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Start > > -> Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


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Alt 25.07.2017, 20:51   #1
Hase Caesar
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Registriert seit: 02.07.2017
Beiträge: 4
Hase Caesar
Standard Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Hallo allerseits,

ich, Mitte 50, Akademiker, hatte neulich einen Meldetermin bei meinem neuen SB beim JC, den ich mit Beistand wahrnahm. Zwei Tage später kam dann per Post der EGV-Entwurf.
Ich halte diesen aus mehreren Gründen für rechtswidrig und habe ihn nicht unterschrieben zurückgeschickt.
Erstens fehlt bereits ein Hauptkriterium, das "Verhandeln", so dass ich nicht glaube, dass mein SB es darauf ankommen lassen wird und mir einen entsprechenden VA schickt.
Zweitens kann ich dem Entwurf kein klares und nachhaltiges Eingliederungsziel entnehmen. Es heißt dort unter "Zwischenziel" nur "Erstellung passgenauer Bewerbungsunterlagen für Berufe als Quereinsteiger", was für mich schon ein Widerspruch in sich ist. Im Grunde geht es dem JC nur darum, mich in die Zeitarbeit abzuschieben.
Ich denke auch, dass man mich nicht zwingen kann, mich mit einem Lebenslauf, der meine Qualifikationen weglässt (ja, überlaufendes Fach, geringe Chancen etwas zu finden, mein Alter) auf Stellen zu bewerben. Einige Punkte erscheinen mir auch ungenau und praktisch kaum umsetzbar. Wie soll ich z. B. einen Vorsprachenachweis bei einem AG bekommen, wenn der sich weigert?
Ich erwäge, einen Antrag auf Akademiker-Coaching zu stellen; dann muss das JC mir auf Antrag erklären, weshalb es diesen ggfs. ablehnt.
Für einige weitergehende Tipps wäre ich Euch sehr dankbar!
Vielen Dank im Voraus.

Caesar

Angehängte Dateien
Dateityp: pdf EGV-Entwurf.pdf (4,07 MB, 52x aufgerufen)
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Alt 25.07.2017, 23:02   #2
Pixelschieberin
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Benutzerbild von Pixelschieberin
 
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Beiträge: 3.526
Pixelschieberin Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Ich halte diesen aus mehreren Gründen für rechtswidrig [...]
Zum Begriff der Rechtswidrigkeit im Zusammenhang mit einer EGV liest du bitte diese Debatte und ziehst deine eigenen Schlüsse daraus.
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] und habe ihn nicht unterschrieben zurückgeschickt. [...]
Hoffentlich hast du dir eine vom SB unterschriebene Kopie behalten.
Damit die mit dem vermutlich bald eintrudelnden VA verglichen werden kann.
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Erstens fehlt bereits ein Hauptkriterium, das "Verhandeln", [...]
Sofern der Vorschlag nahezu kommentarlos zurück geschickt worden sein sollte, könnte daraus geschlossen werden, daß die Verhandlungsphase (durch schlüssiges Handeln) für beendet (und gescheitert) erklärt worden ist.
Was kein Drama ist, nur ein Schlaglicht auf die Szene wirft, sollte der Vorgang vorm SG landen.
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Es heißt dort unter "Zwischenziel" nur "Erstellung passgenauer Bewerbungsunterlagen für Berufe als Quereinsteiger", [...]
Klingt nach "Maßnahme als unbedingt notwendig und erstrebenswert" erscheinen lassen.
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Ich denke auch, dass man mich nicht zwingen kann, mich mit einem Lebenslauf, der meine Qualifikationen weglässt ([...]) auf Stellen zu bewerben. [...]
Hast du die Downgrade-Ansage etwa schriftlich bekommen?
Nein? Wurde auch nur mündlich gemault, wozu du alle deiner Qualifikationen mitteilst?
Warum denn nur bekommen wir diese Ansage nie schriftlich?
Meine Abschlüsse, Führungs- und Ausbilderqualitäten rücke ich bei VVs mit Helferjobs stets in den Fokus.
So 'ne toll ausgebildete Kraft - für so wenig Geld!
Was für ein Schnäppchen!
Solange die Bewerbung "positiv" ist, können die dir gar nichts.

Ach ja, falls SBs die Nase zu tief in deine Angelegenheiten und die deines potentiellen Arbeitgebers stecken wollen:
Du brauchst auch nur Template-Bewerbungen vorzeigen.
Um mitwirkend zu demonstrieren, daß du selber weißt, wie eine Bewerbung auszusehen hat.
Hier ein interessanter Artikel, falls das Thema "Bewerbung" hoch schwimmen sollte:
RA (Anwalt) für Arbeitsrecht - Bewerbungsunterlagen im Arbeitsrecht
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Wie soll ich z. B. einen Vorsprachenachweis bei einem AG bekommen, wenn der sich weigert?[...]
Gar nicht.
Das ist ja der Witz an Forderungen, die "außer der Reihe" gestellt werden.
Wenn du das unterschrieben hättest, hättest du dich verpflichtet, der-und-der Forderung nachzukommen.
WIE du das bewerkstelligst, ist doch nicht deren Problem.
Dem HE hingegen ist die Sanktionsankündigung wegen Pflichtverletzung schon so gut wie sicher.

Es wird auf obrigkeitshörige Angsthasen spekuliert, die sich die 30% zwar maulend aber ohne Gerichte anzurufen abziehen lassen.
Manch EGV wirkt wie vorsätzlich darauf angelegt, den HE noch schneller eine Sanktion überbraten zu dürfen als vom Gesetzgeber vorgesehen.

Der Vorteil bei VAs:
DIE müssen rechtskonform sein.
Sollten sie das nicht sein, können diese Diktate gekippt werden.

EGVs - wie im Vertragsrecht üblich - können durchaus zum Nachteil eines der Partner vereinbart werden.

Das Dumme dabei:
Verträge können nicht ohne Weiteres gekippt werden.
Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
[...] Ich erwäge, einen Antrag auf Akademiker-Coaching zu stellen; [...]
Erfahrungsgemäß ist das das selbe Maßnahhme-Biest - es hat nur ein hübscheres Gesicht.
__

Mostly harmless...
„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ (A. Lincoln)
„Der Elo geht so lange zum JC, bis er bricht." (Aus unveröffentlichten Werken des Ozymandias)
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Alt 26.07.2017, 07:31   #3
Sorata
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Auch wenn es nicht viel bei @Pixelschieberin's Beitrag hinzuzufügen gibt, möchte ich trotzdem noch meinen Hut mit ein paar Ergänzungen in den Ring werfen.

Mir schlagen die geforderten Nachweise zu getätigten Bewerbungen auf den Magen.

Anschreiben an die AG/Absagen: Wie du in dem Link "Bewerbungsunterlagen im Arbeitsrecht " erfahren wirst, haben die JC auf solche Unterlagen gar keinen Anspruch. In Absagen, insbesondere wenn per e-mail versendet, steht zudem oft der Zusatz, dass der Inhalt des Schreibens ausschließlich für den in der Adresse genannten Empfänger bestimmt ist. Eine solche Nachweisforderung geht gar nicht.

Telefonlisten: Das klingt viel besser. Eine tabellarische Auflistung über wann mit wem über was genau gesprochen wurde.

Vorsprachenachweise: Darauf hat man keinen Anspruch. Auch kann es sehr schlecht aussehen, wenn man verzweifelt um einen solchen Nachweis bittet, nachdem man sich vorgestellt hat. Da stellt sich dem AG doch die Frage, warum dieser Bewerber dermaßen kontrolliert werden muss.

Ich weise auf folgendes Urteil hin:
Zitat:
Zitat von LSG Baden-Württemberg Az. L 8 AL 2197/15 v. 18.03.2016 Urteil - Nachweisaufforderung in der Eingliederungsvereinbarung - Eigenbemühungen - Bewerbungen - Fristversäumung - Sperrzeit (hier rechtswidrig) Beitrag anzeigen
Rechtsfrage: Zu den rechtlichen Anforderungen der Aufforderung der Beibringung eines Nachweises - zu getätigten Eigenbemühungen

§ 159 Absatz 1 Satz 2 Nr. 3 SGB III löst nicht bei jedweder Obliegenheitsverletzung im Rahmen geforderter Eigenbemühungen eine Sperrzeit aus.

Leitsatz (Juris)

1. Voraussetzungen für den Eintritt einer Sperrzeit wegen unzureichenden Eigenbemühungen sind neben unzureichenden Eigenbemühungen der fehlende Nachweis. Ein Nachweis erfolgt durch Beweismittel, worunter Urkundenbeweis, Zeugenbeweis, Augenschein etc. zu verstehen sind. Die in einer Eingliederungsvereinbarung geforderte monatliche Dokumentation der Eigenbemühungen in Form einer auf eigenen Angaben des Arbeitssuchenden beruhenden Auflistung der konkret zu bezeichnenden Bewerbungen stellt kein Beweismittel dar. Die nicht fristgerechte Vorlage dieser Dokumentation erfüllt nicht den Sperrzeittatbestand.

2. Darüberhinaus ist eine pauschalisierte Vorabvereinbarung über zu erbringende Nachweise nicht mit dem Erfordernis einer ordnungsgemäßen Rechtsfolgenbelehrung, an die zur rechtzeitigen und umfassenden Vorwarnung des Arbeitslosen wegen der gravierenden Folgen und des formalen Charakters hohe Anforderungen zu stellen sind, vereinbar.
Die Kostenerstattung von getätigten Bewerbungen wirft auch Fragen auf, welche die Unterschrift unter diesen Vertrag unmöglich machen. Was sind denn "marktübliche" Bewerbungen und was soll dieser enorm ungenaue und daher für dich nachteilige "für die jeweilige Stelle geeignet"?
Jemand mit enormen berufl. Wissen ist immer ungeeignet, um am Fließband zu arbeiten und du musst deine Kenntnisse nicht verstecken. Berufl. Kenntnisse und Berufserfahrung sind etwas positives. Eine passgenaue Bewerbung als Quereinsteiger sieht für mich daher so aus, dass du neben der Aufzählung deiner Kenntnisse immer noch bereit bist, dir noch weiteres Wissen anzueignen (welches in dem Quereinsteigerberuf ggf nötig wäre). Du kannst nicht einfach deinen Lebenslauf so anpassen, dass Studienzeit und ähnliches nicht mehr erwähnt werden. Dann hast du entweder Lücken im Lebenslauf oder hast vielleicht sogar mit einer solchen Bewerbung gelogen. Das wäre dann negatives Bewerberverhalten und das kann sanktioniert werden.

Wie @Pixelschieberin schon angedeutet hat, ist es für die Zukunft ratsam, eine EGV, die du nicht unterschreiben willst (vermutlich jede weitere), nicht dem JC zurückzuschicken. Das kann als Abbruch der Verhandlungen angesehen werden und direkt zu einem VA führen; also kannst du dir Porto dafür auch sparen.
Sorata ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2017, 08:45   #4
Couchhartzer
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
ich, Mitte 50, Akademiker,
[...]
per Post der EGV-Entwurf. [...]

habe ihn nicht unterschrieben zurückgeschickt.
Oh je... (es ist so völlig sinnfrei und mutet auch nicht grad sehr "schlau" an, die später für ein Rechtsverfahren eventuell notwendigen Beweise aus der Hand zu geben)


Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
Erstens fehlt bereits ein Hauptkriterium, das "Verhandeln"
Was schon alleine völlig ausreicht nicht zu unterschreiben, da diese Vorgehensweise vom JC schlichtweg rechtswidrig war.


Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
...dass ich nicht glaube, dass mein SB es darauf ankommen lassen wird und mir einen entsprechenden VA schickt.
Nochmal "Oh je", denn im Zusammenhang mit Jobcentern derartiges mögliches Vorgehen "nicht glauben" zu wollen ist ausschliesslich etwas für naive Träumer (und bedarf dazu dann auch noch nicht einmal einer akademischen Bildung).
__

Die Kunst sich im Sozialrecht erfolgreich behaupten zu können beginnt schon damit, auf der Gegenseite möglichst nicht den Eindruck eines kausalen Zusammenhang zwischen eigener Persönlichkeit und eigenen wirtschaftlichen Verhältnissen entstehen zu lassen.

Geändert von Couchhartzer (26.07.2017 um 08:55 Uhr)
Couchhartzer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2017, 09:27   #5
Fabiola
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat:
Oh je... (es ist so völlig sinnfrei und mutet auch nicht grad sehr "schlau" an, die später für ein Rechtsverfahren eventuell notwendigen Beweise aus der Hand zu geben)
Wenn TE Glück hat, dann schickt SB die EGV nochmals an TE mit dem Vermerk: Unterschrift fehlt.
__

Gruß Fabiola
___________

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!
Fabiola ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2017, 11:04   #6
Gollum1964
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Registriert seit: 12.03.2015
Beiträge: 584
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat von Sorata Beitrag anzeigen

Mir schlagen die geforderten Nachweise zu getätigten Bewerbungen auf den Magen.

Anschreiben an die AG/Absagen: Wie du in dem Link "Bewerbungsunterlagen im Arbeitsrecht " erfahren wirst, haben die JC auf solche Unterlagen gar keinen Anspruch. In Absagen, insbesondere wenn per e-mail versendet, steht zudem oft der Zusatz, dass der Inhalt des Schreibens ausschließlich für den in der Adresse genannten Empfänger bestimmt ist. Eine solche Nachweisforderung geht gar nicht.
Hallo,

ergänzend zu diesem Punkt möchte ich noch erwähnen, daß es heute bei vielen Firmen Usus ist, aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen den nicht favorisierten Bewerbern überhaupt keine Antwort mehr zu geben, selbst auf Anfrage.
Falls du die EGV unterschreibst und Bewerbungen ordnungsgemäß abschickst, jedoch überhaupt keine Rückmeldung mehr erhältst, kann das Jobcenter lustig sanktionieren.

Diese Kontrolle ist Aufgabe der SB und man muß ja nicht von ungefähr dem Jobcenter monatlich die eigenen Bewerbungsbemühungen in tabellarischer Form zukommen lassen.

Und ergänzend zum Thema berufliches Downgrading würde ich dir nahelegen, dich zu diesem Punkt auf keine Diskussionen mit dem SB einzulassen, da es im SGB2 tatsächlich keinen Berufsschutz mehr gibt.
Pixelschieberin hat schon richtig darauf hingewiesen, daß der beste Schutz vor Helferstellen die akribische Aufzählung aller Qualifikationen und Berufserfahrungen ist. Ich bin ebenfalls Mitte 50 und arbeitsloser Akademiker. Ädaquate Arbeitsplätze angeboten zu bekommen, ist in dem Alter schon fast wie ein hoher Gewinn beim Lotto spielen. Vor Helferstellen ist gute Qualifikation aber immer noch ein guter Schutzschirm. Das Aufzählen aller Qualifikationen bietet keinen Angriffspunkt für Sanktionen, wohl aber das Verschweigen dieser (i.S. Negativbewerbung).

Geändert von Gollum1964 (26.07.2017 um 11:14 Uhr)
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Alt 26.07.2017, 12:22   #7
0zymandias
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Es sind im Unterpunkt 5., "Zur Integration in Arbeit", noch zwei Pferdefüße mit vorangestelltem "Hinweis:" zu finden.

Es soll vereinbart werden, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kein wichtiger Grund sei, die Bewerbungsbemühungen ruhen zu lassen.
Bei medizinisch bedingter Verhinderung sei diese durch eine Sonderspezialbescheinigung nachzuweisen.
Das dürfte in der auch noch unbegründeten Form unzulässig sein, ebensolches gilt für die fehlende Übernahme von Sonderspezialkosten für Sonderspezialbescheinigungen.

Mit "Hinweis: Die Nachweisführung für den Zugang der Nachweise obliegt Ihnen." wird tatsächlich eine Nachweispflicht für die Nachweispflicht eingeführt, und zwar sanktionsbewehrt.
Das ist auch unbegründet und dürfte auch unbegründbar sein, denn weder der primäre noch der sekundäre (tertiäre, quaternäre, quintäre, sextäre, et cetera perge perge ohne Ende)
Nachweis dient selber zur Eingliederung in Arbeit.

Damit einem selbst nicht der Abbruch der Verhandlung vorgeworfen wird, könnte man noch flugs ein Schreiben mit Gegenvorschlägen nachweisbar ins Schubszentner einsenden.
(Simpler Brief mit Sachen, die raus sollen, Sachen, die rein sollen, und Sachen, die geändert werden sollen.
Zum Zwecke der Nachweisbarkeit am günstigsten Faxversand mit qualifiziertem Sendebericht.)
__

"Alles, was man zum Leben braucht, ist Unwissenheit und Selbstvertrauen, dann ist der Erfolg sicher." - Mark Twain

"Things fall apart; the jobcenter cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world"
"The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity." - William Butler Yeats
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Alt 26.07.2017, 12:50   #8
Vidya
 
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat von Gollum1964 Beitrag anzeigen
ergänzend zu diesem Punkt möchte ich noch erwähnen, daß es heute bei vielen Firmen Usus ist, aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen den nicht favorisierten Bewerbern überhaupt keine Antwort mehr zu geben, selbst auf Anfrage..
Meinbe Erfahrung ist da etwas anders. Vorrangig bekomme ich keine Antworten, wenn ich mich auf VV der SB bewerbe. Das ist anders , wenn ich mich selbst auf Stellen aus der Jobbörse bewerbe ,weil die dann meistens auch passgenauer und aktueller sind. Da bekomme ich auch meistens Antworten -selbst wenn da nur steht. Aufgrund der Vielzahl -oder aufgrund der unzähligen Bewerbungen können wir Ihre Bewerbungen nicht mehr berücksichtigen.

Zitat von Gollum1964 Beitrag anzeigen
Falls du die EGV unterschreibst und Bewerbungen ordnungsgemäß abschickst, jedoch überhaupt keine Rückmeldung mehr erhältst, kann das Jobcenter lustig sanktionieren..
Deshalb unterschreibt man ja eine solche EinV generell auch nicht. Denn diese EinV ist willkurlich und will -ganz nebenbei -auch die Erstattung von Bewerbungen ganz generell verhindern helfen. Denn hier werden Bewerbungen gefordert, die so überwiegend nicht erfolgversprechend sein können., weil überqualifiziert. Zudem gibt es gar keine Notwendigkeit ,die Qualifikationen deshalb zu ändern oder gar zu frisieren. Downshifting ist sehr wohl auch so möglich ,sofern der AG sich darauf einlässt. Dies kann man schon in der Bewerbung geschickt ansprechen. Tipps -ganz allgemein dazu

Überqualifiziert? So bekommen Sie den Job trotzdem | karrierebibel.de


Zitat von Hase Caesar Beitrag anzeigen
HEingliederungsziel entnehmen. Es heißt dort unter "Zwischenziel" nur "Erstellung passgenauer Bewerbungsunterlagen für Berufe als Quereinsteiger. [B]Ich denke auch, dass man mich nicht zwingen kann, mich mit einem Lebenslauf, der meine Qualifikationen weglässt [/B](ja, überlaufendes Fach, geringe Chancen etwas zu finden, mein Alter) auf Stellen zu bewerben.

Nachtrag/ Tipp:

Falls das wirklich weiterhin der Fall sein sollte -so würde ich dem an Deiner Stelle ganz offen eine Absage erteilen -mit Verweis darauf, dass dies ganz im Gegenteil zu den Anforderungen Deines Jobcenters in bestimmten Maßnahme steht. Zum Beispiel sei hier die Maßnahme "Jobschule" genannt. Dort steht in der Leistungsbeschreibung zum Thema Bewerbungstraining drin (für junge Menschen):

Ziel des Bewerbungstrainings ist die Befähigung der Teilnehmer zu selbständigen und
zielführenden Eigenbemühungen.

Des Weiteren sollen:

 bewerbungsrelevante Stärken und Potenziale herausgearbeitet,
 Selbstvermarktungs- und Bewerbungsstrategien entwickelt und trainiert,
sowie vollständige, marktfähige Bewerbungsunterlagen mit jedem Teilnehmer erstellt
werden.


Wenn also von Deinem Jobcenter hier junge Menschen in dieser Maßnahme dazu angehalten werden sollen, VOLLSTÄNDIGE, und MARKTFÄHIGE Bewerbungsunterlagen zu erstellen, dann kann es doch nicht angehen, dass Du nun genau das Gegenteil dessen tun sollst. -und das auch noch sanktionsbewährt. Aufgrund welcher Rechtsgrundlage soll das nun bei Dir irgendeinen Sinn ergeben?. Denn die damit unvollständige Bewerbung kann nicht erfolgsversprechend sein. Die Textstelle aus der Leistungsbeschreibung zu der Maßnahme Jobschule findet Dein SB übrigens auf Seite 13, sofern dies mal Gegenstand einer Beweisaufnahme werden sollte. Könntest Du gegebenfalls auch in einem Widerspruch als Argument anführen.

So schlägst Du das Jobcenter mit Ihren eigenen Waffen und zeigst gelichzeitig auf, welch unverhältnismäßiger Blödsinn da von Dir in dieser EinV verlangt wird.

Geändert von Vidya (26.07.2017 um 13:28 Uhr)
Vidya ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2017, 14:23   #9
Pixelschieberin
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Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Zitat von Couchhartzer Beitrag anzeigen
Oh je... [...]
War auch mein erster Gedanke.
Wenn Vertragsentwürfe nicht (auf eigene Kosten) zurück geschickt werden, ist doch bereits sicher gestellt, daß DER Vertrag nicht zustande gekommen ist.
Feddisch.

Wir wissen nicht, ob dem TE zwei Ausfertigungen zugeschickt wurden.
Eine zum Verbleib in den eigenen Akten.
So machen das seriöse Unternehmen.
Zur Not ist der Scan da.
Jaaaa - nicht so wasserfest wie ein Original - aber besser als nichts.
Don't panic - bei Gericht wird oft die Glaubwürdigkeit in die Waagschale geworfen.

Tip für die Zukunft:
Niemals schriftlich etwas absetzen, was auch nur den Ruch nach Verweigerung haben könnte.
- Du denkst darüber nach.
- Du läßt prüfen.
- Du kannst die Tragweite deiner Unterschrift momentan nicht abschätzen.

Das selbe Wischi-Waschi, wie es von denen kommt.
Niemals verneinend.
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Alt 26.07.2017, 15:36   #10
Hase Caesar
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Hase Caesar
Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe mich anscheinend etwas missverständlich ausgedrückt. Ich habe keinen der beiden mir postalisch zugegangenen Entwürfe an das JC zurückgeschickt. Ich bin momentan krank geschrieben und habe kurz vor Ende der "Bedenkfrist" die neue AU vorab per Fax dem JC zukommen lassen verbunden mit einem kurzen Anschreiben, dass ich krankheitsbedingt noch etwas Zeit zur Prüfung des EGV-Entwurfs benötige. Das zeigt, denke ich, dass ich ein Verhandeln keineswegs als beendet o.ä. ansehe.
Bezüglich des Akademiker-Coachings denke ich, es ist besser, einen konstruktiven Gegenvorschlag zu unterbreiten als nur stur auf Konfrontation zu gehen.

Beste Grüße
Caesar
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Alt 27.07.2017, 20:52   #11
Hase Caesar
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Hase Caesar
Standard AW: Entqualifizierungs-EGV: Wie gezielt dagegen vorgehen

Hallo Pixelschreiberin,

wie Du vielleicht noch gelesen hast, habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich habe zwei Ausfertigungen erhalten und keine zurückgeschickt, siehe Beitrag Nr. 10.
Mein Hintergedanke ist der, hier den Weg einer Zermürbungstaktik zu fahren; ob das funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. Gegen einen VA kann ich mich dann mit Hilfe meiner Anwältin dann immer noch wehren. Sorry für das Missverständnis.

Beste Grüße
Caesar
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