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KDU - Miete / Untermiete Hier sollen Themen erstellt werden die sich auf Kosten der Unterkunft von gemieteten Objekten beziehen.


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Alt 18.12.2010, 12:38   #1
Jonn->Emailproblem
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Registriert seit: 23.10.2010
Beiträge: 230
Jonn
Standard Wohnungsgröße

Hallo,

Wir möchten in einer neue Wohnung (andere Kreis) umziehen (größer wegen Nachwuchs).

Genehmigung von der jetzige ARGE liegt vor (Grund: jetzige Wohnung ist zu klein).

Die ARGE in der neue Kreis sagt mir dass die keinen Umzug genehmigen werden (also keine Kaution und Umzugskosten) obwohl die neue Mietkosten angemessen sind! Grund.... der jetzige Wohnungsgröße ist bereit größer als die Minimum Größe für die ARGE (neue Kreis).

Also die haben einen Minimum und Maximum Größe fest gesetzt und unsere jetzige Wohnungsgröße liegt 10 qm über die Minimum Größe! also Umzug ist nicht begründet für die ARGE (neue Kreis) und daher keine Kaution und keine Umzugskosten!!!

Neue Miete ist angemessen.

Das ganze haben wir schriftlich bekommen!!!

Was meint Ihr?

Danke im Voraus

Grüße
Jonn
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Alt 18.12.2010, 13:47   #2
Seepferdchen
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Benutzerbild von Seepferdchen
 
Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 20.644
Seepferdchen Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Wohnungsgröße

Hallo Jonn, Frage in welchen Kreis möchtest du ziehen??
Genehmigung der ARGE liegt vor, bitte den Wortlaut hierfür, ist es
nur für den alten Kreis geschrieben, was ich mir gut vorstellen kann!
Gruss
__

  1. mein Beitrag ist keine Rechtsberatung
Seepferdchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2010, 13:53   #3
Soll und Haben->Emailproblem
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Registriert seit: 09.07.2010
Ort: im Osten
Beiträge: 376
Soll und Haben Soll und Haben
Standard AW: Wohnungsgröße

[QUOTE=Jonn;738114]Genehmigung von der jetzige ARGE liegt vor (Grund: jetzige Wohnung ist zu klein)

Zitat von Jonn Beitrag anzeigen
Die ARGE in der neue Kreis sagt mir dass die keinen Umzug genehmigen werden (also keine Kaution und Umzugskosten) .
Für Umzugskosten ist die bisherige Arge zuständig!

Guckst du hier § 22 SGB II:

(3) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger übernommen werden; eine Mietkaution kann bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Eine Mietkaution soll als Darlehen erbracht werden.

Zitat von Jonn Beitrag anzeigen
Grund.... der jetzige Wohnungsgröße ist bereit größer als die Minimum Größe für die ARGE (neue Kreis).
Äh, größer als das Minimum wäre ja okay - Minimum ist ja die Grenze nach unten ... größer als das Maximum dürfte es halt nicht sein

Um die Größe dürfte es eigentlich generell nicht gehen - wenn die Gesamtkosten für die Wohnung angemessen sind, ist alles okay.

Zitat:
Das ganze haben wir schriftlich bekommen!!!
Stell mal hier ein oder schreib ab.
__

Bevor du urteilen willst, über mich oder mein Leben, ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
durchlaufe die Strassen Berge und Täler fühle die Trauer erlebe den Schmerz und die Freude ...
und erst DANN kannst du über mich urteilen!!


Soll und Haben ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2010, 14:33   #4
Kikaka
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Registriert seit: 01.04.2008
Beiträge: 3.226
Kikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka Enagagiert
Standard AW: Wohnungsgröße

Zitat:
Neue Miete ist angemessen.

Das ganze haben wir schriftlich bekommen!!!

-Normalerweise reicht man ein Mietangebot bei der alten Arge ein. Wird im hiesigen Falle doch wohl auch so gelaufen sein. Die Alt-Arge entscheidet aber keinesfalls über Angemessenheit der KdU in einer anderen Arge, sondern die Bewilligung kommt von der neuen Arge. Wenn also schriftlich vorliegt das die neue Miete angemessen ist, so ist das Rückwärtsrudern der Neuarge nicht nachvollziehbar.Mit der Umzugsgenehmigung haben die auch nichts am Hut.
Kikaka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2010, 14:36   #5
Christine Vole 2010
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Wohnungsgröße

Hallo,

Aufwendungen für eine Wohnung sind nach der so genannten Produkttheorie in drei Schritten zu prüfen:

Nach der in einem ersten Schritt vorzunehmenden Bestimmung der abstrakt angemessenen Wohnungsgrößen und des Wohnungsstandards wird in einem zweiten Schritt festgelegt, auf welche konkreten räumlichen Gegebenheiten als räumlichen Vergleichsmaßstab für die weiteren Prüfungsschritte abzustellen ist. Anschließend ist zu ermitteln, wie viel für eine nach Größe und Standard abstrakt als angemessen eingestufte Wohnung auf dem für den Hilfebedürftigen maßgeblichen Wohnungsmarkt aufzuwenden ist. Dabei ist nicht nur auf die tatsächlich am Markt angebotenen Wohnungen abzustellen, sondern auch auf vermietete Wohnungen. Nach der Produkttheorie müssen nicht beide Faktoren (Wohnungsgröße, Wohnungsstandard - ausgedrückt durch Quadratmeterpreis) je für sich betrachtet angemessen sein, solange jedenfalls das Produkt aus Wohnfläche (Quadratmeterzahl) und Standard (Mietpreis je Quadratmeter) eine insgesamt angemessene Wohnungsmiete (Referenzmiete) ergibt.

Wenn Ihr das schriftlich habt, ist das die Antwort auf Euren Antrag?
Wenn ja, ist das ein Bescheid.Gegen den mit obiger Begründung Widerspruch einlegen!


fG
Christine
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Alt 18.12.2010, 15:39   #6
Jonn->Emailproblem
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Registriert seit: 23.10.2010
Beiträge: 230
Jonn
Standard AW: Wohnungsgröße

Danke an euch alle,

So ich fasse das ganze jetzt hier.
- Wir brauchen eine neue größere Wohnung wegen Nachwuchs (momentan 3 Personen,werden demnächst 4)
- Neue Wohnung gefunden, andere Stadt, andere Kreis und andere ARGE
- Jetzige ARGE hat uns Umzugszustimmung mit geteilt (schriftlich), "nach § 22 Abs. 3 S. 2 SGB II notwendig ist, da die jetzige Wohnung zu klein ist.
- Mietangebot bei der neue ARGE vorgelegt um eine Übernahmeerklärung für Mietzahlungen.
- Sofort die nette neue ARGE hat uns schriftlich mitgeteilt dass, die neue Wohnung ist angemessen aber der Umzug nicht erforderlich ist!

Ih zitiere:
"Das von Ihnen vorgelegte Wohnungsangebot entspricht zwar den Erfordernissen der Angemessenheit, jedoch ist ein Umzug aus den folgenden Gründen nicht erforderlich:
Für einen 4 Personen Haushalt ist eine Wohnung in STADTXX mit 60 m2 bereits angemessen. Ihre derzeitige Wohnung ist 70m2 groß, ein Umzugsgrund ist daher nicht gegeben.
Ich mache darauf aufmerksam, dass Folgekosten, wie Kaution und Umzug nicht Übernommen werden konnen, sollte die Wohnung von Ihnen dennoch angemietet werden.
Rechtsbehelsbelehrung: .. widerspruch innerhalb eines Monat blablabla.."
Jonn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2010, 16:00   #7
Christine Vole 2010
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Wohnungsgröße

Hallo Jonn,

die haben doch den Schuß nicht gehört
g*t Du ->
Größe des Wohnraums

Was die angemessene Größe der Wohnung betrifft, so gelten in der Regel 45m² für eine, bzw. 60m² für zwei Personen, sowie weitere 15m² für jede weitere Person, als angemessene Wohnungsgröße. Als Person zählen nach der Rechtsprechung auch Säuglinge (LSG Niedersachsen-Bremen v. 17.10.06, L 6 AS 556/06 ER, LSG Baden-Württemberg vom 27.9.2006 - L 7 AS 4739/05 ER-B u.a.).

Lege bitte umgehend Widerspruch ein! Eine Wohnung für 4 Personen darf 90-95 m2 messen, die Ba erkennt diese Richtwerte an.Auch Kinder zählen entgegen der Meinung mancher Ämter als Personen, sie sind keine Embryos!

fG
Christine

Zitat von Jonn Beitrag anzeigen
"Das von Ihnen vorgelegte Wohnungsangebot entspricht zwar den Erfordernissen der Angemessenheit, jedoch ist ein Umzug aus den folgenden Gründen nicht erforderlich:
Für einen 4 Personen Haushalt ist eine Wohnung in STADTXX mit 60 m2 bereits angemessen. Ihre derzeitige Wohnung ist 70m2 groß, ein Umzugsgrund ist daher nicht gegeben.
Ich mache darauf aufmerksam, dass Folgekosten, wie Kaution und Umzug nicht Übernommen werden konnen, sollte die Wohnung von Ihnen dennoch angemietet werden.
Rechtsbehelsbelehrung: .. widerspruch innerhalb eines Monat blablabla.."
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Alt 18.12.2010, 18:45   #8
Jonn->Emailproblem
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Registriert seit: 23.10.2010
Beiträge: 230
Jonn
Standard AW: Wohnungsgröße

@ Christine

Danke für deine Hilfe.

Was Wohnungsgröße anghet ist mir auch klar, also 4 Personen 90-95 qm. Problem ist aber diese tolle ARGE hat zwei grenzen für die Wohnungsgröße also ein Maximum (95qm für 4 Personen) und ein Minimum (60qm für 4 Personen) . Noch nie sowas gehört, ARGEn wissen nicht mehr wie die die Leute abzuzocken!

Und unsere jetzige Wohnung liegt bei 70qm und ist damit 10qm über der komischen Minimum von dieser ARGE!

Wie soll ich mein Widerspruch begründen?

Grüße
Jonn
Jonn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2010, 10:38   #9
Kikaka
Forumnutzer/in
 
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Beiträge: 3.226
Kikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka EnagagiertKikaka Enagagiert
Standard AW: Wohnungsgröße

Mal hier reinschauen :
http://www.elo-forum.org/kosten-unte...nachwuchs.html

Zitat:
Zitat:
LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl. v. 17.10.2006 - L 6 AS 556/06 ER







Zitat:

1. Die Grenze richterlicher Gestaltungsbefugnis im vorläufigen Rechtsschutz bildet die Herbeiführung für die Zukunft irreversibler Zustände. Diese darf nur überschritten werden und ist allerdings dann zu überschreiten, wenn es verfassungsrechtlich geboten ist.

2. Bei Geburt eines Kindes ist in der Regel ein Umzug in eine Wohnung mit drei Zimmern erforderlich. Ein eigenes Zimmer für Kinder gehört zum sogenannten soziokulturellen Existenzminimum. Auch zukünftiger Wohnflächenbedarf ist zu berücksichtigen, wenn er - wie bei Schwangerschaft kurz vor der Geburt - in einem überschaubaren Zeitraum entstehen wird.










Zitat aus Tacheles ( Willy 2 )


Zitat:
Umzug ist erforderlich aufgrund beengter Wohnverhältnisse

Text:



Nach §
22 Abs. 3 SGB II können Wohnbeschaffungskosten und Umzugskosten bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll dabei erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Eine entsprechende Zusicherung setzt aber voraus, dass die konkreten Gegebenheiten der angestrebten neuen Wohnung bekannt sind, da nur so die Behörde in die Lage versetzt wird, neben der Erforderlichkeit des Auszugs die Angemessenheit der neuen Wohnung zu prüfen. Die Angemessenheit der neuen Wohnung ist stets mit zu berücksichtigen, da bei Einzug in eine unangemessene Wohnung grundsätzlich durch die dann erforderliche Kostensenkung ein neuer Umzug drohen würde. Ein Anordungsanspruch kommt daher erst in Betracht, wenn dem Grundsicherungsträger ein nach Lage der Wohnung sowie den aufzuwendenden Kosten konkretisiertes Wohnungsangebot vorliegt (vgl. LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30.07.2008 - L 7 AS 2809/08 ER-B - unter Verweis auf LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 7.09.2007 - L 9 AS 489/07 ER - und Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen L 12 B 84/09 AS ER 12.10.2009 rechtskräftig , ).

Maßgeblich ist nämlich allein, ob der Umzug durch einen vernünftigen Grund gerechtfertigt ist (Sächsisches Landessozialgericht 20. Oktober 2008 – L 3 B 530/08 AS-ER) bzw. ob für den Umzug ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Anlass vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger hätte leiten lassen (Berlit in Münder, SGB II-Kommentar, § 22, Rdnr. 76; Gerenkamp in Mergler/Zink, SGB II, Stand August 2007, § 22 Rn. 21b). Hierfür sprechen auch die in der amtlichen Begründung zur Neuregelung des § 22 Abs. 1 S. 2 SGB II (BT-Drucks. 16/1410 S. 23 zu Nr. 21) genannten Beispiele eines erforderlichen Umzugs: Umzug zur Eingliederung in Arbeit, aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 7. August 2008 - L 5 B 940/08 AS ER).

Ob ein Umzug erforderlich ist, bestimmt sich danach, ob für ihn ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Grund vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger leiten lassen würde (SG Lüneburg 19.8.2005 - S 24 AS 472/05 ER; OVG HB 24.11.2008 - S2 B 558/08). Dies ist in Fallkonstellationen der Fall (s.a. Frank in GK-SGB II § 22 Rn 58), in denen der Umzug erforderlich aufgrund von beebgten Wohnverhältnissen
(LSG BE-BB 27.1.2008 - L 5 B 2010/08 AS ER), gravierender Beeinträchtigungen der Entwickung eines Kindes wegen Nutzung eines gemeinsamen Kinderzimmers (LSG NI-HB 11.10.2007 - L 7 AS 623/07 ER-ASR 2008, 91),die bisherige Wohnung den besonderen Bedürfnissen von (Klein-) Kindern oder Jugendlichen und deren Eltern nicht gerecht wird (LSG Berlin-Brandenburg vom 16.11.2006 - L 5 B 821/06 AS ER-,
LSG Niedersachsen-Bremen vom 17.10.2006 - L 6 AS 556/06 ER, Wohnung mit 46 qm Wohnfläche nach Geburt eines Kindes zu beengt. LSG Berlin-Brandenburg vom 18.12.2006 - L 10 B 1091/06 AS ER, Zweizimmerwohnung mit 56 qm für Eltern mit 8-jährigem Kind zu beengt.


die bisherige Wohnung zu eng ist, um ein menschenwürdiges Leben sicherzustellen. Ein Wohnraum mit einer Wohnfläche von weniger als 35 qm ist für eine Person LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl. v. 17.10.2006 - L 6 AS 556/06 ER







Zitat:

1. Die Grenze richterlicher Gestaltungsbefugnis im vorläufigen Rechtsschutz bildet die Herbeiführung für die Zukunft irreversibler Zustände. Diese darf nur überschritten werden und ist allerdings dann zu überschreiten, wenn es verfassungsrechtlich geboten ist.

2. Bei Geburt eines Kindes ist in der Regel ein Umzug in eine Wohnung mit drei Zimmern erforderlich. Ein eigenes Zimmer für Kinder gehört zum sogenannten soziokulturellen Existenzminimum. Auch zukünftiger Wohnflächenbedarf ist zu berücksichtigen, wenn er - wie bei Schwangerschaft kurz vor der Geburt - in einem überschaubaren Zeitraum entstehen wird.










Zitat aus Tacheles ( Willy 2 )


Zitat:
Umzug ist erforderlich aufgrund beengter Wohnverhältnisse

Text:




Nach § 22 Abs. 3 SGB II können Wohnbeschaffungskosten und Umzugskosten bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll dabei erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Eine entsprechende Zusicherung setzt aber voraus, dass die konkreten Gegebenheiten der angestrebten neuen Wohnung bekannt sind, da nur so die Behörde in die Lage versetzt wird, neben der Erforderlichkeit des Auszugs die Angemessenheit der neuen Wohnung zu prüfen. Die Angemessenheit der neuen Wohnung ist stets mit zu berücksichtigen, da bei Einzug in eine unangemessene Wohnung grundsätzlich durch die dann erforderliche Kostensenkung ein neuer Umzug drohen würde. Ein Anordungsanspruch kommt daher erst in Betracht, wenn dem Grundsicherungsträger ein nach Lage der Wohnung sowie den aufzuwendenden Kosten konkretisiertes Wohnungsangebot vorliegt (vgl. LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30.07.2008 - L 7 AS 2809/08 ER-B - unter Verweis auf LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 7.09.2007 - L 9 AS 489/07 ER - und Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen L 12 B 84/09 AS ER 12.10.2009 rechtskräftig , ).

Maßgeblich ist nämlich allein, ob der Umzug durch einen vernünftigen Grund gerechtfertigt ist (Sächsisches Landessozialgericht 20. Oktober 2008 – L 3 B 530/08 AS-ER) bzw. ob für den Umzug ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Anlass vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger hätte leiten lassen (Berlit in Münder, SGB II-Kommentar, § 22, Rdnr. 76; Gerenkamp in Mergler/Zink, SGB II, Stand August 2007, § 22 Rn. 21b). Hierfür sprechen auch die in der amtlichen Begründung zur Neuregelung des § 22 Abs. 1 S. 2 SGB II (BT-Drucks. 16/1410 S. 23 zu Nr. 21) genannten Beispiele eines erforderlichen Umzugs: Umzug zur Eingliederung in Arbeit, aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 7. August 2008 - L 5 B 940/08 AS ER).

Ob ein Umzug erforderlich ist, bestimmt sich danach, ob für ihn ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Grund vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger leiten lassen würde (SG Lüneburg 19.8.2005 - S 24 AS 472/05 ER; OVG HB 24.11.2008 - S2 B 558/08). Dies ist in Fallkonstellationen der Fall (s.a. Frank in GK-SGB II § 22 Rn 58), in denen der Umzug erforderlich aufgrund von beebgten Wohnverhältnissen
(LSG BE-BB 27.1.2008 - L 5 B 2010/08 AS ER), gravierender Beeinträchtigungen der Entwickung eines Kindes wegen Nutzung eines gemeinsamen Kinderzimmers (LSG NI-HB 11.10.2007 - L 7 AS 623/07 ER-ASR 2008, 91),die bisherige Wohnung den besonderen Bedürfnissen von (Klein-) Kindern oder Jugendlichen und deren Eltern nicht gerecht wird (LSG Berlin-Brandenburg vom 16.11.2006 - L 5 B 821/06 AS ER-,
LSG Niedersachsen-Bremen vom 17.10.2006 - L 6 AS 556/06 ER, Wohnung mit 46 qm Wohnfläche nach Geburt eines Kindes zu beengt. LSG Berlin-Brandenburg vom 18.12.2006 - L 10 B 1091/06 AS ER, Zweizimmerwohnung mit 56 qm für Eltern mit 8-jährigem Kind zu beengt.


die bisherige Wohnung zu eng ist, um ein menschenwürdiges Leben
unzumutbar (HessLSG vom 12.3.2007 - L 9 AS 260/06). Nach LSG Berlin-Brandenburg vom 20.5.2008 - L 14 B 768/08 AS ER ist auch bei der Prüfung, ob die Wohnung zu eng (geworden) ist, auf die landesrechtlichen Bestimmungen zur Wohnungsförderung zurückzugreifen. Danach erfordert jede Wohnung ein Zimmer für allgemeine Wohnzwecke (Wohnzimmer) von mindestens 18 qm. Kinderzimmer dürfen eine Fläche von -------12 qm nicht unterschreiten---------------, weitere Zimmer sollen mindestens 10 qm groß sein; LSG Niedersachsen-Bremen vom 11.10.2007 - L 7 AS 623/07 ER, 74 qm Wohnung mit nur einem Kinderzimmer für 2 Erwachsene und zwei Kinder, 6 und 8 Jahre alt zu eng; LSG Berlin-Brandenburg vom 24.8.2007 - L 28 B 1389/07 AS ER, 43,15 qm große 1-Zimmer Wohnung nach Geburt eines Kindes zu klein, weil der Elternteil die Möglichkeit haben muss, sich ohne Einschränkungen und notwendige Rücksichtnahmen, die die Anwesenheit eines Kleinkindes mit sich bringt, in der Wohnung aufzuhalten; ebenso LSG Berlin-Brandenburg vom 20.5.2008 - L 14 B 768/08 AS ER; LSG Sachsen vom 27.3.2008 - L 3 B 479/07 AS-ER: 3-Zimmer-Wohnung mit 74 qm für 2 Erwachsene und 4 Kinder zu klein .






Widerspruch :

Hiermit reichen wir Widerspruch gegen ihren Bescheid vom...ein und verweisen darauf das der Antrag auf Kostenübernahme des Umzuges wegen nicht ausreichendem Wohnraum bereits positiv beschieden wurde und bitten dies zu respektieren. Nach § 22 SgB 2 ist die Entscheidung über Kostenübernahme eines Umzuges von der bisherigen Arge zu bescheiden. ( Anlage : Bescheid vom... )

Wir bitten darum die gängige Rechtsprechung zu akzeptieren und bei einem Ermessensspielraum gemäß Ihren Richtlinien für 4 Personen von 65 -90 qm adäqat und nachvollziehbar zu entscheiden

LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl. v. 17.10.2006 - L 6 AS 556/06 ER
LSG Berlin-Brandenburg vom 20.5.2008 - L 14 B 768/08 AS ER

SG Lüneburg 19.8.2005 - S 24 AS 472/05 ER; OVG HB 24.11.2008 - S2 B 558/08).
LSG BE-BB 27.1.2008 - L 5 B 2010/08 AS ER
LSG NI-HB 11.10.2007 - L 7 AS 623/07 ER-ASR 2008, 91),

------------------------------------------------------------------------------------------

Und dann noch eine Frage : Wie groß ist denn die neue Wohnung ?
---------------------------------------------------------------------------------------------
Kikaka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2010, 13:39   #10
Christine Vole 2010
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Standard AW: Wohnungsgröße

Zitat von Jonn Beitrag anzeigen
@ Christine

Danke für deine Hilfe.

Was Wohnungsgröße anghet ist mir auch klar, also 4 Personen 90-95 qm. Problem ist aber diese tolle ARGE hat zwei grenzen für die Wohnungsgröße also ein Maximum (95qm für 4 Personen) und ein Minimum (60qm für 4 Personen) . Noch nie sowas gehört, ARGEn wissen nicht mehr wie die die Leute abzuzocken!

Und unsere jetzige Wohnung liegt bei 70qm und ist damit 10qm über der komischen Minimum von dieser ARGE!

Wie soll ich mein Widerspruch begründen?

Grüße
Jonn
Hallo auf die Schnelle

@kikaka hat da wirklich gute Steilvorlagen geliefert
Daraus kannst Du Deinen Widerspruch 1:1 zusammenbauen.Wenn es Probs mit Formulierung gibt (glaube ich aber nicht ) mail mich bitte kurz via PN an.
lG
Christine
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Alt 19.12.2010, 16:07   #11
Jonn->Emailproblem
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Jonn
Standard AW: Wohnungsgröße

Danke euch alle,

wie gesagt unsere jetzige ARGE hat uns die Umzugszustimmung mit geteilt und die neue Wohnung (andere Stadt und andere ARGE) ist angemessen.

Falls wir kein Widerspruch einlegen, wird die neue Miete (höher als die jetzige Miete) komplett übernommen oder nicht?

Grüße
Jonn
Jonn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2010, 16:33   #12
Kikaka
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Zitat:
Falls wir kein Widerspruch einlegen, wird die neue Miete (höher als die jetzige Miete) komplett übernommen oder nicht?

- Das steht nur im Ermessen der neuen Arge. Unbedingt Widerspruch
Kikaka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2010, 23:09   #13
Jonn->Emailproblem
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Jonn
Standard AW: Wohnungsgröße

@ Kikaka

um die neue Miete komplett zu übernehmen:

ist die Zustimung der neue ARGE relevant? oder reicht es nur die Umzugszustimmung der jetzige ARGE?

Grüße
Jonn
Jonn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2010, 23:17   #14
Kikaka
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Standard AW: Wohnungsgröße

Zitat:
ist die Zustimung der neue ARGE relevant? oder reicht es nur die Umzugszustimmung der jetzige ARGE?

- Für Umzug : nur jetzige Arge relevant
- Für Mietübernahme : nur neue Arge relevant
Kikaka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2010, 03:22   #15
Erolena
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Standard AW: Wohnungsgröße

Zitat von Kikaka Beitrag anzeigen
- Für Umzug : nur jetzige Arge relevant
- Für Mietübernahme : nur neue Arge relevant
Für Übernahme der Mietkaution: neue ARGE zuständig.
Für eine evtl notwendige Einzugsrenovierung: neue ARGE zuständig
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
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