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Start > > -> Ganz dringend: Hilfe zu berufsbedingter Ortsabwesenheit, Meldepflicht, Spesen...

Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


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Alt 04.07.2011, 11:30   #1
femymla->Emailproblem
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Registriert seit: 30.06.2011
Beiträge: 26
femymla
Standard Ganz dringend: Hilfe zu berufsbedingter Ortsabwesenheit, Meldepflicht, Spesen...

Hallo liebe Leute!

Erst einmal vielen Dank vorab, dass es dieses tolle Forum gibt, samt Menschen, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen.

Nun zu meinem Anliegen. Ich versuche es so knapp wie möglich zu halten, aber es wird wohl schon ein längerer Text...

Hintergrund:

Ich habe Kunst studiert und mich nach meinem Abschluss (bin über 25) zu April 2010 samt bereits vorhandener Steuernummer (wurde zuvor mal durch einen über die Uni vermittelten, freien Auftrag gebraucht) beim JobCenter angemeldet.

Ich hatte direkt im Anschluss einen Beratungstermin, bei dem ich erläuterte, dass ich versuchen will, meine Selbständigkeit nun soweit auszubauen, dass meine Hilfebedürftigkeit verringert wird, bzw. wegfällt.

Das war dann auch das Einzige, was mehr oder weniger genau mit diesen Worten in meiner Eingliederungsvereinbarung festgehalten wurde.

Ich habe dann - wenn auch oft nur kleine Summen von 200-300 EUR oder so - in jedem Quartal verdient. Nur im letzten nicht und jetzt kam eine Einladung, für Ende dieser Woche, die mir etwas Angst macht. Es ist quasi mein "erster" Termin und ich kenne den Sachbearbeiter nicht.

Aktuell:

In der Einladung steht, man wolle mit mir über meine berufliche Situation sprechen, ich solle die wirtschaftliche Auswertung der letzten Monate mitbringen (sic!), wie auch meinen Lebenslauf und ggf. Nachweise über zukünftige Aufträge.

Jetzt mache ich mir große Sorgen und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, weil

a) habe ich Angst, dass ich in einen anderen Beruf gesteckt werden soll, der aus Sicht des JobCenters wirtschaftlich erfolgreicher ist.

b) habe ich dummerweise keine Kopien von den EKS gemacht und auch für mich selbst keine wirtschaftliche Auswertung (bzw. keine, die auf Zahlen basiert!). Ich lebe sehr am Moment orientiert.

c) habe ich erst gedacht, prima, vergangenen, wie zukünftigen Erfolg kann ich nachweisen, denn es hat sich wirklich in kurzer Zeit ganz viel für mich getan. Dann ging mir allerdings nach einiger Recherche auf, dass ich vermutlich gar nichts davon erzählen kann, wenn ich mir nicht ganz großen Ärger einhandeln will. Es ist nämlich so:

Ich arbeite hauptsächlich als Performance-Künstlerin. Meist wird man da für Auftritte auf irgendwelchen Festivals gebucht - und die sind in der Regel nicht nur vor Ort, sondern auch ganz viel woanders in Deutschland und im Ausland. Da Ortsabwesenheiten quasi zu meinem Beruf gehören, wie das Hufeisen zum Pferd, und ich überdies auch gar nicht recht mit dieser Abmelderegelung vertraut war/bin, habe ich mich nie für meine Auftritte abgemeldet.

Hinzu kommt, dass es gerade am Anfang, wie jetzt auch bei mir, häufig so ist, dass man zwar die Gelegenheit erhält, seine Arbeit zu präsentieren und (für spätere wirtschaftliche Unabhängigkeit entscheidende) Kontakte zu knüpfen, jedoch kein Honorar. Die Festivals bezahlen allerdings Anreise, Unterkunft, manchmal Materialkosten und selten auch Verpflegung. Nunja, und jetzt ist mir dieses Spesen-Urteil mit dem Kraftfahrer untergekommen und ich habe Angst, dass mir z.B. die vom Festival bezahlte Anreise als (faktisch nicht vorhandenes!) Einkommen ausgelegt würde etc. Und dann noch diese Info, dass wenn man mehr als 3 (oder 6?!) Wochen pro Jahr ortsabwesent ist (in meinem Fall wäre das so!), dass man dann seinen Anspruch auf Leistungen verliert...

Hilfe:

Ich muss mir nun ganz genau überlegen, wie ich einerseits dem JobCenter vermitteln kann, dass meine künstlerische Selbständigkeit wirklich auf einem sehr sehr guten und erfolgversprechenden Weg ist, auch wenn sich das aktuell noch nicht sichtbar auf meinen Kontoauszügen niederschlägt.

Andererseits will ich mich nicht in irgendwelche pseudo-logischen, bürokratischen Nesseln setzen was Ortsabwesenheit, Spesen etc. angeht. Ich kann mich einfach noch nicht komplett selbst tragen und bin wirklich auf die Leistungen angewiesen. Ich möchte z.B. gern angeben, dass in diesem Jahr noch Einladungen für zwei sehr renommierte Festivals im Ausland anstehen (beide mit Honorar!), aber wie kann ich das tun, ohne mir selbst ans Bein zu pinkeln?

Konkrete Fragen:

1.) Besteht (Ab-)meldepflicht auch bei (häufiger/spontaner) beurfsbedingter Abwesenheit? Auf welche Paragraphen kann ich mich da beziehen?

2.) Wie genau verhält sich das mit sog. "Spesen"? Zählt eine Anreise zu einem Job (auch wenn ich bei dem Job nichts verdiene), die vom Auftraggeber gebucht und bezahlt wird, als Einkommen?

3.) Eigentlich hinfällig zu erwähnen aber: nur weil ich woanders übernachte, verringert sich dadurch die Miete für meine Wohnung nicht. Kann mir trotzdem anteilig etwas durch das JobCenter gekürzt werden?

4.) Wie meint ihr, soll ich mich im Gespräch (u.a. in Bezug auf die Auslandseinladungen zu den Festivals) verhalten? Ich soll ja Nachweise über Aufträge mitbringen...

Ich bedanke mich bei jedem, der tapfer bis hierher gelesen hat für seine Zeit, und hoffe auf Rat und Hilfe eurerseits!

Femymla
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Alt 04.07.2011, 16:39   #2
Koelschejong
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Standard AW: Ganz dringend: Hilfe zu berufsbedingter Ortsabwesenheit, Meldepflicht, Spesen...

Zitat von femymla Beitrag anzeigen
Ich versuch mich mal an einer Antwort

1.) Besteht (Ab-)meldepflicht auch bei (häufiger/spontaner) beurfsbedingter Abwesenheit? Auf welche Paragraphen kann ich mich da beziehen?

Immer gleich auf da Schlimme: Das ist alles adere als klar. Generell gilt, die Erreichbarkeitsanordnung (EAO) gilt nur für Arbeitslose. Nach meiner Definition ist nicht arbeitslos, wer für Euros irgendwo arbeitet. Viele JC sehen das auch so, aber eben nicht alle. Warte es ab und argumentier im Zweifel so.

2.) Wie genau verhält sich das mit sog. "Spesen"? Zählt eine Anreise zu einem Job (auch wenn ich bei dem Job nichts verdiene), die vom Auftraggeber gebucht und bezahlt wird, als Einkommen?

Die Zahlungen des Auftraggebers sind Betriebseinnahme, die Du in der EKS auch schön ausweisen musst. Aber die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten sind eben auch Betriebsausgaben, so dass unterm Strich allenfalls eine Null stehen kann.

3.) Eigentlich hinfällig zu erwähnen aber: nur weil ich woanders übernachte, verringert sich dadurch die Miete für meine Wohnung nicht. Kann mir trotzdem anteilig etwas durch das JobCenter gekürzt werden?

Nein, aber Du kannst bei mehr als 12 stündiger Abwesenheit gem. § 6 Abs. 3 ALG II-V einen Verpflegungsmehraufwand von € 6 pro Tag geltend machen.

4.) Wie meint ihr, soll ich mich im Gespräch (u.a. in Bezug auf die Auslandseinladungen zu den Festivals) verhalten? Ich soll ja Nachweise über Aufträge mitbringen...

Welche Nachweise über Aufträge sollen das denn sein? Wenn Du was in der Hand hast, dann nimm es ruhig mit, damit Du zeigen kannst, das es langsam aufwärts geht.
Ansonsten, geh nach Möglichkeit nicht allein dort hin, nimm einen Beistand mit. Hör Dir alles an, unterschreib nichts, wenn Dir was zur Unterschrift vorgelegt wird, mitnehmen, einscannen und anonym hier einstellen - und dann sehn wir weiter.
Das da jetzt eine Einladung mit absolutem Standardtext gekommen ist, völlig normal und kein Grund sich aufzuregen.

Und für die Zukunft, aber das hast Du ja schon erkant, von jedem Fitzelchen Papier eine Kopie aufheben und Unterlagen beim JC nur gegen Quittung oder Einschreiben abgeben,.
__

Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.(Lord Acton)
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Alt 06.07.2011, 11:10   #3
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femymla
Standard AW: Ganz dringend: Hilfe zu berufsbedingter Ortsabwesenheit, Meldepflicht, Spesen...

Hallo Koelschejong und vielen Dank für deine Antwort!

Ich habe da nochmals ein, zwei Nachfragen dazu und evtl. weißt du oder jemand anderes auch noch etwas zu dieser 3 bzw. 6 Wochen Regelung.

Zu 1.) Ja, und da gibt es doch jetzt diese Neuerung/ Übergangslösung mit dieser EAO, oder? Da habe ich nicht ganz durchgeblickt.

Zu 2.) Ist das auch so zu sehen, wenn die Abwicklung der Reisebuchung direkt und ausschließlich über den Auftraggeber läuft? Also meist ist es so, dass die Festivals ein Ticket buchen und mir nur die Daten mitteilen. Ich erhalte also faktisch kein Geld für die Anfahrt und kann deswegen auch keines ausgeben.

Zu 3.) Prima Hinweis!

Zu 4.) Wird gemacht. Ah, Standardtext, gut, gut.

Weitere Frage zu Ortsabwesenheit:

Ich lese immer wieder irgendwo, dass, wer länger als 6 Wochen pro Jahr ortsabwesent ist, seinen Anspruch auf Leistungen komplett verliert. Gilt das auch für mich als Selbständige bei berufsbedingter Ortsabwesenheit?


Femymla

P.S.: Mein JobCenter ist übrigens das eines bekannten Berliner Problembezirks und für seine scharfe Politik bekannt.
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Alt 06.07.2011, 12:54   #4
Koelschejong
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Standard AW: Ganz dringend: Hilfe zu berufsbedingter Ortsabwesenheit, Meldepflicht, Spesen...

Gucken wir noch mal:

Zitat von femymla Beitrag anzeigen
Hallo Koelschejong und vielen Dank für deine Antwort!

Ich habe da nochmals ein, zwei Nachfragen dazu und evtl. weißt du oder jemand anderes auch noch etwas zu dieser 3 bzw. 6 Wochen Regelung.

Zu 1.) Ja, und da gibt es doch jetzt diese Neuerung/ Übergangslösung mit dieser EAO, oder? Da habe ich nicht ganz durchgeblickt.

Die EAO ist für den Bereich des SGB II überhaupt nicht mehr gültig. Statt dessen gilt der § 7 Abs. 4a SGB II. Danach ist die Zustimmung zur Ortsabwesenheit zu erteilen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Geld verdienen ist nach meiner Meinung immer ein wichtiger Grund. Wie das JC das jetzt im Detail auslegen wird - keine Ahnung. Neue Anweisungen aus Nürnberg gibt es hierzu noch nicht.

Zu 2.) Ist das auch so zu sehen, wenn die Abwicklung der Reisebuchung direkt und ausschließlich über den Auftraggeber läuft? Also meist ist es so, dass die Festivals ein Ticket buchen und mir nur die Daten mitteilen. Ich erhalte also faktisch kein Geld für die Anfahrt und kann deswegen auch keines ausgeben.

Wenn Du das Ticket bekommst, liegt nach meiner Meinung gar nichts vor, was in der EKS erwähnt werden müsste. Also bleibt's raus, man will ja keine schlafenden SB's wecken oder wie das heißt.

Zu 3.) Prima Hinweis!

Zu 4.) Wird gemacht. Ah, Standardtext, gut, gut.

Weitere Frage zu Ortsabwesenheit:

Ich lese immer wieder irgendwo, dass, wer länger als 6 Wochen pro Jahr ortsabwesent ist, seinen Anspruch auf Leistungen komplett verliert. Gilt das auch für mich als Selbständige bei berufsbedingter Ortsabwesenheit?

Die 6 Wochen sind jetzt 4 Wochen, aber die gelten nur, wenn eben kein wichtiger Grund vorliegt.


Femymla

P.S.: Mein JobCenter ist übrigens das eines bekannten Berliner Problembezirks und für seine scharfe Politik bekannt.
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Alt 06.07.2011, 14:52   #5
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femymla
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Das ging ja flott, danke dir!
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