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Start > > -> Die Arbeiterkultur wach küssen- Pfarrer Franz Meurer Köln

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Alt 25.10.2006, 19:42   #1
wolliohne
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wolliohne Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Köln Köln >> KSTA.DE


Pfarrer Franz Meurer wurde 2002 zu Kölns erstem "alternativen Ehrenbürger" ernannt.

Pfarrer Franz Meurer fordert Ideen zur gesellschaftlichen Beteiligung der „neuen Unterschicht“.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Meurer, jetzt haben die Politiker die „neue Unterschicht“ als Thema entdeckt: Ist das wirklich alles so neu?

FRANZ MEURER: Nein, natürlich nicht. Ich beschäftige mich seit langer Zeit mit diesem Thema. Bereits 1999 lautete das Unwort des Jahres „Wohlstandsmüll“. So hatte ein Konzernchef die Menschen bezeichnet, die arbeitslos waren und auf die Unterstützung anderer angewiesen waren. Aber ich will nicht meckern: Dass jetzt wieder über das Problem gesprochen wird, finde ich gut. Ausgelöst wurde die Diskussion sicher dadurch, dass es nicht nur für die Ärmsten bedrohlich wird, sondern langsam auch für die Mittelschicht. Das erlebe ich immer mehr: Abstiegsängste bis hin zu regelrechter Statuspanik. Die Leute fürchten, aussortiert zu werden. Die Menschen, die vor 30 Jahren mit Handschlag begrüßt wurden, werden heute nicht mehr gebraucht. Das ist die eigentliche Tragik: Der Gastarbeiter oder der einfache Arbeitsmann werden nur noch als Ballast empfunden.

Hier gibts den Segen:
http://www.ksta.de/html/artikel/1161673298587.shtml
__

"10 Jahre Unrechtsregime Bundesrepublik
Deutschland"
Im Namen der BRD-Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Nebenwirkung Tot

Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
wolliohne ist offline  
Alt 25.10.2006, 23:01   #2
Fronk
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Fronk Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Man sollte der Kirche einfach keine ernsthaften Themen zur Diskussion an die Hand geben, sonst kommt nur Unsinn dabei heraus.

Offensichtlich ist Herr Meurer nicht so hundertprozentig mit der Stiftungskultur in den USA vertraut. Und wenn er eine Putze für sein Büro braucht, geht er einfach zu einem Gebäudereinigungsunternehmen oder einer ZA - je nach "Kostengünstigkeit" bekommt er da schon eine Reinigungskraft ab 3€/h und muß sich noch nicht einmal mit dem ganzen Papierkram herumschlagen. Wird ein Meurer freiwillig mehr zahlen?

Warum sollen Rentner nicht mit 59 ständig auf Weltreise gehen, nachdem sie sich 40 Jahre lang den Rücken krumm gearbeitet haben? Sozialneid?

Herr Meurer sollte sich lieber mal dafür einsetzen, die Finanzen seines Unternehmens auf Heller und Pfennig offenzulegen. Dürfte mit Sicherheit für einige Aufmerksamkeit sorgen (und das Bild von der "armen Kirche" gründlich revidieren).
Fronk ist offline  
Alt 25.10.2006, 23:31   #3
Martin Behrsing
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Martin Behrsing Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Zitat von Fronk
Man sollte der Kirche einfach keine ernsthaften Themen zur Diskussion an die Hand geben, sonst kommt nur Unsinn dabei heraus.

Offensichtlich ist Herr Meurer nicht so hundertprozentig mit der Stiftungskultur in den USA vertraut. Und wenn er eine Putze für sein Büro braucht, geht er einfach zu einem Gebäudereinigungsunternehmen oder einer ZA - je nach "Kostengünstigkeit" bekommt er da schon eine Reinigungskraft ab 3€/h und muß sich noch nicht einmal mit dem ganzen Papierkram herumschlagen. Wird ein Meurer freiwillig mehr zahlen?

Warum sollen Rentner nicht mit 59 ständig auf Weltreise gehen, nachdem sie sich 40 Jahre lang den Rücken krumm gearbeitet haben? Sozialneid?

Herr Meurer sollte sich lieber mal dafür einsetzen, die Finanzen seines Unternehmens auf Heller und Pfennig offenzulegen. Dürfte mit Sicherheit für einige Aufmerksamkeit sorgen (und das Bild von der "armen Kirche" gründlich revidieren).
sagmal, wie bist Du denn unterwegs? Nur mal so als Frage. Irgenwie zu viel Frust, der jetzt auf alles gestülpt wird, was Gewerkschaft, Kriche heißt?
__

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Martin

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Alt 26.10.2006, 00:07   #4
Fronk
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Nein. Ich gehe lediglich mit offenen Augen durch das Leben und beobachte sehr genau.

Zum Beispiel "Stiftungskultur USA": es ist kein Geheimnis, daß viele Stiftungen (wie hierzulande auch) der "tax evasion" gelten. Manch Stiftung erweist sich sogar als sehr einträglich und wirft sogar Gewinne ab, die aber lediglich den Stiftungsgründern und/oder den Gremien zugute kommen. Darüber hinaus sind speziell in den USA sehr viele Stiftungen zielgruppenorientiert, d.h. daß sich ein Stipendium meist eng an die Forderungen des Stifters anlehnt. Per se ist dagegen nichts zu sagen. Wenn aber ein Stipendium bereits Einschränkungen bezüglich der Hautfarbe und die Religion des Stipendiaten einfordert, kann wohl kaum noch von einer sozialen Einrichtung gesprochen werden (ca. 80% der Stipendien in den USA sind von mindestens einer dieser "Anforderungen" abhängig).

Was die Gewerkschaften betrifft...Zeit, endlich aufzuwachen. Gerade vorgestern erst hat z.B. ver.di weitere 1.600 Arbeitnehmer arbeitslos gemacht (T-Com):
Zitat:
Die Tarifparteien vereinbarten zudem, eine Verkürzung der Arbeitszeiten einem Stellenabbau vorzuziehen. Die Telekom will in ihrer Geschäftskundensparte T-Systems zusätzliche 1.600 Arbeitsplätze streichen und setzt dabei auch auf eine Vorruhestandsregelung für Beamte. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten. Der Einigung muss noch die Tarifkommission von ver.di zustimmen. Die Gewerkschaft hatte sechs Prozent höhere Einkommen verlangt, die Arbeitgeberseite drei Prozent geboten.
http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...2_REF1,00.html

ver.di hätte ja auch für den Erhalt aller Arbeitsplätze und Lohnerhöhungen (die bei dieser Höhe wohl eher einem realen Inflationsausgleich entsprechen) einstehen können. Aber das hätte einige Unannehmlichkeiten bedeutet...lieber Kuscheln mit dem Kapital als Kämpfen für die Kumpels.

Wenn du also glaubst, daß die Gewerkschaften ein wie auch immer geartetes Interesse an der Situation der Erwerbslosen haben (außer als Staffage für absolut sinnlose Demonstrationen) - sorry, daß ich dich aus deinen kuscheligen Sozialträumen gerissen habe.

Außer den Erwerbslosen selbst ist nämlich niemand mehr da, der für sie einstehen und kämpfen möchte. Auch nicht in der Kirche (siehe Stellenabbau und Einsatz von Ein-Euro-Job).
Fronk ist offline  
Alt 26.10.2006, 08:24   #5
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Ironwhistle
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Zitat von Fronk
Außer den Erwerbslosen selbst ist nämlich niemand mehr da, der für sie einstehen und kämpfen möchte. Auch nicht in der Kirche (siehe Stellenabbau und Einsatz von Ein-Euro-Job).
Falsch ist das nicht, die Gewerkschaften haben auch stellenweise ganz schön Dreck am Stecken...
__

‘Tous ceux qui jouent au Monopoly
Sur le plateau de notre vie
Qu’ils nous font perdre à la gagner
Qui nous exploitent à volonté
Qui s’enrichissent et s’organisent
Pour nous soutirer jusqu’à la ch’mise
Ceux qui nous envoient au casse-pipe
Dès que leurs intérêts l’suscitent
C’est notre démocratie, c’est notre démocratie!!.’
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Alt 26.10.2006, 08:37   #6
Martin Behrsing
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Martin Behrsing Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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und muss deswegen jeden direkt in den Verdacht bringen, er hätte nur unlautere Absichten? Ich würde das Klischeedenken nennen. Ebenso gibt es in den USA auch jede Menge sinnvolle Stiftungen. Die ganzen Bewegungen der Sozialforen, Umweltorganisationen, Friedensorganisationen aber auch linken Bewegungen in den USA wären ohne so etwas dort überhaupt nicht möglich. Mir sind solche undifferenzierten Gedanken etwas zu eng. Kennt jemand von Euch diesen Pfarrer?
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Alt 26.10.2006, 09:15   #7
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Ironwhistle
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Noch nicht, aber ich will mal versuchen mich mit ihm in Verbindung zu setzen. Ich will hoffen das er es ernst meint - ein paar Leute mehr die Aufrichtig sind wären nicht verkehrt...
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Alt 27.10.2006, 04:42   #8
Fronk
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Zitat von Martin Behrsing
und muss deswegen jeden direkt in den Verdacht bringen, er hätte nur unlautere Absichten? Ich würde das Klischeedenken nennen. Ebenso gibt es in den USA auch jede Menge sinnvolle Stiftungen. Die ganzen Bewegungen der Sozialforen, Umweltorganisationen, Friedensorganisationen aber auch linken Bewegungen in den USA wären ohne so etwas dort überhaupt nicht möglich. Mir sind solche undifferenzierten Gedanken etwas zu eng. Kennt jemand von Euch diesen Pfarrer?
Nur, damit ich das richtig einsortieren kann: ein bißchen Schmu ist schon okay, solange der Anschein gewahrt bleibt?

Daß die Gewerkschaften eine nicht unerhebliche Mitverantwortung an den sogenannten "Gesetzen für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" tragen, dürfte unstrittig sein - schließlich saßen zwei Vertreter dieser Organisationen in der Kommission, die diese Gesetze auf den Weg gebracht haben. Und von den anderen Gewerkschaften hat man erst dann deutlichen Widerspruch zu vernehmen bekommen, als es a) zu spät war und b) man folglich auch zu spät realisiert hatte, daß die vielbesprochene Basis mit diesen Gesetzen überhaupt nicht einverstanden war.
Wie reagierte der DGB? Kohl-like. Aussitzen war das Gebot der Stunde. Ein bißchen verhaltener Protest hier (man hätte ja schließlich nicht ahnen können, was diese Gesetze für Folgen haben), ein bißchen beschwichtigen da. Und bis heute hat sich an dieser Einstellung nicht viel geändert, sieht man davon ab, daß der Kniefall vor Politik und Wirtschaft längst erfolgt ist. Schließlich hat der Vorsitzende der DGB bestätigt, daß man mit Hartz IV leben müsse.

Die Kirchen. Meine besten Freunde, und das in der größtmöglich negativen Auslegung des Begriffs. Wasser predigen, Wein saufen. Vielleicht laufen den Kirchen deswegen die Leute in hellen Scharen davon.
Vielleicht aber auch, weil die Kirchen gewerkschaftliche Bestrebungen innerhalb der Organisation fürchten wie der Teufel das Weihwasser und dementsprechend offen (selten) oder verdeckt (ständig) bekämpfen. Wer einer MAV angehört, sollte schon einen festen Anstellungsvertrag (oder ersatzweise einen Papst) in der Tasche haben, sonst kann man sich gleich anderweitig um eine neue Anstellung bemühen. Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es auch nicht mehr, aber weil das nicht reicht (laut offiziellen Angaben), schmeißen die Kirchen gerade im großen Stil Mitarbeiter raus und verstärken ihre Bemühungen, sich die billigst verfügbaren Ein-Euro-Job abzugreifen. Wie diese Politik allerdings mit den Gehaltserhöhungen für die höheren Chargen zusammengeht...nun, ich bin mir sicher, daß du mir diese Frage beantworten kannst.

Was die "sozialen Aktivitäten" in den USA betrifft...es dürfte bekannt sein, daß die Tafeln eine "Erfindung" von McKinsey sind. Und daß eine überproportional hohe Anzahl sozialer Einrichtungen von der Wirtschaft gesponsert werden. Aber nicht wegen irgendwelcher "corporate responsibilities" oder sozialer Gewissensbisse, sondern schlicht und ergreifend deswegen, weil es die Unternehmen billiger kommt, derartige Einrichtungen zu finanzieren, anstelle sich auf Arbeitskämpfe und langwierige Gerichtsverhandlungen einlassen zu müssen.
Die Einrichtungen, die sich tatsächlich ohne Sponsoring über Wasser halten, sind meist lokal begrenzt und nahezu ausschließlich mit der direkten Hilfe befaßt.
Aber wir sind ja auf dem besten Wege, ähnliche Verhältnisse zu schaffen, also ein "weiter so". Bloß keine Kritik üben, denn das könnte ja ein Zeichen dafür sein, daß man sich mit dieser Thematik über den Aspekt des "gut aussehens" beschäftigt.

Und du, lieber Martin, empfiehlst den Leuten hier in diesem Forum trotz all der bekannten Mißstände (die beileibe weder Einzelfälle noch Geheimnisse sind), weiterhin ihr Schicksal vertrauensvoll in die Hände dieser Organisationen zu legen? Eine direkte Antwort verkneife ich mir, aber möglicherweise kannst du sie dir auch denken.
Fronk ist offline  
Alt 27.10.2006, 08:18   #9
Martin Behrsing
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Lieber Fronk,

es macht wenig Sinn, wenn Du meine Sachen nicht mal ansatzweise leist ohne direkt in Klischees von Schwarz-Weiß zu verfallen. Ich denke schon, dass ich sehr gut differenzieren kann (Du leider nicht). Ich schaue mir Menschen aber erstmal an und urteile dann. Jemand zu verurteilen, weil er einer Kirche angehört finde ich eher sehr arm und zeugt davon, dass es nur noch um Pauschalverurteilungen geht. Mir dann gleichzeitig zu unterstellen, ich würde die Tafeln für gut halten ist gelinde gesagt....

Es gibt in den USA eine starke Linke und hervorragende Sozialforen und funktionieren da nur über privates Engagement. Vielleicht schaust Du mal über deinen Tellerrand hinaus und beschäftigst dich mal mit den Sozial- und Umwelt Bewegungen in den USA. Die haben dann aber schon ganz anderes erreicht, wie Bewegungen bei uns. Aber so ist das nun mal bei uns: Alles in Schubladen stecken und schon geht nichts mehr.
Aber jetzt mal ernsthaft, außer dass alles irgendwie nichts ist, habe ich hier von dir noch nicht mal im Ansatz einen konstruktiven Vorschlag gehört. Ich weiß auch nicht, wie du dich vor Ort engagiert (Bist du etwa nur virtuell revolutionär?). Dieses müsstest Du erst mal darstellen, ansonsten könnte es dir passieren, dass man dich schnell wegen ständige "Miesepeterei" nicht mehr ernst nimmt.
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Martin

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Alt 27.10.2006, 18:37   #10
Fronk
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Zitat von Martin Behrsing
Lieber Fronk,

es macht wenig Sinn, wenn Du meine Sachen nicht mal ansatzweise leist ohne direkt in Klischees von Schwarz-Weiß zu verfallen. Ich denke schon, dass ich sehr gut differenzieren kann (Du leider nicht). Ich schaue mir Menschen aber erstmal an und urteile dann. Jemand zu verurteilen, weil er einer Kirche angehört finde ich eher sehr arm und zeugt davon, dass es nur noch um Pauschalverurteilungen geht. Mir dann gleichzeitig zu unterstellen, ich würde die Tafeln für gut halten ist gelinde gesagt....
Du Chefe? Nur du haben recht, alle andere dumm?

Ich habe den Pfarrer nicht verurteilt, weil er einer Religionsgemeinschaft angehört. Sondern weil er augenscheinlich die Haltung dieser Religionsgemeinschaft vertritt. Und weil diese Haltung heuchlerisch ist. Falls du mir nicht glauben möchtest, dann frage doch beispielsweise mal die ca. 15.000 Mitarbeiter der Niedersächsischen Landeskirche, die demnächst stempeln gehen dürfen. Oder die Ein-Euro-Jobobber, die jetzt "gemeinnützig" im Auftrag der Kirchen die Stellen der zuvor entlassenen Mitarbeiter ausfüllen müssen.

Zitat von Martin Behrsing
Es gibt in den USA eine starke Linke und hervorragende Sozialforen und funktionieren da nur über privates Engagement. Vielleicht schaust Du mal über deinen Tellerrand hinaus und beschäftigst dich mal mit den Sozial- und Umwelt Bewegungen in den USA. Die haben dann aber schon ganz anderes erreicht, wie Bewegungen bei uns.
Jetzt wäre ich doch einmal auf das eine oder andere belegbare Beispiel gespannt.

Zitat von Martin Behrsing
Aber so ist das nun mal bei uns: Alles in Schubladen stecken und schon geht nichts mehr.
Aber jetzt mal ernsthaft, außer dass alles irgendwie nichts ist, habe ich hier von dir noch nicht mal im Ansatz einen konstruktiven Vorschlag gehört. Ich weiß auch nicht, wie du dich vor Ort engagiert (Bist du etwa nur virtuell revolutionär?). Dieses müsstest Du erst mal darstellen, ansonsten könnte es dir passieren, dass man dich schnell wegen ständige "Miesepeterei" nicht mehr ernst nimmt.
Huch...persönliches Engagement als Legitimation für berechtigte Kritik? Ganz schwach. Oder engagierst du dich direkt im Bundestag, um die Situation der Erwerbslosen zu ändern? That's like the pot calling the kettle black, wie es der Amerikaner zu sagen pflegt.

Übrigens...konstruktive Vorschläge habe ich hier im Forum schon zu Dutzenden abgegeben. Wenn du allerdings nicht in der Lage bist, diese zu erfassen, liegt das wohl kaum an mir.
Fronk ist offline  
Alt 28.10.2006, 05:29   #11
Fronk
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Fronk Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Übrigens bin ich nicht der einzige "Pauschalverurteiler" in Deutschland:

Zitat:
Bistum Hildesheim, Seelenheil, katholisch, aus 313 Pfarrgemeinden werden 243 - wie einst Jesus die wunderbare Vermehrung von Fisch und Brot beherrschte, beherrschen es die Kleriker, ihr Angebot an Trost und Hilfe dem Sprudeln der Geldquellen anzupassen. Gemeindezusammenlegung, das heißt Schließung von Kirchen, Reduzierung der sozialen Dienste, Abbau von Verwaltungs- und Theologie-Personal. Wir schätzen, dass jede Gemeinde, die durch die Zusammenlegung verschwindet, dem Bistum mindestens 3 Stellen einspart.

An dieser Stelle eine überfällig Anmerkung zum rasanten Stellenabbau in den großen Kirchen

Die katholische Kirche, die an sinnlos aufgehäuftem Reichtum und verschwenderischen Pomp von kaum einer Organisation auf dieser Welt übertroffen wird, sollte in der Lage sein, gerade in Zeiten, in denen Not und Armut sich breit machen, ihre Hilfen auszuweiten, statt sich - unter Hinweis auf sinkende Kirchensteuererträge - wie ein x-beliebiges, privates Unternehmen der sozialen Fürsorge zu verhalten. Für die evangelische Kirche gilt, trotz geringeren Reichtums und weniger pompösen Erscheinungsbildes das Gleiche:

Wenn die Nächstenliebe da endet, wo das Zehren an eigenen Reserven beginnen müsste, kann es damit nicht weit her sein.

Das Argument, die Kirche passe sich lediglich ihren schwindenden Mitgliederzahlen an, ist dabei mehr als dünn - Kirche, die ihren Auftrag, allen Menschen das Heil zu bringen (nicht mit Feuer und Schwert, sondern mit selbstloser Liebe), ernst nimmt, darf so etwas nicht einmal denken.
http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinun...tAlmanach.html

Und der Mann hat Ahnung, was man nun nicht von jedem hiesigen Foristen behaupten kann. :mrgreen:
Fronk ist offline  
Alt 28.10.2006, 12:55   #12
redwitch->Emailproblem
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Registriert seit: 13.02.2006
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redwitch
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also, die grundsätzlich Kritik von Fronk ist wohl richtig, meine ich. Ich erinnere mich hier wieder, an dem Satz des Priesters im Film 'Aguirre, der Zorn Gottes', der sich gegen die Interessen des 'Schwachen' stellt, indem er sagt, die Kirche sei zu dem geworden, was sie, ist, indem sie immer auf Seiten des Starken gewesen ist. Dass die Institution Kirche als solche real ein bloßes Machtfaktor, ein reines Herrschaftsgebilde mit eigenen Interessen und Eliten ist, steht außer Frage. Aber deckt diese schlechte Realität total die Person, das Denken und das Handeln eines jeden Menschen, der dort involviert ist? Es gibt zahlreiche historische Beispiele für Menschen in solchen Institutionen, die bis zur offenen Opposition und bis zum eigenen Untergang gegen diese gekämpft haben.
Vielleicht ist der Kölner Pastor nicht so konsequent oder heroisch wie einige andere, aber ist er deshalb ganz auf der anderen Seite und macht uns nur was vor? Ich persönlich brauche keine Kirche und keinen Glauben, keine irdischen Vertreter eines möglichen Gottes, aber ich setze mich mit der Realität Kirche auseinander und einige Menschen dort betrachte ich als mögliche Allierte.

Wir stehen hier vor dem selben Problem, wie bei allen anderen gesellschaftlichen Institutionen: Ob politischen Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen, der Staat selbst. Sie alle haben nicht ihren unbedingten und unabänderlich Sinn darin, die Interessen der Eliten, die sie kontrollieren zu vertreten. Man wird einwenden, das ist aber immer so gewesen und deshalb unveränderbar. Dann nehmen wir uns aber alle Handlungsoptionen und können mit gutem gewissen resignieren. Politik ist nicht an sich schlecht, weil das soziale Establishment mittels Politik seine Interessen durchsetzt bzw durchsetzen läßt. Schlecht ist nur, dass wir das noch zulassen, dass die Bevölkerung sich das Politische nehmen läßt. Und es wäre gar nicht so schwer, es sich wieder zu nehmen, dazu müßte man sich nur aufzuraffen wissen. Das Beispiel des Menschen, der durch seinen Hungerstreik etwas bewegt hat, sollte uns eine Lehre und Mahnung sein. Was würde Macht dagegen tun können, wenn sich die Menschen massenhaft und öffentlich ihren Willen durch Hungerstreiks ausdrücken würden? Dazu braucht es keine gewerkschaftlichen oder parteipolitischen Bosse, nur den eigenen Willen und breite Solidarität.
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