl es in meinem Alter keine Arbeitsangebote mehr gibt.

Wenn du da was arbeiten willst, dann bitte als 450er Minijobber bzw. ab 01.07.2017 6.300,-€/jährl., oder in einem Ehrenamt. Da bist du unter Menschen und bekommst ein wenig Geld. Na klar wird man da bei 8,84€/Std. wohl auch nicht gut bezahlt, aber man hat als Rentner etwas mehr Geld monatlich zur Verfügung. Das ist allemal besser als eine Arbeit mit 19,5 Wochenstunden anzunehmen, bei der man alles heimlich machen will.

Zitat:
1. Ich kann dem Arbeitgeber nicht sagen, dass ich diese Rente bekomme und Depressionen habe. Wenn die Rentenversicherung beim AG nachfragt, besteht die Gefahr einer Kündigung. Vielleicht habe ich Glück, vielleicht aber auch nicht.
2. Wenn ich gekündigt werde.... oder es einfach nicht schaffe und wieder ganz abstürze, geht das Theater mit der Rentenversicherung und die ganzen ExistenzÄngste und Ungewissheit von vorne los.


Grüße saurbier
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