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Start > > -> JC verrechnet SGB-II-Leistungen mit geschätzten Angaben der Anlage EKS! Hallo???

Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


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Alt 19.07.2014, 19:56   #51
LoreS->Emailproblem
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LoreS LoreS
Standard AW: JC verrechnet SGB-II-Leistungen mit geschätzten Angaben der Anlage EKS! Hallo???

Zunächst mal herzliches Beileid zu weiten Teilen dieses Threads!

Ich bin selbst selbständige Aufstockerin, und mein Eindruck ist, daß es in der Leistungsabteilung oberstes Gebot ist, Überzahlungen zu vermeiden. Die Deckung des tatsächlichen Bedarfs ist ausdrücklich kein Anliegen (allgemein gesprochen, dem einzelnen Mitarbeiter mag es durchaus auch mal ein Anliegen sein, aber vom System ist das nicht vorgesehen). Mein Eindruck ist, daß sie davon ausgehen, daß diejenigen Leistungsberechtigten, bei denen dann tatsächlich eine Bedarfsunterdeckung vorliegt, sich schon beschweren werden, und daß diejenigen, die sich nicht beschweren, sicherlich über ausreichende Mittel verfügen, über die sie dem Jobcenter halt nichts mitteilen. (Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß das natürlich nicht stimmt. Denn bevor ich wußte, wie man sich dem Jobcenter gegenüber verhalten muß, habe ich selbst unter massiver Bedarfsunterdeckung gelitten und konnte einmal (ohne Sanktion o. ä.!!!) nicht mal meine Miete zahlen.)

Allerdings ist ihnen – weiterhin meinem Eindruck nach – schon klar, daß im Gesetz keine Rede ist davon, daß es oberste Priorität sei, Überzahlungen zu vermeiden. Während Schreiben von mir, die nicht die Überschrift “Widerspruch” hatten, komplett und souverän ignoriert wurden, wurde meinen Widersprüchen (nachdem ich endlich mal rausgekriegt hatte, daß ich das machen muß), stets stattgegeben.

Allerdings bleibt meine Erfahrung, daß Entscheidungen immer wieder neu unter dem Aspekt getroffen werden, Überzahlungen zu vermeiden. Z. B. werden bei Weiterbewilligungsanträgen regelmäßig völlig überhöhte fiktive Einnahmen angesetzt. Wichtig ist meiner Erfahrung nach, darauf sofort zu reagieren, damit Du überhaupt nicht erst in eine Notsituation kommst. Unbedingt darauf bestehen, daß keine höheren Einnahmen angenommen werden, als Du in deiner vorläufigen EKS angegeben hast. Und in der EKS nur das angeben, wovon du denkst: “Ja, das nehme ich locker und auf jeden Fall ein.”, auf gar keinen Fall mehr. Weiterhin empfiehlt es sich, stetig ansteigende Einnahmen zu haben. Ausreißer nach oben und nach unten sollten sich innerhalb eines Bewilligungszeitraums ausgleichen. Wenn du eine größere Einnahme vom letzten Monat eines Bewilligungszeitraums in den ersten Monat des nächsten Bewilligungszeitraums schieben kannst, mach es. (Ich weiß, das ist bei einer selbständigen Tätigkeit, die ja für einen selbst schwer planbar ist, nicht einfach umzusetzen. Ich sage es nur.)

Jedenfalls: Überzahlungen zu vermeiden ist der oberste Fetisch. Daß die sich Gedanken darüber machen, daß sie möglicherweise dein Geschäft ruinieren, weil du z. B. kein Geld mehr hast für Benzin, um zum Kunden zu kommen, darauf darfst du auf keinen Fall warten. Alle Leistungsempfänger stehen unter Generalverdacht, das Amt betrügen zu wollen, und für Selbständige gilt das doppelt und dreifach. Wenn es hierfür bei Dir keinerlei Indizien gibt, dann gehen sie davon aus, daß du eben bisher deine Spuren besonders schlau verwischt hast. (Wieder: ich spreche vom System, nicht vom einzelnen Mitarbeiter, der so oder anders denken kann.)

Ich habe am Anfang auch versucht, vernünftig mit denen zu reden, und ich bin absolut nicht begeistert davon, manchmal Einnahmen in den nächsten Monat zu schieben, um nicht plötzlich mittellos dazustehen, versteh mich bloß nicht falsch. Auch wenn ich dem Jobcenter ja letztlich damit überhaupt nichts entziehe, schmeckt es ja schon etwas nach Trickserei. Und es gefällt mir gar nicht, daß ich damit dem Klischee des unehrlichen Hartzers zumindest im Ansatz entspreche.

Aber meine Nerven halten es einfach nicht aus, mir ständig Sorgen darum zu machen, ob ich im Monat nach der abschließenden EKS meine Miete noch zahlen kann. Und ich finde auch, daß das Jobcenter sich letztlich nicht wundern muß. Wenn du Menschen ständig und konsequent wie Betrüger behandelst und flehentliche Bitten um Hilfe als hinterlistige Tricks verhöhnst und mißverstehst, dann hat das eben irgendwann auch was von einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
LoreS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2014, 00:11   #52
Ah4entheater
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Standard AW: JC verrechnet SGB-II-Leistungen mit geschätzten Angaben der Anlage EKS! Hallo???

Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Zunächst mal herzliches Beileid zu weiten Teilen dieses Threads!
Danke

Danke auch für Deine Erfahrungen, die Du hier teilst.

Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
... mein Eindruck ist, daß es in der Leistungsabteilung oberstes Gebot ist, Überzahlungen zu vermeiden. ..., daß diejenigen Leistungsberechtigten, bei denen dann tatsächlich eine Bedarfsunterdeckung vorliegt, sich schon beschweren werden,
Das ist ja die Sauerei überhaupt, dass das JC es - auch in ALLEN anderen Fällen, die man mit dem JC so haben kann - genau DARAUF ankommen lässt. Ich halte das für eine Zumutung und letztlich auch für einen unnötigen und auch zeit- und kostenintensiven Mehraufwand, übrigens letztlich auf BEIDEN Seiten. Es zeigt, dass das JC die Leistungsberechtigten fortlaufend für dumm verkauft, weil wohl die Mehrheit der Leistungsberechtigten sich nicht mit seinen Rechten auskennt (ist ja auch nicht sooo einfach, sich mit dem SGB-Gedöns zurechtzufinden) und diese entsprechend nicht oder selten einfordert, das JC das eiskalt ausnutzt und sich Leistungsberechtigte das nötige rechtliche Wissen oft wohl auch nicht aneignen möchten oder können.

Nur genau diese Ahnungslosigkeit der meisten Leistungsbezieher "rechnet sich" für die JC's und damit die BA und schließlich für die BRD GmbH. Mehr dazu weiter unten.


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Allerdings ist ihnen – weiterhin meinem Eindruck nach – schon klar, daß im Gesetz keine Rede ist davon, daß es oberste Priorität sei, Überzahlungen zu vermeiden.
Entsprechend kann man dem dann nur entgegenhalten, dass das JC gemäß § 1 SGB II Abs. 3 Nr. 2 verpflichtet ist, den Lebensunterhalt des Leistungsberechtigten zu sichern. Ein Antrag auf Vorschuss kann in solchen Überraschungsmomenten, in denen mal wieder zu wenig oder ohne jede Info gar kein Geld überwiesen worden ist, wahre Wunder bewirken (selbst erfolgreich erprobt):
Wann ist Geld da ???

Siehe auch hier:
JC verweigert die Annahme des Erstantrages / Hilfestellung
Hinhaltetaktik der Jobcenter, Vorschuß und Abwehr....


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Während Schreiben von mir, die nicht die Überschrift “Widerspruch” hatten, komplett und souverän ignoriert wurden,
*LACH*, das kenne ich doch auch! Allerdings verstehe ich "souverän" etwas anders. Denn das Vorgehen des JC's ist aus meiner Sicht nicht gerade souverän, sondern ignorant, grundrechtsverletzend und menschenverachtend. Nein, es ist noch viel mehr: gezielte arglistige Täuschung und Betrug an den Menschen!

Seit Neuesten übe ich mich darin, z.B. bei JEDER Frage, zu der mir eine SCHRIFTLICHE Antwort des JC wichtig ist bzw. ich sie strategisch gut gebrauchen kann, einen ANTRAG nach § 13 und § 15 SGB I zu stellen. Denn Anträge MUSS das JC (spätestens nach 6 Monaten) beantworten. Allerdings sorge ich schon dafür, dass ich durch Fristsetzung und im Zweifel mittels einer Beschwerde bei der BA (mit weiterem Verteiler an die Teamleitung, Geschäftsführer, Landratsamt, etc.) oder mittels Schreiben durch einen RA deutlich früher eine Antwort vom JC erhalte. Keine Sorgen, da bin ich ganz "Wadlbeißer" Sie versuchen es zwar immer wieder, mich hinzuhalten oder mich weiter für dumm zu verkaufen, nur irgendwann fliegt denen halt dann der ganze Mist um die Ohren. Zwischenzeitlich freue ich mich sogar schon darauf, wenn ich denen wieder einmal was vor die Füsse knallen kann. Indem ich dem JC eine klare Kampfansage mache und meine Rechte einfordere, sorge ICH für Souveränität in diesem Machtspiel


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
... Wichtig ist meiner Erfahrung nach, darauf sofort zu reagieren, ... Unbedingt darauf bestehen, daß keine höheren Einnahmen angenommen werden, als Du in deiner vorläufigen EKS angegeben hast.
klar


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
... Daß die sich Gedanken darüber machen, daß sie möglicherweise dein Geschäft ruinieren, ..., darauf darfst du auf keinen Fall warten.
Auch klar. Traurigerweise ist das SGB-II-Gewürge ja für Selbständige nicht konzipiert worden. Außerdem wäre es mir (also nach meinen bisherigen Erfahrungen) nun wirklich neu, wenn FM / SB tatsächlich mal mitdenken sollten.

Zudem spielt das alles ohnehin keine Rolle, da die BA ja selbst auch ein Tochterunternehmen der "Die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH" ist (Siehe im Impressum der BA die Umsatzsteueridentifikationsnummer und siehe Impressum der BRD GmbH hier: Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH: Impressum und siehe hier auch noch: http://orfeu-marketing.com/attachmen...leistungen.pdf) und mit den Leistungsberechtigten "Geschäft" machen möchte. Somit stehen also leistungsberechtigte Selbständige mit ihren Absichten in direkter Konkurrenz mit den Zielen der JC's. Die JC's haben also gar kein Interesse daran Selbständige auch noch zu fördern bzw. zu unterstützen. Denn Selbständige stehen ja der Vermittlung in festangestellte Arbeit, also dem ARBEITSmarktplatz, nicht zur "verwertbaren" Verfügung.

Mit anderen Worten: die BA fährt grundsätzlich eine gewinnorientierte Strategie, wie es nur geht. Natürlich auf Kosten aller Leistungsberechtigten (und übrigens auch der Mitarbeiter der JC's), insbesondere auf Kosten der selbständigen Leistungsberechtigten, da die den JC's letztlich eben NUR Geld KOSTEN. Und das obwohl JC's ja "Dienstleistungsbetriebe" sind und ihren "Kunden/innen" einen Dienst durch "Unterstützung und Ermöglichung von bzw. Vermittlung in Arbeit" erweisen sollten. Tatsächlich aber soll nur dem funktionierenden Arbeitsmarkt ein "Dienst" erwiesen werden. Denn die BA ist nichts weiter als ein "Betrieb für Menschenhandel". Die "Ware" Mensch soll hier verhökert werden. Und was sich nicht "verkaufen" lässt, wird eben durch Sanktionierung verramscht bzw. entsorgt. Denn unternehmerisch gesehen müssen die Fixkosten ja irgendwie möglichst niedrig bleiben bzw. gesenkt werden. Es geht hier um eiskalte "ArbeitsMARKTwirtschaft". So sieht's tatsächlich aus.


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Alle Leistungsempfänger stehen unter Generalverdacht, das Amt betrügen zu wollen, und für Selbständige gilt das doppelt und dreifach. Wenn es hierfür bei Dir keinerlei Indizien gibt, dann gehen sie davon aus, daß du eben bisher deine Spuren besonders schlau verwischt hast. (Wieder: ich spreche vom System, nicht vom einzelnen Mitarbeiter, der so oder anders denken kann.)
Ja, mit dieser Sichtweise und den fortlaufenden unbegründeten Unterstellungen des JC musste ich auch erstmal klar kommen.

Aber, wie schon oben geschrieben, vor dem Hintergrund der Gewinnorientierung der BA geht es den JC's im Prinzip nicht um soziale Verantwortung, sondern unterm Strich um "Kosteneinsparungen" um jeden Preis. So betrachtet stellt sich also die Frage, wer hier ganz grundlegend eigentlich wen betrügt.


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Ich habe am Anfang auch versucht, vernünftig mit denen zu reden, ...
Ich habe das auch längst aufgegeben. Die kriegen von mir nur noch Klartext.


Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
... Und ich finde auch, daß das Jobcenter sich letztlich nicht wundern muß. Wenn du Menschen ständig und konsequent wie Betrüger behandelst und flehentliche Bitten um Hilfe als hinterlistige Tricks verhöhnst und mißverstehst, dann hat das eben irgendwann auch was von einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
Es kann natürlich nicht angehen sämtliche Leistungsbezieher, die MENSCHEN sind, einfach nur über einen Kamm zu scheren. Das ist es ja, was dieses angeblich soziale "Arbeitsmarktfinanzierungssystem" so absurd und irrsinnig macht.
Ah4entheater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2014, 19:02   #53
LoreS->Emailproblem
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Beiträge: 81
LoreS LoreS
Standard AW: JC verrechnet SGB-II-Leistungen mit geschätzten Angaben der Anlage EKS! Hallo???

Zitat von Ah4entheater Beitrag anzeigen
Danke auch für Deine Erfahrungen, die Du hier teilst.
Sehr gerne. Danke für´s Lesen!
Zitat von Ah4entheater Beitrag anzeigen
Zitat von LoreS Beitrag anzeigen
Während Schreiben von mir, die nicht die Überschrift “Widerspruch” hatten, komplett und souverän ignoriert wurden
*LACH*, das kenne ich doch auch! Allerdings verstehe ich "souverän" etwas anders.
Ich auch. "Souverän" war in diesem Zusammenhang der reine Hohn. Wenn ich etwas wirklich bodenlos finde , dann kann ich oft nur noch mit kalter Ironie reagieren. (Ich weiß, das ist nicht immer deutlich.)

Zitat von Ah4entheater Beitrag anzeigen
Mit anderen Worten: die BA fährt grundsätzlich eine gewinnorientierte Strategie, wie es nur geht. Natürlich auf Kosten aller Leistungsberechtigten (und übrigens auch der Mitarbeiter der JC's), insbesondere auf Kosten der selbständigen Leistungsberechtigten, da die den JC's letztlich eben NUR Geld KOSTEN. Und das obwohl JC's ja "Dienstleistungsbetriebe" sind und ihren "Kunden/innen" einen Dienst durch "Unterstützung und Ermöglichung von bzw. Vermittlung in Arbeit" erweisen sollten. Tatsächlich aber soll nur dem funktionierenden Arbeitsmarkt ein "Dienst" erwiesen werden.
Das Ironische ist (und ich sage das als jemand, die jahrelang bei einem großen Unternehmen im Kundenservice tätig war), daß Hartz-IV-Empfänger tatsächlich im gleichen Sinne Kunden sind wie Kunden der Telekom oder der Commerzbank. Sie dienen einzig und allein der Gewinnmaximierung, und man geht bis an die äußerste Grenze des Gesetzes (und darüber hinaus, wenn sie sich nicht wehren), um den maximalen Profit aus ihnen herauszuholen. Welchen Schaden man ihnen damit möglicherweise zufügt, ist völlig egal. Der einzige Unterschied ist, daß man sich bei den Telekom- und Commerzbank-Kunden noch etwas mehr Mühe gibt, damit sie das nicht merken.

Aber so furchtbar viel Mühe braucht es dazu noch nicht mal. Vor ein paar Jahren sah ich eine Reportage über genmanipulierte Lebensmittel, und der Journalist fragte mehrere große Firmen, wie sie denn zu den diesbezüglichen Bedenken der Verbraucher stünden. Die meisten drucksten erwartungsgemäß ziemlich herum. Doch der Typ von Nestle sagte geradeheraus (sinngemäß), daß die Leute gefälligst das zu essen hätten, was Nestle eben produziert. (Und ich kann nicht erkennen, daß Nestle von dieser Art von Nicht-PR bisher irgendwelche Nachteile hätte.)

Im übrigen stimme ich Dir in der Sache völlig zu, auch wenn ich es mir ein bißchen anders erkläre. Ich denke, die meisten hier werden die Erfahrung teilen, daß für Leistungsempfänger die Unschuldsvermutung innerhalb des Jobcentersystems nicht gilt. Ich glaube, daß Selbständige das besonders abkriegen und besonders unter Verdacht stehen, weil sie gewisse Freiheiten beanspruchen (müssen), um ihre Tätigkeit überhaupt ausüben zu können. Dadurch sind sie aber nicht so ausbeutbar und (vor allem!) kontrollierbar wie die anderen. Ich glaube weniger, daß es um Geld geht, denn ein aufstockender Selbständiger kostet die BA ja ganz klar weniger als jemand, der die volle Leistung erhält und eine (auch nicht kostenfreie...) Maßnahme mitmacht. Aber der letztere ist eben unter totaler Kontrolle, und darum geht es.

Meiner Ansicht nach gibt es weltweit Bestrebungen, eine Diktatur des Kapitals einzuführen. Das ist mit demokratischen Prinzipien logischerweise nicht vereinbar. (Sehr schön und amüsant erklärt ist das, finde ich, z. B. hier: Startseite - ZDF Mediathek, ab 13.30.) Dieser Kampf ist (meiner Ansicht nach) noch nicht entschieden und kann noch lange dauern. Hartz-IV-Bezieher in einem demokratischen Rechtsstaat befinden sich genau an der Schnittstelle zwischen der einen Welt und der anderen. Soweit sie sich nur im BA-Universum aufhalten, sind sie rechtlos bzw. ihre Rechte werden ihnen willkürlich vorenthalten. Nur wenn sie sich an die Öffentlichkeit wenden bzw. das Jobcenter befürchtet, daß sie das tun könnten, wechseln sie wieder in die Rechtsstaatlichkeit und haben wieder Rechte. Spätestens vor Gericht gilt die Unschuldsvermutung wieder (jedenfalls soweit und sofern das Gericht nicht selbst beeinflußt ist von der allgemeinen Hetzpropaganda gegen Hartz-IV-Empfänger - aber selbst in diesem Fall kann man sich ja immer noch an die nächste Instanz wenden).

Zitat von Ah4entheater Beitrag anzeigen
Aber, wie schon oben geschrieben, vor dem Hintergrund der Gewinnorientierung der BA geht es den JC's im Prinzip nicht um soziale Verantwortung, sondern unterm Strich um "Kosteneinsparungen" um jeden Preis. So betrachtet stellt sich also die Frage, wer hier ganz grundlegend eigentlich wen betrügt.
Definitiv. Die Frage ist letztlich, ob der Markt für die Menschen da ist oder die Menschen für den Markt. Und wer meint, er könnte andere Menschen dem Markt opfern, um sich selbst zu bereichern, der wird irgendwann ein böses Erwachen erleben. Spätestens dann, wenn er alt und dement ist und in einem luxuriösen Altersheim der Gnade eines unbezahlten und überarbeiteten Pflegepraktikanten ausgeliefert, den man unter Androhung der Obdachlosigkeit zu dieser Arbeit gepreßt hat...
(Das ist übrigens ausdrücklich keine Aussicht, die ich persönlich irgendwie befriedigend finde. Im Gegenteil. Doch wenn man Menschen zwingt, zwischen ihren moralischen Prinzipien und ihrem Überleben zu wählen, dann sagt einem die simple Logik, daß es zwar immer auch Menschen geben wird, die sich für ihre moralischen Prinzipien entscheiden. Aber sie werden dann halt auf lange Sicht nicht überleben. Und irgendwann ist man dann ausschließlich umgeben von Menschen, die für ihren persönlichen Vorteil ihre Großmutter verkaufen würden. Ich kann absolut nicht verstehen, daß irgendwer das erstrebenswert finden könnte. Doch offensichtlich denken viele gar nicht so weit.)

Zitat von Ah4entheater Beitrag anzeigen
Zwischenzeitlich freue ich mich sogar schon darauf, wenn ich denen wieder einmal was vor die Füsse knallen kann. Indem ich dem JC eine klare Kampfansage mache und meine Rechte einfordere, sorge ICH für Souveränität in diesem Machtspiel
Beruhigend. Es tut mir leid, falls ich überfürsorglich gewirkt haben sollte. Ich bin halt immer wieder schockiert, was Leuten mit dem Jobcenter so passiert, und habe ja selbst auch so einiges erlebt. Daher kann es durchaus sein, daß ich manchmal überreagiere...
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