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Alt 17.08.2007, 15:50   #1
Vollidiot
Elo-User/in
 
Registriert seit: 17.08.2007
Beiträge: 2
Vollidiot
Standard Hilfe bei Lohnpfändung

Hallo zusammen...

ich hätte ein paar Fragen bezüglich einer (meiner) Lohnpfändung.Obwohl ich regelmäßig meine, wenn auch kleinen, Raten bezahlt hatte verdoppelte mir das Inkasso-Unternehmen von jetzt auf gleich die Höhe der zu zahlenden Raten.Damit war ich erstmal nicht einverstanden! Nach einigen erfolglosen Telefonaten (in der mir die Lohnpfändung angedroht wurde) und Briefen meinerseits übergab ich diese Angelegenheit meinem Rechtsanwalt. Dieser sagte mir zu das es zu einer Lohnpfändung niemals kommen würde weil ich meine Raten ja immer pünktlich gezahlt hatte. Aber "sauber auf Kies gefurzt"...Im Juli pfändete mir das Inkasso eine nicht geringe Höhe meines Lohns. Auf Nachfrage bei meinem Anwalt bekam ich dort wieder zu hören das er in einem fast täglichen Telefonischen Kontakt mit dem Inkasso steht und ich eine Lohnpfändung nicht mehr erwarten bräuchte. Mittlerweile war ich auch mit der Erhöhung der Raten einverstanden da es finanziell ein wenig besser aussah. Aber auch in diesem Monat pfändete das Inkasso wieder Teile meines sauer verdienten Lohnes. Jetzt hab ich irgendwie das Vertrauen zu meinem Anwalt verloren und möchte die Sache liebend gerne wieder selbst in die Hand nehmen! Deshalb habe ich einige Fragen zu diesem Thema:
  • Kann mir die Schuldnerberatung besser helfen als ein Rechtsanwalt?
  • sind Urlaubsgeld und Überstunden pfändbar?
  • Wäre es sinnvoll einen Antrag auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenze zu stellen? (Langer Arbeitsweg mit eigenem PKW, keine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel)
  • Komme ich da noch irgendwie raus?
Noch einige Erklärungen. Diese Sache ist tituliert. Da ich ja ein "Vollidiot" bin habe ich auch noch einige wenn auch nicht so hohe Summen zu begleichen bei denen ich aber überhaupt keine Schwierigkeiten habe. Leider wird mir durch dieses Inkasso-Unternehmen ein derart grosser Knüppel zwischen die Beine geworfen das ich langsam verzweifle. Wie gesagt, ich habe bei diesem Inkasso meine Raten immer pünktlich gezahlt und bin auch jetzt immer noch bereit meine Raten dort zu begleichen. Auch in der vorgeschlagenen Höhe.
Für Tipps und Hilfe bedanke ich mich im voraus

der Vollidiot
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Alt 17.08.2007, 16:40   #2
Silvia V
Redaktion
 
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Registriert seit: 16.06.2005
Ort: NRW
Beiträge: 2.549
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Standard

Es kommt auf die Qualität der Schuldnerberatung an,zumindestens ist diese
meist kostenlos,aber die Wartezeiten sind oft lang.

Mit einer guten Begründung kannst Du beim zuständigen Amtsgericht einen
Antrag auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen stellen.



Zitat:
§ 850f ZPO
Änderung des unpfändbaren Betrages

(1) Das Vollstreckungsgericht kann dem Schuldner auf Antrag von dem nach den Bestimmungen der §§ 850c, 850d und 850i pfändbaren Teil seines Arbeitseinkommens einen Teil belassen, wenn
a)

der Schuldner nachweist, dass bei Anwendung der Pfändungsfreigrenzen entsprechend der Anlage zu diesem Gesetz (zu § 850c) der notwendige Lebensunterhalt im Sinne des Dritten und Elften Kapitels des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch oder nach Kapitel 3 Abschnitt 2 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch für sich und für die Personen, denen er Unterhalt zu gewähren hat, nicht gedeckt ist,
b)

besondere Bedürfnisse des Schuldners aus persönlichen oder beruflichen Gründen oder
c)

der besondere Umfang der gesetzlichen Unterhaltspflichten des Schuldners, insbesondere die Zahl der Unterhaltsberechtigten, dies erfordern
und überwiegende Belange des Gläubigers nicht entgegenstehen.

Zitat:
§ 850a Unpfändbare Bezüge

Unpfändbar sind

1.
zur Hälfte die für die Leistung von Mehrarbeitsstunden gezahlten Teile des Arbeitseinkommens;
2.
die für die Dauer eines Urlaubs über das Arbeitseinkommen hinaus gewährten Bezüge, Zuwendungen aus Anlass eines besonderen Betriebsereignisses und Treugelder, soweit sie den Rahmen des Üblichen nicht übersteigen;
3.
Aufwandsentschädigungen, Auslösungsgelder und sonstige soziale Zulagen für auswärtige Beschäftigungen, das Entgelt für selbstgestelltes Arbeitsmaterial, Gefahrenzulagen sowie Schutz- und Erschwerniszulagen, soweit diese Bezüge den Rahmen des Üblichen nicht übersteigen;
4.
Weihnachtsvergütungen bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro;
5.
Heirats- und Geburtsbeihilfen, sofern die Vollstreckung wegen anderer als der aus Anlass der Heirat oder der Geburt entstandenen Ansprüche betrieben wird;
6.
Erziehungsgelder, Studienbeihilfen und ähnliche Bezüge;
7.
Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen;
8.
Blindenzulagen.
__

Spendenkonto: Trägerverein Erwerbslosen Forum Deutschland
Sparkasse Bonn BLZ 380 500 00 Konto 1900 0573 06



"Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft. "

Dietrich Bonhoeffer(1906-1945)
Silvia V ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2007, 22:05   #3
wusel
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Registriert seit: 14.03.2006
Beiträge: 286
wusel Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard

das problem an deiner sache ist der titel die die haben
damit hast du kaum chancen was zu machen

und grad inkassos
haben die einmal ein schuldanerkenntniss oder ein titel
dann ist der ofen meistens aus

ich bin mir jetzt nicht 100% sicher wie das bei einen titel ist
den die haben trotz pünktlicher zahlungen an die ob die so ohne weiteres pfänden können und auch die raten höhe erhöhen können

weil
du hast dann mit denen einen zahlungsvereinbarung abgeschlossen wo alles geregelt ist und die haben bisdahin auf die pfändung eine zeitlang verziechtet

und da ist der knackpunkt wo man vll über ein juristen denen parolie bieten kann

verzwickte lage das ganze

titel haben die
und das ist ein problem

wie gesagt such ein juristen auf
und schau was der dazu sagt

ansonnsten bist du denen völlig ausgeliefert und kannst nix gegen machen
wusel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2007, 08:01   #4
Silvia V
Redaktion
 
Benutzerbild von Silvia V
 
Registriert seit: 16.06.2005
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Beiträge: 2.549
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Zitat von wusel Beitrag anzeigen
das problem an deiner sache ist der titel die die haben
damit hast du kaum chancen was zu machen

und grad inkassos
haben die einmal ein schuldanerkenntniss oder ein titel
dann ist der ofen meistens aus

ich bin mir jetzt nicht 100% sicher wie das bei einen titel ist
den die haben trotz pünktlicher zahlungen an die ob die so ohne weiteres pfänden können und auch die raten höhe erhöhen können

weil
du hast dann mit denen einen zahlungsvereinbarung abgeschlossen wo alles geregelt ist und die haben bisdahin auf die pfändung eine zeitlang verziechtet

und da ist der knackpunkt wo man vll über ein juristen denen parolie bieten kann

verzwickte lage das ganze

titel haben die
und das ist ein problem

wie gesagt such ein juristen auf
und schau was der dazu sagt

ansonnsten bist du denen völlig ausgeliefert und kannst nix gegen machen

Jeder Gläubiger hat sich an die Pfändungstabelle zu halten.Ausnahmen dafür sind Rückstände beim Kindesunterhalt,das wurde schon in einem anderen Thema besprochen.
Ansonsten gelten § 850a,f ZPO und das auch für Inkassofirmen.
__

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"Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft. "

Dietrich Bonhoeffer(1906-1945)
Silvia V ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.2007, 12:10   #5
Vollidiot
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 17.08.2007
Beiträge: 2
Vollidiot
Standard

Der Punkt ist für mich der. Ich bin doch bereit die Erhöhung der monatlichen Raten zu akzeptieren. Und nicht erst seit der Lohnpfändung. Aber irgendwie wollen die das nicht einsehen geschweige denn akzeptieren. Eine Begründung von denen war das davon ausgegangen werden muss das meine Ehefrau auch ein Einkommen hat. Dem ist aber nicht so. Und mein Anwalt...der erzählt mir andauernd das er die richtige Sachbearbeiterin für meinen Fall nicht erreichen kann. Komisch ist nur das wenn ich anrufe ich immer diese "unglaublich liebenswürdige und total nette Sachbearbeiterin" auf Anhieb in der Leitung habe.
Der nächste Schritt für mich ist folgender. Da das Inkasso mir meinen Lohn pfändet auf dem Urlaubsgeld, Verpflegungsgeld und Überstunden verzeichnet sind werde ich mich morgen an meinen Arbeitgeber wenden. Dieser rechnet nicht genau ab weil die Pfändung auf den kompletten Nettolohn berechnet worden ist.Das Verpflegungsgeld und die ausbezahlten Überstunden bekomme ich jeden Monat! Wenn ich die aber von meinem Lohn abziehe komme ich auf einen Pfändungsbetrag der weit unter der Rate liegt die ich jeden Monat bezahlt habe.
Auch der Weg zum Amtsgericht wird morgen in Angriff genommen sowie ein neuerliches Telefonat mit meinem Anwalt...
Aber wie gesagt...
Ich bin auch weiterhin bereit die Erhöhung der Raten zu akzeptieren. Ich will mit dem Mist ja mal fertig werden und je schneller desto besser...
Vollidiot ist offline   Mit Zitat antworten
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