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Alt 22.10.2007, 21:36   #1
DJL-HH
Elo-User/in
 
Registriert seit: 02.12.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 143
DJL-HH
Standard Neue GWG-Grenze ab 2008

Neue GWG-Abschreibungsgrenze und Sammel-Abschreibung

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Nettowert von bis zu 410 Euro durften bislang im Jahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgabe vom Gewinn abgezogen werden.
Das ändert sich im kommenden Jahr: Im Zuge der beschlossenen Unternehmensteuerreform sinkt die GWG-Grenze auf 150 Euro. Außerdem wird eine komplizierte und unflexible Sammel-Abschreibung eingeführt. Wer finanzielle Luft hat, sollte bestimmte GWG-Beschaffungen auf 2007 vorziehen!

Nach dem Bundestag hat Anfang Juli auch der Bundesrat der Unternehmensteuerreform zugestimmt. Während sich viele Großunternehmen auf Steuergeschenke freuen können, kommen auf Kleinbetriebe vor allem zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastungen zu. So zum Beispiel bei der Abschreibung "Geringwertiger Wirtschaftsgüter" (GWG):

Die bisherige Grenze der erlaubten Komplett-Abschreibung eines "abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens" wird von netto 410 Euro (= brutto: 487,90 Euro) um fast zwei Drittel auf netto 150 Euro (= brutto: 178,50 Euro) gesenkt.

Daran dass GWG "zu einer selbstständigen Nutzung fähig" sein müssen, hat sich nichts geändert. Ein Drucker etwa gilt üblicherweise als Teil einer Computeranlage, weil er für sich genommen herzlich wenig bringt.

Gegenstände im (Netto-)Wert zwischen 150 Euro und 1.000 Euro müssen künftig zu einem "Sammelposten" zusammengefasst werden. Der Gesamtwert des nach Jahren getrennt geführten GWG-Pools darf unabhängig von der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der darin enthaltenen Wirtschaftsgüter nur noch gleichmäßig über 5 Jahre, das heißt pro Jahr mit 20 Prozent, abgeschrieben werden.

Schlimmer noch: Vorzeitige Restwert-Abschreibungen bei technischem Verschleiß sind bei Teilen des Sammelpostens unzulässig: Ein im Jahr 2008 gekauftes Notebook taucht in der Gewinnermittlung des Jahres 2012 demnach auch dann noch auf Sammelposten-Liste auf, wenn es bereits im Jahr 2010 vom Schreibtisch gefallen und längst verschrottet ist!

Andererseits ergibt sich aus der Neuregelung auch ein Vorteil: Die Anschaffungskosten langlebiger Wirtschaftsgüter im Wert zwischen 410 Euro und 1.000 Euro werden früher als Betriebsausgabe wirksam. Während der Bürostuhl für 500 Euro bislang über 13 Jahre abgeschrieben werden musste, ist dessen Anschaffungspreis künftig bereits nach fünf Jahren vollständig als Betriebausgabe berücksichtigt. Selbst bei 20-prozentiger degressiver Abschreibung stünde demgegenüber nach bisherigem Recht noch ein Restwert von rund einem Drittel zu Buche.

Bislang hatte man die Wahl, ob man eine 410-Euro-Anschaffung als GWG oder über die gesamte Nutzungsdauer abschreiben wollte. Dieses Wahlrecht gibt es künftig nicht mehr: Die klassische Einzel-Abschreibung auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ist ab 2008 erst bei Wirtschaftsgütern mit einem Nettowert von mehr als 1.000 Euro möglich.

Durch den neuerlichen Wegfall degressiven Abschreibung (Streichung der Absätze 2 und 3 des bisherigen Abschreibungs-Paragrafen 7 Einkommensteuergesetz) ergeben sich bei einer Nutzungsdauer von mehr als 5 Jahren ebenfalls Nachteile gegenüber der zuletzt üblichen Praxis:

So sinkt der maximal zulässige Abschreibungssatz...
  • bei 6-jähriger Nutzung von 20 Prozent auf 16,6 Prozent,
  • bis 7-jähriger Nutzung von 20 Prozent auf 14,3 Prozent,
  • bis 8-jähriger Nutzung von 20 Prozent auf 12,5 Prozent,
  • bis 9-jähriger Nutzung von 20 Prozent auf 11,1 Prozent,
  • bis 10-jähriger Nutzung von 20 Prozent auf 10 Prozent und
  • beispielsweise bei der üblicherweise über 13 Jahre abzuschreibenden Büroeinrichtung sogar von 20 Prozent auf 7,7 Prozent.
Um Missverständnissen vorzubeugen: In all diesen Fällen ist im Laufe der Zeit auch künftig eine 100-prozentige Abschreibung möglich - die Gewinnminderung und damit die Steuerwirkung findet zum Nachteil des Steuerpflichtigen bloß deutlich später statt. Das ist vor allem deshalb wirklichkeitsfremd und besonders ärgerlich, weil die tatsächliche betriebliche Verweildauer von Gebrauchsgegenständen angesichts der rasanten technischen Entwicklungsgeschwindigkeit immer kürzer wird.

Immerhin ist bei "normalen" Abschreibungen im Unterschied zum neuen GWG-Pool weiterhin eine vorzeitige Restwertabschreibung möglich, falls ein Wirtschaftsgut defekt ist oder aus anderen aus dem Betriebsvermögen entnommen wird.

Fazit

Rechtzeitig vor dem Jahresende prüfen, welche Anschaffungen in nächster Zeit anstehen: Den Kauf von Gegenständen im Wert zwischen 150 Euro und 410 Euro sollte man nach Möglichkeit auf 2007 vorziehen. Beim geplanten Erwerb von Objekten im Wert zwischen 410 Euro und 1.000 Euro ist eine vorzeitige Beschaffung normalerweise nur dann sinnvoll, wenn die Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle nicht länger als 5 Jahre ist.
__

Zuversicht ist Einsicht auf Aussicht...
DJL-HH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2007, 21:58   #2
strümpfchen->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 16.05.2006
Ort: Köln
Beiträge: 574
strümpfchen strümpfchen
Standard

danke für die Info ... und meine Wut auf das SG Köln verstärkt sich noch mal

Dank der vollständigen Ablehnung meiner Klage, muss ich die Anschaffung des digitalen Diktiersystems und eines Multifunktionsgerätes (Fax+Kopierer) leider auf unbestimmte Zeit verschieben. (wäre beides unter 410 Euro und alleine nutzbar)
strümpfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2007, 22:19   #3
gerda52
Redaktion
 
Registriert seit: 21.03.2007
Ort: NRW
Beiträge: 4.514
gerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiertgerda52 Enagagiert
Lächeln

Ich schließe mich dem Dank von strümpfchen an. Habe mir die Info sofort abgespeichert.
gerda52 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2007, 00:58   #4
kleindieter
 
Registriert seit: 10.01.2007
Beiträge: 4.189
kleindieter kleindieter kleindieter kleindieter kleindieter
Standard Man erkennt es doch

Es waren nicht die wichtigen Unternehmen(r), die die Neuregelung diktiert haben. Nicht der hochgelobte Mittelstand. Nein, die Änderung kommt nur der Buchhaltungsvereinfachung in Großbetrieben zu Gute.
Warum machen die nicht eine grössengestaffelte Regelung. Ähnlich wie GmbHs. Je grösser, desto mehr muss an Unternehmensdaten veröffentlicht werden.
In der Art und Weise könnte man auch das Steuerrecht auf die Wirtschaftseinheiten anpassen. Je grösser, desto präziser halt die Steuererklärung auszufallen. Je grösser, desto mehr Geld ist auch für Steuerberatung da.
Könnte eine ganz preiswerte Förderung von Neugründungen und Kleinunternehmen werden.
Das Ganze hat auch einen Pferdefuss. Es werden nicht mehr so viele Steuerprüfer für Kleinbetriebe benötigt. Die müssten dann grössere Unternehmen prüfen. Oder Hartz4 beantragen.
kleindieter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.11.2007, 10:35   #5
michaelulbricht
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 05.12.2005
Beiträge: 1.031
michaelulbricht Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Cool Buchhaltungsvereinfachung ?

Es geht einfach nur darum bei den Kleinbetrieben mehr Steuern abzugreifen.

Verlegt bloß euern Firmensitz ins Ausland!

Michael
michaelulbricht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2007, 04:19   #6
ethos07
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 16.04.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 5.691
ethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiert
Standard

Hi Michael,
Zitat von michaelulbricht Beitrag anzeigen
.Verlegt bloß euern Firmensitz ins Ausland!
Michael
- Gibt es dazu ev. bereits Erfahrungsberichte, wie sich die Arge dazu verhält ?
Insbesondere,wenn die Verlegung aus einem laufenden aufstockenden ALG-II-Bezug heraus gemacht würde?

- Oder ist eine Firmensitzverlegung der Arge überhaupt gar nicht extra zu melden?

- Auch imeine ich, irgenwo im SGB-II schon mal einen § gesehen zu haben, dass bei Selbständigkeit der Mittelpunkt (= Firmensitz?) der Selbständigkeit sich am Ort des Wohnsitzes und somit des ALG-II-Leistungsträgers befinden muss? Oder irre ich mich hier?
__

Viele Grüße aus Berlin
----------------------------------------------------------

  • 10 Euro Mindestlohn (brutto + lohnsteuerfrei)!
    500 Euro ALG II (Regelsatz) plus volle KdU!
  • Sanktionen zerbröseln!

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N.B. Meine Beiträge sind meine persönlichen Meinungen und keine Rechtsberatung.
ethos07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2008, 11:38   #7
chefingenieur->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 02.01.2008
Beiträge: 7
chefingenieur
Standard

Kauft Notebooks mit Zubehör im Komplettpaket. Das kommt dann wieder über 1000,- und "betriebsgewöhnlich" abgeschrieben werden. Das waeren dann wieder 3 Jahre. Ausserdem meine ich mal ein Urteil gelesen zu haben, wonach man PCs auch in 2 Jahren abschreiben kann, wenn man nachweisen kann, dass man immer den Besten und Aktuellsten braucht. (Beispiel war Grafiker).
chefingenieur ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2008, 11:49   #8
Jenie
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von Jenie
 
Registriert seit: 15.03.2007
Ort: NRW
Beiträge: 2.139
Jenie
Standard

Hier wird ganz bewusst die Konkurrenz ausgeschaltet -- mittlere und Kleine Betriebe langsam getötet und neue haben kaum eine chance zu wachsen.

Damit beherrschen die Märkte die Grossen und unsere Ver - äh Treter des Landes.. helfen natürlich dabei...
__

Auch ein Tritt in das Hinterteil, ist ein Schritt nach vorn.
Jenie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2011, 07:38   #9
carnivals->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 25.09.2011
Beiträge: 8
carnivals
Standard AW: Neue GWG-Grenze ab 2008

Ja das wäre interessant zu wissen.
Wäre es auch eine Alternative, sich bei der Firma mit ausländischem Sitz anstellen zu lassen, auf welche Basis auch immer. Oder geht sowas nicht? Denn dann hat man doch regelmäßige und gleichmäßige Verdienste, die man angeben kann.
carnivals ist offline   Mit Zitat antworten
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