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Alt 30.04.2007, 16:55   #1
CeKaDo
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Kein Geld und wieder mal die selben faulen Ausreden

Geld und wieder mal die Ausreden


Am 26.03.2007 erhielt ich mit der Post den Antrag für die Weiterbewilligung des Arbeitslosengeld II über den 30.04.2007 hinaus. Den Antrag habe ich sofort ausgefüllt (es hatte sich nichts verändert) und noch am Vormittag persönlich in der Annahmestelle der JobAgentur abgegeben.

Das Arbeitslosengeld II ist dem Leistungsempfänger zwingend spätestens am ersten Tag eines Monats für den laufenden Monat zur Verfügung zu stellen. Fällt der 1. eines Monats auf einen Sonn- oder Feiertag, so hat das Geld am Werktag davor zur Verfügung zu sein.

Letzterer Fall war also heute eingetreten und das Arbeitslosengeld hätte zum Kassenbeginn auf dem Konto sein müssen. War es aber nicht. In der heutigen Post war auch kein Bescheid der JobAgentur zur Weiterbewilligung oder Ablehnung der Leistungen.

Also habe ich zunächst versucht, telefonischen Kontakt herzustellen. In der Annahmestelle konnte mir Frau K. mitteilen, daß meine Leistungen planmäßig zum 30.04.2007 enden und somit rechtens kein Geld vorhanden wäre. Ob ich denn einen Antrag gestellt hätte? Ja, bereits am 26.03.2007 und sogar persönlich. Frau K. stellte mich in die Leistungsbearbeitung durch, drang jedoch nicht in die "belegte Leitung" von Frau F. durch, die den zuständigen Sachbearbeiter Herrn D. vertritt, der "heute nicht im Hause ist".

Ach was, damit habe ich doch schon gerechnet. Schließlich ist heute "Brückentag" und da arbeitet man natürlich keine Rückstände auf.

Ich bekam auf Nachfrage die Durchwahl von Frau F. und habe es mehr als eine Halbe Stunde lang zwischen Nicht-Rangehen und Besetzt ausgehalten. Dann wählte ich die Durchwahl des eigentlich abwesenden Sachbearbeiters D. und bekam sofort Frau F. ans Telefon. Ich erkläre also mein Anliegen und sie sucht die Akte. Nach kurzer Durchsicht stellt sie fest, daß ich keinen Antrag gestellt habe. Was ich natürlich bestreite. Frau F. liess sich nun meine Telefonnummer geben und versicherte, sie würde mich binnen 10 Minuten zurückrufen.

Tatsächlich klingelte bald darauf das Telefon und eine neue Variante der Nichtzahlung wurde mir von Frau F. präsentiert. "Es gab ein neues Software-Update und da sind unheimlich viele Zahlen verschwunden." Diese Ausrede ist so alt, wie es die Computerprogramme in den Ämtern gibt. Das habe ich ihr auch so gesagt. Frau F. meinte, ich solle sie mal nicht der Lüge bezichtigen. Außerdem könne ich dann, nachdem alles klar wäre, am nächsten Dienstag (08.05.2007!) mein Geld auf dem Konto haben. Ob das reichen würde?

Ich habe sie gefragt, ob sie weiß wie das ist, wenn man mit einem Euro in der Tasche sich und sein Kind eine Woche durchbringen müsse und davon auch noch Miete zahlen solle. Frau F. antwortete verständnisvoll, das könne sie sich vorstellen, daß es schwer wäre. Ob sie mir einen Schekc über 500 Euro zuschicken solle und dann käme am nächsten Dienstag eben der Rest. Mehr als 500 Euro dürfe man nicht auf einmal auszahlen.

Nein, so war meine Forderung, nein ich komme jetzt, hole den Scheck über 500 Euro ab und ich komme am Mittwoch morgen und hole den Rest ab. Sie grübelte hin und her und nun habe ich 500 Euro bekommen und hole mir Mittwoch um 10 Uhr den Rest ab.

Hätte ich vertraut, daß noch heute im Laufe des Tages Geld kommt, hätte ich vermutlich bis in alle Ewigkeit warten dürfen. Denn anscheinend ist es der Agentur nicht aufgefallen, daß ein laufender Fall ohne Geld geblieben ist.

Ich kann manchen Amokläufer verstehen, auch wenn ich selbst niemals solche Taten begehen würde. Gerade jetzt ist der Fall Kevin in den Medien und eine Mitschuld der Agentur offenbar nicht von der Hand zu weisen. Was muß noch geschehen, damit die Mitarbeiter der Agenturen verantwortungsbewußt arbeiten? Braucht es erst Tote?

Oder weiterhin nur Gelaber und Schwüre über neue Erreichbarkeiten und besseres Management?

Mann, bin ich sauer! Mir tut alles weh von der Anspannung und ich habe Magenschmerzen ohne Ende. Wegen der schreienden Rücksichtslosigkeit eines selbstherrlichen Sachbearbeiters!

Die Sache mit der Ausrede "Software-Update" bei der JobAgentur wird ein Nachspiel haben. Ich habe 1976 meine Ausbildung im Arbeitsamt Hannover begonnen und seit dieser Zeit (das war sogar noch zu Lochkartenzeiten) kenne ich diese Ausrede zur Genüge. Ich habe bis einschließlich 2001 im öffenltichen Dienst gearbeitet und kenne aus allen Ämter diese Ausrede zur Genüge. Keiner der Sachbearbeiter hat sich jemals dafür geschämt. Zu keinem Zeitpunkt hat es in den insgesamt mehr als 10 Dienststellen und Ämtern auch nur einen Versuch gegeben, die Lieferanten der Software in die Pflicht zu nehmen. Vielmehr ist es einfacher, das dumme Schaf Leistungsempfänger von oben herab mit "Softwarefehler" abzukanzeln.

Ich werde am Mittwoch morgen mein restliches Geld abholen und auch vom zuständigen Sachbearbeiter eine Erklärung fordern.

Auch wenn "Aussage gegen Aussage" stehen wird, soll meine Beschwerde den Leuten die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Diesmal gibt es Ärger. Meine Akte soll künftig meinetwegen einen fetten roten Streifen tragen mit einem Warnhinweis. Und selbst den liefere ich gern als Anlage!

Ich werde berichten, was weiter geschah!
 
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