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Beratungshilfeanträge, Prozesskostenhilfe... Alles zu Beratungshilfe- und Prozesskostenhilfeanträge

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Alt 08.09.2016, 16:38   #1
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Registriert seit: 27.03.2012
Beiträge: 63
Zipfelmütz
Standard Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Hallo,

ich brauch mal dringend einen Rat!

Ich habe einen Beratungshilfeschein bekommen und bin heute damit zum Anwalt gegangen.
Ich zahlte dort die 15 Euro und ließ mich beraten... ca 30-40 Minuten.
Danach riet der Anwalt mir in dieser Sache ein Schreiben aufzusetzten....
Dies würde aber extra Kosten- und zwar 360 Euro, Ratenzahlung möglich.
Ich sagte, ich denke darüber nach

Ich habe beim Amtsgericht angerufen und dort sagte man mir, dass in dieser Pauschale des Beratungshilfescheins sämtlicher Schriftverkehr, der nicht gerichtlich ist, enthalten ist.

Mit diesem Wissen rief ich nochmal den Anwalt an... dieser sagte mir, dass es sich bei der Pauschale um insgesamt 95 Euro handelt und er dafür nicht arbeiten würde...
Er kam mir mit dem Vorschlag entgegen, (da es sich bei mir erstmal um eine unkomplizierte Sache handelt und davon auszugehen ist, dass dies aber vor Gericht endet und ich somit Prozesskostenhilfe bekomme) mir dieses Schreiben für 150 Euro plus Mehrwertsteuer- also ca 180 Euro zu schreiben.

Nun habe ich das Problem, 1.dass ich keinen neuen Anwalt nehmen könnte, da ich in dieser Sache keinen neuen Beratungshilfeschein bekomme.
2. Ich Sorge habe, wenn ich mir die 180 Euro zusammenkratze und den Anwalt engagiere, er mich immerwieder anhält etwas zu bezahlen... z.B. weil ihm das Geld der Prozesskostenhilfe o.Ä. nicht ausreicht.

Ich habe schon beim der Anwaltskammer etc angerufen. Die konnten mir auch nichts sagen....

Hat hier Jemand irgendeine Idee???

Liebe Grüße
Zipfelmütz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2016, 16:49   #2
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curcuma Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Man weiß ja nicht worum es geht, aber mal hier:

https://www.rfak.de/beratungshilfe_u...r_beratung.php
Zitat:
Dass die Beratungsperson einen gewissen Spielraum hat, selbst zu entscheiden, wie weit sie Ihnen hilft, ist im Gesetz so geregelt.: "Eine Vertretung ist erforderlich, wenn der Rechtsuchende nach der Beratung angesichts des Umfangs, der Schwierigkeit oder der Bedeutung der Rechtsangelegenheit für ihn seine Rechte nicht selbst wahrnehmen kann." (BerHG § 2, Abs 1, Satz 2). Damit wird einerseits direkt auf Ihre persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten Bezug genommen. Andererseits wird festgelegt, dass eine schwierige und komplizierte Sachlage, verbunden mit einer unbestimmten Rechtslage und einem großen Beurteilungsspielraum, ein Mehr an Hilfe für Sie bedeutet, als wenn es einfach wäre.
Den Anwalt wechseln. Mandatswechsel, bzw. Entziehung des Mandats ist grundsätzlich möglich, zumal hier das Vertrauen gestört ist.
Der nächste kann PKH beantragen. Könnte der jetzige auch, aber der ist anscheinend eher geldgeil und nicht engagiert. So einen braucht man eh nicht.

Dem Amtsgericht mitteilen, dass der jetzige Anwalt sich weigert und fragen, was bei Anwaltswechsel zu tun ist. Evtl. kann dem 1. Anwalt ja die Beratungshilfe gekürzt oder verwehrt werden, weil er sie nicht vollumfänglich erfüllte? Evtl. kann man dies ja auf den neuen übertragen? Sind nur Mutmaßungen von mir, da müsste ich mich erst schlau machen.
Das wissen bestimmt die Rechtspfleger vom Amtsgericht. Also mal dort nachfragen

http://udovetter.de/lawblog/dokumente/100616b.pdf
curcuma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2016, 16:53   #3
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TazD Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Ich habe beim Amtsgericht angerufen und dort sagte man mir, dass in dieser Pauschale des Beratungshilfescheins sämtlicher Schriftverkehr, der nicht gerichtlich ist, enthalten ist.
Damit hat das Amtsgericht auch recht.

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Hat hier Jemand irgendeine Idee???
Den Berechtigungsschein und dein Geld schriftlich vom Anwalt zurückfordern, damit du dir einen anderen Anwalt suchen kannst. Wenn er nicht dazu bereit ist für diese Gebühr zu arbeiten, dann darf er keine Beratungshilfemandate annehmen. Des Weiteren
Wenn er darauf nicht eingeht, dann würde ich das Ganze schriftlich an die Rechtsanwaltskammer weitergeben.
TazD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2016, 16:56   #4
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Zipfelmütz
Standard

Zitat von curcuma Beitrag anzeigen
Man weiß ja nicht worum es geht, aber mal hier:

https://www.rfak.de/beratungshilfe_u...r_beratung.php
Dem Amtsgericht mitteilen, dass der jetzige Anwalt sich weigert und fragen, was bei Anwaltswechsel zu tun ist.
Das wissen bestimmt die Rechtspfleger vom Amtsgericht. Also mal dort nachfragen
http://udovetter.de/lawblog/dokumente/100616b.pdf
Danke für Deine Antwort.
Es geht in meinem Fall um Umgangsrecht. Der Anwalt müsste nur ein Schreiben an den Kindsvater aufsetzen. Nicht kompliziertes, sagt er selber. Er rechnet allerdings mit Gegenwehr und damit, dass es letztendlich vor Gericht landet... das sind aber noch ungelegte Eier.
Im Grunde heißt es momentan, dass ich entweder 180 Euro bezahle, oder nichts passiert.... Selber schreiben hätte ich auch ohne Beratungshilfeschein gekonnt.
Ich habe nun einen Termin beim Rechtspfleger gemacht. Mal sehen, was der dazu sagt.
Das ist echt so nervig. :-/

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Damit hat das Amtsgericht auch recht.
Ich habe bevor das Gespräch begann einen Zettel unterschreiben müssen, wo der Studenlohn des Anwaltes usw. drauf standen. Ich sagte, dass ich einen Beratungshilfeschein habe, worauf man mir mitteilte, dass ich das trotzdem unterschreiben müsse, da es sonst keine Beratung gibt.
Nun habe ich Sorge, dass ich, sollte ich meinen Beratungshilfeschein zurück fordern die Anwaltsgebühr bezahlen muss. Die gleiche Angst habe ich, wenn ich dem Amtsgericht sage, dass der Anwalt seine Pflicht nicht erfüllt und somit der Beratungshilfeschein zurück gezogen wird... Dann stellt man mir sicherlich die 190 Euro für die Beratung in Rechnung :-(
Ich fühle mich gerade wie der letzte Trottel.
Zipfelmütz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2016, 17:24   #5
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curcuma Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Ich habe bevor das Gespräch begann einen Zettel unterschreiben müssen, wo der Studenlohn des Anwaltes usw. drauf standen. Ich sagte, dass ich einen Beratungshilfeschein habe, worauf man mir mitteilte, dass ich das trotzdem unterschreiben müsse, da es sonst keine Beratung gibt.
Das wird der Anwalt zwar abstreiten, aber dennoch bei der Rechtsanwaltskammer diesen Vorgang schriftlich einreichen. Keine Ahnung, wie ernst die Kammer so etwas nimmt. Würde mich nicht wundern, wenn es ähnlich wie die 3 F bei einer Dienstaufsichtsbeschwerde gehandhabt wird.
Aber wichtig ist, dass es aktenkundig wird. Häuft sich das bei diesem Anwalt, gehe ich mal davon aus dass die Kammer zumindest dann tätig wird.

In dem verlinkten Dokument von mir steht ja, dass die Rechtspfleger die Gebühr kürzen oder versagen können. Evtl. ist der Anwalt und seine Praktiken dort ja bereits bekannt.

Auch wenn es nervt. Da sollte man trotzdem nicht untätig bleiben, denn derlei selbsternannten arroganten "Göttern" muss man mit Gegenwind entgegnen.
curcuma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2016, 18:42   #6
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TazD Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Ich habe bevor das Gespräch begann einen Zettel unterschreiben müssen, wo der Studenlohn des Anwaltes usw. drauf standen. Ich sagte, dass ich einen Beratungshilfeschein habe, worauf man mir mitteilte, dass ich das trotzdem unterschreiben müsse, da es sonst keine Beratung gibt.
Das wäre dann der Zeitpunkt gewesen, an dem ich wieder gegangen wäre. Aber gut, hilft jetzt auch nicht, aber vllt für das nächste Mal.

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Nun habe ich Sorge, dass ich, sollte ich meinen Beratungshilfeschein zurück fordern die Anwaltsgebühr bezahlen muss. Die gleiche Angst habe ich, wenn ich dem Amtsgericht sage, dass der Anwalt seine Pflicht nicht erfüllt und somit der Beratungshilfeschein zurück gezogen wird... Dann stellt man mir sicherlich die 190 Euro für die Beratung in Rechnung :-(
Du kannst es aber auch erstmal noch anders anfangen. Mit dem Hinweis darauf, dass mit dem Berechtigungsschein die gesamte außergerichtliche Tätigkeit in dieser Angelegenheit abgedeckt ist, würde ich mal nach der Rechtsgrundlage für eine weitere Entlohnung fragen.
TazD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2016, 10:16   #7
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webeleinstek Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Wenn er darauf nicht eingeht, dann würde ich das Ganze schriftlich an die Rechtsanwaltskammer weitergeben.
Das würde ich auf jeden Fall machen. Am Ende kommt dabei zwar raus, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, aber der Anwalt wird erstmal aufgefordert eine Stellungnahme abzugeben. Ich habe das mal bei einem Anwalt gemacht, der mich in ähnlicher weise ver a rscht hat. Am Ende kam nichts bei raus, aber er musste eine umfangreiche Stellungnahme abgeben und die wurde mir zukommen gelassen. War reichlich Aufwand für ihn.

In der Beratungshilfe ist auch außergerichtlicher Schriftverkehr mit abgedeckt. Daher bleibt abzuwarten, was der Anwalt für eine Stellungnahme abgibt.

Falls der Anwalt doch noch den Schriftverkehr führt würde ich darauf achten was er schreibt. Die Motivation von ihm dürfte dann nicht besonders gross sein.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2016, 05:25   #8
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Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

sein nicht ganz korrektes zusatzangebot wird man ihm, wie schon richtig gesagt wurde, nicht nachweisen können.

zurückfordern könnte trotzdem schwierig werden, denn er hat ja eine beratung durchgeführt - nur nicht so wie sinnvoll und gewünscht.

rein von der logik her müsste man dir also dazu raten, den anwalt das schreiben aufsetzen zu lassen und dann später die rechnung nicht zu bezahlen, da die rechnungsstellung ja voraussichtlich unzulässig ist.
das dürfte dann auch die stelle interessieren, die die beratungskostenhilfe trägt.

ist aber alles mit arbeit, stress und risiko verbunden und eine verbindliche auskunft zu dingen von denen ich keine ahnung habe kann und darf ich dir als laie nicht geben. :)

unabhängig von der lösung des aktuellen problems würde ich zum nächstmöglichen zeitpunkt den anwalt wechseln.
AQA Informationsbüro ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2016, 13:44   #9
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webeleinstek Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Zitat von AQA Informationsbüro Beitrag anzeigen
rein von der logik her müsste man dir also dazu raten, den anwalt das schreiben aufsetzen zu lassen und dann später die rechnung nicht zu bezahlen, da die rechnungsstellung ja voraussichtlich unzulässig ist.
das dürfte dann auch die stelle interessieren, die die beratungskostenhilfe trägt.

ist aber alles mit arbeit, stress und risiko verbunden und eine verbindliche auskunft zu dingen von denen ich keine ahnung habe kann und darf ich dir als laie nicht geben. :)
Das Problem wird aber sein, dass er seine Rechnung vorher schicken wird und vor dem Eingang des Geldes keinen Handschlag machen wird. Du kannst Dir sicher sein, dass er sich dann schon rausreden wird, die Rechnung sei für etwas anderes.

Genauso ist es mir in dem geschilderten Fall gegangen. Der Anwalt meinte ich sollte trotz der beantragen PKH erst einmal die 300 Euro zahlen. Wird PKH bewilligt, bekomme ich die wieder. Das hat er mir zugesagt. Einen Sch... habe ich bekommen. Als ich mich bei der Anwaltskammer beschwert habe, hat er es so gedreht, dass es angeblich für andere Tätigkeiten gewesen wäre. Meine Einwände, wenn die anderen Tätigkeiten mit PKH nicht abgedeckt gewesen wären, hätte er mich darauf hinweisen müssen, wurde von der Anwaltskammer nicht akzeptiert. Wie ich schon geschrieben hatte, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
Zumindest hatte ich die Genugtuung, dass er für seine Stellungnahme mehrere Stunden dran gesessen hatte. Das war nämlich sehr umfangreich ausgearbeitet bzw. gelogen. Hätte er in der Zeit andere Mandate bearbeitet, hätte er garantiert mehr Geld verdient.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2016, 13:58   #10
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curcuma Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Trotz Beratungshilfeschein Anwaltskosten. Mir sind die Hände gebunden

Ich würde zu den Rechtspflegern des Amtsgericht gehen und die mal fragen, wie sie das sehen.
Da ja die Staatskasse die Beratungshilfe zahlt, sind die auch interessiert daran, dass der Leistungsempfänger die ihm obliegenden Pflichten vollständig erbringt und sich nicht bereichert.

Wenn etwas erreicht werden kann, dann sehe ich hier dir größte Erfolgswahrscheinlichkeit. Und wenn das Amtsgericht die Leistungen kürzt, hat man auch gleich etwas in der Hand gg den Anwalt und für die Kammer.
curcuma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2016, 18:33   #11
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Zipfelmütz
Standard Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Hallo Ihr Lieben,
ich habe dringend eine Frage.
Ich habe vor einigen Wochen eine Anwältin aufgesucht, wegen einer außergerichtlichen Einigung. Sie verlangte trotz Beratungshilfeschein 150- Mehrwertsteuer von mir. Durch einen Trick ihrerseits, kam ich aus dieser Nummer nicht mehr raus. https://www.elo-forum.org/beratungsh...-gebunden.html

Jedenfalls habe ich mit ihr vereinbart, dass sie alles außergerichtliche regelt für 150 plus Mwsteuer und Beratungshilfeschein zusammen.
Nun stellt die gute Frau mir eine weitere Rechnung über 230 Euro. Es handelt sich um die gleiche Sache und immernoch außergerichtlich.
Ich habe schon mit der Anwaltskammer telefoniert. Dort sagte man mir, ich könne einen Schlichtungsantrag stellen, aber es sei möglich, dass es vor Gericht landet und ich dann auch noch Gerichtskosten zahlen müsse.
Kann mir hier irgendjemand sagen, was ich nun tun soll?
(Die Anwältin arbeitet zum Teil auch fehlerhaft... und ich muss alles inhaltlich korrigieren.
Nun hat sie sogar ein fehlerhaftes Schreiben raus geschickt, ohne das ich es vorher kontrollieren konnte.)

Am Liebsten würde ich das vor die Anwaltskammer bringen.
Wenn ich aber dann noch mehr zahlen muss, wäre das auch schlecht.

Hat hier jemand einen Tipp???

Liebe Grüße
Zipfelmütz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2016, 23:48   #12
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TazD Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Unter Hinweis auf die Beratungshilfe nicht zahlen.
Hast du irgendwas unterschrieben, dass du weitere Kosten freiwillig übernimmst oder ist nur der Berechtigungsschein in der Welt?
So ganz schlau werde ich nämlich aus deinem anderen Thema auch nicht mehr.
__

audiatur et altera pars [lat.: Man höre auch die andere Seite. ]
fiat iustitia [lat.: Es möge Gerechtigkeit geschehen. ]
TazD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2016, 12:39   #13
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webeleinstek Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Ich würde die Rechtsverdreherin mal auf folgendes hinweisen:

Zitat:
§ 16 BORA Prozesskostenhilfe und Beratungshilfe

(1) Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, bei begründetem Anlass auf die Möglichkeiten von Beratungs- und Prozesskostenhilfe hinzuweisen.

(2) Der Rechtsanwalt darf nach Bewilligung von Prozesskostenhilfe oder bei Inanspruchnahme von Beratungshilfe von seinem Mandanten oder Dritten Zahlungen oder Leistungen nur annehmen, die freiwillig und in Kenntnis der Tatsache gegeben werden, dass der Mandant oder der Dritte zu einer solchen Leistung nicht verpflichtet ist.
Zitat:
§ 48 BRAO Pflicht zur Übernahme der Prozessvertretung

(1) Der Rechtsanwalt muss im gerichtlichen Verfahren die Vertretung einer Partei oder die Beistandschaft übernehmen,
  1. wenn er der Partei aufgrund des § 121 der Zivilprozessordnung, des § 4a Abs. 2 der Insolvenzordnung oder aufgrund anderer gesetzlicher Vorschriften zur vorläufig unentgeltlichen Wahrnehmung ihrer Rechte beigeordnet ist;
  2. wenn er der Partei aufgrund der §§ 78 b, 78 c der Zivilprozessordnung beigeordnet ist;
  3. wenn er dem Antragsgegner aufgrund des § 138 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit als Beistand beigeordnet ist.

(2) Der Rechtsanwalt kann beantragen, die Beiordnung aufzuheben, wenn hierfür wichtige Gründe vorliegen.
Quelle für beides: Rechtsanwaltskammer München

Ich würde der mal ein bischen Dampf machen und sie auffordern, das Geld zurückzuzahlen. Das wird sie nicht machen. Aber dann würde ich über andere Schritte nachdenken. Die Dame scheint ein wenig dreist und gierig zu sein.

Die Anwältin muss für Beratungshilfe arbeiten. Jetzt einen wichtigen Grund zu erfinden, dürfte ihr derzeit ziemlich schwer fallen. Etwaige Arbeitsüberlastungen hätte sie schon am Anfang des Mandats mitteilen und deshalb das ablehnen können.

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Ich habe schon mit der Anwaltskammer telefoniert. Dort sagte man mir, ich könne einen Schlichtungsantrag stellen, aber es sei möglich, dass es vor Gericht landet und ich dann auch noch Gerichtskosten zahlen müsse.
Ich habe das in dem anderen Thread gelesen. Entweder haben die Dir von der Anwaltskammer Müll erzählt oder Du hast was falsch verstanden. Wenn Du das der Anwaltskammer mitteilt, kostet das gar nichts. Du schilderst den Sachverhalt, die leiten das an die Anwältin weiter und fordern die zur Stellungnahme auf. Danach schicken die Dir das zur Stellungnahme zu. Im Anschluss entscheiden die.

Das würde Dich nur Geld kosten, wenn Du gegen die Anwältin klagen würdest. Aber auch hier kann man evtl. PKH beantragen. Da Du für diese Sache Beratungshilfe bekommen hast, unterstelle ich mal, dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben sind. Dann kommt es nur noch auf die Schilderung des Sachverhalts im PKH-Antrag an. Aus denen ergeben sich dann Deine Erfolgsaussichten.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2016, 12:50   #14
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Zipfelmütz
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Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Unter Hinweis auf die Beratungshilfe nicht zahlen.
Hast du irgendwas unterschrieben, dass du weitere Kosten freiwillig übernimmst oder ist nur der Berechtigungsschein in der Welt?
So ganz schlau werde ich nämlich aus deinem anderen Thema auch nicht mehr.
Ich musste bevor ich die Anwältin überhaupt zu Gesicht bekam eine Vergütungsvereinbarung unterschreiben (190 Euro Stundenlohn) Ich sagt, dass ich einen Schein hätte, da meinte die Gehilfin, dass müsste ich unterschreiben, das würden die immer so machen (wahrscheinlich, weil es auch mal vorkommt, das der Beratungshilfeschein, aufgrund eines Fehlers des Mandanten, nicht abgerechnet werden kann und der Anwalt dann sein Geld nicht bekommt)
Ich habe das unterschrieben. Im Laufe des Gespräch sagte die Anwältin, dass sie nur etwas an die Gegenseite schreiben würde, wenn ich 360 Euro bezahle.... Ich sagte ihr, dass das nicht geht und der Beratungshilfeschein eigentlich alles außergerichtliche abdecken würde. Da meinte sie, für so wenig Geld würde sie nicht arbeiten.... Den Schein bekäme ich aber faktisch auch nicht zurück, um zu einem anderen Anwalt zu gehen weil sie mich beraten hat. Wenn ich ihn entzogen hätte, hätte meine Vergütungsvereinbarung gegolten. Also habe ich mich auf einen Deal mit ihr eingelassen 150 Euro plus Mehrwertsteuer und sie setzt die nötigen Schreiben für mich auf. Diese (leider nicht sehr klar formuliert) Vereinbarung habe ich unterschrieben....
Es ging in meinem Fall 3 mal hin und her.. und gestern bekam ich nochmal eine Rechnung.
Sie sagt, der Streitwert beträgt 3000 Euro, wie rechnet nach 1,8... also kommt ein Betrag in Höhe von 384,34 dabei raus.... Die 150, die ich schon gezahlt habe, zieht sie davon ab.....

Ich habe bei der Anwaltskammer angerufen, die meinten, das das eigentlich nicht richtig sei.... aber es könnte vor Gericht kommen und da ist unklar, ob da evtl auch noch Kosten auf mich zukommen.... Geht ja dann auch in die mehrere hunderte.

Meine Anwältin scheint absolut skrupellos zu sein.... und vom Gerechtigkeitsempfinden her, würde ich sie gerne auflaufen lassen. Wenn ich aber dann unterm Strich trotzdem mehrere hundert Euro zahlen muss, brauche ich mir diesen Stress offiziell nicht antun. Zumal sie mich dann sicher auch nicht weiter gut in meinem Fall vertreten wird... Also Zwickmühle....

Zitat von webeleinstek Beitrag anzeigen
Ich würde die Rechtsverdreherin mal auf folgendes hinweisen:

Quelle für beides: Rechtsanwaltskammer München
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Ich habe mir auch überlegt, die Anwältin damit ganz konkret zu konfrontieren. Im letzen Kontakt hatte ich sie schon gebeten, mir die Begründung der neuen Forderung offen zu legen, aber da kam nur nochmal die Rechnung.

Die Anwaltskammer hat mich an die Schlichtungsstelle verwiesen. Die Damen am Telefon meinte, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass es vor Gericht ginge... und je nachdem wie gerissen meine Anwältin sei, ich da schlechte Karten habe.... Sie riet mir, das Geld unter Vorbehalt zu bezahlen und zu sagen, dass ich es von der Anwaltskammer prüfen lasse, um ein Mahnverfahren durch die Anwältin zu umgehen. Wenn ich das Geld hätte, um die Anwältin zu bezahlen, hätte ich aber keinen Beratungshilfeschein bekommen.

Achso.. und in dem einen Punkt wird sie ja sagen, sie hätte mich aufgeklärt und ich hätte einer zusätzlichen Zahlung "freiwillig" zugestimmt.
Zipfelmütz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2016, 11:33   #15
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webeleinstek Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
IIm Laufe des Gespräch sagte die Anwältin, dass sie nur etwas an die Gegenseite schreiben würde, wenn ich 360 Euro bezahle.... Ich sagte ihr, dass das nicht geht und der Beratungshilfeschein eigentlich alles außergerichtliche abdecken würde. Da meinte sie, für so wenig Geld würde sie nicht arbeiten....
Dann soll sie sich mal mit der Bundesrechtsanwaltsordnung befassen. Da wird sie dann nachlesen können, dass sie das muss.

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
Ich habe bei der Anwaltskammer angerufen, die meinten, das das eigentlich nicht richtig sei.... aber es könnte vor Gericht kommen und da ist unklar, ob da evtl auch noch Kosten auf mich zukommen.... Geht ja dann auch in die mehrere hunderte.
Ich habe Dir dazu schon was geschrieben und wiederhole mich nur ungerne. Das kostet Dich gar nichts. Wenn es vor Gericht geht und Dich Geld kostet, dann nur, wenn Du privat gegen die Anwältin klagst. Das ist dann letztendlich Deine Entscheidung. Aber die Mitteilung an die Anwaltskammer kostet Dich keinen Cent. Wird dann gegen die Anwältin ein anwaltsgerichtliches Verfahren eingeleitet, erfolgt dies nicht durch Dich und daher entstehen Dir keine Kosten. Ich vermute allerdings, dass es in dem Fall bei einer Rüge bleiben würde, für ein Verfahren könnte das zu gering sein. Ist aber nur meine Vermutung.

Hier kannst Du alles dazu nachlesen.

Daher ist mir nicht klar, was der Unsinn bedeuten soll, dass auf Dich Kosten zukommen.

Zitat von Zipfelmütz Beitrag anzeigen
aber da kam nur nochmal die Rechnung.
Diese und die andere Rechnung würde ich der Rechtsanwaltskammer zukommen lassen und das Ganze genau so schildern wie Du es hier gemacht hast. Die Anwältin wird in Erklärungsnöte kommen.

Alleine, dass sie neben dem Beratungshilfeschein schon Geld verlangt und kassiert hat, muss für die Anwaltskammer Anlass genug sein tätig zu werden. Dass sie jetzt nochmal kassieren will ist eine Unverschämtheit. M. E. steht der Aufwand den sie hat auch in keinem Verhältnis zu dem Geld was sie fordert. Aber ohne Deine Mitteilung passiert da gar nicht. Sie wird sich auch schwer rausreden können, dass sie für dieselbe Sache wo Beratungshilfe bewilligt wurde, nochmal Geld kassiert. Ich hätte da keine Hemmungen dies der Anwaltskammer mitzuteilen.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2016, 11:52   #16
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Zerberus X
Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Zitat:
Es geht in meinem Fall um Umgangsrecht. Der Anwalt müsste nur ein Schreiben an den Kindsvater aufsetzen.
Quelle

Ist "Privates" eigentlich vom Beratungshilfeschein abgedeckt?
__

Ich habe überall gesucht und noch nie etwas gefunden,
von dem ich sagen könnte: "Das bin ich".
Das Problem dabei ist: Wer hat dann gesucht?
Zerberus X ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2016, 12:16   #17
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TazD Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Zitat von Zerberus X Beitrag anzeigen
Quelle

Ist "Privates" eigentlich vom Beratungshilfeschein abgedeckt?
Jede Rechtsstreitigkeit, bei der Privatpersonen beteligt sind, sind etwas "privates".
Da erschließt sich mir der Sinn der Frage nicht.

Zur Info: Ich habe die beiden inhaltsgleichen Themen mal zusammengeführt.
__

audiatur et altera pars [lat.: Man höre auch die andere Seite. ]
fiat iustitia [lat.: Es möge Gerechtigkeit geschehen. ]
TazD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2016, 12:16   #18
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Standard AW: Anwältin zieht mich ab. Brauche Hilfe

Zitat von Zerberus X Beitrag anzeigen
Ist "Privates" eigentlich vom Beratungshilfeschein abgedeckt?
Natürlich. Ansonsten verstehe ich den Sinn Deiner Frage nicht.

Zitat:
Anwendbar ist die Beratungshilfe auf folgende Rechtsgebiete:
  • Sozialrecht
  • Verfassungsrecht
  • Verwaltungsrecht
  • Zivilrecht
Steht hier.
Habe ich selber schon für Zivilrecht bekommen.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
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