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Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 18.10.2007, 17:44   #1
Felicia07->Emailproblem
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Registriert seit: 01.10.2007
Beiträge: 38
Felicia07
Standard 50 % schwerbehindert

Hallo,

ich hab mal ne Frage an alle, die auch eine Behinderung haben. Muß man die bei eiem Bewerbungsgespräch angeben?
Habt ihr schon mal eine Stelle bekommen, die auf eure Behinderung angepaßt war, und wie haben die Kollegen euch behandelt?

Grüße Felicia
Felicia07 ist offline  
Alt 18.10.2007, 18:36   #2
Kerstin_K
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Standard

Felicia,

das muß man im Einzelfall betrachten: Wenn die Behinderung einflüß auf Deine Arbeitsleistung hat, mußt Du sie in jedem Fall angeben.

Auf eine Behinderung angepaßte Stelle? Also ich (GdB 100, G, aG, B, Rollstuhl außerhalb von Gebäuden) sage immer, man muß die Stelle finden, die zu einem passt, dann kann man als Behinderter genauso leistungsfähig sein, wie ein Nichtbehinderter.

Na, und wie die Kollegen reagieren: Wie reagieren Deine Mitmenschen denn sonst so? MIt Vorurteilen usw. muß man als Behinderter halt umzugehen lernen. Ich gehe zum Beispiel sehr offen mit meiner Behinderung um und sage ganz klar, was geht und was ich nicht kann. Und meistens stellt sich dann heraus, dass ich die behinderungsbedngte Schwäche locker durch eine Stärke an anderer Stelle wettmachen kann. Mal als Beispiel: Wenn ich für mich Reisen organisiere, muß ich ales durchorganiseren, brauche längere Umsteigezeiten, muß wissen, was ich vor Ort vorfinde, damit ich beurteilen kann, ob es mit dem Rolli geht oder nicht. Unbewußt habe ich das dann im Sekretariat genauso gemacht, wenn ich Reisen für die Kollegen organisiert habe. Am Anfang haben Sie meinen "Planungstick" belächelt, inzwischen lassen Sie mich gerne machen und genießen es, wenn sie dann den Anschlußzug auch ohne Rennen kriegen unddie Reise einfach angenehm ist. Dafür helfen Sie mir dann auch gerne, wenn zum Beispiel mal ein schweres Paket zu tragen ist. Ich sage einfach, wenn ich Hilfe brauche und dann geht das.

Insbesondere bei großen Firmen kann es auch von Vorteil sein, wenn man die Behinderung schon in den Bewerbungsunterlagen angibt. Bei uns ist es zum Beispiel so, dass behinderte Bewerber immer zum Vorstellungsgespräch geladen werden. Da ist dann auch der Schwerbehindertenvertreter mit dabei. Außerdem gibt es bestimmte Maßnahmen im Unternehmen, die es den Füührungskräften besonders schmachhaft machen, Behinderte einzustellen.

Wenn der Arbeitgeber Zuschüse für Deine Einarbeitung beantragen will, muß er das vor Abschluß des Arbeitsvertrages tun.

Und sei doch mal ehrlich: Was würdest Du als arbeitgeber denken, wenn ein Bewerber im Gespräch keine Silbe über eine Behinderung sagt und dann nach Abschluß des Arbeitsvertrages plötzlich damit ankommt, dass ihm Zusatzurlaub zusteht, er einen besondere Kündigungschutz hat usw. Ich kann den Arbeitgeber gut erstehen, wwenn er dann sauer ist.

Ich denke, Offenheit und Ehrlichkeit ist meistens für alle Beteiligten die bessere Basis. Und wenn Dich einer wegen der Behinderung nich einstellen will, dann war es sowieso nicht der richtige Arbeitgeber für Dich.

Kerstin
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
Alt 18.10.2007, 19:06   #3
Felicia07->Emailproblem
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Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 01.10.2007
Beiträge: 38
Felicia07
Standard

Hallo Kerstin,
danke für dine ausführliche Antwort. Wenn du im Rollstuhl sitzt, kannst du es natürlich nicht verheimlichen. Bei mir resultiert diese Behinderung aus einer psychischen Erkrankung, ich weiß weiß noch nciht, ob ich sie bis Beginn meiner Berufslaufbahn noch loswerde, oder ob das so bleibt. Momentan studiere ich und das klappt auch ganz gut.
Ich will in einen Bereich, wo man Leute mit so einer Behinderung gar nicht einstellt, weil der Beruf geistige Fitness und Stabilität erfodert. Deshalb weiß ich auch noch nciht, ob ich das auf Dauer leisten kann. Bisher ging es immer um Praktikumsplätze, und da hab ich meine Ausfallzeiten im Lebenslauf beschönigt. Eine Berufsberaterin (privat) hat mir jetzt eingetrichtert, daß ich in Zukunft dazu stehen soll, während eine andere davor gesgat hat, ich soll es nie sagen, sonst werde ich nicht eingestellt. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich reagieren soll. Die "neue" sagte, es sein quasi mein Schicksal, wenn ich dann damit leben muß, daß ich nicht eingestellt werde. Hallo, wer kann sich das leisten?? Natürlich gibt es in große Firmen Stellen, die mit Behinderten besetzt werden, aber die Frage ist, ob ich so eine Stelle will. Meistens hat man da ja nicht so die Auswahl und nur im Büro sein kann ich mir nicht vorstellen.
Ws hat man denn für Vorteile, wenn man seine Behinderung angibt, außer ein paar Tage mehr Urlaub?
LG, Felicia
Felicia07 ist offline  
Alt 18.10.2007, 19:06   #4
Arania->Emailproblem
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Registriert seit: 05.09.2005
Beiträge: 17.182
Arania Arania Arania Arania Arania Arania
Standard

Ich finde den Beitrag von Kerstin sehr gut, möchte nur noch eine kleine Anmerkung machen.

Das wenn die Behinderung verschwiegen wird und man deshalb gewisse Arbeiten nicht machen kann dann leider eh eine Kündigung erfolgen kann, weil man wichtige Dinge verschwiegen hat

Ich finde auch das man da eher ehrlich sein sollte
__

Man trifft sich im Leben immer zweimal
Arania ist offline  
Alt 18.10.2007, 19:24   #5
Schnuckel->Emailproblem
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Registriert seit: 02.10.2006
Ort: da wo Knut wohnt
Beiträge: 329
Schnuckel
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Sehe es wie Arania.

Des weiteren möchte ich noch was zu Deinem Berufswunsch sagen, in den Du so nicht reinkommen würdest...
Ist das was in die medizinische Richtung? Sowas wie Psychotherapeut nach HP oder ähnliches?
Oder studierst Du Psychologie an einer Uni?

Wenn ja, halte ich das für sehr bedenklich...aber wenn es was in diese Richtung ist, wirst Du wissen was ich meine.
Mal von irgendwelchem Sonderurlaub oder sowas abgesehen, könnte es wirklich mächtig Stunk geben, wenn Du in solch einem Beruf Deine Vorgeschichte verschweigst. Ob es einen auch die Zulassung kosten könnte, weiss ich nicht genau.

Bist Du denn in Behandlung, wo es eine abschliessende Möglichkeit gibt, dass der Psychiater Dir ein Gutachten erstellt, dass Du geistig und seelig wieder fit bist?
__

Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
Schnuckel ist offline  
Alt 19.10.2007, 14:59   #6
Kerstin_K
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Registriert seit: 11.06.2006
Ort: Hannover
Beiträge: 9.305
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Felicia,

vor allen Dingen sehe ich auch das Problem, dass, wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du den Belastungen in Deinem Wunschberuf gewachsen bist, was willst Du denn dann machen, wenn es nicht klappt?

Ganz Ehrlich, ich an Deiner Stelle würde mal die Berufswahl überdenken.

Ichj habe auch das Gefühl, dass Du Deine Behinderung für Dich selber noch nicht akzeptiert hast. Du machst Dir das Leben aber unnötig schwer, wenn Du Deine Grenzen nicht akzeptierst. Eine Behinderung ist doch immer auch Teil Deiner Persönlichkeit. Der tägliche Kampf, den Alltag trotz Behinderung zu bewältigen kostet doch schon genug Kraft. Wenn Du jetzt noch Kraft darin investierst, gegen Deine Behinderung zu kämpfen und sie zu verheimlichen, beleibt doch für Dich, für ein schönes Leben nichts mehr übrig. Ist es das wert?

Ich habe z. B. im Alter von 16 Jahren radikal alle Therapien abgebrochen. Ich mache seitdem keine KG, keine Ergotherapie usw. mehr. Es ging nicht mehr vorwärts. Heute bin ich 42 und mir geht es gut, der Status ist noch genauso wie damals, also war die Therapie offensichtlich doch nicht erforderlich, um den Status zu halten. Mein Arzt sieht mich alle paar Jahre Mal, wenn ich ein e Rezept für einen neuen Rolli brauche, ich nehme keine Medikamente, war seit Jahren nicht mehr krank ausser mal ein Schnupfen oder sowas. Woztu soll ich also zum Arzt gehen? Aber ich habe jetzt wieder Freizeit, voher war ich JEDEN Nachmittag irgendwo zu Therapie und neben der Schule ging da sonst halt nichts mehr.

Das soll jetzt kein Playdoyer sein, keine medizinische oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, aber irgendwann muß man sich entscheiden, ob er für die Therapie leben will, oder ob die Therapie ihm das Leben erleichtern soll.

Felicia, Du wirst Dich entscheiden müssen, ob Du lebst, um in Deinem Wunschberuf zu arbeiten, oder ob Du arbeiten willst, um Dir ein schönes Leben gestalten zu können.

Kerstin
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
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