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Start > > -> ALG2 EGV bis 2018: U25 Maßnahme, bis jetzt nicht mal annährend zielführend

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


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Alt 19.12.2016, 03:26   #1
leon177->Emailproblem
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Registriert seit: 19.12.2016
Beiträge: 17
leon177
Standard ALG2 EGV bis 2018: U25 Maßnahme, bis jetzt nicht mal annährend zielführend

Ein 23-jähriger Studienabbrecher hat aufgrund von vorübergehender Mittellosigkeit ALG2 beantragt.
Prompt wurde ihm ein Projekt angeboten, das ihm angeblich "bei der "Suche nach einer Ausbildungsstelle unterstützen soll". Der Grund weshalb er sich zurzeit nicht in einer Ausbildung befindet liegt aber primär daran dass er erst vor kurzem sein Studium abgebrochen hat somit noch gar nicht die Möglichkeit hatte, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben, ganz zu schweigen von der Tatsache dass das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sodass Bewerbungsbemühungen zurzeit sowieso sinnlos sind.

Da er es nicht besser wusste, und die Zielvereinbarung angemessen klang, hat er sie akzeptiert. Im Vertrag tauchte das Wort "Maßnahme" auf. Da dieses Wort für den Studienabbrecher bis dato keine besondere Bedeutung oder Konnotation hatte, hat er einfach unterschrieben ohne sich weitere Gedanken zu machen. Er sieht ja selbst ein dass er nach einem Abbruch sich in einer misslichen Situation befindet, und ist auch gern bereit etwas zu tun um die Situation zu verbessern. Bevor er jeden Tag zuhause rumsitzt und auf eine Arbeitsstelle für 9€/Stunde als Spülhilfe, Lagerhelfer oder Putzkraft wartet kann er ja vorerst an dem "Projekt" teilnehmen.
Die EGV sowie Vertrag mit dem Maßnahme-Träger sind als Anlage hochgeladen.

Nun aber kommt langsam die bittere Erkenntnis, dass er ein wenig hinters Licht geführt wurde und zwecks Statistikbereinigung objektiviert wurde.

Diese Maßnahme (nach aktueller Sachlage) ist nicht zielführend, und wird in absehbarer Zeit auch nicht zielführend werden.

Der Studienabbrecher hat genau protokolliert was bisher in jede Sitzung bzw. Gruppensitzung geschehen ist:

1. Termin:
Vertragsabschluss, vorläufige Zielsetzung: Bewerbungen schreiben sowie Erkundigung des Ausbildungsmarkts (z.B. durch Gespräch bei der Berufsberatung, das wurde aber danach nie wieder erwähnt). Dauer: ca. 30 Minuten.

2. Termin:
Gruppenausflug/Wanderung. Dauer: ca. 8 Stunden.

3. Termin:
Standard-Bewerbung am PC verfasst, unter Vorgabe eines Musters. Dauer: ca. 1 Stunde.

4. Termin:
Gemeinsamer Einkauf sowie Gruppenfrühstühstück. Dauer: ca. 2 Stunden.

5. Termin:
Gruppengespräch mit Themen: persönliche Stärken/Schwächen, Ziele für 2017, 10 RUNDEN "STADT LAND FLUSS" GESPIELT, Bearbeitung von Arbeitsblättern aus einschlägige Internetquellen die für SEK I bestimmt sind (Jugend und Bildung - Arbeit und Beruf)
Ein Arbeitsblatt als Beispiel:
http://www.jugend-und-bildung.de/fil...ehrer_info.pdf
(Dieses "Gedankenspiel" wurde eins zu eins übernommen und durchgeführt). Andere Arbeitsblättern beinhalten eine Pseudo-Selbsteinschätzung, z.B: von einer Skala von 1 bis 5, wie schätzen Sie Ihre
-Kommunikationsstärke
-Kreativität
-räumliches Denken
ein)
Zudem wurden die Ergebnisse in der Gruppe besprochen. ("Was sind denn Ihre Stärken? Und Ihre persönlichen Schwächen?")
Außerdem haben andere Teilnehmer über ihre Weihnachtsvorhaben erzählt. Der Studienabbrecher wurde auf sehr penetrante Art und Weise dazu genötigt, etwas aus seinem Privatleben zu berichten ("ach kommen Sie schon, erzählen Sie was Sie am Weihnachten vorhaben...Eltern besuchen? Was dann? Gemeinsam essen?.."). Dauer: ca. 2 Stunden

6. Termin:
Anfang der Durchführung einer Kompetenzanalyse am Computer.
Es handelt sich dabei um Ankreuztests für Haupt- und Realschüler. Themen unteranderem: Deutsch, Mathematik, Englisch, Konzentration, Soziales usw.
Da diese Tests aus Fragen der Art "Wieviel Prozent ist 1 von 5" und "Wie heißt das englische Wort für "schwierig"" und "Merken Sie sich folgende Bilder (wird auf der nächsten Seite dann abgefragt)" bestehen sind diese Tests nicht sonderlich anspruchsvoll. Dauer: ca. 1 Stunde

7. Termin:
Fortsetzung der Kompetenzanalyse am PC.
Weitere sinnlose Fragen.

8. Termin:
Wieder gemeinsamer Einkauf sowie Gruppenfrühstück.

9. Termin:
!!!GEMEINSAMER BESUCH DES LOKALEN WEIHNACHTSMARKTS!!!


Wie am Protokoll erkennbar sind viele der Termine, deren Teilnahme im Übrigen verpflichtend sind da sonst Leistungskürzung droht, überhaupt nicht dazu geeignet die Suche nach einem Ausbildungsplatz voranzutreiben.
Die Tests sind vielleicht entfernt relevant für eine Selbsteinschätzung, aber der Studienabbrecher hat bereits sehr konkrete Vorstellungen, und auch weil er sein Abitur hat sind diese Tests doch gar nicht notwendig.
Die Ausflüge und Gruppenfrühstücke sind grobe Zeitverschwendungen und auch Verschwendung der allgemeinen Steuergelder. Es ist nicht ersichtlich wie ein verpflichtendes Gruppenfrühstück sowie der verpflichtende Besuch des lokalen Weihnachtsmarkts dem Studienabbrecher verhelfen soll, eine Ausbildungsstelle zu finden (außer er hat vor eine Ausbildung in Bereich "Esstisch mit Geschirr decken" oder "Weihnachtsmarkt betreiben" anzustreben, was er aber nicht vor hat, und auch offensichtlich nicht Sinn der Übung ist).

WIE kann man sich gegen sowas wehren? Ich habe verdammt nochmal Besseres zu tun als meine Zeit mit anderen Hartzern auf dem Weihnachtsmarkt zu vergeuden!!!!!! Und 2 Stunden Pflichtfrühstück jede Woche?? Aber ansonsten ist alles noch in Ordnung ja?

Angehängte Dateien
Dateityp: pdf egv.pdf (2,23 MB, 41x aufgerufen)
leon177 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2016, 11:33   #2
Wutbuerger
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 20.08.2012
Beiträge: 4.817
Wutbuerger Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ALG2 EGV bis 2018: U25 Maßnahme, bis jetzt nicht mal annährend zielführend

Ach Leon - die Politik will das so. Wie soll man es sich sonst erklären das für diesen Schund Geld da ist , selbst wenn der Bundesrechnungshof die Verschwendung anprangert- waren ja nur 95 Millionen für 2014.
Das JC kann dich legal zur Sinnlosigkeit verpflichten, hier hast du sogar noch zugestimmt.
Das einzige was hilft sind gelbe Scheine ... über Sinn und Unsinn diskutieren bringt nichts.
Wutbuerger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2016, 11:37   #3
yukiko
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yukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiertyukiko Enagagiert
Standard AW: ALG2 EGV bis 2018: U25 Maßnahme, bis jetzt nicht mal annährend zielführend

Hallo Leon177, willkommen im Forum

Zitat:
Es ist nicht ersichtlich wie ein verpflichtendes Gruppenfrühstück sowie der verpflichtende Besuch des lokalen Weihnachtsmarkts dem Studienabbrecher verhelfen soll, eine Ausbildungsstelle zu finden
offensichtlich hat der SB es versäumt, sein Ermessen pflichtgemäß auszuüben.

Deshalb würde ich einen Antrag auf Auskunft und Beratung nach §§ 13-15 SGBI stellen, mit kurzer Fristsetzung (ca. 1 Woche) mit der (berechtigten) Frage nach der Ermessensgrundlage und Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme für den Kollegen. Den Antrag würde ich an die Geschäftsleitung des Jobcenters adressieren (nachweisbar).

Das Jobcenter möge bitte dezidiert, schriftlich, nachvollziehbar und unter Benennung der jeweiligen Rechtsgrundlagen begründen und erläutern, inwieweit diese Maßnahme inkl. der Inhalte für den Kollegen - unter Wahrung des allgemeinen Prinzips der "Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit" als zielführend erachtet wird.

Dann würde ich das "Protokoll" - genauso wie du es oben gepostet hast - als Anhang mit beifügen.

Mich persönlich würde sowas krank machen und dementsprechend würde ich bis zur "Aufklärung" des Sachverhaltes bei Onkel/Tante Doc vorstellig werden..

Was möchte dein Kollege denn jetzt machen? Will er eine Ausbildung/Weiterbildung, die ihm wirklich was nützt? Dann kann er sich beispielsweise auf der kursnet-Seite der BA einige Kurse/Weiterbildungen raussuchen und erstmal die Bildungsträger abchecken, hinsichtlich ihrer Seriösität.

Wenn er dann so 2-3 nützliche Sachen rausgefunden hat, könnte er diese schriftlich per "Antrag auf einen Bildungsgutschein aus dem Vermittlungsbudget" beantragen. Also Auflistung mit Kursnummer/Dauer/Inhalt/Preis. Erfolgversprechender für die Stattgebung ist hier eine jeweilige gute Begründung für eine "gute Prognose" des jeweiligen Kurses.

Diesen (schriftlichen) Antrag müssen sie binnen 6 Monaten bescheiden, anschließend kann Untätigkeitsklage erhoben werden. Eine Ablehnung muss dezidiert begründet werden, und das geht nicht so leicht denn offensichtlich hat das Jobcenter ja Geld übrig.

Und damit hätte er dann noch zusätzlich ein "schlagkräftiges" Argument gegen diese Sinnlos-Maßnahme, weil die Steuergelder auf diese Weise ein wenig "sinnvoller" kanalisiert werden würden


P.S. Dem "Kollegen" würde ich empfehlen, mir zukünftig vorher zu überlegen, was ich unterzeichne da gehört halt für manche Leute ein wenig "Lehrgeld" dazu..
__

Das ist nur meine Meinung ohne Gewähr
~> "goldene Überlebensregeln":
1 Nur mit Beistand nach § 13 SGB X hingehen, alles mitschreiben
2 Nicht provozieren lassen, stets nach Rechtsgrundlagen fragen
3 Auf "heikle" Fragen mit Gegenfragen antworten
4 Alles schriftlich und nachweisbar kommunizieren
5 Bei "Unklarheiten" *Antrag auf Auskunft und Beratung nach §§ 13-15 SGB I* stellen
6 Das "Amt" mag keine Arbeit :bigsmile:
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Alt 20.12.2016, 20:11   #4
leon177->Emailproblem
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leon177
Standard AW: ALG2 EGV bis 2018: U25 Maßnahme, bis jetzt nicht mal annährend zielführend

Der "Kollege" bedankt sich.

Eine Frage:
Als Dauer der Maßnahme werden wenige Monate angegeben, aber die Dauer der EGV wird bis 2018 angesetzt (noch knapp 2 Jahren).
Macht dies die gesamte EGV ungültig? Denn ich habe folgendes gefunden:
Zitat:
Das Urteil vom 14. Februar 2013 des BSG (B 14 AS 195/11 R) bezieht sich auf die Zulässigkeit und Dauer einer Eingliederungsvereinbarung (§ 15 Abs. 1 Satz 3, 6 SGB II). Aus dem Urteil geht hervor, das ein Eingliederungsverwaltungsakt, der ohne Ermessenserwägungen eine von der gesetzlichen Regellaufzeit von sechs Monaten (gem. § 15 Abs. 1 Satz 3) abweichende Geltungsdauer von 10 Monaten anordnet, rechtswidrig ist.
Zwar ist die Maßnahme an sich weniger als 6 Monate, aber die EGV gilt bis der Kollege 25 Jahre alt wird. Ist das erlaubt? Oder nur ein unbedeutender Schreibfehler...oder sind nur Verwaltungsakte auf 6 Monate begrenzt, wohingegen "FREIWILLIG" abgeschlossene EGV bis zum Lebensende andauern können?
Angeblich hat die SB gesagt dass es so im System verbucht ist und sie es nicht ändern könne, aber nach 6 Monaten wird eine neue EGV angesetzt (solang noch notwendig) und die Dauer wird entsprechend angepasst.
Ist das überhaupt in Ordnung? Das heißt ja, dass alle EGV der SB für U25 Menschen so lange dauern bis diese Menschen 25 werden!
leon177 ist offline   Mit Zitat antworten
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