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Alt 27.10.2006, 21:21   #1
Zwergenmama->Emailproblem
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Registriert seit: 10.05.2006
Beiträge: 308
Zwergenmama
Standard Steuerschulden ??

Vor knapp 2 Jahren habe ich mich von meinem Ex getrennt und werde seit dem tagtäglich schickaniert. Es fing damit an, daß er für unseren gemeinsamen Sohn Unterhalt gezahlt hat. Mir gegenüber kam nur die Antwort "Du sitzt doch nur faul rum, und dafür bekommst Du von mir nicht einen Cent." Mein Zwerg war zu diesem Zeitpunkt 2 Jahre alt, ich noch in der Elternzeit und ohne finanzeille Mittel. Nun ja. Nach langen Hin & Her habe ich endlich Urkunden zum Trennungsunterhalt erhalten und stehe seit dem nicht mehr ganz ohne da. Ich habe meinen Job als Alleinerziehende im Einzelhandel verloren, weil ich keine Betreuung für meinen Sohn außerhalb der KiTa habe. Und mein Ex weigert sich standhaft bei der Betreuung zu helfen, damit ich arbeiten kann. Ich erhalte in diesem Jahr außer dem Trennungsunterhalt nur noch ALG 1.

Nun zum eigentlichen Problem, es geht um den Steuerbescheid 2005.
Ex hatte Stkl. 3, ich 5. Er Einkommen, ich ohne Einkommen. Nun kommt der Herr auf die Idee, mit mir gemeinsam zu veranlagen und den Unterhalt als Anlage "U" zu meinen Lasten versteuern zu lassen.

Habe mich bereits erkundigt, kann er verlangen. Allerdings muß er willens und in der Lage sein, den mir entstehenden Nachteil (ca. 2.500 €) auszugleichen und mir zu erstatten. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es aber so aus, daß er seit 01.06 in Privatinsolvenz steckt und auf das Existentminimum gepfändet wird. Er kann mir den Nachteil also nachweißlich nicht ausgleichen.
Ich habe meinem Ex bereits gesagt, daß ich mich weigere "U" zu unterschreiben, wenn er mir nicht nachweißt, wie er die Summe an mich zurückzahlen will. Meinen Vorschlag, Unterhalt als außergewöhnliche Belastung zu versteuern, hat er abgelehnt.

Ex erwartet jetzt von mir, daß ich den Steuerbescheid blanko unterschreibe. Im Antrag steht zwar sein Gehalt und eine Spende von 200 € (für sein Kind hat er angeblich nicht genug Geld, um Spielzeug zu kaufen), aber ansonsten keinerlei Anlagen, o.Ä. beigefügt. Was mich stutzig macht ist, daß der Unterhalt nirgendwo auftaucht. Das Theater hatten wir auch schon im letzten Jahr davor, denn dort hat er falsche Angaben ohne mein Wissen gemacht.

Nun meine Frage:
Kann er von mir verlangen, Unterhalt zu meinen Lasten zu versteuern, wenn er nachweißlich nicht in der Lage ist, meinen Nachteil auszugleichen?? Das würde für mich das finanzielle AUS bedeuten, denn diese Summe kann ich nicht zurück zahlen. Und da das Finanzamt dann mein einziger Schuldner wäre, könnte ich noch nicht einmal in Privatinso. gehen.
Bis zu welcher Grenze kann ich als alleinerziehende Alg-Empfängerin im schlimmsten Fall gepfändet werden??

HILFE!!!
Zwergenmama ist offline  
Alt 28.10.2006, 09:10   #2
Silvia V
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Standard

Das ALG II kann Dir nicht gepfändet werden.
Dazu gibt es hier schon einige Beiträge.
Dein Ex kann Dich zu nichts zwingen,wenn er seine Auflagen(die Du ja schon beschrieben hast)nicht erfüllt.

Also Finger weg vom Kugelschreiber,soll der saubere Herr doch versuchen seine Forderungen durchzusetzen,das Ergebnis würde mich schon interessieren.

Ohne Zweifel könntest Du auch mit nur einem Gläubiger in die Privatinsolvenz(das kann auch das FA sein),aber warum willst Du Dir das antun?


Gruß

Silvia
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Silvia V ist offline  
Alt 28.10.2006, 15:35   #3
poldibaer->Emailproblem
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Registriert seit: 29.10.2005
Beiträge: 166
poldibaer poldibaer poldibaer
Standard Ganz einfach, Zwergenmama

Hallo,

warum machst Du es Dir so schwer?

Ab zum Jugendamt, Papiere vorzeigen und Unterhaltsvorschuß beantragen. Die Behörde holt sich das dann von Deinem Noch-Ehemann und Vater Deines Kindes wieder, und da schützt ihn auch keine Privat-Inso, denn da gehts nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, die bei Unterhaltsforderungen Anwendungen findet, und da geht er auf dem Zahnfleisch, wenn er nicht spurt.

Wenn ALG-1 rum ist, ALG-II beantragen und darauf hinweisen, daß Dein Noch-Ehemann und Vater Deines Kindes seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Auch, wenn die ARGEn eigentlich ein schei*sladen sind, kann man sie hier nützlich einsetzen, denn, um nicht zahlen zu müssen, stürzen sie sich ausadauernd wie die Geier auf Deinen Noch-Ehemann. Da kommt kein Anwalt mit...

Dein Noch-Ehemann wird sich schön umgucken ;)

Erzähl ihm das alles mal, aber besser um Beisein einiger kräftiger Leute, damit er nicht dazu kommt, Dir oder dem Kind was anzutun. Es ist durchaus möglich, daß er, wenn er ins Bild gesetzt wurde, dann freiwillig zahlt und damit auch nicht mehr rumtrödelt - denn er weiß ja dann, was ihm blüht, wenn er Zicken machen.

P.
poldibaer ist offline  
Alt 28.10.2006, 16:21   #4
strümpfchen->Emailproblem
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Ort: Köln
Beiträge: 574
strümpfchen strümpfchen
Standard

Sorry Zwergenmama, aber verlangt er von Dir, dass Du eine gemeinsame Steuererklärung unterschreibst?

Das wäre steuerrechtlich nicht korrekt. Er kann lediglich den gezahlten Trennungsunterhalt über die Anlage "U" absetzen, wenn er Dir den entstehenden Nachteil ersetzt. Hierzu zählen nicht nur die entstehenden Steuern, sondern auch evtl. wegfallende oder zurückzuerstattende Sozialleistungen. Hierbei kannst Du sogar verlangen, dass er hierfür vor Unterzeichnung eine entsprechende Sicherheit hinterlegt.

Eine gemeinsame Steuererklärung ist nur für das Jahr in dem die Trennung erfolgte möglich. Danach muss er selbst dafür sorgen, dass er in Steuerklasse 1 eingestuft wird. Du erhälst dann, ebenfalls 1 oder als Alleinerziehende Steuerklasse 2, wenn keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person besteht, für die Du kein Kindergeld beziehst.

Was die Insolvenz angeht, Unterhaltszahlungen haben stets Vorrang vor anderen Zahlungsverpflichtungen bzw. werden eben anders angerechnet. Wenn der Unterhalt tituliert ist, kannst Du beim Arbeitgeber pfänden.
strümpfchen ist offline  
Alt 28.10.2006, 20:34   #5
Zwergenmama->Emailproblem
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Zwergenmama
Standard

Ich habe für 2005 bereits getrennt veranlagt, bekam aber dann ein Schreiben von meinem Ex. 2005 haben wir uns getrennt, ich bin also auf Verlangen zur gemeinsamen Abgabe gezwungen. In diesem Jahr habe ich natürlich Stkl. 2 erhalten. Und er eine heftige Strafe, weil dabei rauskam, daß er 1 Jahr lang nicht gemeldet war :P .

Ich werde ihm die "U" auf keinen Fall unterschreiben. In mehreren Foren habe ich gelesen, daß er zahlungsfähig sein muß, um den mir entstehenden Nachteil auszugleichen. Und in der Privatinsolvenz hat er keine freien Gelder zur Verfügung, kann also nicht ausgleichen. Vor der gemeinsamen Veranlagung brauche ich auch keine Angst zu haben. Denn ohne Einnahmen brauche ich auch keine Steuern zahlen.

Ex droht mir jetzt mit dem Gericht und einer Anzeige beim Finanzamt. Aber selbst das Finanzamt sagt, ich soll es darauf ankommen lassen. Habe ihm nun angeboten, daß wir in der nächsten Woche gemeinsam zum Amt gehen und die Steuerunterlagen abgeben. Will er nicht, der Grund dafür ist eindeutig. Er will an meine Daten, könnte ja das eine oder andere Milliönchen versteckt haben. Außerdem hofft er so, meinen Unterhalt kürzen zu können, denn am Mittwoch haben wir Scheidungstermin.
Zwergenmama ist offline  
Alt 28.10.2006, 22:14   #6
strümpfchen->Emailproblem
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strümpfchen strümpfchen
Standard

In diesem Fall weise ihn schriftlich, oder über den Anwalt darauf hin, dass Du die Anlage U frühestens dann unterzeichnest, wenn der Dir entstehende Nachteil auf einem gesonderten Konto (evtl. dem Anderkonto des Anwalts) hinterlegt ist.

Dann kann er klagen soviel er will.... :P
strümpfchen ist offline  
Alt 29.10.2006, 00:20   #7
Kaleika
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Standard Steuerschulden????

Hallo Zwergenmama,
ja, unterschreib bloß nichts!
Aber abgesehen von dem ganzen belastendem Steuerkram hört es sich für mich so an, als ob Dein EX sich im totalen Machtkampf mit Dir befinden würde.
Ich spekuliere mal wild, dass er Dich für seine finanzielle Situation zur "Verantwortung" ziehen und Dich vor allem dafür auch finanziell bluten sehen will.
Nach der Trennung vom Vater meiner Kinder - wir waren nie verheiratet - hat er auch einen Affentanz abgezogen. Er wollte die Kinder nie MAL für eine Nacht nehmen, am Wochenende. SCHLIESSLICH müsse er ja arbeiten und sich ausruhen!! Klar, ich tat ja nichts, auch wenn ich erwerbslos war, so doch sicher nicht arbeitslos.
Oder wenn ich daran denke, wie schleppend er damals noch Unterhalt für die Kinder gezahlt hat. Das tat er mit solchem Widerwillen und zähem Hingeziehe, als ob er mich damit subventionieren würde. Das hat mich damals viel Wut und Tränen gekostet. Aber ich habe wie eine Löwin gekämpft und mal hat er dann die Kinder genommen.(die das gerne wollten)
Dazu holte ich mir Rat und Hilfe vom VAMV (Verband alleinerziehender Mütter und Väter), beim "Treffpunkt für Alleinerziehende" und auch bei der Lebensberatung von der evangelischen Kirche (mit der ich sonst nichts am Hut habe)
Jetzt sind die "Kinder" 17 und 19 und er hat seine Chance verpasst, wie ein Vater an ihrer Kindheit teilzunehmen. Er ist immer nur Hobby-Vater gewesen, ganz nach Lust und Laune.
Das war allein seine Entscheidung.
Pass auf Dich, auf Dein Kind auf!
Kaleika
Kaleika ist offline  
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