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Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


:  35
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Alt 16.12.2012, 10:12   #26
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Äh@Minima
Wer mit 600,- im Monat als Einkommen kalkuliert, der ist m.m. sowohl mit als auch ohne erg. Alg2 ein sog. kleinunternehmer.
Der zahlt für seine Einnahmen aus der freiberufl. Tätigkeit gar keine Steuer. Nur jährlich evtl. Über die " normale Est.
Oder?

Wer mit 600,- kalkuliert, und NICHT mit Alg2 ergänzt, der muß sich selbst und sein Kind krankenversichern. Das allein schlägt schon mit mind. 170,- zu Buche. Eher mehr wegen des Kindes.

RV mal ganz vernachlässigt.

Bleibt die Frage:
Wie kommt man mit einem kleinen Kind möglichst schnell weg vom JC?

Mit Einkommen oberhalb des maßgebenden Regelbedarf und der KdU.
Mindestens damit.
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Alt 16.12.2012, 10:29   #27
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lillimaee
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Dann frage ich mich, was der nette Herr von der Beratung denn da vorgerechnet hat :-/
Ich habe hier nur die Auflistung liegen, was ich beantragen könnte und was ich verdienen müsste.
So langsam erschleicht sich mir der Verdacht, dass ich nicht gut beraten wurde.
Solange mein Sohn nur einen Teilzeitpflegeplatz hat, kann ich nicht Vollzeit arbeiten gehen und so wie ich es nun erfahren habe, kann mich das JC auch nicht dazu zwingen.
Mit 3 kommt Junior in die Kita, dann schaut das schon anders aus.
Ich weiß ja nicht, was man Teilzeit verdienen kann in dem Bereich wo ich gern einsteigen wollte. Das erfahre ich dann morgen.
Ich hatte das bei dem Berater so verstanden, dass ich ausgezahlt 600 Euro haben müsste (nach Abzug alle Abgaben). Ich muss mir das noch mal genauer durchrechnen.
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Alt 16.12.2012, 10:58   #28
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nochten
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Hallo Minimina,

Zitat:
Wer sich nach dem 01.07.2013 selbständig macht (freiberuflich oder Umsatzsteuerpflichtig), muß sich gesetzlich rentenversichern und zwar wird das dann von der Rentenversicherung eingestuft nach Gewinn.
Woher hast Du Dein Wissen über diese Pflicht?
MMn ist es noch ein Entwurf der sogar noch im Petitionsausschuß rumliegt.

VG nochten
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Alt 16.12.2012, 11:02   #29
Minimina
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Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von lillimaee Beitrag anzeigen
Dann frage ich mich, was der nette Herr von der Beratung denn da vorgerechnet hat :-/
Ich habe hier nur die Auflistung liegen, was ich beantragen könnte und was ich verdienen müsste.
So langsam erschleicht sich mir der Verdacht, dass ich nicht gut beraten wurde.
Aus Deinen Beiträgen konnte ich nicht entnehmen, wer Dich da beraten hat.

Eins kann ich Dir aus meiner Erfahrung aus eigener Beratung (auch der Selbständigkeit) und als Beistand berichten:

Trau keinem Mitarbeiter des JC oder der Arge! Bis jetzt wurde ich, anderdere LE und alle Beistände nach Strich und Faden belogen und nur das Studium der Gesetze, die Hilfe des Forums konnten das schlimmste verhindern.

Was die Kinderbetreuungszeiten und Alg 2 angeht, da können Dir andere besser helfen.

Das JC hat schon vielen guten Ideen und motivierten guten Menschen die Perspektiven geraubt. Da muss man über lange Zeit Durchhaltevermögen beweisen um Erfolg zu haben.

LG MM
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Alt 16.12.2012, 11:08   #30
lillimaee->Emailproblem
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lillimaee
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Nein, es war ein Berater von einer Sozialberatungsstelle. Da war ich um mich beraten zu lassen, wie ich aus ALG2 rauskomme und was das finanziell für mich bedeutet. Ich hatte aber auch den Eindruck bei der Beratung, dass er nicht wirklich kompetent ist.
Daher habe ich mich nicht so wirklich drauf verlassen und angefangen Foren durchzulesen.
Aber bis man das erstmal alles sortiert und verstanden hat... Junge Junge, da ist man ja am Ende mehr Profi als die "Profis" *g*

Ich muss die ganzen Infos jetzt erstmal sortieren und für mich rechnerisch umsetzen, damit ich einen Überblick bekomme.

Auf das JC verlasse ich mich keinesfalls. Die werden erst informiert, wenn alles so sicher ist, dass die mir nichts mehr können.
Ich habe eine Beratungsstelle in meiner Gegend ausfindig machen können. Die werde ich mal aufsuchen.
Ich werde auch noch andere Beratungsstelle aufsuchen, denn je mehr ich informiert werde, desto besser.
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Alt 16.12.2012, 11:37   #31
Struwwelliese
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Struwwelliese Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von lillimaee Beitrag anzeigen
Ich habe eine Beratungsstelle in meiner Gegend ausfindig machen können.
Ich hatte den Link ja schon mal gepostet, aber hier die Beraterbörse:
https://beraterboerse.kfw.de/index.p...sultant_search

Berater tummeln sich viele auf dem Markt, die schießen wie Pilze aus dem Boden. Also Vorsicht...

Ich denke, es macht Sinn, eine/n EXISTENZGRÜNDUNGSberaterIn mit Erfahrung und mit Zertifizierung, z.B. durch die kfw, zu finden, über die/den du dann auch noch Zuschüsse beantragen kannst (und keinen Sozialarbeiter bei der allg. Sozialberatung, der von Eltern mit Schulschwänzern über Trauernde bis zu Arbeits- und Obdachlosen rundum berät und von allem höchstens ein bisschen Ahnung hat).

Es ist sicher nervenschonender, sich mit einem Halbtagsjob selbstständig zu machen, als beim JC zu bleiben. Aber es gilt zu bedenken, dass man dann auch viel weniger Zeit hat, die man evtl. am Anfang braucht, um alles aufzubauen.

Ich habe auch noch eine Frage: Reicht ein Mini-Job aus, um nicht mehr über's JC versichert zu sein (KV, PV)? D.h. wenn ich selbstständig bin, beim JC gemeldet und zusätzl. einen Minijob habe, wäre ich nicht mehr über das JC versichert?
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Alt 16.12.2012, 11:48   #32
Struwwelliese
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Struwwelliese Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

@ lillimaee
Zitat:
das ein oder andere Experiment kann auch als kleiner Zaubertrick vorgeführt werden
So eine Hexenköchin wie dich hätte ich mir in meiner Schulzeit gewünscht - als ich diesen jahrelangen Alptraum von Chemieunterricht erleiden mußte...
Struwwelliese ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2012, 12:04   #33
Struwwelliese
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Struwwelliese Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat:
Wer keine Zuschüsse beantragt, dem kann das JC die Selbständigkeit (ob freiberuflich oder gewerblich) weder verbieten, noch kann es sie unterbinden
Nun habe ich aber neulich beim JC einen Zuschuß für mein Coaching nach Gründung (keine JC-Maßnahme!) beantragt.
Das Schreiben wurde allerdings ignoriert.
Dann wäre es ja unklug, wenn ich da noch mal was unternehme.... - oder?
Struwwelliese ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2012, 12:52   #34
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

@lillimaee

wenn der Berater nur nett war, ist das leider nicht immer hilfreich.
Vielleicht ist das so hier gerade passiert.
Vielleicht sammeln wir mal Zahlen und Fakten, die aus der Sicht von Alg2-*abhängigen* Selbständigen eine andere Sprache sprechen?

Dein Bedarf an Alg2/Sozialgeld fürs Kind wäre als Alleinerziehende mit einem unter 6 jährigen Kind ab Januar 2013:
382+138+224 = 744,-+KdU
KdU für 2 Personen---also eure Wohnkosten
Das würdest du ohne jedes eigene Einkommen vom Jobcenter beanspruchen können.
Das Jobcenter zahlt dann auch die KV/PV.

Da bist du doch schon bei etwa 1000,- im Monat, wenn du günstigst für 250,- wohnst.


Dein Berater hat etwas vergessen--oder hat wenig Ahnung.
Wer vollkommen anspruchslos mit dem Alg2 auskommen muß und bei günstigstem Wohnen etwa 1000 bekommt--- eher wohl mehr---

Angerechnet auf Alg2 würde also dann Kindergeld, K-UH, dein Einkommen.
Dafür gäbe es unterschiedliche Freibeträge und du hättest dann etwas mehr als diese (fiktiven ) 1000,-

600,- ist eine leider unrealistische Zahl.
oder anders gefrgat:
Was müßtest du von diesen 600,- alles bezahlen pro Monat?

Und nochwas:
Dein Kind ist jetzt 1 1/2.
Also kann es wohl erst Mitte 2014 in die Kita.
Also kannst du wohl erst frühestens ab Mitte 2014 Vollzeit arbeiten.

Was du als TZ-Arbeitnehmerin im Angestelltenverhältnis verdienen kannst, wirst du aus den Tarifverträgen herausfinden, die für dich zutreffen.
Aus Erfahrung kann ich dir sagen, daß die meisten AG sich eben Freelancer oder Minijobber in die Firmen holen.
Befristete AV bzw. Zeitverträge für Honorarkräfte bieten sie an und der jeweilige muß sich von dem Erlös dann auch noch selbst sozialversichern.

Also leider erst mal gar keine rosigen Aussichten für dolles Geldverdienen.
Wenn du eine Ausbildung hast, gut
Wenn du schon Berufserfahrung hast, gut.
Wenn du ein nicht abgeschlossenes Studium hast, schlecht.
Wenn du ein kleines Kind hast und alleinerziehend bist, schlecht.

So siehts fast jeder Arbeitgeber.
Leider.
silka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2012, 14:18   #35
pilates->Emailproblem
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pilates
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Freie Berufe und Gewerbe

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen allgemein Gewerbetreibenden, die Ihr Einkommen vor allem durch Kapitaleinsatz und/oder den Einsatz Anderer erlangen, und FreiberuflerInnen, die vor allem eine eigene, sehr persönliche Leistung einbringen und durch ein besonderes Vertrauensverhältnis mit ihrem Klientel verbunden sind. Diese Definition ist äusserst unklar. Selbst der entsprechende Katalog des Umsatzsteuergesetzes ist unzureichend und erweiterungsfähig. So hat der „Bund dt. Yogalehrerinnen“ erreicht, dass die Leitung von Yoga-Kursen als freiberuflich eingestuft ist, während Coaching immer noch als Gewerbe anzusehen ist. Für FreiberuflerInnen sieht die Steuergesetzgebung gewisse Erleichterungen vor (vereinfachte Gewinnermittlung - keine Buchführungs- aber Aufzeichnungspflicht - keine Gewerbesteuer). Eine Anmeldung beim Gewerbeamt ist nicht erforderlich (auch gar nicht möglich). Allerdings ein Antrag beim Bauamt, falls eigene Räumlichkeiten vorgehalten werden sollen.

Auch gewerbliche Tätigkeit ist selbständig, aber die Persönlichkeit und das persönliche Verhältnis zum Klientel ist von geringerer Bedeutung. Gewerbliche Tätigkeit ist grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig und umsatzsteuerpflichtig . Institute und GmbHs werden (noch) generell als Gewerbe eingestuft. Ebenso Personengesellschaften (GBR), sobald auch nur ein Gesellschafter kein Freiberufler ist (z.B. Betriebswirt)!

Deine unterrichtende Tätigkeit dürfte jedenfalls grundsätzlich als freiberuflich einzustufen sein. Gewerblich wäre es sicherlich dann, wenn ein „Institut“ gegründet wird, eigene Räumlichkeiten vorgehalten werden, weitere fremde Dozent_innen beschäftigt werden. Sinnvoll ist es, die Frage dem örtlichen Finanzamt mit Tätigkeitsbeschreibung vorzulegen und eine verbindliche Auskunft anzufordern. Sonst kann es ggf. später zu Nachforderungen kommen.

Der „Lohn“ für freiberufliche Tätigkeit heisst (z-B. Kursleiter-) „Honorar“. Wenn du angestellt bist (und sei es im Minijob) bist du nicht mehr selbständig.

Rentenversicherungspflicht kann entstehen, wenn die Minijobgrenze (2013: 450,-- mtl). überschritten wird. Bei der Beurteilung werden jedoch hohe Pauschalen für Kosten anerkannt.

Kleinunternehmerregelung und Gewerbesteuerfreibetrag (beides googeln!)

Von Gewerbesteuer befreit sind Sie bei Umsätzen bis zur Höhe von 24.500 € im Jahr. Zusätzlich können Beträge bis zu 72.500 Euro steuerlich begünstigt werden, da die Steuer in der Ertragsklasse noch nach einem Staffeltarif berechnet wird. Von Umsatzsteuer sind Sie befreit, wenn Ihre Bruttoumsätze (also inklusive eines möglichen Umsatzsteueraufschlages) im vorangegangenen Kalenderjahr 16.620 € nicht überschritten haben und im laufenden Kalenderjahr 50.000 € voraussichtlich nicht übersteigen. Dabei bleibt die Prognose massgebend!

Mehr Infos z.B. auf akademie.de .

pilates ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2012, 14:23   #36
Minimina
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Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von silka Beitrag anzeigen
Äh@Minima
Wer mit 600,- im Monat als Einkommen kalkuliert, der ist m.m. sowohl mit als auch ohne erg. Alg2 ein sog. kleinunternehmer
Freiberuflichkeit und Kleinunternehmertum sind 2 verschiedene Paar Stiefel:

Jeder der Freiberufler ist kann auch Kleinunternehmer sein, weil der Freiberufler eine Freier Beruf ist. Ein Freier Beruf ist als Freier Beruf beim Finanzamt deklariert!!!

Ein Kleinunternhemer ist aber nicht gleichzeitig ein Freiberufler, sondern, wenn er keinen Freien BERUF ausübt (Name mit Bescheinigung, z.B. Erlaubnis und Ausbildung zum Steuerberater, Studierter und eingetragener Architekt, Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde), dann ist er ein Selbständiger!!!

Die Unterscheidung ist nicht die Höhe des Umsatzes/Gewinns, sonderen die Einordnung in einen BERUF!

Zitat:
Der zahlt für seine Einnahmen aus der freiberufl. Tätigkeit gar keine Steuer. Nur jährlich evtl. Über die " normale Est.
Oder?
Er übt wahrscheinlich eine selbtändige Tätigkeit und keine freiberufliche Tätigkeit aus.

Unter einer gewissen Einkommenshöhe kann auf Antrag bzw. des Steuerbescheides die Befreiung der Usst.Voranmeldung und Zahlung erlassen werden.

Einkommensteuer muss erst ab einem gewissen Jahresverdienst bezahlt werden, dann nämlich, wenn der Steuerfreibetrag der jedem zusteht erreicht ist.

Zitat:
Wer mit 600,- kalkuliert, und NICHT mit Alg2 ergänzt, der muß sich selbst und sein Kind krankenversichern. Das allein schlägt schon mit mind. 170,- zu Buche. Eher mehr wegen des Kindes
Genau, wenn er keine sozialversicherungspflichtigen Anstellung hat. Man kann aber dann Wohngeld beantragen. Trotzdem wirds wohl nicht reichen

Zitat:
RV mal ganz vernachlässigt
Genau das ist ja der Skandal mit dem Zwang zur RV für Selbständige bzw. Freiberufler, besonders da ja nicht nur die Hälfte bezahlt werden muss wie bei abhänig Beschäftigten. So werden viele Existenzen, die sich grade mal halten konnten in die Pleite manövriert werden und viele mögliche Existenzgründungen verhindert werden.

Zitat:
Bleibt die Frage:
Wie kommt man mit einem kleinen Kind möglichst schnell weg vom JC?
Schwer.

Zitat:
Mit Einkommen oberhalb des maßgebenden Regelbedarf und der KdU.
Mindestens damit
So rechnet das JC nicht.

LG MM
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Alt 16.12.2012, 14:51   #37
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

@Minima

die TE ist eine Alg2-bezieherin, alleinerziehend mit ziemlich kleinem Kind.

sie will sich aus Alg2 heraus selbständig machen als Freiberuflerin.
Das, was sie dann an Dienstleistung anbieten will, ist kein Gewerbe.
Sie wird zunächst wenig Einkommen aus dieser Selbständigkeit haben.
Deswegen wird sie beim FA als Kleinunternehmerin gelistet werden.

Mehr wollte ich gar nicht zum Ausdruck bringen.
Sie wäre dann eine (natürlich selbständige) Freiberuflerin mit FA-Status *Kleinunternehmen*.

Ich habe mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt.


Welcher Skandal mit der RV?

Das trifft auf die TE derzeit und voraussichtlich nicht zu.
Sie ist jetzt in Alg2-Bezug.
Sie wäre dann später als Freiberuflerin mit kleinem Einkommen und im erg. Alg2-Bezug nicht der RV-Pflicht unterworfen.

Ob und wann sie evtl. ein Einkommen im sv-pflichtigen Bereich hat, weiß jetzt noch keiner. Ob aus Selbständigkeit UND Minijob, weiß auch keiner.

Wer unterliegt denn eigentlich als Selbständiger der RV-Pflicht?
§ 2 SGB VI Selbständig Tätige

Danach die TE, wenn sie den Schritt in die Selbständigkeit jetzt doch wagt, schon mal nicht. Das dürfte wohl sicher sein.

Ob sich bis dahin die Leidens-Ministerin duchsetzt und noch mehr *schutzwürdige* Personen herausfummelt aus dem Heer der Selbständigen---das bleibt abzuwarten und ist jetzt jedenfalls noch kein Skandal.
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Alt 16.12.2012, 15:30   #38
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nochten
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat:
Sie wäre dann später als Freiberuflerin mit kleinem Einkommen und im erg. Alg2-Bezug nicht der RV-Pflicht unterworfen.
Da wären die Löhne von "Aufstockern" ja auch rentenversicherungsfrei, dem ist jedoch nicht so!

Und wegen dem "Lehrer":
Versicherungspflicht Lehrer, Dozenten und Trainer

An den TE: also erst ALLE Stellen abklappern und verbindliche Infos einholen und dann an die Freiberuflichkeit denken!!!

VG nochten
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Alt 16.12.2012, 16:06   #39
Minimina
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Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina Minimina
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von nochten Beitrag anzeigen
Hallo Minimina,


Woher hast Du Dein Wissen über diese Pflicht?
MMn ist es noch ein Entwurf der sogar noch im Petitionsausschuß rumliegt.

VG nochten
Richtig. Habe nur geringe Hoffnung daß der Petitionsaussuß Erfolg haben wird. Trotzdem wünsche ich mir daß es den Selbständigen selbst überlassen bleibt wie sie für ihr Alter vorsorgen.

Das ist insofern sketchy, weil wenn man zwischen 30 und 50 ist, und man bereits einige Beiträge in die RV eingezahlt hat, kann es sich lohnen sich bis zum 01.07.2012 selbständig zu machen um die RV Befreiung zu bekommen.

Wenn jemand das nicht weiß oder erst kurz vor dem 01.07.2012 erfährt, hat man keine bis wenig Möglichkeiten der RV-Pflicht zu entgehen. Insofern ist schon die Kurzfristigkeit vom Gesetzesvorschlag bis zum Inkrafttreten des Gesetzes ein Witz.

Zitat:
Berufe, die nicht im Einkommenssteuergesetz genannt sind und einen teilweise gewerblichen Inhalt haben, werden vom Finanzamt als Gewerbeberufe eingestuft und somit muss sich der Anmeldende auch beim Gewerbeamt melden.
Dies hat den Nachteil, dass dann auch die Gewerbesteuer anfällt.
Definition Freiberufler

D.h. ob Du Freiberuflich oder Gewerbetreibend bist, erfährst Du beim Finanzamt.

Zitat:
Welcher Skandal mit der RV?
Schon beantwortet:

Zitat:
besonders da ja nicht nur die Hälfte bezahlt werden muss wie bei abhänig Beschäftigten. So werden viele Existenzen, die sich grade mal halten konnten in die Pleite manövriert werden und viele mögliche Existenzgründungen verhindert werden
und hier der Link zur Rentenversicherung:

Gesetzliche Rentenversicherung

LG MM
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Alt 16.12.2012, 17:29   #40
silka
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@nochten
sie wird als Selbständige aber keine Lehrerin sein. Auch keine Dozentin und keine Trainerin.
Daß, was sie über ihre Pläne geschrieben hat, machen diese Leute nicht.
Wie kommst du nur darauf?

@Minima:
du skizzierst in die Zukunft. Es gibt derzeit eine solche RV-Pflicht nicht.

Und das Gewerbeamt sagt dir ebenso, ob du in ihrer Liste stehst---dann bist du Gewerbetreibender.
Steht dein Beruf nicht dort drin, bist du keiner und bist also Freiberufler.

Für die TE schlage ich vor:
Beratender Beruf.
Gelegentliche Workshops oder manchmal lustige Zaubereien hindern nicht an eigentlich überwiegender beratender Tätigkeit.

Die TE wird zu keiner dieser aufgeführten RV-pflichtigen Berufe gehören.

Ich verstehe deine Angst und deine Skandalrufe NUR hinsichtlich eines geänderten Gesetzes.
Es gibt noch kein geändertes Gesetz zur RV.
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Alt 16.12.2012, 21:58   #41
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Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

@silka
hattes Du meinen Link mal angeklickt. Darin steht:
"Dies entscheidet nicht Du, nicht ich, noch sonst irgendwer, sondern die gesetzliche RV!"
;-)
Und diese ist grausam beim Eintreiben von Beiträgen!

Und lieber VORHER genau Bescheid wissen und dann sich selbständig/freiberuflich machen!

VG nochten
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Alt 16.12.2012, 22:04   #42
lillimaee->Emailproblem
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lillimaee
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Oh, jetzt wurde hier einiges geschrieben und ich muss das erstmal sortieren.

Also, die Rechnung vom Berater sah so aus (und nun fragt mich aber nicht, wie er auf die Zahlen kommt):

184 Euro Kindergeld
156 Euro Minijob (putzen)
133 Euro Unterhaltsvorschuss
140 Euro Kindergeldzuschlag (geschätzt)
140 Euro Wohngeld (geschätzt)
macht zusammen 753 Euro

Jetzt habe ich knapp 1200 Euro.
Wenn ich nun in einer Teilzeitstelle 600 Euro (netto) verdiene, hätte ich etwas über 1300 Euro.
Meine Miete beträgt 490 Euro, dazu Stom 40 Euro, Telefon und Handy zusammen 50 Euro. Das sind so die Kosten bis jetzt.
So war seine Rechnung und ich habe sie (jetzt sehe ich es ein, dummerweise) so angenommen.

Lehrerin u.d.gl. bin ich in der Tat nicht.
Ich finde den Link leider nicht mehr, aber es gibt eine Seite, da kann man sich verschiedene freie Berufe ansehen und meine Tätigkeit käme einer Nachhilfe am ehesten nahe. Vielleicht auch jemandem, der Kurse anbietet.

Zu all' den Infos über RV und anderen Leistungen möchte ich mich jetzt erstmal zurückhalten, denn mir fehlt da wirklich das Wissen. Ich habe mir aber alles notiert und werde das bei dem Berater vorlegen, sobald ich einen Termin habe.
Ob ich die kfw-Beratung beanspruchen kann, weiß ich nicht. Mit denen liege ich, wenn wir uns nicht einigen (und das wird sicher nicht geschehen), im Rechtsstreit bezüglich Leistungen, die angeblich gezahlt wurden (was aber nicht stimmt). Geht um Studienbeiträge.
Das soll jetzt erstmal ausklamüsert werden.
Ich werde da aber dennoch mal anfragen.

Für eure wirklich interessanten und hilfreichen Antworten danke ich! Es hat mich um einiges weiter gebracht. Echt super :-)
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Alt 16.12.2012, 22:49   #43
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Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat:
meine Tätigkeit käme einer Nachhilfe am ehesten nahe
mänöh...
Nachhilfe = Wissen vermitteln = ???

VG nochten
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Alt 17.12.2012, 08:21   #44
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lillimaee
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Ich sage doch nur, was auf der Seite stand und dort stand, dass Nachhilfe und Lehrer eben nicht gleich sind. Nachhilfe ist nicht RV-Pflichtig. Ich will mich da jetzt nicht drauf festlegen, aber das sind halt meine Infos.
Da wird wohl doch unterschieden im Vermitteln von Wissen.

In einem Forum anwortete die DRV

"Nachhilfe und Dozententätigkeit sind zwei verschiedene Aussagen"
" Nur, dass Sie keinen Hauptjob haben und Nachhilfe geben besteht keine Rentenversicherungspflicht."

Bei dem TE ging es um jemanden, der Freiberufler in Nachhilfe war, keinen Hauptjob hatte und diese Frage an die DRV stellte.
ABER, die DRV sagt auch, dass es immer einzelfallgeprüft wird. Da muss ich wohl einfach nachfragen.
lillimaee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 02:01   #45
Hamilkar
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Hamilkar
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Hi, habe dir schon in dem anderen Thread geantwortet.

bzgl. der Freiberuflichkeit, das leitet sich aus dem EStG ab, $ 18.

auch ohne Lehrer zu sein, kannst Du unterrichten, Wissen vermitteln, was der Sache mit den Kiddis schon sehr nahe kommt.

notfalls IHK oder Finanzamt fragen!

beim FA wird sowieso die Steuernummer beantragt; und selbstverständlich müssen auch Freiberufler Umsatzsteuer zahlen (elster Umsatzsteuervornameldung monatlich bei Existenzgründern), wenn sie zur Umsatzsteuer votieren (das hat ungeahnte Vorzüge :-)) und umsatzsteuerflichtige Einnahmen generieren (Honorare z.B.).
Hamilkar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 10:38   #46
Minimina
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Zitat von Hamilkar Beitrag anzeigen

beim FA wird sowieso die Steuernummer beantragt; und selbstverständlich müssen auch Freiberufler Umsatzsteuer zahlen (elster Umsatzsteuervornameldung monatlich bei Existenzgründern), wenn sie zur Umsatzsteuer votieren (das hat ungeahnte Vorzüge :-)) und umsatzsteuerflichtige Einnahmen generieren (Honorare z.B.).
Normalerweise versuchen Freiberufler genau das zu vermeiden. Denn es bedeutet für einen Freiberufler unglaublichen Zeitaufwand für die Buchhaltung und Vorsteuer/Usst.-Vorauszahlung (teilweise monatlich). Die Vorauszahlung muss man sich auch erst mal leisten können und dann auch noch richtig vorauschauenen berechnen (d.h. in die Glaskugel schauen).

Ganz zu schweigen davon daß man dann gezwungen ist Rechnungen zu schreiben (anstatt nur über Quittungen) seine Einnahmen zu dokumentieren und anstat der Einnahmen-Überschußrechnung eine Bilanz zu führen.

Das gilt besonders für Freiberufler die als Einzelperson selbständig sind und darauf angewiesen sind für jede mögliche Minute ihrer Zeit bezahlt zu werden, anstatt ihre Zeit mit unnötigem Papierkaram für den Staat ihre Zeit zu verplempern.

Wer natürlich so weit oben ist, daß er horrende Honorare (Steinbrück) verlangen kann oder über die Menge der Waren die er umschlagen kann sein Geld verdient ist das natürlich eher egal. Der kann ja den Papierkram "delegieren" und das auch noch von der Steuer absetzen.

Aber lass uns doch noch mal in einem Vergleich nachschauen was Usst-Voranmeldung noch so für Vorteile bring FÜR DEN STAAT:

Handel:
1 Stunde Arbeit durch An-VerKauf: 100,- Euro ausgegeben, davon 19,- Euro Vorsteuer bezahlt. Ware für 1000,- Euro verkauft dafür 190,- Euro Mehrwertsteuer eingenommen. Differenz: 171,- Euro die ich für den Staat verdient habe, allein durch Handel.

Freiberufliche Arbeit durch meine Arbeitskraft: 1 Stunde Arbeit z.B. als Architekt 120,- Euro brutto eingenommen. Kunde zahlt keine Usst.Steuer, ich zahle keine Usst.Steuer. Differnz. 0,00 Euro für den Staat an USST (Einkommensteuer muss natürlich bezahlt werden).

Warum wohl möchte der Staat die Freiberufler loswerden?

Aber nenn uns doch mal spasseshalber die von Dir vorgebrachten "Vorteile". Ich würde gerne noch was dazulernen.

LG MM
Minimina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 17:09   #47
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

@Hamilkar
daß man auch als Freiberufler eine Steuernummer kriegt, ja, das stimmt.
Daß man aber auch Umsatzsteuer zahlen muß oder gar eine Vorauszahlung leisten muß, daß ist nicht richtig.

Die TE ist KEINE Existenzgründerin.
Sie wird in der ersten Zeit als Kleinunternehmer beim FA laufen.

Sie sollte die IHK nicht fragen---die ködern gleich wieder einen Beitragszahler.

Ansonsten schließe ich mich den Argumenten von @Minimina an.
silka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 18:04   #48
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alexander29 alexander29 alexander29 alexander29
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von Minimina Beitrag anzeigen
Normalerweise versuchen Freiberufler genau das zu vermeiden. Denn es bedeutet für einen Freiberufler unglaublichen Zeitaufwand für die Buchhaltung und Vorsteuer/Usst.-Vorauszahlung (teilweise monatlich). Die Vorauszahlung muss man sich auch erst mal leisten können und dann auch noch richtig vorauschauenen berechnen (d.h. in die Glaskugel schauen).
Das Geld bekommt man ja dann, wenn der Kunde zahlt, legt es zur Seite und zahlt davon die fällige Umsatzsteuer, ganz einfach.
Denn die UST kommt auf den Preis, den man nimmt, obendrauf.
Und eine UST-Erklärung dauert, zumindest bei den Menschen, die hier sind, im Monat max 1 Stunde.
Vorausschauend muss man nichts berechnen, die UST-Erklärung wird für die Vergangenheit erstellt.

Ganz zu schweigen davon daß man dann gezwungen ist Rechnungen zu schreiben (anstatt nur über Quittungen) seine Einnahmen zu dokumentieren und anstat der Einnahmen-Überschußrechnung eine Bilanz zu führen.
Natürlich kann man weiter eine EÜR machen, gibt keine Bilanzpflicht; viell bei einer GmbH oder AG, aber hier dürfte keiner Geld für eine richtige GmbH haben und deshalb als Einzelunternehmer das Gewerbe anmelden.

Das gilt besonders für Freiberufler die als Einzelperson selbständig sind und darauf angewiesen sind für jede mögliche Minute ihrer Zeit bezahlt zu werden, anstatt ihre Zeit mit unnötigem Papierkaram für den Staat ihre Zeit zu verplempern.
Wenn denn alle soviel Aufträge hätten, bräuchten sie kein ALG 2 zu beantragen.

Wer natürlich so weit oben ist, daß er horrende Honorare (Steinbrück) verlangen kann oder über die Menge der Waren die er umschlagen kann sein Geld verdient ist das natürlich eher egal. Der kann ja den Papierkram "delegieren" und das auch noch von der Steuer absetzen.

Aber lass uns doch noch mal in einem Vergleich nachschauen was Usst-Voranmeldung noch so für Vorteile bring FÜR DEN STAAT:

Handel: 1 Stunde Arbeit durch An-VerKauf: 100,- Euro ausgegeben, davon 19,- Euro Vorsteuer bezahlt. Ware für 1000,- Euro verkauft dafür 190,- Euro Mehrwertsteuer eingenommen. Differenz: 171,- Euro die ich für den Staat verdient habe, allein durch Handel.

Freiberufliche Arbeit durch meine Arbeitskraft: 1 Stunde Arbeit z.B. als Architekt 120,- Euro brutto eingenommen. Kunde zahlt keine Usst.Steuer, ich zahle keine Usst.Steuer. Differnz. 0,00 Euro für den Staat an USST (Einkommensteuer muss natürlich bezahlt werden).

Warum wohl möchte der Staat die Freiberufler loswerden?

Aber nenn uns doch mal spasseshalber die von Dir vorgebrachten "Vorteile". Ich würde gerne noch was dazulernen.

LG MM
Ein Vorteil hat der Freiberufler allerdings, er ist 19 % billiger als die Konkurrenz.

Nachteil ist, dass ein Unternehmer auch 19 % vom Finanzamt wiederbekommt, er zahlt also, wenn es geschäftlich ist, 19 % weniger als der Freiberufler.

Und ob ich Einnahmen für den Staat generiere oder nicht, ist mir völlig schnuppe.
Ich würde mich ein wenig "gut" fühlen, wenn ich Einnahmen für den Staat generieren würde, weshalb sollte ich das denn nicht tun ?
alexander29 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 20:39   #49
hartaber4
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hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4 hartaber4
Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Ausübende der klassischen freien Berufe, auch Katalogberufe genannt, sind nicht gewerbesteuerpflichtig, da sie keine Unternehmer iSv. § 5 Abs. 1 S. 1 GewStG sind. Sie sind aber umsatzsteuerpflichtig und einkommensteuerpflichtig. Das Finanzamt entscheidet, ob eine selbständig ausgeübte Tätigkeit gewerblich oder freiberuflich ist. Es wird hierbei zwischen den Katalogberufen und anderen, zum Teil neu entstandenen, selbständigen Berufen unterschieden, die tendenziell eher als gewerblich eingestuft werden.


http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Beruf_(Deutschland)


§ 18 EStG

(1) Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind
1.Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. 2Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe. 3Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird. 4Eine Vertretung im Fall vorübergehender Verhinderung steht der Annahme einer leitenden und eigenverantwortlichen Tätigkeit nicht entgegen;

ff.

z.B. freier Beruf RA:

Der Rechtsanwalt erzielt mit seiner Tätigkeit Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). Er muss diese Einkünfte der Einkommensteuer unterwerfen.
Zusätzlich fällt Umsatzsteuer an. Die Rechtsanwaltskanzlei stellt dagegen als solches
keinen Gewerbebetrieb i. S. d. Gesetzes dar, so dass für den Rechtsanwalt keine Gewerbesteuer

anfällt.

Link:

http://anwaltverein.de/downloads/Rat...-u-Steuern.pdf
__

ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
hartaber4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.2012, 20:48   #50
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Standard AW: Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

Zitat von alexander29 Beitrag anzeigen
Ein Vorteil hat der Freiberufler allerdings, er ist 19 % billiger als die Konkurrenz.

Nachteil ist, dass ein Unternehmer auch 19 % vom Finanzamt wiederbekommt, er zahlt also, wenn es geschäftlich ist, 19 % weniger als der Freiberufler.

Und ob ich Einnahmen für den Staat generiere oder nicht, ist mir völlig schnuppe.
Ich würde mich ein wenig "gut" fühlen, wenn ich Einnahmen für den Staat generieren würde, weshalb sollte ich das denn nicht tun ?
???

siehe:

§ 15 Vorsteuerabzug UStG

(1) Der Unternehmer kann die folgenden Vorsteuerbeträge abziehen: 1.die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind. Die Ausübung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den §§ 14, 14a ausgestellte Rechnung besitzt. Soweit der gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auf eine Zahlung vor Ausführung dieser Umsätze entfällt, ist er bereits abziehbar, wenn die Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist;
2.die entrichtete Einfuhrumsatzsteuer für Gegenstände, die für sein Unternehmen nach § 1 Abs. 1 Nr. 4 eingeführt worden sind;
3.die Steuer für den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen für sein Unternehmen;
4.die Steuer für Leistungen im Sinne des § 13b Absatz 1 und 2, die für sein Unternehmen ausgeführt worden sind. Soweit die Steuer auf eine Zahlung vor Ausführung dieser Leistungen entfällt, ist sie abziehbar, wenn die Zahlung geleistet worden ist;
5.die nach § 13a Abs. 1 Nr. 6 geschuldete Steuer für Umsätze, die für sein Unternehmen ausgeführt worden sind.
Nicht als für das Unternehmen ausgeführt gilt die Lieferung, die Einfuhr oder der innergemeinschaftliche Erwerb eines Gegenstands, den der Unternehmer zu weniger als 10 Prozent für sein Unternehmen nutzt.
(1a) Nicht abziehbar sind Vorsteuerbeträge, die auf Aufwendungen, für die das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 oder des § 12 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes gilt, entfallen. Dies gilt nicht für Bewirtungsaufwendungen, soweit § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes einen Abzug angemessener und nachgewiesener Aufwendungen ausschließt.
(1b) Verwendet der Unternehmer ein Grundstück sowohl für Zwecke seines Unternehmens als auch für Zwecke, die außerhalb des Unternehmens liegen, oder für den privaten Bedarf seines Personals, ist die Steuer für die Lieferungen, die Einfuhr und den innergemeinschaftlichen Erwerb sowie für die sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit diesem Grundstück vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen, soweit sie nicht auf die Verwendung des Grundstücks für Zwecke des Unternehmens entfällt. Bei Berechtigungen, für die die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke gelten, und bei Gebäuden auf fremdem Grund und Boden ist Satz 1 entsprechend anzuwenden.
(2) Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist die Steuer für die Lieferungen, die Einfuhr und den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen sowie für die sonstigen Leistungen, die der Unternehmer zur Ausführung folgender Umsätze verwendet: 1.steuerfreie Umsätze;
2.Umsätze im Ausland, die steuerfrei wären, wenn sie im Inland ausgeführt würden.
Gegenstände oder sonstige Leistungen, die der Unternehmer zur Ausführung einer Einfuhr oder eines innergemeinschaftlichen Erwerbs verwendet, sind den Umsätzen zuzurechnen, für die der eingeführte oder innergemeinschaftlich erworbene Gegenstand verwendet wird.
(3) Der Ausschluss vom Vorsteuerabzug nach Absatz 2 tritt nicht ein, wenn die Umsätze 1.in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 1 a)nach § 4 Nr. 1 bis 7, § 25 Abs. 2 oder nach den in § 26 Abs. 5 bezeichneten Vorschriften steuerfrei sind oder
b)nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis g oder Nr. 10 Buchstabe a steuerfrei sind und sich unmittelbar auf Gegenstände beziehen, die in das Drittlandsgebiet ausgeführt werden;

2.in den Fällen des Absatzes 2 Satz 1 Nr. 2 a)nach § 4 Nr. 1 bis 7, § 25 Abs. 2 oder nach den in § 26 Abs. 5 bezeichneten Vorschriften steuerfrei wären oder
b)nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis g oder Nr. 10 Buchstabe a steuerfrei wären und der Leistungsempfänger im Drittlandsgebiet ansässig ist.


(4) Verwendet der Unternehmer einen für sein Unternehmen gelieferten, eingeführten oder innergemeinschaftlich erworbenen Gegenstand oder eine von ihm in Anspruch genommene sonstige Leistung nur zum Teil zur Ausführung von Umsätzen, die den Vorsteuerabzug ausschließen, so ist der Teil der jeweiligen Vorsteuerbeträge nicht abziehbar, der den zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führenden Umsätzen wirtschaftlich zuzurechnen ist. Der Unternehmer kann die nicht abziehbaren Teilbeträge im Wege einer sachgerechten Schätzung ermitteln. Eine Ermittlung des nicht abziehbaren Teils der Vorsteuerbeträge nach dem Verhältnis der Umsätze, die den Vorsteuerabzug ausschließen, zu den Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, ist nur zulässig, wenn keine andere wirtschaftliche Zurechnung möglich ist. In den Fällen des Absatzes 1b gelten die Sätze 1 bis 3 entsprechend.
(4a) Für Fahrzeuglieferer (§ 2a) gelten folgende Einschränkungen des Vorsteuerabzugs: 1.Abziehbar ist nur die auf die Lieferung, die Einfuhr oder den innergemeinschaftlichen Erwerb des neuen Fahrzeugs entfallende Steuer.
2.Die Steuer kann nur bis zu dem Betrag abgezogen werden, der für die Lieferung des neuen Fahrzeugs geschuldet würde, wenn die Lieferung nicht steuerfrei wäre.
3.Die Steuer kann erst in dem Zeitpunkt abgezogen werden, in dem der Fahrzeuglieferer die innergemeinschaftliche Lieferung des neuen Fahrzeugs ausführt.

(4b) Für Unternehmer, die nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässig sind und die nur Steuer nach § 13b Absatz 5 schulden, gelten die Einschränkungen des § 18 Abs. 9 Sätze 4 und 5 entsprechend.
(5) Das Bundesministerium der Finanzen kann mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung nähere Bestimmungen darüber treffen, 1.in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens für den Vorsteuerabzug auf eine Rechnung im Sinne des § 14 oder auf einzelne Angaben in der Rechnung verzichtet werden kann,
2.unter welchen Voraussetzungen, für welchen Besteuerungszeitraum und in welchem Umfang zur Vereinfachung oder zur Vermeidung von Härten in den Fällen, in denen ein anderer als der Leistungsempfänger ein Entgelt gewährt (§ 10 Abs. 1 Satz 3), der andere den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen kann, und
3.wann in Fällen von geringer steuerlicher Bedeutung zur Vereinfachung oder zur Vermeidung von Härten bei der Aufteilung der Vorsteuerbeträge (Absatz 4) Umsätze, die den Vorsteuerabzug ausschließen, unberücksichtigt bleiben können oder von der Zurechnung von Vorsteuerbeträgen zu diesen Umsätzen abgesehen werden kann.
__

ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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