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Alt 17.11.2005, 12:32   #1
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Beiträge: 3
Frederik Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Ärger mit dem Jugendamt, Bewerbungsnachweise, Unterhaltstite

Hallo alle miteinander. Lese schon seit ner ganzen Weile im Forum und bin froh das es sowas gibt.
Habe heute folgendes Schreiben in meinem Briefkasten gefunden. Bin etwas runter mit den Nerven, das selbe gilt für meine Frau zu der ich trotz Trennung einen sehr guten Draht habe.

Wir sind leider beide ALG2 Empfänger und sie musste beim Jugendamt halt diese Unterhaltsvorschussleistung beantragen.


Zitat:
Sehr geehrter Herr ...,

wie Ihnen bekannt ist, erhält Ihr Kind seid dem 03.02.04 o.g. Leistungen, da sie Ihrer Unterhaltsplicht nicht nachkommen.

Da Sie bereits seit geraumer Zeit Sozialleistungen (Arbeitslosengeld II) erhalten, gehe ich davon aus, dass Sie sich inzwischen erfolgreich um einen Arbeitsplatz gekümmert haben.

Als unterhaltspflichtiger Elternteil sind sie gem. § 1603 Abs. 2 Satz 1 BGB verpflichtet alle verfügbaren Mittel - das ist auch die Arbeitskraft – zur Erfüllung der Unterhaltsschuld einzusetzen.

Ich fordere Sie daher auf, den laufenden Unterhalt ab 01.11.05 in Höhe von 127,00€ auf das unten angegebene Konto des Jugendamtes unter Angabe des Zeichens XXX zu überweisen.

Sollte ich bis zum 30.11.05 keinen Zahlungseingang verbuchen ( oder 20 – 30 abgelehnte Bewerbungen pro Monat ), werde ich meine Forderung mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen und einen Unterhaltstitel erwirken.

Mit freundlichen Grüßen
usw.

Heisst das jetzt, wenn ich keine 20-30 Bewerbungsnachweise bis Monatsende vorlegen kann ich dazu verpflichtet werde von meinem ALG2 das Arbeitslosengeld meiner getrennt lebenden Frau zu bezahlen?

Sind 20-30 Bewerbungen überhaupt realistisch und vor allem wie soll ich die finanzieren?

Habe ja bisher alle Spässchen der Ämter mitgemacht. An jeder noch so bescheuerten Maßnahme teilgenommen und immer alles brav so gemacht wie verlangt, aber ich fürchte das ich diese Forderungen nicht werde erfüllen können.

Wir haben heute mal beim Jugendamt angerufen und mal nachgefragt und dort wurde gesagt ich wäre ja noch jung, könnte ja `n paar 400€ Jobs annehmen, so schwer wäre das ja nun nicht, soll ich doch morgens halt Zeitungen austragen oder sonstwas.

Na wär schön wenn mir jemand ein wenig helfen könnte.

Lieben Gruß,
Frede
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Alt 17.11.2005, 19:04   #2
Lillybelle
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Standard

Leider ist es tatsächlich so, dass du eine gesteigerte ( sogar) Unterhaltspflicht hast einem minderjährigen Kind gegenüber. Ist das unter 3 Jahre, besteht auch noch Unterhaltspflicht der Mutter gegenüber, da diese solange nicht wegen der Eziehung arbeiten kann- auch wenn ihr nicht verheiratet gewesen wärt.
Du musst "jedwege" Arbeit annehmen , um deiner Unterhaltspflicht nachzukommen.
Solange du nichts findest, hast du einen Selbstbehalt von ca. 840 Euro . Wenn dein ALG 2 zusammen nicht mehr ist mit Regelsatz UND Wohnkosten, brauchst du zwar nicht zahlen, aber die Unterhaltsschulden häufen sich auf und irgendwann musst du diese Zeiten nachzahlen.
Deine Frau kann auch nicht etwa freiwilig auf deinen Unterhalt verzichten und erwarten, dass dann das Amt dementsprechend ihr ALG 2 aufstockt. Sie hat ebenfalls die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass das Kind zu seinem Recht kommt und kann nicht einfach ablehen, was ihm zusteht.
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Alt 17.11.2005, 19:28   #3
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Registriert seit: 17.11.2005
Beiträge: 3
Frederik Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Danke Lillybelle das stimmt mit den Infos überein, die wir mittlerweile von einer Anwältin erhalten haben.
Diese schlug uns vor gemeinsam beim Jugendamt vorzusprechen und zu verhandeln. Allein diese Anzahl an Bewerbungen schienen ihr für einen Zeitraum von nur noch 14 Tagen doch arg überzogen.
Kar weiss ich das ich jedes Mittel nutzen muss um meine Arbeitslosigkeit zu beenden, aber die Stellen auf die ich mich bewerben soll müssen auch erst mal ausgeschrieben sein.
Ich denke mal das durch die Tatsache das ich wohl demnächst einen wachsenen Schuldenberg von monatlich 127€ erwarten darf bald Besuch eines Gerichtsvollziehers ansteht und ich dann wohl den Offenbarungseid leisten muss. Toll!
Besonders ärgerlich ist auch die Tatsache, das mir zwar das Geld abgezogen wird, aber meine Frau und meine Tochter nicht mehr bekommen dadurch.

Wenn noch jemand Informationen hat die mir weiterhelfen könnten, nur zu ich würd mich freuen.

Gruß,
Frede
Frederik ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2005, 12:44   #4
Lillybelle
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Beiträge: n/a
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"Danke Lillybelle das stimmt mit den Infos überein, die wir mittlerweile von einer Anwältin erhalten haben. "

Na, dass beruhigt mich aber ungemein, löl :lol:

Ausgeschriebene Stellen? Da brauchts du nicht drauf zu warten. Du musst praktisch JEDE Arbeit annehmen.

Den Gerichtsvollzieher brauchst du nicht zu fürchten. Das Jugendamt prüft in regelmässigen Abständen, ob du in Arbeit bist und erst dann musst du die Schulden abtragen. Wenn du schon den laufenden Unterhalt nicht zahlen kannst, kann dir logischerweise auch nichts gepfändet werden.
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Alt 18.11.2005, 15:58   #5
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Registriert seit: 01.11.2005
Beiträge: 150
narssner Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Anzahl Bewerbungen

Ob zwanzig bis dreißig Bewerbungen im Einzelfall realistisch sind, hängt vom Beruf des einzelnen, von der Zahl der offenen Stellen und von einem möglicherweise zeitweise starken Bedarf ab.
Da Sie gezwungen sind, praktisch jede Arbeit anzunehmen, bleibt Ihnen wenig Wahl bei der Qualität einer Arbeit.
Die Bewerbungskosten muß derjenige zahlen, der die Bewerbungskosten verlangt. Sie stellen hierzu am besten an alle Behörden einen schriftlichen Antrag. Begründung, um zwanzig bis drießig Bewerbungen im Monat tatsächlich nachkommen zu können, benötigen Sie monatlich einen Betrag von soundsoviel Euro.
Zumindest die Anzahl der bewerbungen würde ich aber durch Widerspruch und spätere Klage einen Richter zur Entscheidung überlassen.
Nur, gemacht müssen sie halt erst einmal werden.
Einen freundlichen Gruß
narssner
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Alt 07.02.2006, 14:13   #6
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Beiträge: 3
Frederik Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Hier mal ein kurzes Update der Ereignisse seit dem Schreiben des Jugendamtes.

Meine Frau und ich wohnen seit 2 Jahren getrennt. Von Anfang an (abgesehen von den ersten paar Wochen) war der Kontakt wirklich gut. Die Streitigkeiten wegen denen die Trennung zustande kam erscheinen mittlerweile lächerlich. Wie dem auch sei beschlossen wir schon im September letzten Jahres das wir 2006 doch wieder zusammenziehen könnten.

Eigentlich dachten wir daran das Mitte des Jahres durchzuziehen, aber in Anbetracht der anwachsenen Schulden durch diese Unterhaltsangelegenheit, entschieden wir uns schneller zu handeln. Mein Umzug steht unmittelbar bevor.


Heute waren wir also beim Jugendamt um den Unterhaltsvorschuss stoppen zu lassen. Da ich den Forderungen des Jugendamtes nicht nachkommen konnte (Wie auch, Alleine die Bewerbungen rückwirkend für den November waren schon unmöglich) heisst das jetzt das die ganze Sache vor Gericht geht. Ein Schreiben des Selben habe ich bekommen und natürlich Widerspruch eingelegt mit Hilfe der beiliegenden Formulare.

Die bearbeitende Stadtinspektorin stellte fest das sich also die Gesamtforderungen auf ~500€ belaufen und riet mir den Widerspruch umgehend zurückzuziehen, da das Gericht auch entscheiden kann das Ich Unterhalt für die gesammten 2 Jahre zurückzahlen müsse und meine Aussichten auf Erfolg fraglich seien. Sie hätte mich ja lange genug mit Samthandschuhen angefasst und das würde ja so auch nicht gehen.

Freundlicherweise bot sie mir an den Betrag auch in Raten zu zahlen.

Tja, so war das.

Gruß,
Frede
Frederik ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
aerger, bewerbungsnachweise, jugendamt, unterhaltstite, Ärger

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