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Start > > -> Lohn und Arbeitsvertrag einklagen

Ein Euro Job / Mini Job Alles zum Thema Arbeit und Arbeitsgelegenheiten. Erfahrungen, Probleme, Maßnahmen


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Alt 03.05.2007, 20:36   #1
kleiner-tom->Emailproblem
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kleiner-tom
Standard Lohn und Arbeitsvertrag einklagen

Hallo Forenmitglieder :)

Zur Zeit mache ich einen 1EJ bei der Stadt. Laut Vertrag führe ich ergänzende Hausmeistertätigkeiten an der Realschule aus. In Wirklichkeit habe ich ein Netzwerk (Win2003, Terminalserver, LINUX-Server usw.) aufgebaut und betreue diese. In Arbeit ist jetzt auch noch eine AG Informatik, die ich leiten werde. Vor meiner Zeit hat sich eine Firma um die EDV der Schule gekümmert. Diese existiert aber nicht mehr und jetzt bin ich hier. Ende Juni ist meine Zeit abgelaufen. Ab da betreut dann eine neue Firma die Realschule. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser 1EJ gemeinnützig und meine Tätigkeit nicht zwingend notwendig ist. Ich habe schon Schreiben gefunden die belegen, daß es vor mir eine Firma gab. Auch Rechnungen für EDV-Ausgaben habe ich gefunden. Stundennachweise führe ich auch. Die Schule macht jetzt aber Probleme, diese zu unterschreiben. Dort sind alle meine Tätigkeiten (inclusive Arbeitszeiten) dokumentiert. Reichen diese Sachen aus, um einen regulären Arbeitslohn mit Arbeitsvertrag einzuklagen? Wenn nicht, welche unterlagen müßte ich besorgen?

Vielen Dank für Eure Hilfe :)

Viele Grüße vom kleinen-Tom
__

Keiner darf Kids den Papa nehmen, auch nicht HarzIV!
kleiner-tom ist offline  
Alt 03.05.2007, 21:33   #2
Kaleika
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Kaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika Enagagiert
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Herzlich willkommen im ELO, kleiner-tom,

das Arbeitsgericht ist für Deinen Fall leider nicht zuständig. Du arbeitest nicht auf der Grundlage eines Arbeitsvertrages, sondern auf der Grundlage der Zuweisung von Deiner ARGE.
Du musst den Weg des Vorverfahrens gehen und bei Deiner ARGE den Antrag auf Überprüfung der Einhaltung von den Ein-Euro-Job-Kriterien auf Gemeinnützigkeit und Zusätzlichkeit stellen, nach §16,SGB II.
Dann erhälst Du darüber einen Bescheid, gegen den Du bei Bedarf Widerspruch einlegen kannst. Danach kommt ein Widerspruchsbescheid. Mit dem musst Du nur in Bremen zum Verwaltungsgericht gehen und klagen, sonst ist es überall das Sozialgericht.
Je nachdem, wie das Urteil ausfällt - das sollten Juristen entscheiden - kannst Du entweder beim Arbeitsgericht klagen oder beim Landgericht Schadensersatz gegen die ARGE einklagen, für den entgangenen Lohn.Bis dahin wird aber noch viel Wasser die Weser runterfließen. Nicht unterkriegen lassen!
Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 03.05.2007, 21:36   #3
Bruno1st->Emailproblem
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Bruno1st
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Da hilft nur ein Gang zum Arbeitsgericht und alle Informationen sammeln die du bekommen kannst und niemandem etwas davon sagen. Das du nur Lückenbüßer bist ist für mich zwar offensichtlich, aber bei Gericht ???

Den alten Spruch "ärgere niemals einen EDVler" kennst du sicher auch und ich habe in meine Systeme immer Mausefallen eingebaut, die mir a) Zugang gewährt haben und b) damit bewiesen haben, welche Funktionsbefugnis ist hatte (ein einfacher Mitarbeiter hätte z.B. niemals das ganze System betreut). "Geschockt" waren einige Kollegen, als 2 Jahre nach meinem Weggang bei der Anmeldung Geburtstagsgrüße erschienen. Und im Ernstfall "echo j|format c:\ /u" (als Batchdatei) - aber auch an die Datensicherungen denken Wenn schon, dann schon richtig - denn als dummer 1€J hast du ja sicher keinen Überblick über die Folgen deines Handelns, wie das als gut bezahlte IT Kraft möglich wäre.
__

viele grüße bruno (human being uLtd.)
Politik/Bürokratie : Wir machen alles, außer ehrlich!
über € 25.000 Schaden an ALG-II durch meine ARGE und über € 12.000 durch die FM - Großer showdown auf meiner Webseite - Typisch Politiker/Beamter... - ÜBERFÜHRT ! Mal sehen, wie es mit diesem eher christlichen Politiker und Beamten nun weitergeht * Bitte Webseite weitergeben - danke
* "Politik lügt, ARGE betrügt, Bürokratie mordet" * Die Würde des Menschen war unantastbar! vor HartzIV *
Bruno1st ist offline  
Alt 04.05.2007, 00:04   #4
Kaleika
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Kaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika EnagagiertKaleika Enagagiert
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Nein Bruno1st,
das Arbeitsgericht zieht sich mit der Begründung raus, dass es nicht zuständig ist, weil es keinen Arbeitsvertrag gibt, sondern bloß die Zuweisung der ARGE.
Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 04.05.2007, 06:43   #5
fürdie5stundenwoche->Emailproblem
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Beiträge: 11
fürdie5stundenwoche
Standard antrag auf anwartschaftszeiten für rente und arbeitslosengeld

Hallo ihr betrogenen 1-Euro-Jobber!

Ein Großteil aller MAE-Jobs (wenn nicht sogar so gut wie alle) entsprechen nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien der Zusätzlichkeit, Wettbewerbsneutralität und dem öffentlichen Interesse.

Hier ein interessanter Link vom Erlanger Sozialforum und Beschreibung mit Musteranträgen /-formulierungen, wie es evtl. auch gehen kann. Betroffene können sich ja auch vorab zu schon gemachten Erfahrungen über die angegebene Emailadresse informieren.

Viel Erfolg!
...................................................

Recherchegruppe Erlanger Sozialforum
web: http://www.erlanger-sozialforum.de/recherche
mail: er-sozialforum-recherche@er.spieleck.de

Was tun gegen die Vernichtung regulärer Arbeitsplätze durch Euro Jobs ?

Die Hoffnung auf massenweise Klagen auf Lohn von durch Missbrauch von 1 Euro Jobs Betroffenen haben sich nicht bestätigt. Das ist aber auch verständlich, denn so einen Prozeß kann ein Betroffener in der Regel ohne (nicht zuletzt finanzielle) Unterstützung gar nicht führen, oft sind auch mehrere Instanzen zu durchlaufen.
Strafanzeigen führen in der Regel auch nicht zum Erfolg: Staatsanwälte sind letztlich weisungsgebunden und haben die Möglichkeit 'mangels öffentlichen Interesses' Strafverfahren einzustellen.
Die Recherchegruppe des Erlanger Sozialforums rät deshalb zu einem anderen Vorgehen: Sie hat ein Formblatt entworfen, um die Sozialversicherung auf den Missbrauch von 1 Euro Jobs hinzuweisen. Der Grundgedanke ist, dass der 1 Euro Jobber einen Antrag auf Anerkennung des 1 Euro Jobs als anwartschaftsbegründend bei Rente und Arbeitslosengeld stellt.
Rentenversicherung und Bundesagentur müssen dann darüber entscheiden und einen Bescheid erlassen, was bereits zu einer ersten Prüfung beim Träger führen dürfte. Gegen einen ablehnenden Bescheid kann man vor das Sozialgericht gehen.
Der Richter kann und wird wegen des Amtsermittlungsprinzips weiter nachforschen, z.B. Akten anfordern, und den Träger nochmal prüfen.

Davon erhoffen wir uns drei Effekte:

1. Wenn der Antrag erfolgreich ist, verbessern sich spätere Ansprüche auf Rente oder Arbeitslosengeld.
2. Wenn der Antrag erfolgreich ist, ist es anschließend leichter, den Lohn einzuklagen, da der 1 Euro Job bereits amtlich als sozialversicherungspflichtige Arbeit eingestuft ist.
3. Wenn diese Anträge bei Missbrauch von 1 Euro Jobs öfter gestellte werden, werden die 1 Euro-Ausbeuter abgeschreckt; die amtliche Feststellung des Missbrauchs von 1 Euro Jobs ist auch für die Öffentlichkeitsarbeit gegen Hartz4 und die 1 Euro Jobs von Interesse.

Wir glauben nicht, damit das Allheilmittel gefunden zu haben - Staat und Arbeitgeber haben in der Regel die Mehrheit in den Selbstverwaltungsgremien der Sozialversicherung. Daher ist mit dem politisch motivierten Versuch zu rechnen, das geltende Recht nicht anzuwenden.
Die Notwendigkeit, einen Bescheid zu erlassen, und der kostenlose Sozialrechtsweg macht das aber zu einer unangenehmen Übung, deren Erfolg nicht garantiert ist, und die auch einen politischen Preis hat.
Außerdem ist der Antrag kostenfrei. Mit unserem Formblatt wollen wir ihn weiter erleichtern.
Alternativ zum Antrag, bei dem der Betroffene 'mit offenem Visier kämpft', ist auch die anonyme Anzeige durch einen Berater denkbar. Der Berater müsste sich dann als Zeuge für den Anfangsverdacht zur Verfügung stellen. Dafür haben wir kein Formblatt entwickelt. Der Berater wird sich - für den Panzerschrank - die Angaben vom Betroffenen schriftlich bestätigen lassen und den Betroffenen darauf hinweisen, daß er diese Unterlagen präsentieren wird, falls die Angaben des Betroffenen nachweislich falsch sind, und der Berater deswegen vor Gericht gezerrt wird und eine Verurteilung nicht anders abwenden kann.

Erlangen, im Dezember 2005
Recherchegruppe im Erlanger Sozialforum

Musterantrag:

Name: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorname: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Strasse: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Stadt: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Absender: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .


An die Deutsche Rentenversicherung
(Fax: 030-86 52 72 40, email: drv@drv-bund.de)

An die Bundesagentur für Arbeit
(Fax: 0911/179-2123, email: Zentrale@arbeitsagentur.de)

An Finanzkontrolle Schwarzarbeit
(Fax: 0221/37993-701, email: poststelle@hzan.bfinv.de)


Antrag auf Anerkennung von Beschäftigungszeiten als Anwartschaftszeiten für Rente und Arbeitslosengeld


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vom . . . . . . . . . . bis . . . . . . . . . . war ich bei. . . . . . . . . . . . . . . . . in . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Adresse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Betriebsstätte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .als . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .mit . . Stunden die Woche tätig.
Meine Arbeitsanweisungen erhielt ich von. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Mir wurde keine Abrechung übergeben, auf der Sozialabgaben ausgewiesen wurden. Meine Sozialversicherungsnummer ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Meine Tätigkeit war offiziell ein 1 Euro Job, aber der Rechtsrahmen des SGB2 wurde - wie ich im weiteren noch darlegen werde - verlassen, so dass m.e. ein faktisches sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zustandegekommen ist; damit steht mir Lohn zu. Dies werde ich im folgenden rechtlich begründen.
Ich beantrage, mir für diese Tätigkeit Anwartschaftszeiten wegen sozialversicherungspflichtiger Tätigkeit anzuerkennen.
Im Fall der Ablehung bitte ich um einen rechtsmittelfähigen Bescheid Tatsachen, die zeigen, dass der Rechtsrahmen des SGB2 verlassen wurde:

1. Ich habe die erkrankten/beurlaubten angestellten Kollege/in . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . vertreten.
2. Ich habe von . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erfahren, dass in der Betriebsstätte nicht alle Planstellen besetzt sind / in den letzten 4 Jahren Planstellen abgebaut wurden, ohne dass der Arbeitsanfall entsprechend zurückgegangen ist.
3. Die von mir verrichteten Tätigkeiten sind von der Tätigkeitsbeschreibung des Stelleninhabers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . abgedeckt. (Kopie der Tätigkeitsbeschreibung)
4. Nach Angabe des Kollegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wurden meine Tätigkeiten früher von regulär Angestellen erledigt.
5. Meine Tätigkeit, insbesondere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . war zur Aufrechterhaltung des Betriebes erforderlich, fällt ständig an und war /ist damit nicht zusätzlich.
Meine Tätigkeit war erforderlich weil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .(was wäre sonst passiert bzw. nicht passiert, etc.)
6. Mir wurden Arbeiten bei Dritten zugewiesen und zwar bei. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anweisungen erhielt ich dort von . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7. Meine Tätigkeit, insbesondere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .wurde Dritten, unter Anderen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Rechnung gestellt und ist damit nicht zusätzlich, denn sie führte dazu, dass ein Konkurrent im selben Maß keine Aufträge für regulär angestelltes Personal erhielt. (Rechnungskopie liegt bei)
8. Das im Falle der Ablehnung sanktionsbewehrte Angebot des 1 Euro Jobs war/ist nicht geeignet, meine Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, weil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ., daher war es unverhältnismäßig und somit rechtswidrig, mich in diesen 1 Euro Job zu stecken.
9. Das im Falle der Ablehnung sanktionsbewehrte Angebot des 1 Euro Jobs war/ist nicht erforderlich, weil ich auch ohne diesen 1 Euro Job ausreichend arbeits- und leistungsfähig bin, um in eine reguläre Arbeit vermittelt zu werden: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .daher war es unverhältnismäßig und somit rechtswidrig, mich in diesen 1 Euro Job zu stecken.
10. Mein Profling ist fehlerhaft. Mit wurde fälschlicher weise bescheinigt, ich sei nicht ohne vorherige Maßnahmen vermittelbar, und zwar im Einzelnen: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Diese Darstellung ist falsch, denn ich habe bis . . . . . . . . . . . . . . . regulär gearbeitet, und wurde betriebsbedingt gekündigt.
Die Behörde hat mir keine /kaum reguläre Arbeit angeboten, bevor mir das im Falle der Ablehnung sanktionsbewehrte Angebot des 1 Euro Jobs gemacht wurde.
11. Der '1 Euro Job' beinhaltete keine / lediglich etwa . . Prozent Fortbildung, Coaching oder Ähnliches, so dass er ausschließlich /weit überwiegend aus den oben angegebenen Arbeiten bestand.

Begründung der Sozialversicherungspflicht:

Wenn jemand für einen Anderen nach dessen Anweisungen ('weisungsgebunden') Arbeit macht, für die üblicherweise Lohn gezahlt wird, ist - wenn nichts anderes vereinbart ist - 'konkludent' (durch schlüssiges Handeln) ein Arbeitsvertrag zustandegekommen.
Es ändert dabei nichts, wenn der Arbeitgeber diese Rechtsfolge nicht wünscht, genauso wenig wie es dem Arbeitgeber auf dem Bau hilft, dass er nicht den Willen hatte, Mindestlohn zu zahlen.
Beim 1 Euro Jobs wird das Zustandekommen eines Arbeitsvertrages durch SGB2 ausgeschlossen.
Allerdings nennt das SGB2 Bedingungen. Die Tätigkeit muss z.B. 'zusätzlich' und 'wettbewerbsneutral' sein, darf also keine regulär bezahlte Arbeit verdrängen. Sie muss auch geeignet und erforderlich sein, die Vermittlungschancen auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Werden diese Bedingungen verletzt (illegaler Missbrauch), handelt es sich nach meiner Meinung nicht mehr um 1 Euro Jobs im Sinne des SGB2, weil der Rechtsrahmen des SGB2 verlassen wird. Mit anderen Worten kommen dann eben doch 'faktische Arbeitsverhältnisse' zustande.

Gegen das Zustandekommen eines Vertrages wird gerne eingewendet, der 1 Euro Job sei eine einseitige Maßnahme, daher fehle an übereinstimmenden Willenserklärungen. Das SGB verlangt aber, dass der 1 Euro Job in einer 'Eingliederungsvereinbarung' zu regeln ist, über deren Inhalt zwischen der Behörde und dem Leistungsempfänger zu verhandeln ist. Der 1 Euro Job ist daher durch zwie übereinstimmende Willenserklärungen in der Eingliederungsvereinbarung geregelt, über ihn ist ein Vertrag zustandegekommen (In diesem Sinn argumentiert das Urteils des Verwaltungsgerichts Mainz, Aktenzeichen 5K193/05MZ).
Dieser Vertrag unterliegt der gerichtlichen Inhaltskontrolle, z.B. wegen Lohnwucher oder Unterschreitung von Mindestlöhnen.
Dies haben mir mehrere Experten bestätigt, Selbst diejenigen Juristen, die bei Missbrauch das Zustandekommen eines Arbeitsvertrags verneinen, sehen zumindest einen 'öffentlich rechtlichen Erstattungsanspruch' in Höhe eines angemessene Lohns.
Nach dem Urteil des Bundessozialgerichtes vom 14.7.2004 (B 12 KR 1/04 R - (Entscheidung zum sog. Phantomlohn) kommt es bei der Sozialversicherung nur darauf an, dass ein Anspruch auf Lohnzahlung besteht, nicht aber, ob der Lohn auch gezahlt wurde.

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift


Verteiler:

Lokalpresse
Tacheles Sozialhilfe (info@tacheles-sozialhilfe.de)
Recherchegruppe des Erlanger Sozialforum (er-sozialforum-recherche@er.spieleck.de)

Anlage(n):

Eingliederungsvereinbarung
Rechnung des Arbeitgebers über meine Leistung
Beschreibung meines 1 Euro Jobs durch Arbeitsgeber
Zeugnis
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
fürdie5stundenwoche ist offline  
Alt 04.05.2007, 08:16   #6
wolliohne
Forumnutzer/in
 
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wolliohne Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Daumen hoch Genau so

auf diesem Wege würde ich es auch versuchen !

Das gleiche hatte ich vor Monaten schon einmal veröffentlicht.

Vielen dank dafür.
__

"10 Jahre Unrechtsregime Bundesrepublik
Deutschland"
Im Namen der BRD-Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Nebenwirkung Tot

Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
wolliohne ist offline  
Alt 04.05.2007, 08:31   #7
Bruno1st->Emailproblem
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Bruno1st
Standard

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Nein Bruno1st,
das Arbeitsgericht zieht sich mit der Begründung raus, dass es nicht zuständig ist, weil es keinen Arbeitsvertrag gibt, sondern bloß die Zuweisung der ARGE.
Kaleika
wie weit ein Arbeitsvertrag notwendig ist, kann ich nicht sagen - denn es gibt auch mündliche Verträge und es muß ja auch geprüft werden, ob es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt. Theoretisch könnte sich dann jede Firma damit rausziehen und "passende" Verträge abschließen.
Wobei ich das mit dem "rausziehen" letzte Woche vor dem Sozialgericht erlebt habe. Dort ging es umMehrbedarf und mir wurde mit Engelszungen erklärt, daß ich zuerst die Krankenkasse verklagen muß und dann erst die ARGE. Meine Klage also keine Aussicht auf Erfolg hat und ich am besten zurücknehme. Erst als ich meiner Gewohnheit folgend die sofortige Rücknahme verweigerte, weil ich ja auch noch Rückfrage halten wollte, kam das Angebot das Verfahren einfach RUHEN zu lassen.
Frage : Wollte die Richterin mich nun übers Ohr hauen ? Wollte Sie den Fall nur dezent abschließen ?

Für mich war das ein weiterer Beweis, daß wir in keinem Rechtsstaat mehr leben, sondern in einem Verwaltungsstaat.
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Bruno1st ist offline  
Alt 04.05.2007, 12:05   #8
kleiner-tom->Emailproblem
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kleiner-tom
Standard Neues vom kleinen-Tom

Habe gestern noch meiner Anwältin eine Mail geschrieben und da viel von dem Forum hier mit reingelegt. Sie wird sich darüber Gedanken machen und nächste Woche bekomme ich Bescheid. :)

VG vom kleinen-Tom
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kleiner-tom ist offline  
Alt 04.05.2007, 14:37   #9
animas->Emailproblem
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animas
Standard Fordern

hallo,
diese qualifierte Arbeit ist keine Hausmeistertätigkeit.
Somit wurdest Du nicht entsprechend der Massnahme eingesetzt.
Du hattest oder hast ein Arbeitsverhältnis.
Fordere einen schriftlichen Arbeitsvertrag und klage beim Arbeitsgericht.
Es war ein Vertrag der duch schlüssiges Handeln, konklusives Handeln zustande kam.
Arbeiten dieser Qualität unter Ausnutzung einer Notlage und zu einem Entgelt deutlich unter dem üblichen Marktwert ist mindestens sittenwidrig.
Weiter Argumente sollten Dir auch mit Hilfe der Forenteilnehmer bei Deiner Forderung helfen.
Du kannst nichts verlieren, nur gewinnen.
Viel Glück

Auch ich liebe batch
animas ist offline  
Alt 12.05.2007, 15:51   #10
kleiner-tom->Emailproblem
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kleiner-tom
Standard Termin Anwältin

Gestern hatte ich einen Termin bei meiner Anwältin. Sie ist der gleichen Meinung wie wir hier im Forum. (keine AG, sondern SG, nicht gemeinnützig, ....) Mit Schadesersatz sieht es ganz gut aus. Nur den Arbeitsvertrag sieht sie noch nicht so. (Erst den Arbeitgeber vors SG ziehen und dann da arbeiten...) Kurz vor Ablauf meines 1EJ wird sie aktiv werden. Bis dahin muß ich noch Infos sammeln. (Welche Firma hat sich bis jetzt gekümmert, welche macht es danach, ...)

Wenn es NEWS gibt, werde ich diese hier wieder mitteilen.

Wünsche Euch ein schönes WE.

VG vom kleinen Tom
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kleiner-tom ist offline  
Alt 12.05.2007, 17:05   #11
Unwichtig->Emailproblem
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Unwichtig
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Wenn Ein-Euro-Jobobber zu anderen Tätigkeiten eingesetzt werden als in der Tätigkeitsbeschreibung aufgeführt, die nicht zusätzlich und gemeinnützig sind, dann müsste es sich um Schwarzarbeit handeln.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzarbeit

Einfach mal erkundigen:

http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsat...ner/index.html

Ich habe diese Frage mal per eMail dem Zoll gestellt, mal sehen was die davon halten.
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Alle von mir gemachten Aussagen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keine Rechtsberatung dar.
Unwichtig ist offline  
Alt 13.05.2007, 02:39   #12
kleindieter
 
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kleindieter kleindieter kleindieter kleindieter kleindieter
Standard Admin

In der Zuweisung steht was wann wo wie lange gemacht werden soll/darf. Das wird getan und nichts anderes.
Dem Träger steht es nicht zu daran etwas zu ändern.

Die Arbeiten an der EDV halte ich für Schwarzarbeit mit Betrug am Schwarzarbeiter. Vielleicht hilft ein freundlicher Anruf beim Zoll den Sachverhalt zu dokumentieren und aufzuklären. Nebenbei würde der Zoll auch die möglichen Konsequenzen prüfen.

Falls man mich so einsetzen wollte, würde das Netzwerk mir gehorchen. Auch aus der Entfernung. Auch ein Indiz für den illegalen Einsatz.

Wenn das Arbeitsgericht nicht mehr zuständig ist, vielleicht dann ein anderes. Wenn die Schule mit dem Ergebnis meiner Arbeit gar nicht mehr zufrieden sein sollte.
kleindieter ist offline  
Alt 13.05.2007, 09:35   #13
Bruno1st->Emailproblem
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Bruno1st
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Zitat von kleindieter Beitrag anzeigen
In der Zuweisung steht was wann wo wie lange gemacht werden soll/darf. Das wird getan und nichts anderes.
Dem Träger steht es nicht zu daran etwas zu ändern.

bei mir stand im Bescheid Softwareinventur drin - der Vertrag des Trägers war im Aufgabenbereich vollkommen leer.

Die Arbeiten an der EDV halte ich für Schwarzarbeit mit Betrug am Schwarzarbeiter. Vielleicht hilft ein freundlicher Anruf beim Zoll den Sachverhalt zu dokumentieren und aufzuklären. Nebenbei würde der Zoll auch die möglichen Konsequenzen prüfen.

Falls man mich so einsetzen wollte, würde das Netzwerk mir gehorchen. Auch aus der Entfernung. Auch ein Indiz für den illegalen Einsatz.

stimmt - und bereits der Anschein, das etwas nicht stimmen könnte, müßte die Schule zu einer großen Kontrolle ALLER Daten zwingen, da damit die Datensicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
Wurdest du überhaupt überprüft, ob du mit solchen Sachen umgehen kannst ?

Wenn das Arbeitsgericht nicht mehr zuständig ist, vielleicht dann ein anderes. Wenn die Schule mit dem Ergebnis meiner Arbeit gar nicht mehr zufrieden sein sollte.
nachdem die Schule ja bereits ein anderes Unternehmen beauftragt hat, dürften deine Chancen auf Weiterbeschäftigung mehr wie gering sein. Ich persönlich lege Wert darauf, immer sehr gute Arbeit zu machen - egal in welcher Richtung.

abe rmit dem Anwalt solltest du nun in guten Händen sein - viel erfolg
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Bruno1st ist offline  
Alt 13.05.2007, 11:05   #14
Faustus->Emailproblem
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Faustus
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Aber wenn Klage auf ausfertigun g eines Arbeitsvertrages erhoben wird, dann muß das Arbeitsgericht sich entscheiden, besonders wenn offensichtlich ist das der job nicht zusätzlich , sondern Abeitsplatzvernichtend ist
Faustus ist offline  
Alt 13.05.2007, 11:07   #15
Faustus->Emailproblem
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Faustus
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Zitat von Bruno1st Beitrag anzeigen
wie weit ein Arbeitsvertrag notwendig ist, kann ich nicht sagen - denn es gibt auch mündliche Verträge und es muß ja auch geprüft werden, ob es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt. Theoretisch könnte sich dann jede Firma damit rausziehen und "passende" Verträge abschließen.
Wobei ich das mit dem "rausziehen" letzte Woche vor dem Sozialgericht erlebt habe. Dort ging es umMehrbedarf und mir wurde mit Engelszungen erklärt, daß ich zuerst die Krankenkasse verklagen muß und dann erst die ARGE. Meine Klage also keine Aussicht auf Erfolg hat und ich am besten zurücknehme. Erst als ich meiner Gewohnheit folgend die sofortige Rücknahme verweigerte, weil ich ja auch noch Rückfrage halten wollte, kam das Angebot das Verfahren einfach RUHEN zu lassen.
Frage : Wollte die Richterin mich nun übers Ohr hauen ? Wollte Sie den Fall nur dezent abschließen ?

Für mich war das ein weiterer Beweis, daß wir in keinem Rechtsstaat mehr leben, sondern in einem Verwaltungsstaat.
arbeitsverträge müssen laut Gesetz schriftlich fixiert werden, auch wenn sie nur mündlich zustande kamen
Faustus ist offline  
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