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Start > > -> Sieben Jahre Erwerbsminderungsrente und jetzt Hartz4? Was kann ich tun?

Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 07.04.2017, 22:16   #1
LittleAnchor
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Standard Sieben Jahre Erwerbsminderungsrente und jetzt Hartz4? Was kann ich tun?

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich hier, weil ich nicht genau weiß, was ich tun soll. Ich hoffe ich bin in dieser Sparte richtig.

Ich hatte vor sieben Jahren einen sehr aggressiven Lymphdrüsenkrebs im Stadium 4, viele Behandlungen, heute noch eine mittelschwere Niereninsuffizienz+ chronische Fatigue.

Ich bin erst 34 Jahre alt und war jetzt 7 Jahre in der Erwerbsgemindertenrente. Zu Beginn wollte mich die Ärztin des med. Dienstes direkt in die volle Rente befördern, da ich in meinem Beruf als Erzieherin aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung und wegen des sehr labilen Immunsystems nicht mehr ausüben kann. So steht es auch in dem ersten Gutachten. Das zweite Gutachten will mir die Rentenkasse derzeit nicht ausstellen, da ich angeblich kein generelles Recht darauf hätte, dieses Gutachten ÜBER MICH einzusehen (das ist eine richtig blöde Sachbearbeiterin).

Jedenfalls habe ich die volle Rente damals abgelehnt, weil ich noch voller Hoffnung war, wieder ins Arbeitsleben zurück zu können. Doch ich denke nicht, dass ich das schaffe. Jedenfalls nicht Vollzeit.

Seit Januar läuft nun dieser Verlängerungsantrag. Leider war ich das letzte Mal 2015 (also 2016 so gut wie nicht) bei verschiedenen Fachärzten, wegen eines chronischen Schmerzes der den gesamten Körper (Muskel-Sehnen) betrifft. Ich habe aus dem Jahr 2015 etliche Arztbriefe, leider verlief bis her alles ohne Befund. Mein Hausarzt nimmt mich dahingehend nicht ernst und sagt, ich würde mich in Ängste hinein steigern, wegen meiner schlimmen Krankheitsvorgeschichte.

Ich war dutzende Male bei meinem Hausarzt, völlig verzweifelt vor Schmerz und Angst. Alles wurde getestet, verschiedene Vitaminmangel Erscheinungen bis hin zu Borreliose. Alles negativ. Mein Hausarzt ist war an sich ein kompetenter Mann aber er ist davon überzeugt, dass ich mir die Schmerzen einrede (Psychosoma). Ich habe kein besonders gutes Verhältnis zu ihm und er hat sich auch nicht die Mühe gemacht, mich zu Fachärzten weiter zu schicken. Ich habe mir alle Ärzte danach selbst gesucht und mir nur Überweisungen ausstellen lassen.

Erst meine Gynäkologin hat mich auf das Fibromyalgie Syndrom gebracht und durch sie bin ich erst zu 2 verschiedenen internistischen Rheumatologen, wobei die erste Rheumatologin (das war so eine unmögliche Person) zwar dahingehend nicht ausgewichen ist aber mir klar sagte, dass sie sich weigern würde, mir eine Pseudo Diagnose zu stellen (wir wüssten ja beide, was ich hätte, auf die Diagnose könne man da verzichten, da man - ihre Worte - da eh nichts tun kann).


Fibro ist eh eine absolute Ausschlussdiagnose (mein Hausarzt unterstützt mich halt gar nicht). Alle Rheumawerte bis auf ständig erhöhte Entzündungswerte, unauffällig. Der zweite Rheumatologe war wunderbar. Er hat den Befund zu meinem Hausarzt geschickt, wo drin steht, dass ich bei Verschlimmerung definitiv wieder auf der Matte stehen soll, da ein bestimmtes Gen bei mir positiv angeschlagen ist im Blut (wegen Morbus Bechterew glaub ich). Mein Hausarzt hat das niemals erwähnt (1 1/2 Jahre nicht). Erst jetzt, wo ich alle Unterlagen bei ihm geholt habe (wegen der Rentenkasse), konnte ich das selbst lesen. Im Mai habe ich in der Praxis wieder einen Termin.

Die Schmerzen kommen in Schüben und sind dann so heftig, dass ich tagelang völlig unbrauchbar bin, weil ich nachts nicht schlafen kann und Schmerzen habe. Dazu kommt eine panische Angst vor einer möglichen Neuerkrankung an Krebs (ich komme einfach nicht zur Ruhe oder finde Vertrauen in meine Gesundheit, da ich durch diese Schmerzen im Körper ständig etwas Neues habe... jedes Mal frage ich mich dann... ist das jetzt NUR Schmerz oder ist das vielleicht ein Tumor?). Seit ca. 2-3 Jahren habe ich deshalb eine Angststörung die mir jetzt schon 2x diagnostiziert wurde (unter anderem vom med. Dienst der Rentenkasse). Ich wache nachts schweißgebadet auf, mein Herz rast, mein Körper kribbelt und in meiner Wirbelsäule pocht es (kann das nicht besser beschreiben).

Ich habe sogar mit dem bisschen was ich zur Seite gelegt habe, eine Weile eine Therapie bei einer Schmerztherapeutin gemacht, die ich selbst bezahlt habe und welche die Einzige war, die mir wirklich Zeit gewidmet und mir auch geholfen hat.

Jetzt allerdings ist es so, dass alle Untersuchungen bisher OHNE BEFUND sind und die Rentenkasse nun darauf besteht, dass mein Hausarzt die Formulare ausfüllt. Ehrlich gesagt, kann dies auch kein anderer, da alle Fachärzte mich nur ein bis zwei Mal begutachtet haben bis auf die Schmerztherapeutin, die sich aber in dem Umfang auch nicht in der Lage dazu sieht.

Ich denke nun aber dass mein Hausarzt mich nicht als arbeitsunfähig einstuft. Er ist mehr so der: reiß dich zusammen und heul nicht-Typ. Ich denke dass er sich dahingehend nicht für mich stark macht. Er denkt ich bin jung und soll gefälligst arbeiten gehen.

Aber mir blieb ja nichts anderes übrig, da das Attest der Schmerztherapeutin nicht anerkannt wurde.

Das ganze hat sich jetzt so lange hin und her gezogen, dass ich erst diese Woche meinem Hausarzt letztlich (ich habe mich geschlagen gegeben) die Formulare (wiederwillig) zum Ausfüllen gegeben habe.

Aber am 31.Mai endet meine Erwerbsminderungsrente und ich bin ziemlich nervös... denn das sind noch rund 6 Wochen und ich weiß nicht, was ich genau jetzt tun soll. Hinzu kommt, dass ich Ende April operiert werde (Entfernung der Rachenmandeln, da ich seit 1 1/2 Jahren einen heftigen, chronischen Infekt habe). Also bin ich gleichzeitig ziemlich out of order während mir die Zeit weg läuft. Ich weiß ja nicht einmal, wie lange die Rentenkasse jetzt braucht bzw. wann mein Arzt das Formular dort abgibt.

Im Schreiben von der Rentenkasse steht drin, ich müsse mich im Fall des Falles DREI MONATE vor Ende der Ewgr beim Jobcenter melden.

Ich habe mir vorsichtshalber schon die entsprechenden Dokumente im Netz runter geladen, teils ausgefüllt und auch die benötigten Unterlagen raus gesucht nur... so lange ich noch in der Rente bin, sieht sich das Job Center nicht in der Verantwortung für mich.

Ich hab jetzt nur einfach echt Angst, was nach dem Mai wird.

WAS SOLL ICH JETZT AM BESTEN MACHEN?

Wird die Ewgr abgelehnt werde ich definitiv Widerspruch einlegen aber was passiert nach dem 31.05... wie soll ich mein Lebensunterhalt bestreiten? Miete etc.

Habt ihr einen Tipp für mich, was ich jetzt tun kann?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Rente nicht bewilligt bekomme, was schätzt ihr?


ICH BITTE UM HILFE!!! Ich bin echt verzweifelt und es macht meine Angststörung unerträglich. Ich habe vor lauter Stress und Sorge einen Ausschlag am ganzen Körper :( und schlafe fast gar nicht mehr. Bin über den Tag völlig k.o. und ohne Schmerztabletten geht nachts fast nix mehr.

Hilfe :(
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Alt 07.04.2017, 22:44   #2
ZynHH
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Standard AW: 7 Jahre Erwerbsminderungsrente und was jetzt? (Hartz4???)

Mit einer fibromyalgie solltest du dich mal einem Neurologen vorstellen.
Das geht nicht mehr weg, Nervenschmerzen, nervenschäden....Aber das und deine angst lässt sich medikamentös behandeln. Good Luck.

Schmerztablettrn betäuben dich, wirken aber nicht gegen Nervenschmerzen.
__

Mahalo
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Alt 07.04.2017, 22:58   #3
LittleAnchor
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Zitat von ZynHH Beitrag anzeigen
Mit einer fibromyalgie solltest du dich mal einem Neurologen vorstellen.
Das geht nicht mehr weg, Nervenschmerzen, nervenschäden....Aber das und deine angst lässt sich medikamentös behandeln. Good Luck.

Schmerztablettrn betäuben dich, wirken aber nicht gegen Nervenschmerzen.

Danke dir. Ich war natürlich schon bei einem Neurologen aber ein internistischer Rheumatologe ist da schon die richtige Anlaufstelle (hab ich von Fibro Patienten mehrfach gesagt bekommen). Der, zu welchem ich im Mai wieder hin gehe, ist auf Fibro sogar spezialisiert aber er meint das wäre keine Fibro. Tender Points ohne Schmerz bei Druck.

Untersuchung beim Neurologen blieb auch ohne Befund. Nur träge Nerven in den Armen (schlafen oft ein) und evtl Vermutung auf ein Krebs Rezidiv (was sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet hat).

Ich muss aber viel wichtiger wissen, was ich jetzt tun kann, da ich im Juni kein Geld mehr bekomme.

Danke dir dennoch für deine Tipps
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Alt 07.04.2017, 23:20   #4
doppelhexe
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Standard AW: 7 Jahre Erwerbsminderungsrente und was jetzt? (Hartz4???)

vorsichtshalber ALG2 beantragen ist schon mal ne option, wobei ALG2 eher gezahlt wird, wenn man erwerbsfähig ist. die können dich auch ans sozialamt verweisen. wichtig ist ja erst mal, das geld kommt.

die ämter (je nachdem, welches dich dann nimmt) können ja einen erstattungsantrag an die DRV richten für den fall, das die rente doch weiter gezahlt wird. du musst sie natürlich über die situation informieren... ohne aber zu sehr ins detail zu gehen, diagnosen und arztberichte gehen die nichts an, höchstens noch ihren ärztlichen dienst...

der internist. rheumatologe ist schon richtig. der hla b27 (der genannte blutwert) ... den haben viele rheumatiker, oft eben bei morbus bechterew, der ja bei dir durchaus eine diagnose sein kann... da muss der doc weiter schauen, die schmerzen in schüben würden schon passen... wenn du dich dahingehend mal informieren willst ist das forum genau das richtige: https://www.rheuma-online.de/forum/
auch fibro´s sind dort unterwegs...

ich denke auch, das du dich mal um einen termin beim psychiater kümmern solltest. du bist nicht verrückt, so mein ich das nicht...

aber viele krebspatienten entwickeln angststörungen oder auch eine PTBS ... und das muss ebenfalls behandelt werden. evtl. sogar mal in einer klinik, die abschlussberichte dort sind meist sehr aussagekräftig.

psychische diagnosen werden eher bei einer rente anerkannt als zb.

fibromyalgie... denn trotz diagnoseschlüssel wird diese krankheit fast nie ernst genommen. auch wenn die forschung schon einiges entdeckt hat, zb. die schäden an den kleinen nervenenden... https://www.uni-wuerzburg.de/sonstig...el/fibromyalg/

anerkannt sind diese ergebnisse jedenfalls noch nicht, leider...

ausserdem solltest du dich weiterhin um regelmäßige facharztbesuche bemühen, grade in deinem alter ist die rente auf dauer, jedenfalls ohne aussagekräftige facharztberichte, sehr unsicher.

und vorsichtshalber nach nem anwalt für sozialrecht umschauen, also mal umhören, wer auch mit beratungshilfeschein und prozesskostenhilfe gute dienste leistet (ist leider nicht die regel) ... wegen dem widerspruch und evtl. klage mit der rente... oder hast du evtl. eine rechtsschutzversicherung?
SOVD und co sind, jedenfalls nach meiner erfahrung, da eher nicht so zu empfehlen...
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Alt 07.04.2017, 23:23   #5
ZynHH
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Standard AW: 7 Jahre Erwerbsminderungsrente und was jetzt? (Hartz4???)

Was tust du medikamentös gegen deine angst störung?
Die kann diese fibroschmerzen schon massiv verstärken.

Stelle einen Antrag auf ALG II zum 1.6. Nachweislich schriftlich beim jc.
__

Mahalo
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Alt 08.04.2017, 19:42   #6
Muzel
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Standard AW: 7 Jahre Erwerbsminderungsrente und was jetzt? (Hartz4???)

Die DRV hat dich komplett verschaukelt. Du hast einen Anspruch auf Kenntnis deines Gesundheitszustandes. Das steht so im GG (Persönlichkeitsrecht Art.1I GG , Art 2 I GG). Also lass dich nicht veräppeln. Du darfst klagen, was das BVerfG festgestellt hat.
__

Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.
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Alt 09.04.2017, 08:27   #7
LittleAnchor
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Zitat von doppelhexe Beitrag anzeigen
[...]

Ich danke dir vielmals für die Antwort. So werde ich das machen.

Nur 2 Fragen drängen sich mir noch auf.

1. In dem Bogen für das Job Center steht auch die Frage, ob ich mindestens (weiß nicht mehr genau wie viele Stunden es waren) 3 oder 6 Stunden arbeiten kann.

Nun frage ich mich: wenn ich das mit Nein beantworte, sind sie in deren Augen ja nicht für mich zuständig, sprich ich habe keinen Leistungsanspruch.

Wenn ich aber mit ja antworte wäre es zum Teil (also 3 Stunden arbeiten wäre wahrscheinlich echt kein Problem) einfach gelogen und zum anderen habe ich bedenken, wie sich dass dann auf die EGMR auswirkt.

Was meinst du?

2 . Wenn ich den Antrag mit dem Vermerkt zum 01.06 schicke, bearbeiten die das überhaupt schon? Also so, dass ich im Fall des Falles dann auch im Juni etwas zur Verfügung habe?

Für eine weitere Einschätzung wäre ich dir wirklich sehr verbunden. Auch für deine tolle ausführliche Antwort bin ich sehr dankbar.

Geändert von Curt The Cat (09.04.2017 um 08:42 Uhr) Grund: Bitte keine Endloszitate ...!
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Alt 09.04.2017, 15:59   #8
doppelhexe
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Standard AW: Sieben Jahre Erwerbsminderungsrente und jetzt Hartz4? Was kann ich tun?

zu 1.)
das ist genau das, was ich meinte. ALG2 ist für erwerbsfähige ... was du da jetzt reinschréiben sollst kann ich dir nicht sagen. es kommt (für mich) ja auch auf deine finanzielle situation an.

beim ALG2 hat man nen schonvermögen von 150€ x lebensjahr + 750€ haushaltspauschale + auto im wert von 7500€

in der sozialhilfe neu seit 1.4.2017 ein schonvermögen von 5000€ , da ist das auto aber schon mit drin...

ICH (und das ist wirklich das, was ICH machen würde, nicht was du machen sollst, das bleibt deine entscheidung)
würde den ALG2 antrag abgeben und reinschreiben, das ich nicht arbeitsfähig bin. sonst brech ich mir ja wegen dem rentenwiderspruch selbst das genick. aber ICH habe auch kein schonvermögen über der grenze der sozialhilfe und da wärs mir schnuppe, ob die ALG2 ablehnen und mich in die sozialhilfe abschieben

wobei dann immer noch die frage ist, ob das sozialamt nicht auch ablehnt, dann muss man wieder zum jobcenter...
knifflige situation. denn eigentlich hast du, solange dein rentenwiderspruch noch läuft eine erwerbsfähigkeitseinschätzung der DRV, an die das jobcenter gebunden ist. eigentlich müssen die dich nehmen (du reichst dann dort hübsch die krankenscheine ein) und das jobcenter muss über seinen med. dienst ein gutachten über deine erwerbsfähigkeit einleiten. solange müssen die eigentlich zahlen ... oder bis dein widerspruch rente durch und rechtskräftig ist.
aber was heisst schon eigentlich, wenn die ämter ball spielen wollen...

zu 2.)
in der regel gibt man anträge auf leistungen ca. 6 wochen vorher ab, muss ja alles geprüft und berechnet werden. hauptsache im antrag steht der gewünschte beginn der leistungszahlung drin... dann klappt das schon.

PS: wenn möglich vor ort vorsprechen zur antragsabgabe, falls die dich gleich zum sozialamt jagen wollen. sonst wartest du womöglich 4 wochen auf die absage und rennst dann erst zum sozialamt...
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Alt 09.04.2017, 23:16   #9
LittleAnchor
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Standard AW: Sieben Jahre Erwerbsminderungsrente und jetzt Hartz4? Was kann ich tun?

Omg du rettest meine Tage bis zur Vollstreckung :)

ich werde es auch so machen, wie du es tun würdest.

Was mich dabei interessiert (ich hoffe wirklich, ich gehe dir nicht auf die Nerven mit meiner Fragerei), kann ich mich selbst einfach so als Arbeitsunfähig einschätzen ohne dass mir das eine Behörde quasi bescheinigt? Wenn ich das so angebe beim Job Center, wird das einfach so hingenommen? Und wenn ich dann zum Sozialamt marschiere (weil das JC mich da hin schickt) nehmen die das so an? Wenn sich plötzlich keiner mehr für mich in der Verantwortung sieht???? Oh je... mir wird ganz Schwarz vor Augen bei diesem Gedanken...

Ich kann es mir jetzt beim besten Willen nicht vorstellen. Es ist wirklich... eine richtig, richtig doofe Situation in der ich mich gerade befinde. Ich hoffe die Rentenkasse entscheidet letztlich zu meinen Gunsten. Ich drücke mir selbst fest die Daumen, dass sie zumindest im Zweifelsfall, mich zum Gutachter schicken. Die Ärztin dort hat wirklich Durchblick und versteht meine Situation sehr gut. Sie ist streng aber gerecht. Das letzte Mal saß ich unfassbare 2 1/2 Std. bei ihr und Sie war es auch, die als erste die Angststörung im Verlauf des Gespräches erkannt hat und dies auch per Bogen belegen konnte.

Was ich noch abschließend gerne wissen würde. Hab jetzt den kompletten Antrag ausgefüllt.

Den Hauptantrag
Den für Kosten der Unterkunft
und den für Vermögensverhältnisse

Die Anträge habe ich im Netz gefunden und der Rest trifft nicht auf mich zu. Kein Haus, kein Hof, kein Kind, kein Mitbewohner. Und auch kein ehemaliger Arbeitgeber der irgendwas ausfüllen könnte.

Die Frage ist nur... was schicke ich denen jetzt als "Anhang" mit.

Normalerweise gehört dazu ja so ein Kram wie:

3 Monate Kontoauszüge
Personalausweis
Meldebescheinigung?
Mietvertrag + Nachweiß zu Heizkosten

Das Ding ist... also normalerweise hat das JC kein Recht darauf meine Kontoauszüge zu kopieren und auch nicht meinen Personalausweis... soll ich das alles trotzdem kopieren und mitschicken? Ganz abgesehen davon, dass die das wohl nicht akzeptieren, wenn sie es nicht selbst kopiert haben.

Das mit dieser Kopierrei ist sowieso ne ziemlich grenzwertige Angelegenheit und das JC übertritt oft seine eigenen Kompetenzen, nur dass sich die wenigsten wegen Angst vor Schikane nicht wehren.

Sollte ich denen eine Kopie des letzten Bescheids meiner Rentenkasse+Grundsicherung als Kopie mitschicken?

Oder soll ich doch am besten das ganze Zeug nehmen und mit fertigem Bogen etc. dort antanzen? Omg ich erinnere mich an das JC in der Zeit nach meiner Ausbildung zur Erzieherin und bevor ich krank wurde. Ich war nicht lange dort aber es war... ALPTRAUM!!! Die Leute haben einen behandelt als wäre man... Abfall... ich will das nicht mehr :( das macht mich einfach echt fertig, wenn ich daran denke, bei denen jetzt vorsprechen zu müssen :((((

Eine letzte kompetente Meinung deinerseits wäre mir sooo willkommen!!!

Was also würdest du tun?

Glg



P.S. auf einer Seite habe ich übrigens etwas Interessantes gefunden, zu dem was du wegen der Feststellung zur Erwerbsfähig- bzw. unfähigkeit gesagt hast.

Es handelt sich um einen Mann, der ein ähnliches Problem hatte wie ich und bei dem die Erwerbsfähigkeit nicht abschließend festgestellt werden konnte.

Das Job Center hat ihn abgewiesen und zum Sozialamt geschickt. Die haben ihn auch abgewiesen und letztlich hat aber das Gericht in NRW das Job Center zum Zahlen verdonnert, da es so lange zuständig sei, bis das Gegenteil bewiesen wäre... also der Mann endgültig als erwerbsunfähig eingestuft wird.

ZItat:

Jobcenter handelte rechtswidrig

Am 9. Juni 2016 befand das LSG Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren, dass das Vorgehen des Jobcenters rechtswidrig war (Az.: L 9 SO 427/15 B ER). Die Begründung: Das Gericht gab dem Jobcenter zwar Recht, dass Hartz IV Leistungen die Erwerbsfähigkeit voraussetzen würden, doch habe das Jobcenter bis zur Feststellung einer Erwerbsunfähigkeit die Leistungen erst einmal zu zahlen. Anhand dieser gesetzlichen Verpflichtung werde vermieden, dass Antragssteller, bei denen die Erwerbsfähigkeit nicht abschließend geklärt ist, zwischen die verschiedenen Antragsstellen geraten und letztlich von beiden Seiten (Jobcenter und Sozialamt) keine Leistungen erhalten. Ohne den Sozialhilfeträger hinzugezogen zu haben, dürfe das Jobcenter die fehlende Erwerbsfähigkeit nicht annehmen.


Danke für deine tollen Stichworte. Damit kann ich mir schon selbst gut helfen <3

Geändert von LittleAnchor (09.04.2017 um 23:28 Uhr)
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Alt 10.04.2017, 10:06   #10
doppelhexe
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wie gesagt, ich würde persönlich vorsprechen zur antragsannahme.

1. kopieren die im normalfall, was sie brauchen
2. sagen die gleich, was noch fehlt
3. kann es dir passieren, das dein antragsformular nicht angenommen wird, weil viele jobcenter nur ihre eignen anerkennen. es kann also sein, das du deren formular ausfüllen musst.

liste in auf einem extra blatt genau auf, was du abgeben willst und lass dir das abstempeln.

wenn die dich zum sozialamt schicken gehst du gleich dorthin, evtl. nehmen die deinen antrag gleich garnicht an und müssen dir was mitgeben, das sie nicht zuständig sind. spätestens dann muss das jobcenter deinen antrag annehmen und bearbeiten.

ich würde letzten rentenbescheide mitnehmen, auch den aufhebungs-bescheid. und ganz wichtig, dein schreiben indem du widerspruch einlegst. ob irgendein amt das haben will weiss ich nicht, kann aber sein, damit die sehen, das die rentenaufhebung noch nicht rechtskräftig ist.

druck dir das urteil aus, das du als letztes in deinem beitrag geschrieben hast. notfalls legst du das vor, wenn das jobcenter kein einsehen hat.
wenn sie es trotzdem nicht annehmen wollen, dann verlang den geschäftsführer. will der auch nicht bleibt dir als letztes noch, den antrag in jeder anderen behörde abzugeben, die sind zur weiterleitung verpflichtet. gut wäre zb. ein gericht (hast ein sozialgericht in der nähe?) denn dort sitzen leute, die dir gleich sagen können, wer wirklich zuständig ist und sind dir behilflich.

übrigends, wenn sie dich wie "abfall" behandeln... sagt das mehr über sie aus, als über dich... zeig ihnen nicht, das dich das trifft. bleib sachlich und freundlich ... ich kann ausgesucht freundlich sein, wenn mir jemand dumm kommen will... dann muss ich mich aber vorher drauf einstellen können, sonst klappt das auch nicht.
und nimm dir für hinterher etwas schönes vor, als belohnung, das du es überstanden hast. du bist stärker als sie, DU hast es nicht nötig, andre klein zu machen um selber groß zu sein...

vielleicht hast du aber auch glück, alles läuft reibungslos und man behandelt dich wie ein mensch... soll es geben- wir haben hier sehr freundliche mitarbeiter, stets bemüht lösungen zu finden. auch wenn nicht immer alles reibungslos klappt, es sind ja auch nur menschen. aber man sieht, das sie sich bemühen...

viel glück
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Alt 12.04.2017, 20:08   #11
Tica
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Also ich mußte zwischendurch auch HartzIV beantragen, da die DRV der Meinung war sie wollen nicht verlängern.
Der Sachberbeiter war sehr nett. Er hat mir einen "Vertrag" vorgelegt, wo drin stand, dass ich die ARGE betreffs Rentenentscheidung auf dem Laufenden halten soll. Ansonsten keinerlei Verpflichtungen.
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