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Alt 06.04.2013, 15:11   #1
CanisLupusGray
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CanisLupusGray CanisLupusGray CanisLupusGray CanisLupusGray CanisLupusGray CanisLupusGray CanisLupusGray
Standard Ersetzt eine Generalvollmacht eine angeforderte Gläubigervollmacht

Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt:
Aus 2008 liegt ein Vollstreckungsbescheid vor. Es hat ein Gäubigerwechsel stattgefunden über den der Schuldner nicht informiert wurde.
Ein Hamburger Inkassounternehmen fordert den Schuldner regelmäßig mit penetranter Hartnäckigkeit zur Zahlung auf. Bei jeder Zahlungsaufforderung wird der Ton schärfer. Zuletzt wurde mit der Einleitung der Privatinsolvenz des Schuldners durch das Inkassounternehmen gedroht.
Daraufhin wurde durch den Schuldner die Vorlage der Gläubigervollmacht durch das Inkassounternehmen gefordert.
Dieses übersandte dem Schuldner statt der geforderten Gläubigervollmacht eine zweifelhafte Generalvollmacht:

Zitat:
[Kopfbogen des Inkassounternehmens]


Generalinkassovollmacht

Die Firma
XYZ Deutschland GmbH
(vormals YZX Deutschland GmbH)
Strasse Nr., PLZ Ort

- im folgenden: Firma -


erteilt hiermit

der Firma
ABC Inkasso GmbH
vertreten durch die Geschäftsführer
Max Inkasso und Karl Ramseyer
Strasse Nr., PLZ Ort


- im folgenden ABC -

umfassende Vollmacht, einschließlich der Berechtigung für die Gewährung von Nachlässen und zum Abschluss von Vergleichen und Teilzahlungsvereibarungen nach Ermessen von der ABC, für alle die Ihr übergebenen Inkasso-/Forderungsangelegenheiten.

Die Vollmacht ermächtigt zu allen Beitreibungsmaßnahmen, die bis zur restlosen Bezahlung der Forderung erforderlich sind.

ABC ist weiterhin bevollmächtigt, alle im Zusammenhang mit der Forderungsbeitreibung zu treffenden Absprachen, Vereinbarungen etc., ggf. auch mit dritten Personen, im Namen der Firma durchzuführen und Geld-, Wertsachen oder Urkunden vom Gegner, der Justizkasse oder sonstigen Stellen mit schuldbefreiender Wirkung entgegenzunehmen.

ABC ist ferner berechtigt, Anmeldungen zu Konkursverfahren/Insolvenzverfahren selbst einzuleiten und gerichtliche Maßnahmen durch Ihre Vertragsanwälte einleiten zu lassen.
Falls erforderlich, ist ABC berechtigt, Untervollmacht zu erteilen.



Ort, den ##.06.12

[Stempeabdruck XYZ GmbH – sehr pixelig]

i.A. Unterschrift Person 1 i.A. Unterschrift Person 2
…...............................................................
(XYZ GmbH)
Weiterhin bekam der Schuldner eine Auftsellung der Kosten, in welcher die ursprüngliche Hauptforderung nur etwa die Hälfte der Kosten ausmacht (der Rest sind Inkassokosten und Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens) und den gerichtlichen Mahnbescheid ausgestellt auf den ursprünglichen Gläubiger.

Was ist davon zu halten und wie sollte sich der Schuldner verhalten?

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Antworten.

CanisLupusGray
__

Wenn ich Politiker wäre, würde ich jetzt für meine Meinungsäußerungen keine Verantwortung übernehmen.
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Alt 06.04.2013, 15:23   #2
Speedport
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Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport Speedport
Standard AW: Ersetzt eine Generalvollmacht eine angeforderte Gläubigervollmacht

Zitat von CanisLupusGray Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt:
Aus 2008 liegt ein Vollstreckungsbescheid vor. Es hat ein Gäubigerwechsel stattgefunden über den der Schuldner nicht informiert wurde.
Ein Hamburger Inkassounternehmen fordert den Schuldner regelmäßig mit penetranter Hartnäckigkeit zur Zahlung auf. Bei jeder Zahlungsaufforderung wird der Ton schärfer. Zuletzt wurde mit der Einleitung der Privatinsolvenz des Schuldners durch das Inkassounternehmen gedroht.
Daraufhin wurde durch den Schuldner die Vorlage der Gläubigervollmacht durch das Inkassounternehmen gefordert.
Dieses übersandte dem Schuldner statt der geforderten Gläubigervollmacht eine zweifelhafte Generalvollmacht:



Weiterhin bekam der Schuldner eine Auftsellung der Kosten, in welcher die ursprüngliche Hauptforderung nur etwa die Hälfte der Kosten ausmacht (der Rest sind Inkassokosten und Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens) und den gerichtlichen Mahnbescheid ausgestellt auf den ursprünglichen Gläubiger.

Was ist davon zu halten und wie sollte sich der Schuldner verhalten?

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Antworten.

CanisLupusGray
Verlange die Vollmacht mit Originalunterschrift. Darauf hast Du ein Recht.

Warum hältst Du die Vollmacht für zweifelhaft?

Seit wann ist das IKB in der Sache aktiv tätig?

Stelle doch mal die Kostenaufstellung hier ein, nicht daß es hinterher Überraschungen gibt.
__

Gruß
speedport

Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht Dich auf sein Niveau herab und schlägt Dich da mit seiner Erfahrung.

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Alt 06.04.2013, 18:45   #3
Inkasso
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Inkasso Inkasso Inkasso Inkasso Inkasso Inkasso Inkasso
Standard AW: Ersetzt eine Generalvollmacht eine angeforderte Gläubigervollmacht

Zitat:
. Zuletzt wurde mit der Einleitung der Privatinsolvenz des Schuldners durch das Inkassounternehmen gedroht.
LOL Leere Drohung - Das macht kein Inkassobüro

Besteht EV ?

Ist es schon zu fruchtlosen Pfändungsversuchen gekommen ?

Warum nicht einen Vergleich anbieten ?


Zitat:
quote:410 BGB abtretungsurkunde
Nur die Übersendung der Originalurkunden genügt den Anforderungen des § 410 BGB – vgl. insoweit OLG Köln, Urt. v. 20.9.1999 , Az: 16 U 25/99.
Die Vorschrift des § 410 BGB verlangt die Aushändigung einer Urkunde, d. h. einer verkörperten Gedankenerklärung, die geeignet und bestimmt ist, im Rechtsverkehr Beweis zu erbringen, und den Aussteller (§ 126 BGB) erkennen läßt. Das ist bei einer Fotokopie nicht der Fall, auch wenn das Original vorgelegen hat. Außerdem hat § 410 BGB den Zweck, dem Schuldner ein Beweismittel an die Hand zu geben, um die Rechtsposition, die er nach § 409 BGB erlangt hat, auch leicht beweisen zu können. Diesem Zweck genügt aber ebenfalls nur die Aushändigung des Originals (vgl. § 420 ZPO; Staudinger/Kaduk, 12. Aufl. 1994, § 410 Rn. 8 f) Bis zur Vorlage der Originalabtretungsurkunde durch Sie steht mir das Leistungsverweigerungsrecht des § 410 I BGB zu.

quote:Vollmacht 174 BGB

Die Vollmachtsurkunde muss im Original vorgelegt werden.
Die Vorlage einer beglaubigten Abschrift oder Kopie genügt nicht.
BGH NJW 81,1210,94,1472,LAG Düs MDR 95,612 Ffm NJW-RR96,10
ebenso wenig
die Vorlage einer Faxkopie
(HAMM NJW 91,1185)
Nicht ausreichend ist auch das Angebot die Urkrunde beim Bevollmächtigten einzusehen.(LG Mannheim Just 76,511)
__

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Alt 06.04.2013, 23:12   #4
Inkasso
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Standard AW: Ersetzt eine Generalvollmacht eine angeforderte Gläubigervollmacht

Nachtrag : Die Vollmacht muß sich expl auf die Forderung des Forderungsinhabers gegenüber dem Schuldner beziehen
__

EX Inkasso MA - keine juristischen Fachkenntnisse
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Alt 08.04.2013, 08:42   #5
CanisLupusGray
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Zitat von Inkasso Beitrag anzeigen
LOL Leere Drohung - Das macht kein Inkassobüro

Besteht EV ? Eidesstattliche Versicherung? - ja die hat der Schuldner abgegeben

Ist es schon zu fruchtlosen Pfändungsversuchen gekommen ? Ja ist es.

Nachtrag : Die Vollmacht muß sich expl auf die Forderung des Forderungsinhabers gegenüber dem Schuldner beziehen. Das wird der Schuldner jetzt noch einmal ganz deutlich beim IB anmahnen.

Warum nicht einen Vergleich anbieten ?
Sorry, für die dumme Frage, aber was für ein Vergleich sollte angeboten werden? Der Schuldner lebt mit seiner Familie von HA(R)TZ IV.
__

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Alt 08.04.2013, 08:54   #6
Speedport
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Zitat von CanisLupusGray Beitrag anzeigen
Sorry, für die dumme Frage, aber was für ein Vergleich sollte angeboten werden? Der Schuldner lebt mit seiner Familie von HA(R)TZ IV.

Zitat:
Besteht EV ? Eidesstattliche Versicherung? - ja die hat der Schuldner abgegeben

Ist es schon zu fruchtlosen Pfändungsversuchen gekommen ? Ja ist es.
Zitatende
Dann würde ich den Gläubiger informieren, daß sich in meinen Verhältnissen nichts geändert hat und man nicht in der Laufzeit einer EV grundlos belästigt werden will.

Er kann sich gerne zum XX.XX.XXXX (Ende der EV) wieder melden.
__

Gruß
speedport

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Alt 08.04.2013, 13:02   #7
Inkasso
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Standard AW: Ersetzt eine Generalvollmacht eine angeforderte Gläubigervollmacht

EV / ALG 2 / Fruchtlose Pfändungen

Dann ist die Beitreibungslibido ohnehin nicht vorhanden ;-)

Zitat:
Sorry, für die dumme Frage, aber was für ein Vergleich sollte angeboten werden? Der Schuldner lebt mit seiner Familie von HA(R)TZ IV.
Dann soll er z.b 75 oder 100 € anbieten ( die er sich leiht )
Gegen Rückgabe des Titels bzw Erledigungsschreiben

Mit dem "Angebot" weiß der Forderungsinhaber dann wie der Hase läuft

Drohung mit Insolvenzantrag: gute Idee oder Eigentor? - Rechthaber

"......Kann und sollte man mit der Stellung eines Insolvenzantrags drohen, damit der Schuldner doch zahlt? In der Praxis wird dies ja häufig gemacht, teils sogar von Anwälten empfohlen. Die Antwort ist ein klares Nein! Die Drohung mit dem Insolvenzantrag ist ein stumpfes Schwert und funktioniert nur gegenüber unbedarften Schuldnern, die rechtlich nicht (oder schlecht) beraten sind. Ein Fremdantrag bringt dem Gläubiger nämlich nur Nachteile........"
__

EX Inkasso MA - keine juristischen Fachkenntnisse
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