Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme,/ Rente und Pflege im Zusammenhang mit Hartz IV


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Alt 06.04.2013, 11:26   #1
franzi
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franzi Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard "Halber" gelber Schein ...

"Teilkrankschreibung" in der Kritik - YouTube


Wohl ein verspäteter April-Scherz ...
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Alt 06.04.2013, 11:37   #2
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

lächerlich...

der Arzt entscheidet doch anhand der Tätigkeit, ob jemand au geschrieben werden muß....

wenn ich den linken Mittelfinger gebrochen hatte, hätte ich doch trotzdem im Büro arbeiten können....nach der Akutphase von 1 Tag, wäre die AU nicht mehr ausgestellt worden..
ein Maurer hingegen, hätte mit einem gebrochenen Mittelfinger nicht arbeiten können und der Arzt hätte ihn dann AU schreiben müssen/sollen..

bei dieser Firma hat wohl jemand die Arbeitsunfähigkeit als solche völlig mißverstanden...
es wird doch nicht ungeprüft einfach so jeder krank geschrieben...
es kommt explizit auf die Art der Tätigkeit und der Belastung an..ganz einfach eigentlich..

noch ein Beispiel? hätte ich eine harmlose Blasenentzündung, hätte ich im Büro weiter arbeiten können..Klo wäre in der Nähe..
da ich aber überwiegend im Außendienst gearbeitet hab, wäre das nicht gegangen...ergo au..

manchmal muß man nur noch den Kopf schütteln..
__

Gruß
Anna

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Alt 06.04.2013, 11:38   #3
FrankyBoy
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FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy FrankyBoy
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Das gesamte "System" in Deutschland und der restlichen Welt ist mittlerweile so krank, dass dies dringend der fachgerechten Behandlung bedarf - dann werden die darin lebenden Menschen auch wieder gesünder!

Willkommen im Land der Vollschwachmaten.
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Alt 06.04.2013, 13:24   #4
Malus
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Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Zitat von Anna B. Beitrag anzeigen
lächerlich...

der Arzt entscheidet doch anhand der Tätigkeit, ob jemand au geschrieben werden muß....

wenn ich den linken Mittelfinger gebrochen hatte, hätte ich doch trotzdem im Büro arbeiten können....nach der Akutphase von 1 Tag, wäre die AU nicht mehr ausgestellt worden..
Ich bin eigentlich ziemlich sicher, daß mein Arzt mich mit gebrochenem Mittelfinger erstmal nicht wieder an die Tastatur ließe und länger als nur einen Tag krankschriebe.


Zitat von Anna B. Beitrag anzeigen
noch ein Beispiel? hätte ich eine harmlose Blasenentzündung, hätte ich im Büro weiter arbeiten können..Klo wäre in der Nähe..
Nur blöd, wenn der Arbeitsweg Minimum eine Stunde dauert - ohne Klo in Straßen- oder S-Bahn. Aber klar, man kann an jeder Station aussteigen und nach einem öffentlichen Klo in der Nähe schauen... Davon, wie gut Wartezeiten an zugigen Haltestellen gerade bei einer Blasenentzündung sind, mal ganz abgesehen...


Und seltsam, meine Kollegin, die sich letztes Jahr den Fuß gebrochen hat, war volle sechs Wochen krank geschrieben - obwohl man bei uns im Büro doch nur sitzt. Genauso war ich vor ca. 20 Jahren mit einer linksseitigen Sehnscheidentzündung und Arm in Gips fünf Wochen lang krankgeschrieben. Argumentation meiner Ärztin: wenn ich die ganze Zeit plötzlich nur noch mit rechts tippe, habe ich am Ende die gleichen Probleme dort.

Und vor zwei Jahren reichte eine "simple" Brandblase am linken Unterarm für eine Krankschreibung bis zum Wochenende - weil beim Tippen der Arm genau dort nämlich am Schreibtisch aufliegt.
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Alt 06.04.2013, 23:24   #5
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Frage AW: "Halber" gelber Schein ...

Ist doch genauso unsinnig wie die Unterteilung der AU-Berechtigung zwischen Empfängern von HARZT 4 und "sonstigen" Kranken die zum Arzt kommen.

So jedenfalls die aktuelle AU-Richtlinie der Krankenkassen (das ist KEIN Gesetz, das haben die so beschlossen, gilt übrigens NUR für gesetzlich Versicherte!), wer ALG II bezieht ist erst AU zu schreiben, wenn er unter 3 Stunden arbeitsfähig ist, ansonsten sei es ihm möglich an Maßnahmen und Meldeterminen teilzunehmen...

Zitat:
§ 2 Definition und Bewertungsmaßstäbe

(3a) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die Leistungen zur Sicherung des Lebens-unterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende – „Hartz IV") beantragt haben oder beziehen, sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen.
Quelle

http://www.g-ba.de/downloads/62-492-...2012-06-21.pdf

Mal abgesehen davon, dass ich meinem Arzt nicht mitteilen muss, wovon ich meinen Lebensunterhalt bestreite, kann der doch nicht entscheiden, ob ich an einer (ihm unbekannten) Maßnahme teilnehmen könnte, wenn ich da krank in die Praxis wanke, will ich als Patient behandelt werden ...

Ein Arzt, der dann erst meine Lebensgeschichte abfragt, um zu entscheiden ob er mich überhaupt krank schreiben darf, wenn ich aus seiner Sicht eindeutig AU bin, der wäre die längeste Zeit mein Arzt gewesen, es geht ja eher selten um "Kleinigkeiten", mit denen man hier und dort noch arbeiten KÖNNTE ...

Und wann sind die Aufstocker KRANK und dürfen AU geschrieben werden, wenn sie nicht mehr zur Arbeit können oder erst "unter 3 Stunden"
Sonst könnten sie ja während der (Job-bedingten) AU mal schnell eine Maßnahme mitmachen, damit ihnen die Zeit zu Hause nicht lang wird und die "Tagesstruktur" nicht gleich wieder verloren geht ...

Und ich dachte immer dieses "unter 3 Stunden-Kriterium" hat üblicherweise mit Erwerbsminderung zu tun und darüber entscheidet üblicherweise die DRV und nicht die Krankenkasse, also warum sollte mein Arzt das jetzt tun, nur weil ich auf Sozialleistungen angewiesen bin ???

"Teilzeitkrankheit" gibt es eigentlich wirklich nicht, entweder GANZ oder GAR NICHT, aber für H4- Bezieher wohl am Besten GAR NICHT, damit wenigstens die vielen sinnfreien Maßnahmen irgendwie gefüllt werden können ...

Hoffendlich gibt es auch genug "Teilzeit-Maßnahmen", so zwischen 3 bis 6 Stunden, das müßte ja dann auch erst individuell geklärt werden, wieviel über 3 Stunden gehen soll für die "Teilzeitkranken" , mann bin ich froh, diesem Irrsinn entronnen zu sein, allerdings hat nun die DRV einsehen müssen, dass ich nur noch unter 3 Stunden Erwerbsfähig /Arbeitsfähig bin ...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
Doppeloma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2013, 12:18   #6
Machts Sinn
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Machts Sinn Machts Sinn Machts Sinn Machts Sinn Machts Sinn Machts Sinn Machts Sinn
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

in der GKV weiß die Linke nicht, was die Rechte tut - das ist offenbar sehr "ansteckend" - hier hilft keine Grippeschutz-Impfung!
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Alt 07.04.2013, 12:34   #7
ela1953
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ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953 ela1953
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Ich war schon mal für einen Job krank geschrieben und bin zum anderen hingegangen.
Weil ich nicht laufen konnte, war ich für die Zustellung der Tageszeitung AU, ins Büro konnte ich aber, denn da brauchte ich nicht Kilometer weit laufen.

Das waren aber zwei verschiedene Firmen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ich bei der Zeitung hätte im Büro arbeiten können. Da braucht es eine Einarbeitung und ich glaube kaum, dass die Angestellten dort gern etwas von ihrer Arbeit abgegebe hätten.

Die Firma mit der Büroarbeit hatte aber nach Monaten eine Rückfrage der Krankenkasse. Der war aufgefallen, dass ich bei der Zeitung AU war, bei der anderen Firma aber nicht.
Meine Erklärung wurde aber wohl dann aktzeptiert.
ela1953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2013, 12:35   #8
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Hallo,

man muss bei Arbeitsunfähigkeit berücksichtigen, dass die Erkrankungen einen soweit einschränkt, als das er in seinem Beruf arbeitsunfähig ist...
oder eben an einer Maßnahme nicht teilnehmen kann...

ergo muß der Arzt wissen, welche Tätigkeit ausgeübt...nehmen wir wieder das Beispiel mit dem gebrochenen Finger bei einer Büroangestellten oder Maurer...
da wird die Büroangestellt keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, nach der 1. Behandlung, mehr benötigen...
der Maurer ist sicherlich so lange Arbeitsunfähig bis er seine Arbeit wieder aufnehmen kann...

..

die ganze Geschichte bgzl. einer Arbeitsunfähigkeit fußt eigentlich auf dem § 5 EntgFG
Entgeltfortzahlungsgesetz..

EntgFG - Einzelnorm

hier wird gefordert, dass ein Arbeitnehmer !! bei Arbeitsunfähigkeit den Arbeitgeber zu informieren hat...die Bescheinigungen kennen wir alle..und noch weitere Dinge sind dort gefordert..

aufgrund dieses Gesetzes wurde dann erst einmal die Frage aufgeworfen...wann ist jemand arbeitsunfähig erkrankt?

da wurden dann die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien aufgestellt...

Arbeitsunfähig wurde dann jemand, der seine Tätigkeit aufgrund einer bestimmten Erkrankung nicht mehr ausüben konnte..

das war jahrzehntelang auch kein Problem, wer mal kurz arbeitslos war, bekam auch dann seine AU-Bescheinigung, weil er ja im Zeitpunkt der AU seinen Beruf nicht ausüben konnte und auch somit der Vemittlung in diesem Beruf nicht zur Verfügung stand.

die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien erfüllten ihren Zweck....

man konnte einkreisen, wann jemand als arbeitsunfähig galt...
krank sein und arbeitsunfähig sein sind zwei verschiedene Schuhe...

ich kann krank sein, aber deshalb doch arbeitsfähig..
ich kann aber auch krank sein und dadurch arbeitsunfähig..

als dann die unselige Hartz:IV-Gesetzgebung eintrat, behielten die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien weiterhin Gültigkeit und die wurden auch weiterhin einfach auf Arbeitslose ausgeweitet, anerkannt, wie auch immer...

und dann begannen einige Schlauberger diese Teilnahmeunfähigkeitsbescheinigung, Bettlägerigkeitsdingsbums usw. zu fordern..

da es dabei ständig zu Reibereien, Widersprüchen und zuletzt Klagen kam, hat man die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien mal kurzerhand angeglichen...

man führte diese 3-Stunden-Regelung ein..

was im Grunde mit der ursprünglichen Intention bei AU nichts mehr zu tun hatte...
Ausgang war ja immer noch § 5 EntgFG....Arbeitnehmer haben dem Arbeitgeber bei Krankheit unverzüglich usw. usw....


im übrigen ist Arbeitsunfähigkeit kein medizinischer sondern ein juritischer Begriff....arbeitsunfähig ist dann gegeben, wenn es Leistungseinschränkungen gibt und man seine Tätigkeit wegen der Erkrankung nicht ausüben kann...

im SGB ist die Arbeitsunfähigkeit eigentlich nirgendwo wirklich geregelt, sondern lediglich wird im § 44 SGB V gesagt, dass arbeitsunfähig Erkrankte, unter bestimmten Voraussetzungen, Krankengeld erhalten..

auch hier nirgendwo geregelt, wann jemand arbeitsunfähig ist...

und im SGB 5 - Einzelnorm

§ 92 SGB V finden wir dann endlich, dass der gemeinsame Bundesausschuß
Richtlinien beschliessen darf...u.a. auch die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien...

somit sind wir wieder ganz oben....

die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie ist also eine gesetzliche Grundlage für Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern, ALG I und ALG II-Empfängern..


puhh...das war viel...
ich hoffe aber, dass es etwas zur Klarheit beigetragen hat...

hier kann man einiges noch nachlesen...

KBV - VL - Rechtsgrundlagen - Relevante Paragrafen zur Arbeitsunfähigkeit

Schönen Sonntag...
__

Gruß
Anna

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Alt 07.04.2013, 15:28   #9
Muzel
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Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Krankheit ist eben nach der WHO im wesentlichen ein subjektiver Begriff.
"Die wohl bekannteste Definition von Gesundheit wurde durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschrieben: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ („Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”) "
Definition Gesundheit - Definition Krankheit in der betrieblichen Gesundheitsförderung
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Alt 07.04.2013, 15:45   #10
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Arbeitsunfähigkeit ist ein juristischer Begriff

und Krankheit ist ein medizinischer Begriff...

und wie die zusammenhängen, habe ich oben erklärt...
__

Gruß
Anna

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Alt 07.04.2013, 17:49   #11
Machts Sinn
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Standard Begriff der "Arbeitsunfähigkeit"

Hallo,

die AU-RL

http://www.g-ba.de/downloads/62-492-633/AU-RL_2012-06-21.pdf

sind mehr schlecht als Recht, nur untergesetzliche Regelungen, auf die das BSG schon mehrfach „gepfiffen“ und sie als "rechtswidrig abgetan" hat.

Der Begriff der „Arbeitsunfähigkeit“ ist durch die Rechtsprechung heraus gearbeitet worden; das gilt und alles andere kann man getrost in die Tonne treten:

Wer sich näher interessiert:

hier 7.6 ab Seite 106

http://www.mds-ev.de/media/pdf/BGA-AU_2011-12-12.pdf

Gruß!
Machts Sinn
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Alt 07.04.2013, 18:04   #12
Anna B.
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Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Hallo,

der ganze Bericht ist lesenwert..und hier ist in wirklich ausgefeilter Technik erkennbar, wann wer weshalb wieso und warum arbeitsunfähig sein kann oder nicht...

da gibt es Patientenbefragungen..telefonisch z.B. fragt der SB: wann meinen Sie, könnten sie wieder arbeiten? wenn der Patient dann nichtsahnend einfach sagt: vielleicht Mittwoch?..dann wird dieser Termin fest in die Akte eingetragen und wenn der Patient am Donnerstag noch au ist....geht der Begutachtungsfall seinen Gang...

ganz spannend zu lesen und auch erhellend...

insoweit auch erhellend, als das es, wie die Überschrift sagt, keine "halbe" AU gibt...
entweder ist man leistungsmäßig so eingeschränkt, das man nicht arbeiten kann..oder man kann arbeiten...

bisschen schwanger gibt es ja auch nicht...
__

Gruß
Anna

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Anna B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2013, 20:03   #13
Machts Sinn
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Standard Achtung "Begutachtungsanleitung AU"

Hallo,

aber: die Begutachtungsanleitung wurde in Zusammenarbeit zwischen dem GKV-Spitzenverband, den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene und der MDK-Gemeinschaft erarbeitet, vom GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) als Richtlinie erlassen und vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) herausgegeben.

Bekanntermaßen sind diese Organisationen keine Interessenvertretung der Versicherten! Berechtigte Versicherten-Interessen sind den Interessen der „Massenverwaltung“ zum Opfer gefallen.

Also: die Begutachtungsanleitung auf keinen Fall für „bare Münze“ nehmen, wenn es Gegenargumente gibt!

Gruß!
Machts Sinn
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Alt 07.04.2013, 21:07   #14
Muzel
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Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Wenn du einen gelben Schein hast, dann bist du krank in jedem Sinn. Einen halben gelben Schein gibt es nicht. Auch Sachverständige können Blödmänner sein. Nur als Betroffener hat man mit diesen Heinis ein großes Problem.
Muzel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.04.2013, 11:41   #15
Anna B.
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Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Hallo MachtSinn,

im SGB ist bereits festgelegt, dass die Bundesverbände...Richtlinien erlassen dürfen..
ergo sind die ARbeitsunfähigkeitsrichtlinien sozialrechtlich abgesegnet..

SGB 5 - Einzelnorm

dort ist festgelegt, zu welchen Punkten im SGB der Bundesausschuß Richtlinien erlassen darf...

also freie Hand für den Bundesausschuß...
__

Gruß
Anna

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Anna B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.04.2013, 13:39   #16
Machts Sinn
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Standard AU-RL = untergesetzliche Regelung

Ja Anna B.

die AU-RL sind als soches schon sozialrechtlich abgesegnet - das bedeutet aber nicht dass einzelne Bestimmungen das Gericht binden würden, beispielweise hinsichtlich der früher darin geregelten 15- Stunden-Grenze für Arbeitslose (oder evtl. die jetzige 3-Stundengrenze für ALG II Bezieher).

Formulierungsbeispiele des BSG:

Zitat:
Abgesehen davon, dass die AU-RL nur Vertragsärzte binden, § 46 Satz 1 Nr 2 SGB V aber keine vertragsärztliche AU-Feststellung verlangt (vgl BSG SozR 3-2200 § 182 Nr 12 S 50 mwN), und dass die AU-RL im Range unter dem Gesetz stehen, fehlt dem Bundesausschuss auch die Kompetenz, die Voraussetzungen des Krg-Anspruchs zu modifizieren. Denn § 92 Abs 1 Satz 1 und 2 Nr 7 SGB V ermächtigt den Bundesausschuss nur dazu, die "zur Sicherung der ärztlichen Versorgung ... über die Gewähr für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten" erforderlichen Richtlinien, insbesondere über die "Beurteilung der Arbeitsfähigkeit", zu beschließen, nicht aber, die Voraussetzungen des Anspruchs auf Krg zu ändern.

und

Zitat:
Mit der Notwendigkeit einer ärztlichen, nicht unbedingt vertragsärztlichen Feststellung harmoniert, dass unbeschadet des § 91 Abs 6 SGB V die Regelungen in den AU-Richtlinien (RL) über den Zeitpunkt der AU-Feststellung und ihren retro- und prospektiven Feststellungszeitraum den leistungsrechtlichen Krg-Tatbestand nicht ausgestalten (zur bloß vertragsärztlichen Pflicht, AU-Bescheinigungen zeitlich nach den AU-RL einzugrenzen, vgl BSG SozR 4-2500 § 44 Nr 7 RdNr 25 mwN). Entsprechendes gilt für die Art und Weise der ärztlichen AU-Feststellung. Sie erfüllt auch dann die Voraussetzungen des § 46 S 1 Nr 2 SGB V, wenn sie nicht auf dem durch § 5 Abs 1 oder § 6 Abs 1 AU-RL dafür vorgesehenen Vordruck (Muster Nr 1 bzw 17) erfolgt.


Gruß!
Machts Sinn
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Alt 08.04.2013, 13:42   #17
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

..aber das ließe sich nur wieder über die Sozialgerichtsbarkeit klären...

und wie viele haben die Kraft und die traute vor Gericht zu ziehen..ganz abgesehen von dem ganzen STreß...

von daher, zuerst vertrauen, was in den AU-Richtlinien steht und wenn man mehr als ungerecht behandelt wird, rechtliche Schritte einleiten..
__

Gruß
Anna

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Alt 08.04.2013, 14:29   #18
Paolo_Pinkel
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Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Wieder ein Sturm im Wasserglas, damit die BLÖD was zum Posaunen hat. Diese Scheindebatte ist genau so überflüssig, wie damals die sog. "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" & Co. Nur weil die BA sowas in ihre FH kritzelt wird es noch lange nicht zum Gesetz. Auch wenn man jetzt wieder anfängt ganz öffentlich in arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig zu selektieren und man Helfershelfer sucht, die dasvon medizinischer Seite her vertreten. Was kommt als nächstes? Nicht lebenswürdig, weil nicht teil der werktätigen? Lebensborn realoded? Das ist wohl Ahnenerbe bei diesen Pennern.
__

"Hartz-IV ist die arbeitsmarktpolitische Endlösung der Erwerbslosenfrage." - Ich -
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Alt 08.04.2013, 14:44   #19
hartaber4
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Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

Zitat von Anna B. Beitrag anzeigen
lächerlich...

der Arzt entscheidet doch anhand der Tätigkeit, ob jemand au geschrieben werden muß....
Hmmm.... ich bin im Sozialhilfebezug und seit 02/2010 AU mit einer gesicherten Facharzt-Diagnose...... ist denn der Sozialhilfeempfang eine Tätigkeit?
__

ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 08.04.2013, 15:03   #20
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Halber" gelber Schein ...

geht es um Sozialhilfeempfänger oder um erwerbsfähige ALG II-Empfänger?

erwerbsfähige ALG II-Empfänger sind im Grundsatz arbeitsfähig...

sollten sie krank werden, dass sie unter 3 STunden belastungsfähig sind, hat der beh. Arzt sie nach Maßgabe der Erkrankung und der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien au zu schreiben...

und dann geht das weitere Procedere los....wie oben alles mehrfach beschrieben, ausgewalzt und wieder geschrieben..
__

Gruß
Anna

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