Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)


Grundsicherung SGB XII Rund um das Thema Grundsicherung, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter


:  3
Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 17.02.2017, 17:15   #1
Varenia
Elo-User/in
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 35
Varenia
Standard Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)

Hallo Ihr Lieben,

ich beziehe seit Oktober reine Grundsicherung (voll erwerbsgemindert wegen Psyche u.a.) beim Sozialamt.
Für Rente hatte ich keine Voraussetzungen.

In der Psychotherapie empfahl man mir, irgendwas (stundenweise) in der Woche zu machen, was mir Freude macht und mir wieder mehr Kraft und Lebenssinn gibt und mich von all den Krankheiten auch ablenkt. Ich würde es wirklich eine kleine Tätigkeit nennen für ein paar Stunden die Woche (mehr würde ich auch gar nicht schaffen).

Hierbei würde es sich um eine spirituelle kleine Tätigkeit handeln (medial) am Telefon oder Chat, wo ich den Menschen helfen kann und Freude daran hätte. Geld oder Spenden würden ich definitiv NICHT nehmen, weil dies nur Ärger gibt.

Ich hatte vor vielen Jahren mal diesbezüglich ein Gewerbe und 200 Euro oder so monatlich damit eingenommen (neben Hartz4). Das Jobcenter hat mich aber gezwungen, "weil es nichts bringt", das Gewerbe wieder abzumelden, was ich dann auch getan habe.

Ich kann mir einteilen, wann es es mache und brauche auch das Haus (wegen Panikattacken) auch nicht zu verlassen.
Ich habe eine Homepage (weil da drinsteht, was ich genau mache), wo KOSTENFREI steht.
Es geht mir null um das Geld, es geht darum, wieder an etwas Freude zu haben.
Könnte man so etwas auch EHRENAMT nennen? Hobby?

Ich weiß ja, daß ich absolut nichts haben darf bei Grundsicherung. Da würde alles angerechnet.

Ich habe nichts im Netz gefunden, was mir hier weitergeholfen hat.
Wenn ich meinem Sozialamt das erkläre und mal frage....weiß nicht....die denken gleich, ich mache Kohle damit (steht man gleich unter Verdacht).

Wie kann ich hier jetzt richtig und gefahrenfrei vorgehen?

Danke.

LG
Varenia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 19:19   #2
Doppeloma
Foren-Moderator/in
 
Registriert seit: 30.11.2009
Beiträge: 9.212
Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Cool AW: Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)

Hallo Varenia,

beziehe zwar selber keine Grusi aber bei einer EM-Rente muss man ja auch alle "offiziellen" Tätigkeiten (mit Lohn oder auch "Aufwandsentschädigung" für ein Ehrenamt) an die DRV melden ...

Zitat:
In der Psychotherapie empfahl man mir, irgendwas (stundenweise) in der Woche zu machen, was mir Freude macht und mir wieder mehr Kraft und Lebenssinn gibt und mich von all den Krankheiten auch ablenkt. Ich würde es wirklich eine kleine Tätigkeit nennen für ein paar Stunden die Woche (mehr würde ich auch gar nicht schaffen).
Bei einem Ehrenamt wäre ich mir gar nicht so sicher, ob das auch (komplett) angerechnet werden dürfte, aber wenn du was als Hobby und ohne Bezahlung machst kann dir das doch Niemand verbieten.

Zitat:
Hierbei würde es sich um eine spirituelle kleine Tätigkeit handeln (medial) am Telefon oder Chat, wo ich den Menschen helfen kann und Freude daran hätte. Geld oder Spenden würden ich definitiv NICHT nehmen, weil dies nur Ärger gibt.
Musst du ja auch nicht (Geld dafür nehmen), dann wäre es ja wieder irgendeine Art Gewerbe, ich weiß nicht ob man Spenden einfach so "einsammeln" darf für private "Gefälligkeiten", ich denke eher nicht.

Zitat:
Ich hatte vor vielen Jahren mal diesbezüglich ein Gewerbe und 200 Euro oder so monatlich damit eingenommen (neben Hartz4). Das Jobcenter hat mich aber gezwungen, "weil es nichts bringt", das Gewerbe wieder abzumelden, was ich dann auch getan habe.
Eine offizielle Gewerbe-Anmeldung solltest du auch besser unterlassen, da hast du gleich wieder Finanz-Amt und Co "an der Backe", zudem ist das auch beim Sozial-Amt zu melden, auch wenn es dir NIX einbringt wirst du immer wieder den Nachweis dafür erbringen müssen.

Zitat:
Ich kann mir einteilen, wann es es mache und brauche auch das Haus (wegen Panikattacken) auch nicht zu verlassen.
Ich habe eine Homepage (weil da drinsteht, was ich genau mache), wo KOSTENFREI steht.
Es geht mir null um das Geld, es geht darum, wieder an etwas Freude zu haben.
Wenn du schon eine eigene Homepage hast (da bist du weiter als ich, weiß gar nicht wie man so was macht ... ), dann nutze das doch als Plattform für deine Informations- / Hilfsangebote kostenfrei ...

Letztlich mache ich über die Internet Hilfe-Foren doch seit Jahren nichts Anderes, ich biete meine Erfahrungen an und was ich mir dazu angelesen habe, schreibe fast jede Nacht seit vielen Jahren meine Beiträge ... finanziell habe ich auch NIX davon, aber es gibt mir ein gutes Gefühl "noch gebraucht" zu werden außerhalb meiner 4 Wände.

Ich mach das wann ich will und schreibe wo ich will (und soviel ich will ) und wenn ich nicht möchte, lasse ich es einfach bleiben, es zwingt mich ja Niemand dazu ...

Am Telefon habe ich mal gearbeitet, das muss ich nicht mehr haben als Freizeitbeschäftigung, Geld bekomme ich auch nicht und die User bekommen dafür auch KEINE Garantien ... ich biete mein Wissen an und was jemand davon gebrauchen kann soll er gerne in Anspruch nehmen, aber IMMER "auf eigene Verantwortung" ...

Zitat:
Könnte man so etwas auch EHRENAMT nennen? Hobby?
Ehren-AMT ist was Offizielles, so darfst du das nicht bezeichnen aber als Hobby / Freizeitbeschäftigung auf deiner (privaten) Home-Page (unverbindlich) Lebenshilfe / Lebensberatung zu geben ist wahrscheinlich NICHT verboten, das sind keine "geschützen" Berufe oder Bezeichnungen ...

Das brauchst du auch beim Amt nicht melden, weil du ja keine Einnahmen damit erwirtschaftest, was du in deiner freien Zeit machst, damit du Freude an deinem Leben hast und Kontakte zu anderen Menschen pflegen kannst (auf welchen modernen Kommunikationswegen auch immer) das ist ganz alleine DEINE Privat-Angelegenheit.

So sehe ich das jedenfalls, vielleicht kommen ja noch andere Meinungen und Hinweise dazu ...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
Doppeloma ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 22:34   #3
Varenia
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 35
Varenia
Standard AW: Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)

Danke Doppeloma für Deinen Beitrag.

Ich hatte mal "Spenden" auf der Homepage stehen, da habe ich (selten) mal Lebensmittel, Briefmarken usw. bekommen. Ich habe das vor Jahren auch mal bei Nachbarn angeboten, da gab es dann mal (ebenfalls selten) ein 10 Euro-Schein. Die meisten nahmen ja das kostenlose gerne an - oder halt, wer was spenden wolltel, ok (war ja kein Muß).

Ich hatte hier 2015 extremes Mobbing im Mietshaus, wo man mir - wo man nur konnte - schaden wollte, weil man neidisch auf mich war, "da ich zuhause abhängen durfte" und die Nachbarn arbeiten mussten. Daß ich krank war (schon seit 2009) hat die nicht interessiert und sogar 3 x mit dem Krankenwagen wegen Herz ins Krankenhaus gekommen bin. Jedenfalls gab es da die Homepage und ich hatte damals Visitenkarten mal verteilt. Man wollte mich beim Amt melden, weil ich diese 10 Euro mal angenommen habe.

Daher sitzen diese Ängste schon tief, daß ich nicht wieder in so etwas reingerate.
Ich werde auf meiner Homepage KOSTENFREI schreiben und niemals mehr nur irgendwas mal annehmen, wo man mir hinterher vielleicht einen Strick daraus drehen könnte.

Ja, im Grunde ist es ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung, womit ich Menschen ab und zu helfen kann. Mehr nicht. Und auf der Homepage können sich halt die Leute informieren. Ich werde dies hauptsächlich über das Telefon oder Chat machen. In der Nachbarschaft werde ich das nicht mehr machen.

Aber da sieht man mal, wie schnell die Leute darauf kritisch schauen und einem schaden wollen (Neid/Hass) und sogar vor Anzeigen beim Amt nicht zurückschrecken.

Ok, ich bin voll erwerbsgemindert und da scheint es für jeden (Außenstehenden) sehr suspekt und widersprüchlich, wenn ich doch irgendwas "mache". Da geht schnell das Gerücht, die nimmt bestimmt was dafür.

Die Homepage macht mein Ex-Mann. Ich selbst kann es definitiv nicht. Diese Homepage existiert schon ca. seit 2004. Also solange sozusagen schon mein Hobby, doch krankheitsbedingt mußte ich immer sehr lange Pausen machen oder weil ich andere Probleme hatte.

Ich werde meinen Mut zusammennehmen und das einfach mal wieder machen. Nicht viel (vielleicht so 3-4 Stunden in der Woche oder so). Ich habe sogar als der Mobbing-Stress war, die Homepage erstmal vom Netz genommen vor lauter Angst.

Danke Dir!

LG
Varenia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2017, 11:25   #4
JuppSchmitz
Elo-User/in
 
Registriert seit: 26.08.2014
Ort: Thüringen
Beiträge: 158
JuppSchmitz
Standard AW: Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)

Hallo,

ich bin so ein ähnlich gelagerter "Fall", ich habe lange Zeit ein Kleingewerbe gehabt, nie groß was eingenommen, immer so plus/minus Null nach Einnahmen-Überschuß-Rechnung gehabt, und während dieser Zeit war ich offiziell arbeitssuchend, dh. HartzVier. Das war schon immer ein Krampf weil den SBs das nicht gefallen hat.
Bin dann krank geworden über die Jahre, das ist chronisch seit 2 Jahren, und habe 2 Jahre für meine Rente kämpfen müssen, habe diese volle Erwerbsminderungsrente auch nun unbefristet, plus Grundsicherung.

Dazu bin ich voriges Jahr umgezogen, und deshalb stellte sich dann die Frage, was tun mit dem Kleingewerbe, denn das war ja im alten Ort noch angemeldet, gut, das hab ich dann abgemeldet, und dann wollten die hier eine neue Gewerbeanmeldung haben.
Da erst hab ich mich informiert, richtig informiert, wo denn der Unterschied ist zwischen Gewerbe und Kunst und Hobby.

Gewerbe ist, wenn man was macht mit Gewinnerzielungsabsicht. Kunst ist wenn man hauptsächlich Künstler (Maler, Musiker, Schriftsteller, wasweißich) ist. Hobby ist, wenn man etwas ohne Gewinnerzielungsabsicht macht.

Jeder Shop im internet wird als Vertrieb, mit Gewinnerzielungsabsicht, angesehen, dh. es muß ein Gewerbe angemeldet werden. Auch wenn man nix einnimmt, bzw. sich Kosten/Unkosten die Waage halten, ist es ein Gewerbe. Rechtliche Grauzonen sind wohl amazon/ibääh, jedenfalls steht da in den Statuten nichts davon, daß man, wenn man eigenen Hausrat/bestand verkauft, was ja i.d.Regel nicht viel ist, dann ein Gewerbe anmelden müßte.

Hobby ist, wenn man etwas aus Spaß an der Freude macht, OHNE Gewinnerzielungsabsicht. Dh. ein Shop auf der homepage ist dann nicht gut. Preise anzugeben für Waren und Dienstleistungen, ist auch nicht gut. Weil offiziell will man ja nichts verdienen. Man macht das ja nur, weil es Freude macht.

Also am besten schreibt man das auch auf seine Webpräsenz/Homepage. Wie gesagt entscheidend ist: Keine Preise, keine Stundenlöhne, kein Shop, und nichts dergleichen. Dann ist es Hobby und muß nicht angemeldet werden beim Ordnungsamt/Finanzamt. Und auch nicht beim Sozialamt, denn man hat ja keine Einnahmen.

Gruß JuppSchmitz
JuppSchmitz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2017, 18:29   #5
Varenia
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 35
Varenia
Standard AW: Grundsicherung und Arbeit (ohne Lohn)

Danke sehr Jupp Schmitz für Deine wirklich interessante Antwort und Deine Erfahrungen.
Dein Weg war genauso schwer wie meiner (bis zu meiner Grundsicherung).
Ich habe damals nicht verstanden, warum das Mobcenter wollte, daß ich das Gewerbe abgebe.
Die haben mich erst total unter Druck gesetzt, daß irgendwie noch mehr ans Laufen zu bringen.
Habe dann noch Flyer gemacht und viel Werbung, mußte ich selbst bezahlen. Da die Einnahmen nur geringfügig dadurch zunahmen, wurde ich gezwungen, das Gewerbe abzumelden.

Bei Dir verstehe ich nicht, wenn Du das Gewerbe in der alten Stadt abmeldest, Du gezwungen wirst, es in der anderen Stadt wieder anzumelden (was hat das für einen Sinn)?

Danke auch wegen den Erklärungen der Unterschiede zwischen Gewerbe/Kunst/Hobby.

Wenn man einmal ein Gewerbe hatte und man bietet diese Tätigkeit jetzt als Hobby an, steht man schon im Verdacht der Schwarzarbeit.
Irgendwie wird man von den Ämtern (oder auch von den lieben Nachbarn, die einen nicht mögen) sofort verdächtigt, Gerüchte werden gestreut und die Ämter werden auch hellhörig. Denn viele Menschen sind leider nicht nett (um es sanft auszudrücken).

Ich habe die Homepage jetzt online und ich habe dort KOSTENFREI geschrieben.
Dennoch sitzen die Ängste - durch die schlechten Erfahrungen - tief und ganz so locker führt man jetzt das Hobby nicht aus. Auch weil man denkt, jemand von denen, denen ich dann geholfen habe, erzählt irgendwo Lügengeschichten, um mir eins reinzuwürgen etc.

Danke und ganz liebe Grüsse
Varenia
Varenia ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Lohn ohne Arbeit Public Enemy Archiv - News Diskussionen Tagespresse 0 28.08.2014 19:00
Arbeit ab 1.4 und Lohn erst am 15.5 und nun? jason83 Allgemeine Fragen 18 06.05.2014 12:25
Britische Behörden dürfen Erwerbslose zu Arbeit ohne Lohn zwingen Kaleika Archiv - News Diskussionen Tagespresse 18 22.08.2012 22:14
BMW: Halber Lohn für gleiche Arbeit Mario Nette Archiv - News Diskussionen Tagespresse 4 03.11.2011 12:57
[TV] Praktikanten: Volle Arbeit und kein Lohn Mario Nette Archiv - News Diskussionen Tagespresse 0 20.07.2008 13:39


Es ist jetzt 01:52 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland