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Alt 14.07.2007, 21:28   #26
Ferengi
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Wenn man als Kind körperlich, seelisch, psychisch misshandelt wurde, egal ob im Heim oder zu Hause, für die jenigen ist Hartz IV im Erwachsenen Alter mit dem Zwang und Schikanen, nochmal eine schallende Ohrfeige, wär als Kind schon sowas erlebt hat, ob nun verdrängt oder nicht, lässt sich das nicht mehr so einfach gefallen, ausser der Wille der Menschen wurde schon so weit gebrochen.

Vorgestern gab es gerade wieder ein Bericht beim MDR über ehemalige Heimkinder.

Es ist jedesmal das gleiche wenn die Menschen vor ihren Heimen stehen in denen sie misshandelt wurden. Sie fangen alle an zu weinen!

Ehemalige Erzieher und Erzieherinnen, die oftmals keine richtige Ausbildung hatten und oft vom Militär kamen, entschuldigen ihr Verhalten damit, das es ja zu dieser Zeit auch in Staatlichen Heimen solche Methoden üblich waren!?

So faseln die Ordensschwestern auch rum, kein bisschen Einsicht, keine Spur von einer Entschuldigung.

Einige Heime und Kirchlichen Organisationen haben aber wohl langsam Bereitschaft zur Aufbereitung der damaligen Zustände zugesichert...
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Alt 14.07.2007, 21:29   #27
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Vanzella
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Tom:

Danke, dass du geantwortet hast.

Es tut mir unendlich leid für deine Schwestern. Ich umarme sie in Gedanken (dich auch)

Wie ich schon schrieb, ich habe das alles so lange verdrängt. Mich hat man so programmiert, dass ich scheinbar "auf der richtigen Seite" stand (berufliche Tätigkeit). Ich war 26 Jahre Jahre Volllzeittätigkeit mit selbständigen Nebenjob der Meinung, "mein Leben im Griff zu haben." Niemals hätte ich bezweifelt, auf dem richtigen Weg zu sein, wäre ich nicht auf dieses Thema/Thread gestoßen.

Dieser Thread wühlt mich völlig auf und wenn ich dazu beitragen könnte, ehemaligen Heiminsassen zu helfen, würde ich das sofort tun.

Als Erstinfo benötige ich die Adresse, wo man diese bescheuerten Einweisungsberichte lesen kann. Hoffentlich antwortet mir jemand, der die Info hat, dann geht hier "die Post ab." Tom, vielleicht weiß HJGraf, wo ich ansetzen könnte?

Ferengi kann ich nicht genug danken, der Link zeigt deutlich, dass etliche Leute unter den psychischen Misshandlungen noch heute leiden.
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Alt 15.07.2007, 20:01   #28
hjgraf
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Zitat von Vanzella Beitrag anzeigen
Tom:

Danke, dass du geantwortet hast.

Es tut mir unendlich leid für deine Schwestern. Ich umarme sie in Gedanken (dich auch)

Wie ich schon schrieb, ich habe das alles so lange verdrängt. Mich hat man so programmiert, dass ich scheinbar "auf der richtigen Seite" stand (berufliche Tätigkeit). Ich war 26 Jahre Jahre Volllzeittätigkeit mit selbständigen Nebenjob der Meinung, "mein Leben im Griff zu haben." Niemals hätte ich bezweifelt, auf dem richtigen Weg zu sein, wäre ich nicht auf dieses Thema/Thread gestoßen.

Dieser Thread wühlt mich völlig auf und wenn ich dazu beitragen könnte, ehemaligen Heiminsassen zu helfen, würde ich das sofort tun.

Als Erstinfo benötige ich die Adresse, wo man diese bescheuerten Einweisungsberichte lesen kann. Hoffentlich antwortet mir jemand, der die Info hat, dann geht hier "die Post ab." Tom, vielleicht weiß HJGraf, wo ich ansetzen könnte?

Ferengi kann ich nicht genug danken, der Link zeigt deutlich, dass etliche Leute unter den psychischen Misshandlungen noch heute leiden.
Hallo Vanzella,

ich weiß jetzt nicht, ob ich Dir wirklich weiterhelfen kann. Aber alle Einweisungen in Kinderheime müssen normal über das für den damaligen Wohnsitz zuständige Jugendamt abgewickelt werden. Diese müssten also ein Akte darüber haben, in der auch Einweisungsberichte, Gutachten usw. abgelegt sind. Evtl. besteht die Möglichkeit an dieses Jugendamt heranzutreten und eine Akteneinsicht nach § 25 SGB X zu verlangen. Der Text des Paragrafen unten. Vielleicht besser, dabei einen Zeugen oder Rechtsvertreter zu haben.

"SGB X § 25 Akteneinsicht durch Beteiligte

(1) Die Behörde hat den Beteiligten Einsicht in die das Verfahren betreffenden Akten zu gestatten, soweit deren Kenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist. Satz 1 gilt bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens nicht für Entwürfe zu Entscheidungen sowie die Arbeiten zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung.
(2) Soweit die Akten Angaben über gesundheitliche Verhältnisse eines Beteiligten enthalten, kann die Behörde statt dessen den Inhalt der Akten dem Beteiligten durch einen Arzt vermitteln lassen. Sie soll den Inhalt der Akten durch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchten ist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigen Nachteil, insbesondere an der Gesundheit, zufügen würde. Soweit die Akten Angaben enthalten, die die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit des Beteiligten beeinträchtigen können, gelten die Sätze 1 und 2 mit der Maßgabe entsprechend, dass der Inhalt der Akten auch durch einen Bediensteten der Behörde vermittelt werden kann, der durch Vorbildung sowie Lebens- und Berufserfahrung dazu geeignet und befähigt ist. Das Recht nach Absatz 1 wird nicht beschränkt.
(3) Die Behörde ist zur Gestattung der Akteneinsicht nicht verpflichtet, soweit die Vorgänge wegen der berechtigten Interessen der Beteiligten oder dritter Personen geheimgehalten werden müssen.
(4) Die Akteneinsicht erfolgt bei der Behörde, die die Akten führt. Im Einzelfall kann die Einsicht auch bei einer anderen Behörde oder bei einer diplomatischen oder berufskonsularischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Ausland erfolgen; weitere Ausnahmen kann die Behörde, die die Akten führt, gestatten.
(5) Soweit die Akteneinsicht zu gestatten ist, können die Beteiligten Auszüge oder Abschriften selbst fertigen oder sich Ablichtungen durch die Behörde erteilen lassen. Die Behörde kann Ersatz ihrer Aufwendungen in angemessenem Umfang verlangen."

Die Jugendhilfe unterliegt dem SGB VIII und somit auch den allgemeinen Verfahrensregeln im SGB X.



Hoffe, das hilft ein wenig.
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Alt 15.07.2007, 21:44   #29
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Vanzella
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Standard Danke schön HJGraf

ich habe mich im Forum des von Ferengi verlinkten Forums angemeldet.

Auch dort hatte ich die Frage nach den Akten gestellt. Sie dürften nicht mehr vorhanden sein, aber ich werde es dennoch versuchen. Die Grünen bemühen sich angeblich um "Rehabilitation" der seinerzeit seelisch kaputtgemachten Kinder (wer es denn glaubt)

Immerhin ist in meinem Fall der Sachverhalt fast 40 Jahre her. Es dürfte schwer bis unmöglich sein, noch an Berichte zu kommen, aber ich bleibe dran.

Empfehlen kann ich allen Heininsassen (tituliert als "schwer erziehbare Kinder")
den Links von Ferengi zu folgen. Erstaunlicherweise habe ich nach 40 Jahren Verdrängens meiner Heimerlebnisse genau die Frau gefunden, die mit mir trotz mörderischer Erlebnisse im Heim, auch ihre Prüfung geschafft hat. Sie leidet allerdings unter den Erlebnissen noch heute und ist in Rente. Wir telefonieren morgen.

Thomas: Warum meldest du dich nicht mehr? In welchem Heim bist du gewesen? Hoffentlich nicht Torgau.

Wir Heimkinder haben uns krummgeschuftet, 10 Stunden am Tag, kostenlos. Wir haben kein Entgelt bekommen. Diese Zeit wird nicht auf unsere Rente angerechnet. Wir sollen demütig akzeptieren "schwer erziehbar" zu sein und das geht in meinem Fall bis hin zu jahrzehntelangem Mobbing im öD.

Wenn ich jetzt im Netz lesen muss, was mit Jugendlichen passieren soll, wird mir nur noch speiübel.

Danke Tom, dass du mich ernstgenommen hast. Danke auch an HJGraf, für deine hilfreichen Infos.

LG
Vanzella
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Alt 16.07.2007, 12:07   #30
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thomas
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Standard Heim

Hallo Vanzella, ich war zwar nur ziemlich kurze Zeit in einer Einrichtung, die einem Heim entspricht, aber das hat absolut ausgereicht. (siehe "Jugendwerkhof Dessau")
Als renitenter Mensch hatte ich dann bei der NVA das "Glück", im Militärstraflager Schwedt einsitzen zu müssen (wobei von "Sitzen" da keine Rede sein konnte).
Ich möchte hier im Forum nicht auf Einzelheiten eingehen, aber du weißt ja selbst, wie es war und was es angerichtet hat.
Und ich denke, daß auch du genügend Leute kennst (evtl. sogar die eigene bucklige Verwandschaft), die nicht verstehen können und wollen, daß uns damit das ganze Leben kaputtgemacht wurde.
Wenn man wie ich heute nicht mehr arbeiten gehen kann, weil die seelischen schäden einfach zu groß sind und nie verheilen konnten (denn du weißt ja selbst, was es an "psychotherapeutischen Maßnahmen" für Leute wie uns in der DDR gab), dann muß man sich vorwerfen lassen, mit "alten, längst vergessenen Geschichten hausieren zu gehen, um sich auf Kosten der Allgemeinheit ein schönes Leben zu machen".
Dazu muß man nun wirklich nichts mehr sagen, oder? Es fällt mir zunehmend schwerer, überhaupt über dieses Thema zu sprechen - vor allem, da sämtliche Therapeuten, mit denen ich bisher zu tun hatte, damit völlig überfordert sind. Und die in den alten Bundesländern wissen oft nicht mal, wovon ich überhaupt spreche ...
__

Geist ist geil!

Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten!

Hom homini porcus

"Es ist dem gemeinen Untertanen verboten, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Entscheidungen der Obrigkeit anlegen zu wollen." (Friedrich Wilhelm I.)

Hunger macht BÖSE!!!!

Venceremos! No pasaran!
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Alt 16.07.2007, 18:33   #31
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Vanzella
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Thomas hat eine PN
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Alt 20.07.2007, 10:04   #32
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Ausrufezeichen Alptraum Erziehungsheim

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
[zum Sachbuch von Dietmar Krone: "Alptraum Erziehungsheim"] Weiterlesen...
Weitere Hinweise zu diesem Sachbuch, ein Sachbuch über die damalige "Heimerziehung" und die Misshandlung und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in westdeutschen "Erziehungsanstalten" in den alten Bundesländern - wie erlebt und erlitten und überlebt von Dietmar Krone selbst, sind seit dem 18.07.2007 auch hier zu finden: http://www.care-leavers-survivors.org/Flaechendeckende-Pressemitteilung-im-deutschsprachigen-Raum-zur-Neuerscheinung-im-Engelsdorfer-Verlag,-Leipzig_-_Alptraum-Erziehungsheim-.-Die-Geschichte-einer-Jugend.html

Und jemand hat auch vor einiger Zeit eine eingehende Buchrezension zu diesem Sachbuch "Alptraum Erziehungsheim" - unter der Überschrift "Kann man leise schreien?" geschrieben. Diese Buchrezension ist hier zu finden: http://www.vehev.org/Buecher.html (bitte dort ein Stückchen runter scrollen). ( leider ohne die Registrierung von zutreffenden Tags / Labels / Liste von Suchbegriffen - wodurch es nicht einfach zu finden ist über die Suchmachinen ).

Auch nicht zu vergessen ist die überaus wichtige Webseite des SPIEGEL-Journalisten und Autors, u. a., des Sachbuches "Schläge im Namen des Herrn - die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik", mit dem er die ganze Sache erst einmal richtig ins rollen gebracht hat, sodass sich jetzt auch Politiker anfangen darum zu kümmern. Auf Bundesebene, als Parteien, haben zumindest DIE GRÜNEN und die FDP öffentlich dazu Stellung bezogen. Peter Wensierski.s Webseite, wo immer das Neuste zu finden ist, ist www.schlaege.com / www.wensierski.info

Wünsche allen Betroffenen das Beste und viel Erfolg mit der Aufarbeitung des Erlebtens !
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Alt 21.07.2007, 09:50   #33
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Ausrufezeichen MISSHANELTE HEIMKINDER : "Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder!"

Die GRÜNEN (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) und die FDP (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) haben den ehemaligen Heimkindern jetzt ihr Verständnis und ihre Sympathie mitgeteilt und ihre zukünftige Unterstützung zugesagt:

Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-650-5485-2.html#fragen

01.06.2007 - Frage von Martin Mitchell

Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?

Sehr geehrter Herr Westerwelle.

Welche Stellung bezieht die FDP zu der "Problematik" der damaligen Misshandlung und Ausbeutung EHEMALIGER HEIMKINDER in kirchlichen sowohl wie staatlichen Heimen und Anstalten im "Wirtschaftwunder Westdeutschland"?

Vertritt die FDP die gleiche oder eine unterschiedliche Meinung,
diesbetreffend, wie die GRÜNEN in ihrer Presseerklärung vom 25.04.2007 und dem dieser Presseerklärung ( aufrufbar @
www.josef-winkler.de ) angeschlossenen ECKPUNKTPAPIER vom 24.04.2007 ( aufrufbar @ www.gruene-bundestag.de )?

Mit vorzüglicher Hochachtung !

Martin Mitchell


Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-650-5485-2.html#fragen

10.07.2007 - Antwort von Dr. Guido Westerwelle

Re: Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?

Sehr geehrter Herr Mitchell,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 4. Juni 2007 und für Ihr Interesse an der Programmatik der FDP.

Wir Liberale nehmen das Thema der Heimunterbringung und Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen in den 50er und 60er Jahren und teilweise noch bis in die 70er Jahre hinein sehr ernst. Nach allem, was in diesem Zusammenhang bisher bekannt geworden ist, bedarf die Thematik dringend der weiteren historischen Aufarbeitung. Die Träger und ehemaligen Träger der Heime fordern wir auf, ihren Beitrag zur Aufklärung zu leisten, die Verantwortung für geschehenes Unrecht zu übernehmen und die Opfer von Entwürdigung und Misshandlung angemessen zu rehabilitieren. Über weitere Maßnahmen werden die Freien Demokraten dann auf der Grundlage neuer Erkenntnisse zu entscheiden haben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihre Frage. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB

Von den Koalitionspartnern, der CDU/CSU (als Parteieinheit auf Bundesebene) und der SPD (als Parteineinheit auf Bundesebene) und auch von der LINKEN (als Parteineinheit auf Bundesebene) gibt es bis zum heutigen Tage keine Stellungnahme zu diesem Thema. Sobald jedoch, jeweilig, eine Stellungnahme dieser drei Bundesparteien eintrifft, werde ich Euch auch darüber Bescheid geben.

In der Zwischenzeit veröffentlicht old codger aus Australien: "Engagierter Bürger" und "Ehemaliges Heimkind" Martin Mitchell zwei Fotos der Zwangsarbeit im Moor, die er und zehntausend andere jugendliche Insassen im nachkriegszeitlichen westdeutschen "Wirtschaftswunder", im Sommer sowie auch im Winter in "Freistatt", unentlohnt haben verrichten müssen.




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Alt 08.09.2007, 11:13   #34
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Ausrufezeichen Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder

Im Auftrag ehemaliger Heimkinder verhandelt die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans [ Hamburg ] gemeinsam mit der Kanzlei Michael Witti [ München ] mit Staat und Kirchen, mit dem Ziel einer globalen Lösung für alle Betroffenen.

In einem ersten Schritt gilt es zunächst eine neutrale Plattform zu schaffen, auf welcher die von uns formulierten Ziele mit allen Beteiligten diskutiert werden können. Dies kann, zum Beispiel, hier geschehen oder auch im Forum bei www.emak.org stattfinden.

Heimgeschädigte die Ansprüche geltend machen wollen bitten wir die anschließende Bekanntgebung zu lesen und sich gegebenenfalls direkt bei den Anwälten Dr. Vehlow & Wilmans zu melden. Jeder wird gebeten sachlich zu bleiben und sich auf die angesprochenen Themen zu konzentrieren.

[ Hamburg, Freitag den 7. September 2007 ]

Kurzfassung der Zielsetzung durch die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans und der Kanzlei Michael Witti.

Unsere Ziele haben wir Staat und Kirchen in Themenkomplexen grob wie folgt formuliert:

Themenkomplex I: Historische Aufarbeitung

Unserer Mandantschaft fordert eine offenen Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse. Diese Aufarbeitung sollte zum einen die generellen gesamt-gesellschaftlichen und historischen Fragestellungen, insbesondere auch nach den Ursachen für das geschehene Unrecht erfassen.

Idealerweise sollte das Ergebnis der Aufarbeitung in einer gemeinsamen öffentlichen Präsentation dargestellt werden. Dies ist für das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Akzeptanz ehemaliger Heimkinder von entscheidender Bedeutung.

Neben der generellen Aufklärungsarbeit ist es erforderlich, den Betroffenen auch individuell vor Ort bei der Aufklärung ihrer Biografie jede denkbare Unterstützung zukommen zu lassen. Hier ist insbesondere ein weitestgehendes Akteneinsichtsrecht erforderlich, welches beinhaltet, dass einschlägige Akten auch nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen nicht vernichtet werden.

Themenkomplex II: Entschädigung

Für unsere Mandantschaft steht es außer Frage, dass sowohl die meist unberechtigte Heimeinweisung als auch der Umgang der Heime mit den Kindern eine Entschädigungslösung erfordern, die unabhängig von der individuellen, zivilrechtlichen Durchsetzbarkeit ist.

Aufgrund der Vielzahl von Anspruchsgegnern bietet sich eine Fonds- oder Stiftungslösung an, die es der Anspruchgegnerseite überlässt, im Innenverhältnis Beteiligungsquoten zu verhandeln, und die andererseits im Verhältnis zu den Betroffenen eine Gleichbehandlung gleich gelagerter Schicksale durch festzulegende einheitliche Kriterien sicherstellt. Neben den christlichen Kirchen und Heimträgern, sehen wir Bund und Länder in der Hauptverantwortung. Aus unserer Sicht wird sich im Rahmen der Aufarbeitung zeigen, dass weitere Anspruchsgegner einzubeziehen sind. Hier denken wir zunächst an diejenigen Unternehmen und Kommunen, die von den Heimkindern als billige Arbeitskräfte unmittelbar oder mittelbar profitiert haben.

Beweisrechtlich weisen wir bereits jetzt daraufhin, dass aufgrund der ausgedünnten Aktenlage keine höhere Anforderungen als eine Glaubhaftmachung zumutbar ist. Zudem wird durch den Bundesgesetzgeber sicherzustellen sein, dass Entschädigungszahlungen keine Anrechnung auf Leistungen nach SGB II finden. [ "SGB" bedeutet "Sozialgesetzbuch" ]

Themenkomplex III: Soziale Belange

Neben der Entschädigungsfrage wird auch zu diskutieren sein, wie verschiedene soziale Folgen aufgefangen werden können. Insoweit möchten wir ausdrücklich das Thema der rentenversicherungsrechtlichen Berücksichtigung von Arbeitszeiten im Heim ansprechen. Ein weiteres soziales Problem ist die Traumatisierung vieler Betroffener, zu deren Überwindung häufig professionelle Hilfe erforderlich ist. Der Zugang zu professioneller Hilfe ist einer Vielzahl von Betroffenen aufgrund der diesbezüglich engen Leistungs-Tatbestände der gesetzlichen Krankenversicherungen, und mangelnder eigener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verschlossen. Insoweit regen wir die Errichtung von Anlaufstellen an, die den Betroffenen kostenlos die erforderliche Hilfe gewähren. Auch diesbezüglich ist die Einbeziehung des Bundes natürlich unabdingbar.

Diese reduzierte Fassung enthält Kernsätze unserer Forderungen.

Die Anwälte führen jedoch keine Einzelklagen auf OEG [ d.h. nach dem Opferentschädigungsgesetz ], vor den Sozialgerichten wegen Renten oder Schadensersatzklagen vor den Landgerichten.

Ehemalige Heimkinder können sich mit einer Beschreibung ihrer Erlebnisse direkt bei den Anwälten melden.

Dr. Vehlow & Wilmans
Rechtsanwälte
Sierichstrasse 32
22301 Hamburg
Tel. + 49 (0) 40 65055178
Fax. +49 (0) 40 65055180
Email: vehlow.wilmans@web.de
[ Ansprechspartner: Gerrit Wilmans ]
[ Webseite: http://www.vehlow-wilmans.de/index.php?web=1 ]

Beitrag getätigt von Martin Mitchell in Australien, Betreiber der unabhängigen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org ausschließlich eine nichtkommerzielle, ehrenamtlich von einem 61-jährigen (am 28.07.1946 in West-Berlin geborenen) "Ehemaligen Heimkind" betriebene Heimerziehungsforschung.s-, Geschichtsaufarbeitung.s-, Aufklärung.s- und Hilfeleistung.s- Webseite ist und wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leistet – die über jede der folgenden Domain-Namen aufrufbar ist: www.heimkinder-ueberlebende.org / www.heimkinder-ueberlebende.info / www.care-leavers-survivors.org / www.care-leavers-survivors.info / www.care-leavers-survivors.net / www.diakoniefreistatt.de.vu / www.freistatt.de.vu / www.heimkinder.eu / www.heimkinder-community.eu / www.ex-heimkinder.eu; und dazu gehört auch der "Ehemalige Heimkinder" Blog @ www.heimkinderopfer.blogspot.com und der "Heimkinderopfer2 Blog" @ www.heimkinderopfer2.blogspot.com.
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Alt 11.09.2007, 05:45   #35
Ehemaliges Heimkind
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Ausrufezeichen Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

Zitat von Ehemaliges Heimkind Beitrag anzeigen
Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder
Betreffend meinem vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13:

Der Text der "Bekanntgebung" der deutschen Anwälte für ehemalige Heimkinder ( "Heimgeschädigte" ) kam in meinen Besitz aus zweiter Hand, via den USA, und es wurde mir leider nicht genau klar gemacht, bzw. mitgeteilt, was die Worte der Anwälte sind oder waren, und welche Worte der übermittelten anwaltlichen "Bekanntgebung" aus Deutschland nach Australien, dem USA Übermittler der Nachricht an mich, gehörten.

Wenn es mir möglich wäre meinen vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13 zu korrigieren, bzw. mit einer "EDIT"-Funktion hier zu "editieren", würde ich die folgende Umänderungen machen:

»»» [ Hamburg, Freitag den 7. September 2007 ]

Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

[ Diese Mitteilung geht an alle, die bedingungslos an einer "Aufarbeitung des begangenen Unrechts" und an einer "Wiedergutmachung" mitwirken wollen. ]

Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder

Im Auftrag ehemaliger Heimkinder verhandelt die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans [ Hamburg ] gemeinsam mit der Kanzlei Michael Witti [ München ] mit Staat und Kirchen, mit dem Ziel einer globalen Lösung für alle Betroffenen.

In einem ersten Schritt gilt es zunächst eine neutrale Plattform zu schaffen, auf welcher die von uns formulierten Ziele mit allen Beteiligten diskutiert werden können.

Heimgeschädigte die Ansprüche geltend machen wollen bitten wir die anschließende Bekanntgebung zu lesen und sich gegebenenfalls direkt bei den Anwälten Dr. Vehlow & Wilmans zu melden. [ Jeder wird gebeten sachlich zu bleiben und sich auf die angesprochenen Themen zu konzentrieren. ]

Kurzfassung der Zielsetzung durch die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans und der Kanzlei Michael Witti.

Unsere Ziele haben wir Staat und Kirchen in Themenkomplexen grob wie folgt formuliert: «««

[ Desweiteren ließt die "Bekanntgebung" genauso wie zuvor. Siehe den vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13. ] :-)
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Alt 20.11.2007, 11:13   #36
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Ausrufezeichen Gleiche Instutitionelle Kindesmisshandlung in der Schweiz ! Neuigkeiten !

Instutitionelle Kindesmisshandlung auch in der Schweiz ! Katholiken wollen um Verzeihung bitten - vielleicht sogar Entschädigung zahlen !

Dieser Text wurde zur Verfügung gestellt von Katholischer Mediendienst in der Schweiz:

Wir freuen uns, Ihnen die folgende Meldung zukommen zu lassen:

Katholiken wollen um Verzeihung bitten

EXPRESS:
Katholische Amtsträger haben Zöglinge misshandelt.
Die Kirche solle dazu stehen, finden Luzerner Katholiken.
Die Kirchen-Exekutive will zunächst Expertisen erstellen.

Vor einer Woche haben die Parlamentarier der römisch-katholischen Landeskirche Luzern mit grosser Mehrheit ein Postulat überwiesen:

Der Synodalrat, also die Exekutive der Landeskirche, solle die Schweizerische Bischofskonferenz auffordern, sich zu entschuldigen - und zwar für katholische Amtsträger, die «Verding-, Heimkinder oder Kinder, die ihnen anvertraut waren, psychisch und physisch unrecht behandelt» haben. Solches Unrecht wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts etwa im geistlich geführten Erziehungsheim Rathausen begangen.

Der Synodalrat solle sich der Bitte um Entschuldigung anschliessen.

Er solle das tun in Koordination mit anderen Landeskirchen und die Bildung eines Fonds für die Geschädigten unterstützen.

«Derzeit keine Kenntnisse»

Der Synodalrat hätte den Vorstoss lieber nicht entgegengenommen. Er habe «derzeit keine Kenntnisse von konkretem Missbrauch oder dessen Vertuschung» und wisse deshalb nicht, an wen er sich zu richten hätte. Ferner argumentierte die Exekutive: «Eine allgemein gehaltene, unspezifische Entschuldigung, zum Beispiel von der Landeskirche, die es zum Zeitpunkt der Vorfälle noch gar nicht gab, kann wirksam weder Schaden mindern noch Verletzungen heilen.»

«Schwarze Vergangenheit»

Umso interessanter, wie der Synodalrat nun die Forderungen des Parlaments umzusetzen gedenkt. Georg Fellmann, frisch gewählter Synodalratspräsident, sagte gestern auf Anfrage: «Man müsste wohl zuerst eine Expertise erstellen lassen. Es ist vieles noch offen: Wie tief wollen wir bei einer allfälligen Untersuchung gehen? Soll sie sich auf Heime allgemein beziehen? Oder nur auf Jugendheime?» Eine «Grundsatzfrage» sei, ob die Entschuldigung überhaupt «eine Aufgabe der Landeskirche Luzern ist oder etwas, das man auf schweizerischer Ebene in Angriff nimmt».

Für Hans Egli, einen von 17 Unterzeichnern des als Motion eingereichten Forderungspakets, sind die Fragen obsolet: «Es macht keinen Sinn, auf weitere wissenschaftliche Gutachten zu warten. Wir haben Kenntnis von dieser schwarzen Vergangenheit.» Er verweist auf vergangene und laufende Untersuchungen zum Thema und resümiert: «Man kann das nicht wegdiskutieren.» Nun sei es an der Zeit, dass die Kirche zu ihrer Verantwortung stehe und sich «mutig und in gebührender Form» entschuldige für Unrecht, das in die Verantwortung kirchlicher Institutionen gefallen sei.

Der Synodalrat will das Postulat zu den Verding- und Heimkindern am 5. Dezember behandeln. Dann könnte klarer werden, wie es nun weitergehen soll.

Von Andreas Töns

Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 14.11.2007
__________

Eine Dienstleistung des Portals kath.ch ( http://kath.ch ) - Katholischer Mediendienst ( http://kath.ch/mediendienst )

Freundlich grüsst Sie

Portal kath.ch
mailto: redaktion@kath.ch

Die Frage stellt sich meinerseits: (A.) Wann wird die Katholische Kirche in Deutschland bereit sein, sich für genau solches und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (B.) Wann wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereit sein, sich für genau solche und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (C.) Wann wird das Deutsche Parliament, der Deutsche Bundestag, die verschiedenen Deutschen Landtage - der Deutsche Staat - der ebenso schuldig ist, und an diesen Misshandlungen und Vergehen gegen ehemalige Heimkinder beteilt war und massiv davon profitiert hat - bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun? (D.) Wann wird die Deutsche Industrie, und große sowie auch kleine Wirtschaftsbetriebe und Individuen, in ganz Deutschland (im "Wirtschaftswunder Westdeutschland"), die ebenso, in einem großen Ausmaß, über Jahrzehnte hinweg, an diesen Misshandhandlungen und Ausbeutungen ehemaliger Heimkinder beteiligt waren und davon profitiert haben, bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun?

Diese Fragen werden gestellt ( und schon seit den letzten vier Jahren gestellt ! ) von: Martin Mitchell ( Jugendamtsopfer - BRD-Heimerziehungsopfer - Ehemaliges Heimkind - westdeutscher Zwangsarbeiter / forced labourer - Fürsorgehäftling - Jahrgang 1946 - entflohen / ausgewandert nach Australien in 1964 )
Betreiber seit 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen und ehrenamtlich von Australien aus betriebenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org und mit den dazugehörigen Blogs www.heimkinderopfer.blogspot.com und www.heimkinderopfer2.blogspot.com.
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Alt 20.11.2007, 17:40   #37
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besonders für alle betroffenen - und auch angehörigen/freunde/freundinnen - dieser gewalttätigen praktiken möchte ich ein buch empfehlen, welches sich als einstieg zum verständnis der eigenen traumatisierung bereits bewährt hat:

Die Narben der Gewalt von judith herman.

sie arbeitet mit einem erweiterten modell der chronifizierten posttraumatischen belastungsstörung (ptbs), welches sich in den letzten jahren langsam beginnt, in psychotherapie und ansatzweise auch in teilen der psychiatrie durchzusetzen. die kriterien für dieses modell, an denen sich auch die relevanz für viele ehemalige heimkinder sehen lässt, sind im letzten teil dieses beitrags aufgeführt:

http://autismuskritik.twoday.net/stories/3136820/

ich möchte das buch wirklich empfehlen, da es die soziale dimension zwischenmenschlicher gewalt ausdrücklich thematisiert.
__

"Wenn es ein Phänomen wie das absolut Böse überhaupt gibt, dann besteht es darin, einen Menschen wie ein Ding zu behandeln."

(John Brunner, Der Schockwellenreiter)
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Alt 17.01.2008, 05:56   #38
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Ausrufezeichen Alptraum Erziehungsheim

Zitat von mo Beitrag anzeigen
besonders für alle betroffenen - und auch angehörigen/freunde/freundinnen - dieser gewalttätigen praktiken möchte ich ein buch empfehlen, welches sich als einstieg zum verständnis der eigenen traumatisierung bereits bewährt hat:

Die Narben der Gewalt von judith herman.

sie arbeitet mit einem erweiterten modell der chronifizierten posttraumatischen belastungsstörung (ptbs), welches sich in den letzten jahren langsam beginnt, in psychotherapie und ansatzweise auch in teilen der psychiatrie durchzusetzen. die kriterien für dieses modell, an denen sich auch die relevanz für viele ehemalige heimkinder sehen lässt, sind im letzten teil dieses beitrags aufgeführt:

als-ob-leben ? : basis: traumageschichte(n) 1 - eine einführung

ich möchte das buch wirklich empfehlen, da es die soziale dimension zwischenmenschlicher gewalt ausdrücklich thematisiert.
Recht vielen Dank mo !

Neun Kunden-Rezensionen zu diesem wirklich guten Buch, sind hier zu finden @ Amazon.de: Rezensionen zu Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden.: Bücher: Judith Lewis Herman

Und dieses Buch ist ebenfalls über den Anti-Psychiatrie-Verlag erhaltlich. Siehe @ Judith Herman: Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden

NEWS-FLASH [i]re "former wards of the state institutionalised in church and state homes in the former West-Germany" in the marquee (running text) @ http://www.care-leavers-survivors.org[/i]

AUF BUNDESEBENE - Die SPD im Bundestag schlägt zur Experten-Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 21.1.2008 folgende Personen vor:
(i) Jugendhilfe, Heimaufsicht: Prof. Dr. Christian Schrapper, Uni Koblenz, Prof. Dr. Manfred Kappeler;
(ii) Gerichtsentscheide, Sorgerecht: Dr. Thomas Meysen, Prof. Dr. Johannes Münder;
(iii) Rentenversicherung: Ein Vertreter des Bundesarbeitsministeriums, ein Vertreter der Deutschen Rentenversicherung.

AUF LANDESEBENE - Schleswig-Holstein - 19.01.2008: Betroffene der damaligen Fürsorgeerziehung treffen sich zum Gespräch mit Sozialministerin Gitta Trauernicht.

AUF LANDESEBENE - Nordrhein-Westfalen - Landschaftsverband Rheinland (Köln) will Fürsorgeerziehung-Geschichtsaufarbeitung - anhand existerendem Archivmaterial - vornehmen und veröffentlichen (die Frage ob auch ehemalige Zöglinge selbst jetzt Zugang zu ihren Akten bekommen werden, ist noch nicht beantwortet worden).

Viele Grüße aus Down Under

Martin Mitchell
( "Rechercheur", "Ehemaliges Heimkind", "Engagierter Bürger" )
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Alt 18.02.2008, 11:03   #39
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Ausrufezeichen "Alptraum Erziehungsheim" - im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland"

Wer setzt sich für "Ehemalige Heimkinder" ein, und wer nicht?

Es ist, meines Erachtens, bemerkenswert, wie einige Webseiten, dessen Betreiber vorgeben "Ehemaligen Heimkindern" zu helfen / helfen zu wollen – durch das Stillschweigen darüber und das Verschweigen bestimmter ausschlaggebender Themen – es ablehnen über die Fortschritte in Aufklärung und Aufarbeitung, und ein sich Nähern der verschiedenen beteiltigten Parteien, zu berichten, das besonders seit der Veröffentlichung des Sachbuches "Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in Bundesrepublik" (Peter Wensierski) unaufhaltsam voranschritt:

1.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/DER-PARITAETISCHE-Gesamtverband-berichtet-.-re-Pressekonferenz-am-21.01.2008-nach-der-3.-Anhoering-vor-dem-Petitionsausschuss-des-Deutschen-Bundestages-re-Ehemalige-Heimkinder.html

2.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Online-DOMRADIO-Bericht-vom-22.01.2008-re-Pressekonferenz-mit-Wissenschaftlern-und-Anwalt-der-ehemaligen-Heimkinder-der-alten-Bundeslaender-nach-3.-Petitionsausschussanhoerung.html

3.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Junge-Welt-online-23.01.2008-.-Bericht-von-Jana-Frielinghaus-.-Tausende-Einzelfaelle-von-systematischer-Misshandlung-und-Arbeitsausbeutung-in-der-damaligen-BRD-Heimerziehung.html

4.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ZIBB-Tatsachenbericht-vom-25.01.2008-.-Entschaedigung-fuer-ehemalige-Heimkinder-.-Beitrag-von-E.Wagner-.-Damalige-Erziehungsheime-sowohl-wie-auch-heutige-Erziehungscamps-in-der-Kritik.html

5.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Artikel-in-Sueddeutsche-Zeitung-.-sueddeusche.de-.-14.11.2007-.-Schleswig-Holstein-.-Ehemaliges-Jugendheim-Glueckstadt-.-Schlaege,-Zwangsarbeit-und-Nazi-Uniformen-bis-1974.html

6.) re "Ehemalige Heimkinder" @ FDP im Deutschen Bundestag – ACKERMANN, MdB: Erlittenes Unrecht ehemaliger Heimkinder anerkennen und aufarbeiten
@ http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php/_c-649/_lkm-566/_nr-9732/kids-a:1:%7Bi:694%3Bi:5781%3B%7D/i.html
7.) re "Ehemalige Heimkinder" Die Position der GRÜNEN und ihr diesbetreffendes "Eckpunktepapier" vom 24.04.2007 @ http://www.josef-winkler.de/der_presseservice/presse_infos/index.html?no_cache=1&expand=433&cHash=fb5ae91003

Diese Beobachtung wird gemacht von dem ehrenamtlichen Rechercheur und Berichterstatter, "Ehemaliges Heimkind“ und "Engagierter Bürger" Martin Mitchell, Betreiber von Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org
_____________________________________________________________
"Mit der Dummheit kämpfen sogar die Götter vergebens." Friedrich Schiller
"Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die im Irrtum verharren, das sind die Narren." Friedrich Rückert
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Alt 19.02.2008, 02:41   #40
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Ausrufezeichen Australische Regierung entschuldigt sich. Und die DEUTSCHE Regierung?

Australische Regierung entschuldigt sich. Wann wird DEUTSCHE Regierung diesem Beispiel folgen?

Unter anderen deutschen Medien ...

berichtet die TAZ am 13.02.2008 "Australien entschuldigt sich - Albtraum der Aborigines" @ http://www.taz.de/1/politik/asien/ar...ash=592726b515

berichtet die FAZ am 13.02.2008 http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A...~Blocked.html "Australien entschuldigt sich bei Aborigines - „Beflecktes Kapitel in der Geschichte unseres Landes“"

berichtet die SUEDDEUTSCHE ZEITUNG am 13.02.2008 "Ureinwohner in Australien - Historische Entschuldigung" @ http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/74/157653/

berichtet der STERN am 13.02.2008 "Australien - Aborigines akzeptieren Entschuldigung" @ http://www.stern.de/politik/ausland/...html?id=611030

berichtet der TAGESSPIEGEL am 13.02.2008 "Regierungschef entschuldigt sich bei Ureinwohnern" @ http://www.tagesspiegel.de/politik/i...art123,2475784

Der vollständige Text der Entschuldigung der Australischen Bundesregierung, IN ENGLISCH, ist hier zu finden @ http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/7242057.stm
Der vollständige Vortrag des australischen Premierministers Kevin Rudd, diesbetreffend, im Australischen Parlament, IN ENGLISCH, ist in der offiziellen Niederschrift im HAZARD zu finden @ http://www.aph.gov.au/house/Rudd_Speech.pdf

Mein Kommentar zu diesem historischen Ereignis in Australien, und zu den deutschen Medien-Reportagen darüber, ist dieser:

Entschuldigung bei denen gegen die man sich vergangen hat.
Was die Entschuldigung der Australischen Bundesregierung bei den australischen Ureinwohnern betrifft, so ist dies ein willkommener ERSTER SCHRITT !!!

Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer wollen wissen:

Und wann wird sich die DEUTSCHE Bundesregierung bei IHREN Opfern entschuldigen, den vielen Hunderttausenden der ihren Eltern entrissenen und institutionalisierten Kinder und Jugendlichen, misshandelt und ausgebeutet in der damaligen Heimerziehung in kirchlichen sowohl wie auch staatlichen Heimen und FÜRSORGEANSTALTEN im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland"?

Von der DEUTSCHEN Bundesregierung hört man nur ohrenbetäubendes Schweigen diesbetreffend !

Dieser Beitrag wurde getätigt von einem solchen "Ehemaligen Heimkind", Martin Mitchell, der vor 43 Jahren nach Australien ausgewandert war um diesen Qualen, dieser Folter und dieser Ausbeutung in DEUTSCHEN FÜRSORGEHÖLLEN zu entkommen. Heute ist Martin Mitchell (seit dem 17.06.2003) der Betreiber der unabhängigen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org – ausschließlich eine nichtkommerzielle, ehrenamtlich von einem 61-jährigen (am 28.07.1946 in West-Berlin geborenen) "Ehemaligen Heimkind" betriebene Heimerziehungsforschung.s-, Geschichtsaufarbeitung.s-, Aufklärung.s- und Hilfeleistung.s- Webseite, die wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leistet – die über jede der folgenden Domain-Namen aufrufbar ist: www.heimkinder-ueberlebende.org / www.heimkinder-ueberlebende.info / www.care-leavers-survivors.org / www.care-leavers-survivors.info / www.care-leavers-survivors.net / www.diakoniefreistatt.de.vu / www.freistatt.de.vu / www.heimkinder.eu / www.heimkinder-community.eu / www.ex-heimkinder.eu ; und dazu gehört auch der "Ehemalige Heimkinder" Blog @ www.heimkinderopfer.blogspot.com und der "Heimkinderopfer2 Blog" @ www.heimkinderopfer2.blogspot.com .

Und falls die DEUTSCHE Bundesregiering nicht weiß was es mit solch einer ENTSCHULDIGUNG auf sich hat oder wie man sich unter den gegebenen Verhältnissen und Umständen entschuldigt, kann sich die DEUTSCHE Bundesregiering, u.a., hier darüber informieren (bedarf aber guter ENGLISCH-Kenntnisse):

1.) "How to Apologize for Serious Wrongdoing against Children in Institutional Care" : "Institutional Child Abuse - Apologising for Serious Wrongdoing: Social, Psychological and Legal Considerations" @ http://web.archive.org/web/200312280...ml/apology.asp

2.) Menschenwürde zurückgeben : "Restoring Dignity - Responding to Child Abuse in Canadian Institutions" : "Law Commission of Canada, Restoring Dignity: Responding to Child Abuse in Canadian Institutions", u.a. jetzt auch hier zu finden @ http://www.austlii.edu.au/au/journal...L/2001/28.html ; und siehe auch hier @ http://dspace.dal.ca/dspace/bitstrea...mmary%20EN.pdf und hier @ http://humanrights.gov.au/social_jus...esrosiers.html

3.) "The Politics of Official Apologies", Melissa Nobles, ISBN 9780521872317, Cambridge University Press, Buch-Angebot und kurze Rezensionen @ http://www.cambridge.org/us/catalogu...=9780521872317

Ich hoffe der DEUTSCHEN Bundesregierung hiermit geholfen zu haben sich ebenfalls dazu zu entscheiden sich bei IHREN Opfern zu entschuldigen.
__________________________________________________
Die Wahrheit und Wahrhaftigkeit sind etwas sehr schönes!
Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit! Sie bedarf ständiger Wachsamkeit!
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Alt 25.02.2008, 14:30   #41
hjgraf
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Standard Das Kinderheim des Grauens auf Jersey

Ist zwar nicht aus Deutschland. Unfassbar widerwärtig:

Zitat:
Am Anfang war eine Kinderleiche: Jetzt ist die Polizei auf der Insel Jersey einem Missbrauchsskandal von unbekanntem Ausmaß auf der Spur. Bereits vor Jahrzehnten sollen Angestellte eines Kinderheims Minderjährige missbraucht und ein halbes Dutzend von ihnen getötet haben.
Leichensuche: Das Kinderheim des Grauens auf Jersey - Panorama - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
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Alt 25.02.2008, 15:36   #42
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Standard

Zitat von Silvia V Beitrag anzeigen
Ich vermute mal Du meinst "Bambule"..lange Zeit in den Archiven verschwunden,denn die Drehbuchautorin war eine bekannte Terroristin.
Oder vielleicht "Magdalene Sisters"...beides sehenswerte Filme.
Du meinst wohl die Meinhof. Abgesehen davon, daß ich ihre politische Handlungsweise nicht gut heiße, waren ihre Thesen sehr passend, besonders auf die Jetzzeit sehr zutreffend.
Die Meinhof war 'ne Terroristin, die barmherzige Schwester war...??!!??

Der Meinhof gehört der Literaturpreis nachträglich gegeben.
__

Auf dem Papier:
Artikel 1 Grundgesetz: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR...
und real:
Artikel 1 Grundgesetz: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST EINE GELD- UND MACHTFRAGE...

„Wir befinden uns am Anfang einer globalen Umwälzung. Alles, was noch fehlt, ist eine große weltweite Krise, bevor die Nationen die 'Neue Weltordnung' akzeptieren.” (David Rockefeller 2005 auf der Bilderberger-Konferenz in Rottach-Egern)
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Alt 27.02.2008, 16:16   #43
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ofra
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Standard Heimkinder-Skandal jetzt auch auf der Insel Jersey entdeckt

Horror-Waisenhaus: Vergewaltigungen an der Tagesordnung - Artikel - Panorama - MSN Nachrichten - Nachrichten

Solche Dinge scheint es nicht nur bei uns zu geben ...
Traurig aber wahr!
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 27.02.2008, 16:56   #44
Nrw_Lady
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Standard Horror 1953-1965

leider fing auch mein Leben in so einem Heim an.Es gab zwar keine realen Leichen,aber jede Menge im Keller.Ich mag diese ganzen Horrorgeschichten hier nicht aufzählen,nur haben sie mich mein ganzes Leben lang begleitet....die wievielte Therapie ich hinter mir habe...ich werde zwar nicht ständig daran erinnert,aber sobald ich solche Schicksale lese,dann kommen auch wieder alte Bilder in mir hoch.Leider sind diese Grausamkeiten in meinen Fall verjährt,aber oft wünsche ich mir diese Personen von Angesicht zu Angesicht um ihnen meine ganze Wut in ihre Fratzen zu schleudern....
Nrw_Lady ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2008, 17:23   #45
andine
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Ich war in Wickersdorf. Leider haben sich erst wenige dort gemeldet.
Mir hat es da besser gefallen als bei meinen Pflegeeltern.
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Alt 28.02.2008, 00:53   #46
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HartzDieter
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Standard

Heimsadismus bis zum 'Gehtnichtmehr' an Kindern auch in England:

heute.de Nachrichten - Sexverbrechen auf Trauminsel Jersey
__

Auf dem Papier:
Artikel 1 Grundgesetz: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR...
und real:
Artikel 1 Grundgesetz: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST EINE GELD- UND MACHTFRAGE...

„Wir befinden uns am Anfang einer globalen Umwälzung. Alles, was noch fehlt, ist eine große weltweite Krise, bevor die Nationen die 'Neue Weltordnung' akzeptieren.” (David Rockefeller 2005 auf der Bilderberger-Konferenz in Rottach-Egern)
HartzDieter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2008, 05:40   #47
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Standard Das Drama weitet sich aus ...

bereits mehr als hundert betroffene opfer melden sich, auch aus anderen ländern:

Leichenspürhunde schlugen wieder an

offenbar wurde hier jahrzehntelang gezielt vertuscht und verschwiegen! bereits ab 1945 vereinzelte hinweise und nichts wurde unternommen.
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
ofra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2008, 12:09   #48
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Ausrufezeichen Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer berichten in der Münchener Abendzeitung

Ausagen von drei ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer in der Münchener Abendzeitung:

MÜNCHENAbendzeitung 20. / 21.03.2008( Seite 14 ). Ein Artikel von Natalie Kettinger. Ehemalige Heimkinder: Drei Männer erinnern sich an ihre Leidenszeit in christlichen Heimen: »Die Erzieher damals - das waren Tiere«.

@ MÜNCHEN – Abendzeitung 20. / 21.03.2008 ( Seite 14 ). Ein Artikel von Natalie Kettinger. Ehemalige Heimkinder: Drei Männer erinnern sich an ihre Leidenszeit in christlichen Heimen: »Die Erzieher damals - das waren Tiere«.

... verglichen, ebenfalls, mit den Ereignissen in zumindest einem solchen Kinderheim auf der britischen Kanalinsel Jersey, wo es jahrzehntelang zu Misshandlungen und Vergewaltigungen gekommen war. Und genauso wie in Deutschland, waren es auch dort keine "Einzelfälle".

"Die Leichen" - d.h. die verscharrten menschlichen Überreste von Kindern, Jugendlichen, und jungen Erwachsenen - auf Geländen damaliger deutscher Heime - sind noch zu finden. Noch hat sich keiner in Deutschland bemüht dieser Sache nachzugehen.
________________________________________________

In Deutschland gilt derjenige der auf die Missstände von gestern oder auch die von heute hinweist als viel gefährlicher als derjenige, der für diese Missstände die Verantwortung trägt und dafür zur Rechenschaft gezogen werden sollte.
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Alt 27.03.2008, 15:23   #49
Tom_
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Standard AW: Albtraum Erziehungsheim

Meine zwei Halbschwestern können über die Vorkommnisse ein Lied singen. Beide waren durch einen üblen Rosenkrieg zwischen unserem Vater und seiner ersten Frau massiv geschädigt und die Hilfe der Behörden bestand darin meinem Vater die Kinder wegzunehmen und "in ein Heim zu stecken". Meine Mutter, die zweite Frau meines Vaters (Nicht Ursache der Scheidung!) hat alle Hebel in Bewegung gesetzt die Kinder herauszuholen, was ihr auch gelang. Aber was in der Zeit bis sie sich durchgesetzt hatte, dort alles geschehen war, das füllt dicke Bände. Meine beiden Schwestern leiden noch heute unter den Folgen dieser Zeit.

Wer aber glaubt, daß solch übles Verhalten "nur in den Heimen" vorkam, der irrt gewaltig. In der damaligen Zeit war es selbst in Kindergärten und Kinderhorten noch üblich zu Prügeln. Auch hier wurden Kinder und Jugendliche als kostenlose Arbeitskräfte mißbraucht und mußten beispielsweise die Räume reinigen. Man sparte sich das Putzpersonal komplett ein. Besonders taten sich damals hier in Nürnberg Ordensschwestern hervor, die keinerlei Unrechtsbewußtsein an den Tag legten, wenn sie denn auf die Vorkommnisse angesprochen wurden. Die Staatsanwaltschaft Nbg. machte dem auf Betreiben der Eltern ein Ende.
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Alt 28.03.2008, 07:14   #50
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Ausrufezeichen Misshandlungen in kirchlichen Heimen - Entschädigung für ehemalige Heimkinder !

Zitat von Tom_ Beitrag anzeigen
Demokratie ist ein wertvolles Geschenk, das jeden Tag erneut verteidigt werden muß!
...was mich dann in dem in der dortigen Abbildung enthaltenen Link www•vorratsdatenspeicherung.de, zu diesem wertvollen Link hinführte: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Startseite

Danke sehr Tom !!!


Misshandlung in kirchlichen und staatlichen Heimen - Entschädigung für ehemalige Heimkinder !!!

[ Künast: Entschädigung für ehemalige Heimkinder ZRP 2008 Heft 2, Seite 33-36 ]

Entschädigung für ehemalige Heimkinder*

[ von Rechtsanwältin Renate Künast, MdB, Berlin, 29.02.2008 ]

Die Heim- und Fürsorgeerziehung der Nachkriegszeit hat Kinder und Jugendliche in ihren Menschenrechten verletzt. Die Entschädigungsansprüche im geltenden Recht sind aus der Sicht der Betroffenen nicht zufriedenstellend. Erforderlich sind deutliche Verbesserungen im Rentenrecht sowie die Einrichtung einer Stiftung, die sich den Betroffenen annimmt.

I. Ausgangslage

„Wenn Du nicht brav bist, kommst du ins Heim“ - wer in den 50er oder 60er Jahren in der Bundesrepublik groß geworden ist, dürfte diese Drohbotschaft kennen1. Was sich dahinter verbarg, rückt erst nach und nach wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein: eine Erziehung der harten Hand bis hin zu gefängnisähnlichen Zuständen in den Heimen der damaligen Zeit2.

Ehemalige Heimkinder, die ihr Schweigen gebrochen haben, berichten über seelische und körperliche Misshandlungen3. Sie beschreiben ausgeklügelte Strafsysteme mit Arrestzellen, berichten von lückenloser Überwachung rund um die Uhr, von Briefen, die zurückgehalten oder zensiert wurden. Ihre Schulbildung wurde zu Gunsten von Arbeitseinsätzen vernachlässigt, die geleistete Arbeit gar nicht oder nur mit geringsten Beträgen entlohnt, Beiträge für die Sozial- und Rentenversicherung wurden nicht gezahlt4. Die Einweisung in die Heime erfolgte häufig unter Angabe von Gründen wie Arbeitsbummelei, sittliche Verwahrlosung oder Herumtreiberei und auf Grund von Denunziation. Besonders berüchtigt waren die Verletzungen der Menschenwürde in Fürsorgeeinrichtungen wie Glückstadt5.

Die Zustände in den Heimen von damals können als Warnung dienen, wenn in aktuellen politischen Debatten um Jugendgewalt nach harten Strafen für Minderjährige gerufen wird. Dass eine Erziehung in Drangsal nicht hilfreich ist, davon legen die Betroffenen Zeugnis ab. Viele ehemalige Heimkinder leiden noch heute unter dem Erlebten. Manche von ihnen sind traumatisiert und brauchen professionelle Hilfe. Erst nach und nach bricht die Mauer des Verschweigens, angestoßen auch von den Veröffentlichungen in den Medien.

II. Einfach eine andere Zeit?

In der Bundesrepublik war Rechtsgrundlage für die Einweisung Minderjähriger in „Erziehungseinrichtungen“ bis zum Inkrafttreten des Achten Buchs Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe- (SGB V III) vom 1. 1. 1991 das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz aus dem Jahre 1922 6. Dieses Gesetz wurde 1961 durch das Jugendwohlfahrtsgesetzes abgelöst. Nach § 62 RJWG/JWG diente die Fürsorgeerziehung „… der Verhütung oder Beseitigung der Verwahrlosung und wird in einer geeigneten Familie oder in Erziehungsanstalten unter öffentlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten durchgeführt“7. Heimaufsicht und Heimerziehung waren bis dahin überhaupt nicht gesetzlich geregelt. Auch das änderte sich erst mit der zitierten Gesetzesnovelle des Jahres 1961 8.

In der früheren DDR war die autoritäre Praxis durchaus vergleichbar, wobei allerdings kirchliche Stellen als Träger dieser staatlichen Einrichtungen keine Rolle spielten. Die Heime waren als Spezialheime für „Schwererziehbare“ angelegt, in die Kinder und Jugendliche auf Antrag örtlicher Organe der Jugendhilfe über die Bezirkseinweisungsstelle bei der zentralen Einweisungsstelle eingewiesen wurden9. Die Methoden der Erziehung waren dabei autoritär und auf Anpassung und Gehorsam ausgerichtet. Es gab im Hinblick auf die Härte der

[ 34 ]

Lebensbedingungen in Ost und West eine klare Hierarchie. Einrichtungen wie Glückstadt (West) und Torgau (Ost) waren gleichsam Schreckgespenster, mit denen gedroht wurde, um Jugendliche gefügig zu machen. Besonders dramatisch waren die Zustände in den Jugendwerkhöfen der DDR 10. Insbesondere die Zustände in Torgau waren gekennzeichnet durch schwerste Menschenrechtsverletzungen, die sogar dazu führten, dass sich Insassen das Leben nahmen.

Warum diese drastischen Maßnahmen gegenüber Kindern und Jugendlichen? Nur einen Teil der Antwort kann die Situation der Nachkriegsjahre geben: Die Heimerziehung musste Kriegswaisen versorgen, sich um zerrüttete Familien kümmern und den Mangel der Nachkriegszeit verwalten11. Viele Familien wurden in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit auseinandergerissen, Millionen waren vertrieben worden und mussten sich eine neue Bleibe suchen. Dass der Lebensstandard in den Heimen aus heutiger Sicht niedrig war, ist aber nicht Kern des Problems. Die Verhältnisse in den Einrichtungen waren geprägt von Autoritätsglaube, extrem harten Erziehungsmethoden und einem konservativen Familienbild. Es erscheint heute unfassbar, dass in der Bundesrepublik erst 1980 der Begriff der „elterlichen Gewalt“ durch die „elterliche Sorge“ ersetzt wurde12. Die bis zur Reform geltende Verwendung des Gewaltbegriffs in § 1626 BGB war keineswegs symbolisch, sondern der Ausdruck eines auf Gehorsam und Unterordnung begründeten Gesellschafts- und Familienbildes. Bis zu dieser Reform hatte der Vater nach § 1626 Nr. 3 BGB (a.F.) „kraft der elterlichen Gewalt das Recht und die Pflicht für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen“.

Dieses Verständnis und das dahinterstehende Bild von Kindern waren konstitutiv für die öffentliche Erziehung dieser Zeit. Es greift deshalb zu kurz, die Misshandlungen als Einzelfälle abzutun und davon zu sprechen, es habe in diesen Heimen „offenbar auch einzelne Mitarbeitende gegeben, die körperliche Gewalt bzw. Züchtigung als Mittel der Erziehung über das damals Übliche hinaus eingesetzt haben“13. Vielmehr beruhten die Praktiken in den Heimen auf den insgesamt harten Erziehungsvorstellungen der Gesellschaft. Dennoch waren sie schon nach damaligem Recht brutal und menschenrechtswidrig. Vom Stand der erziehungswissenschaftlichen Fachdiskussion waren sie auch damals schon überholt. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die vom Grundgesetz verbürgte Menschenwürde seit 1949 gilt. Die gesetzlichen Grundlagen der Jugendfürsorge nach dem Zweiten Weltkrieg wurden indes nur sehr zögerlich den Vorgaben des Grundgesetzes angepasst. Sie unterschieden sich wesentlich von den Regelungen, wie wir sie heute kennen14.

III. Wer ist verantwortlich?

80% der Einrichtungen wurden in der Verantwortung der beiden großen christlichen Kirchen betrieben. Im katholischen Bereich waren bis in die 1970er Jahre hinein hauptsächlich Stiftungen, Ordensgemeinschaften, kirchliche Vereine und Kirchengemeinden tätig. In einigen Fällen waren nach Angaben der Kirchen auch Ordensleute in kommunalen Einrichtungen tätig15. Für die evangelische Kirche lag die Trägerschaft überwiegend in den Händen von Vereinen und Stiftungen. Auch hier waren vereinzelt Diakonissen und Diakone in den Heimen öffentlicher Träger beschäftigt16.

Aber nicht allein die kirchlichen Träger, auch Exekutiven und der Gesetzgeber müssen sich schwere Versäumnisse vorwerfen lassen. Im Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) waren weder die Heimerziehung noch die Heimaufsicht überhaupt gesetzlich geregelt17. Das änderte sich erst mit der Novelle des Gesetzes im Jahre 1961, als ein Kapitel mit dem Titel „Heimaufsicht und Schutz von Minderjährigen unter 16 Jahren in Heimen“ als Abschnitt VII in das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) eingefügt wurde18. Erst seit diesem Zeitpunkt existiert überhaupt eine Heimaufsicht. Frühere Versuche, die schon damals als unhaltbar beschriebenen Verhältnisse durch eine verbesserte Aufsicht in den Griff zu bekommen, waren nicht zuletzt auch am Widerstand der Kirchen gescheitert, die staatliche Einflussnahme in ihre Einrichtungen ablehnte. Der Gesetzgeber von heute muss sich die Versäumnisse der Heimaufsicht ebenso zurechnen lassen, wie deren verspätete Einrichtung. Die Bundesländer erließen zwar nach und nach Richtlinien für die Erziehung, doch wurde die Umsetzung nicht kontrolliert, sondern den einzelnen Heimen überlassen19.

IV. Forderungen ehemaliger Heimkinder

Die Betroffenen sind inzwischen aktiv geworden. Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. hat sich im Jahr 2004 als Interessengemeinschaft gegründet20. Trotz seiner schwierigen finanziellen Situation ist er heute Anlaufstelle für Betroffene und politische Interessenvertretung zugleich. Die Hauptforderungen des Vereins sind Entschuldigungen seitens der Verantwortlichen, eine angemessene Entschädigung der Betroffenen und die historische Aufarbeitung der Heimerziehung.

Eine Anerkennung geschehenen Unrechts müsste sowohl von Bund und Ländern als auch von den kirchlichen und anderen Trägern ausgehen. Eine finanzielle Unterstützung wäre außerdem Symbol für die Anerkennung des erlittenen Unrechts durch Staat und Gesellschaft. Eine systematische historische Aufarbeitung ist unerlässlich. Sie müsste beginnen mit dem Stopp der Aktenvernichtung bei Trägern und Behörden und der Sicherung und Archivierung des noch vorhandenen Materials. Einen kleinen Funken Hoffnung bringt, dass innerhalb der Kirchen mit der historischen Aufarbeitung der Geschehnisse begonnen wurde. Den Vorschlag des Vereins ehemaliger Heimkinder, einen runden Tisch einzurichten, haben die Kirchen als größte ehemalige Träger bis heute aber nicht aufgegriffen. Ein solches Gremium, das ehemalige Träger, staatliche Stellen und Betroffene an einen Tisch bringen soll, könnte die Verständigung entscheidend voranbringen.

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Festzustellen ist: Bei den Verantwortlichen in öffentlichen und privaten Stellen finden die Betroffenen noch immer nicht ausreichend Gehör. Hier wiederholt sich eine Erfahrung, die auch andere Betroffenengruppen machen mussten: Rechtsansprüche können in der Zwischenzeit verjährt sein, Akten sind nicht mehr greifbar und die Täter von damals können sich auf Verjährung berufen.

Es kommt daher darauf an, Lösungen zu finden, die die Menschen nicht zur Bittstellerei zwingen und sie von der Gunst Einzelner abhängig machen. Die Betroffenen brauchen dringend ernsthafte Reaktionen. Jeder weiß, wie wichtig es für die persönliche Bewältigung eines solchen Schicksals ist, ernst genommen zu werden.

V. Mögliche Ansprüche nach geltendem Recht

Die Betroffenen fragen zu Recht, was der Rechtsstaat für sie tut oder tun kann. Ansprüche auf der Grundlage des geltenden Rechts sind nur sehr schwer durchsetzbar. Klagen der Betroffenen haben nach geltendem Recht bei allen in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen eines gemein: Sie bedürfen einer sehr genauen Beweisführung anhand vorliegender Akten. Gerade der Schädigungsnachweis muss individuell geführt und nachgewiesen werden. Die Betroffenen werden - unbeschadet möglicher materiell-rechtlicher Ansprüche - in jedem Fall aus den Akten oder weiteren Unterlagen ihre Ansprüche begründen müssen21. Das wäre nur unter großen Mühen, hohen Kosten und begleitet von schweren seelischen Strapazen möglich. Vielleicht aber auch gar nicht, weil sich manche Geschehnisse kaum noch beweisen lassen.

1. Staatshaftung

Die Staatshaftung setzt ein konkret zurechenbares schuldhaftes Verhalten staatlicher Stellen voraus. Die Rechtsprechung des BGH hat im Grundsatz die Amtshaftung wegen Pflichtverletzungen des Jugendamts anerkannt22. Dennoch dürfte die Durchsetzung entsprechender Ansprüche schon auf Grund der insgesamt wenig bürgerfreundlichen und antiquierten gesetzlichen Regelungen nach Art. 34 GG i.V. mit § 839 I BGB wohl nur in Ausnahmefällen möglich sein. Die größtenteils weit über 30 Jahre zurückliegenden Ereignisse würden angesichts verschwundener Akten, nicht mehr ermittelbarer Täter und auch teilweise nicht mehr existierender Strukturen die Ansprüche der Betroffenen in den meisten Fällen ins Leere laufen lassen.

Die staatliche Heimaufsicht wurde zudem erst im Jahre 1961 eingeführt. Die Heime selbst wurden größtenteils von freien Trägern unterhalten und nicht von staatlichen Stellen. Für die Durchsetzung von Haftungsansprüchen fielen in diesen Fällen die Skandale der 1950er Jahre von vornherein unter den Tisch.

Hinzu kommt die Verjährung der Ansprüche, für die nach § 195 BGB die dreijährige Frist für die Verjährung gilt. Zwar gilt für die Hemmung durch Klagerhebung die Regelung des § 204 BGB. Danach kommt es nicht allein auf die Schadensersatzklage an, sondern auch auf die Erhebung des Widerspruchs oder verwaltungsgerichtlichen Verfahrens.

2. Ansprüche aus unerlaubter Handlung

Die Verjährungsproblematik stellt sich auch hier. Ansprüche aus unerlaubter Handlung verjähren regelmäßig nach 3 Jahren, spätestens nach 30 Jahren; das gilt auch für Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung (§§ 195, 199 BGB). Ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder fahrlässige Unkenntnis des Gläubigers bei Personenschäden läuft die Frist 30 Jahre nach Begehung der Tat und bei sonstigen Schäden. Das gilt auch für den gesetzlichen Anspruch auf ein Schmerzensgeld. Dieser Anspruch entsteht Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Der Gläubiger muss zudem Kenntnis vom Anspruchsgrund und der Person des Schuldners erlangt haben oder erlangen können.

Das heißt für die Heiminsassen, dass die besonders gravierenden Fälle der 1950er und 1960er Jahre auch hier wiederum unberücksichtigt bleiben dürften. Ob im Einzelfall doch die BGB-Vorschriften der §§ 204ff. über Ablaufhemmung und Neubeginn der Verjährung greifen könnten, ist im Einzelfall anhand der Akten zu prüfen. Hier könnte möglicherweise in bestimmten Fällen die Vorschrift des § 208 BGB über die Hemmung der Verjährung bei Ansprüchen wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung greifen.

3. Opferentschädigungsgesetz

Das Opferentschädigungsgesetz gewährt einen Anspruch für gesundheitliche Schäden und wirtschaftliche Folgen auf der Grundlage des Bundesversorgungsgesetzes, wenn diese durch einen vorsätzlichen, rechtswidrigen und tätlichen Angriff erfolgen23. Daraus muss ein Gesundheitsschaden hervorgerufen sein. Der Bereich der Zwangsarbeit ist damit überhaupt nicht erfasst.

Das Opferentschädigungsgesetz leistet finanzielle Hilfe bei der Krankenhaus- oder Arztbehandlung. Es schafft auch die Voraussetzungen für eine Beschädigtenrente. Das Opferentschädigungsgesetz schafft aber keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Ein Ausgleich für Sach- und Vermögensschäden ist ebenfalls nicht vorgesehen. Zudem hat es bisher noch keine Verurteilung wegen der Übergriffe auf Heimbewohner gegeben. Diese sind ohnehin verjährt. Von daher müssen die Erfolgsaussichten für die Betroffenen, Leistungen aus diesem Gesetz zu bekommen, realistisch eingeschätzt werden.

4. Ausgleich im Rentenrecht

In jedem Einzelfall muss vom Rentenversicherer geprüft werden, ob nicht für die Betroffenen beispielsweise Lehrverträge geschlossen wurden, die rentenrechtlich abgesichert sind. Das war vor allem in den 1970er Jahren vereinzelt der Fall. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen können sich heute Leistungsansprüche aus der Rentenversicherung ergeben.

In der übergroßen Zahl der Fälle dürften wir es aber weder mit regulären Arbeitsverhältnissen, noch mit Ausbildungsverhältnissen zu tun haben, sondern mit erzwungener Arbeit. Nach den Regeln des deutschen Rentenrechts werden Renten aber nur für reguläre „freiwillige“ Beschäftigungsverhältnisse bezahlt. Die Arbeit darf nicht unter Zwang erfolgt sein. Auch wenn nach heutigem Recht die Betroffenen nach § 1 SGB VI einen Versicherungsanspruch hätten, gilt dies nicht für die frühren „Fürsorgezöglinge“. Nach damaligem Verständnis handelte es sich bei der Zwangsarbeit um eine „Erziehungsmaßnahme“ und nicht um eine Erwerbs- oder Ausbildungstätigkeit. Die Arbeit wurde dabei auch als Beitrag zur Refinanzierung der Einrichtungen angesehen (!).

Das Problem der fehlenden Rentenansprüche für Zwangsarbeit ist keineswegs neu. So hat die Bundesregierung noch am 19. 9. 2007 eine Richtlinie zur Ghetto-Arbeit beschlossen, die eine Einmalzahlung vorsieht für diejenigen, die keine Rentenzahlungen nach dem Gesetz zur Zahlbarmachung von Renten aus Beschäftigungen in einen Ghetto (ZRBG)

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erhalten, weil ihre Ghetto-Arbeit nicht die Merkmale eines Beschäftigungsverhältnisses aufweist24.
Ein möglicher Ansatz für die Betroffenen könnte die Nachzahlungsvorschrift des § 205 SGB VI sein. Diese Regelung sieht vor, dass bei zu Unrecht erlittenen Strafverfolgungsmaßnahmen die entschädigungspflichtige Strafverfolgungsbehörde Beiträge nachzahlt, die dann als Pflichtbeiträge anerkannt werden. Diese Regelung ist aber sehr eng gefasst. Die Betroffenen müssen zuvor einen Anspruch auf Entschädigung für zu Unrecht erlittene Strafverfolgungsmaßnahmen rechtskräftig feststellen lassen.

Die Regelung des § 205 SGB VI weist in die richtige Richtung. Der Gesetzgeber sollte durch eine Klarstellung im Gesetz festlegen, dass die Nachzahlungsvorschrift auch für diejenigen Anwendung findet, die im Rahmen ihrer Unterbringung in einer Fürsorgeeinrichtung gezwungen wurden, zu arbeiten.

VI. Eine Stiftung als vielversprechende Lösung

Angesichts dieser rechtlichen Hindernisse bei Entschädigung auf Grundlage der bestehenden gesetzlichen Regelungen erscheint ein Stiftungsmodell als beste Lösung. Es hat den Vorteil der größten Zielgenauigkeit. Anerkannte Vorbilder wie die Zwangsarbeiterstiftung existieren. Zudem könnten die Träger, insbesondere Kirchen, Bund und Länder nach einem bestimmten Kostenschlüssel einzahlen und gemeinsam mit den Betroffenen Verantwortung in der Stiftung übernehmen. Darüber hinaus wird es erforderlich sein, auch jene Unternehmen und Kommunen mit in die Verantwortung einzubeziehen, die seinerzeit von Heimkindern als billige Arbeitskräfte profitiert haben. Möglich wäre dabei auch - anders als bei der „Rentenlösung“ - die Konzentration der Mittelvergabe auf die Betroffenen, die in besonders verwerflicher Weise behandelt wurden und heute noch stark darunter leiden, auch an den wirtschaftlichen Folgen.

Das Beispiel der Entschädigung für die Insassen des Jugendwerkhofs Torgau zeigt einen Weg auf. Nach einer Entscheidung des KG Berlin war die Unterbringung von Jugendlichen dort grundsätzlich rechtsstaatswidrig25. Das Gericht hat seine Entscheidung auf die § 1 und 2 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes gestützt, das die Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen in der früheren DDR vorsieht. Die Übertragung der Unrechtsbereinigungsgesetzgebung auf den Westen ist zwar nicht möglich. Dennoch ist es unbillig, andere Betroffene, ob in Ost oder West, leer ausgehen zu lassen. Das hier vorgeschlagene Stiftungsmodell bietet eine gute Chance, eine unbürokratische Regelung zu finden. Es darf dabei nicht außer Acht bleiben, dass es nicht allein um einen finanziellen Ausgleich geht, sondern um die Anerkennung erlittenen Unrechts durch den Staat. Die Einrichtung einer Stiftung wäre ein solcher Schritt auf die Betroffenen zu.

Es geht aber nicht allein um individuelle finanzielle Entschädigungsleistungen, nicht allein um Entschuldigungen. Viele Betroffene benötigen heute noch ganz konkrete Hilfe bei der Bewältigung ihrer Gegenwart und Zukunft. Das gilt gerade auch für die dringend notwendige Versorgung in den Fällen der Traumatisierung. Hier sind menschliche Zuwendung, gezielte therapeutische Hilfe und deren ausreichende Finanzierung unerlässlich. Ein Fonds könnte unbürokratisch Hilfen in bestimmten Lebenslagen gewähren und beispielsweise Therapien finanzieren, deren Bezahlung von den Krankenkassen verweigert wird. Notwendig ist aber auch eine weitere Beratung und Betreuung.

Im Interesse der Betroffenen, aber auch der Gesellschaft, muss die Vergangenheit aufgearbeitet und dokumentiert werden. Das gilt für die Situation in der alten Bundesrepublik ebenso wie für die frühere DDR. Diese Arbeit kann nur von wissenschaftlich qualifiziertem Personal geleistet werden und ist am besten in einer öffentlich-rechtlichen Stiftung aufgehoben. Jenseits der Stiftungsfrage brauchen wir eine überzeugend ausgesprochene und gesellschaftlich transparent gemachte moralische Rehabilitierung der Betroffenen, die nur von den zuständigen staatlichen Stellen und den ehemaligen Trägern ausgesprochen werden kann. Nicht die Gerichte, sondern das Parlament ist hier in der Pflicht, das vergangene Unrecht anzuerkennen und sein jahrzehntelanges Verschweigen zu beenden.

Die Beratungen des Petitionsausschusses über die vorgelegte Petition ehemaliger Heimkinder sind noch nicht abgeschlossen. Ich hoffe, dass der Petitionsausschuss hier endlich initiativ wird. Ziel könnte ein Beschluss sein, der den Bundestag auffordert, ein Gesetz zur Einrichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung zu verabschieden. Wünschenswert wäre bei diesem Thema, das uns alle angeht, eine Initiative aller im Bundestag vertretenen Parteien.

1 Nach Schätzungen wurden in dieser Zeit insgesamt weit über 500000 Kinder und Jugendliche in Heime eingewiesen. (Report Mainz am 17. 9. 2007, http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2590106/h1stsw/index.html , zuletzt aufgerufen am 14. 12. 2007). Diese Zahl bezieht sich nur auf die alte Bundesrepublik.

2 Die Berichte von Betroffenen im Buch „Schläge im Namen des Herrn“ haben das Thema erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Wensierski, Schläge im Namen des Herrn, 2006).

3 Ein Durchbruch für die Betroffenen war hier die Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 11. 12. 2006, Protokoll Nr. 16/23.

4 Beispielhaft wird von einem Heim berichtet, nach dessen Angaben der Arbeitseinsatz von 45 Jugendlichen in der Industrie jeden Monat 5000 Mark gebracht habe. Dieses Geld sei dann direkt auf das Heimkonto geflossen. Die Betroffenen gingen leer aus. (Report Mainz am 17. 9. 2007).

5 Dazu aktuell: TAZ v. 18. 1. 2008.

6 Das RJWG wurde am 9. 7. 1922 verabschiedet und trat am 1. 4. 1924 in Kraft (Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt, RGB 1922, 633).

7 Dazu im Einzelnen die Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur Situation ehemaliger Heimkinder in den alten Bundesländern von 1945 bis in die 1970er Jahre, WD 7-058/07 mit weiteren Quellenangaben, S. 7ff.

8 Darauf geht der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages mit zahlreichen weiteren Verweisen näher ein.

9 Hannemann, Heimerziehung in der DDR, in: Materialien der Enquête-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ (12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), Herausgegeben vom Deutschen Bundestag, Band III/2, S. 1207/1221.

10 „Schlimmer als Knast - Die Jugendwerkhöfe der DDR“, MDR, Sendung v. 20. 3. 2005, zuletzt aktualisiert: 9. 8. 2006; http://www.mdr.de/nah_dran/1769717.html .

11 Auf die zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen verweisen die Bevollmächtigte des Rates der EKD und das Kommissariat der Deutschen Bischöfe in einem gemeinsamen Brief an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages v. 27. 3. 2007.

12 Gesetz zur Neuregelung des Rechts der elterlichen Sorge (SorgeRNG) v. 18. 7. 1980, Art. 9 § 2; BGBl I 1979, S. 1061.

13 Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz (Bereich Kirche und Gesellschaft) an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages v. 13. 9. 2006. Auch in der Stellungnahme der Gemeinsamen Stellungnahme des Bevollmächtigten des Rates der DKD und des Kommissariats der Deutschen Bischöfe an den Petitionsausschuss des Bundestages ist nur von Einzellfällen die Rede. Eine systematische Verletzung der Rechte der Betroffenen wird verneint.

14 Zur Situation ehemaliger Heimkinder in den alten Bundesländern von 1945 bis in die 1970er Jahre - Rechtliche Rahmenbedingungen hinsichtlich elterlicher Sorge, Fürsorgeerziehung und Heimeinweisung - Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, WD 7 - 058/07.

15 Brief des Bevollmächtigten des Rates der EKD und des Kommissariats der Katholischen Bischöfe v. 27. 3. 2007.

16 Brief des Bevollmächtigten des Rates der EKD, o.Fußn. 15.

17 Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt in der Fassung v. 9. 7. 1922, RGBl, S. 633.

18 Neufassung des JWG v. 11. 8. 1961, BGBl I 1961, 1205 durch das Gesetz zur Änderung und Ergänzung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes in der Bekanntmachung v. 16. 8. 1961, BGBl I 1961, 1193.

19 Wensierski (o.Fußn. 2), S. 57.

20 S. die Internetadresse des Vereins: www.veh-ev.org .

21 Diese Auffassung formuliert sehr klar das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen in einem Brief v. 13. 9. 2007 an einen Betroffenen (liegt der Autorin vor).

22 BGH, Urt. v. 21. 10. 2004 - AZ III ZR 254/03.

23 Opferentschädigungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung v. 7. 1. 1985 (BGBl I, 1), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes v. 19. 6. 2006 (BGBl I, 1305), neu gefasst durch Bek. v. 7. 1. 1985, I 1; zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 19. 6.2006, I 1305.

24 Richtlinie der Bundesregierung über eine Anerkennungsleistung an Verfolgte für Arbeit in einem Ghetto, die keine Zwangsarbeit war und bisher ohne sozialversicherungsrechtliche Berücksichtigung geblieben ist v. 1. 10. 2007 (Bundesanzeiger Nr. 186, S. 7693 v. 5. 10. 2007).

25 NStZ 2005, 154 L = NJW 2005, 469.

[ *Die Autorin ist Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. ]
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