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Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


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Alt 13.08.2014, 11:29   #1
hunter11
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hunter11 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Existenzgründung und Finanzamt

Meine Frau muß sich nun erstmalig als selbstständige Aufstockerin mit dem FA rumschlagen. Die Standardformulare des FA gehen irgendwie immer davon aus, dass man gleich Millionen - Umsätze generiert, obwohl wir bereits Gegenteiliges mitgeteilt haben.

Kurz zu meinen Fragen:

Sie betreibt ein kleines Ladenlokal mit Accessoires.

Muß Sie jetzt monatlich die UST - Voranmeldung abgeben, trotz ihres Kleinbetriebes ? Wenn ja geht das ja alles nur noch elektronisch - die Anmeldung
habe ich versucht vorzunehmen, leider funktioniert ein Schritt bei der Anmeldung nicht (dieses Zertifikat taucht nirgendwo auf, die nicht erreichbare Hotline treibt mich seit Tagen zur Weissglut und natürlich mahnt das FA bereits fleissig an).

Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig,
muß man trotzdem irgendwelche Einkommensteuervorauszahlungen leisten, obwohl wir gar nicht wissen, ob Sie über einen Gewinn von mindestens 8.000,- € im Jahr kommt (Freibetrag)

Dank euch für Infos.
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Alt 13.08.2014, 12:17   #2
franky0815
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franky0815 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

ich würde euch dringend einen steuerberater empfehlen, mit fa is nich zu spassen die setzen ihre forderungen eiskalt durch, nachdem was du hier schreibst sind eure kenntnisse in der richtung sehr dürftig, also unbedingt zum steuerberater.
__

"Man traue nie einem erhabenen Motiv für eine Handlung, wenn sich auch ein niedriges finden läßt"
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Alt 13.08.2014, 12:34   #3
HajoDF
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Wie das?
Zitat:
Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig,
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Alt 13.08.2014, 12:52   #4
Hainbuche
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
Muß Sie jetzt monatlich die UST - Voranmeldung abgeben, trotz ihres Kleinbetriebes ? (...)
Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig
Moment mal.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung sollte eigentlich nur dann abzugeben sein, wenn auch Umsatzsteuerpflicht vorliegt.

Dann allerdings dürfte auch auf die Umsätze mit Endverbrauchern Umsatzsteuer anfallen.

Zitat:
muß man trotzdem irgendwelche Einkommensteuervorauszahlungen leisten
Einkommensteuer ist noch eine andere Baustelle.

Wie schon angemerkt wurde, im Zweifel lieber einen Steuerberater einschalten (und ggf. - z. B. durch einen VHS-Kurs - die kaufmännischen Kenntnisse vertiefen).
Hainbuche ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 14:33   #5
franky0815
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

das fängt doch schon kurz nach der gewerbeanmeldung an, du bekommst einen fragebogen vom finanzamt, da kannst du angeben das du zur kleinunternehmerregelung optiert, wenn du das nicht angibst bist du automatisch bei der vorsteuer dabei und kannst wenn du pech hast monatlich vorsteuer abführen, auch wenn du keinen cent eingenommen hast.

wenigstens eine erstberatung beim fachmann würde ich in anspruch nehmen, denn sich nachher auf nichtwissen zu berufen is dem finanzamt egal, die wollen erstmal geld sehn und du musst nachher zusehn wie du das zurück bekommst.

dann is die einkommensteuer erstmal vom gewerbe vollkommen unabhänig, wenn der grundfreibetrag von 8354€ überschritten wird sind steuern zu entrichten.

auch da is ein steuerfachmann hilfreich.
__

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Alt 13.08.2014, 14:40   #6
franky0815
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von Caso Beitrag anzeigen
Wegen der Elster-online-Anmeldung fürs FA
die ust voranmeldung ist eine wenig anders, normalerweise wäre ein gang zum fa hilfreich, allerdings geht das fa bei gewerbetreibenden schon von gewissen kenntnissen, oder von professionellen dienstleistern aus.

wenn bei der elektronischen ust voranmeldung auch so ein sicherheitszerti verlangt wird wie bei elster, dann muss man das erst beantragen und warten bis das ding mit der post zugesandt wird.
__

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Alt 13.08.2014, 15:23   #7
hunter11
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hunter11 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

So, danke euch schonmal bis hierher für die gutgemeinten Hinweise.

Ich will das Ganze noch mal ein wenig aufschlüsseln:

1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.

2. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten Umsatz, Gewinn, etc. sind uns schon geläufig - Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist ?

3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.

4. Die Anmeldungen beim elster-portal sind bereits erfolgt. Identifikationscodes
und ID sind bereits da - das Zusammenspiel funktioniert nur noch nicht, da dieses Anmeldezertifikat beim erstmaligen Einloggen im Nirwana verschwindet.
Daher hier die Frage, ob das vielleicht ein User hier kürzlich praktiziert hat und helfen könnte.

5. Dass Einkommensteuer erst fällig wird, wenn man den Jahresfreibetrag überschritten hat ist doch eigentlich unstrittig, oder gilt der nur für sv - pflichtige Arbeitnehmer ?

6. Ansonsten für alle sachdienlichen Hinweise schonmal vielen Dank.

7. Der Steuerberater muß erstmal verdient werden - schlimm genug, dass dieses Thema bewußt so komplex ist, dass man ohne kaum auskommt - selbst bei einfacher EÜR

gruß hunter11
hunter11 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 16:11   #8
Hainbuche
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.
Die Größe des Ladenlokals hat auch nichts damit zu tun ;-)

Also gut: Wenn nicht Kleinunternehmer, dann Umsatzsteuerpflicht.

Zitat:
Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist?
Müßte gehen; einfach mal beantragen.

Ansonsten auch einfach mal checken, wie oft überhaupt eine USt-Voranmeldung zu machen ist:

Umsatzsteuer-Voranmeldung ? Wikipedia

Zitat:
3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.
Wenn die USt nicht auf der Rechnung o. ä. ausgewiesen ist, heißt das nicht, daß sie nicht trotzdem vereinnahmt wird.

In der Praxis rechnet sich das dann so:

Umsatz monatlich (mal so angenommen) 3000 Euro inkl. USt.

Angenommener Ust.-Satz = 19%

Vereinnahmte USt. = 3000 / 119 * 19 = 478,99 Euro


Nicht vergessen, die Vorsteuer zu berücksichtigen.
Hainbuche ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 19:18   #9
hunter11
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hunter11 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

@ Hainbuche

Dank dir für deine Ergänzungen - insbesondere das letzte Beispiel macht es noch deutlicher. So wie z.B. jede Tankstelle an Endverbraucher fakturiert, muß natürlich auch hier die MWST ausgewiesen (und abgeführt ) werden und der Kunde hat die Möglichkeit sich im Rahmen der Vorsteuer diesen Betrag wiederzuholen und ihn als Betriebsausgabe Gewinn mindernd in Ansatz zu bringen.

Soweit war mir das schon klar - vielleicht zu Beginn des threads unglücklich ausgedrückt.

Dennoch, gut dass wir nochmals drüber gesprochen / geschrieben haben - so wird einiges klarer.

gruß hunter11
hunter11 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 19:39   #10
schu83
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
So, danke euch schonmal bis hierher für die gutgemeinten Hinweise.

Ich will das Ganze noch mal ein wenig aufschlüsseln:

1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.

2. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten Umsatz, Gewinn, etc. sind uns schon geläufig - Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist ?
Generell ist gesetzlich im Jahr der Gründung sowie im darauf folgenden Jahr eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen vorgesehen. Die Voranmeldungen haben bis zum 10. des Folgemonats in elektronischer Form an die Finanzverwaltung übermittelt zu werden, fällt der 10. auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, verlängert sich die Frist auf den nächsten Werktag (Werktag = Montag bis Freitag).

Eine Dauerfristverlängerung, das heißt die Verlängerung der Abgabefrist von Umsatzsteuer-Voranmeldungen um einen Kalendermonat, kann mit der Voranmeldung für den Monat Dezember beim Finanzamt beantragt werden. Beachte hierbei: es wird grundsätzlich eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres fällig (wenn genau so viel Umsatzsteuer gezahlt wie Vorsteuer erstattet wurde oder sogar mehr Vorsteuer erstattet wurde, beträgt die Sondervorauszahlung EUR 0,00).

Die Möglichkeit eine Dauerfristverlängerung zu beantragen haben auch Gründer, die Ihr Geschäft im laufenden Kalenderjahr aufnehmen. Achtung: auch hier wird ggf. eine Sondervorauszahlung fällig, das Finanzamt erwartet eine Prognose der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen und setzt dann ggf. eine Sondervorauszahlung fest. (siehe auch §§ 16, 18 UStG, § 46 - 48 UStDV)

Zitat:
3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.
Das ist sehr missverständlich geschrieben: natürlich stellt ihr Rechnungen an Dritte, alles andere würde heißen, ihr schreibt nur untereinander Rechnungen. Meinst du damit, dass ihr keine Rechnungen an andere Unternehmer schreibt?

Bei Accessoires würde ich mal von Kleinbetragsrechnungen unter EUR 150,00 ausgehen, richtig? In dem Fall ist § 33 UStDV für euch interessant
Zitat:
Eine Rechnung, deren Gesamtbetrag 150 Euro nicht übersteigt, muss mindestens folgende Angaben enthalten: den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers,
2.
das Ausstellungsdatum,
3.
die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und
4.
das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.
Das heißt ihr könnt auf eure Rechnungen / Quittungen vermerken: "in vorgenanntem Betrag sind xx% gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten"

Zitat:
5. Dass Einkommensteuer erst fällig wird, wenn man den Jahresfreibetrag überschritten hat ist doch eigentlich unstrittig, oder gilt der nur für sv - pflichtige Arbeitnehmer ?
Nein, das kann man grundsätzlich schon so zusammenfassen. Da der Weg von den "Einkünftigen aus Gewerbebetrieb / selbständiger Arbeit" bis hin zum "zu versteuernden Einkommen" jedoch über einige Zwischenpositionen und ggf. Stolpersteine führen kann, solltet ihr hierfür ggf. einen Steuerberater konsultieren, wie bereits empfohlen wurde. Sofern ihr unterhalb des steuerlichen Existenzminimums bleibt, heißt das übrigens nicht dass dann keine Einkommensteuererklärung abzugeben ist.

Zitat:
7. Der Steuerberater muß erstmal verdient werden - schlimm genug, dass dieses Thema bewußt so komplex ist, dass man ohne kaum auskommt - selbst bei einfacher EÜR

gruß hunter11
Eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung lässt sich im Prinzip recht einfach in Excel erstellen, hierfür gibt es im Internet auch diverse Vorlagen. Für einen "einfachen" Handelsbetrieb gibt es zwar einige Fallen, aber so lange man das richtige Maß und ein Gespür dafür behält, was steuerlich absetzbar sein kann und was nicht, funktioniert das in der ersten Zeit normalerweise recht gut. Sobald Besonderheiten wie ein Firmen-Kfz, Lohnabrechnungen etc. dazukommen, macht es jedoch durchaus Sinn einen Berater zu engagieren.

Auf jeden Fall viel Erfolg!
schu83 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 19:42   #11
schu83
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Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
@ Hainbuche

Dank dir für deine Ergänzungen - insbesondere das letzte Beispiel macht es noch deutlicher. So wie z.B. jede Tankstelle an Endverbraucher fakturiert, muß natürlich auch hier die MWST ausgewiesen (und abgeführt ) werden und der Kunde hat die Möglichkeit sich im Rahmen der Vorsteuer diesen Betrag wiederzuholen und ihn als Betriebsausgabe Gewinn mindernd in Ansatz zu bringen.

Soweit war mir das schon klar - vielleicht zu Beginn des threads unglücklich ausgedrückt.

Dennoch, gut dass wir nochmals drüber gesprochen / geschrieben haben - so wird einiges klarer.

gruß hunter11
Das ist nicht ganz klar formuliert, aber du willst auf das Richtige hinaus: der Kunde, sofern er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann die Vorsteuer in seiner Umsatzsteuer(vor)anmeldung geltend machen und sie gegen die zu zahlende Umsatzsteuer verrechnen. Bleibt eine positive Umsatzsteuer bestehen, hat er diese an das Finanzamt abzuführen, ergibt sich ein Vorsteuerüberschuss, wird dieser vom Finanzamt erstattet. Die Erstattung vom Finanzamt wäre in diesem Fall allerdings eine Ein- und keine Ausgabe :)
schu83 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 20:04   #12
franky0815
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Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
4. Die Anmeldungen beim elster-portal sind bereits erfolgt. Identifikationscodes
und ID sind bereits da - das Zusammenspiel funktioniert nur noch nicht, da dieses Anmeldezertifikat beim erstmaligen Einloggen im Nirwana verschwindet.
Daher hier die Frage, ob das vielleicht ein User hier kürzlich praktiziert hat und helfen könnte.
dieses anmeldezertifikat musst du auf der festplatte speichern und dann beim anmelden den pfad angeben wo sich das zertifikat befindet, eigentlich dürfte da nix schiefgehn.
wenn es doch probleme gibt könnte das elsterforum hilfreich sein:
https://www.elster.de/anwenderforum/index.php

und hier noch ein link zu einer eür 2014 mit mwst.
Klicktipps - Download einzelne Datei
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franky0815 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 20:53   #13
hunter11
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Zitat von franky0815 Beitrag anzeigen
dieses anmeldezertifikat musst du auf der festplatte speichern und dann beim anmelden den pfad angeben wo sich das zertifikat befindet, eigentlich dürfte da nix schiefgehn.
wenn es doch probleme gibt könnte das elsterforum hilfreich sein:
https://www.elster.de/anwenderforum/index.php

und hier noch ein link zu einer eür 2014 mit mwst.
Klicktipps - Download einzelne Datei
Das Speichern auf der Festplatte und wiederöffnen ist genau mein Problem, weil das Wiederöffnen nicht funktioniert, aber vielleicht erreiche ich ja auch einen Osterhasen von der Hotline in den nächsten Tagen - auf alle Fälle danke für deinen Hinweis.
hunter11 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2014, 21:06   #14
hunter11
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Zitat von schu83 Beitrag anzeigen
Generell ist gesetzlich im Jahr der Gründung sowie im darauf folgenden Jahr eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen vorgesehen. Die Voranmeldungen haben bis zum 10. des Folgemonats in elektronischer Form an die Finanzverwaltung übermittelt zu werden, fällt der 10. auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, verlängert sich die Frist auf den nächsten Werktag (Werktag = Montag bis Freitag).

Eine Dauerfristverlängerung, das heißt die Verlängerung der Abgabefrist von Umsatzsteuer-Voranmeldungen um einen Kalendermonat, kann mit der Voranmeldung für den Monat Dezember beim Finanzamt beantragt werden. Beachte hierbei: es wird grundsätzlich eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres fällig (wenn genau so viel Umsatzsteuer gezahlt wie Vorsteuer erstattet wurde oder sogar mehr Vorsteuer erstattet wurde, beträgt die Sondervorauszahlung EUR 0,00).

Die Möglichkeit eine Dauerfristverlängerung zu beantragen haben auch Gründer, die Ihr Geschäft im laufenden Kalenderjahr aufnehmen. Achtung: auch hier wird ggf. eine Sondervorauszahlung fällig, das Finanzamt erwartet eine Prognose der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen und setzt dann ggf. eine Sondervorauszahlung fest. (siehe auch §§ 16, 18 UStG, § 46 - 48 UStDV)

Das ist sehr missverständlich geschrieben: natürlich stellt ihr Rechnungen an Dritte, alles andere würde heißen, ihr schreibt nur untereinander Rechnungen. Meinst du damit, dass ihr keine Rechnungen an andere Unternehmer schreibt?

Bei Accessoires würde ich mal von Kleinbetragsrechnungen unter EUR 150,00 ausgehen, richtig? In dem Fall ist § 33 UStDV für euch interessant
Das heißt ihr könnt auf eure Rechnungen / Quittungen vermerken: "in vorgenanntem Betrag sind xx% gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten"

Nein, das kann man grundsätzlich schon so zusammenfassen. Da der Weg von den "Einkünftigen aus Gewerbebetrieb / selbständiger Arbeit" bis hin zum "zu versteuernden Einkommen" jedoch über einige Zwischenpositionen und ggf. Stolpersteine führen kann, solltet ihr hierfür ggf. einen Steuerberater konsultieren, wie bereits empfohlen wurde. Sofern ihr unterhalb des steuerlichen Existenzminimums bleibt, heißt das übrigens nicht dass dann keine Einkommensteuererklärung abzugeben ist.

Eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung lässt sich im Prinzip recht einfach in Excel erstellen, hierfür gibt es im Internet auch diverse Vorlagen. Für einen "einfachen" Handelsbetrieb gibt es zwar einige Fallen, aber so lange man das richtige Maß und ein Gespür dafür behält, was steuerlich absetzbar sein kann und was nicht, funktioniert das in der ersten Zeit normalerweise recht gut. Sobald Besonderheiten wie ein Firmen-Kfz, Lohnabrechnungen etc. dazukommen, macht es jedoch durchaus Sinn einen Berater zu engagieren.

Auf jeden Fall viel Erfolg!
Vielen Dank auch nochmals an Dich für deine sehr ausführliche Erklärung.

Im Prinzip läuft es so: Mein Frau kauft ein Teil für 5,- € zzgl MWST ein und verkauft es für 13,- € an einen (normalen) Endkunden.

Der Betrag aus den 5,- € (also der zzgl. MWST) entspricht der Vorsteuer, aus dem Verkauf von 13,- € sind 19% MWST abzuführen. Dies hat grds. mtl. in elektronischer Form zu erfolgen und im Normalfall eines positiven Geschäftsverlaufs meistens mit einer "leichten" Zahlung der MWST an das FA
zu erfolgen.

Der Gewinn ergibt sich aus dem (MWST bereinigten) Umsatz abzüglich dem Wareneinkauf und natürlich abzüglich sonstiger absetzbarer Betriebsausgaben.
Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer. Spätestens im zweiten Jahr nach Existenzgründung ergeben sich dann Schätzwerte für das FA, wonach man ggf. eine EST - Vorauszahlung leisten muß - liegt allerdings der Gewinn darunter, dann doch eigentlich nicht, oder ?

gruß hunter11
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Alt 13.08.2014, 21:13   #15
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Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer.
es sind in 2014, 8354€ allerdings kann vom gewinn noch einiges abgezogen werden, wie zb. vorsorgeaufwendungen, dazu gehört als grösster posten die krankenversicherung, allerdings gibts auch da eine obergrenze an abzugsfähigen kosten.
zum einkommen zählen aber auch einnahmen aus kapitalvermögen, wie zinsen, dividenden, kursgewinne aus wertpapierhandel, einahmen aus vermietung und verpachtung usw.
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"Man traue nie einem erhabenen Motiv für eine Handlung, wenn sich auch ein niedriges finden läßt"
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Alt 14.08.2014, 07:34   #16
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Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
Vielen Dank auch nochmals an Dich für deine sehr ausführliche Erklärung.

Im Prinzip läuft es so: Mein Frau kauft ein Teil für 5,- € zzgl MWST ein und verkauft es für 13,- € an einen (normalen) Endkunden.

Der Betrag aus den 5,- € (also der zzgl. MWST) entspricht der Vorsteuer, aus dem Verkauf von 13,- € sind 19% MWST abzuführen. Dies hat grds. mtl. in elektronischer Form zu erfolgen und im Normalfall eines positiven Geschäftsverlaufs meistens mit einer "leichten" Zahlung der MWST an das FA
zu erfolgen.

Der Gewinn ergibt sich aus dem (MWST bereinigten) Umsatz abzüglich dem Wareneinkauf und natürlich abzüglich sonstiger absetzbarer Betriebsausgaben.
Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer. Spätestens im zweiten Jahr nach Existenzgründung ergeben sich dann Schätzwerte für das FA, wonach man ggf. eine EST - Vorauszahlung leisten muß - liegt allerdings der Gewinn darunter, dann doch eigentlich nicht, oder ?

gruß hunter11
Richtig, das Finanzamt wird Vorauszahlungen festsetzen wenn der Gewinn eine gewisse Schwelle überschreitet. Die Festsetzung erfolgt normalerweise mit dem Einkommensteuerbescheid. Du kannst jederzeit die Herabsetzung von Vorauszahlungen beantragen, der Antrag sollte mit einer Vourausberechnung für das Ergebnis des Gewerbebetriebes kombiniert werden.

Achtung: Verluste sind in den Anfangsjahren nicht ungewöhnlich, das Finanzamt gibt den Steuerpflichtigen grds. 7 Jahre Zeit, um ein positives Gesamtergebnis zu erzielen (Gesamtergebnis = Gewinne-Verluste der einzelnen Jahre, sollte spätestens nach 7 Jahren positiv werden). Das ist aber nur ein Richtwert, manche Finanzämter klopfen bereits früher an.
schu83 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2014, 08:56   #17
Horks->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
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Horks
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Ich würde einfach alles den Steuerberater machen lassen..
1. Hat der Ahnung, er hat es ja hoffentlich vernünftig gelernt
und 2. hat man selbst nicht so den Plan von der Materie fällt es noch schwerer..

In der Regel wollen die StB immer recht viel Geld sehen, aber meiner Meinung nach ist das Sinnvoll investiert.
Horks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2014, 11:03   #18
franky0815
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Zitat von Horks Beitrag anzeigen
Ich würde einfach alles den Steuerberater machen lassen..
1. Hat der Ahnung, er hat es ja hoffentlich vernünftig gelernt
und 2. hat man selbst nicht so den Plan von der Materie fällt es noch schwerer..

In der Regel wollen die StB immer recht viel Geld sehen, aber meiner Meinung nach ist das Sinnvoll investiert.
zumindest am anfang, wenn man dann mal gesehen hat das das alles garnich so wild is was der stb da macht kann man es auch selbst erledigen.
wobei ich immer der meinung bin, wenn ich etwas mache, dann nur wenn ich es auch kann, sonst lieber einen fachmann an die sache, in der zeit arbeite ich lieber das was ich kann.
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Alt 14.08.2014, 18:09   #19
morissonhotel
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Hi,

also erstmal: Gratulation zur Selbständigkeit und auch noch dazu, dass ihr gleich den schwereren Weg mit Regelbesteuerung gewählt habt.

Ich habe erst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen für 4 Jahre und bin zum Jahr 2014 zur Regelbesteuerung gewechselt.

Warum ich das schreibe? Weil ich mir auch große Gedanken über die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht hatte. Ich habe eine Meldung beim FA gemacht, dass ich zur Regelbesteuerung übergehen werde zum neuen Jahr und ich habe dann Anfang Januar beim FA angerufen und nachgefragt. Die haben mich zurückgerufen und mir mitgeteilt, dass ich die KEINE Umsatzsteuervoranmeldung machen muss, sondern dass ich die Umsatzsteuererklärung einfach im Rahmen meiner normalen Steuererklärung einmal jährlich abgeben soll und dann wird geschaut, ob das so bleiben kann oder ob ich dann quartalsweise die Umsatzsteuervoranmeldung mache.

Also auf jeden Fall einfach den Kontakt zum FA suchen!
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Alt 14.08.2014, 18:35   #20
hunter11
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Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Hi,

also erstmal: Gratulation zur Selbständigkeit und auch noch dazu, dass ihr gleich den schwereren Weg mit Regelbesteuerung gewählt habt.

Ich habe erst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen für 4 Jahre und bin zum Jahr 2014 zur Regelbesteuerung gewechselt.

Warum ich das schreibe? Weil ich mir auch große Gedanken über die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht hatte. Ich habe eine Meldung beim FA gemacht, dass ich zur Regelbesteuerung übergehen werde zum neuen Jahr und ich habe dann Anfang Januar beim FA angerufen und nachgefragt. Die haben mich zurückgerufen und mir mitgeteilt, dass ich die KEINE Umsatzsteuervoranmeldung machen muss, sondern dass ich die Umsatzsteuererklärung einfach im Rahmen meiner normalen Steuererklärung einmal jährlich abgeben soll und dann wird geschaut, ob das so bleiben kann oder ob ich dann quartalsweise die Umsatzsteuervoranmeldung mache.

Also auf jeden Fall einfach den Kontakt zum FA suchen!
Hi, danke dir für deinen Hinweis. Insbesondere die rot gekennzeichnete Aussage scheint zu bestätigen, dass es doch häufig zugeht wie auf dem Basar beim FA, obwohl man erstmal mit Pflichten und Gesetzen zugeschossen wird, dass man sich gar nicht traut etwas anderes zu sagen.

Die Option zur Regelbesteuerung ist bei uns eher betriebswirtschaftliche Notwendigkeit gewesen: Einkommensteuer aus 2012 mußte noch gezahlt werden und durch die neue Existenzgründung mit Ladeneinrichtung, Wareneinkauf etc. ist durch die Umsatzsteuererstattung (bzw. Verrechnung)
schon ein großer Batzen der Verbindlichkeit getilgt und verschafft uns etwas mehr an Liquidität im Tagesgeschäft.

Ausserdem meinte ich in Erinnerung zu haben, dass die Kleinunternehmerregelung nur bis 17.500,- € im Eröffnungsjahr gilt (?!).

Ich weiss auch nicht genau, für wieviele Jahre man sich damit festgelegt hat - ist wohl so ähnlich wie bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten, da kann man doch auch nur nach gewissen Abständen wechseln ?.
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Alt 14.08.2014, 18:36   #21
hunter11
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@morissonhotel

Ich vermute es war bei Dir Verhandlungssache mit deinem FA ohne irgendeine
Rechtsgrundlage, dass es auch anders geht, oder ?
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Alt 14.08.2014, 19:24   #22
morissonhotel
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von hunter11 Beitrag anzeigen
Hi, danke dir für deinen Hinweis. Insbesondere die rot gekennzeichnete Aussage scheint zu bestätigen, dass es doch häufig zugeht wie auf dem Basar beim FA, obwohl man erstmal mit Pflichten und Gesetzen zugeschossen wird, dass man sich gar nicht traut etwas anderes zu sagen.

Die Option zur Regelbesteuerung ist bei uns eher betriebswirtschaftliche Notwendigkeit gewesen: Einkommensteuer aus 2012 mußte noch gezahlt werden und durch die neue Existenzgründung mit Ladeneinrichtung, Wareneinkauf etc. ist durch die Umsatzsteuererstattung (bzw. Verrechnung)
schon ein großer Batzen der Verbindlichkeit getilgt und verschafft uns etwas mehr an Liquidität im Tagesgeschäft.

Ausserdem meinte ich in Erinnerung zu haben, dass die Kleinunternehmerregelung nur bis 17.500,- € im Eröffnungsjahr gilt (?!).

Ich weiss auch nicht genau, für wieviele Jahre man sich damit festgelegt hat - ist wohl so ähnlich wie bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten, da kann man doch auch nur nach gewissen Abständen wechseln ?.

Die Kleinunternehmerregelung gilt in jedem Jahr der Inanspruchnahme bis 17500 €, man darf aber auch mal ein Ausreißerjahr haben mit bis zu 50000 €, jedoch darf der Umsatz im Folgejahr dann nicht die 17500 € übersteigen.

An die KLeinunternehmerregelung ist man grundsätzlich nur ein Jahr lang gebunden. An die Regelbesteuerung ist man hingegen 5 Jahre gebunden.
Ich fand es mit Kleinunternehmerregelung wesentlich einfacher. Der einzige Nachteil war, dass meine Geschäftskunden keine Vorsteuer geltend machen konnten und bei Warenbeschaffungen dann lieber selbst gekauft hatten, statt bei mir.
Ansonsten hat die Regelbesteuerung für mich nur Nachteile; Ich ziehe Geld ein, was mir nicht gehört und bin damit quasi kostenloser Dienstleister für das FA, ich habe damit einen Haufen unbezahlter Mehrarbeit, ich bin teurer als vorher und mehr Geld habe ich dadurch auch nicht. Na ja......

Ansonsten denke ich schon, dass es eine rechtliche Grundlage dafür gibt, dass ich einfach einmal im Jahr die Umsatzsteuer zahle, ohne Voranmeldung.

Umsatzsteuervoranmeldungen ? monatlich, quartalsweise oder jährlich?

Ich habe außer als Endverbraucher noch nie Steuern gezahlt, damit war meine Steuerlast wohl unter 1000 € und damit ist die Einstufung des FA wohl richtig.

Wenn man gleich mit der Regelbesteuerung anfängt, also als Existenzgründer, dann wollen die das wohl monatlich haben. Aber hier haben die auch Ermessensspielräume. Wenn du natürlich große Umsätze bei den Fragebögen des FA kurz nach der Gewerbeanmeldung angegeben hast, dann werden die dich nicht jährlich die Umsatzsteuer zahlen lassen.

Ich war im letzten Jahr bei etwas unter 17K, also werden die wohl nicht so viel von mir erwarten.
Ich gehe aber davon aus, dass ich im nächsten Jahr die VOranmeldung quartalsweise machen werden muss.
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Alt 16.08.2014, 13:37   #23
P123
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Die Kleinunternehmerregelung gilt in jedem Jahr der Inanspruchnahme bis 17.500 €, man darf aber auch mal ein Ausreißerjahr haben mit bis zu 50.000 €, jedoch darf der Umsatz im Folgejahr dann nicht die 17.500 € übersteigen.
Falsch.
Die Kleinunternehmerregelung kann STETS nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz des Vorjahres zuzügl. Steuer, jedoch ohne Verkäufe von Anlagevermögen, die Grenze von 17.500 Euro nicht überstiegen hat. So steht es im Gesetz.

Vor etlichen Jahren war das anders: Da mußten die Unternehmer bei 17.500 aufhören zu arbeiten, um die bereits abgeschlossenen Geschäfte des laufenden Jahres nicht im Nachhinein steuerpflichtig werden zu lassen. Diesen Unsinn hat der Gesetzgeber irgendwann eingesehen und das Gesetz dahingehend geändert, daß die Umsätze des Vorjahres als Maßstab herangezogen werden. Damit hat dann nur derjenige Pech, der seine Buchhaltung am Sankt Nimmerleinstag macht und sich nicht dafür interessiert, was er im Vorjahr kassiert hat.

Die Grenze von "voraussichtlich 50.000 Euro" fängt hierbei zwei Konstellationen ab:
Im Jahr der Gründung des Unternehmens gibt es kein Vorjahr, die Gesetzesänderung hätte damit zu einer Regelungslücke geführt. Zum zweiten muß der Unternehmer, wenn er am Anfang des Jahres bereits weiß, daß er diese Grenze überschreiten wird, von sich aus die Geschäftsvorfälle als steuerpflichtig behandeln.

Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
An die Kleinunternehmerregelung ist man grundsätzlich nur ein Jahr lang gebunden. An die Regelbesteuerung ist man hingegen 5 Jahre gebunden.
Auch falsch.
Noch nicht einmal an die Kleinunternehmerregelung ist man gebunden. Man kann darauf selbst noch kurze Zeit nach der Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung verzichten.

Und die Fünfjahresbindung gilt auch nur, wenn der Unternehmer optiert (auf die Kleinunternehmerregelung aus eigenem Antrieb verzichtet) hat. Wer nur durch die Grenzüberschreitung in die Regelbesteuerung kommt, hat die Kleinunternehmerregelung zurück, sobald wieder ein Vorjahresumsatz unter die Grenze gefallen ist.

Zitat:
§ 19 UStG
...
(2) Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung bindet die Erklärung den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre. Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Der Widerruf ist spätestens bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des Kalenderjahres, für das er gelten soll, zu erklären.
Unanfechtbar heißt, binnen der Rechtsbehelfsfrist eines Steuerbescheides, sofern ein solcher ergeht (das passiert in der Regel nur, wenn das Finanzamt bspw. wegen Rechenfehlern in der Erklärung von dieser abweicht) oder binnen eines Monats nach Abgabe der Jahressteuererklärung.

Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Ich fand es mit Kleinunternehmerregelung wesentlich einfacher. Der einzige Nachteil war, dass meine Geschäftskunden keine Vorsteuer geltend machen konnten und bei Warenbeschaffungen dann lieber selbst gekauft hatten, statt bei mir.
Das Problem ist, daß viele Leute in Buchhaltungsabteilungen von der Umsatzsteuer keinen Plan haben, deshalb lieber nach Schema F vorgehen und keine Rücksicht auf die Belange der Lieferanten nehmen. Was der Esel nicht kennt, frißt er nicht.
Klartext: "Entweder Du weist uns USt aus oder wir zahlen Dir die Rechnung nicht!" Ist natürlich klar rechtswidrig, man muß dann eben ins gerichtliche Mahnverfahren und klagen, ist den Kunden also los, wenn der nicht schon von vornherein erklärt hat, mit steuerlichen Kleinunternehmern keine Geschäfte machen zu wollen.

Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Wenn man gleich mit der Regelbesteuerung anfängt, also als Existenzgründer, dann wollen die das wohl monatlich haben.
Korrekt. Und das zwei Jahre lang.

Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Aber hier haben die auch Ermessensspielräume.
Nein, haben sie nicht. Steht so im Gesetz: § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG.

Wenn natürlich jemand im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung angibt, den § 19 Abs. 1 UStG nutzen zu wollen, die Abgabe der Jahressteuererklärung bis auf den allerletzten Drücker verschleppt und es sich dann erst anders überlegt ... Nu mei, dann sind die zwei Jahre eben inzwischen (fast) rum.
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Alt 16.08.2014, 15:47   #24
morissonhotel
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Standard AW: Existenzgründung und Finanzamt

Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Falsch.
Die Kleinunternehmerregelung kann STETS nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz des Vorjahres zuzügl. Steuer, jedoch ohne Verkäufe von Anlagevermögen, die Grenze von 17.500 Euro nicht überstiegen hat. So steht es im Gesetz.
Wie bitte? Es gilt natürlich der Umsatz OHNE Steuer! Ansonsten habe ich das genau so geschrieben. Dass mit den 50K das Folgejahr gemeint ist, ist ja wohl klar.

"Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Umsatz im vorangegangenen Jahr einen Betrag von 17.500,- Euro nicht überstiegen hat und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000,- Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Beide Voraussetzungen müssen gegeben sein."

Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Auch falsch.
Noch nicht einmal an die Kleinunternehmerregelung ist man gebunden. Man kann darauf selbst noch kurze Zeit nach der Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung verzichten.
Das ist nicht falsch, sondern eine kleine Technikalität, niemand wird erst auf die KLeinunternehmerregelung verzichten, dann Riesenumsätze machen und hinterher ALLEN Kunden neue Rechnungen ausstellen und die Kunden nachzahlen lassen^^


Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Und die Fünfjahresbindung gilt auch nur, wenn der Unternehmer optiert (auf die Kleinunternehmerregelung aus eigenem Antrieb verzichtet) hat. Wer nur durch die Grenzüberschreitung in die Regelbesteuerung kommt, hat die Kleinunternehmerregelung zurück, sobald wieder ein Vorjahresumsatz unter die Grenze gefallen ist.
Richtig.


Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Das Problem ist, daß viele Leute in Buchhaltungsabteilungen von der Umsatzsteuer keinen Plan haben, deshalb lieber nach Schema F vorgehen und keine Rücksicht auf die Belange der Lieferanten nehmen. Was der Esel nicht kennt, frißt er nicht.
Klartext: "Entweder Du weist uns USt aus oder wir zahlen Dir die Rechnung nicht!" Ist natürlich klar rechtswidrig, man muß dann eben ins gerichtliche Mahnverfahren und klagen, ist den Kunden also los, wenn der nicht schon von vornherein erklärt hat, mit steuerlichen Kleinunternehmern keine Geschäfte machen zu wollen.
Deren Gedankengang ist wohl, dass sie zuviel zahlen, wenn sie keine Vorsteuer geltend machen können. Dabei beachten sie nicht, dass sie Nettopreise zahlen beim Kleinunternehmer, sprich die Preise wären bei Ust. einfach mal mind. 19 % höher.
Nun ja, für mich ist das inzwischen kein Problem mehr. Privatkunden schauen zwar immer etwas schief, wenn ich ihnen meine neuen Preise nenne (Dabei bin ich netto sogar etwas runter gegangen um dies etwas abzufedern), aber dafür sind die Geschäftskunden zufrieden. Bei denen habe ich allerdings die Nettopreise angehoben. Das erinnert mich immer an die Annahme vieler Angestellten, dass Selbständige keine Mehrwertsteuer zahlen müssen^^.
Nachteil für mich ist, dass ich nun monatlich meinen Gewinn um die Steuer bereinigen musste, sonst ist nächstes Jahr im Mai nix mehr da, wenn das FA seine Umsatzsteuer haben will. Ich kenne viele Unternehmer, die sich über hohe Gewinne freuen und sich dann wundern, wenn Steuern zu zahlen sind....


Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Nein, haben sie nicht. Steht so im Gesetz: § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG.
Wie erklärst du dir dann, dass ich nur jährlich zahlen muss? Ich kenne auch genügend andere Unternehmer, die gleich für die Regelbesteuerung optiert haben und trotzdem einmal im Jahr zahlen. Da muss es ja intern beim FA doch irgendeine Regelung geben, dass man dies bei bestimmten Unternehmensformen und Umsätzen so handhabt. Für eine GmbH trifft das sicher zu, wie du es schreibst.
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Alt 16.08.2014, 17:13   #25
Hainbuche
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Zitat von morissonhotel Beitrag anzeigen
Deren Gedankengang ist wohl, dass sie zuviel zahlen, wenn sie keine Vorsteuer geltend machen können. Dabei beachten sie nicht, dass sie Nettopreise zahlen beim Kleinunternehmer, sprich die Preise wären bei Ust. einfach mal mind. 19 % höher.
Der Kleinunternehmer ist gegenüber Wettbewerbern bei seiner Kalkulation im B2B-Geschäft ggf. im Nachteil, weil er selbst keine Vorsteuer geltend machen kann.

Auf Nettopreis-Ebene (exkl. USt.) führt das zu geringeren Margen und/oder zu höheren Preisen im Vergleich zur Kalkulation mit USt. und Vorsteuerabzug.
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