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Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


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Alt 19.02.2017, 20:25   #1
Energy
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Standard Hat jemand Erfahrungen mit Einstiegsgeld und was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Das wüsste ich auch gerne mal. Und ergänze um die Frage, was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Vom Höchstsatz der Grundsicherung?
Von dem ausgezahlten Betrag des ALG2 im individuellen Fall?

Darf man eine Teilzeitstelle haben?
Ich habe eine Teilzeitstelle (Aushilfsstelle, die nicht so viel mit dem zu tun hat, was ich studiert habe und kann und tun will) mit der ich a) bei 20h/Woche liege und b) um 148 €/Monat aufstocke.

Ich habe vor in jedem Fall diese zu reduzieren, WENN denn die Selbständigkeit anlaufen könnte.
Ich habe ein oder zwei Anfragen, dazu müsste ich aber Software abonnieren - was ich SO definitiv zb nicht kann, einfach zu teuer. Und wenn ich dann 6 Monate maximal 50 % von 148 € bekäme - ehrlichgesagt, dann fange ich lieber einfach mal so mit anderen Aufträgen an, als mich ewig mit Businessplan und Tragfähigkeit herumzuschlagen ...

Darf man sich ausschliesslich alleine selbständig machen oder geht es auch, dass ein Arbeits-Partner (werde BG-Partner noch Lebenspartner, auch kein ALG2 Empfänger) involviert ist? Zumindest unter einem Namen, aber getrennt wirtschaftend.

Es würde mich erheblich erleichtern gefördert zu werden und es existiert auch eine recht ausgearbeitete Idee.
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Alt 20.02.2017, 20:01   #2
chromoxidgruen
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Beiträge: 186
chromoxidgruen Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard

In der Einstiegsgeldverordnung ESGV § 1 Abs. (2) steht:
"Der Grundbetrag des Einstiegsgeldes darf höchstens 50 vom Hundert des für erwerbsfähige Leistungsberechtigte maßgebenden Regelbedarfs nach § 20 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch betragen." Also maximal 205 EUR für Alleinstehende.

Einstiegsgeld gibt es nur bei hauptberuflicher Selbständigkeit. Hauptberuflich bedeutet generell mindestens 15 Stunden pro Woche. Ob die Teilzeitstelle dabei problematisch sein kann weiß ich nicht. Diese Stelle wirst Du erst dann reduzieren können wenn bei der Selbständigkeit genug Geld rein kommt.

Ob jemand die ganzen 205 EUR bekommt ist Ermessenssache. Könnte mir vorstellen, dass es bei Deiner Konstellation eher schwierig ist. Wenn Du die Möglichkeit hast Deine Selbständigkeit ohne Einstiegsgeld nebenher zu starten wird das wahrscheinlich der einfachere Weg sein.

"Unter einem Namen, aber getrennt wirtschaftend" - welche Gesellschaftsform stellst Du Dir vor? Mir fällt keine ein auf die das zutrifft.
chromoxidgruen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2017, 22:00   #3
Energy
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Standard AW: Hat jemand Erfahrungen mit Einstiegsgeld und was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Nach der einführenden, sehr allgemeinen Existenzgründerberatung in der größeren Gruppe gibt es folgende Infos (Stadt in NRW). Ich gebe sie nur so wieder, wie ich sie verstanden habe. Keine Garantie.

Es gibt: zusätzlich zur Grundsicherung/Basis*:
fixe Höhe von 50% des Regelsatzes über 6 Monate im ersten Antrag (also bei mir: 205 €)
nach Antrag
dazu nötig: inclusive Businessplan, Tragfähigkeitsbescheinigung von unabhängiger Stelle

bei Bedarf: maximal 2000 € Kredit mit Rückzahkungsbeginn nach 6 Monaten von mind 50 €/Monat.

mit *Basis ist derjenige Betrag gemeint, den man tatsächlich erhält, also auch die Aufstockung.

Es IST möglich dies zusätzlich zu einem bestehenden Teilzeit Arbeitsverhältnis zu beantragen.
(DAS sei neu. Ob das NUR in dieser Stadt so ist oder in ganz NRW weiß ich nicht.)
Dieses darf jedoch nicht mehr als 20h/Woche betragen und die Bedürftigkeit (also Leistungsempfang) muss bestehen. Die Selbständigkeit muss mehr als 15 h / Woche betragen.

Man muss den monatlichen Gewinn schätzen.
Dieser wird dann zugrunde gelegt, abzüglich der nötigeen Betriebsausgaben und alles, was darüber hinaus geht angerechnet auf die Grundsicherung bzw Aufstockung.

Hat man sich verschätzt, kann man es (auch monatlich) ändern.
DANN muss man alles im Einzelnen vorlegen.
Angeblich müsse man das auch sowieso, aber eine aufkeimende Diskussion (über die Einschätzung der Notwendigkeit von Ausgaben) wurde durch die Infoveranstaltungsdurchführende beendet. Man solle das in der individuellen Gründerberatung klären.

Wenn ich das also jetzt richtig verstanden habe, hätte ich investitionstechnisch zwar einen kleineren Spielraum mit diesen zusätzlichen 200 €/Monat (und der Möglichkeit eine nötige Software anzuschaffen und Fahrtkosten abzusetzen, aber diese ja auch nur geringer als vor dem Finanzamt), aber ich frage mich wirklich ob sich DAS FÜR MICH lohnt. Ich habe eine vage Zusage zb für einen Auftrag der mich monatlich 400 € bringen würde und noch einen weiteren vielleicht 150 €. Dem Gegenüber stehen zwei weitere Fahrten/Flüge (?) im Monat mit einer Übernachtung, ein teureres Monatsticket und zwei Softwareabos (70€ und 15 € / Monat) Zumal dann auch die ganze Buchführung fast DOPPELT gemacht werden muss, von der Gängelung ganz zu schweigen.

Man steht dabei ja auch nochmal ein zusätzliches halbes Jahr in ALG2-Beobachtung, wenn ich ds richtig verstanden habe.

Wenn ich allerdings dann nun aus dem ALG2 RAUS falle, wird schlagartig vieles teurer, v.a. mein Monatsticket, die GEZ, die BAFÖG-Rückzahlung steht wieder vor der Tür und und und ... so dass ich rein überschlagtechnisch UNTER ALG2 liegen würde nominell ...

Ich werde mich also jetzt nochmal einer individuellen Beratung sowohl im Jobcenter als auch einer Branchenberatung unterziehen. Mal gespannt.

Mein Bauchgefühl sagt mir: um für 6 Monate gerade mal 1200 € mehr zu haben und dabei diesen Aufwand zu betreiben, nehme ich mir vermutlich besser die Zeit, und suche mir einen weiteren Auftraggeber mit monatlichem Volumen. ODER ich suche mir meine feste halbe Stelle, die mich deutlich aus ALG2 raus bringt. Diese Hampelei auf dem Grat dazwischen ist nervenzehrend.

Zu deiner Frage nach der Gesellschaftsform: eine GbR. In einen GbR Vertrag kann man (fast) alles selbst festlegen. Das hatte ich auch schonmal, das ist kein Problem auch unter dem gleichen Namen. Man könnte sogar einen /quasi/ gleichen Namen als GbR und als GmbH (etc.) führen - wobei es dann durch den Zusatz ja faktisch schon nicht mehr 100% gleich ist. Hatten wir. Da wir uns namens- und logotechnisch einig waren uns gegenseitig nicht zu verklagen, kein Problem.
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Alt 11.03.2017, 12:51   #4
Linuxfan
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Standard AW: Hat jemand Erfahrungen mit Einstiegsgeld und was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Ich verdiene mir neben der Erwerbsminderungsrente etwas im Rahmen von 450 Euro hinzu.

Bei Softwareabos versuche ich weitgehend auf freie Programme zurückzugreifen. Ab und an überlege ich aber auch, beispielsweise eine Investition in einen Macintosh zu tätigen und das Creative Cloud Abo abzuschließen. Ansonsten nutze ich für meine Business-Software ein freies ERP und kann auch empfehlen, bei solchen Projekten mitzumachen. Immerhin kann man Unternehmen einen echten Mehrwert ohne Lizenzkosten bieten.

Bezüglich Reisen habe ich mir eine Bahncard 50 gekauft, die sich insgesamt auch auszahlt. Vorteil sind nicht unbedingt die 50% sondern dass man den Flexpreis ohne Zugbindung günstiger bekommt. Da kann man ggf. mal einen anderen Zug mit dem gleichen Ticket nehmen. Als Rentner bekommt man 50% Rabatt.

Die Punkte (Softwareabo, Reisekosten etc.) würde ich sammeln und dann als Grundlage für den Businessplan nehmen und dann verschiedene Szenarien theoretisch austesten. Auf der einen Seite wird Dir gesagt, dass dein Kunde dich monatlich mit Aufträgen versorgen kann. Ist er denn auch so solvent, dass er deine Rechnungen zeitig zahlen kann?

Hatte auch viele Auftraggeber, wo ich Serverwartung machen musste, Onlineshops betreut habe aber durchaus auch faule Eier bezüglich der Zahlungsmoral hatte.

Ein wichtiger Punkt noch: Als Selbständiger muss Du dich beim Herausfallen aus ALG II auch gesetzlich oder privat versichern. Das Geld muss auch erstmal erwirtschaftet sein.

Trotzdem würde ich durchaus etwas Gehirnschmalz in den Businessplan stecken und etwas zu Papier bringen. Unternehmensplanung kann nicht jeder und es wird dir in der Zukunft ganz andere Einblicke auch bezüglich deiner Arbeitgeber oder Auftraggeber geben.

Wenn Du erstmal einige Aufträge gemacht hast, kannst Du Referenzen vorweisen, Kunden empfehlen dich weiter, kaufen immer wieder bei Dir ein etc.
Linuxfan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.03.2017, 16:31   #5
Energy
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Standard AW: Hat jemand Erfahrungen mit Einstiegsgeld und was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Linuxfan: Danke für das Teilen deiner Erfahrungen. Aus Anonymitätsgründen möchte ich nicht genau hier schreiben, was ich mache. Es ist unumgänglich, dass ich bei bestimmter Software bleibe.

Ob Kunde(n) solvent sind oder nicht, erfährt man selten im Vorfeld. Ich rechne eigentlich IMMER mit Zahlung erst in 2 Monaten. Bei einigen Projekten, die wir anstreben kann es sogar noch länger dauern.

So lange ich noch die Teilzeitstelle habe ist ja meine Sozialversicherung darüber abgedeckt.
Sollte diese wegfallen - was nicht gänzlich unwahrscheinlich ist, müsste und werde ich mir vermutlich nochmal eine neue halbe suchen.
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Alt 15.03.2017, 13:51   #6
Energy
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Standard AW: Hat jemand Erfahrungen mit Einstiegsgeld und was genau 50% vom ALG2 bedeutet?

Da diese 1200 € ja nur ein Spielraum sind, um Betriebsausgaben zu ermöglichen - und jeglicher GEWINN ja sofort auch angerechnet wird, kann man eigentlich sagen, dass sich dieser Weg NICHT lohnt, wenn man

a) weniger als 200 € aufstockt (so wie ich)
b) in einem Geschäftsfeld agiert, bei dem hohe Wachstumsraten in 6 Monaten sehr unwahrscheinlich sind.

Also: ICH für meinen Teil lasse das mit dem Einstiegsgeld und eine 'regelrechte' Gründung bleiben.

Als 'einzelne Aufträge' werde ich das im Raum stehende natürlich annehmen, so es dann zustande kommt.
Energy ist offline   Mit Zitat antworten
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