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Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 19.02.2017, 19:08   #1
tarnasso
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Registriert seit: 21.03.2016
Beiträge: 7
tarnasso
Standard Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthen

Liebes Forum,

ich wende mich wieder im Namen eines Freundes (aufgrund einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung (ist keiner Art Stress mehr gewachsen und ist in Therapie) für einen Freund, da er selber aufgrund seiner Erkrankung bisher nicht dazu in der Lage ist.

Ich hatte dies bereits schon einmal für ihn gemacht in folgendem Post, in dem es um die Entscheidung der Rentenkasse zu einer Reha-Maßnahme ging, wo noch Angaben bei der Arbeitsagentur gemacht werden mußten:

https://www.elo-forum.org/schwerbehi...sregelung.html

Mittlerweile ist die Reha-Maßnahme durchgeführt worden und die Umstände haben sich verschlechtert. Dazu nun die Details.

Verlauf vor dem Antritt der Reha:

Durch diverse Ursachen in der Jugend bildete sich über die Jahre eine Persönlichkeitsstörung. Nach 25 Jahren konnte er nun vor rund 2 Jahren Jahren akut nicht einmal mehr seinem Beruf nachgehen und kollabierte nahezu. Folge war das er über viele Monate krankgeschrieben wurde und eine Therapie begann. Den Alltag und große Menschenansammlungen kann er so nicht mehr wahrnehmen ohne komplett überfordert zu sein, wird aber durch seinen Therapeuten gut betreut und setzt sich mit seiner Situation auseinander. Er bekommt ferner Psychopharmaka (Sertralin) die aufputschend und stimmungsaufhellend wirken.

Aufgrund der unsicheren Situation in Bezug auf das weitere Vorgehen der Arbeitsagentur, der Aussteuerung, der möglichen Reha-Maßnahme (die er als große Chance sah) hatte er zwar seine Probleme, aber er hatte einen relativ stabilen Zustand der Hoffung machte.

Eine fünfwöchige Reha wurde genehmigt und es galt nun sich auf die Situation vorzubereiten. Aufgrund der Tatsache dass er eine Hündin hat, die für ihn während der ganzen Zeit eine enorme Stütze ist, suchte er nach einer Klinik die auch den Aufenthalt von Haustieren erlaubte. Sehr viele gab es nicht, weshalb die Wahl der Einrichtung dann auf die Bergklinik Saalfeld fiel. Positiv wirkte auch, dass diese eine 98% Erfolgsquote angab zu haben (dazu später mehr). Er machte sich zwar Sorgen weil er seine gewohnte Umgebung verlassen musste, allerdings auch Hoffnung dass man ihm dort die richtigen Werkzeuge an die Hand geben würde um besser damit umzugehen.

Wir (das heisst sein Bruder und dessen Frau, sowie ich und meine Frau) brachten ihn und seine Hündin alle gemeinsam hin, verbrachten noch etwas Zeit dort und fuhren dann gemeinsam ohne ihn los.

Verlauf während der Reha

Jede Woche stieg die Belastung immer weiter an, was aus meiner Sicht auch Sinn macht um zu prüfen wie belastbar der jeweilige Patient überhaupt ist. Die Zeit war extrem herausfordernd für ihn, welches sich noch verschlimmerte als wir nach einer Woche seinen Hund holen mussten. Dieser war, aufgrund der psychischen Situation von ihm als auch aufgrund der anderen Tiere anderer Patienten, immer verstörter.
Im Laufe der Zeit stand dann ein temporäres Ausscheiden aus dem Berufsalltag zur Debatte (um gezielt auf seine Persönlichkeitsstörung einzugehen / favorisiert von seiner behandelnden Ärztin) oder alternativ "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" (favorisiert durch die Oberärztin) zur Wahl am Ende des Aufenthalts.

In der Zeit der Betreuung durch seinen Psychotherapeuten vor der Reha, nahm er 100 mg Sertralin im Zuge der Therapie. Innerhalb der Zeit der Reha, entschied man nach drei Wochen, für die vorletzte Woche seines Aufenthalts die Dosis der Psychopharmaka deutlich zu erhöhen (von 100 mg auf 150 mg). Die darauf folgende und letzte Woche dann nochmals eine Erhöhung der Dosis (von 150 mg auf 200 mg), was geschah bevor die Leistungserprobung durchgeführt wurde, also wie der Patient sich konzentriert und gewisse Arbeiten durchführt. Des Weiteren erhielt er 5mg Olanzapin (Anti-Psychotikum) was er bis jetzt einnimmt und ebenfalls der Blutdrucksenker Ramipril, da bei ihm im Rahmen der Reha hoher Blutdruck festgestellt wurde.

Am Ende dieser Woche stand dann auch die Entscheidung "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben". Diagnose: vollschichtiges Leistungsvermögen (>6 Stunden täglich), arbeitsfähig für leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Der Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben wurde dann für Ihn eingereicht, nachdem er als Arbeitsfähig aus der Reha entlassen wurde.
Mich persönlich beschleicht hier das Gefühl das diese zweimalige Erhöhung der Dosis innerhalb dieses sehr kurzen Zeitraums (nachdem er über ein Jahr eine deutlich geringere Dosis erhielt) von zwei Wochen eher dazu dient den Patienten einigermaßen fit für die "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" zu machen und die Erfolgsquote von 98% zu halten.

Das eigentliche Ziel, die Menschen von den Psychopharmaka wegzubringen und nicht diese Behandlung noch zu intensivieren um einen Einstieg ins Arbeitsleben herbeizuführen, wurde aus meiner Sicht nicht gewünscht. Diesen Eindruck bestätigen zumindest auch andere Bewertungen der Klinik durch Patienten die mit schwereren psychischen Leiden dorthin kommen.

Verlauf nach der Reha

Nachdem er mit dieser Nachricht wieder entlassen wurde, verschlechterte sich sein Zustand massiv und wurde sogar schlechter als zu dem Zeitpunkt, als er damals kollabierte und alles begann.

Er kann aufgrund von Ängsten nicht mehr aus dem Haus wenn er unter Menschenmengen muss, die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist nicht mehr möglich, maximal mit einer Begleitperson die ihn zu Behördengängen begleiten muss (selbst dann mit massiven Problemen).
Die Zeit der letzten Monate waren ein permanentes dahindämmern in Abwarten auf die nächsten Schritte wie es jetzt weiter geht.
Nun kam von der Deutschen Rentenversicherung die Zusage auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Kosten werden übernommen unter folgender Bedingung:
  • Beschäftigung darf nicht geringfügig sein

Er ist nun arbeitslos / arbeitssuchend gemeldet und steht regelmäßig der Vermittlung zur Verfügung. Sobald ein geeigneter Arbeitsplatz gefunden wurde, wird die Rentenversicherung über Höhe und Dauer des Zuschusses entscheiden.

Er wird dies aber nicht machen können. Er kommt ja noch nicht einmal zum Arbeitsplatz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ohne durchzudrehen. Sein Therapeut hat nach der Reha sogar die zwingende Begleitung bei Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln bei der Rentenversicherung empfohlen um seinen Bewegungsradius überhaupt zu gewährleisten.

Auf den Bescheid zur Teilhabe am Arbeitsleben wurde Widerspruch wie folgt erhoben:

Mit erschrecken habe ich Ihren Bescheid zur Erlangung eines Arbeitsplatzes erhalten. Mir wurde während der Reha zugesichert, dass bevor eine Entscheidung getroffen wird, ich die Möglichkeit erhalten würde, mich dazu äußern zu dürfen. Zudem hatte ich telefonisch, unter der Durchwahl -XXXX darauf hingewiesen (ca. Dez.2016), dass ich angehört werden möchte.

Eine Arbeitsaufnahme ist mir weiterhin, aufgrund meines psychischen Zustands, nicht möglich. Da ich unter anderem weder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne Begleitung fahren kann, noch über ein Führerschein verfüge, ist bereits der Antritt einer Arbeitsaufnahme nicht gegeben. Ein entsprechender Antrag liegt beim LaGeSo, bezüglich einer Schwerbehinderung, zur Prüfung vor.

Ich bitte zudem, sich mit meinem Psychotherapeuten in Verbindung zu setzten, der Ihnen meine Arbeitsunfähigkeit beglaubigen kann. Ich erteile Ihnen hierfür die Berechtigung alle Informationen meines Therapeuten zu erhalten, die für diese Prüfung relevant sind. Eine Rücksprache ist von Nöten, damit dieser Bescheid bzw. der Widerspruch objektiv meinen psychischen Zustand belegen kann.


Was für Möglichkeiten bestehen, was für Rechte hat er? Unterlagen stehen zur Verfügung und können bei Bedarf anonymisiert eingestellt werden.

Danke und liebe Grüße an Alle!
tarnasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2017, 21:15   #2
Helga40
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Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Was will er mit dem Widerspruch erreichen? Er hat doch Leistungen zur Teilhabe beantragt und die wurden bewilligt. Und zwar auf Grundlage der Einschätzung, dass er über 6 h/Tag arbeiten kann. Im Übrigen auch die Grundlage, wieso er Alg 1 bekommt. Wenn er meint, gar nicht arbeiten zu können, hätte er keinen Anspruch auf Alg 1.
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"Rules and responsibilities. These are the ties that bind us. If we did otherwise, we would not be ourselves. I will do what I have to, and I will do what I must. The only announcement is, that there is no announcement... quote the Raven, nevermore." - RAVEN
Helga40 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2017, 23:47   #3
tarnasso
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tarnasso
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Ja, er hat es beantragt, weil ihm aus seiner Sicht durch die Klinik keine Wahl gelassen wurde und er Angst hatte das er ansonsten komplett arbeitsfähig geschrieben werden würde, trotz seines Zustandes. Dabei stand noch im Raum das er ca. 3 Stunden am Tag (Hamburger Modell) langsam und in seinem notwendigen Tempo heran geführt wird. Das war zum Ende der Maßnahme als der Antrag auf LZT gestellt wurde.

Zwei Monate später kam dann der komplette Arztbrief in welchem stand das er defacto uneingeschränkt eingesetzt werden kann.

Ja, er meint derzeit nicht arbeiten zu können, schon gar nicht in diesem Umfang der dort angegeben ist. Das meint aber nicht nur er, sondern auch ich, Freunde sowie sein Therapeuth der ihn bereits über ein Jahr betreut. Was er versucht mit dem Widerspruch zu erreichen, ist doch eigentlich recht klar aus dem Widerspruch zu ersehen.

Zum Einen möchte er das wahrgenommen wird das, wenn die Ziele des Patienten nicht die des Kostenträgers sind und der eigenen Statistik schaden könnten, man keine Chance hat. Viele Bewertungen der Klinik durch Patienten die wie er Probleme schwererer Natur haben, zeigen das diese trotzdem "arbeitsfähig" entlassen werden, trotz entweder keiner Hilfe bzw. noch schlechterem Zustand.

Zum Anderen möchte er (und ich für Ihn) wissen welche Wege er nun beschreiten kann um eine Anerkennung seines Problems zu bekommen (sein Therapeuth weiß dort deutlich besser wie es um ihn steht) und was für Schritte an dieser Stelle mit dem bisher geschehenen möglich sind.

Zitat:
Wenn er meint, gar nicht arbeiten zu können, hätte er keinen Anspruch auf Alg 1.
Leider hilft mir dieser Satz gar nicht. Was würde er sonst von wem bekommen? Was für Gegebenheiten müssen erfüllt sein? Muss die Einschätzung der Klinik angefochten werden? Wenn ja, wie?

Schönen Abend und liebe Grüße
tarnasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 00:26   #4
Helga40
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Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40 Helga40
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Er hat die Leistungen bewilligt bekommen, die er beantragt hat. Den Widerspruch kann ich lesen, aber anders als du verstehe ich ihn nicht.

Wenn er meint, dass er nicht erwerbsfähig ist, dann braucht er keine Teilhabe Leistungen, dann will er Erwerbsminderungsrente. Davon ist er nach dem Gutachten aber meilenweit entfernt.

Was soll man da raten? Der Unterschied zwischen "Kann vollschichtig arbeiten" und "kann nicht arbeiten" liegen Welten. Im Übrigen beschleicht mich das Gefühl, dass er umgehend nach der Reha die von dort verordneten Medikamente abgesetzt hat und er deshalb in einem gleichen oder schlimmeren Zustand als vorher ist.
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Helga40 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 02:11   #5
yukiko
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yukiko yukiko yukiko yukiko yukiko yukiko yukiko yukiko
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Zitat von tarnasso
[...]Ich finde es persönlich unmöglich das du, ohne die Person um die es geht zu kennen, Vermutung zu deren Verhalten in den Raum wirfst die ein schlechtes Licht auf denjenigen werfen und eine vermeintliche Schuld beim Patienten suchen anstatt in dem Vorgang dahinter.[...]
Zitat:
[...]Zumal ich ihm das hier eigentlich zur Klärung lesen lassen wollte, verzichte bitte auf weitere "Hilfe" und Spekulationen dieser Art. Danke.
und ich persönlich finde es inzwischen unerträglich, dass wenn man versucht, jemandem zu helfen, der für jemand anderen schreibt, dafür auch noch schief angefahren wird.

~> ich persönlich werde hier im Forum zukünftig ausschließlich auf Threads und Fragen reagieren, die von derjenigen Person selbst stammen, die ein Anliegen hat, alles Andere sorgt offenbar nur für überflüssigen Zusatzärger, welcher hier durchaus entbehrlich ist ☺
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Das ist nur meine Meinung ohne Gewähr
~> "goldene Überlebensregeln":
1 Nur mit Beistand nach § 13 SGB X hingehen, alles mitschreiben
2 Nicht provozieren lassen, stets nach Rechtsgrundlagen fragen
3 Auf "heikle" Fragen mit Gegenfragen antworten
4 Alles schriftlich und nachweisbar kommunizieren
5 Bei "Unklarheiten" *Antrag auf Auskunft und Beratung nach §§ 13-15 SGB I* stellen
6 Das "Amt" mag keine Arbeit :bigsmile:
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Alt 20.02.2017, 02:18   #6
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Hallo tarnasso,

Habe noch mal in dein erstes Thema dazu reingeschaut und möchte hier mal übernehmen, darauf hinweisen, dass dein Freund bereits wegen Aussteuerung aus dem Krankengeld (seit Februar 2016) nun im Zuge der Nahtlosigkeit bei der AfA ist ...

Sehe ich das soweit richtig ???

Wie lange war er denn in dieser Reha, sein ALGI dürfte doch auch bald ablaufen, es verschiebt sich zwar um die Zeit der Reha (weil ja Übergangsgeld gezahlt wurde) aber er hat ja (vermutlich) nur Anspruch für höchstens 12 Monate ???

Die Problematik mit den "Erfolgen" in den psychosomatischen Reha-Kliniken der DRV ist mir nicht ganz unbekannt, ich hatte selber auch das "Vergnügen" auf (dringenden) Wunsch meiner KK eine solche Reha antreten zu "dürfen", allerdings habe ich mich nicht darauf eingelassen mit Medikamenten herum zu experimentieren.

Das überlasse ich generell meinen behandelnden Ärzten dazu (mit mir zusammen) Entscheidungen zu treffen, was notwendig ist, in welcher Dosierung und ob überhaupt.

Zitat:
In der Zeit der Betreuung durch seinen Psychotherapeuten vor der Reha, nahm er 100 mg Sertralin im Zuge der Therapie. Innerhalb der Zeit der Reha, entschied man nach drei Wochen, für die vorletzte Woche seines Aufenthalts die Dosis der Psychopharmaka deutlich zu erhöhen (von 100 mg auf 150 mg). Die darauf folgende und letzte Woche dann nochmals eine Erhöhung der Dosis (von 150 mg auf 200 mg), was geschah bevor die Leistungserprobung durchgeführt wurde, also wie der Patient sich konzentriert und gewisse Arbeiten durchführt.
Immerhin sind 200 mg bereits die Höchst-Dosis bei diesem Medikament (das mit dem "S"), das 2. mit dem "O" suche dir ruhig mal selber im Internet raus, bitte achte auf seriöse Informationen dazu aber schon die lassen mir die "Nackenhaare" zu Berge stehen ...

Ein Mensch mit den psychischen Problemen, die man dafür "braucht" kann ganz sicher nicht Erwerbsfähig sein für mehr als 6 Stunden täglich ... ich mag jetzt auch nicht "abgleichen", ob es da "Wechselwirkungen" gibt die zusätzlich völlig daneben wären.

Aber mir ist (leider) bekannt wie gerne in den Reha-Kliniken auf "neue /andere Psychopharmaka" eingestellt wird, was sagen denn seine behandelnden Ärzte zu diesem Cocktail ...
Finden die das OK, besonders wenn sie das "Ergebnis" vor sich haben ...

Auch wenn er als Arbeits-Fähig entlassen wurde, sollte er sich wieder eine AU-Bescheinigung geben lassen, das war ja nur die Ansicht der Klinik-Ärzte zum Zeitpunkt der Entlassung, die AfA bekommt diese Bescheinigung ohnehin nicht mehr vorgelegt.

Das gilt weiterhin wie direkt nach der Aussteuerung.

Zitat:
Im Laufe der Zeit stand dann ein temporäres Ausscheiden aus dem Berufsalltag zur Debatte (um gezielt auf seine Persönlichkeitsstörung einzugehen / favorisiert von seiner behandelnden Ärztin) oder alternativ "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" (favorisiert durch die Oberärztin) zur Wahl am Ende des Aufenthalts.
Von welcher Ärztin jetzt, von der die ihn in der Reha betreut hat und mit den Pillen zugedröhnt hat ... ???
Es ist (leider) üblich, dass die "Stations-Ärzte" mal andere Meinungen äußern als deren Vorgesetzte (die Oberärztin), denn es soll ja ein Erfolg gemeldet werden an die DRV, eine EM-Renten-Empfehlung im Reha-Bericht ist aber KEIN Erfolg ...

Ein Antrag auf LTA ist natürlich ein großer ERFOLG, besonders wenn der Antrag noch direkt in der Reha unterschrieben wird, ohne den Betroffenen groß aufzuklären, was er daraus konkret zu erwarten hätte als Leistung von der DRV.

Wer LTA möchte KANN ja gar nicht EM sein, sonst kann man eine LTA ja gar nicht in Anspruch nehmen (wollen) und das steht natürlich nun auch genau so im Reha-Bericht ... er ist Vollzeit Erwerbsfähig, die DRV ist bereit einen Wieder-Einstieg bei einem interessierten ud geeigneten AG finanziell zu unterstützen ...

Mit "Hamburger -Modell" hat das nicht viel zu tun, so was geht ja nur wenn es noch einen AG gibt, zudem ist das eine Wiedereingliederung die über die KK laufen würde und gar nicht mehr möglich ist nach der Aussteuerung ...

Zitat:
Des Weiteren erhielt er 5mg Olanzapin (Anti-Psychotikum) was er bis jetzt einnimmt und ebenfalls der Blutdrucksenker Ramipril, da bei ihm im Rahmen der Reha hoher Blutdruck festgestellt wurde.
Kann mich nur wiederholen, ob denn diese Medikamente nun auch von seinen behandelnden Ärzten für wirklich sinnvoll und notwendig gehalten werden, dass man in der Reha (unter solchen Bedingungen) schnell mal zu hohen Blutdruck bekommen kann, ist mir nachvollziehbar aber nicht unbedingt ein Grund deswegen gleich Medikamente zu verordnen.

Das kann übrigens auch eine Nebenwirkung der anderen Medikamente sein, gerade Psychopharmaka gehen gerne auf Kreislauf und Blutdruck ... manche steigern den und andere senken den auch mal ungewollt stark ab ... besonders bei Beginn oder Dosis-Steigerungen ist das nicht ganz ungefährlich.

Ich halte solche Reha-Experimente mit irgendwelchen Pillen für medizinisch verantwortungslos, das sollte besser in den Händen und unter Kontrolle der behandelnden Ärzte bleiben.

Deinem Freund scheint es ja mit dieser Mischung nicht wirklich gut zu gehen, wann wurde denn eine Kontrolle der Blutdruck-Werte empfohlen, das sollte auch im Bericht stehen, sonst weiß es hoffendlich wenigstens der Hausarzt, dass man auch die Wirkung von Blutdruck-Tabletten nach einiger Zeit überprüfen sollte mittels 24-Stunden-Messung.

Die Blutdruck-Tabletten nehme ich auch, daher weiß ich wie mein Hausarzt damit umgeht ... die wurden mir auch erst nach Prüfung aller sonstigen Medis und einer 24-Stunden - Messung (versuchsweise) verordnet ... nach einigen Wochen wurde die Wirkung überprüft ...

Zitat:
Am Ende dieser Woche stand dann auch die Entscheidung "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben". Diagnose: vollschichtiges Leistungsvermögen (>6 Stunden täglich), arbeitsfähig für leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Na-Ja, eine "Verweis-Tätigkeit" ist ja nun nicht gerade eine gültige Berufsbezeichnung, Vollschichtig ist klar, sonst besteht ja keine Aussicht auf Bewilligung einer LTA ...

Zitat:
Der Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben wurde dann für Ihn eingereicht, nachdem er als Arbeitsfähig aus der Reha entlassen wurde.
Zumindest muss er den Antrag ja unterschrieben haben, denn solche Anträge stellt man "freiwillig" oder gar nicht, das kann nicht einfach Jemand Anderes erledigen ...

Zitat:
(4) Die Leistungen zur Teilhabe bedürfen der Zustimmung der Leistungsberechtigten.
Quelle

§ 9 SGB IX Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten

Nun hat er also einen Bescheid bekommen und man bewilligt ihm Zuschüsse für einen AG. wenn der bereit ist ihn Vollzeit (leidensgerecht und versicherungspflichtig) einzustellen ... die AfA soll ihm dabei helfen, was nie klappt, weil sie ja nicht mal Arbeit für gesunde Arbeitslose anzubieten hat ...

Trotzdem muss er sich auch im Zuge der Nahtlosigkeit nun der Vermittlung in diesem gesteckten Rahmen "zur Verfügung" stellen, es wird (vermutlich) sonst nicht viel passieren, weil die AfA auch nicht weiß, was sie nun mit ihm anfangen soll ...

Ein Widerspruch gegen die bewilligte Leistung hilft ihm da nicht weiter, er hätte dieses "Angebot" besser direkt ablehnen sollen, vielleicht wäre dann auch der Reha-Bericht realistischer ausgefallen ...

Eine Bekannte hat kürzlich in einer ebensolchen Reha jede Beantragung von LTA abgelehnt, weil sie sich dazu gesundheitlich (zumindest vorerst) nicht in der Lage gefühlt hat ... die dortige Stationsärztin hatte ihr auch schon "unterschwellig" eine Einschränkung auf 3 - UNTER 6 Stunden "angedeutet" (ja, mehr gibt es nicht dazu in einer DRV-Reha).

Auch dort war die Oberärztin darauf aus ihr einen LTA-Antrag "schmackhaft" zu machen, wenn sie als Teil-EM entlassen würde, ginge das ja nicht mehr ..., sie hat dankend darauf verzichtet, die Oberärztin war "sauer" aber das war der Betroffenen egal ... sie wurde weiter AU entlassen.

Inzwischen wurde diese Reha in eine befristete EM-Rente "umgedeutet" ...

Dein Freund kann natürlich einfach EM-Rente beantragen, mit dem Widerspruch gegen die LTA wird er nichts erreichen, darin steht ja in der Regel schon, dass der Bescheid aufgehoben wird wenn das Ziel (Wiedereingliederung mit AG-Zuschuss) nicht erreicht werden kann, die DRV gibt aber so schnell nicht auf ...

Zitat:
Mich persönlich beschleicht hier das Gefühl das diese zweimalige Erhöhung der Dosis innerhalb dieses sehr kurzen Zeitraums (nachdem er über ein Jahr eine deutlich geringere Dosis erhielt) von zwei Wochen eher dazu dient den Patienten einigermaßen fit für die "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" zu machen und die Erfolgsquote von 98% zu halten.
Wirklich "fitt" gemacht hat es ihn ja offenbar nicht, er sollte das alles unbedingt noch einmal von seinen behandelnden Ärzten überprüfen lassen, ob diese (zusätzlichen) Pillen überhaupt passen und notwendig sind und ob die Pillen, die er bisher schon genommen hat nicht besser wieder reduziert werden sollten.

Denn offenbar ging es ihm ja vor der Umstellung / Erhöhung schon etwas besser ...

Meinem Männe wurde auch mal von einem DRV-Gutachter geraten mehr und höher dosierte BTM (er war schon auf Opiate eingestellt) einzunehmen, dann könne er auch ohne Schmerzen Vollzeit arbeiten gehen ... das war bei einer Begutachtung wegen EM-Rente ...

Mit mehr von diesen Medikamenten hätte er überhaupt nicht mehr arbeiten können, wahrscheinlich würde er schon gar nicht mehr leben ... aber dann müsste die DRV wenigstens keine EM-Rente (mehr) zahlen ...

Seit wann ist er denn aus der Reha zurück und war er schon bei einem seiner Ärzte, was sagen die denn zur Reha, der aktuellen Medikation und der nachfolgenden gesundheitlichen Entwicklung ???

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 20.02.2017, 08:16   #7
Bitas
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Bitas Bitas
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Hallo,

Ich sehe einige Parallelen zu meinem Fall, habe auch verschiedene Persönlichkeitsstörungen aber in andere Richtung.
Ich befinde mich noch in Psychosomatischer Reha.
Mir wurde klar gesagt, das "niemand" mit Persönlichkeitsstörungen AU entlassen wird.
Es wird hier täglich betrogen und gelogen und nur zu Gunsten der DRV gearbeitet, Patienten absichtlich falsche Informationen gegeben, echt zum kotzen.

Meine Einzel Therapie Gespräche sind reine Arbeitsvermittler Gespräche......bekomme 40 min nur aufgezählt was ich denn nicht noch alles machen könnte......ihr Favorit ist Inkasso Büro, weil ich sehr aggressiv bin und die Schuldner so sicherlich Angst bekommen.....usw. usf.....ich bin, unter anderem hier meine Aggressionen in den Griff zu bekommen......
Ich gehe jetzt zur Ober Psychologin und werde mitteilen das ich keine weiteren Einzel Gespräche mehr wahrnehmen werde.
Bin auf die Reaktion Gespannt.

Ich wünsche dem Freund vom TS viel Kraft, denn die wird er brauchen.
Wenn mein Beitrag zu sehr OT ist, dann bitte einfach löschen....müßte das jetzt mal loswerden.

Gruß
Bitas
Bitas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 11:03   #8
tarnasso
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tarnasso
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

@Doppeloma: Vielen Dank, ich werde mich damit heute noch beschäftigen und gewünschte Informationen nachreichen. Tausend Dank.

@Bitas Danke auch dir für deine lieben Worte und wünsche dir alles nur erdenklich Gute für deine zukünftige Genesung und Entwicklung

@yukiko: Lassen wir das. Es ist nicht zielführend und mir fehlt die Zeit wiederholt Argumente anzuführen. Überdenke trotzdem noch einmal deine Entscheidung anderen in derselben Situation nicht mehr helfen zu wollen, denn woher sollen sie diese sonst bekommen. Die haben dann wahrscheinlich auch nicht so einen Unhold wie mich zum Freund und die sind dann auch viel netter, auch bei Unterstellungen.
tarnasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 11:58   #9
gila
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Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

In großen Teilen lese ich hier so einiges aus dem Werdegang meiner Tochter ...
Nach langem Hin und Her haben wir sie aus ALGII heraus in die Grundsicherung (Sozialamt) - lt. einiger
Gutachten des ÄD nicht erwerbsfähig über 3 Std. täglich.
Dann will das Sozialamt natürlich die Rentenansprüche prüfen - man muss Antrag stellen (auch wenn finanziell NIX raus
kommt, weil sie nie eingezahlt hat) - und wieder geht die Mühle los.
Ein "gutmeinender" Psychiater erstellt ein Gutachten für die DRV und meint plötzlich, ihr was "Gutes"
zu tun (Sie sind ja noch so jung ... es "könnte" ja sein ...) und bescheinigt eine Erwerbsfähigkeit über 6 Std. täglich.
Die behandelnden Ärzte sind entsetzt - fertigen Atteste, die man ohne einen Kloß im Hals gar nicht mal
lesen kann :-(
Die DRV schnappt das Gutachten dankbar auf und bietet eine "psychosomatische Reha" an.
Dort soll nun in wenigen Wochen was festgestellt und "erreicht" werden - was 9 Kliniken in den letzten
15 Jahren nicht geschafft haben?
Sowas würde meine Tochter, die JAHRE gebraucht hat, um aus Medikamentensucht und Abhängigkeiten endlich
heraus zu kommen, ihre Ernährung umzustellen, Sport zu beginnen und den Alltag MIT ihren Einschränkungen und auch
chronischen körperlichen Schmerzzuständen (durch jahrelange Chemie!) zu leben und gestalten,
eher umbringen.
Sie erhält zusätzlich ein Persönliches Budget, damit sie ihren Alltag gestalten kann und "teilhaben" kann an einem
Leben in der sogenannten "Gemeinschaft" - und das hat schon viel gebracht.

Gegen diese Aufforderung, den Antrag auf eine Reha zu stellen, bin ich mit reichlich Attesten erstmal argumentativ vorgegangen.
Ich habe nun auch den VDK eingeschaltet, der jetzt erstmal alles Weitere übernimmt und der DRV zunächst auch
mitgeteilt hat, dass das Gutachten "gut gemeint" war - aber die Einschätzung schlicht "Kappes".
Inzwischen war sie auch 3 Wochen stat. in einer Schmerzambulanz - auch diesen Befund mag man nicht
wirklich lesen ... und sich vorstellen, WIE so ein Mensch mit derart vielen Einschränkungen und chronischer
Schlaflosigkeit etc. etc. etc. .............. überhaupt seinen Tag gestaltet - von Arbeiten gar nicht zu reden.
Schon der dann notwendige Übergang wieder ins SGB II mit dem ganzen Druck und Gedöns - und dies völlig "umsonst",
da man keinen Arbeitgeber finden WIRD, der das alles mitträgt, würde so einen Menschen eher umbringen.

Tja - in dieser Phase sind wir nun ... dass der VDK der DRV auch die neuesten Befunde und Ergebnisse übermittelt hat und auch mitgeteilt,
dass eine "Reha" - die letztlich ja auch SINN machen soll, hier gar nicht angezeigt ist -
und wir nun abwarten, was die Schlaumeier im fernen Berlin nun dazu sagen.

Ich kann Euch nur raten, hier einen Anwalt für Sozialrecht einzuschalten oder auch den VDK oder einen anderen Sozialverband, der dies über eine Mitgliedschaft übernimmt.

@ tarnasso: Euer Freund kann sich glücklich schätzen, Leute wie Euch hinter sich zu haben.
Meine Tochter hätte dieses jahrelange "Martyrium" der einen und der anderen Weise nie geschafft, ohne die ständige Unterstützung ihrer Familie!
Natürlich auch nicht ohne meinen Kampfgeist und einiges an Wissen hier - schnuppere in meinem Profil mal über diverse Themen,
die so einiges verraten, was alles sein kann. Aber lasst euch nun professionell helfen!

Ich war IMMER der Meinung, die Persönlichkeitsstörung meiner Tochter ist zum ganz großen Teil eher auf
"Vergangenes" zurückzuführen und wurde durch die vielen Medikamente (was letztlich bei psychisch Erkrankten auch häufig zu einer Selbst-Medikation und missbrauch führt) - erst recht noch "zementiert".
Ich verglich es vor einigen Jahren, als sie dann auf der Straße zusammenbrach von der Übermedikamentierung, mit einer Art "Zwiebel" ...
und machte ihr klar, dass ich glaube, wenn man der Reihe nach alles mal weg lässt und (unter Aufsicht) entzieht, dass dann erst der Mensch darunter hervor kommt, der sie nach alle dem wirklich ist,
und man erst DANN sehen kann, was noch von den Erkrankungen "übrig" ist und nun richtig bearbeitet werden kann.
Die ganzen Jahre mit den vielen Benzos, Psychopharmaka und Antidepressive haben der Reihe nach alles eher verdichtet, Wirkliches überdeckt, Gesundes vernichtet.

Ihre Depressionen kann sie nun mit sehr viel Sport und Fitness in Zaum halten, von den Medikamenten die Gewichtszunahme von gut 30 Kilo
hat sie mit Sport und strenger veganer (sehr bewusster!) Ernährung runter gebracht, vieles wurde durch die Ernährung geheilt - sie sieht als junge Frau nun einfach TOLL aus - und alles andere ging dann auch gut mit natürlichen Mitteln zu behandeln!
Für ihre Intelligenz und geistigen Bedürfnisse fand sie eine spirituelle Heimat in einem buddhistischen Zentrum - wo sie mit viel Meditation gelernt hat, mit ihren Empfindungen und Gefühlen und dem Stress besser umzugehen.
Sie hat gelernt und lernt jeden Tag, mit ihren vielen Einschränkungen und "Eigenheiten" zu leben - wohnt eigenständig in sogenannter "Betreuung" durch eine Sozialpädagogin, die durch das Budget finanziert wird und ihr wöchentlich durch Besuche und Gespräche zur Seite steht und auch aufkommende Alltagsprobleme mit ihr dann angeht.

Für Euren Freund kann ich keinen "Rat" geben - jeder Weg ist ein anderer ... dieser ist nur einer - aber er war sehr erfolgreich - man muss ihn nur gehen...
und man kann vieles ausprobieren - nur nicht den Mut verlieren!

In der "buddhistischen Psychotherapie" (die leider nur wenige Therapeuten können) heißt es:
Man befreit sich nicht VON seiner Krankheit - sondern man befreit sich IN seiner Krankheit.

Vielleicht macht diese Überlegung Eurem Freund ein wenig Mut?

Wir sind nun bestrebt, ihr einfach den Rücken frei zu halten, damit nicht alle Bemühungen umsonst waren, und
damit sie ihren EIGENEN Weg gehen kann - denn "irgendwann" möchte sie sich tatsächlich mal in einem kleinen Job ausprobieren - aber dann bitteschön in ihrem EIGENEN Tempo und ihrem eigenen "Metier", dass sie suchen und finden will.
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Wer berühmt genug ist, muss nicht fürchten, zur Vernunft gebracht zu werden.
aus: "Altersglück" - Vom Segen der Vergesslichkeit
Autor: Dietmar Bittrich (Gummibärchenorakel)
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Alt 20.02.2017, 12:45   #10
Bitas
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Bitas Bitas
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Leider wieder OT...
@gila,

Dein Beitrag ist unglaublich gut geschrieben und trifft 100%tig auf den Punkt.
Ich habe das ganze geheuchel und gelüge so satt...was ist aus diesem Land nur geworden.
Bitas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 23:25   #11
tarnasso
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tarnasso
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

@gila: Ich danke dir für deinen Zuspruch. Nicht nur er hat Glück uns zu haben, wir haben auch das Glück ihn zu haben... gleicht sich alles aus. :-) Dir viel Kraft und Erfolg für dich und deine Tochter.


@Doppeloma

Zitat:
Habe noch mal in dein erstes Thema dazu reingeschaut und möchte hier mal übernehmen, darauf hinweisen, dass dein Freund bereits wegen Aussteuerung aus dem Krankengeld (seit Februar 2016) nun im Zuge der Nahtlosigkeit bei der AfA ist ... Sehe ich das soweit richtig ???
Ja siehst du richtig so. Er ist nun und arbeitssuchend nach der Reha, Nahtlosigkeitsregelung fällt weg.

Zitat:
Wie lange war er denn in dieser Reha
Fünf Wochen, seit August 2016 am Tag der Entlassung auf ALG1

Zitat:
Im Laufe der Zeit stand dann ein temporäres Ausscheiden aus dem Berufsalltag zur Debatte (um gezielt auf seine Persönlichkeitsstörung einzugehen / favorisiert von seiner behandelnden Ärztin) oder alternativ "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" (favorisiert durch die Oberärztin) zur Wahl am Ende des Aufenthalts.
-----------
Von welcher Ärztin jetzt, von der die ihn in der Reha betreut hat und mit den Pillen zugedröhnt hat ... ???
Hier habe ich nun ergänzende Informationen: Seine Hausärztin hat das empfohlen unterstützt durch seinen Therapeuten, die Psychologin in der Klinik fand das ebenfalls sinnvoll, nur nicht die Klinikleitung, weswegen die Klinik psychologin dann umschwenkte auf LTA. Und jetzt kommt es... der Sozialmedizinische Dienst war, trotz vorheriger Absprache das die Besprechung zur Möglichkeit UND Unterschrift zur LTA in dessen Beisein stattfinden soll, aufgrund von Krankheit NICHT vor Ort während des Gespräches. Nachdem er die Unterschrift leistete, argumentierte man im Nachhinein wenn die LTA zur Sprache kam, das er es doch anscheinend so wollte aufgrund seiner Unterschrift. Muss da nicht zwingend jemand vom SMD anwesend sein??

Zitat:
Kann mich nur wiederholen, ob denn diese Medikamente nun auch von seinen behandelnden Ärzten für wirklich sinnvoll und notwendig gehalten werden, dass man in der Reha (unter solchen Bedingungen) schnell mal zu hohen Blutdruck bekommen kann, ist mir nachvollziehbar aber nicht unbedingt ein Grund deswegen gleich Medikamente zu verordnen.
Auch hier ergänzende Informationen die mir so noch nicht bekannt waren: Die behandelnde Neurologin zuhause hat dem wohl zugestimmt (die Erhöhung von 100 mg auf 200 mg S. durch die Klinik) und selber anschließend die 5 mg O. verschrieben. Ich habe dies nicht gewusst und ihm geraten die Neurologin zu wechseln, was er eh schon länger in Gedanken vor sich herschob weil er sich dort schon länger nicht gut aufgehoben fühlt.

Zitat:
Wirklich "fitt" gemacht hat es ihn ja offenbar nicht, er sollte das alles unbedingt noch einmal von seinen behandelnden Ärzten überprüfen lassen, ob diese (zusätzlichen) Pillen überhaupt passen und notwendig sind und ob die Pillen, die er bisher schon genommen hat nicht besser wieder reduziert werden sollten.
Hier meinte ich auch eher weichschießen... soviel Tabletten reindröhnen damit eine Unterzeichnung zur LTA wahrscheinlicher ist weil er einen im Tee hat durch die Umstellung.

Zitat:
Seit wann ist er denn aus der Reha zurück und war er schon bei einem seiner Ärzte, was sagen die denn zur Reha, der aktuellen Medikation und der nachfolgenden gesundheitlichen Entwicklung ???
Entlassung war der 09.08.2016, er war bereits bei den Ärzten. Neurologin (siehe oben) setzte noch einen drauf durch die die 5 mg O. Therapeut muss ich nochmal nachhaken was der sagte, zumindest hat dieser am 07.11.2016 in einer Bescheinigung für das LaGeSo die Zusage einer Begleitperson zur Gewährleistung seines Bewegungsradius empfohlen.


Was ich ihm also sagen kann... unbedingt AU melden und EM-Rente beantragen?

Er hat morgen mit seinem Vater einen Termin bei einem Anwalt (ich hoffe Sozialrecht) um weitere Schritte zu eruieren. Mal sehen was der sagt.

Lieben Dank noch einmal für die Auskünfte bisher und eine gute Nacht. :-)
tarnasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2017, 17:43   #12
tarnasso
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tarnasso
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

@Doppeloma

Update:

Die erwähnte Anwältin ist auf Soziarecht spezialisiert und hat, soweit ich das jetzt verstanden habe, Erfahrungen mit solcher Art Fällen, da sie unter anderem für ein auf Psychotherapie spezialisiertes Ärztehaus tätig. Sie rechnet die Beratung über einen zu stellenden Beratungskostenzuschuss ab und das Mandat bzw. eine Klage über Gerichtskostenbeihilfe.

Ich hoffe es macht in diesem Fall Sinn und es sind rechtliche Mittel hier erfolgsversprechend. Habe da selber zuviel Beispiele gesehen, wo Anwälte bei Gerichtskostenbeihilfe nicht unbedingt vorher Abwägen ob es überhaupt erfolgsversprechend ist den Klageweg zu beschreiten.
tarnasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.02.2017, 09:43   #13
gila
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gila Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Teilhabe zur Leistung am Arbeitsleben trotz bescheinigter Probleme durch Therapeuthe

Hört euch auch mal vor Ort um, ob der VDK da gute Leute hat oder der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD). Bei uns ist das glücklicherweise so, dass die sehr engagiert sind und auch fachlich gut bestückt.
Wo der ein oder andere Anwalt nicht mag, möchte, kann .... kann so ein Verband mit seinen vielfältigen Erfahrungen im Kreuz oft mehr bewirken.

Der Beitrag ist um 60-70 Euro im Jahr, bei Bedürftigkeit oft Nachlässe.

Wichtig: Hat Euer Freund einen "GdB" beantragt beim Versorgungsamt?
Einen "Grad der Behinderung"?
Auch hier helfen die bei der Antragstellung! Ich würde das unbedingt machen!
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