QR-Code des ELO-ForumErwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> Kommentar zu "Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017" und dem Daytrading Urteil!

Existenzgründung und Selbstständigkeit

Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


Kommentar zu "Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017" und dem Daytrading Urteil!

Existenzgründung und Selbstständigkeit

Danke Danke:  3
Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 20.02.2017, 16:57   #1
HartzVerdient
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von HartzVerdient
 
Registriert seit: 29.08.2012
Beiträge: 4.145
HartzVerdient Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Kommentar zu "Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017" und dem Daytrading Urteil!

Zitat:
1. Entscheidungen der Landessozialgerichte zur Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II )
1. 1 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 13.12.2016 - L 7 AS 1494/15
Jobcenter muss keine Börsentermingeschäfte finanzieren

Das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen hat entschieden, dass ein Grundsicherungsempfänger nach dem Sozialgesetzbuch II. Buch (SGB II) keinen Anspruch auf Förderung einer Selbständigkeit hat, die im erhofften Gewinn aus Börsentermingeschäften besteht.

Quelle Sozialticker: Jobcenter muss keine Börsentermingeschäfte finanzieren
Ich ärgere mich hin und wieder über die Naivität einiger Kläger und Empfänger aus dem SGB2 und wie sie mit ihrem halbdurchdachten "Sche!ss" die Erwerbsgrundlage anderer untergraben.

Zunächst sollte klar sein, dass kein Jobcenter dieser Welt (und nicht einmal Banken oder gar Hedfunds oder Privatinvestoren) einem ALG2 Empfänger ohne jeglichem Börsenwissen (oder Performancenachweis) Kohle in den Allerwertesten schieben. Schon gar keine 60.000€ für das Privatvergnügen...

Alleine diese Spinnerei, man könne mit einer Performanz von 80% mtl. nach Abzug aller Kosten 2.200€ Gewinn erzielen und das mit "Candle Stick Pattern" nach "Joe Ross". Ganz ohne Makro- und Mikroökonomischen Hintergrundwissen. Nach dem Lesen der Begründung des LSG's müsste man sogar von einer dilletantischen Klagebegründung der besagten Person ausgehen.

UND

Danke! Das du (ich spreche den Kläger jetzt persönlich an) dem LSG Niedersachsen / Bremen nun auch noch - durch falsche Argumentation - diese selbstständige Tätigkeit so kaputtgeredest. Es sollte doch klar sein, dass der "private Vermögensverwalter" kein "Gewerbebetrieb" ist. Der "private Vermögensverwalter" zahlt die Abgeltungssteuer und betreibt kein Gewerbe. Zahlt keine Gewerbesteuern!

Ich bin gerade fassungslos, mit welcher scheinheiligen bescheuerten Begründung eine Klage beim LSG eingereicht wurde.

Statt sich erstmal "Verbündete" und "Interessengemeinschaften" zu suchen, mit denen man sich eine "klagbare Strategie" ausdenken hätte können.

Bin gerade ziemlich verärgert über so viel Dummheit.

Weiter im Kontext:

Mit ALG2 ein Leben oder "Selbstständigkeit" als "Daytrader" aufzubauen ist nahezu unmöglich. Da helfen tolle "Candle Stick Pattern" von "Joe Ross" auch nicht.

1) Kapitalerträger werden zu 100% auf das ALG2 angerechnet.
2) In Verlustmonaten reduziert sich das Handelskapital und man kann es nicht gegenkompensieren, da neuere Gewinne sofort zu 100% auf das ALG2 angerechnet werden.
3) Man kann keine 2.200€ im Monat verdienen - mit einer 80% Wahrscheinlichkeit, da gerade in Futures im Daytrading (FOREX und Co.) maximal 0.5% der Kurs sich in die eine oder andere Richtung bewegt - und diese Richtung muss man erstmal bestimmen können... Ohne fundamentales Know-how in Makro- und Mikorökonomischen Belangen der Wirtschaft, ist das nur "hokus pokus".
4) Nicht du bestimmst, was du im Monat im Markt verdienen kannst, sondern der Markt gibt vor, was man im Monat - wenn überhaupt - verdienen kann.
5) Handeln sollte nur langfristig ausgelegt sein... 1-3 Monate (um über diese 0.5% Kursbewegung zu kommen). Das lässt sich anhand von Normalverteilungen der Werte eines Börsengutes ermitteln. Beispiel: FOREX EUR/USD, wenn man dort die Kursnotierungen der letzten 10 Jahre anhand einer Normalverteilung und eines Histogramms aufarbeitet und dort die Bewegungen am Tag "prozentual" ermittelt. Da lässt sich im Tagesgeschäft kaum Geld verdienen (wenn dann nur mit Glück).
6) Selbst professionelle Trader haben ein Grundeinkommen. Sie bekommen im Monat eine Bezahlung für ihre Arbeit. Sei es in Form eines Hedgefunds (Verwaltungsgebühr) oder eines Gehaltes (im Bereich eines Investment Bankings). Man sollte zusehen, dass man zumindest irgendeiner beschissenen Arbeit nachgeht und im Monat Geld verdient... Dann kann man sich auch ohne HartzIV... mit einem kleinen Handelskonto im Bereich des Börsenhandels begeben...
7) Kleine Brötchen backen: Erstmal das Jobcenter ins Boot holen und sich diese "Arbeit" als "Selbstständigkeit" anrechnen lassen. Das kostet bereits Nerven und jede Menge Überzeugung.

Ich drehe mich seit Jahren mit einer ähnlichen Absicht in diesem Gebiet im Kreis... Habe hundere Seiten von HEGA's, SGB2 Gesetzen gelesen (Einkommen, Selbstständigkeit, unregelmäßiges Einkommen), Einkommenstabellen gegengerechnet, Einkommensmodelle generiert, Verlustmodelle generiert usw... und dann meint da so einer beim LSG mit "halbgaren Fachwissen" das LSG überzeugen zu können, ihm 60.000€ zu geben.... Mit welcher Begründung ? Mit welcher nachweisbaren Performanz ?

Man muss doch voher mal 10 Jahre oder Performanz nachweisen können, um Leute zu überzeugen, dass man ihnen Geld für den Börsenhandel leiht... Auch noch 60.000€ .... und ich kalkuliere mir seit fünf Jahren meines ALG2 Bezugs ein Handelskonto in der Größe von 500€ - 2000€ zurecht, um überhaupt erstmal zu sehen - ob das nach 1-2 Jahre Praxis überhaupt was werden kann. Im Monat erstmal paar Euros damit verdienen oder lernen, dass das Geld vollkommen vernichtet wird. Da steckt viel Arbeit bisher drinne... 10.000 Stunden nur am Aufbau eines brauchbaren Fachwissens (und man fühlt, man kratzt nur an der Oberfläche).

Leute!

Ich muss gelegentlich echt mit dem Kopf schütteln...

Naiv!
__

"Eines Tages, möglicherweise jedoch nie, werde ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitten."

Geändert von HartzVerdient (20.02.2017 um 17:29 Uhr)
HartzVerdient ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 17:27   #2
ZynHH
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von ZynHH
 
Registriert seit: 06.07.2011
Ort: KOBANE CALLING
Beiträge: 13.763
ZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/inZynHH Investor/in
Standard AW: Kommentar zu "Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017" und dem Daytrading Urteil!

Zitat:
Jobcenter muss keine Börsentermingeschäfte finanzieren
Was das unbedarfte klagen angeht, stimme ich dir zu.

Aber wenn das jc börsengeschäfte finanzieren müsste, dann auch sonstige Glücksspiele...
__

Mahalo
ZynHH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 17:36   #3
HartzVerdient
Forumnutzer/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Benutzerbild von HartzVerdient
 
Registriert seit: 29.08.2012
Beiträge: 4.145
HartzVerdient Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Kommentar zu "Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017" und dem Daytrading Urteil!

Zitat von ZynHH Beitrag anzeigen
Aber wenn das jc börsengeschäfte finanzieren müsste, dann auch sonstige Glücksspiele...
Für mich kam eine Finanzierung durch das Jobcenter nie wirklich in Frage... Gedacht und Durchdacht habe ich viele... wirklich viele... Finazierungsmodelle. Am Ende kann man aber froh sein, wenn man das als ALG2 Empfänger - stressfrei - nebenher betreiben kann und einem das Jobcenter wohlgesonnen ist. Ein Handelskonto mit 500€ oder 1000€ am Anfang... Am Tag seine Watchlist überprüfen und die Performance der beobachteten Assets überwachen und dann nach Möglichkeit Einstiege finden... Ein hartes Brot...

100-200 Stunden an Arbeit im Monat für 0€-50€ Gewinn (oder gar Minus)... Aber 60.000€ (was theoretisch jedoch richtig ist, wenn man ca 2200€ - 2500€ im Monat haben möchte). Nur hat man da jeden Monat immensen Druck, um das Geld überhaupt zu verdienen. Normal dient ein Handelskonto der Maximierung... Man kumuiliert die Gewinne auf das Handelskonto auf, um - längerfristig - mit großem Handelskonto stressfreiere Positionen einzugehen...

... selbst ich musste mir das nach Jahren eingesetehen ...
__

"Eines Tages, möglicherweise jedoch nie, werde ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitten."
HartzVerdient ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2017 with attitude Aktuelle Termine und Entscheidungen 0 20.02.2017 16:13
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 07/2017 with attitude Aktuelle Termine und Entscheidungen 0 13.02.2017 12:15
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 05/2017 with attitude Aktuelle Termine und Entscheidungen 0 30.01.2017 09:43
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 02/2017 with attitude Aktuelle Termine und Entscheidungen 0 09.01.2017 13:25
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 01/2017 with attitude Aktuelle Termine und Entscheidungen 0 02.01.2017 09:48


Es ist jetzt 01:10 Uhr.

Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland