Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum) QR-Code des ELO-Forum
Mach mit. klick mich....
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 05.09.2017, 15:52   #1
dickerle2912
Elo-User/in
 
Registriert seit: 02.09.2017
Beiträge: 3
dickerle2912
Standard Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Hallo,
ich bin neu hier.
Meine Schwester erhielt vor zwei Wochen einen Anruf vom Jobcenter. Die SB sagte, das ihr ein Zettel von der Leistungsabteilung auf den Schreibtisch gelegt wurde, infolge dessen müsse sie nun aktiv werden um die bestehende Arbeitsunfähigkeit meiner Schwester zu überprüfen. Ihr seien die Hände gebunden, denn der Hinweis käme von ganz oben und sie müsse nun was unternehmen.

Sie machte meiner Schwester den Vorschlag, daß sie sich unverbindlich bei einer Gesundheitscoachingmaßnahme melden sollte. Daraufhin schickte das Jobcenter einen Brief mit dem Flyer und den Hinweis, bitte melden sie sich unverbindlich innerhalb von zwei Tagen bei der Kursleitung und teilen Sie mir bis Ende August das Ergebnis der Besprechung mit.

Der Flyer beinhaltete Abklärung einer med. Reha, Rehaberatung, Behindertenausweis und Antrag auf Rente.

Meine Schwester war bereits auf med. Reha wurde dort als arbeitsunfähig entlassen. Danach erfolgte eine zwei wöchige Hilfsmittelerprobung. Meine Schwester hat eine aktuelle Sehkraft von 5 %, die leider instabil ist). Das Ergebnis dieser Erprobung war, das momentan keine Hilfsmittelempfehlung gegeben werden, da die Sehkraft nicht stabil ist und erst ein Stabilisierung ab zu warten sei. Eine Verberentung wurde seitens der Rentenversicherung ebenfalls abgelehnt.

Danach folgte eine Rehaberatung. Diese kam auch zu dem Ergeniss, daß man abwarten muß, da es zur Zeit keinen Plan B gebe und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine EM Rente nicht gegeben sind.

So, meine Schwester hazze letzte Woche dann ihr erstes Beratungsgespräch bei der Kursleitung. Sie soll gleich mal alle behandelnden Ärzte, Krankenkasse und Rentenversicherungsträger von der Schweigepflicht entbinden.

Dann meinte die Dame, der Kurs sei nichts für sie, da sie ja bereits alle Kursinhalte bereits abgeprüft und durchlaufen hätte.
Zudem mache es keinen Sinn, noch weitere Augenärzte zu konsultieren, da bereits Berichte von hochkarätigen Kliniken vorlägen, die allesamt das gleiche Bescheinigen würden, nämlich instabiler Visus unklarer Ursache.
Und sie habe als Arzt keinen Augenarzt in dem Kurs zur Hand, sondern nur eine allgemein Ärztin. Im Flyer stand Ärztenetz).

Plötzlich sagte sie, ach ja so wie ich das sehe, ist eine Lupe für sie völlig ausreichend. Dies wußte sie bereits nach einem fünf minütigen Gespräch. Das BFW kam nach 14 Tagen zu keinem Ergebnis.
Zudem sagte sie auch, daß sie schon noch einen Augenarzt finden würde der IHR einen stabilen Visus bescheinigen würde.
Und meine Schwester solle nun Hilfsmittel über die Krankenkasse beantragen. (Mobilitätstraining und Lupe oder Lesegerät).
Zudem würde sie auch gleich einen Termin beim MDK veranlassen.

So, wir haben bei der Krankenkasse angerufen und die Sachbearbeiterin sagte, daß für ein Mobilitätstraining die Voraussetzungen nicht vorlegen würden, da der Visus nicht kleiner als 5 % sei und nicht dauerhaft.
Lupe oder Lesegerät wird zwar von der Krankenkasse bezahlt, bei einem instabilen Visus sei aber abzuwarten bis dieser sich stabilisieret hätte, da die Krankenkasse nur ein Hilfsmittel bezahlt. Also entweder Lupe oder Lesegerät. Es würde nichts bringen, wenn jetzt eine Lupe bezahlt erden würde, die dann in drei Monaten nicht mehr ausreichend ist.+

Ein Antrag auf Schwerbehindertenausweis (ebenfalls Bestandteil des Kurses) wurde auch schon gestellt, aber dann zurück gezogen, da nicht mehr als 10 % bei instabiler Sehkraft seitens des Integrationsamtes gewährt wurden.
Gott sei Dank. Es existiert eine Weisung, indem das Jobcenter Hartz IV Empfänger mit Behindertenausweis in eine Behindertenwerkstätte schicken können.

Heute kam eine Mail von der Kursleitung meine Schwester sei in den Kurs aufgenommen worden.

Nun meine Fragen:
Ist es rechtens, daß wenn jemand eine gültige AU hat in einer Maßnahme teilnehmen muß ? Nach Aussage der Kursleitung haben die Hälfte der Kursteilnehmer eine gültige AU.

Eine Schweigepflichtsentbindung ist freiwillig, oder ?
Es bestand eine Schweigepflichtsentbindung bereits für den Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Diese ist aber einmalig?

Muß man eine Maßnahme machen von der vornherein klar ist, das sie nichts bringt, da alle Kursinhalte bereits abgeklärt sind und die Maßnahmeleitung nach Beendigung des Kurses ein Gutachten über den Gesundheitszustand meiner Schwester dem Jobcenter weiterreicht ? Hier besteht der Verdacht, daß das Jobcenter alle bisherigen Gutachten die besagen, daß meine Schwester arbeitsunfähig ist bis die Sehkraft stabil ist, außer Kraft setzen will. Beim Jobcenter gilt nämlich immer nur das aktuelle Gutachten, ältere werden nicht mehr berücksichtigt.

Darf das Jobcenter erst sagen, nehmen sie erstmals einen unverbindlichen Beratungstermin wahr und wenn man dann so dumm ist und dieses macht, einen zwingen in diese Maßnahme zu gehen ?

Meine Schwester hat eine EGV unterschrieben in der drin steht sie muß an Maßnahmen teilnehmen, diese ist aber schon zwei Jahre alt.

Zudem besteht noch das Problem, das bei Belastung der Augen die Sehkraft noch weiter abfällt. Die med. Reha hat meiner Schwester 20 % ihrer Sehkraft gekostet durch die ständige Überbelastung die sich leider nicht mehr regeneriert haben. Alle Augenärzte sind sich einig, keine Belastung für die Augen.

Ich habe nun Angst, daß meine Schwester wieder verfrüht in eine Maßnahme gesteckt wird, die ihr nichts bringt und zudem den Augen schadet.

Meine Schwester möchte wieder arbeiten, aber erst wenn klar ist welche Hilfsmittel sie für die Arbeit benötigt die ihr wirklich weiter helfen und ohne fachlichen Hintergrund empfohlen werden.

Wie soll meine Schwester sich verhalten und ist die Vorgehensweise des Jobcenters rechtens ?
dickerle2912 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2017, 17:49   #2
FrauStahl
Elo-User/in
 
Registriert seit: 21.04.2016
Beiträge: 70
FrauStahl
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Ist es rechtens, daß wenn jemand eine gültige AU hat in einer Maßnahme teilnehmen muß ?
Ich glaube das Problem ist hier, dass es ja nicht um eine vorübergehende Krankheit wie einen Schnupfen geht. Deiner Schilderung nach klingt es eher nach einer (Seh)Behinderung und dass deine Schwester auf absehbare Zeit oder (ohne hier den Teufel an die Wand malen zu wollen) garnicht mehr arbeiten oder zumindest voll arbeiten kann.

In dem Fall ist meines Wissens nach eine amtsärztliche Untersuchung der nächste Schritt. Hier wird abgeklärt ob sie gemäß § 145 SGB III vermindert, oder eben garnicht Leisungsfähig ist für die nächsten 6 Monate.

In dem Fall würde dann abgeklärt werden was deine Schwester zuzumuten ist und was nicht. Ich denke eine AU von den Reha-Ärzten wird hier nicht "gelten".

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Eine Schweigepflichtsentbindung ist freiwillig, oder ?
Es bestand eine Schweigepflichtsentbindung bereits für den Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Diese ist aber einmalig?
1. Ja
2. Weiß ich leider nicht konkret, aber üblicher Weise gilt sowas immer zeitlich begrenzt


Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Muß man eine Maßnahme machen von der vornherein klar ist, das sie nichts bringt, da alle Kursinhalte bereits abgeklärt sind und die Maßnahmeleitung nach Beendigung des Kurses ein Gutachten über den Gesundheitszustand meiner Schwester dem Jobcenter weiterreicht ? Beim Jobcenter gilt nämlich immer nur das aktuelle Gutachten, ältere werden nicht mehr berücksichtigt.
Klingt als wäre die Maßnahme überflüssig und auch nicht zumutbar. Das mit der Weitergabe des Gutachtens klingt auch Datenschutztechnisch bedenklich. Aber wie gesagt ich würde stattdessen einen Besuch beim Amtsarzt machen, das Gutachten von dem wäre aktuell, vertraulich (da hier Schweigepflicht besteht) und bindend für das JC.

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Darf das Jobcenter erst sagen, nehmen sie erstmals einen unverbindlichen Beratungstermin wahr und wenn man dann so dumm ist und dieses macht, einen zwingen in diese Maßnahme zu gehen ?
Unverbindlich heißt schon mal du musst garnix. Danach kommt dann entweder eine Zuweisung oder EGV. EGV würde ich in dem Fall aus oben genannten Gründe nicht unterschreiben und Zuweisung Widerspruch einlegen. Aber nochmal weils so schön ist - mit Gutachten vom Amtsarzt wäre das denke ich so oder so erledigt.

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Meine Schwester hat eine EGV unterschrieben in der drin steht sie muß an Maßnahmen teilnehmen, diese ist aber schon zwei Jahre alt.
Was steht denn in der EGV? Üblicherweise haben die ein Laufzeit von 6 Monaten, vor allen dingen die älteren.

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Zudem besteht noch das Problem, das bei Belastung der Augen die Sehkraft noch weiter abfällt. Die med. Reha hat meiner Schwester 20 % ihrer Sehkraft gekostet durch die ständige Überbelastung die sich leider nicht mehr regeneriert haben. Alle Augenärzte sind sich einig, keine Belastung für die Augen.
Dann sollte das auch der Amtsarzt so sehen :P


Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Wie soll meine Schwester sich verhalten und ist die Vorgehensweise des Jobcenters rechtens ?
Noch mal zum Abschluss - Termin beim Amtsarzt machen. Wenn das Ergebnis da ist müsst ihr weiter schauen, aber zumindest wäre das Jobcenter dann erst mal ruhig gestellt wenn sich herausstellt, dass sie leistungsunfähig ist. Was medizinisch gemacht werden muss, muss sie mit den Fachärzten dann abklären.
FrauStahl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2017, 20:14   #3
doppelhexe
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 23.07.2011
Beiträge: 3.229
doppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiertdoppelhexe Enagagiert
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von FrauStahl Beitrag anzeigen
... Noch mal zum Abschluss - Termin beim Amtsarzt machen. ....

ähm ... als ELO kann man keine termine beim amtsarzt machen... da fordert das jobcenter ne begutachtung an... oder die KK beim MDK

die schwester hat eine gültige AU und damit haben maßnahmen vom jobcenter zu warten, bis sie wieder arbeitsfähig ist.
und so einen "maßnahmefuzzi" gehen meine gesundheitlichen unterlagen garnichts an. der gibt die nämlich ohne erlaubnis ans jobcenter weiter, wo diagnosen u.a. überhaupt nichts zu suchen haben...
doppelhexe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 09:04   #4
FrauStahl
Elo-User/in
 
Registriert seit: 21.04.2016
Beiträge: 70
FrauStahl
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von doppelhexe Beitrag anzeigen
ähm ... als ELO kann man keine termine beim amtsarzt machen... da fordert das jobcenter ne begutachtung an... oder die KK beim MDK
Das ist mir neu.
Einige meiner Freunde sind Lehrer bzw. wollen es mal werden. Vor dem Referendariat mussten sie sich selbstständig um Termine beim Amtsarzt kümmern, für sie wurde da nichts eingerichtet oder arrangiert. Ich nahm daher an, dass das auch der ELO selbstständig machen muss.

Von dem, was man hier zum Thema Amtsarzt liest gehe ich aber mal davon aus, dass das JC die Schwester dann von allein zum Amtsarzt schicken wird, wenn sie anfängt sich auf die AU zu berufen und das für längere Zeit...
FrauStahl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 09:38   #5
dickerle2912
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 02.09.2017
Beiträge: 3
dickerle2912
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Hallo meine lieben,
danke für Eure Antworten

Meine Schwester war bereits vor drei Jahren beim Amtsarzt. Dieser sagte damals sie sei voll arbeitsfähig auch für Schicht und Nachtarbeit. Und das Ganze ohne Einschränkungen.

Die SB Beruft sich auch darauf, daß eine AU nicht länger als 6 Monate voraussichtlich dauern darf. Wenn meine Schwester jetzt noch länger als sechs Monate krank geschrieben wäre, dann falle sie komplett aus den SGB II Leistungen raus.

Aber jetzt kommt es. Die SB will meine Schwester nicht zum Amtsarzt schicken, da das sehr teuer wäre und der ja letztendlich auch nichts anderes sagen würde als bereits in den bestehenden Gutachten drin steht.

Deswegen soll sie ja jetzt das Gesundheitscoaching machen. Und da dies ja ein Gesundheitscoaching ist, spielt es keine Rolle, ob man eine aktuelle AU hat oder nicht.

Und was ist wenn meine Schwester komplett aus den SGB II Leistungen rausfällt ? Anspruch auf EM Rente besteht nicht.
dickerle2912 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 12:11   #6
dickerle2912
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 02.09.2017
Beiträge: 3
dickerle2912
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Hallo Frau Stahl,

vielen Dank für Ihre Antworten.

Meine Schwester war bereits vor drei Jahren beim Amtsarzt.
Der stellte meine Schwester als Simulantin hin, da beide Star OP's gut verlaufen wären ( was ja auch stimmt) und man nach einer Star OP immer 100 % Sehkraft hat. Nach dem Motto ich weiß nicht was Ihnen fehlt, also haben sie auch nichts.
Er stellte fest das meine Schwester voll arbeitsfähig, Schicht-, und Nachtarbeit eingeschloßen ist und das Ganze ohne Einschränkungen.

Die SB wies auch telefonisch darauf hin, daß klar sein müßte, daß die AU in sechs Monaten enden würde, ansonsten bestehe kein ALG II Anspruch mehr. Dazu kann der Arzt aber zur Zeit keine Angabe machen.

Die SB lehnte eine erneute Begutachtung beim Amtsarzt ab, da diese wenn man sich die aktuellen vorliegenden Gutachten anschaut, nichts neues ergeben werde und zudem sehr teuer ist.

Deshalb soll sie ja die Maßnahme vom Jobcenter machen.
Die Maßnahmeleitung hat uns per Mail nun mitgeteilt, daß sie meine Schwester gerne in der Maßnahme aufnehmen würde um sie zu unterstützen. Welche Unterstützung hierbei in Frage kämen würden, dazu machte sie keine Aussage.

Wenn nun meine Schwester komplett aus dem ALG II Bezug raus fällt und keinen Anspruch auf EM Rente Mangels Pflichtversicherungsbeiträge wegen Hartz IV und keine 35 Jahre Beitragszeiten in der RV insgesamt),
wer ist dann für sie zuständig ?
dickerle2912 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 12:16   #7
FrauStahl
Elo-User/in
 
Registriert seit: 21.04.2016
Beiträge: 70
FrauStahl
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Aber jetzt kommt es. Die SB will meine Schwester nicht zum Amtsarzt schicken, da das sehr teuer wäre und der ja letztendlich auch nichts anderes sagen würde als bereits in den bestehenden Gutachten drin steht.
Welches Gutachten meinst du damit? Das aus der Reha, oder das ältere vom amtsärztlichen Dienst?

Innerhalb von 3 Jahren kann sich gesundheitlich alles ändern (kann es theoretisch ja leider sogar täglich), das wäre kein Argument GEGEN ein neues Gutachten des Amtsarztes.

Wenn sie allerdings meint, der Amtsarzt würde sich eh nur dem Gutachten der Reha anschließen, dann sollte sie sich das schriftlich geben lassen. Denn wenn SBMeinung = Amtsarzt Meinung = Reha Gutachten, dann ist für deine Schwester ja quasi alles, inklusive der Maßnahme nicht zumutbar.

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Deswegen soll sie ja jetzt das Gesundheitscoaching machen. Und da dies ja ein Gesundheitscoaching ist, spielt es keine Rolle, ob man eine aktuelle AU hat oder nicht.
Das ist halt so ein Problem der AU bzw. ein Problem, was das Jobcenter gern aus einer AU macht. Für das Jobcenter heißt AU = Arbeitsunfähig = kann nicht normal arbeiten. Aber für das JC spricht dann nix dagegen, dass du halt irgendwo hin fährst und dich in ner Maßnahme beschulen lässt oder ähnliches. Darum verlangt das Jobcenter in dem Fall auch gern mal irgendwelche weiteren Bescheinigungen wie "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" etc.

Hier mal das Thema dazu

Die meisten Urteile gehen wohl dahin, dass das Jobcenter sowas wohl verlangen darf, allerdings auch die Kosten dafür tragen muss.

Ich würde mich also erst mal weiter auf die AU berufen und wenn SB dann eine weitere Bescheinigung fordert wäre es wohl "Best Practice" sich das Geld geben zu lassen und die zu holen. Sollte nach deiner Beschreibung bei den Fachärzten deiner Schwester ja nicht das Problem sein.

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Und was ist wenn meine Schwester komplett aus den SGB II Leistungen rausfällt ? Anspruch auf EM Rente besteht nicht.
Ich wüsste nicht nach welcher Rechtsnorm das passieren soll.
Ich führe nochtmal § 145 SGB II an:

(1) Anspruch auf Arbeitslosengeld hat auch eine Person, die allein deshalb nicht arbeitslos ist, weil sie wegen einer mehr als sechsmonatigen Minderung ihrer Leistungsfähigkeit versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen nicht unter den Bedingungen ausüben kann, die auf dem für sie in Betracht kommenden Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung der Minderung der Leistungsfähigkeit üblich sind, wenn eine verminderte Erwerbsfähigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung nicht festgestellt worden ist. Die Feststellung, ob eine verminderte Erwerbsfähigkeit vorliegt, trifft der zuständige Träger der gesetzlichen Rentenversicherung.
FrauStahl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 12:50   #8
Sonne11
Elo-User/in
 
Benutzerbild von Sonne11
 
Registriert seit: 22.03.2015
Beiträge: 977
Sonne11 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Hallo!
Was doppelhexe schreibt ist richtig. Eine AU kann über Jahre bescheinigt werden und daran hat sich das JC zu halten! Maßnahmen werden keine angetreten bei AU! Denn bei langer AU ist man offiziell aus dem Bezug!

Man versucht hier viel zu manipulieren! Und warum? Weil der Elo viel zu viele eigene Gutachten, Bescheinigungen oder Infos liefert!

Man fällt nicht aus dem ALG Bezug nach langer AU! Dazu muss das JC andere Stellen als vorrangig benennen und Anträge vom Elo zu stellen fordern, oder selbst stellen! Denn für alle vorrangige Leistungen die geprüft werden müssten, kann das JC selbst einen Antrag stellen! (Rente, Sozialhilfe, Versicherungsleistungen)...so lange keine andere Institution die Leistungen zusagt ist das JC zuständig! Egal wie lange AU! Erst wenn unter 3 Stunden arbeitsfähig, wird das JC Leistungen einstellen wollen. Aber auch erst wenn das Grundsicherungsamt/ Sozialhilfe/ Amt für Jugend und Soziales zuständig wird. (aufgrund der Begutachtung und unter 3 Stunden)

Lasse Deine Schwester nicht in eine Maßnahme abschieben! Für eine Maßnahme braucht es eine Zuweisung mit Rechtsfolgenbelehrung (RFB), oder einen anderen Verwaltungsakt mit RFB! Und dann darf man auch nicht AU sein! Denn keine Maßnahme mit AU!

Maßnahmen dienen immer der Vermittlung! Selbst wenn "Gesundheit" vorgegaukelt wird! Ein Träger kann nichts verbindlich bescheinigen! Darf das auch nicht! Ein Maßnahmeträger darf nur empfehlen! Es wird nie der Gesundheit nützen, denn Maßnahmen werden nur von "Ärzten" begleitet. Die Aussage mit der Lupe beweist die Dummheit und Überschätzung dieser Perso.

Das JC muss sich an Gutachten und AU halten! Wenn es anderer Meinung ist, muss es den ärztlichen Dienst oder MD einschalten. Das Ergebnis ist für das JC bindend!

Also: keine Maßnahmen antreten bei AU! Schon gar nicht mündliche! Zuweisungen oder VA prüfen oder widersprechen. Keine weiteren Diagnosen mitteilen. Wenn Untersuchung des äD länger her ist oder es Änderungen gibt, schriftlich eine Untersuchung des äD oder MD fordern. Das JC hat hierbei kein Ermessen! Denn, wie vorher genannt, könnten vorrangige Leistungen (Rente, Sozialhilfe) zustehen! Das ist allein der Grund, warum das JC hierbei kein Ermessen hat! Es ist nicht aus Nächstenliebe!

Und:
Schweigepflichtsentbindung freiwillig. Zeitraum immer selbst schriftlich einschränken, oft werden diese für 2-3 Jahre gefordert! Daraus 1,2,3 Monate machen.

AU: keine Maßnahme! Denn mit AU wird SB wohl keinen Verwaltungsakt erstellen können, der den Starttermin vorgibt. VA haben bestimmt und korrekt zu sein.

Das mit der Belastung müsste beim äD oder MD erwähnt werden und verlangt, niedergeschrieben zu werden! Sonst Attest besorgen, wenn das JC etwas fordert was Schwester nicht gut tut!

Atteste müssten vom JC beachtet werden, selbst ohne AU. Dazu keine Diagnose, sondern Einschränkungen oder konkrete Forderung/Situation aufführen! (z.B.: Frau....... darf nicht bei grellem Licht arbeiten, sonst Schädigung) Man kann sogar für Atteste, die für die Vermittlung wichtig sind, die tatsächlichen Kosten beantragen! Bei Absage Widerspruch, weil das JC keine neue Begutachtung zulassen wollte

Bitte nichts telefonisch regeln! Das führt zu nichts! Alles schriftlich, auch wenn dies mühsam ist! Wenn völlig bescheuerte Aussagen des JC getätigt werden, immer nach der rechtlichen Grundlage fragen! Spätestens dann ist Schluss!

Geändert von Sonne11 (06.09.2017 um 13:06 Uhr)
Sonne11 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 13:01   #9
axellino
Foren-Moderator/in
 
Benutzerbild von axellino
 
Registriert seit: 30.07.2013
Ort: Celle
Beiträge: 1.884
axellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiertaxellino Enagagiert
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von dickerle2912 Beitrag anzeigen
Wenn nun meine Schwester komplett aus dem ALG II Bezug raus fällt und keinen Anspruch auf EM Rente Mangels Pflichtversicherungsbeiträge wegen Hartz IV und keine 35 Jahre Beitragszeiten in der RV insgesamt),
wer ist dann für sie zuständig ?
So schnell fliegt man nicht aus den ALG 2 Bezug, auch wenn so mancher SB das gerne anders sehen möchte.
Deine Schwester müsste von der Rentenversicherung und nur diese ist dafür zuständig, als Erwerbsunfähig eingestuft werden, d.h. sie ist weniger wie 3 Std. täglich Erwerbsfähig und damit würde man dann auch den Arbeitsmarkt und Knechtcenter, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Zitat:
§ 8 SGB II Erwerbsfähigkeit
(1) Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
Sollte so eine Feststellung der Rentenversicherung vorliegen, dann gehört sie in den Rechtskreis des SGB Xll und somit in die Hände des Sozialamts.

Zitat von FrauStahl Beitrag anzeigen
Ich wüsste nicht nach welcher Rechtsnorm das passieren soll.
Ich führe nochtmal § 145 SGB II an:.
Hier liegt wohl leider ein Missverständnis vor, den benannten Paragraphen gibt es im SGB ll nicht und findet dort auch keine Anwendung. Dieser gehört in den Rechtskreis des SGB lll (§ 145 SGB lll) und somit zum ALG 1 , um das es hier ja nicht geht.
__

Wer Rechtschreibfehler findet,darf sie gerne behalten !!!!
axellino ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2017, 13:42   #10
FrauStahl
Elo-User/in
 
Registriert seit: 21.04.2016
Beiträge: 70
FrauStahl
Standard AW: Gesundheitscoaching vom Jobcenter trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit

Zitat von axellino Beitrag anzeigen
Hier liegt wohl leider ein Missverständnis vor, den benannten Paragraphen gibt es im SGB ll nicht und findet dort auch keine Anwendung. Dieser gehört in den Rechtskreis des SGB lll (§ 145 SGB lll) und somit zum ALG 1 , um das es hier ja nicht geht.
Oh danke für die Korrektur, da ist mir wohl ein "I" entgangen. Blöde römische Zahlen aber auch
FrauStahl ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichwortsuche
arbeitsunfähigkeit, bestehender, gesundheitscoaching, jobcenter, trotz

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Neue EGV trotz bestehender EGV-VA Freak Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 33 22.02.2016 14:52
VA erhalten, trotz bestehender EV kleinschreiber Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 36 11.08.2015 14:37
EGV trotz bestehender AU Stuart Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 19 05.03.2014 19:20
EGV per VA - trotz bestehender EGV Misanthrop Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 5 23.09.2013 21:59
Neue EGV trotz bestehender EGV Mennix Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 6 14.12.2012 07:59


Es ist jetzt 00:44 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland