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Vom Aufschwung Vollbeschäftigung und anderen Märchen

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Alt 06.07.2007, 07:11   #1
wolliohne
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Standard Vom Aufschwung Vollbeschäftigung und anderen Märchen

Leiharbeiter ersetzen Stammbelegschaft

VON JOHANNES SCHMITZ, 05.07.07, 19:09h

Das Bild der Zeitarbeit hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert, haben die Gewerkschafter festgestellt.
Rhein-Sieg - Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Diese alte Weisheit gilt für die Bezahlung von immer mehr Arbeitnehmern: Sie stehen neben Kollegen, die fast das Doppelte verdienen. Bereits mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter in der Metallbranche sind nicht in den Betrieben angestellt, sondern bei Leiharbeitsfirmen. Zu diesem Ergebnis kommt die IG Metall Bonn / Rhein-Sieg. Die Gewerkschaft wollte etwas Licht in das große schwarze Loch der Leiharbeit bringen und hat dazu 136 Leiharbeiter aus 22 Betrieben befragt. In weiteren zehn Unternehmen gab es keine Leiharbeiter.
Eine derartige Umfrage habe es bei der IG Metall in Deutschland noch nicht gegeben, erklärte Geschäftsführer Ralf Kutzner. Natürlich sei das Ergebnis im strengen Sinn nicht repräsentativ. Doch das Bild der Zeitarbeit von vor ein paar Jahren stimme nicht mehr mit den heutigen Verhältnissen überein.
Wurden die Leiharbeiter noch zu Beginn des Jahrtausends zu Hilfe gerufen, um Urlaubszeiten oder Auftragsspitzen zu überbrücken, ersetzen sie nach den Erkenntnissen der IG Metall mehr und mehr die Stammbelegschaften.
Den Vogel schießt nach Kutzners Angaben die Verzinkerei Meckenheim ab: Von den 55 Mitarbeitern seien 33 Leiharbeiter. Und bei Emitec in Lohmar sei mittlerweile rund ein Viertel der Belegschaft, etwa hundert Frauen und Männer, nur leihweise im Betrieb. Doch es gibt auch positive Beispiele: Eaton, ebenfalls in Lohmar, habe vor einigen Wochen 30 Leiharbeiter in feste Anstellungsverhältnisse übernommen.
Neu war für die Gewerkschaft die Erkenntnis, dass nicht mehr einige große Zeitarbeitsfirmen den Markt beherrschen, sondern die Leiharbeiter im Kreis von rund 30 regional operierenden Anbietern ausgeliehen werden. Für Kutzner liegt der Verdacht nahe, dass einige Firmen sich regelrecht externe Personalabteilungen hielten.
Gegen Leiharbeit hat die Gewerkschaft im Prinzip nichts einzuwenden. Dank zweier Gesetzesänderungen sei sie jetzt aber ungebremst auf dem Vormarsch: Ex-Minister Wolfgang Clement habe die gesetzlichen Bedingungen dafür geschaffen, dass die Zeitarbeitsfirmen die Arbeiter genau so lange beschäftigen, wie sie sie ausleihen können. Mit anderen Worten: Ihr unternehmerisches Risiko werde komplett auf den Zeitarbeiter abgewälzt. Und eine andere Regelung öffne der ungleichen Bezahlung von festen und ausgeliehenen Mitarbeitern mittlerweile Tür und Tor. Besonders schlimm finden Kutzner und sein Kollege Jürgen Weller das Missverhältnis bei der Bezahlung. Ein verheirateter Leiharbeiter mit einem Kind komme im Schnitt auf rund 980 Euro netto. Eigentlich zu wenig, um davon menschenwürdig zu leben, finden sie. Weller erklärt, dass die Leiharbeiter beseelt seien vom Wunsch, von der Arge weg- und in ein festes Anstellungsverhältnis zu kommen. Obwohl sich das finanziell gar nicht lohne. Doch auch hier habe der Gesetzgeber mittlerweile vorgesorgt: „Seit Hartz IV haben die Menschen keine Chance mehr, sich zu wehren. Denn wenn sie den Job bei der Leiharbeitsfirma nicht annehmen, kürze der Staat ihnen die Unterstützung.“


http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta....33874797.shtml
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Alt 06.07.2007, 07:14   #2
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Standard Frithjof Kühn und Arge-Geschäftführer Ralf Holtkötter auf Tour

Hohe Effizienz, wenig Personal, schlechte Software (und von mir, die falsche polit. Führung)

Landrat Frithjof Kühn besucht Arge in Sankt Augustin - Integrationsprogramme sind erfolgreich angelaufen
Mittwoch war wieder so ein Tag in der Arge Rhein Sieg in Sankt Augustin. Die Software bereitete wie so oft in den vergangenen zwei Jahre Probleme.


"Die ist nicht alltagstauglich. Folglich konnte den ganzen Tag über nicht richtig gearbeitet werden", klagt Arge-Geschäftführer Ralf Holtkötter. Die Crux dabei: Leistungsempfänger bekommen ihr Geld nicht pünktlich, und er kann daran nichts ändern.

Denn zuständig dafür ist die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, und dort bekommt man die hochkomplexe Software einfach nicht in den Griff. "Aber wir müssen damit leben und das Beste daraus machen", sagt Holtkötter.

Sie leben nicht gut damit, die Mitarbeiter der Arge, und dennoch arbeiten sie effizient. Bisher sind dieses Jahr insgesamt 2 500 Leistungsempfänger in den ersten Arbeitsmarkt abgemeldet, allein im Juni mehr als 500, eine Steigerung zum Juni 2006 um mehr als 200 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich laut Holtkötter die Arbeitslosigkeit um mehr als zehn Prozent reduziert. Bei den Jugendlichen liegt die Quote gar bei über 40 Prozent.

Insgesamt betreut die Arge Rhein-Sieg derzeit 17 592 Bedarfsgemeinschaften. Im Jahr zuvor waren das noch 18 803. "Die Arbeit der Arge und die sinnvollen Integrationsmaßnahmen zeigen konkrete Früchte. Ich bin sehr froh über den Aufwärtstrend", sagte Frithjof Kühn.

Der Landrat startete am Donnerstag gemeinsam mit Kreissozialdezernent Hermann Allroggen in Sankt Augustin seine Tour durch die sieben Arge-Center, um sich ein Bild davon zu machen, wie Langzeitarbeitslosen der Weg zu geregelter Arbeit geebnet werden kann.

Gesprochen wurde neben den Fördermaßnahmen wie Kombilohn oder "Start4Jobs" auch über das fehlende Personal. Und das ist laut Kühn ein Problem. "Wir haben überdies keine homogene Personalstruktur und keinen kontinuierlichen Personalstamm".

Darüber und über zusätzliche Stellen soll im August in der Trägerversammlung gesprochen werden.

(06.07.2007)

http://www.general-anzeiger-bonn.de/...etailid=330388
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Alt 06.07.2007, 07:16   #3
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Standard Firmen in der Region setzen auf Zeitarbeit

In Metall- und Elektroindustrie schaffen Unternehmen laut Gewerkschaft kaum Festanstellungen - Umfrage der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg untersucht Arbeitsbedingungen - Deutlich weniger Lohn für gleiche Arbeit

Von Delphine Sachsenröder

Siegburg. Die Konjunktur läuft wieder rund - auch in der Metall- und Elektroindustrie in der Region. Neue Stellen schaffen die Firmen allerdings vorwiegend für Zeitarbeiter, so die IG Metall Bonn-Rhein-Sieg.

In einer Umfrage bei 32 Betrieben hat die Gewerkschaft die Lage der Zeitarbeiter in der Region untersucht. "Manche Firmen beschäftigen bereits mehr Leiharbeiter als Festangestellte", zog Ralf Kutzner, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft, am Donnerstag in Siegburg Bilanz.

136 Leiharbeiter aus Unternehmen in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen haben in der Befragung Auskunft über ihre Arbeitsbedingungen gegeben. Sie sind bei Zeitarbeitsfirmen angestellt, die sie an andere Betriebe "ausleihen".

Dadurch können diese Unternehmen sich von den Mitarbeitern bei schlechterer Auftragslage einfacher wieder trennen. Der Hauptnachteil für die Arbeitnehmer: Sie verdienen in der Regel deutlich weniger als ihre festangestellten Kollegen.

In der Region erhält ein direkt bei dem Unternehmen beschäftigter Arbeiter in der Metall- und Elektroindustrie (verheiratet, ein Kind) nach Angaben der IG Metall rund 2 109 Euro brutto. Bei einem vergleichbaren Zeitarbeiter finden sich auf dem Lohnzettel laut Umfrage der Gewerkschaft dagegen im Schnitt nur 1 249 Euro.

"Wir fordern dagegen gleiches Geld für gleiche Arbeit", sagte Kutzner. Er verwies auf Gesetze in Spanien, den Niederlanden und Frankreich, die Leiharbeitern eine gleichrangige Bezahlung zusicherten.

Welche Aufschläge die Leiharbeitsfirmen in der Region für ihre Dienste den Unternehmen berechnen, hat die Gewerkschaft nicht untersucht. Insgesamt beschäftigen laut Umfrage rund 60 Prozent der befragten Metall- und Elektrofirmen Leiharbeiter.

"Dabei sind alle Unternehmensgrößen vertreten", sagte Kutzner. Ihr Personal rekrutieren die Metallbetriebe jedoch laut Gewerkschaft meist nicht von den großen, bundesweit tätigen Zeitarbeitsfirmen, sondern von kleineren regionalen Anbietern.

Dementsprechend stamme auch ein Großteil der rund 730 "Ausgeliehenen" in den befragten Betrieben aus der näheren Umgebung. Knapp 80 Prozent wohnen bis zu 20 Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt.

Die Leiharbeiter sind laut Umfrage mit durchschnittlich 33 Jahren deutlich jünger als die Stammbelegschaft der Betriebe. Hier sieht die Gewerkschaft ein Risiko für die Unternehmensentwicklung.

"In einigen Betrieben gehen ganze Abteilungen in den nächsten vier bis sieben Jahren in Rente", sagte Kutzner. "Das erfordert dringend eine qualifizierte Personalentwicklung mit Festanstellungen."

Auf eine Übernahme an ihrem Arbeitsplatz könnten die Leiharbeiter nur in Ausnahmefällen hoffen, so die Gewerkschaft. Im Gegenteil: "Die Stammbelegschaften werden zunehmend gegen Leiharbeiter ausgetauscht", so Kutzner.

Trotzdem nähmen viele ehemals Arbeitslose die geringere Bezahlung in Kauf, um überhaupt eine Stelle zu finden.

(06.07.2007)

http://www.general-anzeiger-bonn.de/...detailid=33036
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