Existenzgründung und Selbstständigkeit Diskussionen, Rat & Hilfe zur Gründung und bei bestehender Selbstständigkeit


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Alt 12.02.2013, 14:04   #1
Martin84->Emailproblem
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Martin84
Ausrufezeichen Übergang von Alg1 zu Alg2 + Selbständigkeit

Hallo Leute,

ich habe ein Problem und benötige dringend Eure Expertise

Meine Situation:
Ich bin 29, Ingenieur, seit April 2012 arbeitslos, Bezieher von Alg1 und nebenberuflich selbstständig (Gründungszuschuss wurde verweigert - anderes Thema ). Seit 1.2.2013 habe ich kein Anspruch mehr auf Alg1 und möchte nun Alg2 beantragen.

Meine Ziele:
1. Lebensunterhalt aus eigener hauptberuflicher Selbstständigkeit bestreiten.
2. Möglichst lange Anspruch auf Alg2 haben, um Ziel 1 sicher zu erreichen.
3. Möglichst wenig Stress mit dem Jobcenter haben, um mich auf die Selbstständigkeit konzentrieren zu können.

Meine Fragen:

1. Soll ich dem Jobcenter sagen ich bin nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig? Welche Vor-und Nachteile haben beide Varianten?

Meine Logik:
Wenn ich denen sage ich bin nebenberuflich selbstständig, dann nerven die evtl. mehr mit Bewerbungen usw. dafür kann ich jedoch jederzeit sagen ich mache das nun hauptberuflich und habe so in Summe länger Anspruch auf Alg2 und ab da an auch weniger Stress. Ist das korrekt?

2. Gibt es bei dem Übergang von Alg1 zu Alg2 zwischen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter eine Art Übergabe des "Kunden"?

Hintergrund:
Kürzlich hatte ich einen Termin bei der Arbeitsagentur (obwohl ich keine Leistung mehr beziehe) und mir wurde eine EGV vorgelegt mit der Auflage 10 Bewerbungen pro Monat zu schreiben usw.. Ich habe den Sachbearbeiter gesagt, dass ich in den nächsten Tagen zum Jobcenter gehe und die für mich ja sowieso garnicht mehr zuständig sind. Daraufhin meinte er wenn ich nicht Unterschreiben dann kann er das einfach anordnen oder ich müsse mich eben abmelden, aber das empfiehlt er nicht weil sonst eine Lücke entsteht für die Rentenversicherung. Ich habe nichts unterschrieben und gesagt ich benötige Bedenkzeit, eine Abmeldung habe ich auch nicht vorgenommen. Er hat mir per Verwaltungsakt nun 10 Bewerbungen pro Tag aufgedrückt.

Nun befürchte ich, dass die eine Art Übergabe an das JobCenter mache und ich da schon "vorbelastet" ankomme und dir mir von Anfang an extremen Stress mit Bewerbungen machen usw. (vorallem wenn ich denen erstmal sage ich bin nebenberuflich selbstständig). Daraus resultiert auch Frage Nr. 3

3. Sollte man sich bei der Übergabe von Alg1 zu Alg2 bei der Arbeitsagentur lieber abmelden um beim Jobcenter als "frischer" Kunde aufzuschlagen? Oder hat das keinen Einfluss?

Ich Danke Euch schon mal im voraus, freue mich dass ich dieses Forum hier gefunden habe!

Lieben Gruß,

Martin
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Alt 14.02.2013, 15:12   #2
DeppvomDienst->Emailproblem
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DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst
Standard AW: Übergang von Alg1 zu Alg2 + Selbständigkeit

1. Soll ich dem Jobcenter sagen ich bin nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig? Welche Vor-und Nachteile haben beide Varianten?

Dem Finanzamt bzw. bei Gewerbeanmeldung wird nicht unterschieden, ob Du hauptberuflich oder nebenberuflich selbständig bist. Steuerrechtlich gesehen hat dies keinerlei Auswirkungen.

Das Jobcenter unterscheidet hier sehr wohl:
Bist Du hauptberuflich selbständig, dann stehst Du nicht für Maßnahmen, 1-Euro-Jobs oder ähnliches zur Verfügung, man kann aber sehr wohl von Dir verlangen, dass Du Dich parallel zu Deiner Selbständigkeit auf dem Arbeitsmarkt für eine freie Stelle bewirbst.
Inwieweit das angewendet wird, obliegt dem jeweiligen Sachbearbeiter, prinzipiell kann er es verlangen, muss natürlich aber auch auf die Erstattungsfähigkeit von Bewerbungskosten hinweisen.

Mehr Bewerbungen als jährlich erstattet wird, ist meiner Auffassung nach rechtlich unhaltbar, bei 260 Euro und 5 Euro Erstattung pro Bewerbung kommt man auf 4,33 Bewerbungen pro Monat, alles darüber hinaus ist nicht finanzierbar. Es gibt dazu aber auch schon höchstrichterliche Urteile, die habe ich aber aktuell nicht im Überblick.

Bist Du nebenberuflich selbständig, kann es passieren, dass man Dich mit allerhand sinnlosen Maßnahmen belastet, so dass Du Deiner Tätigkeit nur noch schwerlich nachkommen kannst.
Wenn Du also hauptberuflich selbständig bist und eben mehr als 15 Std./Woche an Deiner Selbständigkeit arbeitest, bist Du hauptberuflich tätig.

"Notfalls" solltest Du jedoch das auch selbst für Dich überdenken, ob Du auch ohne Probleme vermitteln kannst, dass Du tatsächlich hauptberuflich arbeitest. Denn sonst kann es auch schnell nach hinten losgehen (was ich prinzipiell begrüße, da es auch genug Leute schon gab, die einen auf selbständig machten, sich dann nur auf die Couch setzten und es lediglich als Schutz gebrauchten, um nicht vom Jobcenter mit Maßnahmen behelligt zu werden). Gerade in der heutigen Zeit, nachdem Uschi von der Blöden allen aufstockenden Selbständigen den Krieg erklärt hat.

2. Gibt es bei dem Übergang von Alg1 zu Alg2 zwischen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter eine Art Übergabe des "Kunden"?

Du wirst einfach den ALG-II-Antrag ausfüllen müssen ab dem Zeitpunkt, an dem ALG-II für Dich greifen wird.
Wie dieser "Übergang" gestaltet ist, das ist, denke ich mal, durchaus von Region zu Region unterschiedlich.
Vermutlich wird Dich Dein neuer SB "begrüßen" mit einer EGV, evtl. mit einer Maßnahme im Gepäck, dem Du dann wohl entsprechend begegnen musst.
Die Regelungen bei Selbständigkeit sind etwas anders, z. B. spielt es keine Rolle mehr, ob man haupt- oder nebenberuflich tätig ist. Allerdings ist das wiederum relevant für die "Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt" (und natürlich für Zwangsmaßnahmen).

Du wirst dann auch die EKS ausfüllen müssen... Die Formulare findest Du auf der Webseite der Arbeitsagentur unter Formularen, ALG II ...
Da gibt es zwei Stück.
Einmal die vorläufige EKS zur Abschätzung für den künftigen Zeitraum und dann die abschließenden Angaben, die Du innerhalb 2 Monate nach Ablauf des Bewilligungsabschnittes mit den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben abgeben musst.

Wichtig zu wissen ist, dass die Schätzung dazu verwendet wird, Dir die Leistungen für den kommenden Bewilligungszeitraum zu berechnet. Also höchste Vorsicht! Prognostizierst Du z. B. 500 Euro Gewinn im Monat, wird Dir kurzerhand abzüglich des Freibetrages die Leistung vorab gekürzt und Du darfst zusehen, wie Du diese 6 Monate überstehst und kannst nur hoffen, dass die Prognose auch eintritt...

3. Sollte man sich bei der Übergabe von Alg1 zu Alg2 bei der Arbeitsagentur lieber abmelden um beim Jobcenter als "frischer" Kunde aufzuschlagen? Oder hat das keinen Einfluss?

Die ziehen sich die Akten doch so oder so.
Oder meinst Du, nur weil Du dich abmeldest, ist der Datensatz gesperrt und die Akte irgendwo im Keller verstaubend? Vergiß es...
Spielt keine Rolle.
Du musst beim Ausfüllen doch ohnehin angeben, wie Du zuvor Dein Geld verdient hast, also wirst Du da zwangsläufig ALG I ankreuzen. Der Querverweis ist so oder so da. Ich wüsste jetzt persönlich nicht, wo hier Nachteile sein sollen.

Was dann an EGV kommt etc. das muss man dann sowieso sehen, wenn es so weit ist. Wenn es für Dich nicht tragbar ist, dann nimm das Ding mit vor der Unterschrift und verlange Bedenkzeit, die sie Dir geben müssen. Dann kannst Du das Ding anonymisiert hier im Forum einstellen.
Selbiges gilt bei Entscheidungen zur EKS, da gibts ja zahlreiche Probleme...
__

Meine Postings stellen keine Rechtsberatung dar, sondern spiegeln lediglich meine Meinung wieder.
Ich schäme mich dafür, ein Bürger Deutschlands, repräsentiert von diesen ReGIERenden, zu sein!
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Alt 15.02.2013, 12:21   #3
Martin84->Emailproblem
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Martin84
Standard AW: Übergang von Alg1 zu Alg2 + Selbständigkeit

Hey DeppvomDienst,

erstmal vielen Dank für deine Hilfe!
Ich kann glaubhaft beweisen dass ich wirklich selbstständig bin, kann denen sogar notfalls mein Produkt zeigen. Das sollte also kein Problem sein.
Hast du Erfahrung wielange einem das Jobcenter im Schnitt zeit gibt? Habe etwas von 2 Jahren gehört, aber ich weiß nicht ob man das pauschal so sagen kann.

Hm, mein Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur (Alg1) war ziemlich unfreundlich, und wollte mir vor ein paar Tagen eine EGV vorlegen mit 10 Bewerbungen pro Monat und das ganze bundesweit. Und das obwohl ich von denen garkeine Leistungen mehr bekomme. Ich habe die EGV abgelehnt, dann hat er mit das per Verwaltungsakt aufgedrückt, daraufhin habe ich Alg1 abgemeldet.
Meine Sorge ist nun, dass die das im Jobcenter mitbekommen und da gleich anknüpfen. Ein Bekannter hat mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, da die so etwas untereinander nicht kommunizieren, aber ich weiß nicht in wie weit das stimmt.

Wie gesagt, ich bin hauptberuflich selbstständig, ich wollte dem Jobcenter nur etwas anderes erzählen um in Summe länger Alg2 bezug zu haben. Also nach 6 Monaten, so mein Plan, wollte ich dann offiziel auf hauptberuflich wechseln, in der Hoffnung dass ich von da an ca. 2 Jahre zeit habe. In Summe hätte ich dann evtl. 2.5 Jahre, statt nur 2 wenn ich gleich auf hauptberuflich plädiere

Evtl. macht meine Logik auch garkeinen Sinn, mir fehlt einfach die Erfahrung.
Ich will einfach potenziell möglichst viel Zeit haben bevor die ausrasten und mich in eine Maßnahme stecken wollen

Im Übrigen, ich will das Alg2 System nicht ausnutzen, ich glaube wirklich an meine Geschäftsidee und auch an den Erfolg. Was ich benötige ist Zeit.

Gruß,

Martin
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Alt 15.02.2013, 12:28   #4
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Martin84
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Ahja, das klingt evtl. etwas blöd. Ein großes Problem ist auch dass ich einen sehr guten Abschluss habe und auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht werde. Es wird also schwierig denen glaubhaft klar zu machen ich könne nichts finden.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte arbeiten, ich arbeite jeden Tag wie bekloppt. Ich möchte nur nicht für JEMANDEN arbeiten, da ich einfach an meine Geschäftsidee glaube und das mein Lebenstraum ist. Ich finde der Staat sollte junge motivierte Menschen die eine solide Idee haben nach Kräften unterstützen, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Tatsache dass der Gründungszuschuss zu einer "Kann-Leistung" degradiert wurde ich ein verdammter Skandal.

Gruß,

Piotr
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