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Start > > -> Mehrbedarf - Recht auf freie pers. Entscheidung?

Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 20.05.2007, 16:36   #1
KM1956->Emailproblem
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Registriert seit: 05.03.2007
Ort: Cloppenburg
Beiträge: 38
KM1956
Standard Mehrbedarf - Recht auf freie pers. Entscheidung?

Moin,

ich habe mal eine dringende Frage an die Experten: Ich hatte Mehrbedarf geltend gemacht, da ich wegen einer chron. Polyarthritis diverse Vitamine und Calcium eingenommen habe. Die Vitamine sind Vit A, C, D und E sowie Vektor-Lycopin und dienen als Antioxydantien, d. h. sie sind natürliche Entzündungshemmer. Calcium muß ich sowieso nehmen, aus ärztl. Sicht empfohlen wegen Gefahr der Osteoporose (nach Cortison-Behandlung). Ferner habe ich noch Mariendistel-Kapseln genommen für die Leber, da durch die Medikamente die Leberwerte schlecht waren. Alles in allem waren es 100 Euro monatlich, die ich dafür aufgewendet habe.

Die Krankheit Polyarthritis ist leider nicht in der Liste der Krankheiten, bei denen man Mehrbedarf beantragen kann. Es ist aber kein Geheimnis, und med. wird es diskutiert, dass Vitamine helfen bzw. bei den Patienten wird ein chron. Vitaminmangel festgestellt.

Jetzt ist am 8.6. Termin beim Sozialgericht und nach Meinung meines Anwalts werden wir wohl haushoch verlieren.
Ich will darauf hinaus: Die Antioxydantien halfen mir nachweislich und das wurde von meinen Arzt auch bestätigt, trotzdem wurde eine einstw. Anordnung auf Zahlung der Kosten abgelehnt.

Kürzlich habe ich etwas gelesen, dass man Kosten erstattet bekommen soll, auch wenn es nicht medizinisch nachgewiesen ist, da es mit der pers. Entscheidungsfreiheit zu tun hat oder so ähnlich.

Ich könnte ja auch das Geld für den Mehrbedarf nehmen und zur Heilpraktikerin gehen, nachweislich hat die Schulmedizin keine Erfolge bei chron. Polyatrhritis, aber vielen Patienten hilft Homöopathie.

Sls Hartz-IV-Empf. habe ich also nur die begrenzten Möglichkeiten der Schulmedizin zur Verfügung, und das bedeutet ein Leben lang an den Symptomen rumdoktern.

Ich möchte aber wieder gesund werden und das schaffe ich nur mit entspr. Mitteln, die das Immunsystem fördern usw und z B Heilpraktiker-Behandlung.

Fällt Euch noch dazu etwas ein, wie man das Gericht überzeugen kann? Ich weiß leider nicht mehr in welchem Zusammenhang ich das gelesen habe, dass es unerheblich ist, ob es med. wirksam ist und wer die Kostenübernahme in dem Falle machen sollte, kann sein, dass es eine entscheidung war, die die Übernahme von Kosten alternativer Heilmedizin durch die Krankenkasse betraf.


Danke im voraus.

LG
KM1956 ist offline  
Alt 20.05.2007, 23:19   #2
Rechtsverdreher
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 14.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 2.549
Rechtsverdreher Rechtsverdreher Rechtsverdreher Rechtsverdreher Rechtsverdreher Rechtsverdreher Rechtsverdreher
Standard

Antioxydantien, lol, die sind wichtig für die Apoptose.

Trinke 1/2 Flasche Multivitaminsaft am Tag von Aldi, das erfüllt den selben Zweck.

1. Billiger

2. Gesünder, da die künstlichen Vitamine sowieso der letzte schei*sdreck sind.
Künstliches Vitamin C ist z.B. linksdrehend und ist nur halb so wirksam wie natürliches.

Calciumcarbonat bekommst Du im Chemikalienhandel für ein paar Euro das Kilo.

http://www.omikron-online.de/lshop,s...lciumcarb,.htm

Frage doch mal bei der Pharmaidustrie an, die werden Dich sicher mit ein paar Millionen bei Deinen Klagen unterstützen.
__

Alle von mir gemachten Aussagen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keine Rechtsberatung dar.
Rechtsverdreher ist offline  
Alt 20.05.2007, 23:40   #3
Heiko1961
Elo-User/in
 
Registriert seit: 14.02.2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 2.042
Heiko1961
Standard

Zitat:
Moin,

ich habe mal eine dringende Frage an die Experten: Ich hatte Mehrbedarf geltend gemacht, da ich wegen einer chron. Polyarthritis diverse Vitamine und Calcium eingenommen habe. Die Vitamine sind Vit A, C, D und E sowie Vektor-Lycopin und dienen als Antioxydantien, d. h. sie sind natürliche Entzündungshemmer. Calcium muß ich sowieso nehmen, aus ärztl. Sicht empfohlen wegen Gefahr der Osteoporose (nach Cortison-Behandlung). Ferner habe ich noch Mariendistel-Kapseln genommen für die Leber, da durch die Medikamente die Leberwerte schlecht waren. Alles in allem waren es 100 Euro monatlich, die ich dafür aufgewendet habe.
Hallo KM1956,
willkommen im Club. Ich war auch an chron. Polyarthritis erkrankt. Gleichzeitig hatte ich auch eine Vaskulitis. Habe lange nach einem guten Arzt suchen müssen. Meine Arzt ist Algemeinmediziner und Rheumatologe. Ich würde sagen, wechsel mal den Arzt, oder frage ihn nach MTX (Methotrexat). Dieses Medikament hatte mir geholfen und wird von der KK bezahlt. Das andere Zeug, was du dir jetzt kaufen musst, brauchst du dann nicht mehr einnehmen. Ich war 1 Jahr lang krankgeschrieben. Für Medikamente bekommst du von der Arge nichts.
Ach so, ich habe dadurch u.a. einen GdB von 50%.
Solltest du noch Info benötigen, dann frage ruhig.
Heiko1961 ist offline  
Alt 20.05.2007, 23:55   #4
KM1956->Emailproblem
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Ort: Cloppenburg
Beiträge: 38
KM1956
Standard

Hallo Heiko,
ich nehme MTX, seit Aug 2006 10 mg s. c. und wenn ich höher dosiere hat es krasse Nebenwirkungen. Du hast MTX genommen oder nimmst es noch und hast GdB 50%? Ich habe z Zt 30% und habe eigentlich vor gesund zu werden. Leider stecken viele cP-Patienten den Kopf in den Sand.

Es geht ja auch nicht darum!

Ich dachte vielleicht hat zufällig jemand bessere Informationsquellen was die Selbstbestimmung von Patienten anbetrifft.
Also, ich habe trotz MTX s.c. noch Beschwerden, d. h. nicht voll belastbar und möchte meinen Körper noch mit Vitaminen unterstützen. Ausserdem wäre es ja ganz gut, wenn ich zusätzliche Unterstützung bei einem Heilpraktiker bekäme. Es geht ja, nur nicht für Hartz-IV-Empf.!
LG
KM1956 ist offline  
Alt 21.05.2007, 07:40   #5
Tom_
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Für Medikamente bekommt man von der ARGE nichts? Da bin ich aber entschieden anderer Meinung.

http://www.elo-forum.org/archive/sg-...-ii-t4736.html
Zitat:
„ ... Zwar gebe es keine Vorschrift im SGB II, wonach in besonders begründeten Einzelfällen die Regelleistung zu erhöhen oder eine nicht rückzahlbare Beihilfe zu zahlen wäre. Jedoch gebiete der Individualisierungsgrundsatz, dass dieser Bedarf zu decken sei. Dieser Grundsatz sei Ausdruck der an der Menschenwürde ausgerichteten Zielsetzung der Sozialhilfe und damit verfassungsrechtlich unverzichtbar. Wenn die Regelleistung das soziokulturelle Existenzminimum nicht mehr abdecke, wäre sie unangemessen niedrig und verfassungswidrig. In diesen Fällen sei es angebracht, im Wege der verfassungskonformen Auslegung im Einzelfall einen höheren Bedarf anzuerkennen. ...“

Die medizinische Grundversorgung muss auch für Bezieher von Arbeitslosengeld II gewährleistet sein, ansonsten muss die Bundesagentur für Arbeit mehr Geld zahlen. So entschied jetzt das Sozialgericht Lüneburg. In dem verhandelten Fall lebt eine Bezieherin von ALG II mit ihren Töchtern zusammen. Eines der Mädchen leidet unter chronischer Neurodermitis und verschiedenen Nahrungsmittelallergien. Zur Behandlung benötigt sie Pflegeprodukte und Medikamente, die ihre Mutter nicht aus eigener Tasche finanzieren kann. Die entsprechenden Medikamente werden aber auch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Bundesagentur für Arbeit lehnte ebenfalls eine Übernahme der besonderen Kosten für die Pflege der Tochter ab. Die Mutter des kranken Mädchens klagte vor dem Sozialgericht und gewann. (AZ: S 30 AS 328/05 ER)
-------------------------

So nebenbei:
Krankenkassen können sehr wohl diverse nicht verschreibungspflichtige Mittel genehmigen sofern die Schulmedizin nicht helfen kann. Entsprechenden Antrag bei der Krankenkasse stellen und unbedingt mit Begründung des Arztes. Meine Mutter bekam beispielsweise ein Ginko-Präparat, das normalerweise selbst zu kaufen ist. Der Arzt begründete die Notwendigkeit und die Krankenkasse zahlte.
 
Alt 21.05.2007, 15:17   #6
Heiko1961
Elo-User/in
 
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Ort: Hamburg
Beiträge: 2.042
Heiko1961
Standard

Zitat von KM1956 Beitrag anzeigen
Hallo Heiko,
ich nehme MTX, seit Aug 2006 10 mg s. c. und wenn ich höher dosiere hat es krasse Nebenwirkungen. Du hast MTX genommen oder nimmst es noch und hast GdB 50%? Ich habe z Zt 30% und habe eigentlich vor gesund zu werden. Leider stecken viele cP-Patienten den Kopf in den Sand.

Es geht ja auch nicht darum!

Ich dachte vielleicht hat zufällig jemand bessere Informationsquellen was die Selbstbestimmung von Patienten anbetrifft.
Also, ich habe trotz MTX s.c. noch Beschwerden, d. h. nicht voll belastbar und möchte meinen Körper noch mit Vitaminen unterstützen. Ausserdem wäre es ja ganz gut, wenn ich zusätzliche Unterstützung bei einem Heilpraktiker bekäme. Es geht ja, nur nicht für Hartz-IV-Empf.!
LG
Hi KM1956,
kurz zu meinem Fall. Mit meiner c.P. ist es schon 10 Jahre her. Und bei mir war es wirklich schlimm. Ich habe MTX so ca. 1 1/2 Jahre lang genommen. Am Anfang hoch dosiert, was im Laufe der Zeit abgestuft wurde. 10 mg hatte ich zum Schluss genommen. Ich hatte keine Nebenwirkungen. Zusätzlich habe ich noch Ranitic (Magenschutz) bekommen. Seit dem bin ich "Beschwerdefrei". Schwere, körperliche Arbeit und langes Laufen, ist leider nicht mehr möglich. Ich gehe regelmäßig zur Blutkontrolle, nehme aber keine Medikamente mehr. Für alle Anderen, chr. Polyarthritis = schmerzhafte Gelenkversteifung, ein Tick schlimmer als Rheuma. Auf diesem Gebiet ist die Schulmedizin schon ganz gut.
Ganz ehrlich, den Heilpraktiker und zusätzliche Vitaminpillen kannst du dir sparen.
Ansonsten hat mich Tom ja schon berichtigt.
Heiko1961 ist offline  
Alt 21.05.2007, 19:33   #7
BlueMK1
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Ort: Lübeck
Beiträge: 127
BlueMK1
Standard

Hallo,

Calcium wird bis zu einer Höhe von 7,5 mg Cortison Tagesdosis von der Krankenkasse übernommen.

Ich mache die Sachen selbst gerade alle durch, ich habe Colitis ulcerosa mit entzündlicher Gelenkbeteiligung. M.Bechterew steht noch aus, ist aber so ziemlich sicher.

Behandelt werde ich momentan mit Sulfasalazin, die Besserung lässt noch auf sich warten...
BlueMK1 ist offline  
Alt 27.05.2007, 16:28   #8
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Beiträge: 3
Dia
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hallo,

Calcium ist aber die falsche Therapie:
Der umgekehrte Weg ist der richtigere:
Du musst Vitamin D3 einnehmen,
z.b. Vigantoletten, die werden auch übernommen.

> M.Bechterew steht noch aus, ist aber so ziemlich sicher.

diese Diagnose hatte ich auch.
Oft kommt alles vom Darm her und ist kein M.B.
Vieleicht hast du ja doch einen Morbus Crohn?

Gerade deswegen und wegen deiner aktuellen Therapien MUSST du dringend Vergleichsmeinungen einholen!
Am besten bei einer näheren Uniklink.

> Behandelt werde ich momentan mit Sulfasalazin, die Besserung lässt noch auf sich warten...

Diese Stoffe können die Nieren schädigen, eher aber noch Mesalazin als Sulfasalazin .

Ich gebe dir nur den guten Rat:
geh schon jetzt zu einem guten Nephrologen.
Lass deine Gesamtnierenfuntkion dringend prüfen und bleibe zusätzlich beim Nephrologen in Behandlung für weitere Routineuntersuchungen bzgl. der Nierenwerte.

Lass deinen Internisten oder Rheumatologen diese Untersuchungen NICHT machen. Lediglich den Creatinin-wert zu prüfen, reicht nicht!
Bedenke immer: ein Arzt kann nicht alles wissen, selbt wenn du ihm noch so sehr vertraust.

Verlass dich nicht auf die Aussage, du hättest eine C.U. und zusätzlich einen Morbus Bechterew. Das ist meistens falsch und kommt ALLES vom Darm her, z.b. Morbus Crohn genannt.
Die Krankheiten Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn haben 1000 Gesichter und sind sehr unterschiedlich.

DU hast wohl eher eine chron. Darmerkrankung mit sog. extraintestinalen Manifestationen. Es besteht aufgrund deiner Medikamentation generell die Gefahr zur Niereninsuffizienz. Deswegen gibt es Leute mit chron. Darmerkrankung, die zudem noch an der Dialyse landen. Aber das kann man ja, wenn man um diese Gefahren weiss, vermeiden, indem man – eigentlich schon zu Beginn – einen Nephrologen kontaktiert.
Dia ist offline  
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