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Start > > -> Unfaires Verhalten eines Jobcenters in Hessen

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Alt 04.11.2017, 13:46   #1
Zorro33
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Registriert seit: 04.11.2017
Beiträge: 2
Zorro33
Standard Unfaires Verhalten eines Jobcenters in Hessen

Hallo zusammen,

ich möchte euch mal berichten was mir passiert. Es ist zwar jetzt einige Jahre her, soll aber mal aufzeigen was für Menschen dort arbeiten und wie man zu Unrecht behandelt wird. Ich denke mal heutzutage sind die immer noch so und behandeln einen menschenunwürdig.

Ich bin gelernter Verkäufer, habe nach der Ausbildung angefangen mein Fachabitur zu machen und wollte danach studieren. Nachdem ich das Fachabitur beendet habe, habe ich mit dem Studium begonnen. Leider ohne Erfolg. Nach 4 Semestern habe ich abgebrochen und wollte in meinen gelernten Beruf zurück. Das hat sich leider sehr schwierig gestaltet. Habe unzählige Bewerbungen geschrieben und nichts hat geklappt. Habe dann nach anderen Möglichkeiten geschaut und mich dazu entschlossen eine Weiterbildung zu machen. Das wurde vom Jobcenter abgelehnt. Trotzdem habe ich mich bei dieser Schule angemeldet und Schülerbafög beantragt.
Das hat dem Sachbearbeiter überhaupt nicht gefallen und er hat bei der Weiterbildungsschule angerufen und gemeint ich könnte die nicht machen, weil ich depressiv wäre.

Als ich anfangen wollte, kam die Schulleiterin zu mir und meinte, ich könne bei Ihnen die Weiterbildung nicht machen, und erzählte mir was der Sachbearbeiter Ihr gesagt hat
Ich bin dann voller Wut zum Sachbearbeiter hin und habe ihm gesagt, dass ich das seinem Vorgesetzten melden werde. Da dieser nicht da war wollte ich es am nächsten Tag machen und es melden.

Tja nun passiert etwas, ich glaube damit hätte niemand gerechnet.

Am nächsten Tag wollte ich mich auf dem Weg zum Jobcenter machen. Als ich das Haus verlassen habe ist mir schon ein Polizeiwagen aufgefallen. Habe mir aber nix dabei gedacht. Ich machte mich weiter auf dem Weg, bis zwei Polizisten mir entgegen kamen und fragten ob ich der Herr XX wäre. Ich sage ja und einer holte die Handschellen raus und man führte mich ab. Ich fragte natürlich was das soll, was ich denn getan hätte. Dann sagte man mir, das Jobcenter hätte gesagt, ich hätte einen Amoklauf geplant.

Ich kam dann auf die Polizeistation und wurde wie ein Verbrecher behandelt. Fingerabdrücke, Fotos wurden gemacht und ich wurde verhört. Habe dann mir ein Anwalt nehmen müssen. Ich habe ein ganzes Jahr damit kämpfen müssen. Hatte beim Jobcenter Hausverbot, habe keine Leistungen bekommen und musste von meinem ersparten Leben bzw. meine Eltern haben mich unterstützt. Habe dann auch einen Brief von der Staatsanwaltschaft bekommen indem hervorgeht, dass gegen mich ermittelt wird.

Die Polizei hat natürlich dem Jobcenter zwar erst geglaubt, aber immer mehr wurde klar das diese Behauptung die dieser Sachbearbeiter getätigt hat unwahr gewesen ist. Z.B. hat das Jobcenter an einem Tag das Jobcenter räumen lassen und die Polizei angerufen ich wäre angeblich da und hätte was vor. Nur zu dumm das ich derzeit die ganze Zeit bei der Polizei saß und der Polizist dann gemeint hat, wie soll das gehen wenn er die ganze Zeit bei uns sitzt!? Ab diesem Zeitpunkt hatte mir die Polizei geglaubt. Ich habe dann gefragt, ob man denn nichts machen kann. Der Polizist sagte mir dann nur, die sitzen leider am längeren Hebel. Um meine Unschuld noch mehr zu beweisen musste ich zu einem Psychologen gehen und dort wurde dann ein Gutachten erstellt, indem natürlich herauskam das ich keine Gefährdung für die Öffentlichkeit bin. Der Psychologe hat schon zu mir gemeint es wäre ein Unding wie ich behandelt werde.
Letztendlich wurde gegen mich Anklage erhoben. Ich habe dann mit der Staatsanwaltschaft einen Vergleich (ich glaube so nennt man das) ausgehandelt, indem ich 50 Sozialstunden leiste, dafür wird aber dann alles eingestellt. Tja das habe ich nun gemacht und damit war es erledigt.

Ich muss sagen, nachdem das alles passiert ist, bin ich ziemlich gebrochen gewesen, gerade als junger Mensch macht sowas einen richtig fertig. Ich stand deswegen sehr oft am Abgrund.
Ich habe diese schwere Zeit geschafft und bin meinen Weg gegangen. Habe selbständig einen Job wieder als Verkäufer gefunden und gearbeitet. War zwar immer mal zwischen durch arbeitslos, aber gottseidank nicht immer lange, zumal man mich beim Arbeitsamt abgestempelt hatte als Verbrecher, dementsprechend sowas wie Hilfe von denen war absolut Fehlanzeige.

Habe vor zwei Jahren mein Job verloren und habe mir vorgenommen, nachdem ich gemerkt habe es läuft nicht mehr so gut im Einzelhandel, einen Berufswechsel anzustreben. Nun gut habe mich dann wieder auf dem Weg zum Jobcenter gemacht und war natürlich aufgrund der Vorgeschichte sehr negativ eingestellt. Das einzig Positive zumindest dachte ich mir, dadurch das ich umgezogen bin ist nun ein anderes Jobcenter für mich zuständig.

Man glaubt es kaum, meine neue Sachbearbeiterin ist ganz anders gewesen als die davor. Hat sofort erkannt das es keinen Sinn mehr macht im EH zu bleiben und hat mir die Weiterbildung genehmigt. Muss dazu sagen, ich hatte auch irgendwie das Gefühl man möchte etwas bei mir gut machen. Einzig blöde ist gewesen, meine Frau (habe 2014 geheiratet) muss berufsbedingt nach Niedersachsen ziehen, da sie in Hessen keine Anstellung als Lehrerin bekommt. Aber da ich nicht weiß ob die Sachbearbeiter vom Jobcenter in Niedersachsen mir das genehmigt hätten, bin ich in Hessen geblieben und habe die Weiterbildung gemacht, übrigens als Buchhalter und habe mit "sehr gut" abgeschnitten.

Im April 2016 bin ich dann fertig geworden. Danach ging es wieder zum Jobcenter, diesmal in Niedersachsen. Die waren ganz nett, hatte zwar das Gefühl das man meine Vorgeschichte kennt und dementsprechend das Gefühl man ist etwas distanziert, aber es ging. Als es dann zum Thema Vermittlungsvorschläge ging, war ich das erste Mal am Drücker und habe klar gemacht, das ich erstens nicht bei Zeitarbeitsfirmen arbeiten möchte, zweitens ich nicht angewiesen bin auf das Geld vom Amt, weil meine Frau gut verdient. Ich kann euch sagen, dieses Gefühl selbst entscheiden zu können was das Richtige für einen ist und alleine die blöden Gesichter dazu ist einfach unbezahlbar

Es hat ungefähr 2 Monate gedauert und mir hat eine Firma ein 3 monatiges Praktikum angeboten, was komplett von der Firma bezahlt wird. Ich hatte mir gedacht, ist doch schon einmal ein Anfang um Berufserfahrung zu bekommen. Bin dann hin zum Jobcenter und habe davon berichtet und was macht das Jobcenter!? Es hat mir davon abgeraten mit der Begründung man würde mich nur ausnutzen.

Ich habe es trotzdem gemacht und arbeite immer noch bei der der Firma. Wird auch wohl so bleiben, weil ich eine gute Arbeit mache. Ich muss sagen ich bin jetzt doch sehr zufrieden wie mein Leben so geworden ist. Muss aber auch hier wieder sagen, ich selbst habe mich darum gekümmert. Ich habe selbst diese Stelle gefunden.

Manchmal denke ich aber über das nach was passiert ist und man ärgert sich darüber das man einfach zu Unrecht bestraft wurde für etwas was man nicht getan hat, nur weil jemand eine Falschaussage getroffen hat um seinen Hintern zu retten. Aber ich werde damit leben müssen und hoffe ich kann irgendwann damit abschließen.

Warum ich das nach so vielen Jahre schreibe? Klar natürlich um es ein Stück weit selbst zu verarbeiten, aber auch anderen Mut zu machen. Ich kenne das Gefühl der Ungerechtigkeit und wie es ist abhängig zu sein von Hartz 4. Ich kenne es wie andere Menschen (Sachbearbeiter des Jobcenter) diese Lage für sich ausnutzen und einem sehr oft das Gefühl geben man wäre nichts wert.

Ich kann nur jedem empfehlen, schaut selbst euch um nach Arbeit, sucht selbst nach Stellen. Ihr wollt lieber was anderes machen, einen anderen Beruf? Kümmert euch selbst darum, die Damen und Herren vom Jobcenter hat einfach keine Ahnung. Das einzige was die machen ist einfach in Ihr System zu schauen, drucken aus der Jobbörse 2-3 Vermittlungsvorschläge aus, die teils noch nicht mal passend und das war es. Dem Jobcenter geht es in erster Linie nur um eines, nämlich um die Statistik zu bereinigen.

ihr kommt mit eurem Sachbearbeiter nicht klar? Wechseln oder einfach umziehen. Damals der Umzug war das Beste was mir passieren konnte.

Aus meiner Sicht sind dort in Anbetracht dessen was die Sachbearbeiter leisten einfach überzahlt und teils auch was den sozialen Umgang mit Menschen angeht, total fehl am Platz. Ich bin der Ansicht die müssten geprüft werden. Als ich Verkäufer gewesen bin, gab es diese Mysteryshopper, die einen getestet haben.

Ich finde solche Mystershopper sollte es auch für die Jobcenter geben, die einfach mal die Sachbearbeiter auf soziale Kompetenz testen, ich denke einige würden da durchfallen.
Ich hoffe dass es eines Tages trotzdem sowas wie Gerechtigkeit gibt. Das diejenigen die einem Schaden irgendwann trotzdem bestraft werden. Ich werde meine negative Erfahrung zumindest nehmen um andere Menschen zu helfen, zumindest bin ich politisch engagiert und hoffe ich kann eines Tages denen helfen die vielleicht in derselben Situation sind oder in einer ähnlichen.

LG
Zorro33 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2017, 16:24   #2
curcuma
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 10.03.2016
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1.253
curcuma Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Unfaires Verhalten eines Jobcenters in Hessen

Ich bin sprachlos!
Allerdings haben deine Anwälte hier kläglich versagt!!
Wohl zu lange her, um die Anwälte auf Schadensersatz zu verklagen :(

Die vorenthaltenen Leistungen hätte ich mir zurück geholt, ein Amtshaftungsverfahren, Verleumdungsklage und was weiß ich nicht alles angestrengt.

Ich denke, das ist wirklich ein extremer Ausnahmefall, was dir passiert ist.
Eigentlich kann man es nicht wirklich glauben.

Obwohl...... bei unserem (Un)Rechtsstaat halte ich inzwischen alles für möglich. Erst recht, wenn es gegen Hartzis geht.
Erbärmlich und schändlich ist das.

Aber man sollte nicht alle JC Mitarbeiter über einen Kamm scheren!
Die haben oft auch nur befristete Verträge und verdienen nicht zwingend eine Menge Geld. Es sind ja nicht alle verbeamtet.
__

Unser Rechtsystem basiert auf Einzelfallentscheidungen. Als Betroffene bin ich an speziellen Einzelfällen interessiert um in die Materie einzudringen. Auch wenn ich mich aus reinem Eigeninteresse in Einzelfälle einarbeite, bestimmte Schlussfolgerungen ziehe und konkrete Handlungsweisen vorschlage, kann meine laienhafte, rechtliche Beurteilung vollkommen fehl gehen. Betroffenen ist immer zu raten in schwierigen Fällen einen Anwalt aufzusuchen und sich nicht auf meine Einschätzungen zu verlassen. BverG 1 BvR 1517/08 "das Sozialrecht eine Spezialmaterie ist, die nicht nur der rechtsunkundigen Partei, sondern selbst ausgebildeten Juristen Schwierigkeiten bereitet."
curcuma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2017, 17:06   #3
flandry
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 25.02.2013
Ort: Optionskommune: dort
Beiträge: 1.212
flandry flandry flandry
Standard AW: Unfaires Verhalten eines Jobcenters in Hessen

Ist kein Ausnahmefall.
Es gibt allerdings auch "normale" SB.
flandry ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2017, 17:35   #4
Zorro33
Neuer Nutzer
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Registriert seit: 04.11.2017
Beiträge: 2
Zorro33
Standard AW: Unfaires Verhalten eines Jobcenters in Hessen

Zitat von curcuma Beitrag anzeigen
Ich bin sprachlos!
Allerdings haben deine Anwälte hier kläglich versagt!!
Wohl zu lange her, um die Anwälte auf Schadensersatz zu verklagen :(

Die vorenthaltenen Leistungen hätte ich mir zurück geholt, ein Amtshaftungsverfahren, Verleumdungsklage und was weiß ich nicht alles angestrengt.

Ich denke, das ist wirklich ein extremer Ausnahmefall, was dir passiert ist.
Eigentlich kann man es nicht wirklich glauben.

Obwohl...... bei unserem (Un)Rechtsstaat halte ich inzwischen alles für möglich. Erst recht, wenn es gegen Hartzis geht.
Erbärmlich und schändlich ist das.

Aber man sollte nicht alle JC Mitarbeiter über einen Kamm scheren!
Die haben oft auch nur befristete Verträge und verdienen nicht zwingend eine Menge Geld. Es sind ja nicht alle verbeamtet.
Hallo curcuma,

es ist leider wirklich so passiert, ich wünschte es wäre nicht so. Es ist vor 11 Jahren passiert und glaube nicht das es jetzt noch was bringt zu unternehmen. Klar hätte ich vielleicht mehr machen können, aber in der Situation habe ich die Kraft nicht mehr dafür gehabt.

Jetzt wo ich älter bin und in einer besseren Lage ärgert es mich natürlich das ich nicht mehr gemacht habe. Werde mich damit aber abfinden müssen.

Das alle nicht so sind vom JC gebe ich dir Recht, bin auch froh das ich auch mal was positives erleben durfte, habe schon an das Gute gezweifelt.

Aber auch wenn ich jetzt nichts mehr rechtliches machen kann, nehme ich mir das Recht raus davon zu berichten was mir passiert ist. Können ruhig alle wissen was mir angetan wurde.
Zorro33 ist offline   Mit Zitat antworten
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