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Start > > -> Erfolg gegen die Strommafia - Stromsperre wurde abgewendet!

Erfolgreiche Gegenwehr
Hier kommen nur Meldungen über erfolgreiche Gegenwehr gegenüber Behörden etc. hinein.
Bitte hier auch persönliche Erfahrungen posten.
Antworten sind hier allerdings nicht möglich, diese bitte in den jeweils zuständigen Foren posten!



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Alt 13.12.2012, 14:18   #1
Hartz7->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 04.05.2010
Beiträge: 12
Hartz7
Standard Erfolg gegen die Strommafia - Stromsperre wurde abgewendet!

Hier möchte ich mal meine Geschichte erzählen im Kampf gegen einen Stromriesen.
Ich muss da ein wenig weiter ausholen, versuche aber mich kurz zu fassen.

Es begann alles damit, dass die Jahresrechnung für Normalstrom und Nachtspeicherheizung meines Stromanbieters in meinem Briefkasten lag.
Die Nachzahlung belief sich auf über 200 €. Diesen Betrag konnte ich natürlich nicht zahlen. Dazu kam dann noch, dass es zu Zahlungsverzögerungen des Jobcenters kam.
Da ich alle 6 Monate einen neuen Weiterbewilligungsantrag dort stellen muss und weil es dann jedes Mal statt einem reibungslosen Übergang, regelmäßig zu Zahlungsverzögerungen von seitens des Jobcenters kommt, da diese sich oft bis zu 2 Monate Zeit lassen, um meinen Weiterbewilligungsantrag zu bearbeiten, kam ich mit meinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht nach.
So konnte ich den nächsten Stromabschlag nicht bezahlen. Dieser wurde dann 3 Wochen später erneut abgebucht, da war aber kurz darauf schon die nächste Zahlung fällig, usw...
Naja, die Zahlungsverzögerung des Jobcenters löste eine Kettenreaktion aus und ich zog die Schulden wie einen immer länger werdenden Schwanz hinter mir her.

Mittlerweile beliefen sich die Stromschulden auf ca. 800 € und mein Stromanbieter kündigte eine Stromsperre an. Verzweifelt wendete ich mich an das Jobcenter, in der Hoffnung sie würden mir ein Darlehen gewähren, damit ich meine Stromschulden begleichen kann. Das Jobcenter verwies mich zunächst an den Stromanbieter, ich solle dort eine Ratenzahlung vereinbaren. Der Stromanbieter lehnte natürlich ab.
Wieder zurück zum Jobcenter und erneut ein Darlehen beantragt. Dabei hatte ich jedoch nicht mit der beharrlichen Sturheit meines Leistungsträgers gerechnet. Denn der ließ sich Zeit, Zeit und nochmal Zeit.

Einige Zeit konnte ich das Telefoninkasso des Stromanbieters hinhalten, aber irgendwann kam dann doch der berüchtigte gelbe Zettel über die Stromsperre ins Haus geflattert, und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Er lag am Mittwochabend im Briefkasten. Donnerstag war ein Feiertag, was bedeutete, dass viele Stellen, die mir hätten helfen können, am Freitag auf Grund des Brückentages geschlossen waren.
Für den nächsten Dienstag war die Stromsperre angekündigt. So eilte ich am Freitagmorgen los. Beim DGB stand ich vor verschlossenen Türen, mit einem angebrachten Zettel: Heute geschlossen!
So ging ich selber zum Sozialgericht und beantragte eine einstweilige Anordnung gegen das Jobcenter, denn die hatten mir immer noch keinen Bescheid über das beantragte Darlehen geschickt. Auf dem Rückweg bin ich dort noch mal persönlich hingegangen. Die meinten aber nur: "Der Antrag ist noch nicht bearbeitet. Wir haben sehr viel zu tun im Moment."

Das Wochenende verbrachte ich dann mit Grübeln und Nachdenken. Die hatten mir das Wochenende gründlich versaut.
Ist jemandem schon mal aufgefallen, dass Mahnungen, Inkassoschreiben und ähnliche Briefe stets vor dem Wochenende ins Haus flattern? Das ist kein Zufall! Dahinter steckt psychologische Taktik!
Ich nutzte dann aber die Zeit um im Internet zu forschen. Dabei stieß ich immer wieder auf den Hinweis, man solle zusätzlich zur einstweiligen Anordnung beim Sozialgericht, noch eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht beantragen. Ich fragte mich wozu das gut sein solle und hatte auch Bedenken, dass diese durchkommen werde. Jedoch beschloss ich dann doch am Montag zum Amtsgericht zu gehen und eine einstweilige Verfügung gegen den Stromanbieter zu beantragen. Siehe da! Montagmittag hielt ich bereits die Rechtsverfügung in meinen Händen. Diese musste ich jetzt noch zur Gerichtsvollzieherverteilungsstelle des Amtsgerichtes meines Stromanbieters senden.
Am Dienstag bekam ich Antwort vom Sozialgericht, ich solle mich bis Donnerstag zu der Stellungnahme des Jobcenters äußern. Und am Freitag hatte ich die Ablehnung der einstweiligen Anordnung zu Hause.

Die Stromsperre war erstmal abgewendet, auf Grund der einstweiligen Verfügung des Amtsgerichts, aber es war abzusehen, dass der Stromanbieter Widerspruch einlegen würde.
Vom Sozialgericht war ich enttäuscht. Der Richter drohte mir sogar mit dem Jugendamt, weil sich in meinem Haushalt ein Kind befindet und ich hätte mich verantwortungslos verhalten und die Situation selbst verschuldet herbeigeführt, mit der Absicht, das Jobcenter meine Schulden bezahlen zu lassen. Anscheinend war das einer der vielen senilen Richter, die sich nach dem Krieg an der Entnazifizierung vorbei geschlichen hatten.

Zwei Wochen später kam dann Post vom Amtsgericht. Der Stromanbieter hatte, wie erwartet, Widerspruch eingelegt und das Gericht setzte einen Termin zur Güteverhandlung fest.
Dann ging alles sehr schnell. Der Richter wollte einen Vergleich. Die Rechtsanwältin (eine sehr nette, sympathische junge Dame) lehnte dies erst ab. Sie hätte strikte Anweisungen ihres Auftraggebers, eine Ratenzahlung abzulehnen. Der Richter fiel fast aus allen Wolken und sagte ihr: "Wenn der Stromanbieter sein Geld haben will, dann sollte er auf die Ratenzahlung eingehen, schließlich geht es hier um besondere Härte. Und wenn ich ein Urteil sprechen muss, dann könnte es zum Nachteil für den Stromanbieter kommen. Wenn die es darauf ankommen lassen wollen..."
Es wurde also ein Vergleich geschlossen, dass ich monatlich eine Rate von 70 € an den Stromanbieter zahlen müsste. Dieser Vergleich war jedoch widerruflich. Im Falle eines Widerrufs würde dann ein Urteil gefällt werden. Wenn dieses dann wiederum angefochten wird, geht es zum Landesgericht. Dort herrscht Anwaltspflicht.

An dieser Stelle muss ich einmal den Richter loben. Er war nicht nur sehr freundlich und nett, er hat mir auch alles sehr gut und verständlich erklärt. Ich spürte förmlich, dass er auf meiner Seite steht.
Es gibt also noch gute und gerechte Richter, auch wenn diese sehr rar geworden sind.

Eine Woche später bekam ich Post von meinem Stromanbieter. Dieser willigte in den Vergleich ein.
Hätten die das vor 3 Monaten bereits getan, dann hätten wir uns das ganze Theater ersparen können.
Danach kam dann auch die Ablehnung des Jobcenters bezüglich meines Darlehensantrages, mit der Begründung, ich hätte mich sozialwidrig verhalten, wobei ich in Frage stellen muss, ob das Jobcenter nicht selber sozialwidrig handelt, indem es Leistungen verzögert auszahlt.

Dieses ganze Verfahren, von der Zustellung der Jahresrechnung bis zum Vergleich zog sich ein halbes Jahr lang hin, ich hatte eine Unmenge an Briefe geschrieben und einen ganzen Aktenordner voll mit Schriftverkehr. Ganz abgesehen von den Nerven, die mich die Sache gekostet hat.
Das schlimmste war diese ständige Hilflosigkeit. Niemand, kein Verein oder Institution hat mir geholfen, überall stieß ich nur auf Ablehnung und gute Ratschläge. Ich war völlig auf mich selbst gestellt und bin froh, dass ich das alles nun überstanden habe.

Trotz allem hat sich der Aufwand letztendlich doch gelohnt. Ich hoffe, ich kann mit dieser Geschichte einigen Leuten die Ängste vor Behörden und Gerichten nehmen. Lasst Euch nicht unterkriegen! Wehrt Euch! Steht auf, wenn Ihr am Boden liegt und lasst Euch von einem Misserfolg nicht zurückschrecken!

Ich wünsche niemanden, dass er mal in eine solche Situation kommt. Seht zu, dass Ihr Eure Strom- und Wasserrechnung immer pünktlich bezahlt, denn wenn Ihr es einmal schleifen lasst, steckt Ihr schnell in einem Teufelskreis, aus dem Ihr nicht mehr so einfach herauskommt. Wenn es irgendwie geht, schafft Euch ein kleines, finanzielles Polster an, um unerwartete Zahlungsforderungen ausgleichen zu können!

Mit vorweihnachtlichen Grüßen!
Hartz7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2012, 14:46   #2
Seepferdchen
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Seepferdchen Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Erfolg gegen die Strommafia - Stromsperre wurde abgewendet!

Danke für deinen Beitrag und egal wie auch immer Miete und Strom müßen einfach
stehen, für alles andere Ding findet sich bestimmt ein Weg!

Wie oft lese ich hier im Forum Stromsperre, leider steigen die Preise 2013 auch hier aufpassen beim Wechseln vom Anbieter, das Kleingedruckte lesen, sich nicht blenden
lassen von 150€ Bonus usw.

Nun wünsche ich dir das etwas Ruhe einkehrt für dich und deinem Kind.


Gruß
__

  1. mein Beitrag ist keine Rechtsberatung
Seepferdchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2012, 16:09   #3
Banquo
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Banquo Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Erfolg gegen die Strommafia - Stromsperre wurde abgewendet!

Dieser Beitrag ist wahrscheinlich im Forum:

Infos zur Abwehr von Behördenwillkür

besser aufgehoben.

Falls keine wichtigen Gründe dagegen auftauchen, werde ich das Thema bald verschieben.

Edit: Habs ins Forum "Erfolgreiche Gegenwehr" verschoben.
__

Banquo ist offline   Mit Zitat antworten
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abgewendet, amtsgericht, einstweilige verfuegung, erfolg, jobcenter, sozialgericht, strom, stromanbieter, strommafia, stromschulden, stromsperre

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