Beratungshilfeanträge, Prozesskostenhilfe... Alles zu Beratungshilfe- und Prozesskostenhilfeanträge


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Alt 30.03.2016, 18:33   #1
DeQuill
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DeQuill DeQuill
Standard Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Hallo,

ich habe mit einem Beratungsschein einen Anwalt aufgesucht.
Der hat diesen akzeptiert und ein Schreiben an die Gegenseite verfasst.
Es geht um Schadensersatz.
Die Gegenseite will jetzt einen Vergleich verhandeln.
Der Anwalt ist der Ansicht das die Beratungshilfe das nicht abdeckt
und will erfolgsabhängig tätig werden.
Sein Honorar: bis Betrag y 5% der Schadensersatzsumme, bis Betrag x 10%, wenn über Betrag x, alles über Betrag x !!!!

Laut diesem Link: Beratungshilfe
Ist der Vergleich ja sehr wohl abgedeckt.
Wie soll ich am besten weiter vorgehen?
Anwalt auf Erfolgsbasis beauftragen und Betrag dann von Ihm zurückfordern?
Dann ist er ja sicher motivierter.
Oder ihn freundlich auf die Rechtslage hinweisen und trotzdem einen Bonus für ihn anbieten.

Am liebsten wäre mir ein neuer Anwalt, da das Vertrauensverhältnis doch sehr gestört ist meinerseits.
Neuer Anwalt geht aber nicht mehr, und neuen Beratungsschein bekomme ich nicht mehr - oder?
Selber Verhandlungen aufnehmen?
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Alt 30.03.2016, 22:42   #2
TazD
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TazD TazD TazD TazD TazD TazD TazD TazD TazD TazD TazD
Standard AW: Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Freundlich auf die Rechtslage hinweisen. Punkt.
Ohne Bonus oder sonst irgendwas.
Wenn der Anwalt das nicht einsieht, dann würde ich mal ganz nebenbei fallen lassen, was wohl die Anwaltskammer dazu sagt.

Einen neuen Schein kriegst du nicht, das ist richtig. Und den vorhandenen Schein wird der RA vermutlich auch nicht rausrücken, denn nur so könntest du zu einem anderen RA wechseln.

Mal ganz nebenbei: Der Anwalt soll sich nicht so anstellen. Der bekommt von dir 15,- €, als Beratungsgebühr 35,- €, Geschäftsgebühr 85,- € und Einigungsgebühr 150,- €. Natürlich muss der RA auch wieder Steuern zahlen, aber das Geld gibts trotzdem für einen recht geringen Aufwand.
Nachzulesen hier: RVG - Einzelnorm Teil 2, Abschnitt 5
TazD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2016, 00:33   #3
Fabiola
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Beiträge: 1.211
Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola Fabiola
Standard AW: Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Zitat von DeQuill Beitrag anzeigen
Es geht um Schadensersatz.
Je nachdem, welcher Schaden reguliert werden soll, wird die verhandelte Summe im AlgII als Einkommen angerechnet. Also Vorsicht, ehe Du Zeit, Nerven und Geld aufwendest.

Schau mal hier:
https://www.haufe.de/oeffentlicher-d...HI2656543.html
__

Gruß Fabiola
___________

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!
Fabiola ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2016, 02:22   #4
Ines2003
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Ines2003 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Wenn der Anwalt das nicht einsieht, dann würde ich mal ganz nebenbei fallen lassen, was wohl die Anwaltskammer dazu sagt.
Die Anwaltskammer kann man wohl vergessen, jedenfalls habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Ich hatte einen Anwalt beauftragt Versicherungsunterlagen zu Überprüfen und gleich das Honorar bezahlt.
Es folgte nicht, keine Arbeit erledigt und kein Geld zurück bekommen, ich erstatte Anzeige und reichte eine Beschwerde bei der Anwaltskammer ein, nach fast einen Jahr fällte die Anwaltskammer Ihr Urteil, das mildeste was es gibt, eine Verwarnung.
Strafrechtlich wurde das Verfahren eingestellt, hier gegen legte ich Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein, die zu gleich die Rechtsaufsicht über die Anwälte führt.
Die Generalstaatsanwaltschaft ordnete die Wiederaufnahme des Strafverfahrens an, zugleich leitete Sie ein Arbeitsrechtliches Verfahren ein, hier kam es zum Prozess vor dem Anwaltsgericht, ich sagte dort als Zeuge aus, das Verfahren ist nicht öffentlich, das genaue Urteil ist mir nicht bekannt, selbst ich als Betroffener habe es nicht erfahren, es muß aber im höheren Bereich gewesen sein, denn der Anwalt hat Berufung eingelegt, in der Berufungsverhandlung wurde das Verfahren dann gegen Auflage eingestellt.

In erster Instanz vor dem Anwaltsgericht war die Genrealstaatsanwaltschaft Köln verantwortlich, dem Gerneralstattsanwalt merkte man an, das er eine Verurteilung will, die er auch bekommen hat, für die Berufungsverhandlung war die Generalstaatsanwaltschaft Hamm zuständig, das das Berufungsverfahren vor dem Anwaltsgerichtshof NRW geführt wurde, hier merkte man den Staatsanwalt gleich an, das er keine Lust am Verfahren hat und einen Kollegen auf gut Deutsch gesagt nichts ans Bein pinkeln wollte.

Das hat such so alles in den Jahren 2011 - 2013 so zugetragen.

Wenn man gegen einen Anwalt vorgehen will, braucht man auch die richtigen Menschen in den zuständigen Gremien, die nicht einen ´Kollegen´ schützen wollen.
Ines2003 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2016, 07:09   #5
webeleinstek
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webeleinstek Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Zitat von Ines2003 Beitrag anzeigen
Wenn man gegen einen Anwalt vorgehen will, braucht man auch die richtigen Menschen in den zuständigen Gremien, die nicht einen ´Kollegen´ schützen wollen.
Stimmt. Das gesamt Volk steckt unter einer Decke. Habe sogar die Erfahrung gemacht, dass angebliches Fehlverhalten (Beileidigungen des Anwalts gegenüber Dritten) von der Anwaltskammer damit geschützt wurde, dass in deren Schreiben Urteile anderer Verfahren genannt werden, die belegen, dass es sich bei dem Verhalten des Anwalts genau nicht um ein Fehlverhalten handelt sondern von Gerichten sogar bestätigt wurde, dass das Verhalten des Anwalts zulässig ist. Liest man sich die Urteile aber genauer und auch komplett durch, dann stellt man fest, dass diese auf den vorliegenden Sachverhalt gar nicht passen. Es wurden nur einzelne Passagen aus dem Urteil zitiert. Ähnliches hatte ich in dem Fall bei der StA Köln erlebt. Es wurde behauptet, das wäre zur Verteidigung seines Mandanten zulässig. Das gesamte Juristenvolk dreht es sich immer so wie es das für seine Vorgehensweise braucht und meint Nichtjuristen verarschen zu können.

Sorry, an die Juristen hier im Forum wie TazD, rechtspfleger usw. Aber ich halte von den Juristen gar nichts mehr.
webeleinstek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2016, 09:21   #6
DeQuill
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DeQuill DeQuill
Standard AW: Beratungsschein, Vergleichsverhandlung inklusive?

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Freundlich auf die Rechtslage hinweisen. Punkt.
Ohne Bonus oder sonst irgendwas.
Danke!
So habe ich es jetzt gemacht und nochmal auf die Rechtspflegestelle beim Amtsgericht verwiesen.

@fabiloa: es handelt sich um Schadensersatz nach AGG, sollte nach geltender Rechtsprechung anrechnungsfrei sein.

Zum Rest:
Bin natürlich etwas enttäuscht vom Anwalt, da er ansonsten einen kompetenten Eindruck machte.
Aber in komplizierten Sachen braucht man einfach einen Anwalt oder vor Gericht um ernst genommen zu werden.
Ich war einmal ohne Anwalt in einer Mietsache (Rückzahlung der Kaution)vor Gericht und wurde wie ein **** behandelt und man wollte mich zu einem ungünstigen Vergleich drängen.
Nächster Termin mit Anwältin selber Sachverhalt, zu 100% Recht bekommen.

Vor dem Arbeitsgericht war ich in der Güteverhandlung auch mal ohne Anwalt, da wurde man korrekt behandelt und es kam zu einem fairen Vergleich.
Wenn es jetzt doch noch zur Klage kommt und es für Prozeßkostenhilfe zu spät ist (Frist läuft in zwei Wochen ab) werde ich auch selbst die Klage einreichen und zum Gütetermin ohne Anwalt gehen.
Zur Not habe ich noch einen Bekannten der Anwalt ist der mich zum Gerichtstermin begleiten könnte, der mich auch schon mal vertreten hat, da haben wir dann "privat" abgerechnet.
DeQuill ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2016, 19:17   #7
rechtspfleger
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Zitat von Ines2003 Beitrag anzeigen
Wenn man gegen einen Anwalt vorgehen will, braucht man auch die richtigen Menschen in den zuständigen Gremien, die nicht einen ´Kollegen´ schützen wollen.
Ich möchte Deinem Eindruck insofern widersprechen, dass der Rechtsanwalt jedenfalls in I. Instanz vom Anwaltsgericht verurteilt wurde: die Richter beim Anwaltsgericht (und auch beim Anwaltsgerichtshof) sind Rechtsanwälte, die ehrenamtlich die Richtertätigkeit wahrnehmen.
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beratungsschein, inklusive, vergleichsverhandlung

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