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Start > > -> Arbeitslos o. Leistungsbezug, „Zumutbarkeitsgrenze", EV

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


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Alt 28.08.2011, 13:19   #1
Ramlon->Emailproblem
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Registriert seit: 27.08.2011
Beiträge: 2
Ramlon
Standard Arbeitslos o. Leistungsbezug, „Zumutbarkeitsgrenze", EV

Ich bin 50 Jahre alt, Akademiker, seit drei Jahren arbeitslos, seit zwei Jahren ohne Leistungsbezug (habe noch Geld auf dem Konto, dass sich hin und wieder auch gut verzinst). In meiner Branche sind die Jobs, die meinem speziellen Studium und meiner beruflichen Erfahrungen entsprechen, mittlerweile sehr rar und ich konkuriere auf Stellenausschreibungen zudem mit 300-600 Mitbewerbern. Ich finde im Jahr vielleicht 10 passende Stellenausschreibungen bundesweit, werde von 4-6 eingeladen, von 2-3 zu einem zweiten Vorstellungsgespräch. Danach war ich bislang jeweils „draußen“. Leider geht es der Branche immer schlechter (schrumpft dauerhaft weiter, Kosteneinsparungen...), so dass die Zukunftsaussichten nicht besser werden. Und jetzt kommt mein Alter und meine dauerhaft Arbeitslosigkeit noch erschwerend hinzu.

Bislang hat man mich bei der AfA in Ruhe gelassen, keinen großen Druck ausgeübt, mir auch zwei Schulungen bewilligt. Jetzt habe ich einen neuen Berater zugewiesen bekommen, der mich mit einer „Eingliederungsvereinbarung“ sehr unter Druck setzt: 10 Bewerbungen pro Monat, auch Stellen ohne akadem. Anforderungen, Bewerbungen auch auf völlig andere Berufsfelder, alles bundesweit. Der Berater begründet diese Maßnahmen damit, dass nach 3 Jahren die „Zumutbarkeitsgrenze gesunken“ sei.

Ich tue mich schwer, über Jobs nachzudenken, die nicht meinen Ausbildungen entsprechen (Lehre, Arbeit, dann Studium, dann Arbeit mit akad. Anspruch). Vor allem einen Wohnortswechsel (ich bin ungebunden, habe aber großstädtisches Umfeld mit vielen Bekanntschaften) würde ich nur in Erwägung ziehen, wenn es sich für mich beruflich lohnt (vergleichbar mit vorheriger Stelle). Ich frage mich deshalb, ob die AfA mich im Alter von 50 Jahren aus meinem sozialen Umfeld (16 Jahr in dieser Stadt) so einfach rausschießen kann, mich zwingen kann, irgend etwas anzunehmen, in irgend einem Provinznest (wo ich verkümmern werde), nur um mich aus der Statistik zu bekommen. Denn neben eigenen Bewerbungen muß ich auch AfA-Vermittlungsvorschläge annehmen. Das wäre für mich ein absoluter Horror.

Ich mache mir Sorgen.. Allerdings weniger um die berufliche Seite, in erster Linie um meine private Situation. Ich hatte etwas Glück mit Geldanlagen in 2008 und 2009 und habe mir mein finanzielles Polster aufbessern können. Ich habe gehofft, dass mir das in der Zukunft noch ein paar mal gelingt, so dass ich von diesen Einkünften zumindest meine Grundbedürfnisse dauerhaft (bis zur Rente?) finanzieren kann, wenn sich nun wirklich keine Chance auf einen akzeptabelen Arbeitsplatz mehr ergeben sollten (derzeit kleine Wohnung, kein Auto mehr, kein Urlaub, sparsam). Damit könnte ich leben, auch wenn es in vielerlei Hinsicht einschränkend ist. Aber so könnte ich mein soziales Umfeld behalten. Und ich habe mir, nicht untätig, auch viel Wissen über Geldanlagen angeeignet, beobachte mehrmals täglich intensiv und zeitaufwendig das politische Geschehen und die Weltmärkte, um meine Chancen zu suchen (was mir viel Spaß macht und mich wirklich „beruflich erfüllt“).

Nach meinem letzten Termin bei der Afa hat sich der Streßfaktor nun deutlich erhöht. Natürlich kann ich lieblos Bewerbungen schreiben, so dass ich Nachweise habe. Aber die Vermittlungsvorschläge? Aus „neuen Berufsfeldern“? Ohne bisherigen Bezug? In der Provinz?

Da ich nur knappe 25 Jahre richtige Arbeiseinkünfte habe (also Lehre/Ausbildungszeit und Arbeit, ohne FH-Studium- und Bundeswehrzeiten), mache ich mir auch Sorgen um die Rente (Bezugsrecht, Höhe etc.). Ich werde morgen zur Rentenversicherung fahren und mich über Zukunfts-Auswirkungen zu informieren. Denn ich bin jetzt am überlegen, ob ich mich von der Arbeitslosikeit abmelde, damit ich in keine andere Stadt ziehen muß, mein privates Umfeld behalten kann, und keinen Streß mehr mit der AfA habe... Ich müßte mich dann allerdings dann komplett selbst krankenversichern, was monatlich teurer würde. Auch auf die Rente wird das Auswirkungen haben. Ich muß also, wenn ich meine private Situation sichern will, ins volle Risiko gehen. Und das, obwohl ich nur ein Jahr Unterstützung bekam, heute nur eine Nummer in der Statistik bin und niemandem auf der Tasche liege...

Ich habe mir in diesem Forum die letzten Tage einiges an rechtlichen und anderen Tipps angelesen, z.B. über Eingliederungsvereinbarungen. Aber ich weiß nicht, ob die AfA mich so unter Druck setzen darf („Zumutbarkeitsgrenze“, gezwungener Ortswechsel, Job ohne Bezug...), wie gesagt, ich beziehe keine Unterstützungen. Wenn ich meine private Situation auch noch verliere, dann ist das für mich der Horror schlechthin...

Danke für ein paar Anregungen, Hinweise oder Tipps!
Ramlon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2011, 13:39   #2
Lilastern
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 21.05.2011
Beiträge: 7.844
Lilastern Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Arbeitslos o. Leistungsbezug, „Zumutbarkeitsgrenze", EV

Dich kann niemand zwingen, dass du dich bundesweit zur Verfügung stellst.
Lilastern ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2011, 13:49   #3
Tycho->Emailproblem
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Registriert seit: 01.08.2011
Ort: Norddeutschland
Beiträge: 276
Tycho Tycho
Standard AW: Arbeitslos o. Leistungsbezug, „Zumutbarkeitsgrenze", EV

Leider ist es so wie du vermutest, zumutbar ist alles oberhalb von Straßenprostitution ( und selbst da gibt es noch Zweifel).
soziales Umfeld, erlernter Beruf, Qualifikationen zählt nicht.
Laut SGB ist der Leistungsempfaänger jede Möglichkeit zu nutzen, um aus dem Leistungsbezug auszuscheiden.
Und "Jede" heißt im Klartext das du selbst als Nobelpreisträger auf Anweisung der AfA als Kistenschlepper in einen 400€ Job gesteckt werden kannst.

Berufsschutz gibt es schon lange nicht mehr....

Wenn du die reale Möglichkeit hast, würde ich überlegen ob du freiwillig auf die "Segnungen" verzichtest. Auf eine qualifizierte Vermittlung brauchst du jedenfalls nicht zu hoffen.

Ich bin ungefähr in deinem Alter, und stand vor einem ähnlichen Problem. Zum Glück ist mein Gastspiel demnächst beendet ( nach etwas mehr als 4 Jahren) und allein das Gefühl nicht mehr fremdbestimmt zu sein, ist unglaublich befreiend.

Wie gesagt, wenn du die Möglichkeit hast und du finanziell abgesichert bist (zumindest was KV, Miete, Lebensunterhalt betrifft), steige aus dem Zwangsbeglückungssystem aus.

Als Ü50 bekommst du höchstens noch eine "Sinnlosmaßnahme" nach der anderen aufgedrückt, nebst aller anderen Nettigkeiten wie "Reiseverbot", "Zwangsmaßnahmen", "Psychospielchen" und was der Dinge mehr sind, die die sog. Sachbearbeiter in ihrer unendlichen Weisheit für "Fälle wie deinen" bereithalten.
__

Die zwei Gebote

I:
Gehe niemals ohne
..... Beistand zur Arge
2: Gehe niemals mit.... einer unterschriebenen EGV
nach Hause
Tycho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2011, 14:23   #4
sumse
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Arbeitslos o. Leistungsbezug, „Zumutbarkeitsgrenze", EV

Zitat von Lilastern Beitrag anzeigen
Dich kann niemand zwingen, dass du dich bundesweit zur Verfügung stellst.

klar
wenn du alleinstehend bist und keine weiteren verpflichtungen hast
kann dir das zugemutet werden

hast du pflegebedürftige persohnen oder famielie dann ist das nicht mehr zumutbar bundesweit zu suchen
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