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...Grundeinkommen Alles zum Grundeinkommen


Umfrageergebnis anzeigen: Sind Sie für ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Ja 113 79,58%
Nein 22 15,49%
bin unentschlossen 7 4,93%
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Antwort

 

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Alt 25.12.2010, 17:29   #151
Ziviler Ungehorsam
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Ziviler Ungehorsam
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Perestroika Beitrag anzeigen
Nach 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit hat es sich herumgesprochen, daß die "Arbeitgeber" nicht aus Bosheit, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzen. Es liegt in der Natur der Sache. Warum soll man sich ständig nach Spargel bücken, wenn dies eine Maschine viel besser kann. Hast du da vielleicht ein Antwort?
Roboter zum Spargel stechen :

Vor allem: Willst du dich bücken?
Treffender kann man es nicht darstellen.

Ich werde es nie verstehen, wie man sich freiwillig so viel Arbeit wie möglich machen kann und wem eine Arbeitsmentalität als Ersatzreligion nützt? Das scheint wahrlich ein Phänomen der westlichen Industrienationen zu sein, denn nirgendwo auf der Welt macht jemand mehr Arbeit als erforderlich, mit dem Unterschied, dass wir die technischen Voraussetzungen haben, unsere Arbeitskraft auf ein Notwendiges zu reduzieren - ohne dabei an Produktivität einzubüßen! Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass sich mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen die Produktivität wesentlich steigern ließe, weil sowohl "sinnlose" Arbeit als auch weniger effiziente Arbeitmethoden schlichtwegs nicht mehr stattfinden würde. Arbeit um des Arbeits Willen und dieser krampfhafte Beschäftigungzwang haben den wirtschaftlichen Ruin samt Überproduktion, bürokratische Steuergeld- und Ressourcenverschwendung doch erst eingeleitet, der alltägliche Wahnsinn hat System.
__



"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Bertold Brecht
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Alt 26.12.2010, 12:10   #152
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Jesaja
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Außer platten Sprüchen, topischen Unterstellungen und reinen Behauptungen habe ich hier bisher auch noch nichts gelesen, was wirklich produktiv und konstruktiv wäre. Ihr überlest auch sämtliche Kritikpunkte, die man am BGE erheben könnte.

Wie ist es denn jetzt mit der Auflösung der paritätischen Finanzierung durch ein BGE? Die würde durch das Auszahlen von einem Grundeinkommen an alle Menschen hinfällig!

Wer verrührt sich denn selbst mit den neoliberalen Befürwortern des BGE? Schliesslich wurde hier ja bereits Götz Werner lobend erwähnt, der ja schon ausgerechnet hat, wie das BGE finanziell funktionieren könnte. Eine Abgrenzung von neoliberalen Modellen und Akteuren findet hier gar nicht statt. Ich erwähnte bereits wie Georg Vobruba und Götz Werner an einem Strang ziehen, was ihr vermeintlich gemeinsames Ziel angeht.
Wie wollt ihr verhindern, dass ein BGE nicht neoliberal ausgestaltet wird ?
Wie erhält man eine parlamentarische Mehrheit für ein BGE, und wie wollte man verhinden, dass Lobbyisten und Interessenverbände Einfluss auf die Entscheidungsfindung eines hypothetischen Pro-BGE-Parlaments nehmen?
Wie will man innerhalb der jetzt existierenden Strukturen verhindern,
dass das BGE von Vermietern und Konzernen als Vorwand genutzt wird, um die Preise in die Höhe schießen zu lassen, womit das Nutzen eines BGE ins Leere laufen wird, und da ja Politik zu schwerfällig ist, um das schnell zu korrigieren?
Aber wenn im Zuge solcher Entwicklungen das BGE erhöht wird, hat man damit auch nur wieder der Wirtschaft gedient.
Ich habe es schon öfters erlebt, wie erstaunlicherweise die Kaltmieten erhöht werden, wenn die Kommune höhere Bemessungsgrenzen der Miete für ALGII-Empfänger beschließt. Darunter leiden dann auch Gering- und Durchschnittsverdiener, die keine Empfänger sind.

Wie will man verhindern, dass ein BGE nicht zur Lohnsubventionierung mißbraucht wird?
Wie will man Mindestlöhne für jeden Beruf und für jeden Job festlegen, wer entscheidet das ?
Man kann nur einen allgemeingültigen Mindestlohn für alle festlegen. Wenn man aber dann noch Mindestlöhne nach Beruf und Qualifikation festlegen will, dann steht man vor einem riesigen Entscheidungsproblem.

Wie soll der erwirtschaftete Lohn mit dem BGE verrechnet werden, wenn man gleichzeitig vom Arbeitgeber verlangen will, dass er einen existenzsichernden Lohn zahlt, aber das BGE bereits existenzsichernde Funktion hat?
Wie will man verhindern, dass Nettoempfänger und Bruttoverdiener nicht aufeinander neidisch sind?

Gegen all diese Einwände habe ich bisher nur das gehört:
- jeder, der sich gegen das BGE wendet ist blöd, verblendet und konservativ
- es gibt kein neoliberales BGE Modell bzw. wir haben mit denen ja gar nichts zu tun
- wir müssen irgendwie den Sozialismus einführen und nur die Leute dafür genügend motivieren

Und das soll reichen? Das sollen konkrete Ziele sein? Damit will man Leute hinter sich versammeln? Das sind doch nur Träumereien, die die Realität ignorieren.
Ich habe bereits geschrieben: wir müssen erstmal die richtigen Strukturen schaffen, dann können wir über ein BGE reden.
Wir müssen die Probleme lösen, die jetzt da sind; heutzutage ein BGE einführen zu wollen, ohne dass wir die Gesellschaft verändert hätten, ist brandgefährlich und im hohen Grade mißbrauchbar.
Man sollte sich aber auch nicht der Illusion hingeben, dass man Menschen und Gesellschaft so einfach überzeugen und so weitreichend verändern kann.

Es nützt auch nichts irgendwelchen messianischen Konzepten von vor 2,3 Jahrhunderten hinterherzurennen (auf die Ähnlichkeit von jüdisch-christlicher Eschatologie und sozialistischen Utopien hat bereits der Religionswissenschaftler Mircea Eliade hingewiesen), denn wir leben im hier und jetzt und wir brauchen Konzepte, die auf die Probleme von heute zugeschnitten sind, wir brauchen keine Passepartouts, die sich als Lösung für alles anbieten möchten.

Im Übrigen ein netter Trick: wenn keiner gegen das BGE diskutiert, würde das bedeuten, dass alle dafür sind, wenn jemand gegen das BGE diskutiert, dann folgt er einer Ersatzreligion, die sein einziger Lebensinhalt ist. Hm, diese vollkommene Unsachlichkeit habe ich bisher von allen BGE Befürwortern erlebt, inklusive diesem aufgeblasenen Ronald Blaschke, der auch nur was von "Alle die gegen mein BGE sind, sind bürgerlich-liberal" und "die Erwerbsarbeit muss abgeschafft werden(weiss aber nicht wie)" faselt.
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Weh denen, die unheilvolle Gesetze erlassen und unerträgliche Vorschriften machen, um die Schwachen vom Gericht fern zu halten, und den Armen meines Volkes ihr Recht zu rauben, um die Witwen auszubeuten und die Waisen auszuplündern. Jes 10,1-2
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Alt 26.12.2010, 12:23   #153
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Jesaja
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Von der Rationalisierung von Arbeit haben bisher nur Arbeitgeber profitiert, in dem sie Kräfte entlassen konnten. Den Nutzen der Rationalisierung könnte man aber auch durch eine Arbeitszeitverkürzung den Arbeitnehmern zukommen lassen. Die Realität gestaltet sich in zunehmendem Maße ja so, dass immer mehr Menschen immer mehr arbeiten müssen, während andere gar keine oder nur geringfügige Arbeit finden.
Wer die Massenerwerbslosigkeit als hinzunehmendes, nicht zu änderndes Phänomen hinnimmt, gesteht damit auch dem Arbeitgeber das alleinstehendes Recht auf die Vorteile der Rationalisierung ein.
Davon mal abgesehen, gibt es jede Menge Arbeit, die nur nicht bezahlt wird.
Es wird immer Arbeit geben, die gemacht werden muss.
Wie man aber angesichts der aktuellen Strukturen und einer weitgestreuten Ideologie, mal so schnell die Erwerbsarbeit abschaffen will, ist mir wirklich schleierhaft.
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Alt 26.12.2010, 13:59   #154
Alkib
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Alkib Alkib
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

und wenn dann die sozialabgaben keine lohn bestandteile mehr wären, müßte ja die deutsche exportwirtschaft enorm günstig anbieten können. das wäre das richtige, wenn dewr euro platzen sollte und die deutsche währung wieder für sich allein sehr aufgewertet würde. für deen fall hätte man also in der exportindustrie noch mehr befürworter.
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Alt 26.12.2010, 14:13   #155
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Jesaja
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem BGE die paritätische Finanzierung der Sozialsysteme, bzw. dessen Abschaffung befürchtet.

Dazu muss man aber eins wissen:

Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil sind Lohnbestandteile, die beide zuerst vom AG bezahlt werden. Der Arbeitnehmer bekommt seinen Anteil dann zwar vom Lohn abgezogen, aber bezahlt hat ihn der AG.

Der hat diese Abgaben übrigens schon in seine Preise eingerechnet. Und die zahlt der Kunde.

Also: der Kunde zahlt die Sozialabgaben des Arbeitnehmers!

Du erklärst hier etwas, was sich von selbst versteht.
Wenn der Arbeitgeber (der wird sich freuen) von der Last der Sozialabgaben befreit wäre, müsste er nach naiver Logik die Preise senken, wovon dann ja der Kunde wiederum profitieren würde.
Es ist aber fraglich, ob die Unternehmen, ihre Preise wirklich senken werden, vor allem, wenn sie sich darauf berufen können, dass die Menschen durch das BGE ja genug Geld zur Verfügung stehen hätten.

Vielleicht ist der AG aber auch ein gewiefter homo oeconomicus, und will sich über das Absenken des Preises einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Damit würde er aber andere Anbieter zwingen, ebenso im Preiskrieg mitzumachen.

Nun kommen wir mal wieder zum BGE: Dieses könnte eine Pauschale sein, die dann aber sozial ungerecht wäre, weil die Leute ja unterschiedliche Mietkosten usw. haben, und weil Preise ja steigen können.
Die zweite Option ist dann das bedarfsorientierte Modell, das sich an Hand realer Kosten und Preise bemisst. Man sieht also, dass ein bedarfsorientiertes BGE zwar gerechter ist, aber einen individuellen Kostennachweis erfordert.
Wenn es nun ein bedarfsorientiertes BGE gibt, und die Unternehmen sich eine Preisschlacht liefern, so dass es zu einer Deflation kommt, so müsste demzufolge auch das BGE abgesenkt werden. Damit verliert sich der Nutzen von Preissenkungen für den Kunden.
Auch ist dann die Finanzierung des BGE in Frage gestellt.
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Alt 26.12.2010, 14:21   #156
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Jesaja
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Wenn alle bisher üblichen Sozialabgaben in einen Topf fließen, fällt die Transparenz des Geldzwecks hinten runter. Dann sollen alle Belange, die bisher die unterschiedlichen Töpfe zu stemmen haben, aus einer Tasche genommen werden, und daran können sich alle möglichen Interessensgruppen bedienen.
Es ist zwar schon leider der Fall, dass Gelder oft zweckentfremdet werden, aber mit dem BGE würde man diesen Zustand zementieren, und jede Übersichtlichkeit zunichte machen.

Und wer will glauben, dass die Politik diese Gelder in Projekte steckt, die vor allem dem Gemeinwohl dienen?
Das BGE wird eben nur in einer perfekten Welt funktionieren, nicht in der, die wir haben.
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Alt 26.12.2010, 14:41   #157
arbeitslos in holland
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Ausrufezeichen AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat:
Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem BGE die paritätische Finanzierung der Sozialsysteme, bzw. dessen Abschaffung befürchtet.
im paralleluniversum ?
__

„De wereld is een hooiberg – elk plukt ervan, wat hij kan krijgen“ („Die Welt ist ein Heuhaufen, ein jeder pflückt davon, soviel er kann“

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Alt 26.12.2010, 15:41   #158
Reiner Zufall
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Das alles, Lohnsubventionierung, Flucht der AG aus der sozialen Verantwortung usw. findet auch bereits jetzt ohne BGE statt.
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Alt 26.12.2010, 15:57   #159
Lalal
 
Registriert seit: 01.10.2010
Beiträge: 443
Lalal
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Ich bin für das BGE - die Kritikpunkte sind nicht wegzureden aber ich bitte euch - alles ist besser als das Erziehungsinstrument Hartz IV und könnte - wollte- sollte .......................
Lalal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2010, 17:20   #160
Perestroika
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Beiträge: 187
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zur Hetze der einen gegen die anderen, bei der sich Jesaja schonmal einen Ehrenplatz in einer künftigen BGE-Gesellschaft sichert:

Zitat von Jesaja
Wie will man verhindern, dass Nettoempfänger und Bruttoverdiener nicht aufeinander neidisch sind?
Spiegel vom 27.11.1978 Jeder vierte ein Drückeberger?

Also von 1978 bis 2010, über 32 Jahre dieselbe Leier!

Der Unterschied ist allerdings der, daß man solches fiktive Gerede, auch ignorieren kann, bei einem BGE kann einem niemand was. Also wieder sinnlose Panikmache. Ich glaube auch nicht, daß es allzuviele solche Hetzer geben wird. Jesaja begeht hier nämlich den "Trick", daß er die heutigen "Erwerbslosen" (und andere ohne Einkünfte, z.B. Studenten) mit späteren vermeintlichen "Nettoempfängern" gleichsetzt und beide für eine eigene Menschenklasse ausgibt, für Menschen, die als Erwerbslose/Nettobezieher geboren werden und als solche dann sterben.

Wenn man in Statistiken jedes Jahr liest, daß es 2 Mio Dreijährige gibt, bedeutet das nicht, daß wir 2 Mio Dreijährige haben, die als Dreijährige auf die Welt kommen und nach 70 oder 80 Jahren sich als Dreijährige wieder verabschieden.

Diese Zukunftshetze angeblicher Bruttoverdiener gegen Nettobezieher (als feste "Klasse") finden wir schon 2008 in dem SPD-Pamphlet "Geld allein genügt nicht". Diese Schrift wurde zwar irgendwann "offiziell" aus dem Verkehr gezogen. Sie liegt aber noch bei so manchem Genossen und mancher Genossin auf dem Nachtschränkchen. Bei bge-Alpträumen können sie schnell mal nachschauen. Die Schrift ist immer noch aktuell. Man findet sie u.a.:
http://www.archiv-grundeinkommen.de/...deinkommen.pdf

Dort geht es durchwegs um Nettozahler und Nettobezieher. In dieser Schrift wird übrigens auch bewiesen, daß "Arme" mit Geld nicht umgehen können:

Zitat:
Um ein sozialstaatlich garantiertes Grundeinkommen erstens im eigenen selbstbestimmten Interesse und zweitens zum Zweck der gesellschaftlichen Zugehörigkeit nutzen zu können, sind Qualifikationen und Eigenschaften notwendig, über die nicht alle Netto-Bezieher und nicht alle sozialen Milieus gleichermaßen verfügen und gerade in deren Kreisen häufig nicht beheimatet wurden.
Nun, wie sieht es heute nach über 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit aus? Von etwa 82 Mio Bundesbürgern sind derzeit 39-40 Mio erwerbstätig. Im Jahre 2006 lebten jedoch nur cirka 34 Mio Bürger „überwiegend“ von Erwerbsarbeit:

Zitat:
Überwiegender Lebensunterhalt im Jahre 2006 in 1000

82.369 Bevölkerung
33.848 leben "überwiegend" von Erwerbsarbeit
4.633 Arbeitslosengeld I/II
20.437 Rente und sonstige *)
23.450 Angehörige

*) Rente, Pension; eigenes Vermögen, Vermietung, Zinsen, Altenteil; Sozialhilfe/-geld, Grundsicherung (einschlAsylbewerberleistungen); Leistungen aus einer Pflegeversicherung; sonstige Unterstützungen (zBBAföG).
(Quelle: Stat. Jahrbuch 2008 * Seite 85)
Wir sehen also, daß nicht mal die Erwerbstätigen selbst ausschließlich von Erwerbstätigkeit leben, ganz zu Schweigen von der Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 48 Mio Menschen, die in chaotischer Weise von irgendwas oder von irgendwem abhängen.

Man muß hier natürlich den Werdegang eines Bürgers im Auge haben. Man durchläuft im Laufe seines Daseins verschiedene Etappen (befruchtete Eizelle, Baby, Kind, Jugendlicher/Schüler, Auszubildender, Erwerbstätiger, Rentner; dazu Krankheit, Midlife Crisis, Liebeskummer, Kur, Wechseljahre, Umschulung, Berufswechsel usw). Und auch heute sind viele Erwerbslose nur kurzfristig erwerbslos. Summasummarum, das mit den Nettobeziehern (Schmarotzern) und spendablen Bruttoverdienern (z.B. Volksvertreter, Manager, Richter, Bullen, Deka-Fritzen usw) ist Panikmache reinsten Wassers.

muß aber den 2. Weihnachtstag nicht verderben
Perestroika
Perestroika ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2010, 09:49   #161
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Jesaja
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

@Perestroika Außer irgendwelchen Verleumdungen und Strohmann-Argumenten gegen meine Person kommen von dir leider keine Argumente mehr. Beantworte mal die Fragen, die ich hier in den Raum gestellt habe, und zwar unter Berücksichtigung der Realität, d.h. der Machtstrukturen, in der wir momentan leben, und der Weise wie Menschen pychologisch und mental gepolt sind.

Dein BGE funktionert nur dann, wenn sich die Menschen innerlich komplett transformieren würden, und wenn sich die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Bedingungen erheblich verändern würden.
In den "kapitalistischen" Strukturen, wie wir sie momentan vorfinden, müsste ein BGE durch strenge Kontrollmechanismen und durch strenge Gesetze vor dem Mißbrauch als Lohnsubventionierungsprogramm, Lohndumpingprogramm und als Befreiungsstrategie der Reichen aus dem Steuer- und Sozialsystem geschützt werden.
Es ist schlichtweg in unseren rechtlichen Verhältnissen nicht möglich, den Staat per Gesetz das Existenzminimum für alle Menschen übernehmen zu lassen, und dann den Arbeitgeber per Gesetz dazu verpflichten zu wollen, einen Lohn zu zahlen, der existenzsichernd ist.
Und auf die Vorstellung, dass wir in einer fernen Zukunft, irgendwann mal eine so tolle Gesellschaft haben, dass wir keine Erwerbsarbeit mehr brauchen, und in der wir alle fair miteinander umgehen, und es keine Interessenskonflikte mehr gibt... auf die will ich nicht warten.
Ich will gut als Mensch gut behandelt werden, ich will satt werden, ich will ein Dach über den Kopf haben, ich will akzeptiert werden, ich will an der Gemeinschaft teilnehmen, und ich will, in einer Gesellschaft leben, die solidarisch ist und sich einander hilft: Das muss der Konsens sein, der Menschen miteinander verbindet, und für den sie zusammen kämpfen wollen.... nicht ein fixes Konzept, das nur vorgibt, diesen Zustand schaffen zu wollen, aber mißbrauchbar ist und nur in einer Utopie funktionieren würden.

Wer hier davon spricht, wie toll es doch wäre, die Exportwirtschaft hinter sich zu haben, wer von "Bürokratieabbau" redet, und wie wir doch alle davon profitieren würden, wenn wir das paritätische Finanzierungskonzept einreissen würden, merkt nicht, wie er selbst schon Opfer von neoliberalen Rattenfängern geworden ist. Glaubt Ihr ernsthaft, dass in den BGE Foren keine rechtskonservativen Vertreter unterwegs sind, die ihre Argumente mit in den Topf schmeissen? Eine Abgrenzung zu den neoliberalen BGE Modellen findet nicht statt, stattdessen verbrüdert man sich mit den Neoliberalen, weil man ja angeblich das gleiche Ziel hat.
Solange keine klare Abgrenzung zu den Neoliberalen stattfindet, und solange die unten genannten Punkte nicht geklärt sind, kann ein BGE nur in die Hose gehen.
Und dann dürfen die Linken, die sich nicht von den einfachen Versprechungen eines BGE haben blenden lassen, zusehen, wie sie den verschrotten Sozialstaat wieder aufbauen dürfen.
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Alt 27.12.2010, 09:51   #162
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Jesaja
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Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Dass viele Menschen auf das Grundeinkommen anderer neidisch sein könnten, halte ich für unwahrscheinlich.

Weil es ja jeder bekommt!
Wenn andere arbeiten gehen, und ihr BGE wieder abgezogen bekommen, weil sie ja schon Geld verdienen, das - zumindest nach deiner Logik - existenzsichernd ist, dann werden sie auch auf die neidisch sein, die ein BGE bekommen, ohne etwas verrechnet zu bekommen.
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Alt 27.12.2010, 09:58   #163
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Jesaja
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Zitat von Reiner Zufall Beitrag anzeigen
Das alles, Lohnsubventionierung, Flucht der AG aus der sozialen Verantwortung usw. findet auch bereits jetzt ohne BGE statt.
Und deshalb müssen wir den Zustand dadurch zementieren, in dem wir ein BGE einführen? Ich verstehe nicht, wie man nicht einsehen kann, dass ein BGE dann erst recht dem Neoliberalismus in die Hände spielt.
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Alt 27.12.2010, 10:44   #164
arbeitslos in holland
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Zitat:
wenn wir das paritätische Finanzierungskonzept einreissen würden
................dann müßten wir es vorher erst mal aufbauen !

du kapierst doch nicht mal das heutige(feudal)system !
die paritätische finanzierung wäre die lösung ohne sozialismus, ohne bge, wohlstand für alle zu generieren !
das will man aber nicht !
und freiwillig wird sich daran nichts ändern.
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Alt 27.12.2010, 12:14   #165
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Zitat von arbeitslos in holland Beitrag anzeigen
................dann müßten wir es vorher erst mal aufbauen !

du kapierst doch nicht mal das heutige(feudal)system !
die paritätische finanzierung wäre die lösung ohne sozialismus, ohne bge, wohlstand für alle zu generieren !
das will man aber nicht !
und freiwillig wird sich daran nichts ändern.
Da Du anscheinend so viel mehr kapierst als ich, darfst du mich gerne erleuchten, und den richtigen Weg, den du gefunden hast, mal vorstellen!
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Alt 27.12.2010, 12:42   #166
Ziviler Ungehorsam
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Zitat von Jesaja Beitrag anzeigen
Solange keine klare Abgrenzung zu den Neoliberalen stattfindet, und solange die unten genannten Punkte nicht geklärt sind, kann ein BGE nur in die Hose gehen. Und dann dürfen die Linken, die sich nicht von den einfachen Versprechungen eines BGE haben blenden lassen, zusehen, wie sie den verschrotten Sozialstaat wieder aufbauen dürfen.
Es fällt mir ungemein schwer, zu Deinem Standort Stellung zu beziehen, solange wir nicht die selbe Ausgangslage eines BGE vor Augen habe. Denn eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein, dass ein linkes BGE nur unter einer linken Regierung mit eben solchen gesellschaftlichen Rahmenbedingugen in Kraft treten könnte und würde.

Zitat:
Eine Abgrenzung zu den neoliberalen BGE Modellen findet nicht statt
Sehr wohl:

http://www.die-linke-grundeinkommen....Endfassung.pdf

Ich würde mich freuen, wenn Du Dir dieses Dokument durchlesen würdest, und Deine Kritik darauf anweden würdest, vielleicht findest Du noch Sachverhalte, die ungeklärt oder verbesserungswürdig wären. Es sagt zudem niemand, das BGE wäre perfekt. Zum anderen würde mich nach wie vor interessieren, welche Alternative zum BGE Du bevorzugen würdest, und wie Du die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik stattdessen gestalten würdest. Bedenke aber auch, dass z.B. Arbeitszeitverkürzung und viele andere Ideen ein BGE nicht ausschließen, erst in Kombination mit vielen gesellschaftrevolutionären Ideen würde es meines Erachtens erst richtig attraktiv und im Sinne der Sache wirksam. Mit einem BGE alleine wäre in der Tat nicht viel gewonnen, die Rahmenbedingugen müssen stimmen.
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Alt 27.12.2010, 13:01   #167
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Befürworter des BGE sind unter anderem die FDP (Bürgergeld) der ehemalige Ministerpräsident Althaus oder der Wirtschaftlobbyist Straubhaar.
Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Sie alle wollen, wie auch Götz Werner, die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, indem ihre Gewinne weiter gesichert sind, aber die Verbraucher den Schei... bezahlen sollen.
Das Bürgergeld der FDP ("Liberales Bürgergeld") hat mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) recht wenig zu tun, da es an Bedingungen geknüpft ist und der, der eine Arbeit ablehnt, sanktioniert werden soll.

Das Bürgergeld nach Althaus ("Solidarisches Bürgergeld") ist im Prinzip ein BGE, da es an jeden Bürger bedingungslos ausgezahlt werden soll, jedoch in einer Höhe (600 € netto), von der kaum jemand wirklich ohne zusätzliche Erwerbsarbeit leben kann; also verfehlt es die Idee des BGEs.

Denn die Idee ist, dass jeder Bürger, unabhängig davon, ob/ was er arbeitet und wieviel er hat, ein Grundeinkommen vom Staat garantiert bekommt, in einer Höhe, die ihm ermöglicht, auch auf Erwerbsarbeit verzichten zu können, um frei von Existenzängsten und Zwängen selbst entscheiden zu können, welchen Weg er geht ("Was möchte ich arbeiten?", "Wo möchte ich arbeiten?", "Möchte ich Teilzeit oder Vollzeit arbeiten?", "Möchte ich einer Erwerbsarbeit nachgehen oder ehrenamtlich tätgig sein, oder beides", "Möchte ich mich selbständig machen?", „Möchte ich noch mal studieren“, „Möchte ich mir mal eine Auszeit nehmen“ usw.).

Manche Menschen haben Schwierigkeiten bei dem Gedanken, dass jeder Bürger ein BGE bekommen soll, da es ihrer Meinung ungerecht sei, wenn z. B. der Millionär ein BGE bezieht oder der von der Bild-Zeitung und den Privat-TV-Sendern so gerne instrumentalisierte „Sozialschmarotzer“, der jede Arbeit ablehnt.
Der Punkt aber ist, dass das BGE eben keine Weiterentwicklung einer bedarfsorientierten Sozialleistung sein soll, sondern dass es als wirtschaftliches Bürgerrecht zu verstehen ist - man bekommt ein BGE, weil man ein Mensch ist; nicht weil man irgend etwas leistet.
Einfach gesagt – so wie jeder Mensch das bedingungslose Recht auf Leben hat, hat er dann auch das bedingungslose Recht auf ein Einkommen.
M. E. würde es erst durch und nur durch das BGE einen wirklichen ArbeitMARKT geben. Denn Markt bedeutet Angebot und Nachfrage. Heute jedoch ist es so, dass die Arbeitgeber den Arbeitsmarkt bestimmen und immer mehr Menschen gezwungen sind, mehr oder weniger jede Arbeit anzunehmen.
Ein BGE würde ermöglichen, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich auf gleicher Augenhöhe begegnen.

Götz Werner vorzuwerfen, er wolle die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, trifft m. E. nicht zu.
Wenn es ein BGE gäbe, wären die Unternehmen gezwungen, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Ansonsten würde niemand mehr bei ihnen einsteigen.
Sicherlich würden auch Unternehmen von einem BGE profitieren, da die Lohnkosten sinken würden.
Aber der Punkt ist, dass beide Seiten (Arbeitnehmer u. Arbeitgeber) von einem BGE profitieren würden.
Die Befürchtung, ein BGE würde zu einer neuen Form von Lohndumping führen, ist m. E. unbegründet. Aus heutiger Sicht ist die Befürchtung zwar nachvollziehbar, aber nicht wenn wir ein BGE hätten – das wären völlig andere Verhältnisse:
Zwar würde auf der einen Seite der Lohn durch ein BGE sinken, auf der anderen Seite könnten aber die Arbeitnehmer auf gleicher Augenhöhe mit dem Arbeitgeber den Lohn aushandeln; im Gegensatz zu heute. Heute ist man gerne mal bereit, eine schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen („Hauptsache Arbeit“ oder „besser, als sanktioniert zu werden“).
Mit einem BGE wären diese unsäglichen Verhältnisse Schnee von gestern.

LG
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Alt 27.12.2010, 13:18   #168
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Ziviler Ungehorsam
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Interessant ist auch das neue Althaus-Modell:

400,- € für jede, auch für Kinder
+ 200,- € für die Krankenversicherung
+ Miete bei Bedarf
Das ist aber nichts anders als HartzIV minus den Sanktionsparagraphen?
__



"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Bertold Brecht
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Alt 27.12.2010, 13:19   #169
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Jesaja Beitrag anzeigen
Da Du anscheinend so viel mehr kapierst als ich, darfst du mich gerne erleuchten, und den richtigen Weg, den du gefunden hast, mal vorstellen!
gerne

zunächst mal die heutige situation(holzschnittartig)

die meisten bezahlen lohnsteuer, die direkt abgezogen wird. daneben noch überbordernde sozialabgaben. darunter
- soli
- kk
- rv
- pv
(den rest weiss ich nicht, will ich auch nicht wissen)

selbständige bezahlen keine sozialabgaben, sondern nur steuern.
die steuern wiederum können beliebig gesenkt werden(abhängig vom steuerberater und den unlauteren absichten des steuerhinterziehers)
dh. ein großteil beteiligt sich am system mit 0

ein paritätisches system würde heissen:

alle einkünfte werden gleichberechtigt mit den gleichen steuern und abgaben belastet !

dh

-mieteinkünfte
-einkünfte aus spekulationen
-dividenden

alles was eingenommen wird, wird zur finanzierung des staates herangezogen. gut, dann gibt es eben arbeitslose steuerberater, die uns dann mit volksmusik unterhalten/nerven
und jetzt zeige mir die partei, die das im wahlprogramm hat !

unsere millionarios(vettel, schumacher+schumacher)könnten ihre pässe gleich direkt abgeben ! wer hier keine steuern zahlt, verliert seine staatsbürgerschaft(amerika lässt grüssen)
__

„De wereld is een hooiberg – elk plukt ervan, wat hij kan krijgen“ („Die Welt ist ein Heuhaufen, ein jeder pflückt davon, soviel er kann“

Hieronymus Bosch 1450-1516
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Alt 27.12.2010, 13:25   #170
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Interessant ist auch das neue Althaus-Modell:

400,- € für jede, auch für Kinder
+ 200,- € für die Krankenversicherung
+ Miete bei Bedarf
Ich hielt ja schon die 800€ (inkl. 200€ Gesundheitspauschaule); also 600€ für einen Witz.
Jetzt ist es sogar noch weniger, was von Althaus vorgschlagen wird.

@ Ziviler Ungehorsam

Vielleicht sind die Befürworter des Althaus-Modells einfach Zyniker - sie denken sich, man könne dann auf Sanktionen verzichten, weil dann bei der Höhe des Solid. Bürgergeldes sowieso jeder gezwungen wäre, zu arbeiten.
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Alt 27.12.2010, 13:41   #171
Feind=Bild
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

@FMD82:
Nett erläutert, klingt gut. Aaaber zwei Dinge könntest Du mir bitte noch erklären.
1. Wie soll das alles finanziert werden? Hab schon irgendwo gelesen, daß alles über die erhöhte Mehrwertsteuer gegenfinanziert würde. Wenn man davon ausginge, es gäbe ein bGE nur innerhalb der deutschen Grenzen, dann würde auf einem recht breiten Grenzstreifen zu den Nachbarstaaten hin kein Friseur und keine Tanke mehr existieren können, weil alle über die Grenze fahren würden, wo der Haarschnitt oder der Liter Sprit dann eben nicht mit 50% Mwst. sondern nur mit 15% besteuert und dementsprechend billiger wäre. Das wird wohl so nicht funktionieren?!
2. Was ist mit denen, die meinen, sie müssten ihr bGE schon in der ersten Woche des Monats auf den Kopp hauen, für Alk, Drogen, beim Spiel, für sonstwas... Sitzen die dann drei Wochen in der Fußgängerzone und betteln, bis es wieder bGE gibt? Oder muss für solche Fälle dann doch noch ein soziales Netz aufrecht erhalten werden?
__

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Alt 27.12.2010, 13:59   #172
lupe
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lupe lupe
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Finanziert wird das doch bislang auch (H4). Halt nur mit Bedingungen gepaart. Schafft man die Bedingen wie Sanktionsmöglichkeiten, Meldepflichten, etc, etc, ab, hätten wir ein BGE!

Tja, wer geht dann noch arbeiten? Doch sicher wohl der, der mehr verdient, als das BGE hergibt.
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Alt 27.12.2010, 14:00   #173
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Bisher war Althaus 800,- € incl. Ausreichend ist es sicher auch nicht um am kulturellen Leben teilhaben zu können, aber besser als H4 ist es allemal!


Bezogen darauf, dass es keine Sanktionen mehr geben soll, mag es besser als Hartz IV erscheinen, aber was die Höhe betrifft, da täuschst du dich.

Ich bekomme z. Zt. als allein stehende Person 934,92 € Hartz IV im Monat
(also Regelleistung + Mietkosten + Heizkosten + KV + RV + PV).

Zieh mal von 800 € (nach dem alten Althaus-Konzept) 200€ und dann noch die Kosten für Miete, Nebenkosten und Strom ab.
Da hat ein allein stehender Erwerbsloser weniger übrig, als heute mit Hartz IV.

Beispiel Althaus-Modell, allein stehende erwerbslose Person:

800€
- 200€ Gesundheitspauschale
- ca. 350 € Miete u. NK
- ca. 35 € Stromkosten
________________________________
= ca. 215 € pro Monat zum Leben


Bei Hartz IV ca. 324 € pro Monat zum Leben
(Also 359 € Regelleistung – ca. 35 € Stromkosten)
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Alt 27.12.2010, 14:17   #174
Priscilla->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
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Priscilla
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Also ich gebe mir selbst derzeit 500 Euro pro Monat. Davon bezahle ich das Essen von mir und meinem Sohn und Sachen für den täglichen Gebrauch. Mein 18 jähriger Sohn erhält sein Kindergeld in Höhe von 184 Euro und muß sich davon auch alles kaufen (Schulessen, weggehen, Sport), größere Sachen wie Urlaub, besondere Anschaffungen bezahle ich oder bezuschusse sie)

in den o.g. Zahlungen sind nicht enthalten:
Versicherungen (auch KV), Miete, Strom, Pferd (alle Kosten), Auto (alle Kosten), Beiträge und Zahnarzt- und Arztkosten, sonstige Ausgaben für Sohn.

Ich denke, dass Blöde ist ja, man kann gut mit den 500 Euro auskommen, wenn man nur den laufenden Betrieb bezahlen muß. Alles andere wird dann schon wieder schwierig.
Priscilla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2010, 14:17   #175
lupe
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Ja, wieder ein Konzept, dass nie kommen wird...
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