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Start > > -> EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) Fragen zur Eingliederungsvereinbarung und wie man sie abwehrt! Bitte gebt in der Überschrift an ob die EGV oder die VA ALG I oder ALG II betrifft.


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Alt 08.05.2009, 22:46   #1
Nonkonformist
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Standard EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Hallo,

ich habe die Tage von meinem Arbeitsvermittler eine neue Eingliederungsvereinbarung vorgelegt bekommen, die folgenden Inhalt hat:


---------- Zitatanfang ----------------------------->

Ziel: Überprüfung der Erwerbsfähigkeit

1. Die Arge unterstützt Sie mit folgenden Leistungen zur Eingliederung: Zur Unterstützung Ihrer Integrationsbemühungen schaltet er ein / stellt den Kontakt her zum Psychologischen Dienst

2. Bemühungen des Kunden zur Eingliederung in Arbeit: Sie nehmen an der Untersuchung beim psychologischen Dienst teil. Die Einladung mit dem Termin wird Ihnen gesondert zugestellt.

es folgen die üblichen Textbausteine

<--------- Zitatende -------------------------------<


Vorgeschichte:

Mein Vermittler will mich als Alg2-Bezieher offensichtlich in die Sozialhilfe abschieben. Das ist pure Schikane und Statistikmanipulation und von mir keinesfalls gewollt. Ich bin vor einem Jahr auf Veranlassung meines Vermittlers beim Amtsarzt gewesen, der volle Erwerbsfähigkeit von 8 Std./Tag mit kleineren Einschränkungen attestiert hat. Im letzten Satz wird dann noch die Einschaltung des psychologischen Dienstes empfohlen. Darauf hat sich mein Vermittler jetzt festgebissen. Das läßt bei mir die Warnleuchte angehen. Ich werde mich doch nicht als kritischer und arbeitsfähiger "Kunde" von "Psychologen" aufs Kreuz legen lassen.

Meine Frage ist jetzt folgende:

Ist es überhaupt zulässig, daß die Teilnahme an psychologischen Untersuchungen in Form einer Eingliederungsvereinbarung mit dem "Kunden" fixiert wird? Zum Erscheinen an solchen Untersuchungen bin ich ja nach meinem derzeitigen Kenntnisstand durch die Meldepflicht sowieso schon verpflichtet. Und das SGB müßte doch eigentlich sowieso schon Vorschriften enthalten, die mich zum Mitmachen bei Untersuchungen verpflichten Damit wäre doch die neue Eingliederungsvereinbarung überflüssig und überhaupt nicht notwendig. Oder liege ich da falsch?


Aus diesem Grunde sehe ich zur Zeit nicht ein, wieso ich diese Eingliederungs-vereinbarung abschließen soll bzw. muß. Sie hat für mich nämlich den entscheidenden Nachteil, daß bei zukünftigen Differenzen mit meinem Vermittler über die Umsetzung der psychologischen Untersuchung sofort die 30 Prozent Alg2-Kürzungskeule herausgeholt wird! Und das wird mein Vermittler auch. Damit habe ich in der Vergangenheit böse Erfahrungen gemacht, die aber schlußendlich alle abgewehrt werden konnten. Und zwar aufgrund fundierter Informationen auch aus diesem Forum.


Auf der Tacheles-Hompage habe ich zu diesem Thema auf Seite 134 im downloadbaren Folien-Script zu SGB II von Harald Thomé gelesen:


----------------------- Zitatanfang ---------------->


Die Eingliederungsvereinbarung (Quelle S.134 der SGB II Folien von der Tacheles-Hompage)

Grundsätzlich besteht die Pflicht zum Abschluss der EinV

Mit jedem Hilfebedürftigen soll (= gebundenes Ermessen = Muss) eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen werden (§ 15 Abs. 1 S. 1 SGB II)
--> der Leistungsberechtigte wird unter Androhung von massiven Leistungskürzung (Wegfall des ALG II - Zuschlages, 30 % RL - Kürzung, 100 % g g g , g, Kürzung bei Unter 25-Jährigen) zum Abschluss der EinV gezwungen.

Ausgenommener Personenkreis

--> Alleinerziehenden § Abs Nr II (Alleinerziehenden, denen nach 10 Abs. 1 Nr. 3 SGB Gefährdung der Erziehung eines Kindes) eine Erwerbstätigkeit nicht zumutbar ist und die auf eigenen Wunsch keine EinV abschließen wollen
--> bei Pflege von Angehörigen, solange die Pflege die Aufnahme einer Tätigkeit verhindert
--> bei unklarem Erwerbsstatus
--> bei U'25ern U 25ern, die eine Schule in Vollzeit besuchen
--> Personen mit fester Einstellungszusage in den nächsten 8 Wochen (alle Ausnahmen aus DA 15.7)

<------------------------ Zitatende -----------------


Bei unklarem Erwerbsstatus ist der "Kunde" hiernach von der Verpflichtung zum Abschluß einer Eingliederungsvereinbarung ausgenommen.

Das formulierte Ziel in der vom Vermittler vorgeschlagenen neuen Eingliederungs-vereinbarung, nämlich Überprüfung der Erwerbsfähigkeit, bestätigt doch einen im Raum stehenden unklaren Erwerbsstatus meiner Person. Damit dürfe auch nach dem Script von Harald Thomé eigentlich keine Eingliederungsvereinbarung mit mir abgeschlossen werden bzw. ich könnte den Abschluß sanktionslos verweigern. Sehe ich das so richtig?


Ich würde mich freuen, wenn ich auf die angesprochene Problematik hilfreiche Antworten bekäme und bedanke mich schon mal im Voraus für eure Postings.

Vielleicht können auch Betroffene, die eine psychologische Untersuchung schon mitgemacht haben, mal schildern ob die Untersuchung harmlos ist oder wirklich gefährlich werden kann hinsichtlich Alg2-Bezug.

Grüße von Nonkonformist
Nonkonformist ist offline  
Alt 08.05.2009, 23:27   #2
Mobydick
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Wird der psychologische Dienst für einen Eignungstest eingeschaltet? D.h., hast du eine bestimmte Ausbildung beantragt, den die ARGE bezahlen soll und davor prüfen will, ob du dafür überhaupt geeignet bist?

Normalerweise ist ein Test nämlich Teil des Profilings, und das sollte vor Abschluss einer EGV erstellt sein. Dazu gibt es auch Urteile. Sollte es aber ein Eignungstest für eine Weiterbildung sein, kann es unter Umständen ganz nützlich sein, wenn du das unterschreibst. Der Test muss ja sowieso gemacht werden und mehr sieht die eGV ja gar nicht vor. Außerdem ist sie deswegen rechtswidrig, weil vor Abschluss der EGV deine Erwerbsfähigkeit festgestellt sein muss.
 
Alt 08.05.2009, 23:28   #3
Linkswaehler
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Linkswaehler
Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Der Text ist gelinde gesagt schwer überschaubar.

Die wollen Dich also zum Psychologen schicken. Da gibts jetzt zwei Möglichkeiten für Dein Verhalten, je nachdem was Du willst:
1. Du willst irgendwann nochmal arbeiten, dann präsentierst Du Dich möglichst normal.
2. Du willst Erwerbsunfähigkeit erzielen, dann machst Du auf Depression, schwer geschädigte Nerven, Burnout-Syndrom usw... Allerdings aufpassen das keine Zwangseinweisung daraus wird. Also keinesfalls von Selbstmord reden.
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Alt 09.05.2009, 00:18   #4
Nonkonformist
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Hi, sorry für das verwirrende Posting

Bin im Moment dabei, es nochmal besser zu posten, obwohl es beim ersten Mal bein editieren sehr gut aussah. Habe einen längeren Text im Editor geschrieben und dann einfach per copy und paste eingefügt. Wieso das jetzt so ein Durcheinander geworden ist, ist mir noch nicht klar.

Kann man das verunglückte posting vielleicht nochmal editieren und verbessern?
Nonkonformist ist offline  
Alt 09.05.2009, 01:10   #5
Mobydick
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Zitat von Nonkonformist Beitrag anzeigen
Hi, sorry für das verwirrende Posting

Bin im Moment dabei, es nochmal besser zu posten, obwohl es beim ersten Mal bein editieren sehr gut aussah. Habe einen längeren Text im Editor geschrieben und dann einfach per copy und paste eingefügt. Wieso das jetzt so ein Durcheinander geworden ist, ist mir noch nicht klar.

Kann man das verunglückte posting vielleicht nochmal editieren und verbessern?
Also ich hab es verstanden. Kannst du mir bitte die Fragen aus Posting 2 beantworten?
 
Alt 09.05.2009, 02:57   #6
Nonkonformist
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Nonkonformist Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Ausrufezeichen AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

@all
Mittlerweile habe ich mein komplettes Postung korrigiert und es ist jetzt vollständig und lesbar !
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@Mobydick
ich habe weder eine Ausbildung beantragt, noch dient die psychologische Untersuchung für einen Eignungstest. So wie ich das sehe, will mich mein Vermittler los werden. Er hofft wohl, daß ihm ein entsprechendes Ergebnis bei der psychologischen Untersuchung dafür die Rechtfertigung liefert.
Die 2 Jahre Umgang mit mir als Alg2-Bezieher reichen ihm anscheinend.
Nonkonformist ist offline  
Alt 09.05.2009, 03:37   #7
en Jordi
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Wenn der Amtsarzt dich bereits als arbeitsfähig eingestuft hat, warum sollte der Psychologische Dienst dann anders entscheiden?

Da wird auch nichts über deinen Kopf hinweg entschieden. Vielmehr ist der Sinn der Sache mit einem Test herauszufinden, für welche Berufe Einschränkungen vorliegen. Je nach deiner Vorgeschichte werden da Tests zu Logik, Konzentrationsfähigkeit, Sprachverständnis etc. gemacht und du wirst mit einem Psychologen über deine Situation sprechen.

In die Sozialhilfe kann man dich nicht so einfach abschieden, es sei denn, du stimmst zu. Der SB hat auf das ganze Verfahren keinen Einfluss. Er wird lediglich später ein Gutachten bekommen, dass er vermutlich ohnehin nicht verstehen wird , weshalb du vielleicht auf die Anwesenheit des Gutachters bei der Nachbesprechung bestehen solltest.

Bevor sie dich in die SH abschieben können, müsstest du auch zumindest eine erfolglose berufliche Reha durchlaufen haben.
 
Alt 09.05.2009, 15:38   #8
Dora->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 12.02.2007
Beiträge: 873
Dora
Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Zitat von Nonkonformist Beitrag anzeigen
Das formulierte Ziel in der vom Vermittler vorgeschlagenen neuen Eingliederungs-vereinbarung, nämlich Überprüfung der Erwerbsfähigkeit, bestätigt doch einen im Raum stehenden unklaren Erwerbsstatus meiner Person. Damit dürfe auch nach dem Script von Harald Thomé eigentlich keine Eingliederungsvereinbarung mit mir abgeschlossen werden bzw. ich könnte den Abschluß sanktionslos verweigern. Sehe ich das so richtig?


Ich würde mich freuen, wenn ich auf die angesprochene Problematik hilfreiche Antworten bekäme und bedanke mich schon mal im Voraus für eure Postings.

Vielleicht können auch Betroffene, die eine psychologische Untersuchung schon mitgemacht haben, mal schildern ob die Untersuchung harmlos ist oder wirklich gefährlich werden kann hinsichtlich Alg2-Bezug.

Grüße von Nonkonformist
Hallo Nonkonformist,

das siehst du richtig. Da einige Mitglieder unserer Ini und ich schon seit Jahren regelmäßig und fast täglich in einigen ARGEn als Beistand unterwegs sind und bisher noch nie eine EGV angenommen haben, kann ich dir grundsätzlich nicht zum Abschluss einer EGV raten.

Wir leisten unseren Mitgliedern aber auch erfolgreich Beistand z. B. zum Medizinischen Dienst. Auch für das Einschalten des Medizinischen Dienstes ist eine EGV meiner Meinung nach nicht nur nicht erforderlich, sondern rechtswidrig.

Beistand hat sich auch beim Medizinischen Dienst als sinnvoll erwiesen für unsere Mitglieder. Wie zu Terminen bei der ARGE bereitet sich der Beistand mit dem Betroffenen auch hier gründlich vor. Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass du zielgerichtet vorgehst und dem, was du vorträgst und auf Fragen antwortest die erforderliche Beachtung entgegengebracht wird.

Gruß
Dora
.
Dora ist offline  
Alt 09.05.2009, 16:57   #9
Mobydick
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Zitat von Nonkonformist Beitrag anzeigen
@all
Mittlerweile habe ich mein komplettes Postung korrigiert und es ist jetzt vollständig und lesbar !
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@Mobydick
ich habe weder eine Ausbildung beantragt, noch dient die psychologische Untersuchung für einen Eignungstest. So wie ich das sehe, will mich mein Vermittler los werden. Er hofft wohl, daß ihm ein entsprechendes Ergebnis bei der psychologischen Untersuchung dafür die Rechtfertigung liefert.
Die 2 Jahre Umgang mit mir als Alg2-Bezieher reichen ihm anscheinend.

Dann will dein SB sich durch deine Unterschrift unter der EGV damit absichern, dass du dort "freiwillig" hingehst.

Kannst dir vorstellen dass einen "Eingliederungsvereinbarung" das Ziel hat, dich zu integrieren. D.h., es ist ein Vorstellung, wie man dich in Arbeit bringen kann. DA hat der psychologische Dienst nichts darin zu suchen. Ich würde diese EGV direkt ablehnen, da der Inhalt nicht dem vorgegebenen Inhalt aus § 15 SGB II noch deren Dienstanweisungen, die sich auf deren Homepage befinden, entspricht. Ich würde hier ganz einfach schriftlich antworten, damit das auch in der Akte ist und dir keiner "Weigerung" vorwerfen kann, und zwar würde ich folgendes Antworten:

Ihr Eingliederungsvereinbarungstext vom....

Leider kann ich diesen Text nicht unterschreiben, denn der Inhalt entspricht weder § 15 SGB II noch Ihren Dienstanweisungen auf Ihrer Homepage. In diesem Zusammenhang zitiere ich das Urteil des Hessischen Landessozialgerichtes L 7 AS 251/08 B ER und L 7 AS 252/08 B ER 17.10.2008: " Die Prüfung der Erwerbsfähigkeit ist nicht tauglicher Regelungsgegenstand einer Eingliederungsvereinbarung. Eine mit einem Hilfebedürftigen, dessen Erwerbsfähigkeit zweifelhaft ist, geschlossene Eingliederungsvereinbarung ist nichtig." Der Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung mit einem Hilfebedürftigen mit fraglicher Erwerbsfähigkeit verstößt gegen den elementaren Leistungsgrundsatz des § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB II und ist daher gem. § 58 SGB X i.V.m. § 134 BGB nichtig (so auch Sonnhoff in: Juris-PK SGB II, § 15 Rz. 85.1, 115.1)."

§ 15 SGB II besagt, dass die Eingliederungsvereinbarung nur mit "erwerbslosen Hilfebedürftigen" abgeschlossen werden soll. Daraus kann geschlossen werden, dass der Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung die Erwerbsfähigkeit voraussetzt.



Mit freundlichen Grüßen



Gebe das bitte nachweislich ab, denn sonst wollen die das nicht erhalten haben.



Es ist anzunehmen, dass die dich danach zu diesem psychologischen Test zuweisen. Dagegen wirst du dich nicht wehren können und wirst hingehen müssen. Aber zumindest bist du nicht "freiwillig" hingegangen. Und unterschreibe bitte nicht die Schweigepflicht im voraus!!! Dann muss man das Ergebnis des Test an dich (und nicht an deine SB) schicken. Unterschreibe sie erst, wenn du den Befund gesehen hast. Es stellt sich die Frage, ob du die Schweigepflichtsentbindung überhaupt unterschreiben musst. Schließlich dient dieser Test ja nicht deinem Wohl.


Du hast noch eine weitere Möglichkeit, die mir hier sogar mühseliger aber sinnvoller erscheint: Reagiere bitte überhaupt nicht. Dann schicken die dir das per EGV per Verwaltungsakt oder sonst einer Zuweisung. Bei einer Zuweisung wirst du zum Psychol. Dienst hingehen müssen. Bei einer EGV per VA machst du einfach gar nichts. Lässt jeden Termin sausen. Kommt eine Sanktion wegen "Nicht Nachkommen der Pflichten aus der EGV per Verwaltungsakt", holst du dir einen Beratungsschein, gehst zum Fachanwalt für Sozialrecht und der klagt das im Eilverfahren unter Zitat des obigen Urteils im Eilverfahren ein (dauert ca. 1 Monat). Die ARGE muss dann alle Kosten übernehmen (auch die 10 Euros, die der Anwalt kostete) und du hast das richtig auf die lange Bank geschoben.

Wenn du Schwierigkeiten mit Beratungsschein und Anwalt hast, (d.h., keinen bekommst), dann melde dich hier im Forum. Da können wir auch weiterhelfen. Es ist nicht so schwer diese Klage zu schreiben.
 
Alt 09.05.2009, 16:58   #10
Nonkonformist
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Nonkonformist Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Besten dank für die bisberigen Antworten!

Ich bin genau der gleichen Meinung, wie "Mobydick" sie in seinem ersten Postung geschrieben hat Die EGV ist rechtswidrig.
Die Prisfrage ist jetzt nur noch, was ich mit dieser EGV am Montag im Termin mache?

Möglichkeit a)
Unterschrift verweigern mit Hinweis auf die Rechtswidrigkeit, Verhandlungen anbieten und gucken, was passiert oder

Möglichkeit b)
ich unterschreibe. Dies hätte dann zur Folge, daß mein Vermittler über das ==Erscheinen== (Erfüllung der Meldepflicht) hinaus auch eine ==aktive Teilnahme== an der psychologischen Untersuchung erwarten könnte. Denn es wäre ja so in der EGV zwischen mir und der Arge schriftlich vereinbart. Sollte es dann Probleme mit meiner ==aktiven Teilnahme== geben, käme postwendend die Alg2-Kürzung von 30 Prozent ins Haus geflattert und wenn es schlecht läuft noch weitere Kürzungen.
Die psychologische Untersuchung selber dürfte für mich wohl kein "Problem" darstellen. Darum kann mich mein Vermittler gerne freundlich bitten. Ich möchte lediglich vermeiden, daß sie in der EGV steht und bei Problemen das Alg2 in den Keller gefahren wird. Bei angeblichen Verstößen gegen den Inhalt der EGV ist mein Vermittler nämlich in Sachen Sanktionen voll motiviert.

Gruß von Nonkonformist
Nonkonformist ist offline  
Alt 09.05.2009, 17:12   #11
Mobydick
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Zitat von Nonkonformist Beitrag anzeigen
Besten dank für die bisberigen Antworten!

Ich bin genau der gleichen Meinung, wie "Mobydick" sie in seinem ersten Postung geschrieben hat Die EGV ist rechtswidrig.
Die Prisfrage ist jetzt nur noch, was ich mit dieser EGV am Montag im Termin mache?

Möglichkeit a)
Unterschrift verweigern mit Hinweis auf die Rechtswidrigkeit, Verhandlungen anbieten und gucken, was passiert oder

Möglichkeit b)
ich unterschreibe. Dies hätte dann zur Folge, daß mein Vermittler über das ==Erscheinen== (Erfüllung der Meldepflicht) hinaus auch eine ==aktive Teilnahme== an der psychologischen Untersuchung erwarten könnte. Denn es wäre ja so in der EGV zwischen mir und der Arge schriftlich vereinbart. Sollte es dann Probleme mit meiner ==aktiven Teilnahme== geben, käme postwendend die Alg2-Kürzung von 30 Prozent ins Haus geflattert und wenn es schlecht läuft noch weitere Kürzungen.
Die psychologische Untersuchung selber dürfte für mich wohl kein "Problem" darstellen. Darum kann mich mein Vermittler gerne freundlich bitten. Ich möchte lediglich vermeiden, daß sie in der EGV steht und bei Problemen das Alg2 in den Keller gefahren wird. Bei angeblichen Verstößen gegen den Inhalt der EGV ist mein Vermittler nämlich in Sachen Sanktionen voll motiviert.

Gruß von Nonkonformist

Wenn du dir keine Sanktion leisten kannst, dann gebe das Briefchen am Montag ab.

Wenn du dir eine mögliche Kürzung von 105 Euros für ca. 4 Wochen leisten kannst, die du aber im nachhinen zurückbekommst, dann gehe zum Termin und sage: "Ich verweigere die Unterschrift". Und gibst keine weitere Erklärung dazu; einfach so, weil ja. Dann bekommst du die EGV per VA, hast ein paar Umstände mit Widerspruch und Klage (wenn alle Stricke mit dem Anwalt reißen machen wir das hier im Forum) und schiebst alles auf die lange Bank.
 
Alt 05.07.2009, 06:38   #12
Nonkonformist
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Nonkonformist Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Daumen hoch AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Hallo Forum-Leser,

Diese Nachricht schreibe ich als Info, wie die Sache vorläufig ausgegangen ist.
Besten Dank an alle, die geantwortet haben.

Ich habe ein Schreiben aufgesetzt und im Termin beim Vermittler gegen Stempel und Unterschrift abgegeben.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Aufbau des Schreibens:

1. Feststellung, daß ich nicht am Inhalt der EGV beteiligt wurde.
2. Feststellung, daß die EGV unrechtmäßige Forderungen und unzulässige Eintragungen enthält.
3. Anbringen des Textvorschlags von "Mobydick" bezüglich Überprüfung der Erwerbsfähigkeit:

>>> Leider kann ich diesen Text nicht unterschreiben, denn der Inhalt entspricht weder § 15 SGB II noch Ihren Dienstanweisungen auf Ihrer Homepage. In diesem Zusammenhang zitiere ich das Urteil des Hessischen Landessozialgerichtes L 7 AS 251/08 B ER und L 7 AS 252/08 B ER 17.10.2008: "Die Prüfung der Erwerbsfähigkeit ist nicht tauglicher Regelungsgegenstand einer Eingliederungsvereinbarung. Eine mit einem Hilfebedürftigen, dessen Erwerbsfähigkeit zweifelhaft ist, geschlossene Eingliederungs-verein-barung ist nichtig." Der Abschluss einer Eingliederungs-vereinbarung mit einem Hilfebedürftigen mit fraglicher Erwerbsfähigkeit verstößt gegen den elementaren Leistungsgrundsatz des § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB II und ist daher gem. § 58 SGB X i.V.m. § 134 BGB nichtig (so auch Sonnhoff in: Juris-PK SGB II, § 15 Rz. 85.1, 115.1).
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4. Feststellung, daß wir uns in der Verhandlungsphase befinden.
5. Erklärung der Bereitschaft meinerseits, eine zulässige und klare EGV im gegenseitigen Einvernehmen zu unterschreiben.
-----------------------------------------------------------------------------------------------

An dieser Stelle besonderen Dank an "Mobydick" für den fundierten Formulierungsvorschlag !!

Als sich mein Vermittler das Schreiben durchlas, verlor er die Fassung und wurde ausfallend. Sonderbarerweise wollte er dann doch tatsächlich noch die in meinem Besitz befindliche EGV-Ausfertigung zurück haben. (Wieso das denn? Einen Verdacht habe ich ja! Aber da ich die EGV sicherheitshalber kopiert hatte, habe ich sie ihm dann überlasen.)
Schlußendlich kündigte der Vermittler einen Verwaltungsakt und eine neue schriftliche Einladung an.

Seitdem herrscht allerdings - und wie ich meine auch richtigerweise - von Seiten der ARGE Funkstille.

Gruß von Nonkonformist
Nonkonformist ist offline  
Alt 05.07.2009, 12:42   #13
Mobydick
Gast
 
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Super! Der wusste ganz genau, dass die EGV nicht zulässig ist und wollte alle Belege dafür vernichten. Deshalb solltest du sie ihm zurückgeben.

Jetzt warte mal ab, wie die weiter vorgehen.
 
Alt 05.07.2009, 17:36   #14
jane doe
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Registriert seit: 16.06.2005
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jane doe
Standard alles immer zu den akten nehmen!

ich hätte nichts zurückgegeben. warum auch.
jane doe ist offline  
Alt 05.07.2009, 18:33   #15
Mobydick
Gast
 
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Standard AW: EGV Ziel: Prüfung der Erwerbsfähigkeit + Vorstellung psychologischer Dienst ????

Zitat von Mobydick Beitrag anzeigen
Super! Der wusste ganz genau, dass die EGV nicht zulässig ist und wollte alle Belege dafür vernichten. Deshalb solltest du sie ihm zurückgeben.

Jetzt warte mal ab, wie die weiter vorgehen.
Sorry, natürlich "nicht" zurückgegeben.
 
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