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Alt 25.07.2012, 18:51   #476
Tom77
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von jockel Beitrag anzeigen
Jetzt bin ich aber völlig irritiert.

Nach Toms Ansicht scheine ich die kausalen Ursache-Wirkungs-Ketten treffend zu beschreiben und die richtigen Schlußfolgerungen zu sozialen und gesellschaftspolitischen Vorgängen zu ziehen.

Ich fühle mich übertrieben gebauchmiezelt und das macht mich mißtrauisch. Es lehrt mich meine Erfahrung:

Wenn Du zu sehr gelobt wirst, dann erhälst Du aus einer Ecke einen Genickschlag, wo Du nicht damit rechnest.

Tom nunmal Tacheles:

Was für Studien stellst Du denn an und wofür brauchst Du Probanten?

Näheres von mir über PN.
Hi,

vielen Dank für diene PN. Leider kann ich nicht antworten, weil dass erst ab 12 Beirägen möglich ist Schick mir doch bitte deine eMail Adresse via PN.

Eine Genisckschlag kommt von mir nicht. Keine Sorge. Allerdings finde ich deine Beiträge sehr sachlich. Deinen Frust kann ich verstehen.

Ich kritiseire sehr gerne, kann aber auch anders

Generell sind sehr viele Beiträge, aus meiner Sicht, sehr unsachlich und naiv. Immer nur sagen, dass die "Welt blöde ist" ist mir zu einfach.

Was mir immer mehr aufällt, dass sehr viele mit der aktuellen Informatonsflut zur aktuellen Lage gar nichts anfangen können oder einfach völlig überfordert sind. Um was zu ändern, muss man Dinge verstehen. Die Occupy Bewegung ist hier ein guter Ansatz.

Es gibt heute fantastische Dinge um sich zu Informieren. Dauert meistens nur wenige Minuten. Aber selbst das is vielen noch zu viel. Und das Ergebniss ist ein völlig unqulifizierter Post bzw. Beitrag. Wenn sich jemand über den ungerechten Sozialstaat beschwert, dann kann ich immer nur auf den UNICEF Bericht zur Armut verweisen. Das hilft immer... um zurück auf den Boden zu kommen.

Das ändert aber nichts daran, dass sich das gesamt System (und damit meine ich nicht nur die deutsche Politik) drastisch verändern muss.

Gruß TOM
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Alt 26.07.2012, 13:09   #477
jockel
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Hi,

... Schick mir doch bitte deine eMail Adresse via PN....
Ist meine PN mit meinen Kontaktdaten bei Dir angekommen?
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Alt 26.07.2012, 13:48   #478
jockel
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Das Ausplündern von Arbeitskräften ist noch extremer geworden - Arbeiten auf Abruf rund um 24 Stunden ohne Einhaltung von existierenden, arbeitsrechtlichen Mindestanforderungen.

Betrifft Arbeiten auf Abruf!!!!

Die Bundesarbeitsministerin von der Leyer wurde davon in Kenntnis gesetzt und ...

... sieht keinen Handlungsbedarf gegen realkapitalistische Sklaverei in bundesdeutscher freiheitlich-demokratischen Grundordnung rechtsregelnd oder -korrigierend vorzugehen. Bußgelder und andere Strafmaßnahmen gegen derartige handelnde Unternehmer, die alle ihre Betriebsrisiken auf AN abwälzen, ist nicht vorgesehen.

Abrufarbeit über das Teilzeit- und Befristungsgesetz?

Mit diesem Gesetz hebeln Unternehmer erfolgreich den Kündigungsschutz und das Arbeitszeitgesetz aus, egal wie groß das Unternehmen ist oder es schützenswerte Personengruppen für sich arbeiten läßt.

Flexibel ist nur einer - der auf Abruf befindliche AN!!!

Wie man unter solchen Arbeits- und Lebensbedingungen seine Lebenshaltung stabil halten soll, interessiert den Unternehmer und unsere Bundesarbeitsministerin nicht. Man wird lebenslänglich zum Aufstocker.

Wie lange die Bundesagentur für Arbeit und der Staat angesichts der Finanzkrise diese kostenintensive Daueraufstockungssubventionierung von Arbeitskräften durchstehen kann, wird nicht beantwortet. Irgendwann bald wird wohl die Aufstockerei auch ersatzlos gestrichen, ohne den Unternehmer juristisch in die Schranken zu weisen.

Näheres en detail heute Abend bei Panorama auf NDR

Zitat:
NDR, Sendung "Panorama", 26.07.2012, 21:45 Uhr: Dauerbereitschaft: Arbeit auf Abruf

von Ben Bolz, Jasmin Yang-Hi Klofta, Simon Kremer

Er musste quasi immer zur Verfügung stehen, wenn sein Chef ihn angerufen hat: Michael arbeitete mit einem 100-Stunden-Vertrag pro Monat für eine Zeitarbeitsfirma in Cuxhaven, Schiffe be- und entladen war sein Job. Nur: wann er arbeiten musste, erfuhr er immer erst sehr kurzfristig. Lediglich ein paar Stunden vorher rief sein Chef ihn an, und wie lange die Schichten dann waren, wusste Michael auch nicht.

Ein planbares Privatleben gab es nicht mehr, Michael hatte zu funktionieren - je nachdem, wie die Auftragslage war. Nachdem er ein paar Mal aufmuckte, wurde er mit Ablauf der Probezeit rausgeschmissen.

Grundsätzlich erlaubt

Seit 2001 ist eine solche "Arbeit auf Abruf" im Teilzeit - und Befristungsgesetz geregelt. Doch das Gesetz ist so schwammig formuliert, dass es den Unternehmern viele Spielräume lässt, es gnadenlos auszunutzen und so das unternehmerische Risiko auf die Arbeitnehmer zu übertragen. Deshalb finden sich in vielen Branchen die abstrusesten Formen der "Arbeit auf Abruf" - sei es im Einzelhandel, in der Sicherheitsbranche, im Hotelgewerbe oder im Dienstleistungsgewerbe. Besonders beliebt: Den Angestellten wird eine niedrige Stundenzahl vertraglich garantiert. Alles, was darüber liegt, arbeiten sie "auf Abruf".

Das Bundesarbeitsgericht hat zwar im Jahr 2005 entschieden, dass nur maximal 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Mindestarbeitszeit "auf Abruf" sein dürfen, doch Eingang in das Gesetz hat die Entscheidung bisher nicht gefunden. Wohl auch deswegen halten sich viele Unternehmen nicht daran.

Zwischen zwei und 40 Stunden

Im Arbeitsvertrag einer ehemaligen Mitarbeiterin der Kaufhauskette "Breuninger" fand sich beispielsweise eine wöchentliche garantierte Arbeitszeit von zwei Stunden - nicht ohne den Nachsatz, dass die "betriebliche wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden beträgt". Dazwischen pendelte dann auch ihre Arbeitszeit - und entsprechend ihr Lohn. Wie viel die alleinerziehende Mutter am Ende des Monats in der Tasche haben würde, wusste sie nie - aber bereit halten musste sie sich immer.

Breuninger betont gegenüber Panorama, dass solche Verträge seit Mai nicht mehr herausgegeben werden. Und was macht die Politik? Sie beklagt die Zustände und schaut dennoch tatenlos zu.
Panorama über Arbeit auf Abruf - eine moderne Form der Sklaverei.

Stand: 26.07.2012 08:00
Die von Unternehmern ignorierte Rechtslage:

Abrufarbeit

Teilzeit- und Befristungsgesetz

Urteil des BAG Az.: 5 AZR 535/04 vom 07.12.2005

EuGH, Urteil vom 22. November 2005 - C 144/04; Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26. April 2006 - Az.: 7 AZR 500/04

Bundesarbeitsgericht, Urteil des 9. Senats vom 8. Mai 2007 – 9 AZR 874/06

Pressemitteilung Nr. 30/07 des BAG vom 8. Mai 2007: „Anspruch eines Teilzeitbeschäftigten auf Verlängerung seiner Arbeitszeit“

Bundesarbeitsgericht, Urteil des Siebten Senats vom 6. April 2011 – 7 AZR 716/09

Pressemitteilung Nr. 25/11 des BAG vom 6. April 2011: „Sachgrundlose Befristung und ‚Zuvor-Beschäftigung‘“
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Alt 26.07.2012, 14:53   #479
KARLderWEHRER
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Ach wie schön, der ewig propagierte Fachkräftemange.

Ich habe eine Berufsausbildung mit "gut" abgeschlossen, habe auch "gute" Arbeitszeugnisse und finde - trotz dem Fachkräftemangel - keinen Job und kenne selbst einige, denen es ähnlich geht. Aber wir haben ja den Fachkräftemangel. Und solange es den gibt, bin halt vermutlich ich persönlich zu dumm, um am erfolgreichen Arbeitsmarkt teilzunehmen. Und damit ich das auch glaube, berieseln mich die Medien mit ihren ewigen Ruf nach Fachkräften. Und ich als Arbeitsloser schäme mich und halte voller Scham den Mund.

Hallo Fachkräftemangel !
KARLderWEHRER ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2012, 15:27   #480
Tom77
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von KARLderWEHRER Beitrag anzeigen
Ach wie schön, der ewig propagierte Fachkräftemange.

Ich habe eine Berufsausbildung mit "gut" abgeschlossen, habe auch "gute" Arbeitszeugnisse und finde - trotz dem Fachkräftemangel - keinen Job und kenne selbst einige, denen es ähnlich geht. Aber wir haben ja den Fachkräftemangel. Und solange es den gibt, bin halt vermutlich ich persönlich zu dumm, um am erfolgreichen Arbeitsmarkt teilzunehmen. Und damit ich das auch glaube, berieseln mich die Medien mit ihren ewigen Ruf nach Fachkräften. Und ich als Arbeitsloser schäme mich und halte voller Scham den Mund.

Hallo Fachkräftemangel !
Es heißst ja auch nicht dass jeder Beruf einen Fachkräftemangel hat. Eine Berufsausbildung ist heute ja auch nichts besonderes mehr. Die Anforderungen am Markt haben sich auch rapide verändert. Hättest du ein Expertenwissen, dann könntest du dich vor Headhuntern kaum retten. Eine Berufsausbildung weist heute nicht undbedingt mehr auf eine Fachkraft hin. Sorry, ist hart aber ehrlich. "Einfache Berufe" sind einfach nicht gefragt. Wer glaubt, dass ihm der rote Teppich ausgerollt wird, weil er eine Berufsausbildung hat, der irrt. Das ist das System, leider mit großen Fehlern. Bei uns werden ganze Fachbereiche mit ser vielen MA und "einfachen jobs" (die eine einfache Berufsausbildung haben) ins Ausland verlagert. Was macht dich besser, als der "gemeine Inder" in Indien? Mit dem stehst du in Konkurenz.

Viele Grüße TOM

@Jockel
Hab deine Daten bekommen und melde mich bei dir
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Alt 26.07.2012, 21:11   #481
igelchen
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igelchen
Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

ahja,
die wirtschaft boomt und facharbeitermangel ist angesagt.
ehrlich (laut nachgedacht)
das eizige was wirklich noch boomt ist der sklvenhandel (der neuzeitliche, sponsert by regierung aktuell)
wie blöd sind wir eigentlich (WIE DUSSELIG) in den augen unserer "altforderen" was glauben die uns noch unterjubeln zu können.
Facharbeitermangel ahja.
was gibt es dazu in z.b. der baubrache zu sagen.
es wird fast ausschließlich mit subunternehmern gearbeitet deren
"arbeiter" außerhalb deutschland leben.
NICHT WEIL SIE BESSER AUSGEBILDET SIND
NEIN NEIN
die sind nur BILLIGER.
Es gibt keine deutschen krankenschwestern,altenpfleger(innen)? die sich um kranke oder betagte menschen kümmern und bemühen können?
das machen hierzulande
polinnen oder rumäische frauen.
NICHT WEIL SIE BESSER AUSGEBILDET SIND
NEIN NEIN
die sind nur BILLIGER.
wir haben klasse FHs für allesmögliche in deutschland,
dort sollen sogar deutsche junge menschen stdieren,
technic,naturwissenschaften u.s.w.
aber hier wird nach indern oder anderen nationalitäten gerufen
NICHT WEIL SIE BESSER AUSGEBILDET SIND
NEIN NEIN
die sind nur BILLIGER
es geht darum
dauerhaft
NIEDRIGLOHN
zu etablieren
dauerhaft,nachhaltig
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Alt 26.07.2012, 21:34   #482
Henrik55
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Es heißst ja auch nicht dass jeder Beruf einen Fachkräftemangel hat. Eine Berufsausbildung ist heute ja auch nichts besonderes mehr. Die Anforderungen am Markt haben sich auch rapide verändert. Hättest du ein Expertenwissen, dann könntest du dich vor Headhuntern kaum retten. Eine
Deine paar begehrten Ausnahmenkandidaten die Du hier anführst und die sich wahrscheinlich im Promillebereich befinden tun hier doch nichts zur Sache. Der Fachkräftemangel ist eine plumpe Lüge.
Henrik55 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2012, 22:10   #483
Tom77
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Henrik55 Beitrag anzeigen
Deine paar begehrten Ausnahmenkandidaten die Du hier anführst und die sich wahrscheinlich im Promillebereich befinden tun hier doch nichts zur Sache. Der Fachkräftemangel ist eine plumpe Lüge.
Es ist einfach lächerlich zu ignorieren, dass sich der Markt und die Anforderungen verändert haben. Das ist völlig naiv. Warum haben dann die meisten keinen Job? Weil Sie Pech haben? Der Markt auf Sie nicht Aufmerksam wird? Willst du das hören? Weil die Welt so schlecht ist? Wach doch einfach mal auf und erkenne, dass sich die Zeiten geändert haben. Das System ist Exkrement...aber aktueller und krasse denn je. Deutschland hat die Bildung extrem verschlafen.
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Alt 26.07.2012, 22:46   #484
FrankyBoy
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

So langsam wird der Thread hier wirklich lustig - wir sollten alle die Propaganda, die mittlerweile jene von Joseph Goebbels, noch richtig in den Schatten stellt, hinterfragen.

Zitat:
26.07.2012
Zu wenig Aufträge ThyssenKrupp führt Kurzarbeit ein Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp bekommt die abflauende Weltkonjunktur zu spüren. Wegen der schwachen Auftragseingänge führt das Unternehmen ab August Kurzarbeit ein. Zunächst seien gut 2000 Mitarbeiter betroffen.
ThyssenKrupp führt ab August Kurzarbeit ein - SPIEGEL ONLINE

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Alt 26.07.2012, 22:51   #485
alpha
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Es ist einfach lächerlich zu ignorieren, dass sich der Markt und die Anforderungen verändert haben. Das ist völlig naiv. Warum haben dann die meisten keinen Job? Weil Sie Pech haben? Der Markt auf Sie nicht Aufmerksam wird? Willst du das hören? Weil die Welt so schlecht ist? Wach doch einfach mal auf und erkenne, dass sich die Zeiten geändert haben. Das System ist Exkrement...aber aktueller und krasse denn je. Deutschland hat die Bildung extrem verschlafen.
" "Einfache Berufe" sind einfach nicht gefragt." Das hast Du oben geschrieben. Dazu meine Frage: Was sind einfache Berufe?

Ich nehme an, alle kaufm. und IT Berufe sind für Dich "einfach" ? Weil es sehr viele in diesen Bereichen gibt, die Arbeit suchen (also ausgebildet sind und tlw. auch Zusatzqualis haben). Was sind denn Deiner Meinung dann "schwere Berufe" ? Für meine Begriffe ua. Pflegekräfte (auch dort gibt es viele Arbeitslose, weil diese Kräfte zwar gesucht werden, aber nicht bezahlt werden wollen). Gerne höre ich Deine Ansichten bzgl. "einfacher" und "schwerer" Berufe... was ist mit Maurern zB. schwer ? einfach?

Ich weise in dem Zusammenhang auch auf die Umfrage bzgl. Fachkräften im Forum hin.
__

- Meine Beiträge im Forum stellen lediglich meine pers. Meinung dar und sind nicht als Rechsberatung oder Fakten ...etc. anzusehen
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Alt 26.07.2012, 22:53   #486
alpha
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von FrankyBoy Beitrag anzeigen
So langsam wird der Thread hier wirklich lustig - wir sollten alle die Propaganda, die mittlerweile jene von Joseph Goebbels, noch richtig in den Schatten stellt, hinterfragen.
Hab ich auch gelesen, das mit TK, ebenso in der lokalen Zeitung hier, dass es in 2 Werken Kurzarbeit geben wird. Es wird darauf hingewiesen, dass diese diesesmal wirklich nur kurz sein wird und danach ev "weitere Maßnahmen" (also wohl Entlassungen) folgen werden, aufgrund der schlechten weltwirtschaftlichen Lage. Ford in Köln auch Kurzarbeit übrigens.
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Alt 26.07.2012, 23:29   #487
FrankyBoy
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Siemens steht diesbezüglich auch in den Schlagzeilen, also die Creme dela Creme unserer Industriebetriebe.

Zitat:
Siemens kämpft mit Sparprogramm gegen konjunkturellen Gegenwind

Stellenabbau nicht ausgeschlossen - Gekappte Gewinnprognose ist in Gefahr


Meldung: Siemens kämpft mit Sparprogramm gegen konjunkturellen Gegenwind - Nachrichten Newsticker - News3 (DAPD) - WELT ONLINE
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Alt 26.07.2012, 23:39   #488
alpha
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Ungern bin ich haarspalterisch, aber " also die Creme dela Creme unserer Industriebetriebe" möchte ich in diesem Zusammenhang anzweifeln. Wenn Du das vor 20J. gesagt hättest mit Siemens, ja dann
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Alt 27.07.2012, 00:59   #489
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Siemens war doch schon immer eine Bank
mit angeschlossener Elektroabteilung.

So oder so, deren Profite gehn den Bach runter und
die hören ja auch ewig nicht auf rumzuflennen, daß das Personal ja ach so teuer ist.
Das deren Profite auch wegen einbrechender Kaufkraft, auch bei deren Personal,
den Bach runtergehn, das kapiert keiner.
Das wird dann auch das Ende des Kapitalismus sein.

Will mal hoffen, daß das Danach besser wird, auch wenn ich da meine Zweifel habe.
__

Ihr seid beim Jobcenter Kunde.
Der Kunde ist König.
Der König wünscht eine reguläre, auskömmlich bezahlte Arbeit !

Probearbeit und Praktika sind abzulehnen.
Dafür gibt es die Probezeit (bis 6 Monate) bei voller Bezahlung.

Arbeit hat ihren Wert ! Seht in den Lohnspiegel !
Der Westlohn für Männer ist maßgebend.

Meine Beiträge enthalten Spuren von Ironie und Sarkasmus.
Sie sind mit Vorsicht zu genießen !
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Alt 27.07.2012, 05:18   #490
igelchen
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Zitat von FrankyBoy Beitrag anzeigen
So langsam wird der Thread hier wirklich lustig - wir sollten alle die Propaganda, die mittlerweile jene von Joseph Goebbels, noch richtig in den Schatten stellt, hinterfragen.
falls du mich (*482) hier mit dieser schaurigen gestallt vergleichst
VERGESS ES :-)
igelchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2012, 05:36   #491
FrankyBoy
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Zitat von igelchen Beitrag anzeigen
falls du mich (*482) hier mit dieser schaurigen gestallt vergleichst
VERGESS ES :-)
Liebes Igelchen, ich finde es nur lustig, dass von der Meinungsmache allen Orten ein Fachkräftemangel propagiert wird während gleichzeitig Menschen in Kurzarbeit geschickt werden - deine brillante Analyse des Ist-Zustandes wollte ich nicht in frage stellen.
FrankyBoy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2012, 05:38   #492
igelchen
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igelchen
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Zitat von FrankyBoy Beitrag anzeigen
So langsam wird der Thread hier wirklich lustig - wir sollten alle die Propaganda, die mittlerweile jene von Joseph Goebbels, noch richtig in den Schatten stellt, hinterfragen.
niedriglohn
dauerhaft etablieren zu wollen
UND hier eine sklavengeneration in solch einen zustand reinwachsen zu lassen (BEWUßT und bei klarem verstande seitens der "altforderen")
ist an dreistigkeit nicht zu überbieten.
igelchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2012, 10:07   #493
Tom77
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Zitat von alpha Beitrag anzeigen
" "Einfache Berufe" sind einfach nicht gefragt." Das hast Du oben geschrieben. Dazu meine Frage: Was sind einfache Berufe?

Ich nehme an, alle kaufm. und IT Berufe sind für Dich "einfach" ? Weil es sehr viele in diesen Bereichen gibt, die Arbeit suchen (also ausgebildet sind und tlw. auch Zusatzqualis haben). Was sind denn Deiner Meinung dann "schwere Berufe" ? Für meine Begriffe ua. Pflegekräfte (auch dort gibt es viele Arbeitslose, weil diese Kräfte zwar gesucht werden, aber nicht bezahlt werden wollen). Gerne höre ich Deine Ansichten bzgl. "einfacher" und "schwerer" Berufe... was ist mit Maurern zB. schwer ? einfach?

Ich weise in dem Zusammenhang auch auf die Umfrage bzgl. Fachkräften im Forum hin.
Die Frage kannst du dir auch selber beantworten. Schaue dir die aktueln Zahlen zum Niedriglohnsektor und die Bracnchen dazu an, dann hast du die Antwort. Noch ein Tip: Steht aktuell im Spiegel.

Die Pflegekräfte sind ja ein gutes Beispiel. Absoluter unterbewerter Bereich. Die intensive Pflege und Versorgung kann sich aber keiner mehr leisten. Findet sich in Deutschland niemand der die Arbeit machen will, dann machts eben eine/r aus Polen.

Aktuelles Beispiel ist doch Zalando. Die suchen doch laufend Leute für ihre Lager. Allerdings bekommst du da 7€ die Stunden. Für viele deutsche einfach zu wenig. Für Polen ein guter Lohn, deshlab arbeiten dort auch sehr viele. Aber nur so kann die deutsche Wirtschaft überhaupt überleben und Wettbewerbsfähig beleiebn

Mir gehts ja nicht darum Dinge schlecht zu reden, sondern die tatsächliche Situation darzustellen. Alle Jobs, die mit Prozessen und atuomatiserten Abläufen strukturierten werden, werden mittelsfristig in Deutschland wegfallen. Die Messlatte wird jedse Jahr höher gesteckt. Große Konzeren machen es vor, die kleinen müssen nachziehen. Sonst sind sie in wenigen Jahren vom Markt verschwunden. Ich bin ja selber mitten drin. Hab ein guten Job und verdiene "viel" Geld. Ich bekomme das tagtäglich mit. Fürher musste ich jedes Projekt begründen, warum ich es outsoure (Polen, China, Indein etc). Heute muss ich jedes Projekt begründen, warum ich nicht outsoruce.

Vor 10 Jahren war Deutschland das Sorgenkind in Europa. Heute sind wir die Hoffnung. Allerdings bringt das viele Opfer mit sich. U.a eben der Niedriglohnsektor. Da haben sich die Löhne eben angepasst, deshlab und den Reformen die Hr. Schröder Deutschland eingeführt hat, ist Deutschland überhaupt wieder Wettbewerbsfähig. Den anderen Ländern (Italien, Spanien, etc) steht das noch bevor oder sie sind gerade dabei.

Es werden viele auf der Strecke bleiben. Das ist der Preis der Globalisierung und einem traurigen System. Nur es muss wirklich mal jeder verstehen, damit sich was ändern kann. Sich jeden Tag selber zu bemitleiden und sich in die Tasche zu lügen hilft keinem.


Gruß Tom
Tom77 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 00:30   #494
jockel
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Zitat von KARLderWEHRER Beitrag anzeigen
Ach wie schön, der ewig propagierte Fachkräftemange.

Ich habe eine Berufsausbildung mit "gut" abgeschlossen, habe auch "gute" Arbeitszeugnisse und finde - trotz dem Fachkräftemangel - keinen Job und kenne selbst einige, denen es ähnlich geht. Aber wir haben ja den Fachkräftemangel. Und solange es den gibt, bin halt vermutlich ich persönlich zu dumm, um am erfolgreichen Arbeitsmarkt teilzunehmen. Und damit ich das auch glaube, berieseln mich die Medien mit ihren ewigen Ruf nach Fachkräften. Und ich als Arbeitsloser schäme mich und halte voller Scham den Mund.

Hallo Fachkräftemangel !
Das man dieses Märchen pflegt und hätschelt hat den Zweck

a) Dir Schuldgefühle einzupflanzen, daß Du an Deiner Arbeitslosigkeit Schuld sein sollst und
b) Du es hinnimmst, Maßnahmen der Armutsbildung mitzumachen - sinnlose Motivations- und Bewerbungstrainings.

Stattdessen brauchten wir nur eins:

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter müssen endlich gegen Unternehmer Bußgelder und Strafen verhängen, die nur auf Mitnahmeeffekte von Fördermitteln und Zuschüssen aus sind und keine Löhne, Lohnsteuerm und Sozialversicherungsbeiträge zahlen wollen.

1-Euro- und Minijobs, Firmenpraktikas, Schnupperarbeitstage, befristete und Teilzeitjobs und andere Formen der Prekärarbeit müssen strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie die einzige Erwerbsquelle für jobsuchende Erwerbslose sind. Sie sind von Unternehmern organisierter Sozialrassismus - Apartheit!!!!

SV-pflichtversicherte Tariflöhne und -gehälter müssen über alle Branchen, Berufsgruppen, Regionen Pflicht werden.
jockel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 00:56   #495
neffets->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 16.07.2012
Beiträge: 111
neffets
Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Es gibt durchaus Branchen/Regionen in denen qualifizierte Kräfte Mangelware sind. Ich war bzw. bin ja noch Unternehmer und weiss was sich bei uns und befreundeten Unternehmen beworben hat. Trotz Top-Standort und sehr guten Arbeitsbedingungen bekommt man insb. als kleines Unternehmen kaum gute Leute. Letztlich werden die Jobs dennoch besetzt und sind damit aus der Statistik raus. Nur eben nicht mit ausreichend qualifizierten Mitarbeitern! Branche ist IT und Standort das Rhein/Main-Gebiet. In anderen Teilen der Republik mag das ganz anders aussehen, insb. im Umfeld der vielen Unis in Sachsen/Thüringen. Aber im Umfeld der Grossstädte im Westen sieht es wirklich mau aus.
neffets ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 01:01   #496
FrankyBoy
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Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Die Frage kannst du dir auch selber beantworten. Schaue dir die aktueln Zahlen zum Niedriglohnsektor und die Bracnchen dazu an, dann hast du die Antwort. Noch ein Tip: Steht aktuell im Spiegel.
Ui, da zitierst du aber ein absolutes Qualitätsmedium - der Spiegel - na, dann schau mal hier hinein: http://www.elo-forum.org/news-diskus...ig-absurd.html

Die Pflegekräfte sind ja ein gutes Beispiel. Absoluter unterbewerter Bereich. Die intensive Pflege und Versorgung kann sich aber keiner mehr leisten. Findet sich in Deutschland niemand der die Arbeit machen will, dann machts eben eine/r aus Polen.

Aktuelles Beispiel ist doch Zalando. Die suchen doch laufend Leute für ihre Lager. Allerdings bekommst du da 7€ die Stunden. Für viele deutsche einfach zu wenig. Für Polen ein guter Lohn, deshlab arbeiten dort auch sehr viele. Aber nur so kann die deutsche Wirtschaft überhaupt überleben und Wettbewerbsfähig beleiebn
Ich wünsche mir eine genauere Begründung - ich unterstelle jetzt einmal, dass wenn deine Logik stimmt, dann verstehe ich folgende Meldung absolut nicht:
Zitat:
2011 erhielt der Vorstand mehr als 70 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit knapp 37 Millionen Euro. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Den Angaben zufolge bekommt allein Konzernchef Martin Winterkorn über 17,4 Millionen Euro. Seine Kollegen verdienen jeweils zwischen 7,2 und 8,1 Millionen Euro. http://www.welt.de/aktuell/article13...-Euro-ein.html
Beziehen Vorstände ihre Bezüge von Marsmenschen oder warum gelten für die Dimensionen von 1 : 1.318? - rechne mal bitte nach, dass passt schon, habe mich nicht verrechnet (Zalando-Mitarbeiter/Winterkorn) - und die 2. Frage ist, warum haben wir denn immer noch so viele Arbeitslose und jetzt sogar in industriellen Konzernen wie Siemens und Thyssen-Krupp die Ankündigung, Kurzarbeit einzuführen? Logisch kann ich dir gerade nicht folgen - bitte fühle dich nicht angegriffen und erkläre mir deine Logik bitte etwas präziser.

Mir gehts ja nicht darum Dinge schlecht zu reden, sondern die tatsächliche Situation darzustellen. Alle Jobs, die mit Prozessen und atuomatiserten Abläufen strukturierten werden, werden mittelsfristig in Deutschland wegfallen. Ups - wir nähern uns der Wahrheit. Die Messlatte wird jedse Jahr höher gesteckt. Große Konzeren machen es vor, die kleinen müssen nachziehen. Sonst sind sie in wenigen Jahren vom Markt verschwunden. Ich bin ja selber mitten drin. Hab ein guten Job und verdiene "viel" Geld. Kommen dir Bruttobezüge von 1.450.000,00 € im Monat etwa bekannt vor? Martin Winterkorn - VW Manager und damit Lenker eines Unternehmens, in dem das Land erheblich Anteile hält hat dieses Einkommen? Ich bekomme das tagtäglich mit. Fürher musste ich jedes Projekt begründen, warum ich es outsoure (Polen, China, Indein etc). Heute muss ich jedes Projekt begründen, warum ich nicht outsoruce.
Ja, jetzt stellt sich die eigentliche Frage - woran liegt dieses?
Vor 10 Jahren war Deutschland das Sorgenkind in Europa. Heute sind wir die Hoffnung. Allerdings bringt das viele Opfer mit sich. U.a eben der Niedriglohnsektor. Da haben sich die Löhne eben angepasst, deshlab und den Reformen die Hr. Schröder Deutschland eingeführt hat, ist Deutschland überhaupt wieder Wettbewerbsfähig. Den anderen Ländern (Italien, Spanien, etc) steht das noch bevor oder sie sind gerade dabei.
Wie kommst du denn auf diese Gedanken? O. K. gleich zitiere ich einige Myten zum Thema.
Es werden viele auf der Strecke bleiben. Das ist der Preis der Globalisierung und einem traurigen System. Nur es muss wirklich mal jeder verstehen, damit sich was ändern kann. Sich jeden Tag selber zu bemitleiden und sich in die Tasche zu lügen hilft keinem.
Du wirst belogen bis sich die Balken biegen und merkst es nicht!
Gruß Tom
Gruß Franky
Ab Punkt 2, wird es für dich interessant:
Zitat:
Über einige Mythen und Denkfehler im fortschrittlichen Lager. Heute: Wachstum und Sättigung (links gestrickte Mythen I)

Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück Eigentlich macht es wenig Sinn, in den Reihen der Gegner der mächtigen neoliberalen Bewegung Auseinandersetzungen zu pflegen. Aber es gibt Auffassungsunterschiede im fortschrittlichen Lager, über die man reden muss. Es gibt aus meiner Sicht lähmende und irreführende Denkfehler und Mythen. Einige davon sollen in den NDS nacheinander zur Sprache gebracht werden. Unmittelbarer Anstoß für den heutigen Text ist ein Beitrag von Karl Georg Zinn in Le Monde Diplomatique, auf den wir von Lesern der NachDenkSeiten schon mehrmals hingewiesen wurden. Siehe Anlage 1. Der Beitrag von Karl Georg Zinn ist dabei nur der Aufhänger. In anderen Texten werden ähnliche Thesen vertreten. Albrecht Müller

Ich setze mich in den folgenden Anmerkungen nicht mit dem gesamten Text von Karl Georg Zinn auseinander. Zum gesamten Text nur soviel: mir kommt er so vor, als würde ein Schmetterling von einer Blüte zu anderen fliegen. Es folgt eine interessante Aussage auf die andere, aber die Begründung und der rote Faden lassen oft vergeblich auf sich warten. Ich hätte gerne mehr Belege gehabt.
Und noch eine Vorbemerkung: Von Zinn unterscheide ich mich darin, dass ich noch nie Anhänger einer Schule der Ökonomie war. Was Keynes gemeint haben könnte, interessiert mich fast nicht. Ich halte für gut, was er damals empfohlen hat und suche mir das aus, was mir heute brauchbar erscheint.
Wachstum als Schlüsselgröße?
1. Das Wachstum und die Siebzigerjahre
Bei Zinn wie auch bei vielen anderen Autoren taucht der Gedanke auf, in den siebziger Jahren habe ein Bruch, eine Art Zeitenwende stattgefunden. In den siebziger Jahren sei das hohe Wachstum zu Ende gewesen. Bei Zinn wird der Bruch auf das Jahr 1973 datiert. Er spricht in Anlehnung an Keynes von einer dauerhaften Wachstumsabschwächung.
Zinn behauptet dann noch, damals (1973 folgende) habe man die hohen Wachstumsraten der Zeit zwischen 1950 und 1973 zurück haben wollen. „So wäre Vollbeschäftigung zu erreichen, lautete das hohle Versprechen.“ Und dann wird noch behauptet man habe versucht, „Wachstum durch marktradikales Neo-Laissez-faire“ zu stützen
Diese Darstellung widerspricht nicht nur dem, was ich persönlich erlebt habe, es widerspricht auch den Fakten:
  • Der Verlauf der Konjunktur und der Wachstumsraten wie auch der Ereignisse waren ein ganzes Stück anders. Es gab schon in den sechziger Jahren einen Einbruch mit einem minus vor der Wachstumsrate im Jahr 1967, vor allem aber gab es auch nach 1973 noch beachtliche Wachstumsraten. Auf einen Einbruch von 0,2 % und -1,3 % in 1974 und 1975 folgten dann vier Jahre mit einem Durchschnitt von 3,8 % realem Wachstum mit Spitzen-Ziffern von 5,3 und 4,2 %. Also: Die Entwicklung war viel differenzierter, als Zinn und viele andere vor und mit ihm es darstellen.
  • Entscheidend aber ist die Tatsache, dass die verschiedenen Entwicklungen zu einem beachtlichen Teil die Folge von politischen und ökonomischen Entscheidungen waren: der Einbruch von 1974 bis 1975 hatte (normalerweise anerkanntermaßen) etwas mit der Ölpreisexplosion vom Oktober 1973 zu tun. Und die Entwicklung in Deutschland wurde wesentlich von gegenläufigen Wirtschafts- und Geldpolitiken bestimmt, von widerstreitenden Ideologien, wenn man so sagen will. In den siebziger Jahren gab es klassische Konjunkturprogramme. Es ist eben nicht richtig, dass es damals schon durchgängig „marktradikales Neo-Laissez-faire“ gegeben habe.
  • Die Vertreter dieser Vorstellungen haben sich über Bundesbank und teilweise über Lambsdorff, Tietmeyer und einige Sozialdemokraten schon in der Regierung Helmut Schmidt bemerkbar gemacht und Einfluss gehabt, aber eben im Kampf mit den anderen Kräften. Und wenn man diese Epoche richtig beschreiben will, dann muss man das Wirken der gegenläufigen Konzepte beschreiben.
2. Missachtung der Gestaltungsspielräume
Bei einer differenzierteren Darstellung würde man entdecken, dass es damals wie heute politische und wirtschaftspolitische Gestaltungsspielräume gegeben hat. Diese wurden schon in der Regierungszeit Schmidt von den angebotsökonomisch bestimmten Kräften immer wieder eingeengt und dann ab 1982 mit der Regierung Kohl/Lambsdorff/Tietmeyer weiter geschwächt.
Bei Licht betrachtet ziehen jene Autoren, die wie Zinn bestreiten, dass es damals beschäftigungspolitische Spielräume gegeben hätte, wenn man die schon 1967/68 erprobte, an Keynes angelehnte Beschäftigungspolitik eingesetzt hätte, mit den Angebotsökonomen an einem Strang. Beide Gruppierungen behaupten, dass die aktive Beschäftigungspolitik der erprobten Art damals gescheitert sei. Diese stille Koalition reicht im Grunde bis heute. Zinn schreibt, gegen die dauerhafte Wachstumsschwäche und die mit ihr einhergehende Massenarbeitslosigkeit könnten Konjunkturprogramme nur wenig ausrichten. Das ist eine ideologisch bedingte Kapitulation. Sie gründet auf falschen Analysen und ist unnötig. Sie mindert obendrein die Möglichkeit einer harten Auseinandersetzung mit der neoliberalen Bewegung.
Die Konjunkturprogramme und ihr Erfolg in den siebziger Jahren sind später systematisch schlecht gemacht worden. Das war eine von Seiten der rechtskonservativen Kräfte strategisch betriebene Meinungsmache. Sie können sich darüber freuen, von einem Autor wie Karl Georg Zinn bestätigt zu werden.
3. Wachstum als Ziel? Ziel ist die Beschäftigung. Wachstumsziffern sind statistische End-Ergebnisse
Ich wiederhole: Zinn schreibt, man habe damals, 1973 ff., die hohen Wachstumsraten der früheren Jahre wiederhaben wollen. „So wäre Vollbeschäftigung zu erreichen, lautete das hohle Versprechen.“ Ich kann mich an dieses Versprechen und auch an die von Zinn formulierte Zielvorstellung nicht erinnern. Natürlich kann ich nicht für jede Rede die Hand ins Feuer legen, die ein Minister damals gehalten hat. Aber die damals Verantwortlichen im Bundeskanzleramt wie außerhalb hatten sicher nicht die Vorstellung, eine bestimmte Wachstumsrate anzustreben und damit Vollbeschäftigung zu schaffen. Das Versprechen war in der Tat Vollbeschäftigung oder mehr Beschäftigung. Das Versprechen lautete nicht: Wachstumsraten von X. Das ist ein großer Unterschied.
Wachstumsziffern sind statistische End-Ergebnisse. Wenn ich zum Beispiel im Blick auf heute davon spreche, wir bräuchten über mehrere Jahre Wachstumsraten von ungefähr 4 %, um endlich aus der Talsohle herauszukommen und die Arbeitnehmer aus der Erpressungsposition auf dem Arbeitsplatzmarkt herauszuholen, dann ist die genannte Ziffer doch immer nur als Maßzahl dessen gemeint, was sich bei einer aktiven Beschäftigungspolitik dann als statistische Ziffer am Ende des Jahres ergibt. Alles andere wäre Unsinn.
Ich wiederhole noch einmal: das politische Ziel ist mehr Beschäftigung und möglichst Vollbeschäftigung, weil andernfalls die Arbeitnehmer keine Alternative haben und deshalb nur schwer Nein sagen können, wenn sie Erpressungen ausgesetzt sind. Ohne diesen Kampf zur nachhaltigen Verringerung der Reservearmee wird nach meiner Einschätzung auch die Einkommensverteilung nicht grundlegend verbessert werden können. Deshalb ist aktive Beschäftigungspolitik ein Schlüssel zum Erfolg. Wenn dies dann am Ende des Jahres statistisch gemessen mehr Wachstum bedeutet, was ist daran so schlimm, wenn die richtigen Sachen gewachsen sind?
4. „Exponentielles Wachstum geht nicht“. Wer will das schon?
Gelegentlich ist zu hören und zu lesen, Wachstum sei schon deshalb schlecht, weil es zu einem exponentiell wachsenden Bruttoinlandsprodukt führe und damit quasi im Unendlichen lande. Dieses Argument leuchtet mathematisch gebildeten Zeitgenossen ohne weitere Fragen und Zweifel ein. Eine Kurve, die im Himmel endet, kann nichts Vernünftiges wiedergeben. – Ich stehe staunend davor, dass diese Argumentation Menschen einleuchtet. Wir haben heute, im Jahr 2009, nicht das Problem, dass wir zeitlich im Unendlichen landen. Wir wollen das auch nicht und es geschieht in absehbarer Zeit nicht.
In abgeschwächter Form wird dieses Argument gebracht, um Besorgnis darüber auszulösen, dass bei fortwährenden Wachstum das Bruttoinlandsprodukt sich in regelmäßigen Abständen verdoppelt und dass damit ein exponentiell wachsender Ressourcenverbrauch verbunden sei. Das ist in der Tat dann eine beunruhigende Perspektive, wenn dieser Ressourcenverbrauch zwangsläufig damit verbunden ist. Das ist aber nicht so.
5. Ökologisches Wirtschaften und Wachstum sind selbstverständlich zugleich möglich.
In den Auseinandersetzungen zum Thema wird oft der Club of Rome mit seinen Thesen zu den Grenzen des Wachstums zitiert. Auch bei Zinn taucht das auf. Wenn man wie in Ziffer 3 erläutert Wachstum als Maßzahl für die Veränderung des Bruttoinlandsprodukt am Jahresende versteht, dann begreift man auch, dass in einer Volkswirtschaft sehr Verschiedenes passieren kann, was sich dann in diesen Wachstumsziffern niederschlägt. Es kann zum Beispiel etwas unternommen werden und produziert werden, was Ressourcen schont, statt sie zu vergeuden. Es kann Bruttoinlandsprodukt geschaffen, es können „Werte geschöpft“ werden, die ökologisch zumindest neutral wenn nicht positiv sind. Zur Erläuterung ein paar Beispiele:
  • Wenn wir nicht nur über die Schäden der Verblödung und Verrohung durch die Kommerzialisierung des Fernsehens und der Medien insgesamt lamentieren, sondern mit Programmen zur Heilung der Schäden und zur besseren Ausbildung antworten würden, dann wäre das ökologisch ausgesprochen unbedenklich, es würde die Wachstumsrate erhöhen, aber doch nicht an die Grenzen des Wachstums stoßen.
  • Wenn wir uns darauf verständigen könnten, dass die Länder und die Gemeinden große Programme zur Sprachförderung und besseren Eingliederung von Aussiedlern und Zuwanderern auflegen, dann würde dies bei erfolgreicher Umsetzung soziale Konflikte mildern helfen und die Basis für berufliche Möglichkeiten dieser Menschen schaffen. Arbeitslose und schlecht beschäftigte Sozialarbeiter und Sprachkundige könnten eine Stelle finden. Ökologisch wäre dieses Integrations- und Beschäftigungsprogramm unbedenklich. Am Ende hätten wir eine höhere Wachstumsziffer, aber wir würden nicht an die Grenze des Wachstums stoßen.
  • Wenn wir die Lehrer-Schüler-Relation den Schwierigkeiten anpassen würden, die heterogene Schülergruppen zur Folge haben, dann würden wir den Schulen, den Lehrern und den Kindern helfen, wir würden mehr Beschäftigung schaffen, höhere Wachstumsraten ernten und dennoch keine Ressourcen vergeuden.
  • Wenn Menschen mit niedrigem Einkommen besser verdienen würden und gelegentlich die finanzielle Möglichkeit hätten, mit ihrer Familie Urlaub zu machen oder auch nur eine Kneipe zum Essen aufzusuchen, dann würde sich das in einer Erhöhung der Wachstumsrate niederschlagen, es würden aber kaum zusätzliche Ressourcen vergeudet, vorhandene Kapazitäten würden besser ausgenutzt und die Grenzen des Wachstums auch hiermit nicht überschritten.
  • Wenn wir Bäche und Flüsse, die in den letzten 60 Jahren begradigt wurden, wieder renaturieren würden, dann würde sich das in höheren Wachstumsziffern niederschlagen, es würden aber Ressourcen geschont und die Grenzen des Wachstums keinesfalls überschritten.
  • Wenn wir die Flurbereinigungen der letzten Jahrzehnte korrigieren und die Wüsten in unserer Landschaft wieder etwas auflockern würden, dann würden kleine Tiefbauunternehmen und ihre Beschäftigten beschäftigt und wir würden dabei helfen, die Minderung der Artenvielfalt zu verlangsamen und vielleicht da und dort zu stoppen. Würde uns das an die Grenzen des Wachstums führen?
  • Wenn wir den Armen und Hungernden in der Welt helfen würden, ihre nötigsten Bedürfnisse zu stillen, dann wäre damit ebenfalls nichts schlimmes passiert, obwohl solche Programme die Beschäftigung- und Wachstumsrate der damit beschäftigten Menschen und Völker erhöhen würde.
  • Usw. es gibt Tausende von weiteren Beispielen für die Möglichkeiten, volkswirtschaftlich, sozial und ökologisch Sinnvolles zu tun und damit auch die Wachstumsraten zu steigern, ohne Ressourcen zu belasten beziehungsweise zu verschwenden. Die Wachstumsziffer wird in einer Volkswirtschaft nachträglich erhoben. Was in diese Ziffer eingeht, ist doch völlig offen. Als die Politik begannen, die Umweltprobleme zu begreifen, da wurde Ende der 60er/anfangs der Siebzigerjahre zum Beispiel der Bodensee gerettet durch den Bau von Kläranlagen u.a.m.. Aufgrund dieser Investitionen gab es in Baden-Württemberg und darüber hinaus beachtliche Wachstumsschübe, die sich in hohen Wachstumsraten niederschlugen.
    In den siebziger Jahren wurden mit Unterstützung eines Städtebauförderungsgesetzes viele Städte saniert und zum Beispiel Fußgängerzonen angelegt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs aufgrund dieser Beschäftigungsimpulse. Gegen dieses Wachstum zu polemisieren, ist doch absolut sinnlos.
Was heute wichtig ist und getan werden muss, das führt statistisch betrachtet oft zu einem höheren Wachstum, aber ökologisch und sozial bedenklich ist diese Art von Wachstumspolitik nicht.
Es bleibt an dieser Stelle noch darauf hinzuweisen, dass in der Praxis der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung genau dieses Verständnis von Wachstum üblich ist. Die Reparaturen an unserer Gesellschaft und an unserem Planeten gehen als Wertschöpfung in die Wachstumsrate ein. Dass wir uns über diese Wachstumsraten so aufregen und ganze Theorien auf dieser Aufregung aufbauen, verstehe ich nicht.
6. „Endogen bedingte Wachstumsabschwächung“?
Der Mythos von der Sättigung.

Zinn spricht im Kontext seiner Beobachtungen über die Siebzigerjahre von „endogenbedingter Wachstumsabschwächung“. Die Sättigung des Konsums ist dabei wohl eine dieser endogenen Faktoren.
„Fragen Sie einmal einen ALG II-Empfänger oder die Beschäftigten im Niedriglohnsektor, was sie von der Stagnationsthese aufgrund von Konsumsättigung halten“, schrieb einer unserer Nutzer nach Lektüre des Papiers von Zinn. Oder fragen Sie einmal die Hungernden in der Welt, könnte ich ergänzen. Oder: fragen Sie einmal die Neugeborenen. Wollen wir ihnen übel nehmen, dass sie nicht in unseren Klamotten herumlaufen und nicht auf unseren Matratzen schlafen wollen? Oder fragen Sie die ökologisch interessierten Menschen. Sie wissen in der Regel, dass unglaublich viel zu tun ist
Zinn beruft sich auf Keynes. Wenn Keynes behauptet, wir hätten eine „dauerhafte Wachstumsschwäche“, dann kann ich nur sagen: So what, Herr Keynes! Mich interessiert doch, ob das stimmt. Siehe oben, es stimmt nicht.
Die Sättigungsthese ist beliebt, sie verfängt offensichtlich bei konservativen und bei marxistisch geschulten Zeitgenossen. Aber ihre Beliebtheit macht sie nicht richtiger. Es gibt bei vielen Gruppen unseres Volkes und vielen Menschen in der Welt noch unglaublich viele Bedürfnisse. Und es gibt einen Riesenbedarf an sozialer und ökologischer Heilung. Und wenn wir diese Heilung organisieren und betreiben, dann entsteht dabei statistisch betrachtet neues Wachstum. Also müssen wir aufhören mit dieser sachlich falschen Polemik.
Anlage 1
Sättigung oder zwei Grenzen des Wachstums
John Maynard Keynes hat über die kleine Not des Augenblicks hinausgedacht
von Karl Georg Zinn

Die erste große Wirtschaftskrise des 21. Jahrhunderts markiert das Ende eines gescheiterten wirtschaftspolitischen Experiments. Oberflächlich betrachtet erscheint sie als eine Finanzkrise, die den Einbruch des realwirtschaftlichen Wachstums ausgelöst hat. Tatsächlich aber hatten wir es von Anfang an mit einer Doppelkrise zu tun, deren Ursachen bis in die 1970er-Jahre zurückreichen. Damals wollte man die hohen Wachstumsraten der Zeit zwischen 1950 und 1973 wiederhaben. So wäre Vollbeschäftigung zu erreichen, lautete das hohle Versprechen. In den folgenden drei Jahrzehnten hat sich die Wirtschaftspolitik bemüht, Wachstum durch marktradikales Neo-Laissez-faire und eine beispiellose globale Kreditexpansion zu stützen. Doch die Hoffnungen, auf diese Weise die Massenarbeitslosigkeit zu überwinden, haben sich nicht erfüllt.
Der Fehler lag in der grundsätzlichen Fehleinschätzung der Wachstumsmöglichkeiten hoch entwickelter kapitalistischer Volkswirtschaften – schließlich war für diese das Wachstumsparadigma schon in den 1970er-Jahren überholt. Dafür lassen sich zwei prinzipielle Begründungen heranziehen: die “ökologische”, nach der auf dem begrenzten Planeten Erde kein unbegrenztes Wachstum möglich ist,(1) und die auf John Maynard Keynes (1883-1946) zurückgehende Theorie der endogen bedingten Wachstumsabschwächung.
Quelle: www.monde-diplomatique.de
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FrankyBoy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 01:19   #497
jockel
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Es heißst ja auch nicht dass jeder Beruf einen Fachkräftemangel hat. Eine Berufsausbildung ist heute ja auch nichts besonderes mehr. Die Anforderungen am Markt haben sich auch rapide verändert. Hättest du ein Expertenwissen, dann könntest du dich vor Headhuntern kaum retten. Eine Berufsausbildung weist heute nicht undbedingt mehr auf eine Fachkraft hin. Sorry, ist hart aber ehrlich. "Einfache Berufe" sind einfach nicht gefragt. Wer glaubt, dass ihm der rote Teppich ausgerollt wird, weil er eine Berufsausbildung hat, der irrt. Das ist das System, leider mit großen Fehlern. Bei uns werden ganze Fachbereiche mit ser vielen MA und "einfachen jobs" (die eine einfache Berufsausbildung haben) ins Ausland verlagert. Was macht dich besser, als der "gemeine Inder" in Indien? Mit dem stehst du in Konkurenz.

Viele Grüße TOM

@Jockel
Hab deine Daten bekommen und melde mich bei dir
Weil normale Facharbeiterberufe von der Wirtschaft nicht mehr anerkannt werden und deren Arbeitsaufgaben ins Ausland verlagert werden, werden Akademikerabschlüsse in Herrenmenschengermanien zur Helferarbeit - sprich Anlernarbeit.

In Wirklichkeit gibt es arbeitswissenschaftlich betrachtet korrekt folgende Abstufungen

- ungelernt
- angerlernt - fachliche Einweisung zwischen paar Tagen, Wochen und Monaten
- Facharbeiter - angeeignete Berufserfahrung mit theoretiischer und praktischer Ausbildung von 2 bis 3 Jahren
- Facharbeiter/ Geselle/ Meister/ Fachhochschul- oder Hochschulabsolvent - mehrjährige Berufserfahrung - 2 bis 5 Jahre
- Facharbeiter/ Geselle/ Meister/ Fachhochschul- oder Hochschulabsolvent - langjährige Berufserfahrung - mehr als 5 Jahre

Und genau diese unterschiedlichen Berufsabschlußebenen, feiner noch gekoppelt und abgestuft mit Zusatzqualifikationen und Zeiten der Berufserfahrungen muß sich genauso fein gestaffelt in der Arbeitsvergütung widerspiegeln.

Und genau diese Feineinteilungen machen Unternehmer und Personaler nicht mehr, weil sie Lohn- und Sozialstandards abschaffen.

Ihr Profitmaximierung darf nicht gefährdet oder beeinträchtigt werden. Also streicht man Arbeitsvergütungen, Lohnsteuern und SV-Beiträge oder wälzt sie auf die Masse der Prekärarbeiter ab.

Weil bei denen aber nich viel an Steueraufkommen oder SV-Beiträgen aufläuft, fehlt es in den Staats- und Kommunalkassen. Die Sozialsysteme sind nicht mehr ausreichend gefüllt, um staatliche und kommunale Pflichtaufgaben zu erfüllen.

Der Ersatz kommt zufällig und jederzeit streichbar zustande - Spenden, Charity, Fundraising, Stiftungen, Tafeln, Kleiderkammern, freiwillige Dienste, Buftimist usw.

Man will der Profit- und Machtgier von immer weniger, aber dafür immer größer werdenden Unternehmen politisch nicht im Wege stehen.

----------------------------------------------

Ist nichts Neues - die Konzentration von Macht, Kapital und Profit in immer weniger Hände - also die Monopolisierung.

Ich erinnere an W.I.Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus

Das schrieb Lenin im Zeitraum Januar bis Juni 1916 und bleibt aktuell.

Imperialismus als höchstes Entwicklungsstadium ist nichts anderes als globalisisierter Kapitalismus --> Imperium = Weltreich, durch ständiger Konzentration der Produktionsmittel, des Kapitals und Profits und damit der politischen Macht über Mio. Menschen entstanden.

Erst erlangt man die ökonomische Macht als Unternehmen und baut sie schrittweise durch gnadenlosen Konkurrenzkampf (kein Wettbewerb wie immer wieder verniedlicht) aus, um Gegner auszuschalten und deren Marktanteile zu übernehmen.

Haben Unternehmen Territorialgrenzen Stück um Stück in ihren durchlaufenden Konzentrationsprozeß überschritten (Orts-, Stadt-, Regional- und Landesgrenzen, erledigt sich die jeweilige Ausdehnung von parlamentarischer Demokratie von allein (Gemeindeverwaltungen, Stadtverwaltungen, Regierungspräsidien, Parlamente der Bundesländer, der BRD, der EU oder der UNO werden so völlig überflüssig, weil sie solche Firmen nicht mehr beeinflussen, steuern und kontrollieren können.

Umgekehrt wird ein Schuh draus - es herrscht die Diktatur von Kapital und Profit. Deshalb können wir uns diese Parlamente schenken, wenn es so weiter geht.

Das handeln wir uns ein mit Privatwirtschaft im Kapitalismus. Wenn Privatwirtschaft die Politik beherrscht, finterläßt Privatwirtschft flächendeckende soziale Flurschäden ungeahnten Ausmaßes.

Deshalb muß man das Größenwachstum von Privatwirtschaft begrenzen und basisdemokratische Strukturen in den Volkswirtschaften dem Vorzug geben - Volks- und Genossenschaftseigentum durchs Volk für das Volk und nicht Willkürherrschaft des Kapitals gegen die Völker.

Die Entwicklung imperialer Herrschaftsstrukturen privater Wirtschaftsunternehmen birgt in sich die Zunahme von Krieg, weil das die Profitraten exponentiell zeitlich verkürzt und in den Profitbeträgen erhöht.

Für den Kapitalismus kann es keine Zukunft geben, weil er seine gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Grundlagen selbst vernichten wird. Er sorgt selbst dafür, daß der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit sich verschärft.
jockel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 02:03   #498
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Zitat von Tom77 Beitrag anzeigen
Aktuelles Beispiel ist doch Zalando. Die suchen doch laufend Leute für ihre Lager. Allerdings bekommst du da 7€ die Stunden. Für viele deutsche einfach zu wenig. Für Polen ein guter Lohn, deshlab arbeiten dort auch sehr viele. Aber nur so kann die deutsche Wirtschaft überhaupt überleben und Wettbewerbsfähig beleiebn

Vor 10 Jahren war Deutschland das Sorgenkind in Europa. Heute sind wir die Hoffnung.
Gruß Tom
Komisch, auch vor 10 Jahren hatte Deutschland deutliche Außenhandelsüberschüsse - mehr als 100.000.000.000,00 € siehe hier: http://upload.wikimedia.org/wikipedi...rsicht_neu.png%C3%BCbersicht_neu.png

Jetzt meine eigentliche Frage: Wie kann ein Land Sorgenkind Europas sein, dass gleichzeitig seinen Nachbarn massive Schulden aufzwängt, weil dessen Produkte offenbar begehrter sind? Für mich gibt es falls überhaupt nur eine rationale Erklärung: Lohndumping hat den Binnenmarkt derart beschädigt, dass wirkliches Wirtschaftswachstum gebremst wurde - vergleiche das mal mit Frankreich - hier ein ausführliches Statement zur Situation: Wege aus der Euro-Krise - Prof. Dr. H. Flassbeck - YouTube
FrankyBoy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 03:23   #499
neffets->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
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Beiträge: 111
neffets
Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Nun, da zieht der Gute aber völlig falsche Schlüsse

Lohnniveau und Lebenshaltungskosten waren - und sind noch - in den Ländern mit höherer Inflation entsprechend niedriger gewesen. Wenn man eine gemeinsame Währung hat müssen sich auch irgendwann die Preise angleichen - sonst kann ein Handel untereinander ja nicht funktionieren. Das ist doch logisch, wie soll sich ein Grieche, der 350 Euro pro Monat verdient, jemals ein deutsches Auto leisten können? Und das bedeutet nunmal dass in Deutschland die Preise/Lohnkosten gesenkt und z.B. in Griechenland die Preise/Lohnkosten steigen müssen, also die Inflationsrate deutlich höher sein muss. Eigentlich logisch, nicht? Und genau das ist ja passiert. Und das ist auch nicht das Problem.

Gemäss der Grafik bzgl. Lohnstückkosten sieht es aus, als wären wir vom gleichen Punkt aus gestartet, das ist aber natürlich nicht der Fall. Textilien z.B. lassen sich in Griechenland auch heute noch für ein Fünftel der hier in Deutschland anfallenden Kosten herstellen. Nur die Maschinen dafür kommen aus dem teuren Deutschland, wie viele Güter, was die Wirtschaft in diesen Ländern gar nicht erst in Schwung kommen lässt.

So hat Deutschland profitiert, Geld verliehen um es in Form von Export-Umsätzen wieder einzunehmen. Das ist der Grund für die schlechte Situation von Ländern wie Portugal, Griechenland, Spanien, ... und spiegelt sich in den gestiegenen Exporten Deutschlands wieder.

Dass sich letztlich das Brutto-Sozialprodukt dieser Länder sich kaum verbessert bzw. gar verschlechtert, die Staatsschulden jedoch immer weiter ansteigen, stört das Vertrauen in diese Länder und führt zu entsprechend höheren Zinsen, weil Niemand mehr Geld an diese Länder verleiht, bzw. eben nur mit entsprechenden Risiko-Aufschlägen. Kennt Jeder der eine Vollfinanzierung fürs Eigenheim angestrebt hat - das ist Nichts mit 2,9 % aus den Werbeversprechen, die zahlt nur der, der Sicherheiten hat. Japan hat Sicherheiten, daher ist das Vertrauen hoch, Griechenland hat... Nichts. Keine Industrie, keine Bodenschätze, Nichts.

Letztlich spiegelt die Situation in Europa die Situation allgemein wieder - der Reiche wird immer reicher, der Arme immer ärmer. Die einzige Lösung dafür ist eine Angleichung des Preisniveaus, also das genaue Gegenteil vom dem was Flassbeck fordert.

Was wir mit Griechenland machen ist das was z.B. VW mit uns macht. Zum Niedriglohn arbeiten lassen, Geld verleihen damit wir uns das teure Auto kaufen können und am Ende wundern wenn wir überschuldet sind.

Wenn ein Dr. der Ökonomie das nicht versteht, dann mache ich mir ernste Sorgen...
neffets ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2012, 03:41   #500
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Standard AW: Fachkräftemangel - die Wirtschaft booomt, boomt und boomt

Hallo neffets, ich fürchte, dass du die Kernbotschaft des Beitrags von Herrn Flassbeck nicht begriffen hast - gehe da mal ins Restaurant essen und du wirst feststellen, dass die Preise dort höher sind, als in Deutschland.

Zitat:
Letztlich spiegelt die Situation in Europa die Situation allgemein wieder - der Reiche wird immer reicher, der Arme immer ärmer. Die einzige Lösung dafür ist eine Angleichung des Preisniveaus, also das genaue Gegenteil vom dem was Flassbeck fordert.
Griechenland ist aufgrund der Inflationsbedingungen dort gezwungen, teurer zu produzieren als Deutschland es tun kann - deine Argumentation müsste genau proportional umgekehrt lauten, nur so wird ein Schuh daraus - guck es dir noch mal an und vergleiche die elementaren Inflationsraten - je höher die Inflation desto teurer die Produkte - Griechenland kann unter gleichen Umständen erst dann billiger sein als Deutschland, wenn deren Handelspreise niedriger liegen - daher auch die ganzen Sparorgien - Deutschland soll nicht teurer werden sondern Griechenland billiger trotz geringerer Produktivität.

Griechenland soll sparen um das deutsche Lohndumping zu unterbieten - dass ist gerade die EU-Strategie.
FrankyBoy ist offline   Mit Zitat antworten
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