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Start > > -> Verwirkung nach 17 Jahren - Leidensgeschichte

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Alt 14.04.2017, 19:14   #1
Seiltaenzer
Elo-User/in
 
Registriert seit: 30.03.2017
Beiträge: 2
Seiltaenzer
Böse Verwirkung nach 17 Jahren - Leidensgeschichte

Hallo Leute,

seit nunmehr 6 Jahren werde ich bis an den Rand der Verzweiflung getrieben
Es geht um Forderungen eines Inkasso Unternehmens, welches ich im Folgenden als Einauge (griechische Mythologie) bezeichne. Die Ursprungsforderung betrug ca. 500 DM. Mittlerweile sind es ca. 1000 €

1994 besuchte ein GV mit einem Vollstreckungsbescheid im Gepäck meinen Vater, weil er mich in meiner Wohnung nicht antreffen konnte. Mein Vater wohnte damals in einer Parallelstraße. Es ging um eine Forderung aus Warenlieferungen eines Versandhandels. Soweit ich mich erinnern kann, bezahlte mein Vater die Forderung. Leider gibt es keinen Beleg dazu. Mein Vater ist 1998 verstorben. Von dem GV oder dem Versandhandel hörte ich auch nichts mehr. 1997 zog ich dann zu meiner späteren Frau in eine Kleinstadt.

17 Jahre (siebzehn) später erhielt ich Post von Einauge, mit der Aufforderung meine Schulden aus 1994 zu begleichen. Als Forderungsgläubiger nannten sie das Versandhaus Qualle (Name geändert). Tatsächlich hatte ich im Jahre 2006 eine Rechnung von Qualle nicht bezahlt. MB - VB - GV. Beim GV bezahlte ich damals die gesamte Forderung und erhielt auch den entwerteten Titel zurück. Ich witterte Betrug von Einauge und schrieb entsprechend zurück. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und es stellte sich heraus, dass der ursprüngliche Forderungsgläubiger von Qualle übernommen wurde. Da ich keinerlei Belege für die damalige Zahlung meines Vaters hatte schrieb ich an Einauge und machte Verwirkung geltend. Einauge ließ sich davon nicht beeindrucken und schickte einen GV zu mir. Er hatte den Original-VB aus 1994 in der Tasche, ausgestellt auf den Versandhandel, den Qualle übernommen hatte. Nachdem ich dem GV die Sachlage schilderte, zog dieser wieder von dannen. Laut ZPO durfte er wohl nicht vollstrecken, da die Rechtsnachfolge nicht geklärt war. Nach einer weiteren Einrede meinerseits an Einauge, wurden mir die Verzugszinsen gestrichen.

2016 beantragte ich einen Kredit für einen geplanten Pkw Kauf. 6000 € sollten es werden. Die Bank lehnte ab. Begründung war ein negativer Eintrag in der Schufa. Nach Einsicht in meine Schufa Auskunft, stellte ich einen (mehrmals korrigierten) Eintrag von Einauge fest.

2016 beauftragte ich einen Anwalt mit der Wahrnehmung meiner Rechtlichen Interessen gegen Einauge. Diverse Schriftwechsel zwischen meinem Anwalt und Einauge brachten keinen Erfolg. Völlig entnervt bot ich Einauge eine Vergleichszahlung von 300 € an. Im Antwortschreiben von Einauge wurde ich daraufhin aufgefordert, meine Verdienstverhältnisse per Lohnbescheinigung einzureichen. Für mein Dafürhalten geht Einauge mein Verdienst rein gar nichts an. Mit entsprechender Wut im Bauch beauftragte ich meinen Anwalt Klage gegen Einauge wegen des Schufa-Eintrags zu stellen.

Mein Anwalt riet mir, keine Klage einzureichen, da wir uns mit der Verwirkung, auf sehr dünnen Eis bewegen würden. (Scheinbar grundsätzlich bei Verwirkung) Nachdem ich aber schon jahrelang diverse Berichte/Erfahrungen/Urteile im Netz recherchiert hatte, war ich anderer Meinung. Mein Anwalt schätzte den Streitwert auf 3000 €. Diese Summe, die nicht der Forderung entspricht, soll wohl der Wert eines negativen Schufa-Eintrags sein.

Ich war mir meiner Sache sicher und mein Anwalt reichte Klage ein. Die Gerichtskosten wurden von mir an das LG Krefeld überwiesen. Der Rechtsbeistand von Einauge beanstandete den Streitwert, verwies auf ein Urteil und setzte den Streitwert auf 10 000 €. Das AG folgte dem Einwand von Einauge und verwies an das LG. Um den Prozess fortzusetzen musste ich jetzt natürlich weitere Gerichtskosten zahlen, nämlich die für einen Streitwert von 10 000€. Zu dieser Zeit erhielt ich Krankengeld und mein Anwalt hatte die Idee einen Antrag auf Prozesskostenhilfe zu stellen. Dies sollte auch den Nebeneffekt haben, dass das Gericht den Fall wohl auf meine Erfolgsaussichten prüft.

Das Gericht lehnte meinen Antrag auf Prozesskostenhilfe ab. Das Gericht begründete die Ablehnung wie folgt. Ich zitiere Sinngemäß. Einem Gläubiger wäre nicht zuzumuten bei einem bekannt Materiell Leistungsschwachen Schuldner sinnlose Vollstreckungsversuche vorzunehmen. Des Weiteren wäre ich mehrmals umgezogen und quasi nicht erreichbar gewesen. Dazu muss ich bemerken, dass ich es damals nicht so genau nahm, wenn es um die Bezahlung von Forderungen ging. Das war aber damals! Meine Schulden hatte ich ALLE zurückgezahlt. Umgezogen bin ich genau dreimal. Von 1997 bis 2011 war ich unter der gleichen Adresse zu erreichen.

Ich beschwerte mich über diese Entscheidung. Ich führte dabei alle Fakten auf, die diese Ablehnung eigentlich widerlegen sollten. Von dem OLG erhielt ich auch keinen positiven Bescheid. Es wurde dem Entscheid des LG des LG vollinhaltlich Entsprochen. Daraufhin zog ich meine Klage zurück. Kostenbescheid folgte. Gerichtskosten wurden mit meiner bereits erledigten Zahlung verrechnet. Anwalt Gegenseite ca. 780 €.

Mein Anwalt berechnete seine Kosten großzügig (seine Meinung) für einen Streitwert von 7000 €, statt
10 000€.

Er bot mir Ratenzahlung an und ich bezahlte auch alles, bis auf ca. 100€. In einer Mail teilte ich ihm mit, dass ich mit seiner Arbeit nicht zufrieden war und fragte, weshalb er seine Gebühren nicht für den Streitwert in Höhe von 3000€ berechnet hatte. Schließlich war dies die Summe, die er selbst ursprünglich als Grundlage genommen hatte. Ich hätte auch nicht geklagt, wenn ich im Vorfeld Kenntnis vom tatsächlichen Streitwert in Höhe von 10 000€ gehabt hätte. Als Antwort erhielt ich, dass er mir dafür keine Rechenschaft schuldig wäre.

Zwei Wochen später erhielt ich vom Gericht einen Kostenfestsetzungsantrag meines Anwalts. Nun soll ich ca. 300 € mehr zahlen, als er Ursprünglich berechnet und mir als Kostennote zugestellt hatte.
Zu der Sache Einauge und Qualle bleibt dringend zu erwähnen, dass in dieser Sache zahlreiche Ungereimtheiten bekannt sind. Es geht hierbei hauptsächlich um die Insolvenz von Qualle und von Forderungen, die aus der Insolvenzmasse freigegeben wurden. Dies alles teilte ich natürlich meinen Anwalt mit und schickte ihm auch den Link dazu

[Kaufhaus] GmbH

Wer sich bisher die Mühe gemacht hat, meine Geschichte zu verfolgen, dem sträuben sich sicher die Haare, wenn er die Beiträge im Rechtspflegerforum liest. Ich habe sie alle gelesen.

Nun meine Fragen.

Gibt es noch irgendeine erfolgsversprechende Möglichkeit, etwas gegen Einauge zu unternehmen?
Kann mein Anwalt trotz bestehender Kostennote per Kostenfestsetzungsantrag mehr verlangen?
Bringt es etwas, wenn ich mich bei der Anwaltskammer über meinen Anwalt beschwere?

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
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Fehler vom Anwalt, insolvenz, verwirkung

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