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Start > > > > -> «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein


 

 

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Alt 06.03.2009, 15:08   #101
Sancho
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Zitat von HajoDF Beitrag anzeigen
Hi Sancho,
nur mal zur Info
Die Tafeln in Zahlen:

1993: 001 Tafel
1994: 007 Tafeln
1995: 035 Tafeln
1996: 070 Tafeln
1997: 090 Tafeln
1998: 100 Tafeln
1999: 210 Tafeln
2000: 270 Tafeln
2001: 300 Tafeln
2002: 310 Tafeln
2003: 320 Tafeln
2004: 400 Tafeln
2005: 530 Tafeln
2006:
640 Tafeln
2007:
729 Tafeln
2008:
767 Tafeln

Hier sieht man deutlich den rasanten Anstieg der Tafel ab 2004. Der Einfluss von McKinsey ist auch zeitlich unverkennbar.
War die Tafel zunächst eine private Initiative einzelner Personen, wurde sie durch McK zu einer Almosen- u. Spendenfabrik umgemodelt zum Wohle der Reichen, die ihre "Mildtätigkeit" durch Steuerersparnis belohnt bekommen.
Dazu der hübsche Imagegewinn des modernen Sozialmarketings.

Und noch etwas zu Deiner These, die Nachfrage regelt den Markt und die Menge der angebotenen Güter.
Das war vorgestern!!!
Die deutsche Industrie hat enorme "Überkapazitäten" investiert, die sich nur rechnen, wenn die Produktion eine möglichst hohe Auslastung hat. D.h., Maschinen müssen rund um die Uhr laufen. Daraus entsteht der Zwang des forcierten Absatzes - damit wurde z.B. ALDI reich, denn die Brüder kauften ausschließlich die Überproduktion billig auf und verscherbelten sie entsprechend preiswerter.

Was nun immer noch in den Regalen liegen blieb, wurde vernichtet auf Kosten des Herstellers, die Müllentsorgung lässt grüßen.

Doch jetzt schmeißen die Firmen ihre abfallbedrohte Überproduktion nicht mehr auf die Müllhalde, sondern als steuerlich absetzbare Spende auf die von der Tafel e.V. gedeckten Tische - Guten Appetit!

Leider hängen auch die altehrwürdigen Wohlfahrtsunternehmen wie Caritas etc. inzwischen am Tropf dieser AlmosenAG Deutschland, da sich die Tafel auch der deutschen "European Food Bank" bemächtigt hat.
Du kannst anderen einige Tafeln empfehlen, Du kannst gegen bestimmte Tafeln vorgehen, die das nur aus reiner Geschäftemacherei betreiben, aber Du kannst als Privatperson niemanden verbieten oder "abraten" solche Almosen-AGs zu nutzen, denn dann bist Du eher als "Spinner" oder "einer, dem es noch viel besser geht" abgekanzelt.

Lass die Leute dort hingehen, lass sie weiter Almosen empfangen. Irgendwann kommt die Politik darauf, das die Tafeln "abgeschafft" werden sollten. Erst dann wird sich die Wut der Betroffenen steigern und dann wird sich etwas bewegen.

Anders scheint es nicht zu gehen.
Wenn wie jetzt wegen der Krise immer weniger bei diesen Tafeln ankommt, dann steigert sich die Wut/Verzweiflung auch, nur ist das dann (leider) besser, als wenn Du mit irgendwelchen Statistiken ankommst und auf McKinsey schimpfst. Weder Statistiken, noch die Hinweise auf McKinsey machen satt, aber wenn die Spenden zurückgehen, dann sollte man schonmal andere "Lösungen" gesucht werden, um eben denjenigen zu helfen, die nichts oder nur noch sehr wenig zum Essen haben.

Die Politik gibt die besten Steilvorlagen und auf die sollte man warten/eingehen, nicht als "gut versorgter" andere Betroffene beschimpfen, was einige andere machen.
 
Alt 06.03.2009, 16:37   #102
Jenie
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Jenie
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

1987 Aktien Crash... Ab da wusste man was auf die Welt zurollt.
Nicht unwesentlich der Angriff Chinas auf die WEltwirtschaft spielt auch eine grosse Rolle...

1990 änderten sich die ersten Gesetze während die ersten Insolvenzen im Bausektor rollten.
Schröder damals: Es werden reformen kommen die uns nicht schmecken...
Beginn des Sozialabbaus - im gleichen Atemzug aufbau der Tafeln und Hartzsystemvorbereitung.

Kontratieff-winter bedeutet Abbau der Schulden im Kreditzinsystem und das wussten sie alle. Man hab bisher nur versucht den Absturz hinauszuzögern und es so angenehm wie möglich zu machen.
Aus ihrer sicht betrachtet Wohlbemerkt...

Und TAfeln kann man auch nicht alle was vorwerfen. es gibt solche und solche. Leider anscheinent zuviele Schwarze die sich noch ebend selbst daran bereichern.
Unsere TAfel hier behalte ich sehr gut im Auge. Und wenn dort nicht so ein toller Vorstand und die Chefin wären ojeeee....
Auch dort hat man letzthin eine schöne Spende bekommen... Das Bürofuzzi meinte es müsste nun doch nen schicken schreibtisch bekommen..
Das gab richtig Ärger. Chefin hat das Geld geschnappt und ist Lebensmittel einkaufen gegangen und nix gabs schicken schreibtisch.

So sollte es eigentlich sein schade das es nicht so ist. Den dann hätten di eMenschen wenigstens was davon. Es ist eine solch beschämende Sauerrei das den Menschen eh nichts anderes im moment als die Tafeln bleibt, aber es ist eine noch viel grössere SCHWEI nerei - wenn die Tafeln sich dessen sehr wohl bewusst sind und dann nur im Eigenutz handeln PFUI!
__

Auch ein Tritt in das Hinterteil, ist ein Schritt nach vorn.
Jenie ist offline  
Alt 06.03.2009, 17:47   #103
Sancho
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Zitat von Jenie Beitrag anzeigen
1987 Aktien Crash... Ab da wusste man was auf die Welt zurollt.
Nicht unwesentlich der Angriff Chinas auf die WEltwirtschaft spielt auch eine grosse Rolle...

1990 änderten sich die ersten Gesetze während die ersten Insolvenzen im Bausektor rollten.
Schröder damals: Es werden reformen kommen die uns nicht schmecken...
Beginn des Sozialabbaus - im gleichen Atemzug aufbau der Tafeln und Hartzsystemvorbereitung.

Kontratieff-winter bedeutet Abbau der Schulden im Kreditzinsystem und das wussten sie alle. Man hab bisher nur versucht den Absturz hinauszuzögern und es so angenehm wie möglich zu machen.
Aus ihrer sicht betrachtet Wohlbemerkt...

Und TAfeln kann man auch nicht alle was vorwerfen. es gibt solche und solche. Leider anscheinent zuviele Schwarze die sich noch ebend selbst daran bereichern.
Unsere TAfel hier behalte ich sehr gut im Auge. Und wenn dort nicht so ein toller Vorstand und die Chefin wären ojeeee....
Auch dort hat man letzthin eine schöne Spende bekommen... Das Bürofuzzi meinte es müsste nun doch nen schicken schreibtisch bekommen..
Das gab richtig Ärger. Chefin hat das Geld geschnappt und ist Lebensmittel einkaufen gegangen und nix gabs schicken schreibtisch.

So sollte es eigentlich sein schade das es nicht so ist. Den dann hätten di eMenschen wenigstens was davon. Es ist eine solch beschämende Sauerrei das den Menschen eh nichts anderes im moment als die Tafeln bleibt, aber es ist eine noch viel grössere SCHWEI nerei - wenn die Tafeln sich dessen sehr wohl bewusst sind und dann nur im Eigenutz handeln PFUI!
tja und Tafeln sind auch nicht nur reine Ausgabestuben, in denen man die Sachen abholen kann. Ich weis jetzt nicht, wie es in anderen Tafeln ist, aber in einigen dieser Tafeln sind die Mitarbeiter auch Seelentröster, Zuhörer, "Mutmacher" und vieles anderes (sofern Zeit vorhanden).

Viele Ehrenamtliche halten es psychisch nicht lange aus und sind schon nach einigen Tagen nicht mehr anwesend. Neben der Abgabe von Lebensmitteln werden ihnen auch die Lebens- und Leidensgeschichten vieler Betroffener erzählt. Als ich selbst mal ehrenamtlich geholfen habe, konnte man sogar "gestandene Männer" mit Tränen in den Augen sehen. Viele der Bedürftigen haben nur durch solche Einrichtungen noch "sozialen Kontakt", viele haben zwischenzeitlich ihren Mut und ihren Stolz verloren aber der Zusammenhalt war und ist wahrscheinlich dort viel Größer als z. B. hier. Ich habe nach 1,5 Wochen aufgehört.

Wo bleiben eigentlich hier die "ach so tollen sozialen Vereine"? Gerade auch diese Menschen brauchen mehr Hilfe als einige "Möchtegernrevoluzzer" die hier und anderswo über die "Blindheit" einer immer größer werdenden Zahl von Hilfebedürftigen herziehen?

Ich rate jedem einmal, bei einer kleinen Tafel, die wirklich ehrenamtlich betrieben wird, zu betätigen.
 
Alt 06.03.2009, 20:15   #104
Jenie
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Jenie
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

sodele.. nun hab ich heute nachdem einige Tafelleute hier wieder so sehr früh nach Hause konnten auch früh jemanden erreicht und noch mal nachgefragt.

Diese Jahreszeit ist zwar so das man sonst auch etwas weniger hatte aber halt nicht so extrem. Der Filialeiter von Plus hatte einem gesagt, nachdem man fragte was los sei das es so wenig geworden ist, er würde nun nicht mehr soviel Ware abschreiben. Er bestellt weniger. Der Grund ist das er nun Premienzahlungen bekommt - je weniger er abschreiben muss.....

WEr die Möglichkeit hat -- könntet mal rumfragen ob das woanderst auch so ist, würde mich schon interessieren woran es ( ausser der Krise selbst) liegt.
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Jenie ist offline  
Alt 07.03.2009, 04:29   #105
HajoDF
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Hallo Jenie,
seit Jahren geht der Einzelhandlsumsatz kontinuierlich zurück. Die fehlende Rendite und der Profit können z. T. nur durch massive Kostensenkung im Personalbereich und in der Lagerhaltung einigermaßen ausgeglichen werden.
Wer heute z. B. bei REAL einkaufen geht wird feststellen, dass nur noch maximal 50 % der Kassen auch in Stoßzeiten besetzt sind. Die Werbeschilder, die einem früher 5.- € versprachen, wenn man länger als 15 min an der Kasse warten musste, sind längst Makulatur.
Die Kartenkassen werden noch nicht angenommen und doch ist der Personalabbau bereits vollzogen.
Immer häufiger stelle ich fest, dass die Regale nur mangelhaft gefüllt sind. Ganze Artikelgruppen fehlen manchmal mehrere Tage, z.B. das preiswerte Brot oder die Margarine. Dies trifft besonders auf die preiswerten TIP-Produkte der REAL-Läden zu.
Der Grund ist u.a. Kurzarbeit in vielen Firmen und die damit abgesenkte Produktion. Da kommt es dann bei den Hausmarken besonders zu Lieferengpässen.
Das summiert sich mit dem generell gesenkten Lagerbestand zu einem stark verringerten Warenüberschuss, der wegen des Verfallsdatums ausrangiert wird.
So verringert sich das Angebot bei den Tafeln zusehends und das bei zunehmenden Warteschlangen von Bedürftigen.
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Alt 07.03.2009, 04:51   #106
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Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
tja und Tafeln sind auch nicht nur reine Ausgabestuben, in denen man die Sachen abholen kann. Ich weis jetzt nicht, wie es in anderen Tafeln ist, aber in einigen dieser Tafeln sind die Mitarbeiter auch Seelentröster, Zuhörer, "Mutmacher" und vieles anderes (sofern Zeit vorhanden).

Viele Ehrenamtliche halten es psychisch nicht lange aus und sind schon nach einigen Tagen nicht mehr anwesend. Neben der Abgabe von Lebensmitteln werden ihnen auch die Lebens- und Leidensgeschichten vieler Betroffener erzählt. Als ich selbst mal ehrenamtlich geholfen habe, konnte man sogar "gestandene Männer" mit Tränen in den Augen sehen. Viele der Bedürftigen haben nur durch solche Einrichtungen noch "sozialen Kontakt", viele haben zwischenzeitlich ihren Mut und ihren Stolz verloren aber der Zusammenhalt war und ist wahrscheinlich dort viel Größer als z. B. hier. Ich habe nach 1,5 Wochen aufgehört.
Wo bleiben eigentlich hier die "ach so tollen sozialen Vereine"? Gerade auch diese Menschen brauchen mehr Hilfe als einige "Möchtegernrevoluzzer" die hier und anderswo über die "Blindheit" einer immer größer werdenden Zahl von Hilfebedürftigen herziehen?
Ich rate jedem einmal, bei einer kleinen Tafel, die wirklich ehrenamtlich betrieben wird, zu betätigen.
Die Tafeln bereichern sich an 1-€-Jobbern!!!!
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Grüße aus Bärlin
500 - 30 - 10 netto....... Hartz IV muß weg !

Die Reichen sind so unersättlich, die wollen alles besitzen, sogar die Armut!
Don`t dream it - be it !
Der beste Weg, einen schlechten Vorschlag vom Tisch zu fegen, besteht darin, einen Besseren zu machen !
Hier gibt`s nur Erfahrungsaustausch, keine Rechtsberatung !
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Alt 07.03.2009, 05:06   #107
HajoDF
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

... und das Schlimmste überhaupt ist, dass die echten ehrenamtlichen Mitarbeiter auf der untersten Vereinsebene missbraucht werden für ein Abzockerkonzept.
Um diese fraglos ehrenwerten Menschen geht es auch nicht, sondern um das System "Tafel", bei dem in letzter Konsequenz alle einzelnen Tafeln - sofern sie diesen Namen führen wollen - den Kodex der Tafel Deutschland e.V. übernehmen müssen und keinerlei Mitwirkung oder Einfluss auf die Vereinspolitik haben.
Wer aufmüpfig ist, fliegt raus und darf sich nicht mehr Tafel nennen (siehe Schleswig-Holstein). Der bekommt natürlich für seinen regionalen kleinen Wohlfahrtsverein dann auch keine Spenden mehr von den ansässigen Läden und Händlern.

Die Tafel-Mafia ist ganz schön ruppig!
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Alt 07.03.2009, 05:13   #108
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Die Tafel-Mafia ist ein führendes Mitglied der 1-€-Job-Mafia !
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Alt 07.03.2009, 13:59   #109
Sancho
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Zitat von HajoDF Beitrag anzeigen
... und das Schlimmste überhaupt ist, dass die echten ehrenamtlichen Mitarbeiter auf der untersten Vereinsebene missbraucht werden für ein Abzockerkonzept.
Um diese fraglos ehrenwerten Menschen geht es auch nicht, sondern um das System "Tafel", bei dem in letzter Konsequenz alle einzelnen Tafeln - sofern sie diesen Namen führen wollen - den Kodex der Tafel Deutschland e.V. übernehmen müssen und keinerlei Mitwirkung oder Einfluss auf die Vereinspolitik haben.
Wer aufmüpfig ist, fliegt raus und darf sich nicht mehr Tafel nennen (siehe Schleswig-Holstein). Der bekommt natürlich für seinen regionalen kleinen Wohlfahrtsverein dann auch keine Spenden mehr von den ansässigen Läden und Händlern.

Die Tafel-Mafia ist ganz schön ruppig!
davon habe ich auch schon gelesen und finde es auch nicht gut.

Aber auch wenn die Führungsebene dieser Tafeln Abzocker sind, geht es immernoch um Menschen, denen geholfen werden muss. Tafeln und Tafelnutzer sollten deshalb nicht Pauschal "verurteilt" werden.
Man kann/sollte zwar gegen diese Abzockmentalität vorgehen, aber ohne ein greifbares Konzept, wie die Menschen auch ohne solche Tafeln auskommen können wird die Tafel-Mafia so weiter machen können, denn von Versprechungen werden gerade die Tafelnutzer nicht satt.

Was die Ehrenamtlichen angeht, in diesen "Tafel-Vereinen" sind es nur ganz wenige, denn die gehen lieber zu den kleinen, privaten Verteilern. Auch können sie von Heute auf Morgen aufhören, ohne das etwas passiert. Wichtig ist auch, das gerade die Ehrenamtlichen mit viel Engagement dort arbeiten.

Der Druck der Tafeln ist zwar dort auch sehr hoch und nicht wenige gehen daran kaputt, aber gerade deswegen sollte denen geholfen werden. (was zwar in den größeren Städten fast unmöglich ist, da diese Kraken die Oberhand haben und auch "die besseren Kontakte").

Also ohne Ersatz wird so ein Kampf gegen die "Mafia" aussichtslos.
 
Alt 07.03.2009, 14:52   #110
Hamburgeryn
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

[quote]
Zitat von Sancho Beitrag anzeigen
tja und Tafeln sind auch nicht nur reine Ausgabestuben, in denen man die Sachen abholen kann. Ich weis jetzt nicht, wie es in anderen Tafeln ist, aber in einigen dieser Tafeln sind die Mitarbeiter auch Seelentröster, Zuhörer, "Mutmacher" und vieles anderes (sofern Zeit vorhanden).
Ich war "Kundin" an zwei Hamburger Tafeln.
Einer ehrenamtlich geführten und einer von Ein-Euro-Jobobber-Zwangsarbeitern.
Beide Tafeln wurden von den offiziellen Hamburger Tafelautos beliefert.
Ich habe an beiden Tafeln eine Menge gesehen, erlebt und ausgehalten - nur Trost, Zuspruch und Seelentrost fand ich an beiden nicht.
Stattdessen erlebte ich Vetternwirtschaft und Klüngel.
An einer Tafel wurden regelmässig beste Lebensmittel zurückgehalten, oder aussortiert und ein türkischer Gemüsemann holte es ab - für seinen Laden^^.
Ich habe gesehen, wie sich manche 2 und 3 mal anstellen durften, um Lebensmittel zu bekommen, weil sie die "Leute da gut kannten", beutelweise wegschleppten, während andere nicht wußten, was sie von dem übriggebliebenen Abfall noch nehmen sollten.
Ich habe gesehen, wie sie die ehrenwerten Ehrenamtlichen sich Delikatessen und Leckerein in privat mitgebrachte Beutel stopften, und auf unsere Beschwerde hin wurden wir beschimpft und beleidigt.
Wer sich gut mit den Leuten an der Ausgabe verstand, egal ob ehrenamtlich oder Jobber, konnte sicher sein, mit prall gefüllten Tüten Richtung Heimat zu ziehen, für andere, wie mich, sah es sehr trübe aus.
Es wird immer gesagt, dass an den Tafel nur Lebensmittel knapp am MHD ausgegeben werden, Brot vom Vortag und Fleisch in der Kühlkette bleibt:
Ha, so ein Unsinn. Ich habe Jogurths erhalten die waren 14 Tage und länger über dem MDH, verschimmeltes Brot, und Fleisch dass verwest war. Einfach widerlich, was uns da alles als eßbar angedient wurde.
Verfaultes Obst und Gemüse, ranzige Butter.
In einer dieser Tafel gab es noch einen Sonderraum, da konnte man den sogenanten "Mehrbedarf" zukaufen! Vorn im Tafelladen gab es praktisch nur den Abraum, aber hinten lag es auf Halde - alles, wirklich alles.
Fleisch, Butter, Aufschnitt, Milchprodukte usw., so weit das Auge reicht.
Wenn man zahlte! 2,- pro Tüte für gespendete Lebensmittel! Und die Leute haben wie bekloppt gekauft! Davon hat dann auch mal die Presse Wind bekommen, und sich eingemischt. Das wurde schnell abgewiegelt, plötzlich war der Tafelladen wiedervoll, aber wenig später gab es das beste und meiste doch wieder im Hinterzimmer.
Zitat:
Viele Ehrenamtliche halten es psychisch nicht lange aus und sind schon nach einigen Tagen nicht mehr anwesend. Neben der Abgabe von Lebensmitteln werden ihnen auch die Lebens- und Leidensgeschichten vieler Betroffener erzählt. Als ich selbst mal ehrenamtlich geholfen habe, konnte man sogar "gestandene Männer" mit Tränen in den Augen sehen. Viele der Bedürftigen haben nur durch solche Einrichtungen noch "sozialen Kontakt", viele haben zwischenzeitlich ihren Mut und ihren Stolz verloren aber der Zusammenhalt war und ist wahrscheinlich dort viel Größer als z. B. hier. Ich habe nach 1,5 Wochen aufgehört.
Tränen in den Augen? Ja, die hatte ich auch oft. Vor Wut. Wenn sich diese Ehrenamtlichen mal wieder über uns erhoben. Die haben sich freiwillig entschieden völlig selbstlos Menschen zu helfen. Wirklich?
Ich hatte eher den Eindruck, dass sie dafür Dank erwarteten, dafür, dass sie uns die Taschen vollmachten - und das nach Gutdünken.
Sie entschieden, wieviel jemand erhielt oder wie wenig, wenn ihm die Nase nicht passte. Je demütiger man reinkroch in den Laden, je devoter man sich verhielt, je mehr man diese heiligen Ehrenämtler erhob, desto mehr füllte sich der Beutel mit guten Sachen - so sieht es aus.
Sie nehmen sich unsere Schicksale zu Herzen? Wer sowas glaubt, glaubt auch noch an den Klapperstorch. Diese Leute wollen sich um andere kümmern, gutes tun, mildtätiges, um sich selbst herauszuheben, ihr Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl auf Kosten der Armen aufzuwerten. So habe ich es jedenfalls empfunden und erlebt. Im übrigen waren da regelmässig andere Ehrenamtliche, und es war immer dasselbe Verhalten.
Zitat:
Ich rate jedem einmal, bei einer kleinen Tafel, die wirklich ehrenamtlich betrieben wird, zu betätigen.
Die Tafeln gehören abgeschafft! An ihre Stelle gehört ein ausreichender, repressions -und sanktionsfreier RS - fertig. Wir brauchen keine Tafelindustrie, die sich auch noch in dieser Form an den Ärmsten bereichert. Es kann nicht sein, dass in einem der reichsten Länder der Welt Menschen Müll fressen müssen. Müll! Was anderes sind die Produkte an der Tafel nicht, und wenn man sie noch so nett "als noch genießbar" verbrämt. Es ist Müll. Normalerweise würden es nicht mal mehr die Schweine kriegen, weil die Tierfutterverordnung da ein Machtwort spricht, doch für uns sind welker Salat und faulige Bananen noch gut genug. Und wir sollen auch noch dankbar dafür sein. Mittlererweile beliefern Tafeln Kindergärten und Schulen, Altenheime und Horte - wissen die Menschen eigentlich was man ihnen unter dem Denkmantel der Nächstenliebe und Mildtätigkeit auftischt?
Nein, und es wird ihnen auch nicht erzählt, denn hier in D soll man vieles, nur nicht nachdenken.

LG
 
Alt 07.03.2009, 15:21   #111
Sancho
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

ja, die Erfahrungen sind unterschiedlich, ich habe nur von dem geschrieben, wie ich es erlebt habe. Ich bin mir auch sicher, das es auch große Unterschiede gibt, zwischen Stadt und Land.

Trotzdem finde ich es immer noch besser, wenn verschiedene Erfahrungen geschildert werden und wer auch hier mitliest, kann sich auch besser ein Bild davon machen, besonders wenn es von betroffener Seite kommt.

Die Gruppe, bei der ich mitgeholfen habe, gibt es nicht mehr (leider), aber so eine Erfahrung (selbst mal mitmachen, statt nur darüber zu motzen) sollten auch einige machen.

Die Erfahrungen, die dabei gemacht wurden/werden, sind auch wichtig.

Als Ehrenamtlicher hätte ich bei so einer Tafel, bei der Du warst nicht mitgemacht.
 
Alt 07.03.2009, 15:36   #112
Drueckebergerin
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Das kannst Du nicht wissen, sancho !
Die Tafeln kriegen ja nicht nur Müll. Und nach dem, was ich von Dir so mitgekriegt habe, ißt Du gerne und am liebsten mit Genuß.
Wie Du weiter schreibst, sind Erfahrungen wichtig.

Da Du noch nie als Erster vor den "Fleischtöpfen" standest und einpacken durftest, bevor die "Paria" ihr Zeug holen durften, weißt Du nicht, ob Du wirklich nicht mitmachen würdest.....
Vielleicht sind ja die "Ehrenamtlichen" auch Erwerbslose bei denen 4 Kinder essen wollen? ?
Aber das nur am Rande.

Viele Tafeln werden ja inzwischen auch als gGmbH geführt.

Bei uns läuft gerade wieder die Aktion "Eins mehr." Sollte mich jemand deshalb ansprechen, werde ich gleich um Aushändigung der gespendeten Artikel bitten.
__

Grüße aus Bärlin
500 - 30 - 10 netto....... Hartz IV muß weg !

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Alt 07.03.2009, 15:39   #113
Sancho
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Zitat von Drueckebergerin Beitrag anzeigen
Das kannst Du nicht wissen, sancho !
Die Tafeln kriegen ja nicht nur Müll. Und nach dem, was ich von Dir so mitgekriegt habe, ißt Du gerne und am liebsten mit Genuß.
Wie Du weiter schreibst, sind Erfahrungen wichtig.

Da Du noch nie als Erster vor den "Fleischtöpfen" standest und einpacken durftest, bevor die "Paria" ihr Zeug holen durften, weißt Du nicht, ob Du wirklich nicht mitmachen würdest.....
Vielleicht sind ja die "Ehrenamtlichen" auch Erwerbslose bei denen 4 Kinder essen wollen? ?
Aber das nur am Rande.

Viele Tafeln werden ja inzwischen auch als gGmbH geführt.

Bei uns läuft gerade wieder die Aktion "Eins mehr." Sollte mich jemand deshalb ansprechen, werde ich gleich um Aushändigung der gespendeten Artikel bitten.
Du weist garnichts über mich, also kannst Du Dir Deine "Vermutungen" auch sparen.
 
Alt 07.03.2009, 15:59   #114
Drueckebergerin
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Ich vermute gar nichts, ich rede von Erfahrungen.
Wie ein Mensch in einer bestimmten Situation reagiert, wird erst klar, wenn diese Situation eintritt.
__

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Alt 07.03.2009, 16:04   #115
Sancho
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Zitat von Drueckebergerin Beitrag anzeigen
Ich vermute gar nichts, ich rede von Erfahrungen.
Wie ein Mensch in einer bestimmten Situation reagiert, wird erst klar, wenn diese Situation eintritt.
Zitat:
Und nach dem, was ich von Dir so mitgekriegt habe, ißt Du gerne und am liebsten mit Genuß.
das ist eine Vermutung und Du kennst mich trotzdem nicht.
 
Alt 07.03.2009, 19:49   #116
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[quote=Hamburgeryn;383003]
Zitat:
Ich war "Kundin" an zwei Hamburger Tafeln.
Einer ehrenamtlich geführten und einer von Ein-Euro-Jobobber-Zwangsarbeitern.
Beide Tafeln wurden von den offiziellen Hamburger Tafelautos beliefert.
Ich habe an beiden Tafeln eine Menge gesehen, erlebt und ausgehalten - nur Trost, Zuspruch und Seelentrost fand ich an beiden nicht.
Stattdessen erlebte ich Vetternwirtschaft und Klüngel.
An einer Tafel wurden regelmässig beste Lebensmittel zurückgehalten, oder aussortiert und ein türkischer Gemüsemann holte es ab - für seinen Laden^^.
Ich habe gesehen, wie sich manche 2 und 3 mal anstellen durften, um Lebensmittel zu bekommen, weil sie die "Leute da gut kannten", beutelweise wegschleppten, während andere nicht wußten, was sie von dem übriggebliebenen Abfall noch nehmen sollten.
Ich habe gesehen, wie sie die ehrenwerten Ehrenamtlichen sich Delikatessen und Leckerein in privat mitgebrachte Beutel stopften, und auf unsere Beschwerde hin wurden wir beschimpft und beleidigt.
Wer sich gut mit den Leuten an der Ausgabe verstand, egal ob ehrenamtlich oder Jobber, konnte sicher sein, mit prall gefüllten Tüten Richtung Heimat zu ziehen, für andere, wie mich, sah es sehr trübe aus.
Es wird immer gesagt, dass an den Tafel nur Lebensmittel knapp am MHD ausgegeben werden, Brot vom Vortag und Fleisch in der Kühlkette bleibt:
Ha, so ein Unsinn. Ich habe Jogurths erhalten die waren 14 Tage und länger über dem MDH, verschimmeltes Brot, und Fleisch dass verwest war. Einfach widerlich, was uns da alles als eßbar angedient wurde.
Verfaultes Obst und Gemüse, ranzige Butter.
In einer dieser Tafel gab es noch einen Sonderraum, da konnte man den sogenanten "Mehrbedarf" zukaufen! Vorn im Tafelladen gab es praktisch nur den Abraum, aber hinten lag es auf Halde - alles, wirklich alles.
Fleisch, Butter, Aufschnitt, Milchprodukte usw., so weit das Auge reicht.
Wenn man zahlte! 2,- pro Tüte für gespendete Lebensmittel! Und die Leute haben wie bekloppt gekauft! Davon hat dann auch mal die Presse Wind bekommen, und sich eingemischt. Das wurde schnell abgewiegelt, plötzlich war der Tafelladen wiedervoll, aber wenig später gab es das beste und meiste doch wieder im Hinterzimmer.
Tränen in den Augen? Ja, die hatte ich auch oft. Vor Wut. Wenn sich diese Ehrenamtlichen mal wieder über uns erhoben. Die haben sich freiwillig entschieden völlig selbstlos Menschen zu helfen. Wirklich?
Ich hatte eher den Eindruck, dass sie dafür Dank erwarteten, dafür, dass sie uns die Taschen vollmachten - und das nach Gutdünken.
Sie entschieden, wieviel jemand erhielt oder wie wenig, wenn ihm die Nase nicht passte. Je demütiger man reinkroch in den Laden, je devoter man sich verhielt, je mehr man diese heiligen Ehrenämtler erhob, desto mehr füllte sich der Beutel mit guten Sachen - so sieht es aus.
Sie nehmen sich unsere Schicksale zu Herzen? Wer sowas glaubt, glaubt auch noch an den Klapperstorch. Diese Leute wollen sich um andere kümmern, gutes tun, mildtätiges, um sich selbst herauszuheben, ihr Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl auf Kosten der Armen aufzuwerten. So habe ich es jedenfalls empfunden und erlebt. Im übrigen waren da regelmässig andere Ehrenamtliche, und es war immer dasselbe Verhalten.
Die Tafeln gehören abgeschafft! An ihre Stelle gehört ein ausreichender, repressions -und sanktionsfreier RS - fertig. Wir brauchen keine Tafelindustrie, die sich auch noch in dieser Form an den Ärmsten bereichert. Es kann nicht sein, dass in einem der reichsten Länder der Welt Menschen Müll fressen müssen. Müll! Was anderes sind die Produkte an der Tafel nicht, und wenn man sie noch so nett "als noch genießbar" verbrämt. Es ist Müll. Normalerweise würden es nicht mal mehr die Schweine kriegen, weil die Tierfutterverordnung da ein Machtwort spricht, doch für uns sind welker Salat und faulige Bananen noch gut genug. Und wir sollen auch noch dankbar dafür sein. Mittlererweile beliefern Tafeln Kindergärten und Schulen, Altenheime und Horte - wissen die Menschen eigentlich was man ihnen unter dem Denkmantel der Nächstenliebe und Mildtätigkeit auftischt?
Nein, und es wird ihnen auch nicht erzählt, denn hier in D soll man vieles, nur nicht nachdenken.

LG





Das kann ich voll bestätigen hier in meiner nähe gibt es ein evgl. Behinderten Dorf mit ca. 800 bis 1000 Behinderten von 10- 60 jahren, die Ehrenamtlichen die dort tätig sind, das ist eine Mafia unter sich die sich alles Einkrallen.
In dem Flohmarkt laden haben sie noch ein Seitenraum wenn gespendete Sachen herein kommen werden die besten Teile von dieser Brut erst mal da deponiert, um später unter sich aufzuteilen.
Bei Bücherspenden die für den Bücherladen der Öffentlichkeit sein Soll gehen die antiquarischen Bücher die etwas wert sein könnten an einen fetten Händler nur seine Tussi Arbeitet dort Ehremamtlich, der mit antiquarischen Büchern handelt.
Die gespendeten Sachen sollen so dem Stift zusätzliche Einnahmen bringen, nur die ach so Selbstlosen Menschen, die das ehrenhalber machen, sind wie die Aasgeier.
Atlantis ist offline  
Alt 07.03.2009, 20:26   #117
ashna
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Zitat von Sancho
... aber Du kannst als Privatperson niemanden verbieten oder "abraten" solche Almosen-AGs zu nutzen, denn dann bist Du eher als "Spinner" oder "einer, dem es noch viel besser geht" abgekanzelt.
Genau das durfte ich mir sagen lassen, als ich über die Tafeln aufklären wollte.
 
Alt 07.03.2009, 22:07   #118
Sancho
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Jetzt wird es interessant!

Endlich kommen eigene Erfahrungen dazu, finde ich gut.

Das bringt eine sog. Gegenöffentlichkeit und zwar die Sicht der Betroffenen und nicht nur der Betreiber.

Da ich nur 1,5 Wochen mal mitgeholfen hatte und eher positives/nachdenkliches mitnehmen konnte, melden sich jetzt auch Betroffene mit negativen Erfahrungen.
 
Alt 07.03.2009, 23:59   #119
Rounddancer
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Zitat von Jenie Beitrag anzeigen

WEr die Möglichkeit hat -- könntet mal rumfragen ob das woanderst auch so ist, würde mich schon interessieren woran es ( ausser der Krise selbst) liegt.

Also speziell bei Plus liegt das daran, daß Plus (bisher Teil der Tengelmann-Gruppe) je nun an Edeka verkauft wurde,- und in dessen Discountkette Netto eingeschmolzen wird.
Das führt dazu, daß bei Plus viele Preise gesenkt wurden (Plus war bei vielem etwas teurer als die normale Aldi-Preisschiene, während Netto die Aldi-Preisschiene mitmacht).
Dadurch müssen Kosten gespart werden.
In der Tat wurden bisher die Prämien von Beschäftigen von Discountern wie Plus und Aldi nach dem Umsatz berechnet,- zudem galt die Devise, daß um Umsatzverluste zu vermeiden, trotz der sinnlos verlängerten Ladenöffnungszeiten leere Regale vermieden werden sollten.

Jetzt, nachdem der Preissenkungskampf der Discounter wieder läuft, wird sich schnell durchsetzen, daß weniger Ware bestellt und vorgehalten wird,- damit wird nun wieder inkaufgenommen, daß nicht immer alles während der Ladenöffnungszeit im Regal ist.

Insofern werden die "Tafeln" die Einschränkung der Überflußgesellschaft noch viel öfter zu spüren bekommen,- denn was nicht im Regal stehenbleibt, muß nicht entsorgt werden, weder über den regulären Mülleimer, noch über die "Tafeln".

Dies bedeutet: Die "Tafeln" müssen, wenn weniger nicht verkaufsfähige Ware gespendet wird, andere Sponsoren finden,- und dann ggf. Ware zukaufen,- oder schließen.
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Alt 08.03.2009, 15:19   #120
Hamburgeryn
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Zitat von Rounddancer Beitrag anzeigen
Dies bedeutet: Die "Tafeln" müssen, wenn weniger nicht verkaufsfähige Ware gespendet wird, andere Sponsoren finden,- und dann ggf. Ware zukaufen,- oder schließen.
Das wäre das beste. Wenn diese Orte der "Mildtätigkeit und barmherzigen Nächstenliebe" geschlossen würden. Dann nämlich würde die offensichtliche Armut der Menschen und ihr Hunger endlich offenbar werden. Und sollte der nicht zeitig gestillt werden, gehen die Menschen endlich auf die Strasse um ein angemessenes, menschenwürdiges Existenzminimum einzufordern, oder der RS wird freiwillig menschenwürdig angehoben.
So oder so, es käme endlich mal Bewegung auf.

LG
 
Alt 08.03.2009, 15:38   #121
Rounddancer
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Ehrlich, das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, daß da viele auf die Straße gehen werden. Nein. "Armut ist Schande", denken viele Menschen in Deutschland,- und die werden eher verhungern oder erfrieren, eher das letzte bißchen Hab und Gut versetzen, im Müll nch Eßbarem kramen, Mehl mit Sägmehl aufstocken, Wurzeln und Mäuse essen, als auf die Straße zu gehen.
Und manche werden zu Dieben werden, es wieder "organisieren" nennend.
Und sie werden lieber für das bißchen Nahrung alles tun, - aber auf die Straße gehen? Nein.
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Alt 08.03.2009, 15:41   #122
Hamburgeryn
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Zitat von Rounddancer Beitrag anzeigen
Ehrlich, das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, daß da viele auf die Straße gehen werden. Nein. "Armut ist Schande", denken viele Menschen in Deutschland,- und die werden eher verhungern oder erfrieren, eher das letzte bißchen Hab und Gut versetzen, im Müll nch Eßbarem kramen, Mehl mit Sägmehl aufstocken, Wurzeln und Mäuse essen, als auf die Straße zu gehen.
Und manche werden zu Dieben werden, es wieder "organisieren" nennend.
Und sie werden lieber für das bißchen Nahrung alles tun, - aber auf die Straße gehen? Nein.
Fürchterlicherweise könntest du mit deinen Überlegungen Recht haben.
Die Deutschen sind aber auch wirklich ein zu blödes Volk................

LG
 
Alt 11.03.2009, 20:05   #123
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Standard AW: «Tafel» schaltet Petitionsausschuss ein

Zitat:
Hallo Jenie,
seit Jahren geht der Einzelhandlsumsatz kontinuierlich zurück. Die fehlende Rendite und der Profit können z. T. nur durch massive Kostensenkung im Personalbereich und in der Lagerhaltung einigermaßen ausgeglichen werden.
Wer heute z. B. bei REAL einkaufen geht wird feststellen, dass nur noch maximal 50 % der Kassen auch in Stoßzeiten besetzt sind. Die Werbeschilder, die einem früher 5.- € versprachen, wenn man länger als 15 min an der Kasse warten musste, sind längst Makulatur.
Die Kartenkassen werden noch nicht angenommen und doch ist der Personalabbau bereits vollzogen.
Immer häufiger stelle ich fest, dass die Regale nur mangelhaft gefüllt sind. Ganze Artikelgruppen fehlen manchmal mehrere Tage, z.B. das preiswerte Brot oder die Margarine. Dies trifft besonders auf die preiswerten TIP-Produkte der REAL-Läden zu.
Der Grund ist u.a. Kurzarbeit in vielen Firmen und die damit abgesenkte Produktion. Da kommt es dann bei den Hausmarken besonders zu Lieferengpässen.
Das summiert sich mit dem generell gesenkten Lagerbestand zu einem stark verringerten Warenüberschuss, der wegen des Verfallsdatums ausrangiert wird.
So verringert sich das Angebot bei den Tafeln zusehends und das bei zunehmenden Warteschlangen von Bedürftigen.
Vielen Dank Hajo für deine Erklärung. Das macht sinn und ist mitunter eine der vielen Auswirkungen die wir heute haben.

Zitat:
Also speziell bei Plus liegt das daran, daß Plus (bisher Teil der Tengelmann-Gruppe) je nun an Edeka verkauft wurde,- und in dessen Discountkette Netto eingeschmolzen wird.
Das führt dazu, daß bei Plus viele Preise gesenkt wurden (Plus war bei vielem etwas teurer als die normale Aldi-Preisschiene, während Netto die Aldi-Preisschiene mitmacht).
Dadurch müssen Kosten gespart werden.
In der Tat wurden bisher die Prämien von Beschäftigen von Discountern wie Plus und Aldi nach dem Umsatz berechnet,- zudem galt die Devise, daß um Umsatzverluste zu vermeiden, trotz der sinnlos verlängerten Ladenöffnungszeiten leere Regale vermieden werden sollten.

Jetzt, nachdem der Preissenkungskampf der Discounter wieder läuft, wird sich schnell durchsetzen, daß weniger Ware bestellt und vorgehalten wird,- damit wird nun wieder inkaufgenommen, daß nicht immer alles während der Ladenöffnungszeit im Regal ist.

Insofern werden die "Tafeln" die Einschränkung der Überflußgesellschaft noch viel öfter zu spüren bekommen,- denn was nicht im Regal stehenbleibt, muß nicht entsorgt werden, weder über den regulären Mülleimer, noch über die "Tafeln".

Dies bedeutet: Die "Tafeln" müssen, wenn weniger nicht verkaufsfähige Ware gespendet wird, andere Sponsoren finden,- und dann ggf. Ware zukaufen,- oder schließen.
mh ja auf jeden fall. Danke Rounddancer.

So jetzt pack ich auch mal so einiges auf den Tisch nach dem ich seit fast zwei Jahren herumstochere.

Das Tafeln und Sozialkaufhäuser immer wieder mit dabei sind, die besten Äpfel selbst mit nach Hause zu nehmen oder sonstiges, sehe ich auch.
sowie damit auch gehandelt wird wie jemand hier den Gemüsehändler beschreibt - so gibt es die auch für Möbel usw...

Hier konnten wir im letzten Jahr einiges abfangen und wieder dahin transferieren wo es hinsoll.
Das Problem was sich stellt, ist das der vermeintliche *überfluss* garnicht ankommt wo er ankommen soll.
Also habe ich mich woanderst auf die Suche danach gemacht und zwar im Handel. die überflusswaren werden Postenweise verkauft an Händler und das in riesigen Mengen. Dafür gibt es organisierte Handelswege und Plattformen. Kennen tun wir es ja aus den Bereichen Konkurs und Insolvenzwaren.
diese Krise wenn man sich mal bedenkt, immer weniger Geld - weniger käufe - weniger verkauf....
führt dazu dann auch --- viele Insolvenzen pleiten usw....
Markt preiskampf ohne Ende. Inzwischen sind selbst die am gegenseitig kämpfen die von den Posten der Insolvenzaufkäufe leben.
Auch hier zählt die Gewinnmaximierung. Dabei habe ich das Gefühl das hier viele immer weiter hinunter rutschen. Also wird halt mit allem ein Geschäft gemacht und in alle Richtungen. Grosses - kleines - SCHWARzes.
Neues - altlagerwaren - kaputtes -- so auch Gebrauchtes.
Somit landen die Spenden nicht mehr dort wo sie hinsollen sondern sie wandern inzwischen überwiegend in einen Handelskreislauf. Selbst Lebensmittel werden inzwischen als Posten oder wenn man mal auf ibääh schaut --- verkauft.

Es ist echt ein kampf gegen windmühlen und ich bin heute sehr müde da immer mehr aufgrund einbrechender Gewinne diesen schmiergeschäft verfallen und somit als Gute Ehrliche Menschen ausfallen.
Lastwagen und Kleintransporterweise, landen selbst Tafelwaren im Handel. Naja wie solls auch anderst sein, man kennt es bereits von den Möbelhäusern alla Caritas und wie sie nicht alle heissen.

WEniger ordern ist das eine - selbst noch günstiger im Laden anbieten das andere. schön und gut - das schmiergeschäft allerdings ist das was nochmal dazudrückt und somit landet allenfalls höchstens noch der MÜLL! bei den Bedürftigen...
__

Auch ein Tritt in das Hinterteil, ist ein Schritt nach vorn.
Jenie ist offline  
 

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