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Start > > -> Demo gegen die Krise 28. März 2009

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Alt 06.04.2009, 02:36   #376
Tramp
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Cool AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Mal so grob gesehen was mir einfällt warum man auf Politik und andere "Glaubensbekenntnisse" verzichten sollte, wenn es um Protest geht.

Hartz IV -

Wird und wurde von den meisten Politikern und Wirtschaftseliten für richtig gehalten, von den Gewerkschaften geduldet und von manchen als Thema zum Wahlkampf benutzt.

Bespitzelung von Arbeitnehmern -

Lidl - Bahn - Telekom - ?... Solche Skandale können meiner Ansicht nach nur passieren, wenn die Politik pennt, oder aber die Bedingungen für sowas erst möglich macht. Das die "Macht" der Gewerkschaften das nicht verhindern konnte, zeigt deutlich, dass die Gewerkschaften entweder kein wirkliches Interesse haben, oder einfach nur damit beschäftigt sind, sich selbst zu erhalten.

Einteurojobs - Dumpinglöhne - Zeit/Leih/Sklavenjobs -

Das wurde auch nur erreicht weil sich scheinbar viele einig waren oder es zuwenig Gegenwehr gab, gerade von denen die auch Einfluss hätten, Gewerkschaften und auch (Christliche) - Sozialverbände die wohl auch ein Stückchen vom Kuchen haben wollten - in diesem "Kreislauf" von Verlogenheit und Heuchelei. (Erwerbslos - "Bildungs"träger - Eineurojob - Praktikum - Bewerbungstraining - Zeit/Sklavenarbeit - Erwerbslos)

IEONIE:ON - Wenn man das hintersich hat bleibt einem wohl nur noch die eigene Einweisung in die Klappse um diesen Teufelskreislauf zu entkommen. - IRONIE:OFF

Ganz allgemein die schleichende Aushöhlung von Bürgerrechten -

Der Datenschutz und die Überwachung von Menschen die so zu potentiellen Tätern gebrandmarkt werden um angeblich vor Terrorakten zu schützen. Mit dem ständigen Alibiphantom - Terrorist - konnten politisch Mittel eingesetzt werden, die auf das selbstbestimmte Leben der Bevölkerung starken Einfluss hat und sich nicht so leicht wieder Rückgängig machen lassen. Die Auswirkungen dadurch werden wir wohl noch lange spüren. Übrigens meinte jemand von der Polizeigewerkschaft, die Mafia konnte hier seelenruhig ihren "Geschäften" nachgehen und weiter ausbauen, weil sich alles auf das "Phantom Islamist/Terrorist" konzentrieren sollte. Die geleistete Arbeit gegen die Mafia ist so gegen die Katz und wenn überhaupt nur mit viel Mühe wieder aufzuholen!?

Neoliberale - Banken -finanzkrise - Hedgefonds - Unternehmensberater - Lobbyisten -

Da könnte man ja jetzt auch so einiges aufzählen, aber das ist ja nun auch schon seit längere Zeit gegenwärtig. Nicht zu vergessen die etlichen Korruptionsfälle z.B. Siemens u.s.w.!


Es gibt bestimmt noch viel mehr was man aufzählen könnte, gerade im Abbau von Errungenschafften in sozialen Bereichen.

Wenn man jetzt noch die Privatisierungen von Post und Bundesbahn mit einbezieht sind in den letzten zehn Jahren, Lebensbedingungen entstanden und künstlich herbeigeführt worden, die deutlich Ungerecht sind, da muss man sich doch fragen wo die ganzen sozialen Verbände, Gewerkschaften und auch die Kirchen waren, die ja nun in dem nicht gerade armen D auch Einfluss haben, wenn sie was erreichen wollen.

Ach ja, da kommen jetzt auch häufiger Floskeln wie: Man konnte das mit der Krise ja nicht voraussehen!? Ich lach mich schlapp! Da plappern "Experten" im sekundentackt von Aktienkursen, Renditen und bla, bla, in allen Medien wird man von Aktienkursen, Renditen, Finanzen zugemüllt und Analysen erstellt und jeder "Experte" weis ganz genau bescheid was, wie, wo gemacht werden muss um dieses und jenes zu erreichen. Gibt ja ein schönes Beispiel von Volker Pispers über die "ANALYSTEN" die ständig Prognosen über Jahrzehnte hinweg erstellen!?

Und plötzlich konnte man Nix ahnen??? Diese Strategen verdienen ein Schweinegeld und werden immer und immer wieder als Experten eingeladen und um Rat gefragt, ich fasse es nicht. Sehr viele von dieser Sorte schaffen es "ihr" Geld vorausschauend zu vermehren oder zu verstecken. (Lichtenstein) Aber das mal eine Finanz- bankkrise kommen könnte, neeein, um Gottes Willen, dass kann doch kein Zocker äh Mensch ahnen!?

Und wenn man jetzt mal die Zusammenhänge der Globalisierung hinten anstellt und nur mal D betrachtet, dann habe ich auch das Gefühl, dass wirklich alles von der Politik getan wird, dass nach aussen hin die "Arbeitslosenstatistik" stimmt! Egal was man durchsetzen will, es kommt bestimmt die Erpressung oder das Alibiargument "Arbeitsplätze" vor, das und Terror in jedem zweiten Satz "embeded" und schon schalten die Gehirne auf "STOPP"....Alarm! Alarm! Alarm!...bitte nicht weiter denken und auf Befehlsannahme schalten.....Achtung es geht um Arbeitsplätze....Großhirn an Kleinhirn...die Löhne müssen sinken - die Rechte der Arbeitnehmer eingeschränkt und auf volle Kontrolle eingestellt werden......

Ich wünsche mir das die Betroffenen es selbst schaffen stark zu protestieren, wenn dieser Traum wahr werden würde, dann hätten die Verantwortlichen ein grosses Problem und wir ein viel stärkeres Selbstvertrauen als Solidargemeinschafft, denn ich habe zu den grossen klassischen sozialen Verbänden nicht mehr besonders viel vertrauen.

 
Alt 06.04.2009, 02:49   #377
Sancho
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Ich persönlich halte ein Aufgeben immer für den falschen Weg!
Aber wir denken auch bei der Montagsdemo immer wieder frustriert darüber nach wieso wir nicht mehr werden, ob die vielen Betroffenen denn nur depressiv in ihren Zimmern hocken und glauben, dass sie eh gar nichts machen können?
Aber bei den Endsechzigern und Endachtzigern, da gab es doch große Demonstrationen!
Lähmt die Angst vor Arbeitslosigkeit sowohl Hirn und Widerstand?

Das wäre schwer zu ertragen!

Kaleika
Ich war Anfangs eine lange Zeit bei den Montagsdemos dabei, nicht nur bei mir in der Nähe, was mich aber immer wieder genervt hat, war die Ideenlosigkeit der Veranstalter (und dann auch noch das "Inbesitznehmen sog. sozialer Parteien). Es war Woche für Woche immer das Gleiche, nichts Neues, kaum neue Reden und immer wieder der gleiche Ablauf.

Das Langweilt und wenn das über längere Zeit so geht, warum sollte man doch noch hingehen? Auch wenn die Reden ab und zu mal etwas "umformuliert" wurden, war es trotzdem immer wieder das Gleiche. Das nervt, langweilt und man verliert die Lust.

Sowas zu machen ist fast wie Marketing, man muß die Leute auch darauf gespannt machen, was beim nächsten Mal passieren könnte. Wissen die Mitstreiter, das sich nur unwesentlich etwas ändert, dann gehen die auch nicht hin. Passiert öfters mal was Neues, sind sie gespannt, erzählen Anderen dann wieder davon, das es Abwechslungsrech ist, wollen die das auch sehen und "nebenbei" erzählt man den Zuschauern, was Hartz IV mit den Löhnen und meinetwegen den Umsätzen der Geschäfte zu tun hat, wie man sich als Betroffener fühlt, mit diesem Gesetz zurecht zu kommen bzw.wie man unter diesen Gesetzen zu leiden hat.

Das fiel mir bei den Demos auf.
 
Alt 06.04.2009, 03:01   #378
Sancho
Gast
 
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Tramp Beitrag anzeigen
Mal so grob gesehen was mir einfällt warum man auf Politik und andere "Glaubensbekenntnisse" verzichten sollte, wenn es um Protest geht.

Hartz IV -

Wird und wurde von den meisten Politikern und Wirtschaftseliten für richtig gehalten, von den Gewerkschaften geduldet und von manchen als Thema zum Wahlkampf benutzt.

Von den Arbeitgeberverbänden so gewollt und von Beratungsfirmen "öffentlichkeitswirksam" in Szene gesetzt, so dass jeder glauben musste/sollte, das es "unbedingt notwendig" sein sollte.

Bespitzelung von Arbeitnehmern -

Lidl - Bahn - Telekom - ?... Solche Skandale können meiner Ansicht nach nur passieren, wenn die Politik pennt, oder aber die Bedingungen für sowas erst möglich macht. Das die "Macht" der Gewerkschaften das nicht verhindern konnte, zeigt deutlich, dass die Gewerkschaften entweder kein wirkliches Interesse haben, oder einfach nur damit beschäftigt sind, sich selbst zu erhalten.

Ob die Politik wirklich pennt, oder es duldet wäre auch eine gute Frage.

Einteurojobs - Dumpinglöhne - Zeit/Leih/Sklavenjobs -

Das wurde auch nur erreicht weil sich scheinbar viele einig waren oder es zuwenig Gegenwehr gab, gerade von denen die auch Einfluss hätten, Gewerkschaften und auch (Christliche) - Sozialverbände die wohl auch ein Stückchen vom Kuchen haben wollten - in diesem "Kreislauf" von Verlogenheit und Heuchelei. (Erwerbslos - "Bildungs"träger - Eineurojob - Praktikum - Bewerbungstraining - Zeit/Sklavenarbeit - Erwerbslos)

IEONIE:ON - Wenn man das hintersich hat bleibt einem wohl nur noch die eigene Einweisung in die Klappse um diesen Teufelskreislauf zu entkommen. - IRONIE:OFF

Jo, erst wird zuerst daran gedacht, was es an Geldern bringen kann, wenn man wehrlose Sklaven einsetzen darf

Ganz allgemein die schleichende Aushöhlung von Bürgerrechten -

Der Datenschutz und die Überwachung von Menschen die so zu potentiellen Tätern gebrandmarkt werden um angeblich vor Terrorakten zu schützen. Mit dem ständigen Alibiphantom - Terrorist - konnten politisch Mittel eingesetzt werden, die auf das selbstbestimmte Leben der Bevölkerung starken Einfluss hat und sich nicht so leicht wieder Rückgängig machen lassen. Die Auswirkungen dadurch werden wir wohl noch lange spüren. Übrigens meinte jemand von der Polizeigewerkschaft, die Mafia konnte hier seelenruhig ihren "Geschäften" nachgehen und weiter ausbauen, weil sich alles auf das "Phantom Islamist/Terrorist" konzentrieren sollte. Die geleistete Arbeit gegen die Mafia ist so gegen die Katz und wenn überhaupt nur mit viel Mühe wieder aufzuholen!?

Die Angriffe auf die freie Meinung, die Privatsphäre und das Ausspähen der Bürger überall ist doch ein weitaus größerer terroristischer Angrif auf uns wie "El Kaida".

Neoliberale - Banken -finanzkrise - Hedgefonds - Unternehmensberater - Lobbyisten -

Da könnte man ja jetzt auch so einiges aufzählen, aber das ist ja nun auch schon seit längere Zeit gegenwärtig. Nicht zu vergessen die etlichen Korruptionsfälle z.B. Siemens u.s.w.!


Es gibt bestimmt noch viel mehr was man aufzählen könnte, gerade im Abbau von Errungenschafften in sozialen Bereichen.

Wenn man jetzt noch die Privatisierungen von Post und Bundesbahn mit einbezieht sind in den letzten zehn Jahren, Lebensbedingungen entstanden und künstlich herbeigeführt worden, die deutlich Ungerecht sind, da muss man sich doch fragen wo die ganzen sozialen Verbände, Gewerkschaften und auch die Kirchen waren, die ja nun in dem nicht gerade armen D auch Einfluss haben, wenn sie was erreichen wollen.

Ach ja, da kommen jetzt auch häufiger Floskeln wie: Man konnte das mit der Krise ja nicht voraussehen!? Ich lach mich schlapp! Da plappern "Experten" im sekundentackt von Aktienkursen, Renditen und bla, bla, in allen Medien wird man von Aktienkursen, Renditen, Finanzen zugemüllt und Analysen erstellt und jeder "Experte" weis ganz genau bescheid was, wie, wo gemacht werden muss um dieses und jenes zu erreichen. Gibt ja ein schönes Beispiel von Volker Pispers über die "ANALYSTEN" die ständig Prognosen über Jahrzehnte hinweg erstellen!?

Und plötzlich konnte man Nix ahnen??? Diese Strategen verdienen ein Schweinegeld und werden immer und immer wieder als Experten eingeladen und um Rat gefragt, ich fasse es nicht. Sehr viele von dieser Sorte schaffen es "ihr" Geld vorausschauend zu vermehren oder zu verstecken. (Lichtenstein) Aber das mal eine Finanz- bankkrise kommen könnte, neeein, um Gottes Willen, dass kann doch kein Zocker äh Mensch ahnen!?

Und wenn man jetzt mal die Zusammenhänge der Globalisierung hinten anstellt und nur mal D betrachtet, dann habe ich auch das Gefühl, dass wirklich alles von der Politik getan wird, dass nach aussen hin die "Arbeitslosenstatistik" stimmt! Egal was man durchsetzen will, es kommt bestimmt die Erpressung oder das Alibiargument "Arbeitsplätze" vor, das und Terror in jedem zweiten Satz "embeded" und schon schalten die Gehirne auf "STOPP"....Alarm! Alarm! Alarm!...bitte nicht weiter denken und auf Befehlsannahme schalten.....Achtung es geht um Arbeitsplätze....Großhirn an Kleinhirn...die Löhne müssen sinken - die Rechte der Arbeitnehmer eingeschränkt und auf volle Kontrolle eingestellt werden......

Ich wünsche mir das die Betroffenen es selbst schaffen stark zu protestieren, wenn dieser Traum wahr werden würde, dann hätten die Verantwortlichen ein grosses Problem und wir ein viel stärkeres Selbstvertrauen als Solidargemeinschafft, denn ich habe zu den grossen klassischen sozialen Verbänden nicht mehr besonders viel vertrauen.
Eben, der Staat denkt nicht. Wenn er denken würde, wäre ihm aufgefallen, das im Nachhinein ein Verkauf von Staats- und Kommuneneigentum es nur Nachteile gibt, nachdem die "Gelder aus dem Erlös" aufgebraucht wurden, fehlen ihm wieder die Einnahmen aus Mieten, Pachten usw.

Gute Analyse
 
Alt 06.04.2009, 06:29   #379
Sancho
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

So, fertsch


YouTube - Proteste gegen die Krise in FFM und B
 
Alt 06.04.2009, 07:30   #380
elgoki
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elgoki
Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009


Gut gemacht!!!
__

Meine bescheidenen Äußerungen sind meine private Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar!!!

Verlieren können wir nur unsere Angst, die Würde kann uns keiner nehmen!

Vorwärts, und nicht vergessen,
worin uns´re Stärke besteht!
Beim Hungern und beim Essen,
vorwärts, nie vergessen, die Solidarität!


elgoki ist offline  
Alt 06.04.2009, 07:59   #381
Rounddancer
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Aber bei den Endsechzigern und Endachtzigern, da gab es doch große Demonstrationen!
Lähmt die Angst vor Arbeitslosigkeit sowohl Hirn und Widerstand?
Nun, ich war 68 mit dabei. Die Proteste damals fußten auf Studenten, die noch Zeit hatten zum Studium,- und sich noch nicht darum sorgen mußten, ob und wo sie nach dem Studium einen Arbeitsplatz bekommen würden.
Ihnen machte "der Mief unter den Talaren" und die Notstandsgesetze mehr Sorgen.

Auch die Arbeiterproteste damals bestanden fast nur aus Studenten,- fast nicht aus Arbeitern. Der deutsche Arbeiter ging weiter morgens um sechs zur Arbeit, quoll zu Massen aus S-Bahnen und Vorortzügen, im rechten Arm die Bild-Zeitung, und in der Hand die Tasche oder den Henkelmann mit dem Vesper. Für sie galt: "Ich halt' mei Gosch', ich schaff' beim Bosch!",- schließlich hatten sie ihr Auskommen, und eine Zukunftsperspektive bei der Firma, auch für Kinder und Enkel.

Auch damals gab es schon Studenten, die stattdessen gezielt an der eigenen Karriere arbeiteten. Die gingen zum RCDS und zur Jungen Union, studierten Jura oder Wirtschaftswissenschaften,- bekamen über das CDU-Netzwerk und den Wirtschaftsrat Praktika und mehr von Unternehmen.
Sie nahmen sich keine Zeit, um sich außerhalb dieser genannten Organisationen zu engagieren. Sie belächelten die, die Geisteswissenschaften, etc. studierten, und sich bei Demos naßspritzen, von Polizisten verprügeln und einbuchten ließen.

Die Proteste der 80er-Jahre, da gingen Studenten auf die Straße, die schon aus Schweden, Dänemark, etc. mitbekommen hatten, daß Akademiker, erst recht geisteswissenschaftliche, künftig vermehrt ohne adäquate Stelle sein würden,- Beispiele waren da die akademischen Taxifahrer in den genannten Ländern.
Die, die Wirtschaftswissenschaften studierten, kümmerten sich weiter mit guten Aussichten um ihre Karrieren, die Jura-Studierenden hatten schon die Probleme zu spüren,- schließlich waren da schon viele Stellen durch die besetzt, die 1968 Jura studierten.

Damals gab es sogar Arbeiterproteste: Die Gewerkschaften fühlten sich stark, waren es auch, sie hatten viele Mitglieder und volle Kassen.
Aber, wer vor Ort war, oder auch die Bilder und O-Töne der Arbeiterdemos mitbekam, die Aktiven dort waren fast nur Ausländer, Gastarbeiter. Die deutschen Arbeiter sahen noch immer ihre Perspektive in ihren Firmen, für sich, die Kinder und Enkel.

Heute? Die Gewerkschaften sind schwach, selbst öffentliche Verwaltungen und viele Betriebe, ja ganze Wirtschaftszweige sind aus der Tarifbindung raus, arbeiten nun mit Haustarifen oder mit Zeitarbeitsunternehmen, mit Minijobbern (die oft noch immer nicht wissen, daß sie auch Rechte haben,- oder das wissen, aber sich nicht trauen, sie geltend zu machen und statt den vier Euros für die Gewerkschaft lieber den Kindern sechs Liter Milch kaufen). Die Menschen haben in der Schröder-Zeit die Gewerkschaft verlassen, sei es, weil sie meinten, sich den Beitrag sparen zu können, oder aus Frust, weil die Gewerkschaften unter Schröder den Schwanz einzogen.

Studenten haben den Druck der Studiengebühren, und die Aussicht, ihr Leben am Existenzminimum verbringen zu müssen,- im Nacken ein Berg Schulden vom Studium. Es werden vermehrt Wirtschaftswissenschaften studiert, aber mit den Zielen Bachelor und Master. Verschult, mit engem Zeitplan, Praktika und Prüfungen unterm Jahr. Und immer die Angst, im Internet Texte, Bilder und Meinungen zu hinterlassen, die ihnen dann das ganze Leben versauen könnten.

Die deutschen Arbeiter, und auch die Angestellten, jeder für sich, hoffen wenigstens in Arbeit bleiben zu können, nicht in Hartz IV fallen zu müssen, die Arbeitslosen, jeder für sich hofft darauf, wieder in Arbeit zu kommen, und auch, daß es möglichst niemand mitkriegt, daß man arbeitslos ist.
Nur nicht öffentlich auffallen, ist die Devise.
Und selbst wenn, dann fehlt hinten und vorne das Geld, und sei es nur die vier Euro sechzig, um von daheim zur Demo und zurück zu kommen.
Rounddancer ist offline  
Alt 11.04.2009, 18:41   #382
Mario Nette
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Video aus Berlin - Rede von Prof. Grottian: Rede von Peter Grottian am 28. März 2009 | freundeskreis videoclips

edit: War dies schon dabei?: kanalB.org --- letzter clip: 08.04.2009 18:46 --- clips: 1.973 --- userInnen: 65

edit2: Noch eins: Wir zahlen nicht für eure Krise! | freundeskreis videoclips

edit3: Hier gut dokumentiert, wie brachial die *ullen gegen Teilnehmer in Berlin vorgehen und welcher Ton dort herrscht: YouTube - Demo "Wir zahlen nicht für eure Krise" Berlin 28.3.2009

edit4: kiez tv (HD, gute Internetverbindung notwendig): kiez-TV - Filme (hier "normal": YouTube - Großdemo: Wir zahlen nich eure Krise!)

Mario Nette
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Alt 11.04.2009, 20:01   #383
Kaleika
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
Ich war Anfangs eine lange Zeit bei den Montagsdemos dabei, nicht nur bei mir in der Nähe, was mich aber immer wieder genervt hat, war die Ideenlosigkeit der Veranstalter (und dann auch noch das "Inbesitznehmen sog. sozialer Parteien). Es war Woche für Woche immer das Gleiche, nichts Neues, kaum neue Reden und immer wieder der gleiche Ablauf.

Das Langweilt und wenn das über längere Zeit so geht, warum sollte man doch noch hingehen? Auch wenn die Reden ab und zu mal etwas "umformuliert" wurden, war es trotzdem immer wieder das Gleiche. Das nervt, langweilt und man verliert die Lust.

Sowas zu machen ist fast wie Marketing, man muß die Leute auch darauf gespannt machen, was beim nächsten Mal passieren könnte. Wissen die Mitstreiter, das sich nur unwesentlich etwas ändert, dann gehen die auch nicht hin. Passiert öfters mal was Neues, sind sie gespannt, erzählen Anderen dann wieder davon, das es Abwechslungsrech ist, wollen die das auch sehen und "nebenbei" erzählt man den Zuschauern, was Hartz IV mit den Löhnen und meinetwegen den Umsätzen der Geschäfte zu tun hat, wie man sich als Betroffener fühlt, mit diesem Gesetz zurecht zu kommen bzw.wie man unter diesen Gesetzen zu leiden hat.

Das fiel mir bei den Demos auf.
Unsere Montagsdemo ist natürlich textlastig wegen der vielen Redebeiträge.
Einige von uns sprechen frei, sodass es lebendiger rüberkommt.
Wir haben auch schon Trompete, Gitarre gespielt, gesungen, Theater gespielt, Kabarett vorgeführt, uns verkleidet, verteilen Brötchen.....
Bei Regen, Kälte oder Hitze sind wir noch weniger und selten kommen mal mehr.
Einige sagen, sie würden ja kommen, wenn nicht die MLPD da wäre. Tolle Ausrede, denn bei uns sind sie ganz "zahm", sorgen wir anderen für die Überparteilichkeit der Bremer Montagsdemo!
Es will mir einfach nicht ins Hirn, wieso 1968 die Bürger wegen einer popeligen Fahrpreiserhöhung wütend auf die Straße gingen und heute vor der Verfolgungsbetreuung kuschen, obwohl es sie ihre Wohnung, ihre Existenz kosten kann!


Zitat von Rounddancer Beitrag anzeigen
Nun, ich war 68 mit dabei. Die Proteste damals fußten auf Studenten, die noch Zeit hatten zum Studium,- und sich noch nicht darum sorgen mußten, ob und wo sie nach dem Studium einen Arbeitsplatz bekommen würden.
Ihnen machte "der Mief unter den Talaren" und die Notstandsgesetze mehr Sorgen.

1968 war ich nicht dabei, weil erst elf Jahre alt.

Auch die Arbeiterproteste damals bestanden fast nur aus Studenten,- fast nicht aus Arbeitern. Der deutsche Arbeiter ging weiter morgens um sechs zur Arbeit, quoll zu Massen aus S-Bahnen und Vorortzügen, im rechten Arm die Bild-Zeitung, und in der Hand die Tasche oder den Henkelmann mit dem Vesper. Für sie galt: "Ich halt' mei Gosch', ich schaff' beim Bosch!",- schließlich hatten sie ihr Auskommen, und eine Zukunftsperspektive bei der Firma, auch für Kinder und Enkel.

Die Arbeiter laufen auch heute noch mit eben dieser Gazette unterm Arm herum.

Auch damals gab es schon Studenten, die stattdessen gezielt an der eigenen Karriere arbeiteten. Die gingen zum RCDS und zur Jungen Union, studierten Jura oder Wirtschaftswissenschaften,- bekamen über das CDU-Netzwerk und den Wirtschaftsrat Praktika und mehr von Unternehmen.
Sie nahmen sich keine Zeit, um sich außerhalb dieser genannten Organisationen zu engagieren. Sie belächelten die, die Geisteswissenschaften, etc. studierten, und sich bei Demos naßspritzen, von Polizisten verprügeln und einbuchten ließen.

Die Proteste der 80er-Jahre, da gingen Studenten auf die Straße, die schon aus Schweden, Dänemark, etc. mitbekommen hatten, daß Akademiker, erst recht geisteswissenschaftliche, künftig vermehrt ohne adäquate Stelle sein würden,- Beispiele waren da die akademischen Taxifahrer in den genannten Ländern.
Die, die Wirtschaftswissenschaften studierten, kümmerten sich weiter mit guten Aussichten um ihre Karrieren, die Jura-Studierenden hatten schon die Probleme zu spüren,- schließlich waren da schon viele Stellen durch die besetzt, die 1968 Jura studierten.

Damals gab es sogar Arbeiterproteste: Die Gewerkschaften fühlten sich stark, waren es auch, sie hatten viele Mitglieder und volle Kassen.
Aber, wer vor Ort war, oder auch die Bilder und O-Töne der Arbeiterdemos mitbekam, die Aktiven dort waren fast nur Ausländer, Gastarbeiter. Die deutschen Arbeiter sahen noch immer ihre Perspektive in ihren Firmen, für sich, die Kinder und Enkel.

Heute? Die Gewerkschaften sind schwach, selbst öffentliche Verwaltungen und viele Betriebe, ja ganze Wirtschaftszweige sind aus der Tarifbindung raus, arbeiten nun mit Haustarifen oder mit Zeitarbeitsunternehmen, mit Minijobbern (die oft noch immer nicht wissen, daß sie auch Rechte haben,- oder das wissen, aber sich nicht trauen, sie geltend zu machen und statt den vier Euros für die Gewerkschaft lieber den Kindern sechs Liter Milch kaufen). Die Menschen haben in der Schröder-Zeit die Gewerkschaft verlassen, sei es, weil sie meinten, sich den Beitrag sparen zu können, oder aus Frust, weil die Gewerkschaften unter Schröder den Schwanz einzogen.

Aber hast Du den Eindruck, das sich die Gewerkschaften heute noch für ihr angestammtes Klientel einsetzen? Oder gibt es hier nicht auch schon zu viele "Bosse", die gerne kassieren und sich mit den Unternehmern gut stellen?

Studenten haben den Druck der Studiengebühren, und die Aussicht, ihr Leben am Existenzminimum verbringen zu müssen,- im Nacken ein Berg Schulden vom Studium. Es werden vermehrt Wirtschaftswissenschaften studiert, aber mit den Zielen Bachelor und Master. Verschult, mit engem Zeitplan, Praktika und Prüfungen unterm Jahr. Und immer die Angst, im Internet Texte, Bilder und Meinungen zu hinterlassen, die ihnen dann das ganze Leben versauen könnten.

Unbenommen lastet auf einem immer größer werdenden Anteil derJugend von heute ein beständig wachsender Druck und der bereits angesprochende Schuldenberg.
Aber ich kann es noch immer nicht begreifen, dass sich die meisten fast alles widerstandslos gefallen lassen.
Ich kenne einige Studis, die das jedoch nicht machen und auch zu Demos fahren, die nicht immer nur mit dieser Lebensangst herumlaufen.


Die deutschen Arbeiter, und auch die Angestellten, jeder für sich, hoffen wenigstens in Arbeit bleiben zu können, nicht in Hartz IV fallen zu müssen, die Arbeitslosen, jeder für sich hofft darauf, wieder in Arbeit zu kommen, und auch, daß es möglichst niemand mitkriegt, daß man arbeitslos ist.
Nur nicht öffentlich auffallen, ist die Devise.
Und selbst wenn, dann fehlt hinten und vorne das Geld, und sei es nur die vier Euro sechzig, um von daheim zur Demo und zurück zu kommen.

Nicht alle Erwerbslosen vegetieren am Stadtrand und könnten sehr wohl auch mit dem Rad kommen. Das mache ich doch auch!
Warum benutzen die Leute nicht ihr eigenes Hirn und warum verstehen sie nicht, dass sie auch schon von Hartzz IV betroffen sind, auch wenn sie NOCH in Arbeit sind!?!?!?!?

Ich erinnere noch mal an die Proteste gegen die Fahrpreiserhöhung: in welchem Verhältnis steht sie zur heutigen Problematik, der gezielten Verarmung und die meisten lassen sich alles gefallen!
Ich kann soviel "Lahmarschigkeit" einfach nicht nachvollziehen!
Kaleika
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Alle meine Beiträge und Antworten entspringen meiner persönlichen Meinung und meinen Erfahrungen, stellen daher keinerlei Rechtsberatung dar!




Lieber Gruß von Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 11.04.2009, 20:12   #384
Sancho
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Unsere Montagsdemo ist natürlich textlastig wegen der vielen Redebeiträge.
Einige von uns sprechen frei, sodass es lebendiger rüberkommt.
Wir haben auch schon Trompete, Gitarre gespielt, gesungen, Theater gespielt, Kabarett vorgeführt, uns verkleidet, verteilen Brötchen.....
Bei Regen, Kälte oder Hitze sind wir noch weniger und selten kommen mal mehr.
Einige sagen, sie würden ja kommen, wenn nicht die MLPD da wäre. Tolle Ausrede, denn bei uns sind sie ganz "zahm", sorgen wir anderen für die Überparteilichkeit der Bremer Montagsdemo!
Es will mir einfach nicht ins Hirn, wieso 1968 die Bürger wegen einer popeligen Fahrpreiserhöhung wütend auf die Straße gingen und heute vor der Verfolgungsbetreuung kuschen, obwohl es sie ihre Wohnung, ihre Existenz kosten kann!

Kaleika
Zitat:
obwohl es sie ihre Wohnung, ihre Existenz kosten kann!
vielleicht deswegen, vielleicht wegen dem Desinteresse an politischen Reden. vielleicht weil die Medienarbeit des "Establishment" ganze Arbeit leistet.

1968 gab es weniger TVs, keine PCs, keine Foren und auch einiges anderes mehr bzw. nicht. Ich kann mir vorstellen, das "früher" die Leute eher auf die Strasse gingen, damit sie wirklich "unter Leute kommen" oder weil es keine endlosen Diskussionen um die "richtige Vorgehensweise" gab.

Dazu gibt es heute zu viele Gruppen, die lieber für sich alleine, als mit anderen zusammen etwas auf die Beine stellen. Streitereien unter diesen Gruppen, das ewige Gezänk um "den einzig wahren Weg" und die Leute, die sich weder angesprochen, noch ernst genommen fühlen, ergeben ein Übriges.

Das alles unter einen Hut zu bringen, ist gerade in dieser Zeit kaum noch zu bewältigen.
 
Alt 11.04.2009, 20:31   #385
Kaleika
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
vielleicht deswegen, vielleicht wegen dem Desinteresse an politischen Reden. vielleicht weil die Medienarbeit des "Establishment" ganze Arbeit leistet.

1968 gab es weniger TVs, keine PCs, keine Foren und auch einiges anderes mehr bzw. nicht. Ich kann mir vorstellen, das "früher" die Leute eher auf die Strasse gingen, damit sie wirklich "unter Leute kommen" oder weil es keine endlosen Diskussionen um die "richtige Vorgehensweise" gab.

Dazu gibt es heute zu viele Gruppen, die lieber für sich alleine, als mit anderen zusammen etwas auf die Beine stellen. Streitereien unter diesen Gruppen, das ewige Gezänk um "den einzig wahren Weg" und die Leute, die sich weder angesprochen, noch ernst genommen fühlen, ergeben ein Übriges.

Das alles unter einen Hut zu bringen, ist gerade in dieser Zeit kaum noch zu bewältigen.
Oh neeeeeee, ich fürchte, dass Du da leider Recht haben könntest.

Hhm, die Montagsdemo als Event und die Aktivisten nur noch als Animateure von Passanten? Schwer vorstellbar!

Andererseit schafen es ja irgendwelche Spaßvögel einmalig möglichst viele (junge) Menschen zu einem bestimmten Ort zu bekommen, um dann auf einer Kreuzung oder auf dem Marktplatz ihr Kopfkissen in die Luft zu werfen oder zur Badeentenregatta als inszeniertem Spektakel an die Weser zu kommen.
Keine Ahnung, wie so Demos hinzukriegen sein könnten!?!?!?

Kaleika
__


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Lieber Gruß von Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 11.04.2009, 20:36   #386
DieFrettchen
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

hallo zusammen,

viele erreichen demo aufrufe gar nicht richtig. trotz großem medienaufwandt. und bei vielen haben die demos von berlin (kreuzberg und co., startbahn west und wackersdorf) einen übelen beigeschmack hinterlassen, und vor allem die erkenntnis: nichts änder sich dadurch.
gewerkschaftsaufrufe? groß blabla und nichts dahinter ein zahnloser tiger.

entsolidarisierung der gesellschaft ist nicht nur ein hohler begriff, es ist eine tatsache. beim arbeitsplatz erhalt wie im standesdünkel, hauptsache besser dastehen als andere. mütter von 42 jahren die meinen mit ihren 16 jährigen töchtern konkurrieren zu können sind da ebenso ein beispiel, wie schon fast alltägliches mobbing am arbeitsplatz oder im verein und in schulen unter schülern.

integration von migranten gehört ebenso dazu, wie die schiere ausgrenzung, die heutzutage als integration verkauft wird. beispiel: behinderte, hübsch in eigenen wohnanlagen, in eigenen behindertenwerkstätten etc. wo ist das bitte integriert in die mitte der gesellschaft. weggesperrt nenne ich das! demoaufrufe erreichen da wirklich niemanden. das ist auch ein teil des problems. warum sollen sich den moslemische mitarbeiter solidarisieren wenn sie eh als potentielle terroristen angesehen werden, oder BWL studenten, wollen doch auch noch mit aktien zocken können...... yuppi läst grüßen, das ist das bild was einige, fast zuviele im kopf haben. oder der grüne gutmensch: ach ich heize lieber mit holz und belaste die umwelt mit enormen feinstaubemissionen, als mir eine zero emission anlage zu installieren (bollerofen 400€, zero emission 4000€). wo sollen denn da noch ZAFs hinpassen oder schlosser mittleren alters mit bandscheibenvorfall. das alles für ein system ds mit anne will und bild regiert, kaum programm unterschiede vorhanden sind.

das problem ist meines erachtens: deutschland ist eine nischengesellschaft, und wird es wohl auch noch zu lange bleiben.

liebe grüße von barbara
 
Alt 11.04.2009, 20:37   #387
Sancho
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Oh neeeeeee, ich fürchte, dass Du da leider Recht haben könntest.

Hhm, die Montagsdemo als Event und die Aktivisten nur noch als Animateure von Passanten? Schwer vorstellbar!

Andererseit schafen es ja irgendwelche Spaßvögel einmalig möglichst viele (junge) Menschen zu einem bestimmten Ort zu bekommen, um dann auf einer Kreuzung oder auf dem Marktplatz ihr Kopfkissen in die Luft zu werfen oder zur Badeentenregatta als inszeniertem Spektakel an die Weser zu kommen.
Keine Ahnung, wie so Demos hinzukriegen sein könnten!?!?!?

Kaleika
Du bekommst doch mehr Leute zu einer LAN-Party zusammen, als zu einer Aktion/Demo.
Viele wollen auch nicht immer wieder hören, wie ernst die ganze Sache ist. Vielleicht bekommen die Spaßmacher auch mehr Leute zusammen, weil es die Menschen ablenkt von ihren Ängsten, Sorgen und Problemen.

Das man die Demos in Spaßveranstaltungen umwandeln müsste, wäre aber so gesehen auch keine Alternative.
 
Alt 11.04.2009, 20:51   #388
DieFrettchen
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

hallo ihr lieben,

aha, die "flashmobs", eine neue art der community.

hier ein kleines beispiel, anrufen, freunde und bekannte. alle auf zu L**L oder A**di und die wägelchen volladen und dann einfach gehen und vollen wagen stehen lassen. wäre gute aktion gegen die unmenschlichen arbeitsbedingungen. oder bei K**k, umkleide mit 50 klamotten (12 personen reichen) und mehr volhängen....... so könnten sie arbeitsmarktpolitisch genutzt werden, leider zu oft einfach nur ohne politische zielsetzung.

noch ne idee: öffentlicher nahverkehr, was meint ihr wie die blöde gucken, wenn 30 fahrgäste mit cents bezahlen? (ich hab auch schon golfbälle in den neckar geschossen in HD lol).

wären doch auch mal aufrufe im ELO nicht schlecht

liebe grüße von barbara
 
Alt 11.04.2009, 20:53   #389
Zidanhenry
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
Du bekommst doch mehr Leute zu einer LAN-Party zusammen, als zu einer Aktion/Demo.
Viele wollen auch nicht immer wieder hören, wie ernst die ganze Sache ist. Vielleicht bekommen die Spaßmacher auch mehr Leute zusammen, weil es die Menschen ablenkt von ihren Ängsten, Sorgen und Problemen.

Das man die Demos in Spaßveranstaltungen umwandeln müsste, wäre aber so gesehen auch keine Alternative.
stopp mal. Die Aktion wäre aus meiner Sicht gar nicht verkehrt. Gibt es doch auch sozialkritische Spiele. Das soziale in die Rechner zu bringen, mh... Dabei dürften die Sys anforderungen natürlich nicht zu hoch ausfallen, oder die Rechner würden gestellt. Headsets für die Kommunikation, ist ja mittlerweile alles billiger als Busfahrkarten. Willst du die Idee wirklich nicht weiter verfolgen Sancho? Da steckt einiges drin, imho.

Nur ein Beispiel:
Republic - The Revolution PC Review bei Yahoo! Spiele - Games Guide

Gruss
Zid
 
Alt 11.04.2009, 20:56   #390
Rounddancer
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

@Kaleika:
Bitte nicht in Quotes schreiben, sondern richtig quoten, und dann drunter schreiben, sonst kann man nicht antworten.

Nun, damals gab es nur zwei Fernsehprogramme, und die waren schwarzweiss, und Fernbedienungen waren kaum verbreitet.

Außerdem konnten damals Studenten noch demonstrieren, weil sie keine Studienzeitbeschränkungen und keine Studiengebühren zu fürchten hatten.
Und Schüler? Für uns waren einige Pfennige viel Geld und darum bestreikten wir auch unseren Schulbäcker, als der bei der Brezel von zehn auf fünfzehn Pfennige aufschlug. Zwangen ihn in die Knie, jedenfalls bis zu unserer Schul-Entlassung im Juli 68. Und Gewerkschaften waren streikfreudiger.

Was danach an der Schule war, kratzte uns nimmer, dann hatten wir andere Sorgen, und waren weit verstreut, weil wir in Xerlei verschiedene Lehrstellen gingen.

Die Position der Gewerkschaften ist noch immer geschwächt, weil sie so viele Mitglieder verloren und noch nicht wieder zurückgewinnen konnten.

Und die Erwerbslosen? Sie sind vereinzelt, kaum einer weiß vom anderen. Und jeder hofft, da wieder rauszukommen.
Dazu kommt der Frust, daß draußen eh alles teuer ist, daß ich für draußen ein Hemd und ne Hose brauche, die danach in die Wäscherei müssen,- während ich daheim im Freizeitanzug rumlaufen kann, der die Waschmaschine verträgt und nicht gebügelt werden muß.

Und der Frust, die Erwartung, daß sich ja eh nichts verändern wird.

Ach ja, ich, um beim Beispiel zu bleiben, kann nicht radfahren (Gleichgewichtsstörungen) und hab auch kein Fahrrad.
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Alt 11.04.2009, 21:02   #391
Kaleika
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Zitat von Zidanhenry Beitrag anzeigen
stopp mal. Die Aktion wäre aus meiner Sicht gar nicht verkehrt. Gibt es doch auch sozialkritische Spiele. Das soziale in die Rechner zu bringen, mh... Dabei dürften die Sys anforderungen natürlich nicht zu hoch ausfallen, oder die Rechner würden gestellt. Headsets für die Kommunikation, ist ja mittlerweile alles billiger als Busfahrkarten. Willst du die Idee wirklich nicht weiter verfolgen Sancho? Da steckt einiges drin, imho.

Nur ein Beispiel:
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Gruss
Zid
Aber eine ernste Angelegenheit könnte höchstens durch Kabarett "lustig" in die Öffentlichkeit gebracht werden!
Das ist ganz schön arbeitsintensiv, weil mensch sich daran setzen muss, alle Widrigkeiten durch Absurdität so darzustellen, als ob es auf diese Art genau richtig sei.

Übigens: ????
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Alt 11.04.2009, 21:24   #392
Zidanhenry
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Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Aber eine ernste Angelegenheit könnte höchstens durch Kabarett "lustig" in die Öffentlichkeit gebracht werden!
Das ist ganz schön arbeitsintensiv, weil mensch sich daran setzen muss, alle Widrigkeiten durch Absurdität so darzustellen, als ob es auf diese Art genau richtig sei.

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Kaleika
was meinst du? Natürlich ist es ernst. Aber wir müssen doch Menschen auch begeistern damit sie gerne mitmachen. Erst mal treffen können und dann reden. Das zieht überhaupt nichts ins Lächerliche, sondern ich bin der Meinung das kein Weg unversucht bleiben sollte. Aber vielleicht ist es wirklich wie ihr meint. Wenn ich das richtig verstanden habe.

Gruss
Zid
 
Alt 11.04.2009, 22:56   #393
ethos07
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Weshalb das 68' und danach funktioniert hat - die Punkte von Roundancer ergänzend:
wir haben den einmaligen Wirtschaftsboom der 50er Jahrer erlebt oder doch den Nachhall davon mitbekommen in den ersten Jahren - d.h. der Lebensstandard wuchs sozusagen jährlich spürbar, aber die Eltern waren am schaffe, schaffe, Häusle bauen - und im Rest ziemlich verknöchert bis halt autoritär - da hatten wir einen guten Anlass direkt gegen die Elterngeneration aufzubegehren und da waren dann so rel. ungefärhliche Aktionen wie der Rote Punkt oder das offensive Tragen vergammelter Kleidung, das hören lauter Musik Dinge die relative einfach zu bewerkstelligen waren - und noch richtig Empörung und Gegenaktionen der älteren Generation auslösten. Heute guckt man ja kaum mehr bei den ausgefallenstend Outfits und Darbietungen...

* * *

Mit LanParties kenne ich mich gar nicht aus, aber was ich hier auch bereits gut fand, war die Flashaktionen zur Bahnprivatisierung - man taucht kurz vor zwölf als schweigender Haufen irgendwo auf , verteilt schweigend als kleine Performance seine halbe Botschaft mit Hinweis wo die andere Hälfte gefunden werden kann - im Internet oder bei der nächsten Aktion 1 Woche später- und nach 10 verschwindet der Spuk genauso schweigend und schnell wieder von der Bildfläche.
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Alt 11.04.2009, 23:10   #394
Sancho
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Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Aber eine ernste Angelegenheit könnte höchstens durch Kabarett "lustig" in die Öffentlichkeit gebracht werden!
Das ist ganz schön arbeitsintensiv, weil mensch sich daran setzen muss, alle Widrigkeiten durch Absurdität so darzustellen, als ob es auf diese Art genau richtig sei.

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naja, es gibt ja schon einiges was lustig ist.

http://www.dielinke-kreis-unna.de/up...aterialien.jpg

http://www.sascha-kuehnel.de/Downloa...Hartz%204a.jpg

fand ich doch recht amüsant umgesetzt.

Wer sich mit solchen Grafikprogrammen auskennt, kann ja selbst etwas erstellen.

Es muss ja auch nicht alleine gemacht werden, sondern erstmal einen Ideenpool erstellen und dann etwas daraus machen.

Es gibt bestimmt auch einige, die sarkastisch-lustige Texte schreiben können, vielleicht auch "Multiple-Choice" mit genauso bizarren Antwortmöglichkeiten, die den Arbeitsweisen mancher ARGEn nahe stehen, aber trotzdem rechtswidrig sind. Fragen zum SGB 2 oder so.

Dazwischen Umfragen an die Betroffenen mit ernstem Hintergrund.

Geht aber auch nur zusammen, denn alleine kann man das nicht schaffen.

Nur so ein paar Ideen.
 
Alt 11.04.2009, 23:17   #395
Kaleika
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Ja, tolle Ideen, die da grafisch umgesetzt wurden.
Bei uns gibt es auch noch jemanden, der sich immer selbst große Sandwiches bastelt, sie auch leihweise anderen überstreift, auf denen dann so Sachen draufstehen wie: "Frau Merkel, was machen Sie eigentlich beruflich?"
Oder: "Willi Brand würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er sähe, was die SPD heute vertritt." und Ähnliches.

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Alt 11.04.2009, 23:21   #396
Sancho
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Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Ja, tolle Ideen, die da grafisch umgesetzt wurden.
Bei uns gibt es auch noch jemanden, der sich immer selbst große Sandwiches bastelt, sie auch leihweise anderen überstreift, auf denen dann so Sachen draufstehen wie: "Frau Merkel, was machen Sie eigentlich beruflich?"
Oder: "Willi Brand würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er sähe, was die SPD heute vertritt." und Ähnliches.

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Alt 12.04.2009, 00:24   #397
Zidanhenry
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Zitat von ethos07 Beitrag anzeigen
* * *

Mit LanParties kenne ich mich gar nicht aus.
Hallo, ganz kurz:

naja, es gibt viel im internet darüber zu lesen. Aber ich will es hier verkürzt ausdrücken. Völlig verrückte Spieler, gerne auch blutrünstige Killerspieler, treffen sich in fröhlicher Runde um ihrem gemeinsamen Hobby zu fröhnen: nämlich dem sanften drücken der Maustasten und dem hoppeln filligraner Finger über die Tastatur zum Kaffee und zurück, um den nächsten Pixel-Killersoldaten zu ermorden. Vorsicht ich verwende in diesem Text einen martialischen Sarkasmus der seinesgleichen sucht!!

Dabei wird oft gute Musik gehört -auch die Beatles habe ich schon erlebt- es sind mitnichten nur Kids die gerne spielen und dann wird mit anderen über die Spiele geredet. Auch über die, die man nun nicht mehr spielen kann, weil die Eltern kein Geld dafür haben, oder weil man selbst keine Arbeit mit auskömmlichen Lohn findet and so on... NOW we start!

Man hört sich zu, gibt sich auch mal Ratschläge und ist meiner Meinung nach sehr weltoffen. Es gibt kaum eine Szene die weniger mit Fremdenfeindlichkeit zu tun hat, als die der leidenschaftlichen Spieler. Es sei denn sie werden auch schon wieder unterwandert.

Das Entscheidende aber ist, es ist eine solch ausgeprägte gemeinsame Leidenschaft, dass sogar mal bei einem Bekannten der eine LAN Party veranstaltet hat hängen geblieben wird. Weil es einfach nicht mehr geht. Weil man z.B. zu Müde zum Autofahren ist, oder zuviel Gerstenlimonade getrunken hat, whatever. Und da lernt man sich wirklich mal kennen. Nicht das was ihr jetzt denkt, tsssss...

sondern es geht auch um Politik, ob man es will oder nicht. Es ist ein Teil der gesamten Kultur sich auch fragen zu müssen, kann ich Morgen überhaupt noch mitmachen? Bei dem was so gemacht wird.... Was ist wenn der Strom nicht mehr bezahlt werden kann? Was wenn ich die Kündigung vom Chef meiner Firma bekomme? Von der Maurerin bis zum Friseur ist hier alles vertreten. Und sie haben dieselben Sorgen, die auch hier im Forum zum Ausdruck kommen. Aber man sieht sich. Irgendwie ist es geschützter und es findet sich schnell ein Zugang zueinander, denn man hat eine Gemeinsamkeit im Guten(!) Das ist wichtig. IMHO

Doch hier müssen wir auch differenzieren. Es gibt Kids, oder auch seltsame Menschen, die anderen gerne mit ihren neuesten Maschinen den Neid in die Augen treiben wollen. Klappt dies nicht, wird auch gerne mal gestänkert. Das sind die, die wir schon im real life als Leihunternehmer oder sonstwas kennen.

Das sind aber eben die um die es nicht gehen sollte. Sondern es geht um die, die über das Spiel -das wie ich schon schrieb nicht die neuesten Rechner erfordern darf- zueinander finden. Es ist etwas neues. Aber nichts schlechtes. Es hat eine starke soziale Komponente.

Die Spieleauswahl sollte bei Politik Themen sensibel vorgenommen werden. Es darf kein tumbes Ballern sein. Sondern sollte Geist, Intelligenz, Mut und soziales Engangement erfordern. Und darf nur ein Teil des Abends sein. Mischen würde ich das ganze mit Reden, Fragen, Antworten. Die Frage muss sein: was resultiert aus meinem Handeln für die Welt ganz konkret? Nicht nur das schlechte. Sondern besonders, was kann ich gutes bezwecken, wenn ich eine Demo auf die Beine stelle, oder mitgehe und mich engagiere? Deratige Fragen halt.

Die Antworten können dann aus dem Spiel heraus natürlich mit menschlicher Hilfe gegeben werden. Das muss sich alles auch durch das Spiel und den Abend reflektieren können. Erfahren, begreifen und spielen. So wie Bücher und Autos mit guter Musik.

@sancho die Ideen sind gut!
 
Alt 12.04.2009, 00:40   #398
ethos07
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Standard AW: Demo gegen die Krise 28. März 2009

Hi Zid, gute Beschreibung - danke. Ja, mit den entsprechenden Spielvorlagen bestimmt eine spannende Sache - kann ich mir gut vorstellen. Es ist ja schon ein Fort-Schritt, dass sich die Spieler für etwas gemeinsames wieder treffen und sich direkt austauschen.

Ob allerdings die Spannung die ein bereits vorerzeugtes Spiel erzeugen kann auch auf die politische Arbeit übertragen werden kann? Bei letzterer muss man ja nach wie vor recht mühsam und kleinteilig erstmal selber Hand anlegen, bis etwas recht kurzfristig dann 'Spannungsreiches' zustande kommen kann - und dafür, scheint mir, haben viele heute keine Geduld mehr, weil alles flugs aus dem Internet zu fliegen scheint.

Ausser halt die re-vo-lu-tion... :-))
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Viele Grüße aus Berlin
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Alt 12.04.2009, 00:59   #399
Sancho
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Zitat von Zidanhenry Beitrag anzeigen
Hallo, ganz kurz:

naja, es gibt viel im internet darüber zu lesen. Aber ich will es hier verkürzt ausdrücken. Völlig verrückte Spieler, gerne auch blutrünstige Killerspieler, treffen sich in fröhlicher Runde um ihrem gemeinsamen Hobby zu fröhnen: nämlich dem sanften drücken der Maustasten und dem hoppeln filligraner Finger über die Tastatur zum Kaffee und zurück, um den nächsten Pixel-Killersoldaten zu ermorden. Vorsicht ich verwende in diesem Text einen martialischen Sarkasmus der seinesgleichen sucht!!

Dabei wird oft gute Musik gehört -auch die Beatles habe ich schon erlebt- es sind mitnichten nur Kids die gerne spielen und dann wird mit anderen über die Spiele geredet. Auch über die, die man nun nicht mehr spielen kann, weil die Eltern kein Geld dafür haben, oder weil man selbst keine Arbeit mit auskömmlichen Lohn findet and so on... NOW we start!

Man hört sich zu, gibt sich auch mal Ratschläge und ist meiner Meinung nach sehr weltoffen. Es gibt kaum eine Szene die weniger mit Fremdenfeindlichkeit zu tun hat, als die der leidenschaftlichen Spieler. Es sei denn sie werden auch schon wieder unterwandert.

Das Entscheidende aber ist, es ist eine solch ausgeprägte gemeinsame Leidenschaft, dass sogar mal bei einem Bekannten der eine LAN Party veranstaltet hat hängen geblieben wird. Weil es einfach nicht mehr geht. Weil man z.B. zu Müde zum Autofahren ist, oder zuviel Gerstenlimonade getrunken hat, whatever. Und da lernt man sich wirklich mal kennen. Nicht das was ihr jetzt denkt, tsssss...

sondern es geht auch um Politik, ob man es will oder nicht. Es ist ein Teil der gesamten Kultur sich auch fragen zu müssen, kann ich Morgen überhaupt noch mitmachen? Bei dem was so gemacht wird.... Was ist wenn der Strom nicht mehr bezahlt werden kann? Was wenn ich die Kündigung vom Chef meiner Firma bekomme? Von der Maurerin bis zum Friseur ist hier alles vertreten. Und sie haben dieselben Sorgen, die auch hier im Forum zum Ausdruck kommen. Aber man sieht sich. Irgendwie ist es geschützter und es findet sich schnell ein Zugang zueinander, denn man hat eine Gemeinsamkeit im Guten(!) Das ist wichtig. IMHO

Doch hier müssen wir auch differenzieren. Es gibt Kids, oder auch seltsame Menschen, die anderen gerne mit ihren neuesten Maschinen den Neid in die Augen treiben wollen. Klappt dies nicht, wird auch gerne mal gestänkert. Das sind die, die wir schon im real life als Leihunternehmer oder sonstwas kennen.

Das sind aber eben die um die es nicht gehen sollte. Sondern es geht um die, die über das Spiel -das wie ich schon schrieb nicht die neuesten Rechner erfordern darf- zueinander finden. Es ist etwas neues. Aber nichts schlechtes. Es hat eine starke soziale Komponente.

Die Spieleauswahl sollte bei Politik Themen sensibel vorgenommen werden. Es darf kein tumbes Ballern sein. Sondern sollte Geist, Intelligenz, Mut und soziales Engangement erfordern. Und darf nur ein Teil des Abends sein. Mischen würde ich das ganze mit Reden, Fragen, Antworten. Die Frage muss sein: was resultiert aus meinem Handeln für die Welt ganz konkret? Nicht nur das schlechte. Sondern besonders, was kann ich gutes bezwecken, wenn ich eine Demo auf die Beine stelle, oder mitgehe und mich engagiere? Deratige Fragen halt.

Die Antworten können dann aus dem Spiel heraus natürlich mit menschlicher Hilfe gegeben werden. Das muss sich alles auch durch das Spiel und den Abend reflektieren können. Erfahren, begreifen und spielen. So wie Bücher und Autos mit guter Musik.

@sancho die Ideen sind gut!
wobei mir solche Spiele wie "Second-Life" oder "Sims" irgendwie einfallen. Wer Spieledesigner ist, könnte daraus was machen, aber was wird aus den
Laien, die nicht mal richtig mit solchen Spielen umgehen können? Ich hatte mal eine Demo von den Sims und mir hat es nicht so gefallen.

"Menschen-Schach" oder "Hartz IV Monopoli" mit Ereigniskarten wie "Du bekommst einen Ein-Euro-Job, was machst Du?" oder "Du bekommst eine rechtwidrige Sanktion, wie kann man sich am Besten dagegen wehren". Dann noch Gemeinschaftskarten wie "Du machst bei einer Demo mit, auf welcher Seite bist Du? a.) bei den Randalierern, dann 3 Felder zurück, bei den Gewerkschaften, eine Runde aussetzen" usw.

"Spiel, Spannung und etwas dabei lernen" 3 Dinge auf einmal!
 
Alt 12.04.2009, 01:02   #400
Zidanhenry
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Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
wobei mir solche Spiele wie "Second-Life" oder "Sims" irgendwie einfallen. Wer Spieledesigner ist, könnte daraus was machen, aber was wird aus den
Laien, die nicht mal richtig mit solchen Spielen umgehen können? Ich hatte mal eine Demo von den Sims und mir hat es nicht so gefallen.

"Menschen-Schach" oder "Hartz IV Monopoli" mit Ereigniskarten wie "Du bekommst einen Ein-Euro-Job, was machst Du?" oder "Du bekommst eine rechtwidrige Sanktion, wie kann man sich am Besten dagegen wehren". Dann noch Gemeinschaftskarten wie "Du machst bei einer Demo mit, auf welcher Seite bist Du? a.) bei den Randalierern, dann 3 Felder zurück, bei den Gewerkschaften, eine Runde aussetzen" usw.

"Spiel, Spannung und etwas dabei lernen" 3 Dinge auf einmal!

das solltest du weiter entwickeln @Sancho

Edit:ich helf dir auch beim austarieren des balancings
 
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