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Start > > -> "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

News / Diskussionen / Tagespresse brandheiß, aktuell und neu . . .


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Alt 22.03.2015, 23:09   #176
Bambi_69
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Bambi_69
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von Jaskolki77 Beitrag anzeigen
@Hamburgeryn1 und Dagegen72: :dank:

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Aber es stimmt schon: Ein System, das so viel Leid produziert, gehört schlicht und einfach: ABGESCHAFFT.
Richtig. Und jeder - ausnahmslos jeder - der für dieses System aus welchen Gründen auch immer arbeitet, unterstützt es. Egal ob es ein "nettes" SBchen ist, das nicht ganz so schnell den Knüppel aus dem Sack holt oder ob es ein "fieses" PaPnäschen mit sadistischen Allmachtsfantasien ist. Was das System anbelangt sind beide dienlich. Unterm netten SBchen leiden direkt nur weniger Kunden als unter einem Sadisten, das ist der einzige Unterschied.

Und was den Konsum angeht, so habe ich bei einigen Zeitgenossen das Gefühl, dass sie sich damit irgendwie trösten. Dass ihr Leben dadurch ein wenig mehr Gewinn erhält, wenn sie schon täglich mit 'nem üblen Boss, mobbenden Kollegen oder einer ungeliebten Arbeit verbringen müssen, dann wartet wenigstens in der Freizeit das hochwertige TV-Programm, das Feierabendbierchen, das Essengehen mit Freunden und die ein bis zwei Urlaubsreisen im Jahr. Da sagen sie sich, ja das haben wir uns verdient. Schön. Nur, wenn man die angenehmen Freizeiten der Trostpflästerchen den weniger angenehmen Arbeitszeiten gegenüberstellt so gehen für letztere doch erheblich mehr Lebenszeit drauf. Obs wirklich ein so großer Trost ist?

Ich wünsche jedem so viel wie möglich angenehme Lebenszeit. Das nutzt auch der Gesundheit. Mit einer Arbeit oder einer Beschäftigung, die für einen selber Sinn macht aber auf jeden Fall in einem angenehmen Betriebsklima stattfindet. All das ist für meine Begriffe wichtiger als zwei Urlaubsreisen, den neuesten technischen Heckmeck oder einmal in der Woche Essen gehen. Aber ist nur meine bescheidene Meinung.
__

Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen stellen keinerlei Rechtsberatung dar sondern entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung.
Bambi_69 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2015, 00:45   #177
andine
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Ich hätte kein Problem damit beim JC zu arbeiten, aber nicht als Arbeitsvermittlerin. Weil das total frustrierend sein muss, wenn man genau weiß, dass man fast 4 Millionen nicht in 800 000 Jobs pressen kann, das Arbeitsvolumen gleich bleibt oder geringfügig abnimmt. Ich würde da irre werden, wenn ich den Arbeitssuchenden alles schön reden müsste, wo es nichts schönzureden gibt.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man das aushält.
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Alt 23.03.2015, 09:29   #178
edelweiß
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Sehe ich auch so. Sie sind Täter. Täter, deren Taten dazu führen, dass Bedürftige monatlich Geld aufs Konto bekommen! Das ist doch was.

Gäbe es diese Täter nicht, blühte Millionen von Menschen Schreckliches. Taten sind insofern nix Schlimmes, sondern konstitutiv für einen Sozialstaat. Der tut was!
das ist doch Schwachfug...merkste selber,oder ?
__

Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken !
Erich Kästner
edelweiß ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2015, 09:42   #179
Heiliger Geistl
 
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Sehe ich auch so. Sie sind Täter. Täter, deren Taten dazu führen, dass Bedürftige monatlich Geld aufs Konto bekommen! Das ist doch was.

Gäbe es diese Täter nicht, blühte Millionen von Menschen Schreckliches. Taten sind insofern nix Schlimmes, sondern konstitutiv für einen Sozialstaat. Der tut was!
Sie sind dann Täter,wenn sie Menschen bißchen Geld vorenthalten oder sie davon abzuhalten versuchen, welches zu beantragen.

Und das ist die Linie der Jobcenter, Menschen davon abzuhalten, überhaupt erst hinzugehen und "lieber" in katastrofalen, sie schädigenden "Arbeits"verhältnissen zu verbleiben, die nur Unternehmern nützen. Also "Täter" unter den SB zu bevorzugen.

Wieso gibt es jetzt Millionen potentieller Bedürftiger, die aus Angst und Scham dort gar nicht erst hingehen, um Geld zu beantragen?

Sie sind Täter in der sogenannten "Arbeitsvermittlung"., bekommen Boni dafür und nehmen sie, wenn sie in Zaf "vermitteln" oder Menschen, so wie Diktatoren, die Lebensgrundlage nehmen können mit einem Strich.

Stellen im Jobcenter . besonders in der sogenannten "Arbeitsvermittlung", sind regelrecht darauf angelegt, das Tier im Menschen hervorschiessen zu lassen bzw Peronen mit zweifelhafter Motivation Macht zu geben.


Und wie oft diese JC Mitarbeiter nicht Wohltäter, sondern Täter sind, darüber muss wohl kein Wort verloren werden.

Aus dir blickt immer wieder die SPD hervor.
Heiliger Geistl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2015, 09:51   #180
Heiliger Geistl
 
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat:
Daher mal ein wissenschaftlicher News-Flash: Die "Mehrheitsdeutschen" (aka die "gemeinen Michels") gibt es nicht. Es gibt unterschiedliche Individuen mit je eigenen Präferenzen, Idealen und Wertvorstellungen. Und das Gros dieser Personen ist nicht dümmer, ungebildeter, leichter zu beeinflussen oder ignoranter als du oder ich oder sonst wer hier im Forum.
Wenn es so wäre, wäre in aller Welt die Demoskopie nie erfunden worden bzw es würden letztlich innerhalb eines gewissen Toleranzbereiches überall sehr ähnliche Ergebnisse auftauchen, ob in Mali, China oder Deutschland.
Es gibt das, was du schreibst und am Ende ist sehr wohl die Tendenz des "Mehrheitsdeutschen" erkennbar. Leider eben so, wie ich es vorher ausführte.
Die Attribution "obgrigkeitshörig" ist so nicht umsonst eine Begrifflichkeit, die gerade Deutschen -und nicht etwa Briten oder Franzosen --zugeschrieben wird.
Und das hat halt seinen Grund.

Zitat:
Es ist ein gerade in Online-Foren und an Stammtischen leider weit verbreiteter, indes nicht zutreffender Mythos, dass das "gemeine Volk" ja ach so blind, unterwürfig und feige sei. Dem ist nicht so! Das ist eine völlig verzerrte Wahrnehmung.
Woran machst du das fest?

Zitat:
Nebenbei bemerkt ist das allgemeine Intelligenzniveau seit Jahrzenten kontinuierlich nicht etwa gesunken, sondern gestiegen!
Und wie macht sich das deiner Meinung nach bemerkbar?
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Alt 23.03.2015, 10:12   #181
Heiliger Geistl
 
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat:
ch aus meiner Sicht wird das SGB II nicht verschwinden,
sondern systematisch verschärft werden.

Das werden nicht nur die Erwerbslosen zu spüren bekommen,
sondern insbesondere die Noch-Arbeitsplatzinhaber in und außerhalb der JC.
Dieser fortlaufende Prozess läst sich eigentlich nur mit einem Zusammenbruch der Wirtschaft stoppen, wo dann plötzlich fast ALLE wieder im gemeinsamen Boot sitzen und gleich dran sind. Und die dann wieder etwas neues aufbauen müssen, was besser ist als das, worunter die Menschen leiden müssen
(Stichworte; Umgang mit Menschen in JC; reihenweises Pillenschlucken und dopen für "Leistung" gerade in den Dienstleistungsbereichen aus Angst, das sich Erschlagenfühlen von Arbeit, das eine Studie kürzlich beschrieb).

Die Wahl ist est und Cholera. Cholera kann man besser überleben als die Pest, Insofern wäre ein plötzliches Ende mit Schrecken "heilsamer".

Es ist aber davon auszugehen, dass die BRD-Wirtschaft weiter von "Aufschwung" zu "Aufschwung" eilt und dabei immer mehr Bevölkerungsteile in den Abgrund zieht.
Heiliger Geistl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2015, 13:29   #182
BurnsTorn
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von Hamburgeryn1
Für die Zwischenzeit wird eine Übergangslösung gefunden.
Die wird also gefunden, ja? Von wem denn bitte, wenn (a) das Bundesverfassungsgericht Hartz IV als rechtskonform beurteilt hat, (b) das Gros der wählenden Bevölkerung nicht gegen Hartz IV aufbegehrt und (c) in Folge dessen die meisten Politiker in verantwortungsvoller Position an der bisherigen Form der sozialen Sicherung (inkl. Sanktionsmöglichkeiten) festhalten wollen? Es ist ja schön und gut, solche Ideen von wegen „Übergangslösung“ zu äußern, aber man sollte doch die Tatsachen anerkennen:

So eine „Übergangslösung“ ist nicht gewollt. Die ist derzeit nicht durchsetzbar und wird in den nächsten Jahren wohl nicht kommen. Und selbst wenn sie käme, benötigte man immer noch Sachbearbeiter in den Jobcentern, die das irgendwie umsetzen. Das wären dann zumeist die gleichen Leute, die heute von vielen hier im Forum so verachtet werden. Ohne Menschen, die im System arbeiten, läuft es nicht. Und wenn es nicht läuft, bekommt niemand sein Geld.

Zitat von Hamburgeryn1
Persönlich kann ich nicht erkennen, dass die SB ihre Arbeit - warum auch immer - verweigern würden. Sie werden wie ein Perpetuum Mobile weitermachen, ohne auch nur einen Moment ihre Handlung zu reflektieren.
So ist es ja auch richtig! Denn wie gesagt: Es kann nicht angehen, dass ein Staatsbediensteter (egal ob Beamter oder Angestellter) sich ob etwaiger moralischer Bedenken und konträrer persönlicher Ansichten einfach weigert, ein von Bundestag verabschiedetes und vom Bundesverfassungsgericht in seiner wesentlichen Verfasstheit als in Ordnung befundenes Gesetz umzusetzen.

Der Staat würde zusammenbrechen, wenn jeder im Staatsdienst so vorginge. Dann hätten alle Bürger das nachsehen, denn die Verlässlichkeit wäre dahin. Es würden dann überhaupt keine Sozialleistungen ausgezahlt (vom wem auch, wenn sich alle Mitarbeiter im System weigern, zu arbeiten?) und es herrschte Anarchie, also das Recht des Stärkeren = absolute Unfreiheit für die Mehrzahl der (schwächeren) Menschen.

Es ist ein basales Gebot nicht nur praktizierter Demokratie, sondern auch praktizierten Verwaltungshandelns, dass ein Angestellter/Beamter zu tun hat, was Vorgesetzte ihm sagen bzw. die Gesetzbücher ihm zu tun vorgeben, solange die Anweisungen nicht offenkundig rechtswidrig und daher zu remonstrieren sind. Jede Verwaltung, auch die im Jobcenter, ist auf Verlässlichkeit ausgelegt und angewiesen.

Insofern ist Bürokratie - verstanden als das immer gleiche, nachvollziehbare Handeln auf Basis klarer Vorgaben ohne Ansehen der Person und ohne „selber denken“ - eine Errungenschaft, weil sie dem Bürger Verlässlichkeit schafft. Wenn jeder Jobcenter-Mitarbeiter bei jeder Vorgabe erst mal anfängt, moralisch zu sinnieren, ob er das wohl mit seinem Gewissen vereinbaren kann oder das, was er da tun soll, doof findet, läuft nichts mehr. Das kann und darf nicht sein!

Zitat von Hamburgeryn1
Warum sie es nicht tun (werden), wurde uns bereits von dir in epischer Breite in etlichen deiner Posts in diesem Thread dargelegt, und bedarf daher keiner Wiederholung.
Offenbar ja doch, denn sonst würde hier im Thread bzw. im Forum insgesamt nicht so oft gemutmaßt, dass die Jobcenter-Mitarbeiter doch auch ganz anders handeln könnten. Sicher: Als Mitarbeiter kann man ganz ohne Zweifel ganz anders handeln. Marcel K., Inge H. und noch einige andere, weniger bekannte Ex-Kollegen haben das bewiesen. Nur sind diese Leute, die sich entscheiden, ganz anders zu handelnd, dann halt bald keine Mitarbeiter mehr im Jobcenter.

Wer Mitarbeiter einer Organisation sein und bleiben will, muss sich im Rahmen der Regelordnung verhalten, die er im Kontext seines Eintritts in diese Organisation qua Unterschrift unter den Arbeitsvertrag akzeptiert hat. Wer das nicht akzeptiert, der fliegt - so wie Inge H. und Marcel K. (vgl. dazu Renate Mayntz - Soziologie der Organisation, 1963, S. 106).

Zitat von Hamburgeryn1
Eine schlechte Sache bleibt grundsätzlich eine schlechte Sache. Selbst dann, wenn der einzelne seine Sache gut macht, bleibt die Sache an sich schlecht.
Das sehe ich auch so, nur sehe ich die Sache an sich nicht als schlecht an. Mit Sache an sich meine ich die Tatsache, dass wir - zum Glück - überhaupt eine funktionierende, im internationalen Vergleich trotz aller Einschnitte noch immer verhältnismäßig akzeptable soziale Absicherung in diesem Land haben. Dass es die gibt, ist gut. Dass sie gekürzt werden kann und dass Menschen wie Bittsteller behandelt werden, ist schlecht. Insgesamt komme ich daher für mich zum Schluss: Die Sache an sich ist okay, schlecht ist in meinen Augen nur ihre Umsetzung. Mit einer sanktionslosen Grundsicherung wäre für den Anfang schon mal was erreicht. Darauf kann man dann aufbauen.

Zitat von Hamburgeryn1
Wobei ich anmerken möchte, dass jede Forderung nach härteren Sanktionen, jede Verschärfung im SGB II, sich in seiner ganzen Härte in erster Linie gegen die Befürworter dieser Verschärfungen richtet. Es sind in erster Linie die Arbeitnehmer die durch die unnachgiebige Härte des SGB II zunehmend diszipliniert und zugerichtet werden sollen.
Sehe ich ganz genauso.

Zitat von Bambi_69
Richtig. Und jeder - ausnahmslos jeder - der für dieses System aus welchen Gründen auch immer arbeitet, unterstützt es.
Also jetzt nochmal gefragt: Und was ist die Alternative? Nicht mehr unterstützen? Wenn von den Mitarbeitern im Jobcenter niemand mehr das System unterstützte, wenn also alle Vermittler und Sachbearbeiter den Dienst verweigerten bzw. keiner sich mehr da bewirbt, die Jobcenter also noch höheren Personalmangel hätten, was glaubst du bitte, was dann passierte? Es würde zu massiven Verzögerungen bei der Leistungsgewährung kommen.

Das Nachsehen hätten dann nicht etwa die „bösen“ Politiker, sondern in erster Linie die leistungsberechtigten Bürger, die auf Sozialhilfe/ALG II angewiesen sind. Weil diese Menschen berechtigterweise einen Leistungsanspruch haben, MUSS es doch Unterstützer/Umsetzer im System geben, die jene Taten ausüben, die zur Leistungsgewährung und Auszahlung erforderlich sind. Das kann doch wirklich nicht so schwer zu verstehen sein, oder?

Zitat von Bambi_69
Nur, wenn man die angenehmen Freizeiten der Trostpflästerchen den weniger angenehmen Arbeitszeiten gegenüberstellt so gehen für letztere doch erheblich mehr Lebenszeit drauf. Obs wirklich ein so großer Trost ist?
Das muss jeder für sich klar machen. Für mich war es das, und von anderen Ex-Kollegen weiß ich, dass die die Arbeitszeitmodelle der BA - bei aller sonstigen Kritik an dem Laden - durchaus auch geschätzt haben. Denn gerade in der BA sind die Arbeitszeiten wirklich familienfreundlich, da ist eine gute work-life-Balance möglich, zumal man zwischen 06:30 bis 18:00 Uhr eine relativ freie Zeiteinteilung hat (wobei in der Regel erwartet wird, dass man von 08:00 - 12:00 da ist).

Ab Freitag 12:30 Uhr arbeitet in der BA oft kaum noch wer. Ich fand das schon sehr angenehm. Ich habe in meinem jetzigen Job zwar auch nicht mehr Stunden zu arbeiten als im JC, aber die „Präsentitis“ (Erwartung, dass man noch spät nachmittags im Büro hockt, auch wenn man nix zu tun hat) ist hier wesentlich stärker ausgeprägt als im JC, wo man in seinem Büro ja relativ unbeobachtet ist.

Zitat von Bambi_69
Ich wünsche jedem so viel wie möglich angenehme Lebenszeit. Das nutzt auch der Gesundheit. Mit einer Arbeit oder einer Beschäftigung, die für einen selber Sinn macht aber auf jeden Fall in einem angenehmen Betriebsklima stattfindet. All das ist für meine Begriffe wichtiger als zwei Urlaubsreisen, den neuesten technischen Heckmeck oder einmal in der Woche Essen gehen. Aber ist nur meine bescheidene Meinung.
Die meisten Leute sehen das sicher so. Aber mal ehrlich: Es ist doch in ganz vielen Arbeitsbereichen so, dass einem die Tätigkeiten keine Erfüllung bereiten, dass keine Selbstverwirklichung möglich ist, sondern dass man ganz oft monotone, stupide, langweilige, oft sinnlose Arbeit verrichtet. Arbeiten für Excel-Tabellen und Statistiken gibt es nicht nur in der BA, das gibt es auch in vielen Wirtschaftsunternehmen. Auf Sachbearbeiter-Ebene ist von Sinnstiftung meist nix zu spüren, egal wo man arbeitet. Man könnte auch sagen: Eine Arbeit, die man nicht als Arbeit empfindet, ist gar keine Arbeit. Arbeit macht Arbeit und ist Arbeit. Toll ist das nicht immer, aber normal.

Zitat von Heiliger Geistl
Wieso gibt es jetzt Millionen potentieller Bedürftiger, die aus Angst und Scham dort gar nicht erst hingehen, um Geld zu beantragen?
Schau dir mal die Entwicklung der Antragszahlen nach Einführung des SGB II an. Das Gegenteil von dem, was du schreibst, ist der Fall. Das wird ja auch von Forschungsinstituten und kritischen ALG II Kommentatoren als Indiz dafür herangezogen, dass eines der Ziele von Hartz IV, den Kreis der Anspruchsberechtigten zu verkleinern, nicht erreicht wurde. Hartz IV ist im wahrsten Sinne des Wortes in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Die Hemmschwelle, ALG II Leistungen zu beantrage, ist in Folge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe nicht gestiegen, sondern gesunken, weil es jetzt auch für junge Menschen aus der Mittelschicht nach Beendigung von Schule/Ausbildung/Studium (oft notgedrungen) selbstverständlich geworden ist, erst mal Hartz IV zu beziehen, bis der Jobeinstieg erfolgt. Überdies stirbt die ältere Generation, die es wirklich noch als große Scham empfunden hat, Staatsknete anzunehmen, aus.

Davon abgesehen hat es Angst und Scham auch schon zu Sozialamtszeiten gegeben. Es gibt ohne Zweifel aber sicher eine hohe Dunkelziffer an Leuten, die formal Anspruch auf ALGII hätte, den aber nicht geltend macht (siehe z.B. hier). Dass der Staat daran ein Interesse hat, dass das so ist, ist wohl evident. Genauso haben, um ein anderes Beispiel zu wählen, die Handelsketten ein Interesse daran, dass man sein Dosenpfand nicht kassiert. Die Handelsketten halten einen aber nicht aktiv davon ab, die Dose in den Automaten zu werfen. Genauso wenig hält das Jobcenter einen aktiv davon ab, Leistungen zu beantragen.

Dass es ein Ziel der Politik ist, die Hürden für die Zahlung von Sozialhilfe (oder auch Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz) im gesetzlich vertretbaren Rahmen möglichst hoch zu legen, damit potentielle „Kunde“ idealerweise gar nicht erst was beantragen, ist leider richtig. Das ist aber fast überall auf der Welt so, dafür können die SBs nicht verantwortlich gemacht werden, denn die haben sich dieses Prozedere nicht ausgedacht. Die setzen es nur um und müssen es umsetzen, denn ein Großteil der wählenden Bevölkerung will es so - sonst würde es ja geändert.

Zitat von Heiliger Geistl
Sie sind Täter in der sogenannten "Arbeitsvermittlung"., bekommen Boni dafür und nehmen sie, wenn sie in Zaf "vermitteln" oder Menschen, so wie Diktatoren, die Lebensgrundlage nehmen können mit einem Strich.
Dieser Mythos von den Boni geistert hier immer wieder durchs Forum. Daher nochmal: Arbeitsvermittler oder Sachbearbeiter im Jobcenter bekommen, so sie von der BA kommen, keine Boni. Das Boni-System fängt bei der BA ab der TL-Ebene (manchmal auch erst ab der BL-Ebene) an. In diversen JCs bekommt niemand außer dem GF Boni. Für ganz Deutschland aber gilt: Bei der BA gibt es keine Boni auf Ebene der pAps, FM, SBs. Wenn du mir nicht glaubst, frag einfach direkt bei der BA-Pressestelle ober bei Frag-den-Staat nach.

Das einzige, was es im JC geben kann - und zwar bei den kommunalen JC-Mitarbeitern -, ist die leistungsorientierte Vergütung, die man aushandeln kann, aber nicht muss. Da geht es aber nicht um Vermittlungszahlen, weil diese aus Datenschutzgründen gar nicht auf den einzelnen pAp/FM runtergebrochen werden dürfen. Da geht es eher darum, dass man z.B. mit dem TL festlegt, dass man eine bestimmte Datenqualität bei der Eingabe sicherstellte, eine EGV-Abschlussquote von 80% sicherstellt oder ähnliches. Eine Vermittlungs-, Integrations- oder Sanktions-Boni-Quote gibt es nicht. Es werden diese Zahlen zwar in der Statistik abgebildet, es gibt aber keine Soll-Quote dafür.

Zitat von Heiliger Geistl
Und wie oft diese JC Mitarbeiter nicht Wohltäter, sondern Täter sind, darüber muss wohl kein Wort verloren werden.
Finde ich schon, dass man darüber ein Wort verlieren sollte, denn die meisten Erwerbslosen sind, so zeigen mehrere empirische Erhebungen, zwar verständlicherweise nicht super zufrieden, aber eben auch nicht gravierend unzufrieden mit ihrem Jobcenter. Anders als hier oft der Eindruck erweckt wird, ist ein mittleres (Un)Zufriedenheitsniveau wesentlich wahrscheinlicher als extreme Unzufriedenheit des Gros der „Kunden“ mit ihrem Jobcenter.

Zitat von Heiliger Geistl
Aus dir blickt immer wieder die SPD hervor.
Nö, aus mir blickt jemand, der sich keinem politischen Lager (mehr) zugehörig fühlt, sondern sich durch Nachdenken stets selbst einige Meinung bildet. Ob diese Meinung hier nun als links, rechts oder liberal klassifiziert wird, ist mir dabei ziemlich egal. Ich war mal in der SPD. Ich war aber auch mal kurz Mitglieder bei DIE LINKE und bei den Grünen. Jetzt bin ich parteilos glücklich.

Zitat von Heiliger Geistl
Wenn es so wäre, wäre in aller Welt die Demoskopie nie erfunden worden bzw es würden letztlich innerhalb eines gewissen Toleranzbereiches überall sehr ähnliche Ergebnisse auftauchen, ob in Mali, China oder Deutschland.
Es ging ja darum, dass es mich nervt, dass hier so oft „die Deutschen“ aka „die dummen Michels“ über einen Kamm geschoren werden, als wäre das ein homogenes Kollektiv. Was das angeht, bring der Rekurs auf die Demoskopie imho nichts, zumal auch demoskopische Befunde so runtergebrochen werden können (wie etwa in den SINUS-Milieus), dass von „den Deutschen“ keine Rede mehr sein kann. Für jede Gruppe, die Demoskopen bilden, lassen sich viele Untergruppen bilden, so dass das, was einst homogen erschien, immer heterogener wird.

Die Demoskopie erlaubt keine Rückschlüsse auf das spezifische Individuum. Die Demoskopie lässt Aussagen über statistische Wahrscheinlichkeiten zu, mehr nicht. Extrem vereinfachtes, sehr plakatives Beispiel: 100.000 Männer sind 1,70 cm groß. 100.000 andere Männer sind 1,90 cm groß. Der Demoskop schaut sich die Zahlen an und sagt dazu dann: „Wir haben statistisch ermittelt, dass der gemeine Michel 180 cm groß ist!“

Nun finden sich unter all diesen gemeinen Michels aber viel mehr 170 cm und 190 cm große als tatsächlich 180 cm große, weil eben ein statistischer Mittelwert gebildet wird, der über das Individuum nix aussagt. Noch plakativer wird das an der Geburtenrate deutlich. Bekanntlich hat jede deutsche Frau 1,38 Kinder. Mit der Zahl 1 Kind kann ich real was anfangen, ein 0,38 Kind ist mir bisher aber noch nicht über den Weg gelaufen. Der Demoskop bleibt aber bei seiner Aussage: „Die deutsche Helga Mustermann hat 1,38 Kinder!“, und statistisch hat er damit recht, wenngleich es an der Lebenswirklichkeit aller Individuen vorbeigeht, denn keine einzige Frau hat 1,38 Kinder.

Zitat von Heiliger Geistl
Es gibt das, was du schreibst und am Ende ist sehr wohl die Tendenz des "Mehrheitsdeutschen" erkennbar. Leider eben so, wie ich es vorher ausführte. Die Attribution "obgrigkeitshörig" ist so nicht umsonst eine Begrifflichkeit, die gerade Deutschen -und nicht etwa Briten oder Franzosen --zugeschrieben wird.
Und das hat halt seinen Grund.
Ja, es hat historische Gründe und ist denn auch schön persifliert etwa in Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“ oder in Manns „Der Untertan“ (oder auch bei den Simpsons, anhand des von deutschen Siedlern eingeführten Tu-was-man-dir-sagt-Festivals). Nur hat das nichts mehr mit dem Deutschland der 2010er Jahre zu tun. Wir sind zum Glück mittlerweile ein pluralistisches Einwanderungsland mit einer aktiven, demokratischen Zivilgesellschaft, die skeptisch und debattierfreudig ist und sich eben nicht alles von irgendwelchen Autoritäten sagen lasst. Da ist nichts mehr mit Obrigkeitsdenken, was sich an diversen grünen Anti-AKW-Demos, konservativen Protesten von Wutbürgern an Bahnhöfen, linksextremen Ausschreitungen im Frankfurter Banken-Viertel und fremdenfeindlichen Pegida-Aufmärschen im ganzen Land zeigt. Das Klischee des obrigkeitshörigen Deutschen ist eine überkommene Chimäre.

Zitat von Heiliger Geistl
Woran machst du das fest?
An unserer im Wesentlichen doch gut funktionierenden Demokratie mit ihrer lebendigen Debatten-Kultur, die sich - auf zivilgesellschaftlicher Ebene - z.B. auch in Foren wie diesem zeigt.

Zitat von Heiliger Geistl
Und wie macht sich das deiner Meinung nach bemerkbar?
Daran, dass dieses Land in den letzten 60 Jahren immer demokratischer und pluralistischer geworden ist. Das allgemeine Bildungsniveau steigt, was sich an der Expansion höherer Bildungsabschlüsse zeigt. Die Schwarzmalerei (Motto: Es wird alles immer schlimmer! Wir sind ein Volk reflexionsloser Ja-Sager! Alle Jugendlichen werden dümmer, unaufgeklärter, obrigkeitshöriger etc.) kann ich in keiner Weise teilen. Denn diverse Studien (etwa von Sinus, Shell oder dem deutschen Jugendinstitut) legen Gegenteiliges dar.
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Alt 23.03.2015, 13:42   #183
ThisIsTheEnd
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Daran, dass dieses Land in den letzten 60 Jahren immer demokratischer und pluralistischer geworden ist.
Etwas Satire zum Abschluss? Kann nie schaden.
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Alt 23.03.2015, 14:44   #184
Hamburgeryn1
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Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen

An unserer im Wesentlichen doch gut funktionierenden Demokratie mit ihrer lebendigen Debatten-Kultur, die sich - auf zivilgesellschaftlicher Ebene - z.B. auch in Foren wie diesem zeigt.
Noch mehr Satire? ^^
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Alt 23.03.2015, 14:59   #185
Jaskolki77
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

@BT: Nur soviel: Hab gerade den Begriff Vernunft (in Abgrenzung zum bloßen Verstand) nachgeschlagen. Ganz einfach bei Tante Wiki.

Dass Du ein Phänomen, das für viele Betroffene, ganz gleich welchen Bildungsstand sie haben, emotional extrem belastend sein kann, rein kühl und wissenschaftlich betrachtest - nehme ich Dir das ab? Der "größere Zusammenhang", den Du bei Deinen Ausführungen sträflich vernachlässigst, ist: Für viele Betroffene bzw. Verstrickte ist es extrem schwierig, sich der Sache kühlen Kopfes zu nähern. Das Problem reißt Du zwar an, lässt es dann aber als bloßen Randfaktor wieder fallen. Auch der SB hat es schwer, ich weiß. Es geht hier aber nicht um zwei Kontrahenten auf Augenhöhe. Das Machtgefälle ist einfach da.

Wenn Du das nicht anerkennen kannst, frage ich mich: Willst bzw. kannst Du diesen Menschen wirklich helfen?

Ich hatte mal einen Prof, schon etwas älter, und der schärfte uns ein: Ohne Emotion kein guter Gedanke. Heißt im Umkehrschluss: Frage immer nach den Gedankengerüsten zugrundeliegenden Vorannahmen und Emotionen. Du wärst der erste, bei dem da nichts zu finden wäre. Und da ist einiges an unhinterfragten Vorannahmen, auch: Populismen zu finden. Wie bei uns allen hier. Du drückst es nur eleganter aus.

Ich bin der Debatte müde, und wir drehen uns im Kreis. Ich bin hier raus.
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Alt 23.03.2015, 16:37   #186
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Zitat von Hamburgeryn1 Beitrag anzeigen
Schrieb ich "von heute auf morgen?"

So wie Gesetze zu einem bestimmten Stichtag in Kraft treten,
so können Gesetze an einem Stichtag eben auch erlöschen.
Oder man "reformiert" sie laufend (was in den letzten Jahrzehnten im Sozialrecht fast immer der Abbau von Leistungen war).

Wer die "Strickweise" beobachtet, wird feststellen, dass die Agenda-Reise weiter in Richtung Downsizen geht.

Das Funktionsprinzip zu "Hartz-IV" hat Ozy ja oben gut erklärt (Wobei sein Spruch "Wenn du zum Elo gehst, vergiss die Peitsche nicht" das noch kürzer treffend umschreibt).

Solange man sich nicht langsam die Generalfrage stellt (Wollen wir einen Sozialstaat und wenn ja: Wie soll er in Anbetracht der Gegebenheiten*** finanziert werden?), droht wohl sehr vielen ein Leben auf "Grusi-Niveau".


*** Man hat eben nicht mehr die Situation wie in den 60ern, 70ern......
__

"HARTZ-IV" ist kurz erklärt: Politisch gewollte Armut im politisch gewollten Reichtum.
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Alt 23.03.2015, 20:15   #187
ThisIsTheEnd
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von Helga40 Beitrag anzeigen
Und menschenunwürdig und nicht gewollt... Nun ja, vielleicht so gesehen durch die, die wirklich alles versuchen, dass das Übel "Arbeit" ganz weit an ihnen vorübergeht [...]
Eigentlich wollte ich mich ja weitestgehend raushalten, da ich die Doku nicht gesehen habe. Aber wenn ich so was lese, dann bewegt sich mein Blutdruck in ungesunde Höhen. Wegen der paar Nasen die keinen Bock haben, werden Millionen Erwerbslose unter Generalverdacht gestellt. Das soll noch verhältnismäßig sein?
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Alt 23.03.2015, 20:33   #188
Helga40
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Ja, guten Morgen auch. Ist es denn verhältnismäßig, dass angeblich alle Jobenter Mitarbeiter hinterlistig, machtbesessen, arglistig usw.. sind, wie hier immer gern behauptet wird?

Im Übrigen steht in meinem Satz "durch die, die wirklich alles versuchen". Steht da was davon, dass das alle wären?! Müsste ich den Satz überhaupt so schreiben, wenn es alle wären? Doch wohl kaum. Dann stünde da "So gesehen, weil ja alle ALG 2 Empfänger alles versuchen, dass das Übel..."!
__

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Alt 23.03.2015, 21:09   #189
ThisIsTheEnd
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von Helga40 Beitrag anzeigen
Ist es denn verhältnismäßig, dass angeblich alle Jobenter Mitarbeiter hinterlistig, machtbesessen, arglistig usw.. sind, wie hier immer gern behauptet wird?
Ich sehe da keinen Zusammenhang. Stehen JC Mitarbeiter in der gesellschaftlichen Wahrnehmung unter dem Verdacht hinterlistig oder sonst wie zu sein? Wohl eher nicht, oder?

Zitat von Helga40 Beitrag anzeigen
Im Übrigen steht in meinem Satz "durch die, die wirklich alles versuchen". Steht da was davon, dass das alle wären?!
De facto stehen aber alle Erwerbslosen unter dem Generalverdacht nicht arbeiten zu wollen. Dabei ist es egal, ob du das so geschrieben hast oder nicht.
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Alt 24.03.2015, 00:22   #190
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
[...] Denn wie gesagt: Es kann nicht angehen, dass ein Staatsbediensteter (egal ob Beamter oder Angestellter) sich ob etwaiger moralischer Bedenken und konträrer persönlicher Ansichten einfach weigert, ein von Bundestag verabschiedetes und vom Bundesverfassungsgericht in seiner wesentlichen Verfasstheit als in Ordnung befundenes Gesetz umzusetzen.
[...]
Hatte ich auch mal gedacht, bis mich die Erfahrung lehrte, dass da so einiges ganz vorzüglich angehen kann, wenn es nur in den BA-Kram passt.

Es ist ja eben nicht alles Gesetz, was von der Verwaltung kommt.

So wie ich das sehe, gibt es kein Gesetz oder Urteil, dass zur Teilnahme an schwachsinnigen Maßnahmen bis zum Hirntod verpflichtet.
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall[1], was leider manche überrascht.

Gesetzliche Abseitigkeit und durchgängige Übergriffigkeit gibt es allerdings öfter, was auch für die arbeitsethische Gesinnungsprüfung, zu der sich manch ein SB erhoben und berufen fühlt [2], gilt,
obwohl er nach dem Willen des Gesetzgebers einfach nur in Arbeit vermitteln soll, und es gilt auch für viele weitere Hartz-IV-Klagemauern
(Hausinspektionen, urplötzliche Zahlungseinstellungen, simpelste Sachfragen, die falsch beantwortet werden, wie z.B. was denn nun eine Eigenbemühung sei, u.v.a.).

Jede Verwaltung hat die Neigung, die Probleme, die sie lösen soll, selber herbeizuführen. Deswegen werden normalerweise interne und externe Korrektivorgane eingesetzt, die die schlimmsten Auswüchse kappen.
Wenn jemand Lust dazu hat, kann er mal bei den SGs nachfragen, was man dort davon hält. Ob alles in diesem speziellen Korrektivorgan im Rahmen der konstruktiven Auslegung abläuft, oder ob nicht schon
eher das Notventil ein Notventil braucht, weil eine amoklaufende Verwaltung im Verbund mit einem missgebildeten Gesetzsystem dazu führt, dass die Gerichte zu aushäusigen Rechnungsprüfern der JCs gemacht werden.

Dann kann mir auch keiner sagen, dass ausgerechnet das eine stabilisierende Wirkung hat, denn der Staat und mit ihm natürlich seine Institutionen sind auf das Vertrauen der Bürger angewiesen.
Dieses Vertrauen wird aber genau dort in der Verwaltung erodiert, bis nichts mehr davon da ist, und das hat mit Sicherheit eine destabilisierende Wirkung.


[1] Im Gesetz geht es nämlich um Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit. Dies sind die meisten Maßnahmen nicht, was einen Elo leider gegen den SB stellt, in dessen Kopf ein ganz eigenes Gesetz vorliegt, seitens HEGA oder TL implantiert.
[2] Tatsächlich habe ich hier schon gesehen, dass einige SBs ein Aufsatzthema dem Erwerbslosen vorgaben: "Wieso ich immer noch arbeitslos bin und wie ich gedenke, diesen Zustand zu ändern". Ist das erwachsenengerecht oder eher Grundschulniveau?
__

"Alles, was man zum Leben braucht, ist Unwissenheit und Selbstvertrauen, dann ist der Erfolg sicher." - Mark Twain

"Things fall apart; the jobcenter cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world"
"The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity." - William Butler Yeats
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Alt 24.03.2015, 00:56   #191
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat von Helga40 Beitrag anzeigen
Ist es denn verhältnismäßig, dass angeblich alle Jobenter Mitarbeiter hinterlistig, machtbesessen, arglistig usw.. sind, wie hier immer gern behauptet wird?
Die Satiresendung ist doch erst morgen
__

Es gibt einfach zuwenig Fachkräftemangel
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Alt 24.03.2015, 00:57   #192
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

@ Osymandias # 192
:danke:
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Alt 24.03.2015, 01:06   #193
Pixelschieberin
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

von mir auch - @ Ozymandias für Post # 192
:danke:
__

Mostly harmless...
„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ (A. Lincoln)
„Der Elo geht so lange zum JC, bis er bricht." (Aus unveröffentlichten Werken des 0zymandias)
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Alt 24.03.2015, 01:25   #194
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

.....Ozymann, ey :dank:
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Alt 24.03.2015, 01:33   #195
roterhusar
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

An BurnsTom
Ich denke mal, Du bist ein Idealist oder Utopist, also lass dich nicht verunsichern, auch wenn ich nicht immer folgen kann. Vielleicht bist Du einfach nicht radikal genug.
Nur ohne Staat besteht die Möglichkeit, dass der erwitschaftete Reichtum auf alle gleichmäßig verteilt würde.
__

Es gibt einfach zuwenig Fachkräftemangel
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Alt 24.03.2015, 08:55   #196
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat:
Zitat von Hamburgeryn1
Niemand. Das SGB II gehört uneingeschränkt abgeschafft.
Zitat:
BurnsTom: Und bis dahin? Von heute auf gleich geht das schließlich nicht. Es hilft manchmal, ein wenig weiter zu denken, was gerade dir in Anbetracht deiner sonst oftmals doch fundierten Beiträge sicher nicht schwer fallen dürfte.
jegliche pro und contra Diskussion rund um das Jobcenter und die bisherige Vorgehensweise finde ich sinnlos und verwaltungslastig - Elfenbeintum-artig Elfenbeinturm ? Wikipedia
Zitat:
Das heute übliche Verständnis des Elfenbeinturms als einem immateriellen Ort der Abgeschiedenheit und Unberührtheit
- blind und realitätsfern.

Was soll schon sein, was soll schon sein .....


Für den Anfang genügt es auch, nicht das SGB II abzuschaffen, sondern erst einmal die Sanktionen - die Erpressung - die Drohung mit der Existenz - die Drohung mit Jobcenter Erpressung versus Straße und Obdachlosigkeit - die Zwangsbewerbungen / sog. Vermittlungs-Vor-Schläge in Verwaltungs-Polit-Schön-Sprech-Deutsch
und an der Höhe der Kosten und alles muss gar nichts geändert werden zunächst einmal oder wie auch immer, wenn alles bis auf die Sanktionen weiterläuft


Dann wird erst einmal Entspannung eintreten und zwar auf allen Seiten - aber vermutlich will man das ja gar nicht

ich glaube nicht, das ALG II so üppig ist, dass man es sich darin gut gehen lassen will und kann auf Dauer

aber wenn die JC-Schei*e einem derart schadhaft im Rücken steht mit Zwang und schikanösen Erprssungs-Strafen .... dann kann nur alles schadhaft sein

Mit ein bischen Luft, die einem sanktionfreies SGB II ermöglichen würde auch was die Zwangsarbeitsverhältnisse betrifft könnte schon einiges bewirkt werden - dann könnte man auch einfach risikofreudiger sein. Dann könnte man auch mal ein Arbeitsverhältnis eingehen, ohne Angst vor diesem Drec*samt zu haben, wo dann gleich mal der Rest einbehalten wird und man ohne Geld und gezahlter Mieter und Verpflegung arbeiten gehen soll.

Und was soll der schei*

weil ich einen 200 Euro-Mini-Job eingehen will - muss ich Sorge tragen, dass mir Miete einfach mal nicht überwiesen wird, denn ich könnte ja 2000 Euro verdienen - ach zum ko* mit all diesen Arschlö* die bei dieser Schei* mitmachen und es mit Verwaltungs-Dumm-Laber noch unterstützen, leider selbst vermutlich verwaltungsblind und der jahrelnagen staatsdienenden Gehirnwäsche unterzogen ....

Einerseits wird ein lebenslanges Lernen und ständiges auf dem neuesten Stand sein erwartet und andererseits wird ein Arbeitsverständnis gefordert, dass dem des Mittelalters entspricht - es ist egal ob ich mit zerrissenen Hosen und barfuss zur Arbeit aufs Feld komme (Knecht) hauptsache ich arbeite :/

Und alles was von Nahles kommt oder so ni Sachen wie das ESF-Programm für Eingliederung Langzeitarbeitslose - das dient nur der Ruhigstellung - mehr nicht -die Arbeitnehmer sollen ruhiggestellt werden, denn es wird was getan, dass die Nichtstuer in ihren Augen in Arbeit kommen und die Arbeiter äh Arbeitslosen denken, es wird was getan - auch wenn ich es u.U. schei* finde

Motzen dient dann auch der Ruhigstellung - eben kanalisiertes Revoluzzen - Revoluzzen unterdrücken wollen
__


Wer gegen Erwerbslose hetzt, ist einer, der Bonzen nützt und stützt! (Dagegen72)
Zitat:
Die Bundeskanzlerin bezieht derzeit rund 18.023 Euro monatliches Amtsgehalt.
Hinzu kommt eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung von rund 12.271 Euro im
Jahr. Die Bundesminister verdienen etwas weniger, erhalten aber mit rund 14.638
Euro pro Monat
( Quelle: Bund der Steuerzahler)
Dagegen72 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2015, 09:48   #197
Heiliger Geistl
 
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Standard AW: "Team Wallraff" deckt Missstände in Jobcentern auf ( Montag, 21.15 Uhr)

Zitat:
Daran, dass dieses Land in den letzten 60 Jahren immer demokratischer und pluralistischer geworden ist. Das allgemeine Bildungsniveau steigt, was sich an der Expansion höherer Bildungsabschlüsse zeigt. Die Schwarzmalerei (Motto: Es wird alles immer schlimmer! Wir sind ein Volk reflexionsloser Ja-Sager! Alle Jugendlichen werden dümmer, unaufgeklärter, obrigkeitshöriger etc.) kann ich in keiner Weise teilen. Denn diverse Studien (etwa von Sinus, Shell oder dem deutschen Jugendinstitut) legen Gegenteiliges dar.
@BT
Nie zuvor haben Unternehmer das Land derart im Griff gehabt, um Meinungen selektieren zu können, um das Land und die Gesellschaft in ihrem Sinne umgestalten zu können.. Beispiel Zuwanderung: Die Wirtschaft forderte jüngst eine Einwanderungswelle aus dem Orient. Nicht damit das Land "bunter" wird, sondern damit Arbeitsplatzbesitzer mit noch mehr Arbeitsplatzbesitzern um billige Arbeitsplätze konkurrieren sollen. Damit dies in der Bevölkerung gut ankommt, geht das unter dem Merkmal "Bunt statt braun".

Wer diesen Zynismus nicht bemerkt, t, @BT , und Du bemerkst ihn nicht, und noch von "Pluralismus" faselt, hat es wirklich nicht verstanden, wohin die Reise hingehen soll. Und zwar weit weg von der echten Demokratie. Es gibt nur noch einen staatlich erlaubten Pseudopluralismus, der solange geduldet wird, solange er dem Schattenkanzler Ingo Kramer ins Konzept passt. Danach ist schnell Schluss damit.
Vielleicht gibt es ja daher auch keine Massendemos vor diversen Dienstleistungsklitschen und/oder der berühmten Fleischindustrie, um auf das Leid vieler Ausländer aufmerksam zu machen, die dort quasi vergewqaltigt werden- da ist dann schnell Schluss mit "Pluralismus".

H4 war und ist ja zudem ein eher dktatorisches Element in dieem Staate.

Zitat:
Die Demoskopie erlaubt keine Rückschlüsse auf das spezifische Individuum. Die Demoskopie lässt Aussagen über statistische Wahrscheinlichkeiten zu, mehr nicht. Extrem vereinfachtes, sehr plakatives Beispiel: 100.000 Männer sind 1,70 cm groß. 100.000 andere Männer sind 1,90 cm groß. Der Demoskop schaut sich die Zahlen an und sagt dazu dann: „Wir haben statistisch ermittelt, dass der gemeine Michel 180 cm groß ist!“
Und trotzdem zeigen sich gemeinsame Tendenzen, da ja nicht nur "Grössen" abgefragt werden.

Zitat:
Finde ich schon, dass man darüber ein Wort verlieren sollte, denn die meisten Erwerbslosen sind, so zeigen mehrere empirische Erhebungen, zwar verständlicherweise nicht super zufrieden, aber eben auch nicht gravierend unzufrieden mit ihrem Jobcenter. Anders als hier oft der Eindruck erweckt wird, ist ein mittleres (Un)Zufriedenheitsniveau wesentlich wahrscheinlicher als extreme Unzufriedenheit des Gros der „Kunden“ mit ihrem Jobcenter.
Ich behaupte, die meisten Elo, die ja eben NICHT in Foren wie diesen sind, begreifen überhaupt nicht, was mit ihnen geschieht, oder interessieren sich nicht dafür bzw sind lethargisch. Sie glauben tatsächlich, "Zeitarbeit" sei eine Chance, selbst wenn sie schon 10 mal da rein und wieder da raus gekommen sind.
Und jedes mal kaputter an Leib und Seele.
Eine Verfügungsmasse, die mir mittlerweile nicht mal mehr leid tut, diese Niedriglöhner, die nicht bereit ist, aufzustehen und NEIN zu sagen.
Nicht umsonst klnnen es sich deutsche Arbeitgeber leisten, die daumenschrauben immer weiter anzuziehen, sie treffen ja auf keinen nennenswerten Widerstand und gewinnen dabei.

Das dann als relative Zufriedenheit zu bezeichnen, geht an der Realität schon weit vorbei.

Zitat:
An unserer im Wesentlichen doch gut funktionierenden Demokratie mit ihrer lebendigen Debatten-Kultur, die sich - auf zivilgesellschaftlicher Ebene - z.B. auch in Foren wie diesem zeigt.
Sonst schreibst du sinngemäss, Foren wie diese seien Minderheitenangelegenheiten, für die sich nur die Wenigsten interesseiren.. Und vor 30- 40 jahren gab es nicht mal Internet. Ich habe den Eindruck, hätte es das damals schon gegeben, wäre eine wesentlich angeregtere, lebendigere Diskussionskultur geführt worden als heute.
Wie es heute in deutschen Betrieben zugeht, vor allem in der Dienstleistung, spottet jeder Beschreibung. Ich bekomme sehr gut von Freunden und Bekannten mit, wie es stetig schlimmer wird. Auch wenn es natürlich ein sehr kleiner Querschnitt ist, halte ich das, was ich da höre und über verschiedene Branchen läuft, so für aussagekräftig hochgerechnet auf die gesamte Arbeitswelt.Ich selbst habe ja noch mitbekommen, wie dieArbeitswelt zunehmend entmenschlicht wird.
Die Leute stehen unter einem solchen Druck, dass sie kaum mehr in der Lage sind, nach links zu schauen. Den Druck machen sie sich selber, angefacht allerdings durch Unternehmer, die es geschafft haben ihre Belegschaften "gewinnbringend" zu zerteilen.
Das hat dann mit gut funktionierendem Pluralismus zu tun?? Mit "mehr Demokratie"?? Ich bitte dich...
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Alt 24.03.2015, 10:07   #198
Heiliger Geistl
 
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Zitat:
Nun ja, vielleicht so gesehen durch die, die wirklich alles versuchen, dass das Übel "Arbeit" ganz weit an ihnen vorübergeht
Vielleicht liegt das daran, dass DIESE Arbeit wirklich...übel... ist. Schon mal dran gedacht?

Noch was: Allenorten wird ein neues "Jobwunder" beklatscht, das in diesem und den nächsten Jahren die BRD heimsuchen wird wie eine biblische Plage.
Hintergründe und Fakten, WAS da an Jobs enteht, wird geflissentlich ausgeblendet. Kein auch nur halbwegs normal denkender Mensch könnte einem solchen Jobwunder anschliessend etas positives abgewinnen.

http://www.welt.de/wirtschaft/articl...e-Chancen.html

Sogar in der Springerpresse lassen sich kritische Untertöne vermerken, auch wenn die Jubelarien klar die Oberhand haben.
Das Jobwunder beruht auf unendlich vielem billigen Geld, das man partiell auch in billige Jobs umwandeln kann, Jobs ohne Risiko für den Unternehmer, die sich rechnen. Und auf eine Vergreisung der Bevölkerung, die in den einschlägigen Sparten Abenteuerer und Jobhuren en masse anlocken wird. Und eben darauf, dass es ein Teilzeitjobwunder ist.

Unter diesen Umständen, rechnet man jetzt noch die Zustände in deutschen Betrieben dazu ... wir lasen kürzlich, dass sich so viele menschen wie nie zuvor dopen, um den Druck durchhalten zu können, und das ausgerechnet in den Bereichen, wo all diese schönen neuen schrecklichen Jobs entstehen und sich gleichzeitig noch nie so viele Menschen durch die Arbeitswelt psychisch und physisch am Ende sahen wie heutzutage....... nimmst Du es tatsächlich Leuten übel, dass sowas an ihnen vorübergeht?? Lächerlich, nicht wahr???
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Alt 24.03.2015, 18:42   #199
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Zitat von 0zymandias Beitrag anzeigen

Es ist ja eben nicht alles Gesetz, was von der Verwaltung kommt.
Es ist aber auch nicht alles Verwaltung, was vom Gesetz her kommt =>


§ 2 Abs. 2 Soziale Rechte SGB I


(2) Die nachfolgenden sozialen Rechte sind bei der Auslegung der Vorschriften dieses Gesetzbuchs und bei der Ausübung von Ermessen zu beachten; dabei ist sicherzustellen, daß die sozialen Rechte möglichst weitgehend verwirklicht werden.


(Einer der besten Witze im Sozialrecht! Wohl dem, der im Leben nie verlor, den Sinn für den Humor!)

Hätte die o.a. Aussage praktische Relevanz, müssten z.B. Überprüfungsanträge so selten sein, wie ein fetter Lottogewinn...
__

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Alt 24.03.2015, 18:44   #200
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Ich denke mal, Du bist ein Idealist oder Utopist, also lass dich nicht verunsichern, auch wenn ich nicht immer folgen kann. Vielleicht bist Du einfach nicht radikal genug.
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Letzter Satz adelt eher dich zum Utopisten......
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