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Start > > -> Wiederlegung der Haushaltsgemeinschaft / §9 SGB II

Bedarfs- / Haushalts- u. Wohngemeinschaften / Familie Alles über Bedarfsgemeinschaften, Haushaltsgemeinschaften & Wohngemeinschaften und Familie


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Alt 22.08.2006, 10:44   #1
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Beiträge: 3
ratlos
Standard Wiederlegung der Haushaltsgemeinschaft / §9 SGB II

Hallo Leute,
möglicherweise kennt jemand von euch eine Lösung zu meinem Problem ?!

Zu meinem Fall:

Ich bin ledig, über 30 Jahre alt und lebe derzeit (nicht gerade freiwillig) bei meinen Eltern (leibliche Mutter + Stiefvater) in deren Haus. meine anfallenden Kosten (für Lebensmittel,Kleidung, etc. ) trage ich selbst- trotz der von der ARGE angenommenen Unterstützung meiner Eltern, welche tatsächlich nicht stattfindet. Die ARGE besteht auf Nachweise darüber, daß meine Eltern mir keinerlei Leistungen ($ 9 SGB II) zukommen lassen. Aufgrund des angespannten Verhältnisses zu meinen Eltern weigern sich diese allerdings, mir irgendwelche Bescheinigungen auszustellen. Gespräche waren bisher immer ergebnislos, da meine Eltern die Meinung vertreten, ich solle mich selber um meine Angelegenheiten kümmern - sie würden Ihr Leben führen und ich hätte meines zu bestreiten. Sie sind der Meinung, „ihren Teil in der Form beigetragen zu haben, indem ich bei ihnen –vorerst- mietfrei leben kann“.

Somit stehe ich einer Patt Situation: Einerseits muß ich die ungerechtfertigten Kürzungen durch die ARGE erdulden, andererseits kann ich auch von meinen Eltern keine Nachweise erwarten. Ich will auch nicht so weit gehen und meine Eltern verklagen müssen (was faktisch meinen Rausschmiß zu Folge haben dürfte).

Wer kann mit Tips weiterhelfen ?!
Kennt jemand (gebührenfreie) Beratungsstellen zum Thema ALG II in Bayern ?

Oder sollte ich mir gleich einen Anwalt holen ?!

Ich bin für jeden konstruktiven Rat dankbar!
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Alt 22.08.2006, 10:51   #2
Arco
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Beiträge: 4.272
Arco
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.... klingt jetzt evtl. etwas blöd, aber erkläre das der Arge so wie du es hier beschrieben hast und "Drohe" mit der Suche nach einer eigenen Wohnung weil deine Eltern dich ja dann "rausschmeißen" würde.

Ups - das würde dann für die Arge ganz schön teuer werden ;) ;)

Gegenfrage - würdest du dann evtl. überhaupt eine eigene Wohnung haben wollen ? ? ?
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Alt 22.08.2006, 19:21   #3
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ratlos
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Zitat von Arco
.... klingt jetzt evtl. etwas blöd, aber erkläre das der Arge so wie du es hier beschrieben hast und "Drohe" mit der Suche nach einer eigenen Wohnung weil deine Eltern dich ja dann "rausschmeißen" würde.

Ups - das würde dann für die Arge ganz schön teuer werden ;) ;)

Gegenfrage - würdest du dann evtl. überhaupt eine eigene Wohnung haben wollen ? ? ?

Hallo Arco,

vielen Dank erst mal für deine Antwort.
vor ein paar Stunden kann ich von einer Unterredung mit dem stellvertretenden Geschäftsführer meiner ARGE nach Hause. Grund hierfür: ich hatte mich sowohl über die unfreundliche Behandlung durch die diversen Sachbearbeiter sowie die stetig wechselnden Fallmanager (immerhin hatte ich nun in knapp 8 Monaten 3 verschiedene Sachbearbeiter…) und über die in einem Zeitraum von bis weit über 6 Monaten nicht bearbeiteten Anträge und Widersprüche (= Untätigkeit im Amt) sowie über die Unerreichbarkeit meines zuständigen Fallmanagers beschwert.

Zu deinem Posting:
Es entspricht durchaus den Tatsachen: mein Stiefvater hat mir mehrmals angeboten, daß „ich gerne ausziehen könne, wenn ich meinen Mist nicht geregelt bekäme.“ Ich kann auch durchaus verstehen, daß er lieber seine Rente genießen möchte, als beinahe täglich mit meinen sorgen behelligt zu werden. Dies teilte ich auch dem stellvertretenden Geschäftsführer meiner ARGE sowie den anwesenden Sachbearbeitern mit. Anzumerken ist, daß bei dem Gespräch alle meine bisherigen Sachbearbeiter/Fallmanager (der Begriff „Fallmanager“ bekommt in meinen Augen im Bezug auf die ARGE eine doch sehr zynische Doppelbedeutung…) anwesend waren und mich im Quartett unter den Tisch geredet hatten.

Ergebnis des heutigen Gespräches ist:

• Den durch mich längst beantragten Umzug will die ARGE nicht zustimmen.
• Nicht die ARGE sondern ich hätte Fehlverhalten an den Tag gelegt; ergo: alles ist natürlich meine Schuld, so jedenfalls die ARGE.

• Mir wurde durch den stellvertretenden Geschäftsführer meiner ARGE – rhetorisch gewandt durch die Blume -mitgeteilt, „da er mich nicht kenne, müsse er auf eine Bestätigung durch meine Eltern bestehen, damit er Leistungsmißbrauch ausschließen könne.“
-> Man unterstellt mir also quasi einen Betrugsversuch (!).
-> Zudem besagen die internen Durchführungsverordnungen der BA eindeutig , daß – laut SGB II, §9 (9.35) – Zitat: „ Die Widerlegung der Vermutung darf nicht durch überspannte Beweisanforderungen erschwert werden. Es kann von dem Hilfebedürftigen nicht mehr an Beweisen verlangt werden als er tatsächlich erbringen kann.
Das alles interessierte aber die anwesenden Damen und Herren herzlich wenig.
ergo: meine Rechte werden –zugunsten der ARGE- mit Füßen getreten

• Ich muß rückwirkend (!) meine Bewerbungsbemühungen nachweisen, obwohl ich dies bereits an den durch die ARGE festgelegten Terminen in der Vergangenheit erledigt hatte.
-> Man legt mir also die Daumenschrauben an und will, daß ich kusche.

• Der stellvertretenden Geschäftsführer meiner ARGE teilte mir wörtlich in dem Gespräch mit, „daß er Mittel und Wege kenne, um Menschen, die die ARGE ärgern wollen, wieder auf den rechten Weg bringen könne.“ Er verwies auf weitere Leistungskürzungsmöglichkeiten und machte mir –durch die Blume- klar, daß ich so oder so den kürzeren ziehen würde. Zudem wurde mir zu verstehen gegeben, „daß – falls ich ggf. an dienstrechtliche Schritte denken solle- Dienstaufsichtsbeschwerden nicht immer einen Anspruch auf Erfolg haben müssen. Im Gegenteil, oft wären diese sogar kontraproduktiv.“ (!)

…solche Aussagen muß man sich erst mal sehr schonend zu Gemüte führen, damit man nicht gleich zum Suizid Kandidaten wird :-s
Wie auch immer, morgen werde ich mich um einen Beratungsschein kümmern. Ich denke, daß ich meine Zwickmühle „ARGE vs. unkooperative Eltern“ wohl nur durch einen fachlich versierten Anwalt und ggf. durch einen Prozeß vor dem zuständigen Sozialgericht lösen kann :-s

Trotzdem Danke für deinen Hinweis !!

Und :

Ja, ich will sowieso raus …aber mit abgelehntem Umzugsantrag ?! …ziehe ich um, streicht man mir wohl die Unterstützung, davon kann ich ausgehen ….
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Alt 22.08.2006, 19:33   #4
Arco
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Beiträge: 4.272
Arco
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... richtig, gehe zu einem Fachanwalt und lasse dich beraten.

Denn das was da läuft ist unter aller Sau -- und ich nehme mal an, dass du alleine da warst ! !

Deswegen immer mein Rat " immer einen Zeugen mitnehmen " ! ! !
Arco ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2006, 09:35   #5
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ratlos
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Zitat von Arco
... richtig, gehe zu einem Fachanwalt und lasse dich beraten.

Denn das was da läuft ist unter aller Sau -- und ich nehme mal an, dass du alleine da warst ! !

Deswegen immer mein Rat " immer einen Zeugen mitnehmen " ! ! !
Hallo Arco,

richtig geraten; da mir vorab nicht mitgeteilt wurde, dass die "Besprechung" im Kreise aller involvierten Sachbearbeiter stattfindet, war es mir auch nicht möglich, einen Gesprächszeugen beizubringen.
Allerdings lasse ich mich auch nicht einschüchtern. Schlimmer als jetzt kann meine Situation kaum noch werden :kotz:

:icon_kinn: Zudem hat auch ein stellvertretender Geschäftsführer der ARGE einen Vorgesetzten :D

Heute Nachmittag bekomme ich meinen Beratungsschein :D und dann will ich mal sehen, ob in Deutschland -trotz überarbeiteter Sozialgesetzgebung- auch Bürger ohne Arbeit noch Rechte haben und diese auch geltend machen können. Jedenfalls danke ich dir für deine Hilfeversuche- mach et jut :)



______________________________________________________

Update: ich habe seit heute wieder einen neuen Sachbearbeiter

....in 8 Monaten 4 sachbearbeiter ist wohl nicht mehr "durchschnittlich" :-s
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