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Start > > -> Bayr.LSG L11 AS 512/13 60% Sanktion wegen mangelhafter Bewerbung aufgehoben

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Alt 19.05.2014, 16:24   #1
MitläuferWü->Emailproblem
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Ort: Würzburg
Beiträge: 83
MitläuferWü
Standard Bayr.LSG L11 AS 512/13 60% Sanktion wegen mangelhafter Bewerbung aufgehoben

In diesem Fall habe ich mich mit einer etwas eigensinnigen Bewerbung beworben (ich wollte mal wissen, in wie weit das gericht mir erlaubt, meine stärken selbst zu definieren), und habe keine Zeugnisse beigefügt (Anschreiben unten).

Leider war der Wortlaut meiner Bewerbung nicht relevant, da der Arbeitgeber sich an den fehlenden Zeugnissen störte, nicht aber am Wortlaut. Hierzu hätte ich wirklich gerne mal ein paar richterliche Einschätzungen gehabt. immerhin äusserte er sich im Urteil, dazu später mehr.

Auch hier wieder die selbe Falle fürs Jobcenter:
die RFB des Vermittlungsvorschlages war noch mit 100% Sanktion bei Verstoss verfasst, die Sanktionsandrohung auch. allerdings wurde dann doch nur mit 60% sanktioniert, worüber ich mich natütlich echauffierte :D wenn in meiner sanktionsandrohung 100% steht, will ich auch 100% haben, basta! Das Jobcenter meinte natürlich, es wäre ein "vorteil" für mich, und von daher ok. "Die Bezugnahme auf den später aufgehobenen Sanktionsbescheid im VV sei unschädlich und im Zeitpunkt der Unterbreitung des VVs zutreffend gewesen". wieder ist die rede von der "unschädlichen überbelehrung"
Hierzu meinte die (un)Rechts-Dame des Job centers ganz beleidigt: das geht vom computersystem her schon nicht :D :D :D
jetzt lachte der Richter sogar mal deutlich, und fügte hinzu: "nun entscheidet das system jedoch nicht über recht und unrecht"

Interessant wirds bei den fehlenden Zeugnissen. Hier gab ich zu Protokoll, dass ich sie wegen eines (schon ein paar monate zurückliegenden) umzuges nicht finden konnte.
Hierzu sagte das SG Würzburg "Diese in der Sphäre des Klägers liegende Nachlässigkeit des Verlegens seiner Zeugnisse sei ihm zuzurechnen und könne nicht als Entschuldigung dienen."
In der Verhandlung diskutierte der Richter lange mit der JC-dame, ob dies nun rechtlich wirklich in meiner Sphäre lag, oder nicht. leider kann auch dies in dem urteil "dahingestellt bleiben", da es die schon bekannten formfehler gab. nichts desto trotz liesst sich das urteil recht nice.

Zum Beispiel war für mich neu, dass die JCs in die RFB reinschreiben müssen, dass nicht nur "negatives bewerbungsverhalten" zur sanktion führt, sondern auch die "Verhinderung der Arbeitsaufnahme".

Ich mag auch die Meinung des Richters im Bezug auf meine Bewerbung, die ich eeeeeeeigentlich ja schon absichtlich genau so geschrieben hab, um eine gewünschte und mir genhme Reaktion zu erhalten.(NEIN, KEINE Provokation, das würder der Sache nicht gerecht ;) )

Hier mein Bewerbungstext für interessierte:

Zitat:
durch das Internet habe ich die Stelleninformation zum Reiseverkehrskaufmann in Würzburg erhalten und bewerbe mich hiermit gerne ausdrücklich auf diese Stellenausschreibung.

Ich habe im Dezember 2011 meine Umschulung zum Reiseverkehrskaufmann beendet, und mich in den Zeiten der Erwerbslosigkeit ehrenamtlich in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen engagiert, so zum Beispiel bei der Finanz- und Kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung und bei sozialer und wirtschaftlichen Eingliederung von Hilfebedürftigen. In diesem Zuge engagiere ich mich auch im Dauerprotest der Flüchtlinge in Deutschland, sowohl bei dem Protest dienlichen organisatorischen Dingen, als auch bei der Integration in unsere Gesellschaft, so zum Beispiel bei Amtsgängen und diversen Formalitäten. Gerade hier prägte sich meine Teamfähigkeit auf das jetzige Niveau aus, da es im Ehrenamt schwer ist, Menschen ohne Bezahlung zu ernster Arbeit zu motivieren. Gerade die Tätigkeit im Reisebüro verband hier meine Stärken, da interessante Gespräche über die jeweiligen Situationen in Problemgebieten an der Tagesordnung waren, und so auch unter den Reisenden das Bewusstsein für ihren Einfluss auf die entsprechenden Ziele aufrechterhalten werden konnte.
Einer Anstellung sehe ich gespannt entgegen, da ich gerne mit Menschen arbeite, und eine Beschäftigung in Ihrem Hause als sehr interessant erachte. Auch auf den Austausch mit Schülern freue ich mich sehr. Generell bin ich ein sehr aufgeschlossener Mensch, was sich sicherlich auch in der Tätigkeit hervorheben ließe.

Angesichts der Beschreibung der vakanten Position kann ich mir gut vorstellen, Ihren Ausbildungsbetrieb mit meinen Stärken und Kompetenzen langfristig zu bereichern.

Für eine Rückantwort bedanke ich mich im Voraus, damit der zeitnahen Anbahnung nichts im Wege steht.


Mit freundlichen Grüssen,

MitläuferWü

Bitte beachten Sie:
Aus datenschutzrechtlichen Gründen erkläre ich mich mit einer Speicherung oder Weitergabe dieses Anschreibens oder meiner personenbezogenen Daten nicht einverstanden und beantrage bei Nichtberücksichtigung für die oben angebotene Stelle die Datenlöschung und Vernichtung dieses Anschreibens sowie eine schriftliche Bestätigung über die Löschung/Vernichtung entsprechend der Bestimmungen des BSDG. Mit einer Aufnahme in einen Bewerberpool erkläre ich mich nicht einverstanden.

Ach ja, was ich ganz vergass: ich habe bei jeder meiner Klagen die Richtervorlage von Ralph boes eingereicht:
http://www.buergerinitiative-grundei...erzeichnis.htm
---sollte ihr auch IMMER machen, sind ma locker 60 Seiten, die der Richter lesen MUSS! wenn das mal 30 - 40 mal beim selben richter passiert, reicht er das Ding evtl. mal weiter ;)

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aufgehoben, bayrlsg, bewerbung, mangelhafter, sanktion

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