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...Grundeinkommen Alles zum Grundeinkommen


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Alt 27.05.2013, 09:54   #276
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

26.05.2013 | prosieben.de:

Diskussion über BGE

Siehe: Diskussion: Bedingungsloses Grundeinkommen - Absolute Mehrheit Staffel 1 - Video

Mitschnitt aus der TV-Sendung "Absolute Mehrheit" mit Stefan Raab.

LG
 
Alt 30.05.2013, 08:54   #277
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FerAlNo
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Die neue soziale Idee des 21. Jahrhunderts

29. Mai 2013 von Ringo Jünigk – Sprecher der LAG Grundeinkommen Brandenburg
Ist das Bedingungslose Grundeinkommen eine Gefahr für den Kapitalismus?
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht im Artikel 1 des Grundgesetzes. Gilt das für jeden Menschen? Oder machen wir doch Unterschiede? Und zwar zwischen denen, die ein Einkommen beziehen, und denen, die
vom staatlichen Transfergeld ihr Menschsein bestreiten? Wenn wir ehrlich sind, steht und fällt doch alles mit der Erwerbsarbeit: unsere Würde, unsere gesellschaftliche Teilhabe und unter Umständen sogar unsere Existenz. Wenn die Würde des Menschen doch aber unantastbar ist, wie kann dann unser Leben vom Besitz eines Arbeitsplatzes abhängig sein? Produziert diese Gesellschaft zur Befriedigung der Grundbedürfnisse aller nicht mehr als genug? Muss da tatsächlich noch die Grundbedürftigkeit eines Menschen geprüft werden?
Sind wir den Prinzipien des Kapitalismus auf den Leim gegangen, indem wir – wie vor 150 Jahren – das Recht auf (Erwerbs-)Arbeit fordern und dabei außer Acht lassen, dass, erstens, das Kapital immer weniger Menschen benötigt, um Werte zu schöpfen und Profite zu generieren, und dass, zweitens, neben der Ausbeutung der irdischen Ressourcen die Ausbeutung der Erwerbstätigen die Grundlage des Kapitalismus ist? Gilt für uns LINKE nach der Devise „Arbeit für alle“ auch die Erwerbsarbeit z. B. in Atomkraftwerken, in der Rüstungsindustrie, als
Pharma-Vertreter oder im Investmentbanking als nützliche und notwendige Arbeit? Bedeutet „Vollbeschäftigung“
nicht eigentlich, dass die Gesellschaft voll damit beschäftigt ist, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, die notwendige Reproduktionsarbeit zu unterstützen und wichtige ehrenamtliche Tätigkeiten angemessen zu honorieren? Sind gesunde Nahrung, langlebige Kleidung und Güter des täglichen Bedarfs, warmer Wohnraum und bezahlbarer Strom, ein erstklassiges Bildungs- und Gesundheitswesen, uneingeschränkte Mobilität durch den ÖPNV sowie die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und an kulturellen Angeboten teilhaben zu können, nicht der Grundstein für eine gesunde Gesellschaft? Wo wollen wir (noch) hin? Sollte statt Mitlaufen im Wachstums-Hamsterrad nicht Entschleunigung unser Ziel sein?
Ein Konzept, das die aufgeworfenen Fragen löst, gibt es bereits: das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Im Folgenden sollen einige Effekte des BGE vorgestellt werden und zum Weiterdenken animieren: Mit dem BGE wird die Spaltung der Gesellschaft in Erwerbseinkommens- und Transferleistungsbeziehende aufgehoben. Die Errungenschaften der Gesellschaft, auch und vor allem durch den technologischen Fortschritt, kommen umverteilt und bedingungslos allen zu Gute. Ehrenamtliche Arbeit, Familienarbeit usw. sind materiell abgesichert und damit gesellschaftlich anerkannt. Durch Erwerbsarbeit lässt sich ein zusätzliches Einkommen hinzuverdienen. Der Effekt: eine Belebung des Erwerbsarbeitsmarktes durch individuelle Verkürzung der eigenen Erwerbsarbeitszeit. Mit dem existenzsichernden Grundsockel ist jede Form der Armut abgeschafft. Wer Erwerbsarbeit leistet, zahlt paritätisch weiter in die gesetzlichen Sozialversicherungskassen (KV, RV, PV, UV) ein,
um im Versicherungsfall – über die Grundversorgung hinaus – einen zusätzlichen Anteil zu erhalten. Insgesamt ist die Verhandlungsmacht für Gewerkschaften gestärkt! Beschäftigte sind weniger erpressbar und können sich ohne Angst vor Entlassung in ihren Betrieben engagieren, eine berufliche Neuorientierung eingeschlossen.
Arbeitgeber/-innen sind nun Arbeitnehmer/-innen, die bestrebt sind, ihre Arbeitsangebote attraktiv zu gestalten, wie z. B. durch Mitbestimmung, Betriebs- Kitas, Vergütung von Überstunden oder Gewinnbeteiligung
(13. Gehalt). Das BGE ist ein Beitrag zur wirtschaftlichen Gleichstellung und Unabhängigkeit von Mann und Frau. Finanziell grundabgesichert lässt sich eher eine Familie gründen und mit Beruf und Karriere vereinbaren. Rentnerinnen und Rentner partizipieren gleichermaßen. Durch das BGE wird insbesondere der regionale Binnenmarkt gestärkt und es entstehen Anreize zur Gründung einer eigenen wirtschaftlichen Existenz mit neuen Erwerbsarbeitsplätzen. Das BGE ist eine Demokratiepauschale. Es ermöglicht die Teilnahme an Veränderungsprozessen in der jeweiligen Kommune, indem jedem Menschen die grundlegenden Mittel für ein Leben in Würde und seine persönliche Entfaltung in der Gesellschaft von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.
Und ja, das BGE ist unserer Meinung nach die einzige neue soziale Idee des 21. Jahrhunderts, die Armut für immer beseitigt und durch die Aufhebung des Zwangs zur Erwerbsarbeit den Kapitalismus ins Wanken bringen kann.
Für Fragen, Anregungen oder zur Mitarbeit in unserer Landesarbeitsgemeinschaft stehe ich bedingungslos zur Verfügung. Unser Konzept (Broschüre BAG), inklusive unserer Vorschläge zur Finanzierung, sind abrufbar auf:
www.dielinke-grundeinkommen.de
Quelle/Gesamter Text: www.scharf-links.de
FerAlNo ist offline  
Alt 30.05.2013, 12:47   #278
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Kaydo
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von FerAlNo Beitrag anzeigen
Die neue soziale Idee des 21. Jahrhunderts

29. Mai 2013 von Ringo Jünigk – Sprecher der LAG Grundeinkommen Brandenburg
Ist das Bedingungslose Grundeinkommen eine Gefahr für den Kapitalismus?
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht im Artikel 1 des Grundgesetzes. Gilt das für jeden Menschen? Oder machen wir doch Unterschiede? Und zwar zwischen denen, die ein Einkommen beziehen, und denen, die
vom staatlichen Transfergeld ihr Menschsein bestreiten? Wenn wir ehrlich sind, steht und fällt doch alles mit der Erwerbsarbeit: unsere Würde, unsere gesellschaftliche Teilhabe und unter Umständen sogar unsere Existenz. Wenn die Würde des Menschen doch aber unantastbar ist, wie kann dann unser Leben vom Besitz eines Arbeitsplatzes abhängig sein? Produziert diese Gesellschaft zur Befriedigung der Grundbedürfnisse aller nicht mehr als genug? Muss da tatsächlich noch die Grundbedürftigkeit eines Menschen geprüft werden?
Sind wir den Prinzipien des Kapitalismus auf den Leim gegangen, indem wir – wie vor 150 Jahren – das Recht auf (Erwerbs-)Arbeit fordern und dabei außer Acht lassen, dass, erstens, das Kapital immer weniger Menschen benötigt, um Werte zu schöpfen und Profite zu generieren, und dass, zweitens, neben der Ausbeutung der irdischen Ressourcen die Ausbeutung der Erwerbstätigen die Grundlage des Kapitalismus ist? Gilt für uns LINKE nach der Devise „Arbeit für alle“ auch die Erwerbsarbeit z. B. in Atomkraftwerken, in der Rüstungsindustrie, als
Pharma-Vertreter oder im Investmentbanking als nützliche und notwendige Arbeit? Bedeutet „Vollbeschäftigung“
nicht eigentlich, dass die Gesellschaft voll damit beschäftigt ist, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, die notwendige Reproduktionsarbeit zu unterstützen und wichtige ehrenamtliche Tätigkeiten angemessen zu honorieren? Sind gesunde Nahrung, langlebige Kleidung und Güter des täglichen Bedarfs, warmer Wohnraum und bezahlbarer Strom, ein erstklassiges Bildungs- und Gesundheitswesen, uneingeschränkte Mobilität durch den ÖPNV sowie die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und an kulturellen Angeboten teilhaben zu können, nicht der Grundstein für eine gesunde Gesellschaft? Wo wollen wir (noch) hin? Sollte statt Mitlaufen im Wachstums-Hamsterrad nicht Entschleunigung unser Ziel sein?
Ein Konzept, das die aufgeworfenen Fragen löst, gibt es bereits: das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Im Folgenden sollen einige Effekte des BGE vorgestellt werden und zum Weiterdenken animieren: Mit dem BGE wird die Spaltung der Gesellschaft in Erwerbseinkommens- und Transferleistungsbeziehende aufgehoben. Die Errungenschaften der Gesellschaft, auch und vor allem durch den technologischen Fortschritt, kommen umverteilt und bedingungslos allen zu Gute. Ehrenamtliche Arbeit, Familienarbeit usw. sind materiell abgesichert und damit gesellschaftlich anerkannt. Durch Erwerbsarbeit lässt sich ein zusätzliches Einkommen hinzuverdienen. Der Effekt: eine Belebung des Erwerbsarbeitsmarktes durch individuelle Verkürzung der eigenen Erwerbsarbeitszeit. Mit dem existenzsichernden Grundsockel ist jede Form der Armut abgeschafft. Wer Erwerbsarbeit leistet, zahlt paritätisch weiter in die gesetzlichen Sozialversicherungskassen (KV, RV, PV, UV) ein,
um im Versicherungsfall – über die Grundversorgung hinaus – einen zusätzlichen Anteil zu erhalten. Insgesamt ist die Verhandlungsmacht für Gewerkschaften gestärkt! Beschäftigte sind weniger erpressbar und können sich ohne Angst vor Entlassung in ihren Betrieben engagieren, eine berufliche Neuorientierung eingeschlossen.
Arbeitgeber/-innen sind nun Arbeitnehmer/-innen, die bestrebt sind, ihre Arbeitsangebote attraktiv zu gestalten, wie z. B. durch Mitbestimmung, Betriebs- Kitas, Vergütung von Überstunden oder Gewinnbeteiligung
(13. Gehalt). Das BGE ist ein Beitrag zur wirtschaftlichen Gleichstellung und Unabhängigkeit von Mann und Frau. Finanziell grundabgesichert lässt sich eher eine Familie gründen und mit Beruf und Karriere vereinbaren. Rentnerinnen und Rentner partizipieren gleichermaßen. Durch das BGE wird insbesondere der regionale Binnenmarkt gestärkt und es entstehen Anreize zur Gründung einer eigenen wirtschaftlichen Existenz mit neuen Erwerbsarbeitsplätzen. Das BGE ist eine Demokratiepauschale. Es ermöglicht die Teilnahme an Veränderungsprozessen in der jeweiligen Kommune, indem jedem Menschen die grundlegenden Mittel für ein Leben in Würde und seine persönliche Entfaltung in der Gesellschaft von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.
Und ja, das BGE ist unserer Meinung nach die einzige neue soziale Idee des 21. Jahrhunderts, die Armut für immer beseitigt und durch die Aufhebung des Zwangs zur Erwerbsarbeit den Kapitalismus ins Wanken bringen kann.
Für Fragen, Anregungen oder zur Mitarbeit in unserer Landesarbeitsgemeinschaft stehe ich bedingungslos zur Verfügung. Unser Konzept (Broschüre BAG), inklusive unserer Vorschläge zur Finanzierung, sind abrufbar auf:
www.dielinke-grundeinkommen.de
Quelle/Gesamter Text: www.scharf-links.de

Mit dem BGE wird die Spaltung der Gesellschaft in Erwerbseinkommens- und Transferleistungsbeziehende aufgehoben. - Ehrenamtliche Arbeit, Familienarbeit usw. sind materiell abgesichert und damit gesellschaftlich anerkannt.

Nicht ganz. Da Hausfrauenarbeit, »Sorgearbeit«, wie sie genannt wird, mit einem bGE »entlohnt« wäre, würden Erwerbseinkommensbezieher »mehr« Einkommen haben, als reine bGE-Bezieher. Das »Frauendasein« wäre weiterhin schlechtergestellt. Das wird von Frauen kritisiert. Da muss man eventuell nachbessern, oder sich zumindest gedanklich mit beschäftigen. Aber wir sollten uns deshalb nicht aufhalten lassen, dass bGE einzuführen.

Bedingungslos für ihn, Hausfrauenlohn für sie? - dieStandard.at


Wer Erwerbsarbeit leistet, zahlt paritätisch weiter in die gesetzlichen Sozialversicherungskassen (KV, RV, PV, UV) ein,
um im Versicherungsfall – über die Grundversorgung hinaus – einen zusätzlichen Anteil zu erhalten.


Freiwillig! Es gibt keinen Grund für Versicherungen, wenn das bGE die Bereiche bereits abdeckt. Wer mehr will, zahlt freiwillig ein. Das ist klar.

Insgesamt ist die Verhandlungsmacht für Gewerkschaften gestärkt!

Echt? Oder wird das nur gesagt, um ein bisschen »links« zu sein, mit dieser Position. Denn das ist tatsächlich die Frage: Die Aussagen, die hier gemacht werden, sind wirklich klasse. 100%ig Grundeinkommen. Bloß was hat das jetzt noch mit den Linken zu tun. Wird vielleicht mit dem bGE die Idee vom Sozialismus hinfällig und die Partei kann sich auflösen?

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Kaydo
Kaydo ist offline  
Alt 30.05.2013, 13:23   #279
ThisIsTheEnd
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

In der Schweiz wurden 100.000 Unterschriften gesammelt:

Zitat:
Bald Schweizer Volksentscheid über bedingungsloses Grundeinkommen

Genf (AFP) In der Schweiz gibt es bald eine Volksabstimmung über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wie die Zeitung "Le Matin Dimanche" am Sonntag berichtete, haben die Initiatoren des Referendums die dafür erforderlichen 100.000 Unterschriften zusammen.
Schweiz: Bald Schweizer Volksentscheid über bedingungsloses Grundeinkommen | News | ZEIT ONLINE
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Alt 30.05.2013, 13:30   #280
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jimmy jimmy jimmy jimmy jimmy jimmy jimmy jimmy
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Kaydo Beitrag anzeigen
Nicht ganz. Da Hausfrauenarbeit, »Sorgearbeit«, wie sie genannt wird, mit einem bGE »entlohnt« wäre, würden Erwerbseinkommensbezieher »mehr« Einkommen haben, als reine bGE-Bezieher. Das »Frauendasein« wäre weiterhin schlechtergestellt. Das wird von Frauen kritisiert. Da muss man eventuell nachbessern, oder sich zumindest gedanklich mit beschäftigen. Aber wir sollten uns deshalb nicht aufhalten lassen, dass bGE einzuführen.
Das würde doch nur dann zutreffend sein, wenn eine Frau mit einem erwerbstätigen Mann zusammen lebt und die Hausarbeit alleine erledigt.
__

Zitat:
2.3 Sozialgericht Berlin, Beschluss vom 18.09.2013 - S 147 AS 20810/13 ER

Das derzeit geltende Sanktionsrecht nach den §§ 31 ff. SGB II verstößt nicht gegen das aus Art. 1 GG i. V. m. dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) hergeleitete menschenwürdige Existenzminimum (vgl. dazu BVerfG v. 09.02.2010 - 1 BvL 1/09).
jimmy ist offline  
Alt 30.05.2013, 16:07   #281
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Kaydo
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von jimmy Beitrag anzeigen
Das würde doch nur dann zutreffend sein, wenn eine Frau mit einem erwerbstätigen Mann zusammen lebt und die Hausarbeit alleine erledigt.
Da Deutsche ja kaum noch Kinder haben, ist es schwer, Beispiele zu finden. Ich muss zugeben, dass ich auch noch nicht ganz sicher bin, wie ich zu diesen Forderungen/Überlegungen stehen soll. Denn dieses klassische Hausfrauendasein gibt es doch kaum noch. Aber man kann das Thema mal allgemein anschauen.

Es ist richtig, nach der Zeugung wächst das Kind im Mutterleib, wird geboren, und jemand muss sich ausreichend kümmern, damit dieser neue Mensch gut aufwachsen kann. Ich weiß, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich zurückerinnern und sagen, meine Eltern, Vater, Mutter oder andere Bezugspersonen hätten sich ruhig ein bisschen mehr Zeit nehmen können, um sich um mich zu kümmern. - Jetzt ist die Frage, soll dieses »Kümmern« mit einem bGE abgegolten sein oder nicht? Praetorius oder auch Antje Schrupp sind der Meinung, dass sei nicht fair. Und sie meinen, dass auch in Zukunft überwiegend Frauen es sind, die sich »kümmern«.

Nach Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens wird es in erster Linie um »notwendige Arbeit« gehen, denn niemand wird wegen irgendeines Unfugs noch den Finger rühren. Und das ist auch gut so! Das heißt, man kann nicht in die Zigarettenfabrik getrieben werden, »weil man da ein Einkommen hat«, wenn man selbst der Meinung ist, man will die Qualmerei nicht unterstützen, und will dort auf keinen Fall arbeiten. Solche Freiheiten sind erst mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen möglich. - Aber bei der »notwendigen Arbeit« stellt sich schon die Frage, ob da nicht auch die »Sorgearbeit« im Haushalt dazugehört. Die ist genauso notwendig, wie die Herstellung von Brot, oder die Pflegearbeit in einem Altenheim. Insofern ist es schon seltsam, wenn der »Energieanlagen-Elektroniker« ein bGE + Erwerbseinkommen hätte, aber die Person, die Sorgearbeit macht, bekäme nur ein bGE.

Nun kann man sagen, dass »reine« Sorgearbeit niemand mehr macht und stattdessen, alle Beteiligten (wie in einer Großfamilie?) sich diese Arbeit teilen: Vater, Mutter, Oma, Opa, gute Freundinnen, etc. Oder ist es nicht doch so, in der Praxis, dass sich zeitlich überwiegend eine Person kümmert? Ich weiß es auch nicht. Die Diskussion wird da noch weitergehen. - So ganz von der Hand zu weisen, fand ich den Einwand jedenfalls nicht.

..
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Kaydo
Kaydo ist offline  
Alt 01.06.2013, 19:32   #282
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

01.06.2013 | Berliner Zeitung:

"Geld für alle"

Einleitend: "Das bedingungslose Grundeinkommen gilt als Utopie. In der Schweiz könnte sie Wirklichkeit werden."

Artikel, siehe: Grundeinkommen: Geld für alle | Wirtschaft*- Berliner Zeitung

LG
 
Alt 02.06.2013, 15:52   #283
Der Ratlose
 
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Der Ratlose Der Ratlose Der Ratlose Der Ratlose Der Ratlose
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Das finde ich wiederum völlig cool.

Dann kann ich als Selbständiger ja in die Schweiz gehen, dort einen kleinen Betrieb anmelden, mich anmelden, und bekomme ein bedingungsloses Grundeinkommen nach Schweizer niveau.
Und Einkaufen usw. gehe ich wie viele andere Schweizer dann ja auch weiterhin in Deutschland weil es da so günstig ist.
Und arbeiten tue ich dann für meine Schweizer Firma natürlich in Deutschland und fahre nur am WE für 1-2 Tage nach Hause.
Oder eben auch mal monatelang nicht (wer will das kontrollieren), und wenn am Ende des Jahres abzusehen ist das ein Gewinn abfällt, dann bekommt die Firma meiner Partnerin (20 km hinter der Grenze) einen Auftrag von mir, damit so der Gewinn nach Deutschland wo wir einen hohen Steuerfreibetrag haben, abfließen kann.

ich hoffe,

a.
das das so schnell wie möglich kommt
und
b.
das das möglichst lange funktioniert.

Wie geil wäre das denn.
Der Ratlose ist offline  
Alt 03.06.2013, 18:09   #284
hartaber4
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Meinst du die Schweizer sind so doof, die von dir angedachte Lücke im Gesetz nicht zu schliessen? (Falls das BGE denn kommt)

Übrigens:

Wenn..... brauchst du keinen Betrieb anmelden..... ist ja bedingungsloses Grundeinkommen....

Und ob die Anmeldung/Gründung eines Betriebes in der CH ohne Bedingungen ist, darf wohl bezweifelt werden..... denn in der Schweiz ist auch vieles geregelt.... (Baurecht / Versicherungen / etc.)
__

ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
hartaber4 ist offline  
Alt 04.06.2013, 09:23   #285
Der Ratlose
 
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Also, nimm es mir nicht übel, aber das ist das problem mit euch, ihr kennt nur euer Dorf.

Also, in der Schweiz haben Arbeitnehmer und Selbständige aus der EU Niederlassungsfreiheit.

Dies bedingt aber das ein Arbeitnehmer dort einen Arbeitsplatz hat oder ein Selbständiger dort einen Betrieb gründet.
Das ist das anzuwendene Recht zwischen der Schweiz und der EU.
Da kann die Schweiz nicht so einfach irgendwelche Lücken schließen.

Als Selbständiger mußt du dich einfach nur in einer Bürogemeinschaft mit einmieten, dort dein Gewerbe anmelden,(zb.unternehmensberatung), und schon hast du das Aufenthaltsrecht für die Schweiz.
So einfach ist das eigentlich. Muß man nur wissen.

Wenn du also keinen Job oder als Selbständiger keinen Betrieb in der Schweiz hast, dann bekommst du auch keine Aufenthaltserlaubnis, und wirst dich also nicht am dortigen BGE beteiligen können.

Und dein von dir zitierter Satz,

"Und ob die Anmeldung/Gründung eines Betriebes in der CH ohne Bedingungen ist, darf wohl bezweifelt werden..... denn in der Schweiz ist auch vieles geregelt.... (Baurecht / Versicherungen / etc.)"

drückt doch eine recht große Unwissenheit aus.
Jeder EU Bürger,Schweizer oder Norweger, kann sich ins Auto setzen, nach Deutschland fahren, sich hier ein Büro mieten, ein Gewerbe eröffnen (40€), und hat dadurch ein ständiges Aufenthaltsrecht in Deutschland.
Er kann sich hier eine Wohnung nehmen und nimmt ab da an fast allen Beglückungen dieses Staates teil.

Der von dir zitierte Satz drückt auch extrem die deutsche Bedenkenträgerei aus , die hier alles lähmt.
Der Ratlose ist offline  
Alt 04.06.2013, 09:36   #286
Der Ratlose
 
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

sorry doppelposting
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Alt 06.06.2013, 16:59   #287
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

05.06.2013 | YouTube.com:

Der archimedische Punkt - Götz Werner in Bern - YouTube

"Am 5. April 2013 sprach Götz Werner vor einem kleinen Publikum im Forum Altenberg in Bern über grosse Fragen:

Eine Film-Dokumentaion von Enno Schmidt für grundeinkommen.tv"

LG
 
Alt 13.06.2013, 18:20   #288
FMD82
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

13.06.2013 | Rhein-Neckar-Zeitung:

"Er will ein Grundeinkommen für alle"

Siehe: Die Rhein-Neckar-Zeitung im Web - Region - Er will ein Grundeinkommen für alle

Artikel über Daniel Häni.

LG
 
Alt 14.06.2013, 09:26   #289
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Olllllli
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Der von dir zitierte Satz drückt auch extrem die deutsche Bedenkenträgerei aus , die hier alles lähmt.

Ein wahres Wort! Das stimmt, hier wird alles tausendfach bedacht, abgewägt für gut befunden oder schlecht, erneut überdacht..usw. usf. Und das lähmt, anstatt einfach mal zu machen. Ich bin auch so veranlagt. Weil eben die Angst mitschwingt, das es schiefgehen könnte und dann sind die Folgen auch nicht gerade angenehm.

Im Bezug auf das Grundeinkommen, bin ich mittlerweile der Überzeugung, daß wir da in 200 Jahren noch drüber labern (sofern es "Deutschland" dann noch gibt)
Olllllli ist offline  
Alt 14.06.2013, 11:51   #290
ThisIsTheEnd
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Olllllli Beitrag anzeigen
[...] daß wir da in 200 Jahren noch drüber labern [...]
So wird es sehr wahrscheinlich wohl passieren.
ThisIsTheEnd ist offline  
Alt 21.06.2013, 15:43   #291
hartz5
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Da bin ich weitaus optimistischer!
Wenn Du nicht Methusalem bist, nutzt Dir Optimismus da wenig......

Aber realistische Ziele (die Wiedereinführung von Arbeitnehmerrechten z.B.) sind ja auch was, wo man wirklich was tun müsste, da ist es mit Luftschlössern wie dem BGE sehr viel leichter..........
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hartz5 ist offline  
Alt 21.06.2013, 16:02   #292
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Kaydo
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Zitat von hartz5 Beitrag anzeigen

die Wiedereinführung von Arbeitnehmerrechten z.B
hahahaha. Der war gut. Und das in einem Arbeitslosenforum gepostet.
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Kaydo
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Alt 22.06.2013, 09:51   #293
hartz5
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Zitat von Gartenfreund Beitrag anzeigen
Du bist also gegen ein BGE?
Ja. Falscher Weg und nur ein Strohhalm, den gerne "Politiker" und "Experten" den Leuten ab und an mal hinhalten, damit die dumme Masse still bleibt und die erreichbaren Ziele erst gar nicht angeht.

Zitat von Kaydo Beitrag anzeigen
hahahaha. Der war gut. Und das in einem Arbeitslosenforum gepostet.
....eine Wiedereinführung von Arbeitnehmerrechten würde auch Elos mehr als zu gute kommen....aber pflege nur weiter Deinen Tunnelblick Richtung BGE.....kleiner Michel...
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hartz5 ist offline  
Alt 28.06.2013, 09:54   #294
FMD82
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Info "Ihre Wahl bei phoenix"

Hier kann man Themen, über die der TV-Sender Phoenix im Wahljahr berichtet abstimmen, und noch fehlende Themen vorschlagen:

PHOENIX - Ihre Wahl bei phoenix#

Bei "Fehlt ein Aspekt?..." draufklicken und dort kann man dann ggf. das Grundeinkommen vorschlagen.

LG
 
Alt 28.06.2013, 11:22   #295
Ziviler Ungehorsam
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Ziviler Ungehorsam
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Kaydo Beitrag anzeigen
[B][COLOR="Blue"]
Echt? Oder wird das nur gesagt, um ein bisschen »links« zu sein, mit dieser Position. Denn das ist tatsächlich die Frage: Die Aussagen, die hier gemacht werden, sind wirklich klasse. 100%ig Grundeinkommen. Bloß was hat das jetzt noch mit den Linken zu tun. Wird vielleicht mit dem bGE die Idee vom Sozialismus hinfällig und die Partei kann sich auflösen?
Nun, das kann ich Dir erklären. Mit dem BGE würde die Idee vom Sozialismus nicht hinfällig, sondern das BGE würde mit der Idee vom Sozialismus erst ermöglicht. Ergo: Ein BGE kann nur »links« sein oder gar nicht.

Denn unter einer kapitalistischen Eigentums- und Wirtschaftsordnung, die sich nun einmal unter anderem dadurch defniniert, dass sich Vermögen - und somit Macht - per Umverteilung von unten nach oben in den Händen einiger weniger konzentriert, und gleichzeitig Armut generiert, wäre ein Grundeinkommen nie bedingungslos, da die Ausgaben für die Lebenshaltungskosten gleichzeitig steigen würden (Prinzip: rechte Tasche, linke Tasche) und man somit wieder einem Arbeitszwang unterliegen würde, um überhaupt über die Runden zu kommen. Denn wenn mehr Geldwerte im Umlauf sind, steigen automatisch die Preise, Miete, Strom etc. und unsere geliebten Großkonzerne werden es sich nicht nehnem lassen mit der neu gewonnenen Kauf- und Konsumkraft einen riesen Reibach zu machen. Das ist einfachste kapitalistische Marktlogik, dort muss angesetzt werden, und nicht in der Art und Weise, wie Einkommen bzw. Grundsicherung gehandhabt werden sollen.

Voraussetzung für ein bedingungsloses Grundeinkommen:

1. Aufhebung der kapitalistischen Lohnarbeit
2. Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise
3. Aufhebung der kapitalistischen Eigentumsordnung
4. Aufhebung der kapitalistischen Klassengesellschaft
5. Überwindung der parlamentarischen "bürgerlichen Demokratie"

Wer das BGE glaubhaft vertreten will, muss gleichzeitig die Systemfrage stellen - deshalb - für den libertären Kommunismus!
__



"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Bertold Brecht
Ziviler Ungehorsam ist offline  
Alt 28.06.2013, 17:43   #296
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Kaydo
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Ziviler Ungehorsam Beitrag anzeigen
in den Händen einiger weniger konzentriert, und gleichzeitig Armut generiert,
»Armut« wurde von Gerhard Schröder und seiner SPD geschaffen (gemeinsam mit den GRÜNEN). Nennt sich »Hartz4«. Völlig grundlos und ohne Not hat er das getan. Bevor die »dunkle Seite der Macht« Deutschland regierte, hatten wir die Sozialhilfe. Wer keine seiner Ausbildung angemessene Ausbildung fand, wurde nicht zur Arbeit gezwungen, wer mit der Sozialhilfe nicht auskam, konnte sich für einen neuen Kühlschrank oder neue warme Kleidung einen Extrazuschuss holen. Das wurde alles gestrichen. Heute herrscht »staatlich verordnete Armut«. Schuld sind die Parteien.

Da braucht man keine linke Ideologie, um das zu sehen. Man braucht sie höchstens, um die Zusammenhänge zu vertuschen. Die Story von »den immer Reicheren und den immer Ärmeren« lockt auf die falsche Fährte.

Wirtschaft: Die Wirtschaft schafft die Güter.

Politik: Die Politik muss für die Gesetze sorgen, die allen Menschen einen Zugriff auf diese Güter gewährt.

Genau das verweigert unsere Einheitspartei SPDGRÜNECDUFDP der Bevölkerung. Sie führen die Bevölkerung in die Irre. Wir brauchen keine »Jobgarantie«, sondern eine »Einkommensgarantie«. Und die gibt es mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen.

Zwangsarbeit a la SPD braucht kein Mensch.

Zitat:
wäre ein Grundeinkommen nie bedingungslos, da die Ausgaben für die Lebenshaltungskosten gleichzeitig steigen würden
Aha. Gibt es dafür irgendwelche Belege? Oder sind das nur Vermutungen?

Zitat:
Denn wenn mehr Geldwerte im Umlauf sind, steigen automatisch die Preise, Miete, Strom etc. und unsere geliebten Großkonzerne werden es sich nicht nehnem lassen mit der neu gewonnenen Kauf- und Konsumkraft einen riesen Reibach zu machen.
Die Preise steigen nicht »automatisch«. Sie werden im existenzsichernden Bereich eher weiter sinken. Sie sind ja heute schon niedrig, in den Bereichen Nahrung und Kleidung. Vielleicht in diesen Bereichen sogar zu niedrig, wir sehen es an den Lebensmittelskandalen, »Billigfleisch«, tiefgefrorene Erdbeeren aus China oder KiK, Brände in den Kleiderfabriken in Pakistan. Im Bereich »Wohnen« sind wiederum die Parteien schuld an der Misere. Denn sie müssten es unterstützen und anregen, dass mehr sozialer und genossenschaftlicher Wohnungsbau stattfindet. Aber da tut sich nichts. Die Parteien verpennen ihre Aufgabe.

Es sind auch nicht »unsere geliebten Großkonzerne«, im Energiebereich. Es ist Sache der Politik, der Parteien, dafür zu sorgen, dass die Energiekosten für die Bevölkerung bewältigbar sind. Das hat auch gar nichts mit dem bGE zu tun. Darauf müssen wir immer achten, dass die Preise im existenzsichernden Bereich niedrig sind. Dafür haben wir auch die »Regulierungsbehörden«. Und die Politiker sollten mal was schaffen, für ihre 12000 Euro im Monat.

Zitat:
Voraussetzung für ein bedingungsloses Grundeinkommen:

1. Aufhebung der kapitalistischen Lohnarbeit
Das ist für mich mehr ein ideologischer Kampfbegriff, der einfach nicht mehr auf die Arbeitsrealität zutrifft. Es gibt doch kaum noch richtige »Lohnarbeiter«. So nennt sich doch niemand.

Zitat:
2. Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise
Naja. Wir müssen erkennen, dass wir in einer Gemeinschaft gemeinschaftlich produzieren, um die Bedürfnisse der Menschen zu befrieden. Aber das geht nicht per Gewalt und Druck, so wie es Stalin gemacht hat, oder die DDR Parteikader. Sondern durch Erkenntnis und Einsicht bei den Menschen. - Die Freiheit des Individuums muss gewährleistet sein.

Zitat:
3. Aufhebung der kapitalistischen Eigentumsordnung
Ist o.k. Aber konkret wo? Meiner Meinung nach bei »Grund und Boden«. Denn der ist nicht vermehrbar, ist begrenzt, und muss deshalb der Gemeinschaft gehören. Er darf aber von Privatpersonen und Unternehmern gepachtet werden, gegen eine Pachtgebühr, einem Zins.

Zitat:
4. Aufhebung der kapitalistischen Klassengesellschaft
??? Gibt es doch schon lange nicht mehr. Was soll heute eine »Klasse« sein?

Zitat:
5. Überwindung der parlamentarischen »bürgerlichen Demokratie
??? Wir brauchen mehr Direkte Demokratie. Zu vielen wichtigen Fragen, Abstimmungen in der Bevölkerung durchführen und der Mehrheitsentscheid gilt.
__

Kaydo
Kaydo ist offline  
Alt 28.06.2013, 22:53   #297
Ziviler Ungehorsam
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Ziviler Ungehorsam
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Zitat von Kaydo Beitrag anzeigen
»Armut« wurde von Gerhard Schröder und seiner SPD geschaffen (gemeinsam mit den GRÜNEN).
Materielle Armut wurde nicht von der SPD erschaffen, sondern ist ein globales Problem einer jeden feudalen Gesellschaft (der Vorstufe des Kapitalismus) bedingt durch eine ungleichmäßige Güterverteilung und finanzielle Abhängigkeit zu einer mit Verfügungsgewalt ausgestatteten Elite (in unserer modernen Gesellschaft ist dies der Arbeitgeber oder die Bank).

Zitat:
Schuld sind die Parteien.
Und wer lenkt jene Parteien? Das Kapital.

Zitat:
Da braucht man keine linke Ideologie, um das zu sehen.
Offensichtlich schon, sonst wäre Karl Marx nicht mehr so hochaktuell.

Zitat:
Man braucht sie höchstens, um die Zusammenhänge zu vertuschen. Die Story von »den immer Reicheren und den immer Ärmeren« lockt auf die falsche Fährte.
Auf welche denn? Dass man den Kapitalismus als Krisenverursacher nicht anerkennt? Ein Hoch auf die imaginäre und ach so "soziale Marktwirtschaft"!

Zitat:
Wirtschaft: Die Wirtschaft schafft die Güter.
Die Wirtschaft schafft gar nichts, sie verwaltet höchstens. Die Wertschaffung erfolgt aussschließlich über die Ausbeutung von Arbeitskraft bzw. schafft der moderne Finanzmarktkapitalismus keinerlei Werte.

Zitat:
Zwangsarbeit a la SPD braucht kein Mensch.
Die SPD ist aber nur ein Synonym. Die SPD ist im Grunde genommen beliebig austauschbar und auch ein BGE würde daran nichts ändern - weil die Rahmenbedingungen die selbigen wären.
Das Problem heißt Kapitalismus, und Du willst es leider nicht anerkennen. Und solange der Kapitalismus herrscht, herrscht Zwangsarbeit.

"Die “Arbeit” ist ihrem Wesen nach die unfreie, unmenschliche, ungesellschaftliche, vom Privateigentum bedingte und das Privateigentum schaffende Tätigkeit. Die Aufhebung des Privateigentums wird also erst zu einer Wirklichkeit, wenn sie als Aufhebung der “Arbeit” gefaßt wird."

Karl Marx, 1845


Zitat:
Aha. Gibt es dafür irgendwelche Belege? Oder sind das nur Vermutungen?
Selbstverständlich. Das ganze nennt sich betriebswirtschaftlich Kosten- und Leistungsrechnung:

Kosten- und Leistungsrechnung

Sinn des Ganzen - und der kapitalistischen Marktwirtschaft - ist die Gewinnmaximierung durch Abwälzung aller Unkosten über die Preiskalkulation auf den Endverbraucher. In anderen Worten: Innerhalb eines kapitalistischen Wirtschaftssystems würde von einem - vermeintlich - bedingungslosen Grundeinkommen für den Einzelnen nicht mehr übrig bleiben als mit Hartz IV.

Zitat:
Die Preise steigen nicht »automatisch«. Sie werden im existenzsichernden Bereich eher weiter sinken. Sie sind ja heute schon niedrig, in den Bereichen Nahrung und Kleidung.
Sie sind nicht zu niedrig, sondern der realen Kaufkraft angepasst, und es werden dennoch - oder gerade deshalb - Milliarden Gewinne erzielt - in der Marktwirtschaft nennt sich dies Niedrigpreisstrategie, bei der nicht die Preishöhe, sondern die Absatzmenge entscheident ist. Denn der Bonze sagt: Geiz ist geil! Bei steigender Kaufkraft, die ein BGE mit sich bringen würde, und einhergehend kritischeren Konsumenten, würden selbstverständlich auch die Preispolitik der Konzerne reagieren. Denn eins ist im Kapitalismus so sicher wie das Amen in der Kirche: Die Rendite stimmt.

Zitat:
Das ist für mich mehr ein ideologischer Kampfbegriff, der einfach nicht mehr auf die Arbeitsrealität zutrifft. Es gibt doch kaum noch richtige »Lohnarbeiter«. So nennt sich doch niemand.
Dann nenn sie halt Angestellte oder Sesselpupser. Fakt ist, dass in Deutschland derzeit 41,5 Millionen Menschen von Lohn oder Gehalt abhängig sind, gefolgt von denen die staatliche Transferleistungen erhalten. Lohnsklaverei ist kein ideologischer Kampfbegriff per se, sondern die Realität einer jeglichen sogenannten kapitalistischen "Leistungsgesellschaft".

Zitat:
Naja. Wir müssen erkennen, dass wir in einer Gemeinschaft gemeinschaftlich produzieren, um die Bedürfnisse der Menschen zu befrieden.
Das ganze nennt sich Kommunismus, vom lateinischen communis "gemeinsam", man darf und sollte das Kind schon beim Namen nennen.

Zitat:
Aber das geht nicht per Gewalt und Druck, so wie es Stalin gemacht hat, oder die DDR Parteikader. Sondern durch Erkenntnis und Einsicht bei den Menschen. - Die Freiheit des Individuums muss gewährleistet sein.
Ganz meiner Meinung, deshalb tun sich viele Linke zu Recht schwer, einen autoritären Staatskapitalismus osteuropäischer Ausprägung als sozialistisch anzuerkennen.

Zitat:
Ist o.k. Aber konkret wo? Meiner Meinung nach bei »Grund und Boden«. Denn der ist nicht vermehrbar, ist begrenzt, und muss deshalb der Gemeinschaft gehören.
Neben Grund und Boden meines Erachtens auch alles andere, was dem menschlichen Bedürfnissen entspricht, sprich Grundnahrungsmittel, Medikamente, Kultur, Bildung etc.

Zitat:
Gibt es doch schon lange nicht mehr. Was soll heute eine »Klasse« sein?
http://www10.qic-upload.de/28.06.13/537vjbtm4jq.jpg

Mal im Ernst, im Zeitalter von Zweiklassen-Medizin, Zweiklassen-Bildung, einem Asylrecht, in dem Flüchtlinge nur einen Bruchteil von Rechten besitzen wie Einheimische, und einer Vermögensverteilung, bei der die oberen 10% stolze 60 % des Gesamtvermnögens besitzen ... ist die Klassengesellschaft so allgegenwärtig wie eh und je.

Zitat:
Wir brauchen mehr Direkte Demokratie. Zu vielen wichtigen Fragen, Abstimmungen in der Bevölkerung durchführen und der Mehrheitsentscheid gilt.
z.B. über ein kommunistisches Räte-System, selbstverwaltet, herrschaftsfrei, wie man es nennt, spielt letztendlich keine Rolle.

Aber definitiv keinen Kapitalismus.
__



"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Bertold Brecht
Ziviler Ungehorsam ist offline  
Alt 11.07.2013, 09:29   #298
FMD82
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

11.07.2013 | YouTube.com:

Was heißt Fremdversorgung? - YouTube

Ausschnitt aus dem Film "Grundeinkommen: Ein Kulturimpuls" (2008).

LG
 
Alt 13.07.2013, 12:18   #299
ThisIsTheEnd
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Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

Webradio mit dem Thema BGE:

Zitat:
voxpublica-das-bedingungslose-grundeinkommen-revolution-oder-illusion

von Marcus Engert am 08.07.2013 um 20:50 Uhr

Die Idee fasziniert: weil sie viele Probleme auf einen Schlag hinwegfegt. Ein monatliches Grundeinkommen für jedermann. Sorgt das für eine gerechtere Gesellschaft ohne Zwänge - oder ist die Idee schlicht purer Populismus? Wir diskutieren: mit Hörern und Experten.
vox:publica | Das bedingungslose Grundeinkommen - Revolution oder Illusion? · detektor.fm | Internetradio mit Journalismus und alternativer Popmusik
ThisIsTheEnd ist offline  
Alt 22.07.2013, 10:49   #300
FMD82
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Bedingungsloses Grundeinkommen

22.07.2013 | cicero.de:

"Staatsgeld für alle – eine schöne Utopie?"
Siehe: Bedingungsloses Grundeinkommen - Staatsgeld für alle

(2-seitiger Artikel)

LG
 
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