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Start > > -> 50% Regelsatzkürzung bei Wechselmodell

Bedarfs- / Haushalts- u. Wohngemeinschaften / Familie Alles über Bedarfsgemeinschaften, Haushaltsgemeinschaften & Wohngemeinschaften und Familie


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Alt 16.03.2007, 17:26   #1
Arwen
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Arwen
Standard 50% Regelsatzkürzung bei Wechselmodell

Hallo zusammen!

Ich möchte Euch bitten, mir bei der Lösung eines Problems zu helfen und/oder mir einfach nur Denkstöße zu geben:

Also:

Heute erreichte mich ein Brief "meiner"ArGe, den ich schon seit längerer Zeit erwartet habe.
Es geht darum, dass mein Alleinerziehendenzuschlag ab sofort wegfällt und die Regelleistung Sozialgeld für meine beiden Kinder um 50 Prozent gekürzt wird.

Zitat:
______________________________________________________
"Seit dem 01.02.2006 wenden Sie und Ihr getrennt lebender Ehemann bezüglich der Betreuung Ihrer beiden Kinder das sogenannte "Wechselmodell" an. Demanch leben die Kinder jeweils eine Woche bei Ihnen und eine Woche beim Vater.

Auf Grund des Sachverhaltes kann bei der Gewährung des Sozialgeldes nicht der volle Betrag zur Auszahlung kommen. Des weiteren ist auch eine Alleinerziehung und somit der Anspruch auf den Mehrbedarf nicht mehr gegeben.

Da der Sachverhalt dem Grunde nach bereits seit dem 24.05.2005 (was nicht stimmt, da das Wechselmodell erst Ende Januar 2006 richterlich beschlossen wurde) aktenkundig ist, ist die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigten Verwaltungsaktes nach § 45 Abs. 2 Satz 1 für die Vergangenheit nicht möglich, soweit der Begünstigte auf den Bestand des Verwaltungsaktes vertraut hat und sein Vertrauen unter Abwägung mit dem öffentlichen Interesse an der Rücknahme schutzwürdig ist. (na immerhin...)

Ich habe daher die Änderungen ab dem 01.04.2007 wie folgt umgesetzt:

- Wegfall des Mehrbedarfs für Alleinerziehende
- Kürzung der Regelleistung Sozialgeld für Ihre Kinder um jeweils 50 Prozent."
____________________________________________
(übrigens mit Rechtsbehelfsbelehrung - ich gehe natürlich in den Widerspruch)

So, nun meine Gedanken dazu mit der Bitte um Stellungnahme Eurerseits. Danke im Voraus dafür!

1.
Das Wechselmodell ist ein teueres Modell, da alles für die Kinder in BEIDEN Haushalten vorhanden sein soll (auch im Gespräch mit dem Richter damals wurde dies deutlich), also z.B. doppelt Kleidung, Schuhe, Freizeitartikel, Fahrräder usw., zumal, wenn man nicht "um die Ecke" wohnt, bei uns sind es ca. 5-6 km und die Kinder wechseln mittags nach der Schule zum anderen Elternteil.

Deshalb ist meine Meinung, dass der Regelsatz der Kinder nicht um die Hälfte gekürzt werden dürfte, da z.B. die Schuhe mich ja nun nicht weniger kosten! Soll heißen:

Ich denke, dass NICHT gekürzt werden dürfte bei folgenden Bedarfspositionen:
- Bekleidung und Schuhe
- Wohnung, Energie, Wohnungsinstandhaltung (evtl. Energie, aber wieviel %?!)
- Möbel, Einrichtung, Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt und deren Instandhaltung (soll ich dann im Notfall 1/2 Waschmaschine kaufen? ... oder, wenn ein Bett kaputt geht, beide in einem schlafen lassen? Ach nee, durchsägen ginge ja auch noch...)
- Nachrichtenübermittlung (Telefonkosten etc. bleiben bei Flat...)

usw. und so fort...

Nachdenken könnte man über eine Kürzung bei Ernährung, Gesundheitspflege, Körperpflege, Verkehr, Freizeit-Unterhaltung-Kultur, Andere Waren und Dienstleistungen.

2.
Ist es gerechtfertigt, dass mir der Alleinerziehendenzuschlag von 124,00€ komplett gestrichen wird? Ich denke nein, da ich definitiv jede 2. Woche alleinerziehend bin. Also hälftige Kürzung...

3.
In den Sommerferien sind die Kids 3 Wochen und mehr bei mir, dann wäre es noch knapper bei hälftiger Kürzung...


Mir fehlen ab nächstem Monat über 300 Euro und ich krieg' einfach nur Panik, wenn ich dran denke, zumal sich wohl auch noch mein Minijob demnächst "in Luft auflösen" wird...

Ich weiß, einige denken wohl nun "dann müsste sie ja pro Monat ganz gut ausgekommen sein, wenn die Kids jede zweite Woche weg waren"... ist aber nicht so - außer bei der Ernähung habe ich keinen finanziellen Vorteil gespürt, trotzdem den Kids "Klamotten" gekauft und außerdem noch Eheschulden, Schüler-Bahn-Tickets, Taschengeld komplett allein bezahlt.

Danke für's bis hierhin Durchlesen und ich freu' mich auf Antworten von Euch!

Gruß von Arwen
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Alt 16.03.2007, 17:32   #2
Martin Behrsing
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Man sollte darüber nachdenken, dass allenfalls eine Regelsatzkürzung für die Ernährung bestehen kann.
__

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Martin

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Alt 16.03.2007, 17:34   #3
Arwen
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Ja, ebenfalls mein Gedanke und genau DAS meine ich auch einmal irgendwo gelesen zu haben... ich weiß nur nicht mehr WO... das I'net ist zu groß und weit...

Danke Dir
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Alt 16.03.2007, 18:01   #4
Ralf Hagelstein->Emailproblem
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Ralf Hagelstein
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BUNDESSOZIALGERICHT - Pressestelle -
Graf-Bernadotte-Platz 5, 34119 Kassel
Kassel, den 7. November 2006

Medien-Information Nr. 32/06

Nicht in jedem Fall höheres Arbeitslosengeld II wegen der Ausübung des Umgangsrechts mit minderjährigen Kindern, die beim geschiedenen Ehepartner leben

Der Kläger begehrte höheres Arbeitslosengeld II im Hinblick auf die mit der Ausübung des Umgangsrechts mit seinen beiden minderjährigen Kindern verbundenen Kosten.

Er ist seit 1998 geschieden und lebt allein in Duisburg. Seine beiden, jetzt 14 und 16 Jahre alten Töchter, für die der geschiedenen Ehefrau das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden ist, leben bei ihrer Mutter in Rees/Niederrhein; sie beziehen keine Grundsicherungs- bzw Sozialhilfeleistungen. Die beiden Töchter besuchen den Kläger regelmäßig an Wochenenden und verbringen dabei jeweils zwei Tage beim Kläger. Darüber hinaus fallen auch Besuche über mehrere Tage während der Schulferien an. Die beklagte Arbeitsgemeinschaft lehnte es ab, dem Kläger zusätzliche Leistungen wegen der Ausübung des Umgangsrechts mit den Kindern zu gewähren.

Der 7b. Senat des Bundessozialgerichts hat am 7. November 2006 das Urteil des Sozialgerichts aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Sozialgericht zurückverwiesen

Die Entscheidung des Sozialgerichts beruht auf der unzutreffenden Annahme, dass die Regelleistung des SGB II wegen eines durch die Ausübung des Umgangsrechts mit den Kindern erhöhten Bedarfs des Klägers aufgestockt werden dürfe. Nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers ist dies nicht zulässig

Die höheren Lebenshaltungskosten während der Tage, an denen die Kinder bei dem Kläger wohnen, können allerdings ausgeglichen werden, wenn den Kindern ein eigener Anspruch auf die Regelleistung zusteht; dies wird vom Sozialgericht zu prüfen sein. In Bezug auf die Fahrtkosten könnte ausnahmsweise der zuständige Sozialhilfeträger leistungspflichtig sein; hierfür ist jedoch dessen Beiladung erforderlich.

Az.: B 7b AS 14/06 R - P. ./. ARGE Duisburg
__

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Alt 16.03.2007, 19:07   #5
Arwen
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Danke Ralf, das Urteil des BSG habe ich damals auch mit Interesse zur Kenntnis genommen, FALLS die Kids sich für ein Leben beim Vater entschieden hätten und ICH dann umgangsberechtigt wäre. Habe es mir abgespeichert für den Fall, dass es mal dazu kommt... denn dann würde mir definitiv das Geld für den Umgang mit ihnen fehlen und wohl auch Wohnraum...

Aber bei uns sieht der Fall ja anders aus... wir sind beide sorgeberechtigt und nicht ein Elternteil allein hat das Aufenthaltsbestimmungrecht. Wir betreuen die Kids hälftig.

Darum wurde ja der Regelsatz der beiden um 50% reduziert, aber ich habe nicht 50% weniger Kosten dadurch, dass sie die Hälfte des Monats beim Vater sind! Darum geht es mir...

... und auch darum, dass ich die Hälfte des Monats eben DOCH alleinerziehend bin, weil ich in dieser Zeit keinerlei Entlastung - wie auch immer - von meinem Ex noch sonstwem erhalte. Darum meine ich, zumindest die Hälfte des Alleinerziehendenzuschlags müsste man belassen.

Kann ich zumindest vorab gleichzeitig mit meinem Widerspruch auch die Widereinsetzung in den vorherigen Stand (bei der ArGe?) veranlassen, damit uns bis zu einer endgültigen Entscheidung die Leistungen NICHT gekürzt werden? Den Bescheid über die Kürzung habe ich ja schon, ab April geht's los..

Gruß, Arwen
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Alt 16.03.2007, 19:27   #6
vagabund
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Wenn ich das analog zum obigen Posting von Ralf betrachte, müßte das aus der Sicht der Kinder behandelt werden - Regelleistung für die Kids plus eventueller Mehrbedarf für das Wechselmodel (?) plus KdU (2x).

Der Alleinerziehungszuschlag müßte dir hälftig gewährt werden - wie du schon geschrieben hast, du bist ja jeweils den halben Monat Alleinerziehend.

Ansonsten wärst du ja gegenüber Alleinerziehenden, die den vollen Monat die Kinder betreuen schlechter gestellt.

Aber das wird alles sicher einzuklagen sein.
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Gruß
vagabund
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Die von mir gemachten Aussagen geben meine persönlichen Erfahrungen wieder bzw. stellen meine Meinung dar und keine Rechtsberatung.

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Alt 16.03.2007, 19:36   #7
Ralf Hagelstein->Emailproblem
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Ralf Hagelstein
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Der BGH hatte vor kurzem ein Urteil veröffentlicht.
Dabei ging es um die Berechnung des Unterhaltes, was wohl noch umstritten ist.

Bei Sozialgerichtsbarkeit.de ist noch nichts zum Thema Wechselmodell zu finden.

Was mir bei dem Bescheid fehlt, ist worauf die sich bei der Kürzung berufen.
Welche Rechtsgrundlage?
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Alt 16.03.2007, 19:44   #8
Arwen
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Zitat von vagabund Beitrag anzeigen
Wenn ich das analog zum obigen Posting von Ralf betrachte, müßte das aus der Sicht der Kinder behandelt werden - Regelleistung für die Kids plus eventueller Mehrbedarf für das Wechselmodel (?) plus KdU (2x).
Hallo Vagabund. Der Mehrbedarf beim Wechselmodell wurde bereits beim Unterhalt berücksichtigt bzw. auch wieder nicht, weil es eine Mangelfallberechnung wurde. Und ja... Regelleistung... aber wieviel pro Monat?

Der Alleinerziehungszuschlag müßte dir hälftig gewährt werden - wie du schon geschrieben hast, du bist ja jeweils den halben Monat Alleinerziehend. Danke! Jede Art von Zustimmung hilft mir, auch wenn's keinen Paragraphen dazu gibt! Drück' die Daumen!

Ansonsten wärst du ja gegenüber Alleinerziehenden, die den vollen Monat die Kinder betreuen schlechter gestellt.

Aber das wird alles sicher einzuklagen sein.
Ja, das denke ich auch, da "freu" ich mich auch schon riesig drauf... *leicht-verzweifelt-guck"....
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Alt 16.03.2007, 19:49   #9
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Zitat von Ralf Hagelstein Beitrag anzeigen
Der BGH hatte vor kurzem ein Urteil veröffentlicht.
Dabei ging es um die Berechnung des Unterhaltes, was wohl noch umstritten ist.
Ich weiß nur soviel, dass es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist. So gesehen hatte ich Glück, dass ich in NRW wohne und das OLG Düsseldorf seinerzeit...

Bei Sozialgerichtsbarkeit.de ist noch nichts zum Thema Wechselmodell zu finden.

Was mir bei dem Bescheid fehlt, ist worauf die sich bei der Kürzung berufen.
Welche Rechtsgrundlage?
Aha, die Rechtsgrundlage fehlt... aber das, was ich zitiert habe, ist definitiv das, was als Erläuterung dabei stand... die ArGe ist ja verpflichtet, zu sagen, worauf sie sich beruft, hatte ich vergessen. Danke, dass Du mich darauf hinweist!
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Alt 16.03.2007, 19:55   #10
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Falls es noch jemanden interessiert, wie die neue Berechnung (also 50%-Kürzung bei den Kids) aussieht:

Die Kürzung taucht bei "Einkommen" auf. Außer Unterhalt und Kindergeld steht gibt's nun den Posten "Sonstiges Einkommen" mit der Hälfte des Regelsatzes und wird somit abgezogen vom Bedarf.

KORREKT ist auch das nicht, denn ich bekomme ja dieses Geld nicht auch noch vom Kindesvater.

Aber ich weiß schon, was kommt, wenn ich dagegen Einwand erhebe: "Das Programm gibt es nicht anders her... wir haben keine Möglichkeit... und wir wollen auch eigentlich gar kein Wechselmodell... kennt das Programm nicht, also gibt es das nicht"

Gruß, Arwen
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Alt 16.03.2007, 22:24   #11
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Bekommt denn der Kindesvater die andere "Hälfte" der Regelleistung der Kinder?

Der Tip von Ralf war super... Bescheid/ Kürzung ohne Rechtsgrundlage ist rechtswidrig
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Alt 16.03.2007, 22:58   #12
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Zitat von vagabund Beitrag anzeigen
Bekommt denn der Kindesvater die andere "Hälfte" der Regelleistung der Kinder?

Der Tip von Ralf war super... Bescheid/ Kürzung ohne Rechtsgrundlage ist rechtswidrig
Nein, die abgezogenen 50% bekommt nicht der Vater, weil er arbeitet und keinerlei Leistungen bezieht.

Ja, ich fand' den Hinweis von Ralf auch toll. Dennoch vermutet ich, dass es nichts nutzt... bisschen Zeitgewinn eventuell... man wird sehen. Ich möcht' aber nicht ZU pessimistisch sein...

Aber ich sammele hier ja auch ALLES, was ich irgendwie "verwerten" kann.

Gruß von Arwen
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Alt 17.03.2007, 16:13   #13
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Hallo zusammen,

ich möchte meinen Thread hiermit noch einmal in Erinnerung rufen.

Es ist Wochenende und evtl. sind nun noch mehr User und Gäste hinzugekommen, die sich mit dem Thema besser auskennen... *hoff*

1. Kann ich denn nun die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand bei der ArGe beantragen, damit bis zu einer endgültigen Klärung nach meiner Einlegung des Widerspruchs die Leistung nicht gekürzt wird?

2. Ist es zulässig, dass der Unterhalt, der für die Kids bestimmt ist und deren Bedarf ja bereits gemindert hat durch Einkommensanrechnung, nun NOCH einmal angetastet wird?

Dann müsste ja der Vater die 50% wieder zurückerhalten aber nein, die ArGe streicht's ein... überleg' ich da was falsch?

Ich hatte gehofft, hier Antworten zu finden, um mich nicht auch noch bei papa.com und rabeneltern.de anmelden zu müssen.

Ich weiß aber auch, dass das Thema sehr speziell ist.

Gruß, Arwen
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Alt 18.03.2007, 14:27   #14
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Hallo und ja, ich bin hartnäckig!

Ich weiß, dass sich Viele hier im Augenblick lieber im Diskussionsbereich oder bei OffTopic aufhalten, aber ich kann es nicht glauben, dass niemand mir zumindest die Frage 1 mit evtl. zu beachtenden Hinweisen (Form, Paragraph etc.) beantworten kann. Das ist für mich Neuland.

Ich würde nicht fragen, wenn ich keine Hilfe bräuchte und ich habe erfahren, dass diese hier auch im Allgemeinen gegeben wird.
Ich brauch' Euch nun eben auch einmal. Menno!

Gruß, Arwen
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Alt 18.03.2007, 15:51   #15
Ralf Hagelstein->Emailproblem
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Ralf Hagelstein
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Hallo Arwen,

ich würde in Deinem Fall zu einem Fachanwalt für Sozialrecht gehen, das wird ein langer Klageweg.
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Ralf Hagelstein ist offline  
Alt 18.03.2007, 16:04   #16
Martin Behrsing
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Hallo Arwen,

eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand ist nur möglich, wenn Du unverschuldet keinen Widerspruch einlegen konntest.
Wenn ich es richtig verstanden habe, müsstest Du erst einmal Widerspruch einlegen. Beantrage gleichzeitig die Aussetzung der aufschiebenden Wirkung gem. § 86a SGG.

Dazu setze eine Frist von 14 Tagen. Sollte bisdahin nicht entschieden sein, kannst Du beim Sozialgericht einen Eilantrag gem. § 86a beantragen:

Aussetzung der aufschiebenden Wirkung des Bescheides vom:.....

Dann müsstest Du mal deine Situation genau darlegen. Notfalls kannst Du mir mal die Sache aufschreiben. Dazu gehören dann aber auch alle kosten, die mit dem Wechselmodell verbunden sind. Denn das Urteil vom Bundessozialgericht war leider nicht so toll. Aber eventuell kann man den Fall hier anders aufrollen und gleichzeitig verfassungsrechtliche Bedenken mit einbringen.
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Martin

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Martin Behrsing ist gerade online  
Alt 18.03.2007, 16:05   #17
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Zitat von Ralf Hagelstein Beitrag anzeigen
Hallo Arwen,

ich würde in Deinem Fall zu einem Fachanwalt für Sozialrecht gehen, das wird ein langer Klageweg.
Ja, sieht ganz so aus...

Ich werde morgen erst einmal mit meiner Anwältin für Familienrecht telefonieren, die mich seit über einem Jahr "begleitet"... zumindest dürfte ihr das Thema nicht unbekannt sein ... hier trifft ja mal wieder Sozialrecht auf Familienrecht... die eine Abteilung interessiert nicht, was die andere sagt... und DAS geht meiner Meinung nach nicht!

Danke Ralf...
Arwen ist offline  
Alt 18.03.2007, 16:12   #18
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Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Hallo Arwen,

eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand ist nur möglich, wenn Du unverschuldet keinen Widerspruch einlegen konntest.
Wenn ich es richtig verstanden habe, müsstest Du erst einmal Widerspruch einlegen. Beantrage gleichzeitig die Aussetzung der aufschiebenden Wirkung gem. § 86a SGG.

Dazu setze eine Frist von 14 Tagen. Sollte bisdahin nicht entschieden sein, kannst Du beim Sozialgericht einen Eilantrag gem. § 86a beantragen:

Aussetzung der aufschiebenden Wirkung des Bescheides vom:.....

Dann müsstest Du mal deine Situation genau darlegen. Notfalls kannst Du mir mal die Sache aufschreiben. Dazu gehören dann aber auch alle kosten, die mit dem Wechselmodell verbunden sind. Denn das Urteil vom Bundessozialgericht war leider nicht so toll. Aber eventuell kann man den Fall hier anders aufrollen und gleichzeitig verfassungsrechtliche Bedenken mit einbringen.
Hallo Martin!

Ich setzte erst einmal den Widerspruch auf - mit Fristsetzung - und melde mich dann wieder, wenn ich eine Reaktion (oder keine ) habe... und danke für den Paragraphen!

Gruß, Arwen
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Alt 24.07.2007, 14:48   #19
Indiensummer23->Emailproblem
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Indiensummer23
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Arwen ein rat auch von mi rwenn das nicht geklärt ist hole dir ein berater schein und geh damit zum anwalt kostet doch nur 10 euro.grinsi.Die arge ist doch nicht ganz dicht.
Indiensummer23 ist offline  
Alt 24.07.2007, 14:52   #20
Arwen
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und


Siehste, so einfach ist das... und schon hast Du jemandem geholfen!
... naja, wenigstens zum Lachen gebracht - und das ist schon viiiiiel!



Danke und Gruß, Arwen



PS:
Zitat:
Die arge ist doch nicht ganz dicht.
Darf ich das dann so zitieren? Ok.
__



Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet,
dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Arwen ist offline  
Alt 24.07.2007, 15:43   #21
Kerstin_K
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Zitat von Arwen Beitrag anzeigen
Falls es noch jemanden interessiert, wie die neue Berechnung (also 50%-Kürzung bei den Kids) aussieht:

Die Kürzung taucht bei "Einkommen" auf. Außer Unterhalt und Kindergeld steht gibt's nun den Posten "Sonstiges Einkommen" mit der Hälfte des Regelsatzes und wird somit abgezogen vom Bedarf.

KORREKT ist auch das nicht, denn ich bekomme ja dieses Geld nicht auch noch vom Kindesvater.

Aber ich weiß schon, was kommt, wenn ich dagegen Einwand erhebe: "Das Programm gibt es nicht anders her... wir haben keine Möglichkeit... und wir wollen auch eigentlich gar kein Wechselmodell... kennt das Programm nicht, also gibt es das nicht"


Gruß, Arwen
Wa sich an dre ganzen Sache nicht verstehe: Es geht doch um den Regelsatz der Kinder. Sind die denn wegen des Wechselmodells weniger bedürftig oder brauchen weniger Essen?
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
Alt 24.07.2007, 16:06   #22
Arwen
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Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Wa sich an dre ganzen Sache nicht verstehe: Es geht doch um den Regelsatz der Kinder. Sind die denn wegen des Wechselmodells weniger bedürftig oder brauchen weniger Essen?
Hallo Kerstin,

die Kids sind ja eine Woche abwechselnd beim Vater, der erwerbstätig ist, also kein AlgII-Empfänger, eine Woche bei mir.

Wenn, dann würde ich die Reduzierung dessen akzeptieren, was im Regelsatz für Ernährung vorgesehen ist, nicht aber z.B. die Reduzierung "Kosten für Kleidung".

Wir sind vom Familienrichter angehalten, in beiden Haushalten das für die Kinder Notwendige vorzuhalten; die beiden sollen wenn möglich keinerlei Gepäck hin- und herschleppen und aus dem Koffer leben...

Mir wird die RL für die Kinder halbiert, dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass deshalb nicht gleichzeitig Kinderschuhe plötzlich nur noch die Hälfte kosten oder ich nur den rechten Schuh kaufen kann. Mein Ex zahlt Kindesunterhalt (wird natürlich angerechnet...) und ist nicht bereit, auch noch den anderen Schuh für "meinen Haushalt" zu finanzieren... um das mal bildlich auszudrücken, es geht ja nicht nur um Schuhe...


Gruß, Arwen
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Alt 24.07.2007, 16:19   #23
Kerstin_K
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Arwen,

ich habe das schon verstanden. Aber ich sehe das halt aus der Sicht der Kinder: Der Vater kommt seiner Unterhaltspflicht durch die Unterhaltszahlungen und den Naturalunterhalt, wenn die Kinder bei ihm sind, nach. Du bist selber bedüftig, also kannst Du keinen Unterhalt leisten. Ixh sehe da wirklich keien Möglichkeit, warum die ARGE bei den Kindern kürzen könnte (ich weiß, sie tun es trotzdem). Der Regelsatz steht ihnen zu, egal, ob sie bei Dir, beim Vater oder auf ner Klassenfahrt oder sonst wo sind. Schließlich wird der Unterhalt den Kindern ja auch angerechnet und nur, weil sie beim PApa sind, bekommen sie ja nicht mehr Unterhalt.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
Alt 24.07.2007, 16:24   #24
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Kurz: Ja

Ich werd' klagen müssen
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Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet,
dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell
Arwen ist offline  
Alt 24.07.2007, 23:11   #25
Indiensummer23->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 21.07.2007
Beiträge: 44
Indiensummer23
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Klage doch kostet doch nur 10 euro grinsi.Bei soviel stress mächte ich dich nir ein wenig aufheitern.
Wie wäre es wenn wir mit den Beamten wie sie sich ja Schümpfen Beamtenmikado spielen?wer sich zuerstbewegt hat verloren und ist für immer ein Loser.....Hihihih
Indiensummer23 ist offline  
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regelsatzkuerzung, regelsatzkürzung, wechselmodell

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