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Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA)

Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA)

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Alt 29.12.2009, 22:03   #1
casa
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Registriert seit: 28.12.2009
Beiträge: 16
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Standard Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

Hallo zusammen,
mein Mann war die letzten 6 Monate arbeitslos. Gerade als er wieder einen Unternehmer (Taxi) gefunden hatte, bei dem er anfangen kann, kam parallel die erste Eingliederungsvereinbarung per Post. Eigentlich ist der Jobcenter von dem neuen Job informiert und wir wundern uns, warum er sie trotzdem bekommen hat.
Drin steht, dass die Arge ihm Vermittlungsvorschläge unterbreitet sowie Stellenangebote vorliegen. Unterstützt Bewerbungsaktivitäten in Höhe von 5 Euro(...).
Dann: Kommt der zuständige Träger seinen in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten nicht nach, ist ihm eine Frist von 8 Wochen das Recht auf Nacherfülung einzuräumen. Ist eine Nachesserung tatsächlich nicht möglich, muss er folgende Ersatzmaßnahme anbieten: ähnliche Maßnahme nach erneutem Termin in der Arbeitsermittlung.
Dabei hatte er noch gar keine Angebote oder Maßnahmen bekommen. Kann mir jemand weiterhelfen, was das genau bedeutet?
Das kuriose ist, daß bei seinen Bemühungen exakt das selbe steht wie bei der Arge, er unterbreitet also auch Vermittlungsvorschläge ;). Sehr seltsam.
Komisch finde ich auch, dass die EGV für ein ganzes Jahr ausgestellt ist. Ist das nomal? Aber nochmal konkret meine Fragen:
1. Mein Mann wird den ersten Monat unter 400 Euro verdienen, ab Januar/Februar ca. 800 Euro oder mehr. Wird er jetzt trotzdem Sellenangebte von der Arge bekomen oder Maßnahmen wie etwa 1Euro Jobs, was ja geradezu absurd wäre?
2. Muss er trotz Job seinen Urlaub immer erst mit der Arge absprechen?(Verpflichtung, sich im ortsnahen Bereich aufzuhalten etc) Oder bleibt er ein freier Mann? ;)
Danke sehr für Eure Hilfe,
viele Grüße
Maggie
casa ist offline  
Alt 29.12.2009, 23:05   #2
Mobydick
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Beiträge: n/a
Standard AW: Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

Zitat von casa Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,
mein Mann war die letzten 6 Monate arbeitslos. Gerade als er wieder einen Unternehmer (Taxi) gefunden hatte, bei dem er anfangen kann, kam parallel die erste Eingliederungsvereinbarung per Post. Eigentlich ist der Jobcenter von dem neuen Job informiert und wir wundern uns, warum er sie trotzdem bekommen hat.
Vermutlich seid ihr noch irgendwie vom Amt abhängig, auch wenn er arbeitet. Dann gehört er schon zum Personenkreis, die eine EGV unterschreiben müsste, denn letztendlich wollen die euch ja komplett von den Leistungen losbekommen.

D.h. gem. neuer EGV muss er sich wahrscheinlich einen Job suchen, der besser bezahlt ist. Oder noch einen weiteren Job dazu aufnehmen.

Zitat:
Drin steht, dass die Arge ihm Vermittlungsvorschläge unterbreitet sowie Stellenangebote vorliegen. Unterstützt Bewerbungsaktivitäten in Höhe von 5 Euro(...).
Dann: Kommt der zuständige Träger seinen in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten nicht nach, ist ihm eine Frist von 8 Wochen das Recht auf Nacherfülung einzuräumen. Ist eine Nachesserung tatsächlich nicht möglich, muss er folgende Ersatzmaßnahme anbieten: ähnliche Maßnahme nach erneutem Termin in der Arbeitsermittlung.
Dabei hatte er noch gar keine Angebote oder Maßnahmen bekommen. Kann mir jemand weiterhelfen, was das genau bedeutet?
In den EGVs steht immer sehr viel Müll drin. Das sind meist Textbausteine. Eine "ähnliche Maßnahme" ist, wenn keine Maßnahme vereinbart wurde, "gar keine Maßnahme". Diese Aussage kannst du ignorieren. Sie wurde einfach reinkopiert.

Ansonsten kannst du sie auch beanstanden. Sag doch der SB, sie soll sie streichen weil sie nichts bringt. Ich wette, die SB darf das nicht, weil es ihre Software nicht zulässt (oder ähnliches).

Zitat:
Das kuriose ist, daß bei seinen Bemühungen exakt das selbe steht wie bei der Arge, er unterbreitet also auch Vermittlungsvorschläge. Sehr seltsam.
Das ist ein Schreibfehler. Wenn er die EGV unterschreibt, dann soll er es bitte nicht beanstanden. Im Prinzip können sie ihm dann nichts. Im schlimmsten Fall legen sie ihm eine neue EGV vor, sobald sie das bemerken. Dann kann er sich weigern diese zu unterschreiben, "weil er ja schon eine unterschriebene hat". Und dann müssten die auch noch ihren Fehler zugeben.

Zitat:
Komisch finde ich auch, dass die EVG für ein ganzes Jahr ausgestellt ist. Ist das nomal?
Das Gesetz besagt, dass die EGV 6 Monate gehen soll. Dh. nur in atypischen Fällen darf sie eine andere Dauer haben. Der atypische Fall (z.b. eine länger andauernde Maßnahme) liegt hier aber nicht vor.

Wenn die EGV so positiv ist, dann würde ich sie ruhig lange gültig sein lassen. Ist doch super!


Zitat:
Aber nochmal konkret meine Fragen:
1. Mein Mann wird den ersten Monat unter 400 Euro verdienen, ab Januar/Februar ca. 800 Euro oder mehr. Wird er jetzt trotzdem Sellenangebte von der Arge bekomen oder Maßnahmen wie etwa 1Euro Jobs, was ja geradezu absurd wäre?
Solange er noch eine Leistung bezieht, werden sie ihm Stellenangebote schicken. Diese Stellenangebote müssten aber entweder für mehr Geld sein oder irgendwie ergänzend möglich sein. D.h. sein jetziger Job muss bei der Vermittlung berücksichtigt werden. Ansonsten kann er den Job mit Leichtigkeit ablehnen.

Zitat:
2. Muss er trotz Job seinen Urlaub immer erst mit der Arge absprechen?(Verpflichtung, sich im ortsnahen Bereich aufzuhalten etc) Oder bleibt er ein freier Mann? ;)
Er muss seinen Urlaub der ARGE melden und dieser muss ihm als Berufstätiger auch gewährt werden.



Wenn die EGV sonst nichts mehr als das enthielt was du geschildert hast (außer den Standardsätzen zu Ortsabwesenheit und die Rechtsfolgebelehrungen), würde ich das unterschreiben. Im Prinzip hat er dann nämlich keine weitere Verpflichtung, als deren Vermittlungsvorschlägen nachzukommen (falls sie seinen jetzigen job berücksichtigen) und er kann die Bewerbungskosten einreichen.
 
Alt 29.12.2009, 23:16   #3
casa
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Standard AW: Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

1000 Dank für die schnelle und kompetente Antwort!
Soviel Hilfsbereitschaft macht Mut!
Liebe Grüße
Maggie
casa ist offline  
Alt 30.12.2009, 10:06   #4
Mario Nette
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Standard AW: Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

Lies dir auch mal die Arbeitshilfe zur EGV der BA durch: http://www.arbeitsagentur.de/zentral...ur-EinV-15.pdf (PDF) - z. B. Randziffer 15.6.

Mario Nette
__

Im Süden, im Osten, im Norden, im Westen, es sind überall dieselben, die uns verpesten.

Ca' canny!

Ich bin durch Kaufhof gegangen - und das war für mich wie ein Museumsbesuch. (Frank Schwalm)
Fehlende Tagesstruktur? Quatsch! Ich lebe in Gleitzeit.

Bescheiß das Elend!
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.
Mario Nette ist offline  
Alt 30.12.2009, 10:20   #5
Barbarix
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Registriert seit: 01.11.2009
Beiträge: 61
Barbarix Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Eingliederungsvereinbarung trotz Job?

Zitat von casa Beitrag anzeigen
Wird er jetzt trotzdem Sellenangebte von der Arge bekomen oder Maßnahmen wie etwa 1Euro Jobs, was ja geradezu absurd wäre?
Stellenangebote wird er wahrscheinlich bekommen. Maßnahmen wie der 1€-Job sind ausgeschlossen, da fast alle Maßnahmen sich an Arbeitslose richten. Mit 800 Euro monatlich ist von einer Teilzeit-Tätigkeit mit mehr als 15 Stunden wöchentlich auszugehen. Damit ist Dein Mann statistisch "arbeitssuchend" statt "arbeitslos" und kommt damit für einen 1€-Job nicht in Frage. Bei 400 € sähe das anders aus.
Ansonsten hat mein Vorredner durchgängig recht.
Barbarix ist offline  

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