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Alt 31.01.2009, 13:39   #1
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Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 5
Toto66
Standard Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Hallo liebe Gemeinschaft! Ich möchte Euch nicht meine gesammelten Werke über meine persönliche Erfahrung mit Zeitarbeitsunternehmen vorenthalten.

Meine Erfahrungen mit den ZEITARBEITSFIRMEN:


Es soll ja Leute geben (darunter besonders Politiker), die finden Zeitarbeit ja so wichtig. Man hat dadurch einen Einstieg in die „echte“ Arbeitswelt und bekommt den Geschmack des Geldes zu spüren....


Im realen Leben sieht so was jedoch völlig anders aus. Hier sollen einmal meine eigenen Erfahrungen einen kleinen Vorgeschmack für alle geben, die mit dem Gedanken spielen sich auf so ein faules Spiel einzulassen.


Nach langer Arbeitslosigkeit im Jahre 2005 entschloss ich mich (nicht auch zuletzt deshalb, weil es keine regulären Jobs gab) bei einer Zeitarbeitsfirma (im folgenden nur kurz ZA genannt) Vorstellig zu werden.
Natürlich keine vor Ort, denn wenn schon, wollte ich in den „sonnigen“ Süden, da diese Firmen einen eh in der Weltgeschichte herumreichen wie eine Schale mit Wasser.
Also ein Vorstellungstermin vereinbart und hin (einfache Fahrt 85€). Nach dem bei ZA üblichen trara, das wir ja alle gebraucht werden wurde mir tatsächlich mündlich ein Job in Aussicht gestellt, wenn ich bereit wäre einen Umzug auf mich zu nehmen.
Gesagt, getan. Nachdem ich jedoch die neue Umgebung bezogen hatte und die ZA kontaktierte um alles Vertraglich unter Dach und Fach zu bringen, hatten mir die Lümmel die zuvor versprochene Stelle nicht freigehalten. (Umzug fand innerhalb von nur einer Woche statt!)
Tja...und da stand ich – wieder ohne Arbeit, dafür um eine Erfahrung reicher.....
(Edit: Das ich auf den Umzugskosten sitzen blieb, sollte klar sein, da ich ja nicht Umgezogen bin um einen Job anzutreten - und der war nicht billig...)




Damit natürlich nicht genug:
Im Jahr 2007 begab es sich, das ich ein Jobangebot bekam – natürlich bei einer ZA. Nach meiner letzten Erfahrung hielt sich meine Begeisterung natürlich in Grenzen. Aber Gut – was tut man nicht alles für einen Job.
Auch diese ZA war natürlich nicht vor Ort sondern 2,5 Stunden Fahrzeit weg. Also brav mein Ticket vom Jobcenter geholt und ab.
Alles verlief positiv, man versprach mir einen Job. Prima! Soweit alles geklärt, das ich 1 Stunde Fahrzeit zur Arbeitsstelle in kauf nehmen würde, Lohn und andere Details beredet.


Es hieß: „Wir werden dann den Vertrag fertig machen und sie kontaktieren.“
Nach einiger Zeit (etwa 2 Wochen) bekam ich erneut ein Schreiben dieser ZA, ich möchte doch nochmal vorbei kommen um den Vertrag zu unterzeichnen. Also...nochmals eine Fahrkarte organisiert und in 2,5 Stunden hingedüst.
Als ich ankam (Pünktlich zum Termin!!) waren die Damen ganz überrascht von meinem Besuch. „Oh, sie sind ja schon da. Hmmm haben sie in der Stadt noch etwas zu erledigen? Wir haben ihren Vertrag noch gar nicht aufgesetzt!? Kommen sie doch bitte in 1 Stunde wieder“ (Die Stadt war im Übrigen 20 min. zu Fuß weg...)
Also, geduldig wie man ist, tut man wie einem Aufgetragen.
So! Nun aber! Mhhh...Der Vertrag ist noch nicht fertig, aber ich kann mich ja schon mal hinsetzen. Fein! Also platz genommen an einem Tisch, an dem ein Leidensgenosse den Personalbogen ausfüllte. Und endlich war mein Vertrag zum Unterzeichnen bereit. Die 15 (!!!) Seiten „schnell“ mal durchgelesen -- „Brauchen sie nicht alles lesen, ist ein gaaanz normaler Vertrag“ --
Ok. Zwar gefielen mir da einige Punkte nicht so recht, aber ich unterzeichnete. Schwupp waren beide Ausfertigungen weg. „Wenn was ist, ändern wir das, dafür brauchen wir beide Ausfertigungen“.
Nun kam noch eine „Aufklärung“ über den Arbeitsschutz. Eine bunte Broschüre zum ansehen. Im Anschluss sollte noch ein Video über Arbeitsschutz gezeigt werden, aber der Videorecorder streikte.
Bereits etwas unruhig schaute ich auf die Uhr „Schaffe ich den Zug oder muss ich irgendwo auf der Bank schlafen?“ waren meine Gedanken. Und als ob diese erhört wurden, kamen wir zu Schluss. „Den Vertrag senden wir ihnen dann zu!“.
Alles klar, ich hatte ja unterschrieben. Kann also nichts mehr schief gehen.
2 Tage später ein Anruf:
ZA:„Wir haben da was für sie! Sie müssten nur um 6 Uhr anfangen.“
Ich:“Das macht nichts!“
ZA:“Prima. Der Job wäre dann in ****.“
Ich:“Das ist aber schon mehr als eine Stunde Fahrzeit.“ (1:40) „Wie komme ich da hin? Die Züge in meinem Ort fahren erst ab 5:25!“
ZA:“Haben sie kein Auto?“ (Diese Frage kam nicht zum ersten mal und wurde nicht nur beim ersten Gespräch geklärt)
Ich:“Nein. Das wissen doch.“
„ZA:“Ja dann schlafen sie doch im Hotel. Aber wir Zahlen das nur anteilig.“ (Immerhin 50%, aber wovon sollte ich die anderen 50% zahlen? Von den 7€ Brutto/Std.?? Bei einem Hotelpreis von 30€ pro Nacht kaum zu schaffen, da ich ja auch noch meine Wohnung zahlen musste).
ZA:“Ja dann müssen wir mal sehen.“
Das war dann auch das letzte, was ich von denen hörte. Natürlich hat man mir den Vertrag auch nie zugesandt....




Und weil es so schön war 2008:


Jetzt sollte sich alles ändern!
Ein Jobangebot des Arbeitsamtes bekommen. Juhuuu!! Also schnellstens zur (wie soll es anders sein) ZA. Zum Glück war diese gleich einen Ort weiter. Guter Dinge schnell hin. Alles geklärt (man was für eine Quasselstrippe ist denn der nun?)
Hurra! Ich darf schon heute Nachmittag zum Probearbeiten.Schnell eine Zeit ausgemacht und hin. Da die mir Angebotene Stelle gleich in meinem Ort war (10Min. Fußweg) alles kein Thema. Auch die mir Angebotene Arbeitszeit (14:00 – 22:00) fand ich super.
Probearbeit abgeschlossen. Alles bestens. ZA:“Gut. Dann kommen sie morgen um 10:00 zu uns und unterzeichnen den Vertrag“
Also tat ich das mit einem bisher relativ Guten Gefühl.
Die erste Hürde: Im Vertrag stand nichts vom Tag der Lohnzahlung. Also dachte ich mir „Na wird schon so wie überall sein. Am 30.“
Aber...es kam und kam nichts. Die Rechnungen türmten sich. Eine Anruf später war ich schlauer. Die Zahlungen erfolgen zum 15. Ich dussel hätte natürlich auch mal eher Fragen können.
Dann war es soweit. Der erste Zahltag war nicht mehr weit! Und siehe da: Ich bekam sogar 2 Tage früher meinen Lohn!!
Nach den durchaus positiv zu wertenden Ereignissen folgte nach und nach die Ernüchterung.
Jeden Monat verzögerte sich die Zahlung etwas. (erst 2 Tage, dann 4 Tage, wieder 2 Tage etc.)
Pünktlich zum ende der Probezeit (kurz vor Weihnachten) bekam ich dann die Kündigung, da die Auftragslage wegen der Wirtschaftskrise so bescheiden sei. Naja. Was die ZA nicht wusste: Ich habe schon einen 400€ Job bei der Firma, in die sie mich vermittelt haben :-)
Alles klar dachte ich. Endlich kann ich meine Rechnungen wieder pünktlich zahlen. Alles brav dem Amt gemeldet, neuen Vertrag eingereicht – nebst dem letzten Lohnzettel der ZA (weil man ja sonst seitens des Amtes einen auf den Deckel bekommt.)
Hurra...ich bekomme noch 360€ extra, wegen den Urlaubstagen. Toll, auch wenn die nicht pünktlich Zahlen.
Die Tage verstrichen..15.01......16.01......17.01......18.01.....19.01......20. 01.....21.01......Was mag da los sein? 22. und 23.01.
Ich, geduldig wie ich bin, erst einmal eine Mail geschrieben, wo denn der Lohn bleiben würde. Meine Rechnungen müssten mal so langsam bezahlt werden. (Schließlich fällt es immer auf den Zurück, der nicht pünktlich Zahlt!)
Dann kam ein Anruf: “Ja Herr ****, sie wissen ja selbst, wie das so ist. Ich fahre den ganzen Tag nur herum um die Gelder einzusammeln. Tut mir furchtbar Leid. Für die Unannehmlichkeiten Zahle ich ihnen 100€ extra! Das Geld geht Anfang nächster Woche raus! Versprochen!“
Hörte sich ja Gut an. Da vertröste ich meine Gläubiger gern noch ein paar Tage.
Der Mittwoch kam.....der Donnerstag....der Freitag. Noch immer gähnende Leere auf meinem Konto. Wir haben nun den 30.01. 2009
Also einen Anwalt kontaktiert um ein Mahnverfahren einzuleiten.




In der Zwischenzeit habe ich von 2 Personen, die ebenfalls für diesen Herren tätig waren folgendes gehört:
„Ach...Du hast für den Herrn *** gearbeitet? So ein Drecksack! Der hat vor meiner letzten Lohnzahlung Insolvenz angemeldet! Damals hieß die Firma noch ****. Im Anschluss hat die Firma **** geheißen, aber lief nicht auf ihn. Jetzt heißt die Firma also ****!? Interessant!
Sag mal – wo ist denn sein Büro? Nicht etwa die ***-***-Str. 18?“
Ich:“Doch. 2.Stock.“
„Ja genau. Also alles noch im gleichen Büro nur unter anderem Namen. Toll.“
„Du weißt aber schon, was er für ein Auto fährt, das er in der Schweiz eine Villa hat und fleißig Gelder rüber transferiert? Das ist ein offenes Geheimnis. Aber irgendwie ist der so Aalglatt, das man ihm nichts kann.“


Das hat mich Neugierig gemacht. Nach einiger Recherche im Internet stellte sich heraus, das dieser Mann Tatsächlich schon ZA-Firmen hatte. Allesamt im selben Büro wie heute. Wenn ICH so etwas herausfinde, warum dann nicht die Behörden? Wollen, dürfen, können die nicht?
Eine simple Überprüfung brachte zu Tage, das die neue Firma zwar nicht auf seinen Namen läuft, er jedoch die Domain (neben 4 weiteren) inne hat und der eigentliche „Geschäftsführer“ auch gar nicht in Erscheinung tritt. Lediglich die mir bekannte Adresse und Telefonnummer ist als „Hauptsitz“ eingetragen. Sehr Merkwürdig.


Ich also das Arbeitsamt kontaktiert, das die lieber mal diesen Herrn durchleuchten sollten.
Zurück kam dieses Schreiben:


„Sehr geehrter Herr *****,
wir danken für Ihre offene Rückmeldung und bedauern die negativen Erfahrungen, die Sie mit ****** machen mussten. Bislang haben wir noch keine negativen Rückmeldungen über den Betrieb erhalten. Um so dankbarer sind wir, dass Sie uns den Vorfall ausführlich geschildert haben. Natürlich werden wir den vorliegenden Sachverhalt prüfen und entsprechend reagieren.“

Auch wenn ich nicht daran glaube, da es nach Standardschreiben aussieht, so bleibt ein Fünkchen Hoffnung, das es wenigstens einer dieser dubiosen Firmen an den Kragen geht. Man darf also gespannt sein, wie es weiter geht!
Für mich persönlich sind aller Guten Dinge 3. Ergo ist für mich die ZA gestorben. Sicherlich gibt es durchaus seriöse Firmen in dieser Branche. Aber auf das Suchen habe ich nach diesen Erfahrungen nun wirklich keine Lust mehr!
In diesem Sinne....

Toto66

P.S.: Auch die scheinheiligen Mitleser der Behörden dürfen sich dazu ausnahmsweise mal Äußern! Des weiteren habe ich den Text nicht mehr auf meiner Festplatte! Also kann man sich das Rollkommando zu mir sparen zumal der Text nun eh hier zu lesen ist !!
Toto66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.01.2009, 13:56   #2
theota
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theota theota theota theota
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

ist kein Einzelfall!

mal abgesehen von vor vielen Jahren, wo ich selber über den Tisch gezogen wurde, hier ein aktuelles Beispiel aus dem Sommer 2008:

Arbeitsuchender (Niedersachsen) wird von ZAF gebeten, zu einem 1. Vorstellungsgespräch ins Sauerland zu kommen

bei eben diesem Gespräch vereinbart man in beiderseitigem Einverständnis die Teilnahme an einem speziellen Kurs, noch in der gleichen oder nächsten Woche, ebenfalls im Sauerland - genauer Termin erfolgt kurzfristig telefonisch

2. Fahrt ins Sauerland - Schulung - heraus kommt, 3. Termin würde, ggfs., in Gütersloh stattfinden...

3. Fahrt nach Gütersloh, wo der eigentliche Arbeitgeber sitzt (!) - nettes Vorstellungsgespräch, suchen dringend Leute, übliches blabla, melden uns zeitnah...

natürlich bis heute nicht wieder von denen gehört...
__

Liebe Grüße, theota - Rechtsberatung machen Andere; ich gebe nur meine Erfahrungen und meine Meinung zu bedenken - "...denn nur, wer noch Chaos in sich trägt, kann einen tanzenden Stern gebären..." (frei nach F.Nietzsche) - Dekadent ist, ...
... wenn man meint, in einer Welt der Globalisierung auf deutschem Boden nur deutsch sprechen zu müssen... (frei nach theota)

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Alt 01.02.2009, 12:23   #3
Hawk321
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Beiträge: 196
Hawk321 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Ich weiss das ZA oft sehr unserioes arbeiten...

doch deinen storys nach zu urteilen, bist du selbst schuld!

Alleine das du dir den Vertrag nicht richtig durchgelesen hast und den unterschriebenden Vertrag nicht erhalten hast...alles mist. Die Kopie gehoert dir!
Wie kann man nur sich so verarschen lassen?

Naja....
__

Ich kann gar nicht so viel Essen wie ich auf Deutschland kotzen muss
Hawk321 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2009, 12:35   #4
Tinka
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Tinka Tinka Tinka
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Zitat von Toto66 Beitrag anzeigen
Hallo liebe Gemeinschaft! Ich möchte Euch nicht meine gesammelten Werke über meine persönliche Erfahrung mit Zeitarbeitsunternehmen vorenthalten.

Geh' doch mal zu Zoom.de, lies' dich dort ein und wenn du dann noch magst, veröffentliche deinen Unmut dort >>

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Wir haben großes Verständnis für deinen Ärger, aber trotzdem ist es immer schade, wenn Menschen erst dann denken, wenn sie selbst betroffen sind...

Tinka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2009, 14:27   #5
Toto66->Emailproblem
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Toto66
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen



"doch deinen storys nach zu urteilen, bist du selbst schuld!

Alleine das du dir den Vertrag nicht richtig durchgelesen hast und den unterschriebenden Vertrag nicht erhalten hast...alles mist. Die Kopie gehoert dir!
Wie kann man nur sich so verarschen lassen?"

Wie schön, das man schon in der Schule beigebracht bekommt, welche Rechte man in Sachen Arbeitsverträgen hat! Wer frisch ins Arbeitsleben kommt, hat zumeist nicht die Erfahrungen, die man haben sollte um sich vor so etwas zu schützen. Gut, das Du sie zu haben scheinst und wohl schon mit der Muttermilch eingeflößt bekamst!

"Die 15 (!!!) Seiten „schnell“ mal durchgelesen -- „Brauchen sie nicht alles lesen, ist ein gaaanz normaler Vertrag“ --"
Was meinst Du, warum "schnell" in Gänsefüßchen steht?? Hier die Auflösung: Diese Art schnell bezieht sich auf 15 Seiten Vertrag, die sich eben nICHT schnell mal durchlesen lassen! Und der Satz dahinter ist die Aussage der Mitarbeiterin der ZA. Was mich natürlich veranlasste den Vertrag noch genauer zu lesen.


"Wir haben großes Verständnis für deinen Ärger, aber trotzdem ist es immer schade, wenn Menschen erst dann denken, wenn sie selbst betroffen sind..."
Schade, das es hier Honks gibt, die der Meinung sind das man gefälligst Erfahrungen selber sammeln soll.
Ich denke mal, ein Sinn dieses Forums besteht darin, anderen, die auf der Suche nach Erfahrungsberichten sind, diese zu geben.
Wenn Du anderer Meinung bist, lässt Du sie ins offene Messer rennen und stempelst die als dumm ab. Was machst Du dann hier?
Und auch für Dich gilt:Wer frisch ins Arbeitsleben kommt, hat zumeist nicht die Erfahrungen, die man haben sollte um sich vor so etwas zu schützen. Gut, das Du sie zu haben scheinst und wohl schon mit der Muttermilch eingeflößt bekamst!
Toto66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2009, 15:08   #6
Tinka
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 1.118
Tinka Tinka Tinka
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Zitat von Toto66 Beitrag anzeigen



Und auch für Dich gilt:Wer frisch ins Arbeitsleben kommt, hat zumeist nicht die Erfahrungen, die man haben sollte um sich vor so etwas zu schützen. Gut, das Du sie zu haben scheinst und wohl schon mit der Muttermilch eingeflößt bekamst!
Mir scheint, gerade wer frisch ins Arbeitsleben kommt und obendrein offensichtlich nicht ganz auf den Kopf gefallen ist (immerhin ist der Bericht fehlerfrei und gut, wenn auch reißerisch editiert), sich dazu noch im Netz auskennt, sollte wirklich imstande sein, sich vorher zu informieren.


Es ist ja nun nicht so, dass es nirgendwo Info über ZA gibt, sondern die springt einem inzwischen überall entgegen, so man sie denn sehen will...

Alles Gute
Tinka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2009, 17:00   #7
ashna
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Und schon wieder kloppen sich die ELOs.

Nun gut, geb ich auch mal meine Erfahrung mit der ZA bekannt.

Vor vielen Jahren, zwei Jahre nach der Wende, und zwei Jahre arbeitslos sein im Osten... Meine Freundin und ich beschlossen irgenwo neu anzufangen. Warum nicht im Westen, fragte sie. Ich war dagegen, aber mich hielt auch nichts mehr im Osten. Und das nachdem ich eigentlich nicht in den Westen wollte.

Gesagt getan kratzen wir unsere paar Mücken zusammen. Der nächste Zug, fahrbar auf Wochenend- Ticket an einem Sonntag war unser. Wir sind Sonntag gefahren, um Montag auf offene Geschäfte zu hoffen. War zwar nicht, aber dazu später.
Erschöpft kamen wir am Abend an. Das erste Taxi brachte uns in ein "günstiges" Hotel, nach dem wir fragten. Das erste Drittel unseres Geldes ging für die erste Nacht drauf. Am nächsten morgen gönnten wir uns noch das Hotel- Früchstück in Sparmassnahme, nur ein Kaffee jeder.
Guten Mutes zogen wir los. Wir schauten an die Fenster der Häuser. Wohnungssuche nannten wir das. Da wo keine Gardinen vor den Fenstern waren, diese Wohnungen waren frei... glaubten wir. Wir wussten doch nicht, dass es im Westen modern war keine Gardinen hängen zu haben.
Irgendwo gabelten wir eine Zeitung auf und begannen systematisch die Wohnungsangebote abzutelefonieren.

Wir wunderten uns auch über das lustige Treiben auf der Strasse. Dachten noch... hei, das ist ja ein lustiges Völkchen hier... hier fühlen wir uns wohl. Tja, das lustige Treiben war der Grund, warum die Geschäfte zu waren. Es war Schützenfest. Was das ist erfuhren wir ein Jahr später.

Handy klingelt, ob wir Zeit hätten die Wohnung zu besichtigen. So schnell? Schnell zugesagt. Jetzt konnten wir uns um den Job kümmern. Hier kommt nun die ZA ins Spiel. Hin und her, und Umzug kein Problem. Der wollte keinen Vertrag für das AA zur Bestätigung rausrücken. Das brauchte man aber, damit der Umzug finanziert wurde. Er schickt uns ein Schreiben fürs Amt zu. Ich glaubte ja nicht wirklich dran, aber die Hoffnung...

Wohnung sofort nur bekommen, weil ich selber renovieren konnte und wollte. Habe dafür einen Monat Mieterlass rausgehandelt. Wusste doch auch nicht, dass im Westen die Wohnungen gröstenteils nur renoviert vermietet werden.
Mietvertrag hatte ich somit in der Tasche.

Jetzt zurück zur ZA.
Arbeitsbeginn konnte verschoben werden, weil das Kind eingeschult wurde.
Zwischenzeitlich hatte ich auch geheiratet, so dass ich Schichten arbeiten konnte.
Lohnzahlungen musste ich immer hinterher rennen. Hatte manchmal nur 10Mark übers Wochenende für 3 Personen, geliehen von gleichfalls Betroffenen dieser ZA.
Als ich nach 10 Wochen Arbeitsdienst nix mehr zu essen hatte, die Mieter nicht zahlen konnte, mein Lohn nicht bekam, habe ich geschmissen und zum ZA- Chef gesagt, dass er ein mieser kleiner Sklaventreiber ist. Dann war ich weg.
Vom AA gab es zwar eine Sperre, aber das SA sprang ein und ich konnte mich nach 10 erstmals wieder richtig satt essen. Meinem Körper bekam das allerdings nicht, er verweigerte sich und gab alles wieder von sich.

Später fragte ich den Typen, er war mittlerweile mein Wohnungsnachbar, warum er nicht gleich den Vertrag gegeben hatte. Seine Antwort war, weil er schon viele dadurch in den Westen hat ziehen sehen, mit Umzugsgeldern durch das AA, und dann hätten die nicht mehr gearbeitet. Ich sagte ihm, dass es bei mir genauso war, aber weil er eine sch... Lohnbuchhaltung hat. Er schob es natürlich auf die Dame, die dafür verantwortlich war. Klar, dann soll er doch eine fähigere Kraft dafür einstellen.

Seinen Posten war er zu diesem Zeitpunkt los. Ich gönnte es ihm. Gleichzeitig bekam ich Sachen mit, die echt nicht mehr feierlich waren.

Heute ist er ein armer Schlucker, er hat also seine Strafe noch zu Lebzeiten bekommen.

Sorry für die Länge.
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Alt 01.02.2009, 19:08   #8
melissa1919->Emailproblem
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Registriert seit: 11.05.2008
Beiträge: 69
melissa1919
Standard AW: Meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen

Ich habe viel Erfahrung mit ZA... war insgesamt bei 2 Firmen jeweils 3,5 Jahre tätig. Direkt nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin fing ich im Februar 2000 bei so einer Firma an. Ich bekam keinen festen Job, weil meine Ausbildung rein schulisch war und ich keine Berufserfahrung vorweisen konnte.

Anfangs gefiel es mir echt gut. Ich ging täglich zur Arbeit, hatte Freude daran, bekam immer pünktlich mein Geld und verstand mich gut mit meiner Chefin. Nach 1 1/2 Jahren änderte sich einiges, meine Chefin verließ überraschend die Firma, und ihr Nachfolger, der hatte es in sich...

Ich muss auch gestehen, dass ich damals ein Opfer meiner jugendlichen Naivität und meines Leichtsinns war... mir wurden Versprechungen gemacht, ich würde über die ZA fest in irgendeine Firma reinkommen, von daher gab ich mir überhaupt keine Mühe mich selbständig zu bewerben und vorwärts zu kommen. Tja, und Ende 2002 zeichnete sich dann eine Wirtschaftskrise ab. So änderte sich alles...

Es fing damit an, dass mein Chef plötzlich anfing, mir meinen Urlaub nicht zu genehmigen, wenn ich welchen beantragt hatte. Bei der ZA ist es - soweit ich weiß - grundsätzlich so üblich, dass die Urlaubsanträge ausgefüllt an die Firma geschickt und NIE vom Vorgesetzten unterschrieben werden. Sie genehmigen Urlaub grundsätzlich nur mündlich, und mein neuer Chef nahm es sich heraus, mir am Abend vor Urlaubsbeginn zu sagen, dass ich meinen Urlaub nicht bekomme. Manchmal fragte ich schon 3-4 Monate im Voraus, ob ich zu einem bestimmten Zeitpunkt Urlaub haben konnte, und er entschied sich trotzdem erst 1-2 Tage vorher. Ich konnte echt gar nichts mehr planen und war tierisch sauer, weil er in gemeinsamen Gesprächen nichts weiter tat als zu betonen, dass er der Chef war und ich mich gefälligst nach ihm zu richten hatte.

Die Aufträge im kaufmännischen Bereich wurden immer weniger, wenn es nichts gab, steckte mich der Chef in die Produktion... tat er nicht gerne, aber es war besser als arbeitslos zu sein. Allerdings hab´ ich mich geweigert in Schichten zu arbeiten. Ich war damals noch jung und hatte den Großteil meiner Freizeit verplant, am liebsten hätte ich nur Frühschicht gearbeitet, damit ich die Abende frei hatte für meine Freunde und Hobbies. Das führte zu Streitereien mit dem Chef. Manchmal schickte er mich freitags kurzfristig zu irgendwelchen Flyer-Verteil-Aktionen am Samstag, und ich war halt auch samstags oft schon verplant. Wenn ich samstags arbeiten sollte, erwartete ich rechtzeitig darüber informiert zu werden und nicht erst am Nachmittag vorher.

Auch andere Kollegen bekamen Probleme. Ein türkischer Mitarbeiter wollte im Sommer seine Verwandtschaft in der Heimat besuchen, bekam aber keinen Urlaub... es hieß sein Einsatz würde bis Ende September gehen, ab Oktober könne er verreisen. Der Mann hatte aber 2 schulpflichtige Kinder und wollte deshalb in den Sommerferien frei, genau wie eine russische Kollegin die ebenfalls Urlaub in der Heimat machen wollte.

Als ich das erste Mal nach einer Gehaltserhöhung fragte, bin ich ausgelacht (!!!) worden. Nach einigem Kampf konnte ich wenigstens durchsetzen, eine höhere Verpflegungspauschale zu bekommen. Dafür fingen die Leute an mit den Gehaltszetteln zu schlampen. Jeden Freitag habe ich meine Stundenzettel der ZA zugefaxt. Irgendwann war ihr Faxgerät defekt, aber statt mir das zu sagen und mich zu bitten ihnen die Zettel per Post zu schicken, schwiegen sie... und so ist es mir 2x passiert, dass ich nur ein halbes Gehalt aufs Konto bekam und den Rest erst im Folgemonat, nachdem ich protestiert hatte.

Nach 3 1/2 Jahren, von denen die letzten 10 Monate nur noch Kampf und Krampf waren, bekam ich die Kündigung. Begründung: Ich wurde 2x innerhalb des letzten Monats nach Hause geschickt. Zuerst musste ich in einer Fotofirma kommissionieren und kam am 2. Tag ca. 10 Minuten zu spät, weil sich mein Zug verspätet hatte. Da ich zuvor in den kaufmännischen Jobs immer flexible Arbeitszeiten gehabt hatte, war mir nicht bewusst dass in dieser Firma so viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt wurde. Ich wurde auf der Stelle ins Personalbüro zitiert, bekam dort einen ordentlichen Einlauf und wurde danach sofort heimgeschickt.
Wenige Tage später bekam ich eine weitere Chance, diesmal als Teamassistentin. Mein Probetag verlief sehr gut, und ich hatte schon die Zusage 2 Tage später dort anzufangen. Das tat ich dann auch, allerdings durfte ich nicht sehr lange bleiben. Der Chef, der am Probetag nicht im Haus war, fragte eine Kollegin wo ich denn wohnen würde. Als sie ihm sagte, dass ich täglich über 1,5 Stunden mit den Öffentlichen in eine Richtung fahren würde (hab´ ich schon öfters, hat mir nie was ausgemacht), zitierte er mich sofort zu sich ins Zimmer und erklärte mir, dass er mich doch nicht haben wolle. Er hatte schlechte Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht, die einen weiten Arbeitsweg hatten und nach kurzer Zeit die Lust am Job verloren. Dabei war ich wirklich sehr motiviert und hatte mich total drauf gefreut.

Der Chef von der ZA gab mir ganz allein die Schuld daran und kündigte mir. Einerseits hat mich das tierisch aufgeregt, andererseits war ich froh dort weg zu sein... die Schikanen haben meiner Gesundheit nicht gut getan. Ich wollte damals von ZA nichts mehr wissen, doch ein Jahr und mehr als 400 Bewerbungen später musste ich wieder bei so einer Firma anfangen, weil ich nichts anderes fand.

Diesmal lief es wesentlich positiver. Ich war erneut 3,5 Jahre bei einer ZA angestellt und hatte in dieser Zeit 3 verschiedene Vorgesetzte, mit denen ich mich blendend verstand. Mit dem Gehalt war alles in Ordnung, und auch sonst ist nichts passiert wo es Schwierigkeiten gab. Trotzdem war ich froh, als ich im April letzten Jahres endlich eine feste Stelle fand und kündigen konnte. Und diese Stelle hat mich mehr Nerven gekostet als die ganzen Probleme mit meinem damaligen Chef... auch feste Arbeitsplätze sind nicht immer das Gelbe vom Ei .
melissa1919 ist offline   Mit Zitat antworten
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