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Alt 05.08.2006, 13:52   #1
Catweazle
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Standard "Ungeeignet"

Heute erhielt ich eine schriftliche Absage der Volksbank Staufen eG. Ich nenne den Namen der Bank an dieser Stelle ganz bewußt.

Auszug aus dem Schreiben:

Bitte sehen Sie in dieser Absage keinen Zweifel an Ihrer grundsätzlichen Qualifikation.

Im Gegensatz dazu eine Randnotiz auf dem Deckblatt meiner Bewerbung. Denn dort notiert der Personaler handschriftlich, mit Bleistift:

M. E. ungeeignet.

Danach folgt das Handzeichen.

Zumindest hätte der Personalsachbearbeiter darauf achten sollen seine Notiz wieder auszuradieren.

Nach dieser weiteren negativen Erfahrung schätze ich meine Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt als verschwindend gering ein.
 
Alt 05.08.2006, 15:09   #2
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Registriert seit: 18.07.2006
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ofra
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früher, vor langer langer zeit, als wir alle noch arbeit hatten (klingt wie ein märchen, gell!), da waren wir alle geeignet. man war mit uns zufrieden. wir waren fleißig und gewissenhaft. und das bescheinigen uns auch unsere guten arbeitszeugnisse.

und jetzt plötzlich sind wir zu wenig qualifiziert oder überqualifiziert, zu jung, zu alt, zu wenig erfahren, zu vielseitig, und so weiter ....

das ist der punkt, den ich einfach nicht verstehen kann!

man müsste den arbeitgebern mal drastisch vor augen führen, wie man sich psychisch fühlt, wenn man 200 und mehr absagen pro jahr im briefkasten hat!
es ist ein schei*S gefühl!

:kotz:
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
ofra ist offline  
Alt 05.08.2006, 15:11   #3
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ofra
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ich hasse das gefühl, wenn man von morgens bis abends rumläuft und sich "ungeeignet" fühlt. und nachts kann man nicht schlafen weil man "ungeeignet" ist.
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 05.08.2006, 18:14   #4
Catweazle
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Standard

Guten Abend ofra,

ungeeignet ist ein hartes Urteil eines Menschen über einen anderen. Diese negative Wertigkeit meiner Person muß ich erst einmal richtig verarbeiten.

Vielleicht sollte ich eine Entschuldigung von der Volksbank Staufen eG verlangen?
 
Alt 05.08.2006, 18:22   #5
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
Arania ist offline  
Alt 05.08.2006, 18:47   #6
Catweazle
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Standard

Zitat von Arania
Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
Für mich geht diese handschriftliche Notiz auf meinen Bewerbungsunterlagen einen Schritt weiter: Ich habe nun die Empfindung, daß ich nicht nur als Arbeitnehmer, sondern auch als Mensch ungeeignet bin.
 
Alt 05.08.2006, 18:54   #7
Arco
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Beiträge: 4.272
Arco
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Zitat von Catweazle
Zitat von Arania
Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
Für mich geht diese handschriftliche Notiz auf meinen Bewerbungsunterlagen einen Schritt weiter: Ich habe nun die Empfindung, daß ich nicht nur als Arbeitnehmer, sondern auch als Mensch ungeeignet bin.
.... also Thomas :hug:

da kann ich mich aber Arania anschließen und ich gehe mal davon aus das du mit diesen Damen und Herren keinen direkten Kontakt hattest, somit können die deine Person als Mensch auch nicht beurteilen (wenn man es in so einer kurzen Zeit überhaupt kann)...


Also mache es dir nicht schwerer wie es schon ist, der Personaler hat deine Bewerbung ( wie alle Anderen auch ) innerhalb von 2 Minuten gelesen und festgestellt das er sowieso keinen Arbeitslosen benötigt. Punkt ! ! Und so hat der den hirnlosen Kommentar geschrieben......
Arco ist offline  
Alt 05.08.2006, 19:00   #8
Catweazle
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Guten Abend Arco,

hätte der Personaler nur den Radiergummi benutzt, so müßte ich mich jetzt nicht mit seinem hirnlosen Kommentar beschäftigen.

Auch meine Ehefrau hat sich über diese handschriftliche Notiz maßlos geärgert.
 
Alt 05.08.2006, 19:05   #9
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Versuch es doch zu sehen wir wir geschrieben haben, er hat einen INTERNEN Kommentar geschrieben der nicht auf Deine menschlichen Qalitäten gemünzt war, mach es Dir doch nicht schwerer als es ist.

Es hat nichts mit Dir als Person zu tun
Arania ist offline  
Alt 05.08.2006, 19:27   #10
silkem->Emailproblem
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silkem
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Hi,

ich habe - auch ohne handschriftliche Kommentare auf der Bewerbung - diese allgemeinen und nichtssagenden Phrasen in den Absagen auch mehr als satt. :( :(

Wenn die wenigstens ehrlich schreiben würden, was denen nicht gefallen hat, dann hätte man wenigstens was davon und könnte dies bei zukünftigen Bewerbungen berücksichtigen. :idee:

Leider hat dies wohl mit einem gesetz zu tun, dass es leicht macht, Unternehmen auf Grund von Aussagen in Absagen zu verklagen - genaueres weiß ich jedoch nicht.

Zitat:
M. E. ungeeignet.
Solche Notizen würden mich jedoch auch tierisch aufregen - auch wenn es nichts bringt. :motz: :motz:

Zitat:
man müsste den arbeitgebern mal drastisch vor augen führen, wie man sich psychisch fühlt, wenn man 200 und mehr absagen pro jahr im briefkasten hat!
es ist ein schei*S gefühl!
genau :dampf: :dampf:

Da reichen bei mir auch wesentlich weniger :( :(

LG

Silke
__

Leben und Leben lassen!
silkem ist offline  
Alt 05.08.2006, 19:35   #11
Catweazle
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Jedenfalls werde ich meine Eigenbemühungen bis auf Weiteres einstellen. Ich habe keinen Bock mehr Bewerbungen zu schreiben - das macht in diesem Land sowieso keinen Sinn.

Ungeeignet ist doch gleichbedeutend mit endgültig aussortiert!
 
Alt 06.08.2006, 06:02   #12
ofra->Emailproblem
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ofra
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etwas ähnliches hab ich vor kurzem erlebt. ich bekam eine absage, mit folgender begründung: "glücklicherweise konnte die stelle intern besetzt werden".
dieser satz hat mich in mehrfacher hinsicht aufgeregt.
erstens: GLÜCKLICHERWEISE
wäre es so ein unglück gewesen, wenn man mich eingestellt hätte?
ist jeder bewerber ein unglück, das über einen arbeitgeber hereinbricht wie ein unwetter?
warum schreiben sie nicht gleich: welch ein glück, dass wir Sie nicht gebraucht haben!
der satz hat etwas spöttisches an sich.
zweitens: INTERN besetzt
was soll das denn heissen? wozu wurde die stelle dann überhaupt ausgeschrieben? hätten sie doch vorher gekuckt, ob intern humankapital zur verfügung steht!
hätt ich mir die ganze bewerbung sparen können.
:tonne:
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
ofra ist offline  
Alt 06.08.2006, 06:07   #13
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ofra
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einige von euch werden jetzt wieder sagen: ich höre das gras wachsen.
aber es ist auf die dauer schon sehr frustrierend, wenn es wieder mal heisst: "bitte sehen Sie diese absage nicht als wertung Ihrer persönlichkeit"
natürlich fühlt man sich bewertet. besser gesagt ENTwertet!
und mit der zeit kriegt man halt eine dünne haut. man steckt es nicht mehr so einfach weg.
oder der satz: "zu unserer entlastung senden wir Ihnen die unterlagen zurück."
das sagt doch schon alles.
die fühlen sich belastet durch meine bewerbung.
die wollen lästigen ballast abwerfen.
als sei jeder bewerber eine last, von der man sich möglichst rasch entlasten muss.
ich will jetzt nicht weiter ins detail gehen. es bleibt einfach nur eine miese stimmung zurück, mit der man fertig werden muss.
:kotz:
__

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ofra ist offline  
Alt 06.08.2006, 06:17   #14
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ofra
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dass nun den ALG II-lern die bewerbungskosten nicht mehr erstattet werden, sagt ja schon vieles aus.
dadurch gibt die behörde indirekt zu, dass es sinnlos ist, stapelweise bewerbungen zu schreiben.
die wollen unnötige kosten einsparen. die haben schon längst gesehen, dass hunderte bewerbungen mit absagen beantwortet werden.
wenn ein arbeitsloser pro jahr im schnitt 200 bewerbungen schreibt und das multipliziert mit 5 millionen arbeitslosen, und jeder will seine kosten erstattet haben, da kommt schon einiges zusammen.
nur die wirtschaft verdient daran, die papierindustrie, die post, die copyshops, die fotogeschäfte.
irgendwo hab ich mal gehört, es gibt eine bestimmung, wonach der arbeitslose 8 stunden am tag bewerbungen schreiben soll (also der selbe zeitaufwand, als ob er berufstätig wäre).
woher sollen diese stellenangebote kommen? man kann doch nix erfinden?
oder die neue regelung: bei neuantrag auf ALG II wird ein sofort-angebot unterbreitet um die arbeitswilligkeit zu testen.
warum kriegen wir nicht gleich ein sofort-angebot? (dann könnten wir uns die vielen bewerbungen sparen).
ich hab in den letzten 3 jahren nur 2 angebote gekriegt.
ich persönlich hab langsam auch keine motivation und energie mehr, so eifrig wie bisher bewerbungen zu schreiben. nicht, weil es mir zuviel aufwand wäre, oder wegen der kosten. sondern weil es seelisch auf die dauer echt an die substanz geht, wenn man immer nur absagen kriegt.
als arbeitsloser kriegt man ohnehin nur noch wenig post. weil die sozialkontakte immer mehr verloren gehen. als nicht arbeitender mensch ist man einfach von vielem ausgeschlossen.
und dann hat man als einzige post jede woche 3 absagen im briefkasten. das kränkt ungemein!

:cry:
__

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ofra ist offline  
Alt 06.08.2006, 08:06   #15
Catweazle
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Ich erhalte bis einschließlich 06.02.2007 keine Bewerbungskosten mehr von der ArGe erstattet! Ergo: Warum sollte ich jetzt noch weitere Bewerbungen schreiben?

Vielleicht gibt's die nächste Bewerbung von mir erst wieder am 07.02.2007?

Außerdem bin ich ja ungeeignet.
 
Alt 06.08.2006, 08:31   #16
Christian51987->Emailproblem
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Christian51987
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@Catweazle

Hallo Thomas,

ich kann verstehen, daß Du wegen dieser Randnotiz sauer bist. Laß dich aber bitte deswegen nicht entmutigen! Ich möchte folgendes zu bedenken geben:

1. Ob jemand in den Augen eines Personalmenschen für eine Stelle geeignet oder ungeeignet ist, ist in hohem Maße subjektiv, hängt z.B. von der Zahl der eingehenden Bewerbungen ab. Ich hatte z.B. mal einen Chef, der Frauen im gebärfähigen Alter grundzätzlich für ungeeignet hielt!

2. Die Randnotiz sagt mehr über die Eignung des entsprechenden Personalmenschen für seine Stelle aus, als über Deine Eignung für die ausgeschriebene Stelle. Daß Du überhaupt Kenntnis von einer solchen internen Notiz bekommen hast, ist ein Zeichen mangelnder Sorgfalt und unprofessionellen Arbeitens. Wäre der Notizenverfasser mein Untergebener, würde der erst einmal einen "Einlauf" bekommen. Ein derartiges Verhalten schadet nämlich dem Ansehen des Unternehmens ganz erheblich. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es auch gut, daß Du den Namen des Unternehmens hier genannt hast.

Außerdem stellt sich die Frage, ob nicht eine Beschwerde beim Vorgesetzen des Notizverfassers (das dürfte der Vorstandsvorsitzende der Bank sein) sinnvoll ist. Auf den Widerspruch zwischen der Notiz und dem Text der Absage wäre dabei hinzuweisen. Ob Du diesen Weg gehen oder die Sache auf sich beruhen lassen willst, mußt Du selbst entscheiden. Wichtig ist nur, daß Du diesen Schlag unter die Gürtellinie schnell verarbeitest und wieder Mut und Zuversicht schöpfst!

Beste Grüße
Christian
Christian51987 ist offline  
Alt 06.08.2006, 08:44   #17
Syndrom->Emailproblem
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Syndrom
Standard Ähnliche Erfahrungen

Mit solchen Erfahrungen schlage ich mich seit Jahren rum.

Als ich das letzte Mal (vor 2 Jahren) zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, hat eine Bekannte die dort angestellt war und über die ich überhaupt so weit "vorgedrungen" bin, erzählt, der Chef dort habe ihr danach im Vertrauen mitgeteilt: "Der ist ja viel zu alt!".
Stimmt wohl, denn ich war damals immerhin "schon" 44.

Bei früheren Gelegenheiten mußte ich mir schon während dem Bewerbunsgespräch anhören ich sei "überqualifiziert" und deswegen für die ausgeschriebene Stelle ungeeignet, da "mir die Arbeit dort sicher nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr machen würde..."

Interessanterweise wurden meine Bewerbungsunterlagen vom Amt und von erfahrernen "Coaches" als "Top!" und "in keiner Weise mehr zu verbessern" beurteilt. Meine Arbeitszeugnisse sind erste Klasse ("Note" 1).
Nach meiner Einschätzung gefragt, warum ich wohl immer schon im Vorfeld abgelehnt werde habe ich geantwortet: "Das liegt wohl an dieser kleinen Zahl dort" und deutete auf mein Geburtsdatum auf dem Lebenslauf.
Kommentar des "Coaches": Betretenes Schulterzucken...

Mein Fazit und wie ich mit diesen Niederlagen umgehe:
Ich sage mir: Es liegt nicht an mir, dass mich niemand haben will. Ich bin überaus fähig und kompetent, habe eine ordentliche Portion Erfahrung. Meine Bewerbungen sind perfekt. Aber wenn "die" mich nicht wollen, sind sie selber schuld. Ich kann nicht mehr tun, als meine Fähigkeiten und Erfahrungen anzubieten, aber die Wirtschaft (zumindes in meiner Branche) will mich nicht.
__

-------------------------------------------------------------------------------
:: VORSICHT! :: Alle meine Beiträge können satirisches Material enthalten! ::
Müssen aber nicht...

© Syndrom

"Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Berthold Brecht

"Armut ist die grausamste Form der Gewalt."
Mahatma Gandhi

"Winkt das Geld der Lobbyisten, sind Politiker Statisten"
(Auf einem Plakat gegen die 3. Startbahn des Flughafen FJS)
Syndrom ist offline  
Alt 06.08.2006, 09:33   #18
Catweazle
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Mein Empfinden, daß ich sowohl beruflich als auch menschlich ungeeignet bin, ist natürlich auch subjektiv. Dieses Gefühl ist nun mal verstärkt da - ausgelöst durch die Randnotiz des Personalers. Ich kann diese Emotion nicht einfach wegdiskutieren.

Ich werde mich bei der Volksbank Staufen eG über diese Notiz nicht beschweren - dazu fehlt mir im Moment die Kraft. Denn die Summe dieser Nackenschläge raubt mir diese so sehr benötigte Energie. Mutlosigkeit macht sich breit.

Das Endresultat dieser Geschichte: Ich werde mich in mein Schneckenhaus zurückziehen und feste Mauern drum herum aufbauen.
 
Alt 06.08.2006, 09:52   #19
dickpi
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Beiträge: 41
dickpi Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard

Wieviel Vorgesetzte sind ungeeignet?
Viele sind nur durch Vitamin B in ihre Position gekommen!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,428510,00.html
Sind das bessere Menschen?!? :lol:
dickpi ist offline  
Alt 06.08.2006, 10:15   #20
Catweazle
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Zitat von dickpi
Wieviel Vorgesetzte sind ungeeignet?
Viele sind nur durch Vitamin B in ihre Position gekommen!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,428510,00.html
Sind das bessere Menschen?!? :lol:
Für mich stellt sich diese Frage nicht. Was diese Chefsekretärin über ihre ehemaligen Chefs vom Stapel läßt ist für mich bedeutungslos.

Es geht um meine Person und meine Gefühle.
 
Alt 06.08.2006, 10:23   #21
Peppone->Emailproblem
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Registriert seit: 16.04.2006
Beiträge: 140
Peppone
Standard

Ich hatte mich kürzlich auf einen Posten beworben.
Ich wurde dann zum Vorstellungsgespräch geladen. Dort sagte man mir ich sei unter 80 Kandidaten ausgewählt worden.
Das Gespräch verlief für meinen Eindruck sehr gut. Nun

2 tage später bekamm ich einen Anruf ob ich denn Zeit hätte dem Team vorgestellt zu werden.
Na super dachte ich, den Job hast du. Ein paar Tage später dann ging ich zu diesem Termin,
hab mir dann angeschaut was die soch machen und hatte dann ein Gespräch mit dem Team. Alles Sozialpädagogen. Ich lange Jahre selbstständiger Baulöwe.

Quintessen. Nächsten Tag bekam ich einen Anruf man hätte sich für eine Junge Sozialpädagogin entschieden aufgrund Sympathie
Somit war ich also Unsympathisch ..... Ich habs immer gewusst. :mrgreen:

Der Job..... Es ging um den Posten des Arbeitgebermanagers. Also der Schittstelle zwischen Arbeitsvermittlung und Arbeitgebern.
Peppone ist offline  
Alt 06.08.2006, 10:41   #22
Euklid
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Hallo Catweazle,

vielleicht hilft es Dir ein bißchen, wenn Du Dich einmal in die Position dessen versetzt, der eine Stelle vergibt und dem man in Deinem Fall eigentlich nur vorwerfen kann, daß er seinen internen Vermerk „M.E. Ungeeignet“ nicht wieder ausradiert hat.

In welcher Lage befindet sich ein „Personaler“ der Herr über Einstellung oder Ablehnung in einem Betrieb ist?

Nach der Ausbildung und Übernahme meiner beiden ersten Auszubildenden in feste Arbeitsverhältnisse habe ich Ende der siebziger Jahre eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, um die beiden vakanten Stellen neu zu besetzen. In Grenznähe zu Holland waren auch damals Lehrstellen Mangelware.

Auf die beiden offenen Lehrstellen bewarben sich schließlich alles in allem 48 (i.W. achtundvierzig) junge Menschen.
Vielleicht ist das bei Banken anders – für mich war die Entscheidung für 2 und gegen 46 ein Alptraum (und daran hat sich auch in späteren Jahren nichts geändert!).

Ich habe mir im Papierladen gegenüber 48 auf einer Seite offene, stabile Plastikhüllen gekauft, auf zwei davon einen grünen Aufkleber gepappt, wie man sie zur Markierung von Leitz-Ordnern braucht, auf vier einen gelben Punkt, auf den Rest rote Punkte (also das „M.E. Ungeeignet“).

Danach habe ich ein Wochenende damit verbracht, Lebensläufe, Familienschicksale und Zukunftserwartungen ( =Träume) zu bewerten. Daran kann ein verantwortungsvoller Mensch beinahe verzweifeln.

Vielleicht hilft es Dir in Deiner gegenwärtigen Situation, wenn ich Dir erzähle, daß ich (und das gilt jetzt nur für mich ganz persönlich) die Bewerber erstrangig unter dem Aspekt betrachtet habe, wer wohl am besten in mein damals ziemlich lustiges Team hineinpassen würde, nicht danach, wer die besten Noten hatte.

Syndrom schreibt in seinem Post # 17

Zitat:
Interessanterweise wurden meine Bewerbungsunterlagen vom Amt und von erfahrernen "Coaches" als "Top!" und "in keiner Weise mehr zu verbessern" beurteilt. Meine Arbeitszeugnisse sind erste Klasse ("Note" 1).
Aber das weiß der Einser-Kandidat nach seiner Ablehnung ja leider nicht!

Eine zweite Voraussetzung war für mich, daß die potentielle Auszubildende aus der Ortschaft stammen sollte, in der ich damals praktizierte. Wenn mir die Dorfbewohner schon ihre Krankenscheine brachten und sich bei mir behandeln ließen, so wollte ich auch deren Kinder ausbilden, nicht die vielleicht „M.E. etwas besser geeigneten“ aus der nahegelegenen Kreisstadt.

Aber auch in dieses Auswahlkriterium hatte der Einser-Kandidat ja keinen Einblick.

Am Ende war es immer so, daß ich mich bei der Entscheidung für den ersten Kandidaten auf meine Intuition verlassen habe – Ausstrahlung des Lichtbildes und allgemeiner Eindruck der restlichen Bewerbungsunterlagen.
Damit war der erste grüne Punkt im Prinzip bereits vergeben.
Die vier nächstbest geeigneten Bewerber kamen in die Mappen mit den gelben Punkten.
Damit waren aber natürlich 43 Bewerber bereits ausgeschieden!
Tragisch, aber nicht zu ändern!

Die 1 + 4 ausgewählten Bewerber habe ich dann zum Interview eingeladen, meistens um die Mittagszeit, so daß auch meine Helferinnen „en passant“ einen Blick auf die Damen werfen konnten. Schließlich würden sie für die nächsten drei Jahre auf Gedeih und Verderb mit ihnen zusammenarbeiten müssen.

Nach der endgültigen Entscheidung, an der das ganz Team mehr oder weniger beteiligt war, wanderten die Unterlagen der beiden „Auserwählten“ in deren persönliche, neue Personalakte.

Die Absagen mußten jetzt zurückgeschickt werden an deren enttäuschte Absender.

ofra, deren (dessen) Posts ich außerordentlich schätze, schreibt dazu:

Zitat:
mit der zeit kriegt man halt eine dünne haut. man steckt es nicht mehr so einfach weg.
oder der satz: "zu unserer entlastung senden wir Ihnen die unterlagen zurück."
das sagt doch schon alles.
Zitat:
die fühlen sich belastet durch meine bewerbung.
Daß Du so empfindest, kann ich nachfühlen. Aber natürlich weißt Du, daß das mit der Entlastung anders gemeint ist, nämlich so: Diese Unterlagen gehören Ihnen, liebe Bewerberin, lieber Bewerber, und deshalb schicken wir sie Ihnen unbeschädigt und ordentlich zurück. Täten wir das nicht, bekämen wir einen Prozeß an den Hals!“

Obwohl ich mit Ausscheidungsverfahren wie oben beschrieben heute nichts mehr zu tun habe, würde ich mich freuen von Dir, liebe(r) ofra, zu hören, mit welchen Worten Du die Erwartungen und Träume junger Menschen abschlägig bescheiden würdest, und mit welchen Worten die Erwartungen und Träume eines über Fünfzigjährigen.

Vielleicht simulieren heute Software-Programme meine damals so zeitaufwendige und nervenaufreibende Auswahlprozedur. Aber bei jeder Stellenausschreibung werden auch heute noch Bewerber auf der Strecke bleiben, und die Auf-der-Strecke-gebliebenen werden beileibe nicht immer die für die ausgeschriebene Stelle „Ungeeignetsten“ gewesen sein.

Ist ein bißchen lang geworden. Aber erstens ist heute Sonntag (ist heute Sonntag?) und zweitens hilft mein Post Catweazle vielleicht dadurch, daß er sieht, daß sich andere „Südländer“ mit seiner belastenden Situation sogar am Sonntag beschäftigen (ist heute eigentlich Sonntag?).

Allen noch ein schönes Wochenende!

wünscht Phil, der Elefant
.
 
Alt 06.08.2006, 11:18   #23
Catweazle
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Euklid,

vielen Dank, daß Du Dich an einem Sonntag mit meiner Person und dieser schwer verdaulichen Materie beschäftigst: Wie bringe ich einem Menschen unbeschadet bei, daß er eigentlich nicht ungeeignet ist.

Ich war lange Jahre Vorgesetzter und Ausbilder. Bei meinen "Untergebenen" war ich anerkannt, weil ich bei meiner Arbeit zum großen Teil ohne Befehle und Dienstanweisungen ausgekommen bin.

Aber meine direkten Vorgesetzten haben mein Verhalten stets als Schwäche ausgelegt.

Durch diesen ständigen Drahtseilakt zwischen meinen Vorgesetzen und meinen "Untergebenen" die Balance zu halten war ich innerhalb von zehn Jahren seelisch ausgepowert.

Schlußendlich habe ich wegen dieser "Schwäche" keine großen beruflichen Erfolge verbuchen können.

Menschen, die über Menschen urteilen dürfen (müssen) verstehe ich einfach nicht, weil ich mich in meinem bisherigen beruflichen Leben erfolgreich davor gedrückt habe.

Ein Personaler wird mir wohl deswegen mangelnde berufliche Kompetenz vorwerfen.

Meine "Ellenbogen" sind nämlich nicht besonders ausgeprägt. Vielleicht sieht man mir dies auch schon von Weitem an...
 
Alt 06.08.2006, 11:29   #24
Euklid
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Humane Menschen sind heute die grottenfalschen Arbeitnehmer, zum grottenfalschen Zeitpunkt und überall am grottenfalschen Ort.

Aber - kirchlicher Trost winkt uns allenthalben:

Sarkasmus ein! :psst:

Nach unserem absehbaren Ableben werden wir sein:

Die richtigen Engerln, auf der richtigen Wolke und bis in alle Ewigkeit! Halleluja! :party:

Sarkasmus aus! :cry:

Phil
.
 
Alt 06.08.2006, 11:43   #25
Catweazle
Gast
 
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Euklid,

zunächst: Ich bin kein gläubiger Mensch.

Humanismus ist in Deutschland allenthalben auf dem Rückzug. Stichwort: Soziale Kälte.

Nun gehöre ich halt zu den Menschen, die das letzte Hemd für andere hergeben.

Aber dadurch entziehe ich mir jegliche Chance im Kapitalismus menschenwürdig zu leben.

Also ist demzufolge jeder human eingestellte Mensch ein ungeeigneter Mensch?

Nach den Mechanismen des Kapitalismus zu urteilen träfe dies eindeutig auf mich (und viele andere Menschen) zu.

Diese Menschen werden in Deutschland aussortiert.
 
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